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DDC-Tribüne: «Olaf Leu bei häfelinger + wagner design»

21 May

Einer der früheren Kunden von Prof. Olaf Leu waren die Druckfarbenhersteller Gebrüder Schmidt. Ein Produktsegment bestand in den 1960er Jahren aus leuchtenden Sonderfarben, die umgangssprachlich auch als Neonfarben bezeichnet wurden. Die von Olaf Leu entwickelte B2B-Kampagne trug die Überschrift: «Stop The Pop».

Dieser Sachverhalt animierte unseren Redaktionsfotografen Andreas Baier zu oben stehendem Portrait. Es entstand vis à vis seiner Wohnadresse.

Um Punkt 08:30 Uhr steht Clemens Hilger (Hilger & Boie) mit seinem Auto vor der Tür, um Prof. Olaf Leu sowie unseren Redaktionsfotografen als auch meine Kleinigkeit mit nach München zu nehmen. Es steht seine Bilanz-Lesung im Hause häfelinger + wagner design auf dem Programm.

Überraschendes an der Tankstelle: Die weltberühmte Lichtschranke von Claes Oldenburg? Nein, der Fahrer eines Giga-Liners bastelte sich nachts zuvor eine nützliche Leselampe.

Auch Prof. Olaf Leu mustert eingehend besagte Leselampe, begleitet sie ihn im Geiste doch bei seinen geistigen Vorbereitungen auf die anstehende Lesung.

Einem intuitiven Gedanken folgend, entwickelt Olaf Leu die Idee, zuvor noch einen kleinen Abstecher nach Wertheim Village zu unternehmen. Unseren Redaktionsfotografen trifft das unvorbereitet. Er war da noch nie. Bisher dachte er immer, daß Wertheim Village so eine Art Konglomerat aus gängig bekannten Einkaufszentren sei. Aber das?

Wenn man noch am selben Tage einen ausführlichen Vortrag über Unternehmenskommunikation und Markenführung zu halten hat, so ist der vorherige Besuch dieses Markentempels nur allzu konsequent. Ergebnis: Ein neuer Schal für Olaf Leu.

Wie funktioniert erfolgreiche Unternehmenskommunikation? Clemens Hilger demonstriert es im Schnelldurchlauf: Der Kunde kommt zu ihm mit einer rudimentären Grundidee, die hier in diesem Beispiel «san fra» heißt. Nun denkt Clemens Hilger nach, und denkt nach, und denkt – schließlich soll es ja wie immer eine sehr gute Arbeit sein, die er abliefern will – immer noch nach, verinnerlicht dabei natürlich auch das eine oder andere Schlückchen Kaffee; und schließlich steht am Ende des gestalterischen Nachdenkprozesses eine komplette «company». Ergebnis: ein glückliches Gesicht.

Zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto.

Es gibt Stimmen, die sagen, daß die Gaststätte «Alter Simpl» in den ehemaligen Redaktionsräumen der legendären Satirezeitung Simplicissimus untergebracht ist. Es gibt aber auch noch diese Version: «Als Kathi Kobus in der Walpurgisnacht 1903 mit ihren Stammgästen – an der Spitze Frank Wedekind – aus der Dichtelei in die Türkenstraße 57 umzog, fehlte ihr vor allem ein zugkräftiger Name für das neue Lokal. Es war keine schlechte Idee, sich an den Titel der seit 1886 mit großer Resonanz erscheinenden Satirezeitschrift ‘Simplizissimus’ anzuhängen und zum ‘Simpl’ zu vereinfachen.»

Schon in der Unterführung auf dem Weg in den zweiten Innenhof, dem Sitz der Agentur häfelinger + wagner design, bietet sich uns dieses schicke Bildnis eines schicken BMWs. Die Agentur gehört im Bereich Unternehmenskommunikation zu den renommiertesten Adressen in der Bundesrepublik. Sie zeichnet seit vielen Jahren für die hohe Qualität der Jahresberichte börsennotierter Unternehmen verantwortlich.

Prof. Olaf Leu wird von den bereits Anwesenden begrüßt. In der Bildmitte ist ein Teil von Frank Wagner zu sehen.

Clemens Hilger im Gespräch mit Frank Wagner.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit zwei ausgewiesenen Unternehmenskommunikationsspezialisten auf Unternehmensseite. Die über zwei Stockwerke liegenden Designbüros wurden zuvor mit viel Liebe zum Detail ausgeleuchtet. Unser Redaktionsfotograf braucht eigentlich nur noch «draufzuhalten»; ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Prof. Olaf Leu, ganz nah bei seinem Lieblingsbuchstaben «K», steht er doch für die beiden Begriffe Kommunikation und Keschäftsberichte.

