Björn Masselasse: “Weniger ist mehr” (120cm/178,5cm; Cibachrome), 1978
Roger M. Buergel ist wirklich nicht zu beneiden. Da muß sich der ahnungslose Kunstautodidakt (Hermann-Nitsch-Trauma) einerseits mit ignoranten Kritikern rumschlagen, andererseits der restlichen, wesentlich willigeren Welt die gesamte Weltkunstgeschichte auf einmal erklären. Und dafür hat er nur 100 Tage Zeit. Selbst wenn Roger M. Buergel James Bond hieße und seine Frau Ruth Noack Miss Moneypenny, so würde es das Duo in diesem kurzen Zeitrahmen dennoch nicht schaffen, was keine Schmach wäre, weil wir aus Niederlagen immer wieder Kraft für neue Siege erwirtschaften können – wenn wir es denn nur wollten. Dennoch: so richtig befriedigend ist diese Vision letztlich nicht, aber dafür möglicherweise diese: Und wenn Du denkst es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her! Und dieses Lichtlein trägt einen Namen, nämlich: Buergelmaschine. So affirmativ-apokalyptisch die formmigrative Klangfarbe in ihrer Namensbezogenheit, so assoziativ-konglomatyptisch kündigt sich die Wirkungsweise der Buergelmaschine an. Zur eingangs abgebildeten Arbeit von Björn Masselasse stellt die Buergelmaschine treffend fest:
“Trotz der Partydekadenz des Kunstmarktes beschwört der schwedische Künstler Björn Masselasse, die globale Bourgeoisie zu verderben und eigene Wahrnehmungsgewohnheiten als typische Linearität dem Vorstellungsraum zu entziehen. Komplexer Bezugsrahmen der als Hommage an Gilles Deleuze konzipierten Arbeit ‘Weniger ist mehr’ ist die Umkehr des Kunstgedankens.” Na bitte, wer sagt’s denn.
Wer die Buergelmaschine selbst einmal für sich ausprobieren, oder gar zum neuen Lebensinhalt machen möchte, der kann – und sollte – das hier tun!

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