Eine unkonventionelle Zensurmethode der Weight Watchers? –
Die Antwort finden Sie in diesem Artikel.
In letzter Zeit wird dank vorbildlich amerikanischer Bemühungen wieder verstärkt und verschärft von Zensur oder auch Censorship – vor allem im bösen und weltweit zugänglichen Internet – gesprochen. Dies wird besonders gerne von vermeintlich Betroffenen getan. Meerschweinchenreport gehört vielleicht dazu. Vielleicht aber auch nicht.
Daß an der Geschichte grundsätzlich was dran ist, haben wir bereits hier ausgeführt. Allerdings neigen sehr viele der ins Fadenkreuz der medialen Inhaltslieferanten Geratenen dazu, in einer Zensur a priori etwas Schlechtes oder gar Negatives zu sehen; und das alles nur, weil in der Vergangenheit oftmals von schlecht ausgebildeten Potentaten viel Schindluder mit diesem dem Grunde nach recht nützlichen Machtinstrument getrieben wurde.
Das muß aber nicht sein. Meerschweinchenreport möchte Verständnis für die Ängste, Sorgen und Nöte von Politikern und Wirtschaftsbossen erwecken, die ja auch alle irgendwie auf diese Welt gekommen sind, ohne daß man sie vorher gefragt hat, ob sie überhaupt wollen.
Unseres Erachtens ist es dieser Grundschmerz, wie Sigmund Freud und davor Wilhelm Tell es einst formulierten, der nicht eben wenige Zeitgenossen peu à peu in den Wahnsinn trieb und treibt. Eines der Ausgleichsventile, die sich die Natur für dermaßen per se geschundene Seelen ausgedacht hat, hört auf das schicke Gebot «Zensiere Deinen Nächsten auf Teufel komm raus!» Voilà!
Dieses Gebot läßt sich auf unterschiedliche Art und Weise beachten. Eine, und höchstwahrscheinlich die einzig feine, ist die auf Gegenseitigkeit, sprich: manus manum lavat, zu deutsch: «Ein Mund wäscht den anderen». Widmen wir uns zunächst dem diesen Artikel vorstehenden Eingangsbild: Sowohl die weibliche Person als auch der Wellensittich zensieren sich im gegenseitigen Einverständnis. Der Kopf des Wellensittichs steckt unzweideutig im Mund des Mädchens, womit der kleine Piepmatz weder etwas sagen noch etwas sehen kann. Bei dem Mädchen verhält es sich nur wenig anders: Auch sie kann, weil Wellensittich im Mund, nicht sprechen – und zieht nun mit dem Vogel gleich, indem sie ihre Augen freiwillig geschlossen hält. Insbesondere hier wird der Aspekt der Gegenseitigkeit transparent und kommt voll zum Tragen. Von vielen Naturschützern als «Tierschutz aktiv» mißinterpretiert, wäre es wesentlich verständlicher, würden sich die Weight Watchers für diesen bereits fahrenden Zug begeistern – und aufspringen; erscheint doch gerade bei der hier gegenständlichen Zensurmethode eine Nahrungsaufnahme im herkömmlichen Sinne durch den ungebratenen Zustand des Tieres erheblich erschwert. Aber das sind alles nur ungelegte Eier, denn das Hauptthema lautet: Zensur als Liebeserklärung – beziehungsweise: «Ist Zensur eine Liebeserklärung?»
Bei nachfolgender Wiedergabe eines ähnlich erscheinenden Zensursachverhaltes verhält es sich jedoch ein wenig anders: Hier handelt es sich einerseits um Martin Heidegger beim Brotbacken, andererseits jedoch um einen von einer in der Schweiz ansäßigen Uhrenmanufaktur erbauten Essensausgabeautomaten, der insbesondere in den 1950er bis tief in die 1960er Jahre hinein in Frankreich die Arbeiter in der Automobilfabrikation essenstechnisch mit dem Nötigsten versorgte. Ist hier ebenfalls von Zensur im eigentlichen Sinne zu sprechen? Der seltsame «Philosoph» Martin Heidegger zog es vor, sich in solchen heikeln Fragen stets zu einem klaren ja zu bekennen, wir meinen jedoch kurzundknapp: nein.
Martin Heidegger beim Brotbacken? –
Die Antwort steht in diesem Artikel.
Photo by Robert Doisneau
Versuchsergebnis: Fraglos fappierend ist, daß beide Bilder formal sehr viel miteinander gemein haben, obwohl sie inhaltlich zwei völlig unterschiedliche Standpunkte zu zwei völlig unterschiedlichen Themen einnehmen. So lernen wir, daß Zensur für einige wenige vielleicht eine Liebeserklärung im uneigentlichen Sinne sein mag, ihre Hauptaufgabe jedoch darin begründet liegt, eklatante Mißstände in unserer Gesellschaft zu ergründen und für jedermann transparent zu machen. Das ist zweifellos die unschlagbare Stärke einer jeden gutgemachten Zensur. Begegnen wir ihr also mit dem gebotenen Respekt.
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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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