DOCUMENTA12 – Arnold-Bode-Preis für Chang Po-yu!

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“Reicht man einem Nilkrokodil den kleinen Finger, so nimmt es gleich den ganzen Unterarm…” Was auf diesem Bild wie ein Szenario aus einem schlechten Horrorfilm aussieht, ist in Wirklichkeit Teil einer sorgfältig inszenierten Kunstperformance des taiwanesischen Aktionskünstlers Chang Po-yu, der dieses Jahr mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet wird. Bildnachweis: (AP/Steve Chen)

Wie soeben bekannt wurde, geht der Arnold Bode Preis 2007 an den taiwanesischen Aktionskünstler Chang Po-yu, der ebenfalls wie der Amerikaner Lee Paige – Meerschweinchenreport berichtete bereits über ihn – zur relativ neuen Kunstrichtung des aufklärerischen Gesamtexpressionismus zuzuordnen ist. Chang Po-yu wurde der Weltöffentlichkeit bekannt, als er in der Rolle eines Tierarztes in das Krokodilgehege des Shaoshan Zoos in Kaohsiung stieg, dort einem siebzehnjährigen Prachtexemplar von Nilkrokodil seine Hand zum alsbaldigen Verzehr anbot, und dieses auch gar nicht daran dachte, jenes Angebot, das es nicht ablehnen konnte, abzulehnen: eben besagt großzügig offerierte Künstlerhand abzuzwacken und zu verspeisen. So weit, so aufklärerisch und gesamtexpressionistisch gelungen – und in Ordnung. Nun aber, und hier scheiden sich die Geister, wurde das Krokodil kurzer Hand von Sicherheitskräften erschossen (oder eben auch nicht), die abgebissene Hand eingesammelt, in einer Kühlbox ins Krankenhaus gefahren und dort Chang Po-yu („Ich habe sie alle ausgetrickst, auch die BILD-Zeitung, die noch immer glaubt, ich sei ein Tierarzt!) in einer mehr als sieben Stunden dauernden Operation erfolgreich wieder angenäht. Dazu der Vorsitzende des Arnold-Bode-Preis-Kuratoriums Ästhetikprofessor Bazon Brock : „Diese von Chang Po-yu meisterhaft in Szene gesetzte ‚Dualität des Paradoxen’ überzeugte die Jury restlos. Gerade in einer Zeit, in der die Weltpolitik meint, mit uns Normalbürgern auf Sandkastenniveau kommunizieren zu müssen, ist es wichtig und richtig aufzuzeigen, daß Geben im Prinzip immer noch seliger ist als Nehmen – schließlich hat das Nilkrokodil im neuronalen Sinne die Hand ja auch wieder rausgerückt, womit es auch und gerade mit Blick auf eine gute Kinderstube ein gerüttelt Maß an Takt bewiesen habe. Das fraglos Schönste jedoch: Mit dem Preisgeld von 10.000,- EURO wird Chang Po-yu in die Lage versetzt, die Kosten seines Krankenhausaufenthalts selbst zu bezahlen, denn genau wie Christo finanziert der Taiwanese seine Kunstaktionen zu 100% aus eigener Tasche. Auch das war ein Argument für das Kuratorium, hier helfend einzugreifen. Die Preisverleihung findet am 18. Juni um 18:00 Uhr in den Räumlichkeiten des Kasseler Kunstvereins statt. Es sind alle Documentaianer herzlich eingeladen, den Feierlichkeiten der Preisverleihung beizuwohnen.“ Abschließend stellten die übrigen Damen und Herren des Kuratoriums, als da wären: Prof. Karl Oskar Blase, Roger M. Buergel, Prof. Heiner Georgsdorf, Dr. Klaus Lukas, E.R. Nele sowie Alfred Nemeczek, einmütig fest: Laugengebäck wird es dieses Jahr keines geben, aber dafür etwas mehr Wein als beim letzten Mal! Humor ist eben ein Meister aus Deutschland…

Die Meerschweinchenreportredaktion gratuliert Chang Po-yu aufrichtigst und wünscht ihm für seinen weiteren Lebensweg auch weiterhin alles Gute!

Quelle + Insiderinformationen

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