Der Innenhof füllt sich. Immer mehr Gäste treffen ein.

Deutlich zu erkennen: Schon vor dem Vortrag stellt sich eine prima Stimmung ein.

Auch Mitarbeiter aus dem Hause häfelinger + wagner design wollen mehr über Olaf Leus Wirken erfahren. Rechts im Hintergrund blitzt der Saxophonist der zweiköpfigen Jazzformation durch, die reichhaltig und exzellent spielen.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Frank Wagner. Es geht um letzte Details.

Olaf Leu: «Frank, siehst Du dieses Licht?» Frank Wagner: «Ja, Olaf, ich sehe dieses Licht. Wie machst Du das?» Olaf Leu: «Ich strecke meinen Zeigefinger aus – und schon erscheint es. Das ist pure Magie. Weißt Du, ich mag das irgendwie.»

Annette Häfelinger und Clemens Hilger «baden» hingegen für den Hauch eines Momentes in viel zu viel Licht. Aufsteckblitze verstehen eben leider nichts von gelungener Lichtführung.

Nun sieht unser Redaktionsfotograf für den Hauch eines Momentes ebenfalls viel zu viel Licht. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Die letzte Besprechung dauert an.

Ein brillanter Referent testet zuvor immer auch die Sitzmöbel seiner Zuhörer, um herauszufinden, wie viele Stunden er ihnen darin zumuten kann.

Die Lesung beginnt.

Der Ton wird gepegelt.

Prof. Leu hat extra für den heutigen Abend das Thema Unternehmenskommunikation stark erweitert.

Besonders interessant sind die Unterschiede in der Zeit seines damaligen Wirkens und der Gegenwart. Durch die immer komplexer werdenden Zusammenhänge, die es durch die Globalisierung auch im Bereich der Unternehmenskommunikation zu bewältigen gilt, gibt es beispielsweise kaum noch einen Zeitpunkt, an dem das Mitglied einer Unternehmensführung sagen könnte «So, genau das ist unsere Position und eben genau diese Position möchten wir gerne kommunizieren.»

Früher ging das problemlos. Heutzutage ist alles im Fluß, in Bewegung, können sorgfältig formulierte Unternehmenspositionen bereits am nächsten Tage schon Makulatur sein. Ça veut dire: Die Erstellung von Geschäftsberichten ist im Bereich Kommunikationsdesign die mit Abstand komplexeste Aufgabe.

Eines der ganz großen Verdienste Olaf Leus ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung seiner Schriftenfamilie Compatil. Sie ermöglichte es erstmals, innerhalb eines Layouts das standgenaue Ändern des Fonts von normal in kursiv oder halbfett oder fett – oder was auch immer –, ohne daß sich am bereits bestehenden Umbruch auch nur einen einzigen Millimeter die Schriftweite, die Spationierung, der Durchschuß usw. geändert hätte.

Nicht von ungefähr reimt man deshalb in der Branche voller Anerkennung: «Von der Wolga bis zum Nil: Alles setzt in Compatil.» Übrigens: Der aktuelle Relaunch des Commerzbank-Schriftzuges wurde ebenfalls in Prof. Leus «Compatil» realisiert.

Wer sich auch immer an diesem Abend glücklich schätzen darf, zu den geladenen Gästen zu gehören, sie alle genießen einen großzügigen Einblick in das kreative Schaffen eines der ganz Großen in seiner Zunft.

Halbzeit: Die Lesung ist beendet.

Prof. Leu nutzt die Pause, um in direkter Nähe zu seinen beiden Bilanz-Bänden etwas zu entspannen. Im Vordergrund entsteht ein angeregtes Gespräch über Typographie.

Frank Wagner und Annette Häfelinger.

Da es sich bei den geladenen Gästen ausschließlich um Fachpublikum handelt, nimmt sich Prof. Leu die Zeit, die an ihn gerichteten Fragen individuell und eingehend zu erörtern.

Also gut: Die zweite Schwäche unseres Redaktionsfotografen sind Bildnisse von Menschen, die große Kameragehäuse auf ihren Schultern tragen.

Die Podiumsdiskussion beginnt. Es ist jetzt gefühlte und möglicherweise sogar tatsächliche 23:00 Uhr. Ein kurzer Mailcheck ist da völlig ok.

Auf dem Podium diskutieren drei Kommunikationsabteilungsleiter dreier börsennotierter Unternehmen mit Prof. Leu über die veränderten Kommunikationsanforderungen. So wird transparent, daß die Anforderungen an die Erstellung eines Geschäftsberichts durch die zunehmende Medienauffächerung immer komplexer wird.

