Buchmesse: Patrick Süskind – Der Kontrabaß
Wenn sich am heutigen Tage in Frankfurt am Main die Pforten der diesjährigen Frankfurter Buchmesse für die Pfoten der Allgemeinheit öffnen, so wird die “Frankfurter Allgemeine” nicht mehr in ihrer gewohnten Fra(c)kturschrift vorliegen. Verleger und Herausgeber sind eben auch nicht mehr das, was sie einstmals waren: Traditionalisten mit dem gewissen Sinn für das gewisse Etwas, kurz: mit einer gehörigen Portion Mumm-Sekt in den Knochen. Doch heutzutage? Das kann und sollte man sich doch besser gleich die Kugel geben, anstatt unnütz über den Sinn des eigenen, hochgradig überflüssigen Lebens nachzudenken: Was der Documenta12 ihrn Buergel-Noack-Tandem-Team war, das ist der FAZ ihrn Frank Schirrmacher und die gerissene Fahrradkette in Personalunion. Es ist zum Mäuse- und Muschimelken! Der weibliche Musikantenknochen hat auch immer weniger zu melden, wie die stetig rückläufigen Geburtenraten eindeutig beweisen. Wozu soll Weltliteratur da eigentlich noch gut sein?
Als Antwort bleibt mir nur noch, die schlauen Worte Louis Sullivans zu zitieren: “Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, daß das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, daß die Form immer der Funktion folgt.” Vielleicht fangen wir ja irgendwann wieder damit an, solche Prinzipien, die schließlich nicht vor nirgendwoher kommen, zu ehren, medizinisch zu behandeln und dadurch letztlich auch zu beherzigen. Schön wäre es.