An der Podiumsdiskussion sind Christian Finkenzeller (BMW Group), Dr. Johannes von Karczewski (Siemens), …

sowie Susanne Stacklies (Deutsche Post DHL) und Prof. Olaf Leu beteiligt.

Die Podiumsdiskussion ist beendet.

Für das Kamerateam ist der größte Teil abgedreht. Noch ein paar Stimmungsbilder zum Schluß – und die Sache ist im Kasten. Dieser Vorgehensweise schließt sich unser Redaktionsfotograf an. Die letzten Bilder bleiben unkommentiert.

Es war ein großartiger Abend! Und: Ende Teil 1. Der zweite Teil unseres Berichts über Olaf Leus München-Reise wird sich seinem Vortag «Neue Amerikanische Schule» exklusiv vor Mitarbeitern des Hauses häfelinger + wagner design sowie einem anschließenden Besuch der Thomas-Ruff-Retrospektive im Haus der Kunst widmen.

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Ritalin vs. Pizza Express

19 Apr

Photo via «Freaking News» – Photoshop Contest

Da recherchieren wir zu vorgerückter Stunde über verschiedene Ursachen für das Vorliegen menschlicher Irrungen und Wirrungen – und stolpern auf diesem Wege ebenfalls über einen wahrlich lesenswerten Artikel, man mag es kaum glauben, auf dem Portal der guten, alten Tante ZEIT.

Besagter Artikel beschreibt einen Selbstversuch des anonymen Autoren mit Ritalin – und er beginnt so: «Das erste Mal in meinem Leben nahm ich Ritalin mit 17. Ich war Austauschschüler in Washington, D. C., und Adam, mein Gastbruder, hatte die Pillen besorgt. Wir zerstampften sie mit einem Gewürzmörser aus der Küche und zogen das Pulver mit einer Zehndollarnote durch die Nase, das Bild von Alexander Hamilton hatte danach ein kleines Hitler-Bärtchen aus Staub.»

Um einiges ernsthafter geht es im Laufe des Aufsatzes dann aber doch noch zu. Hier ist der Verbindungsnachweis.

Und hier geht es zum Bildnachnachweis.

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Richard Paul Lohse: «Honi Soit Qui Mal Y Pense»

2 Apr

Click to play!

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PISA-Studie: «Erstmals belegt Deutschland dank eines neuen Analyseverfahrens den ersten Platz»

19 Feb

Machen gerne Nägel mit Köpfen: Jan und Thorben von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisgesamtschule in Untergruppenbach nehmen auf Einladung der OECD an einem Außentermin für nachhaltige Umweltarbeit teil. Hier analysieren sie gerade die erhöhte CO2-Aufnahmebereitschaft des von ihnen entwickelten Bio-Rasens mit USB-Anschluß.

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Fakten über die OECD:
Die PISA-Studie der OECD untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit die Kenntnisse und Fähigkeiten für eine volle Teilhabe an der Wissensgesellschaft erworben haben.

Die OECD steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß die Daten der PISA-Erhebung aus Gründen der Transparenz, der Freiheit und Förderung der (Bildungs-)Forschung allgemein zugänglich gemacht werden sollten. Es obliegt jedoch den Mitgliedsländern, wie sie den Zugang zu nationalen PISA-Daten regeln, die über den internationalen PISA-Datensatz hinausgehen.

Die Arbeit der OECD basiert auf einer kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklung in den Mitgliedsländern und außerhalb der OECD.

Die OECD ist übrigens die Nachfolgeorganisation der Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Kanadas wurde diese 1947 zur Koordinierung des Marshall-Plans für den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Als Hauptquartier bezog die OEEC 1949 das Château de la Muette in Paris. Dort hat die OECD noch heute ihren Sitz.

Das Budget für 2011 lag bei 342 Mio €.

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Best George Clooney Look-A-Like Contest ever!

18 Feb

Screenshot Huffington Post

Well, whatever matches, it matches. There are, however, some doubters. Here are some of their voices: «One wrote: “What criteria was used? Possibly just one? That he be male and have hair?” while another, perhaps cruelly, said: “Who judged this? Stevie Wonder?”»

Well, aren’t we all aware of a most beautiful thing called «British Humour»? And if so, what does it tell us? Well, there we go because we think that this is an outstanding masterpiece of British Humour!

And this very special British Humour continues: David James Glendon, who successfully pipped 782 other entrants, may attend the Academy Award Ceremony in late February this very same year in Hollywood! We wouldn’t wonder if he’s going to become the next James Bond.

David! Our warmest congrats! Very well done!

Read the full Monty on The Huffington Post

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The Dionne Quintuplets

15 Feb

The Dionne Quintuplets 1937

«When Oliva and Elzire Dionne of Corbeil, Ontario were expecting their sixth child they were fairly certain that Elzire was carrying twins. They would turn out to be about 40% right. On 28 May 1934, with the help of two midwives and the local doctor Allan Roy Dafoe, Elzire gave birth to five girls: Yvonne, Annette, Cécile, Émilie and Marie. They were the world’s first surviving quintuplets.»

Read the whole touching story on codex99.

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Whitney Houston: «Nose’s Overdoses»

14 Feb

Photo by Alexander Kosinski

Photo via Zéro

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Hey, little Whitney:
You funky, chutney overdose.
I’ve got your smell
In my sober nose;
In my sober nose!

It is screwing like a shell bell
Into my brain
And into my mind!
It is ringing like a shell bell
In the rain;
It makes me so blind!

Hey, little Whitney:
You funky, chutney overdose.
I’ve got your smell
In my sober nose;
In my sober nose!

Website Whitney Houston.

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Wie man sich die Zukunft eben immer so vorstellt

5 Jan

Als Cyrano de Bergerac die Augen wieder öffnete, mußte er feststellen, noch nicht das Zeitliche gesegnet zu haben, wohl aber erkennen, daß sowohl Farbe als auch Form seines äußeren Erscheinungsbildes ganz offensichtlich einem signifikanten Änderungsprozeß unterzogen worden waren. Auch war er sich nicht sicher, ob seine Fähigkeit, kraftvolle Monologe zu verfassen, von den beiden Kindern goutiert werden würde. Aber irgendwas mußte er schließlich tun.

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Wie soll ich’s halten künftig?
Mir einen mächtigen Patron entdecken
Und als gemeines Schlinggewächs dem Schaft,
An dem ich aufwärts will, die Rinde lecken?
Durch List empor mich ranken, nicht durch Kraft?
Nein, niemals! Oder soll ich, wie so viele,
Ein Loblied singen auf gefüllte Taschen,
Soll eines Hofmanns Lächeln mir erhaschen,
Indem ich seinen Narren spiele?
Nein, niemals! Oder soll ich Kröten schlucken,
Auf allen vieren kriechen, gleich dem Vieh,
Durch Rutschen wund mir scheuern meine Knie’,
Kreuzschmerzen leiden durch beständ’ges Ducken?
Nein, niemals! Soll ich einem Schäfchen gleichen,
Um selbst mir eins in Trockene zu bringen?
Soll Honig streun, um Zucker einzustreichen,
Und unermüdlich Weihrauchfässer schwingen?
Niemals! Soll ich als lust’ger Zeitvertreiber
Nach großem Ruhm in kleinem Kreise spähn,
Damit sich von den Seufzern alter Weiber
Des Dichterschiffleins schlaffe Segel blähn?
Niemals! Für meine Verse dem Verleger,
Der sie mir druckt, bezahlen runde Summen?
Niemals! In der Verbrüderung der Dummen
Gefeiert werden als der Bannerträger?
Ein einziges Sonett wie ein Hausierer
Vorzeigen, statt noch andre zu verfassen?
Niemand talentvoll nennen als die Schmierer?
Vor jedem Litteratenklatsch erblassen
Und eifrig forschen: Werd’ ich anerkannt?
Hat der und jener lobend mich genannt?
Niemals! Stets rechnen, stets Besorgnis zeigen,
Lieber Besuche machen als Gedichte,
Bittschriften schreiben, Hintertreppen steigen?
Nein, niemals, niemals, niemals! – Doch im Lichte
Der Freiheit schwärmen, durch die Wälder laufen,
Mit fester Stimme, klarem Falkenblick,
Den Schlapphut übermütig im Genick,
Und je nach Laune reimen oder raufen!
Nur singen, wenn Gesang im Herzen wohnt,
Nicht achtend Geld und Ruhm, mit flottem Schwunge
Arbeiten an der Reise nach dem Mond
Und insgeheim sich sagen: Lieber Junge,
Freu’ dich an Blumen, Früchten, selbst an Blättern,
Die du von deinem eignen Beet gepflückt!
Wenn dann vielleicht bescheidner Sieg dir glückt,
Dann mußt du nicht ihn teilen mit den Vettern;
Dann darfst du König sein in deinem Reiche,
Statt zu schmarotzen, und dein Schicksal sei,
Wenn du der Buche nachstehst und der Eiche,
Nicht hoch zu wachsen, aber schlank und frei.

Das Reclamheftchen kaufen.

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Buchtip: «Besser die Wahrheit»

3 Jan

Der Verlagstext aus dem Hause Hoffmann und Campe besagt: «Christian Wulff ist ein Politiker, wie er selten vorkommt: ein mitfühlender Konservativer, einer, der knallharte politische Forderungen durchaus charmant vorzubringen weiß. Und ein realistischer Optimist. Seine Devise: Es gibt große Probleme – aber sie sind lösbar. Das Gesprächsbuch mit einem politischen Essay zur Person von Manfred Bissinger.»

Bezugsquelle

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Rückblick: «Die große Bambi-Verleihung 2011 im Wiesbadener Kurhaus bzw. in den Rhein-Main-Hallen»

3 Jan

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Das neue «Wiesbaden-Magazin» lag im Dezember letzten Jahres bundesweit der FAZ bei. Das oben abgebildete Titelbild durfte unser Redaktionsfotograf Andreas Baier beisteuern. Er freut sich darüber sehr.

Der rote Teppich führt direkt durch das Kurhaus hindurch. Der frühere Sprintweltmeister und FLUXUS-Künstler Lennox Lewis schaffte die Strecke einst in unter zehn Sekunden. Heute gilt jedoch: «Wie schaffe ich es, mich so lange wie möglich auf dem roten Läufer zu halten?»

Der rote Teppich aus der Vogelperspektive. Unten sieht man gerade wie der Moderator Kai Pflaume den Teppich einläuft. Auf dem Podest versetzt sich das Kamerateam in Schwingung.

Auf dem großen Display im Foyer des Wiesbadener Kurhauses kann man gut erkennen: Soeben ist der hessische Landesvater, Ministerpräsident Volker Bouffier, gemeinsam mit seiner Frau eingetroffen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier im Interview.

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller (links) und Frau Bouffier (rechts).

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller auf dem Display eines iBooks im Gespräch.

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, Verleger Dr. Hubert Burda im Radio-FFH-Interview.

Gruppenbild der vorstehend bereits erwähnten Stadt- und Landesoberhäupter.

Der Verleger Dr. Hubert Burda beantwortet Fragen zur Ausrichtung der Bambi-Verleihung coram publico.

Einen erstklassigen Verleger erkennt man an seinem überproportional mit Terminen gefüllten Kalender. Da bleibt niemals nie viel Zeit. Schon ist er auf dem Weg zur nächsten Verabredung.

Der Verleger Dr. Hubert Burda läßt dezent durchblicken, daß er sich trotz selbstgefertigtem Bambi für erfolgreich verlaufende Zahnbehandlungen nur bedingt zuständig fühlt.

«Fällt man vor einem anbetungswürdigen Menschen auf die Knie und fotografiert ihn unmittelbar aus der Froschperspektive, so erhält man ein anbetungswürdiges Gesamtkunstwerk – sofern man die Aufnahme weiterführend künstlerisch nachbearbeitet.» (Zitat von James Joyce)

«Wie schwierig war es denn für Sie, Ihren richtigen Style für den heutigen Abend gefunden zu haben?»

FOCUS-Chef Helmut Markwort und BUNTE-Chefin Patricia Riekel.

Monsieur Le Sky duMont gemeinsam mit seiner Tochter im medialen Kreuzverhör: «Wann haben Sie das letzte Mal etwas gegessen?»

Diese beiden Gentlemen bekommen auch einen Bambi verliehen. Leider konnten wir vor Redaktionsschluß nicht in Erfahrung bringen, um wen es sich handelt.

Warten auf Sky duMont.

Monsieur Le Sky duMont – ganz Kavalier – winkt den Mantel in einer leichten körperlichen Schräglage (für die er weltberühmt ist) für seine weibliche Begleitung herbei.

Und nun richten sich die Blicke auf Christine Neubauer.

Christine Neubauer tut alles, um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ihres Preisverleihungsoutfits ergonomisch in Szene zu setzen. Hier: Der doppelte Schleppeneinschlagwurf aus der halboffenen Handumdrehung. Ist auch der hessische Ministerpräsident von dieser Vorführung beeindruckt?

Ja, auch der hessische Ministerpräsident ist von dieser Vorführung beeindruckt.

Im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses wird die Bambi-Verleihung live aus den Rhein-Main-Hallen übertragen. Gerade zu sehen: Lady Gaga.

Die personifizierte Form des lateinischen Lichts.

Atmosphärisch begeisternde Randnotiz.

Kurdirektor und Geschäftsführer der «Kurhaus Wiesbaden GmbH» Henning Wossidlo bestellt routiniert «Fünf Bier für die Männer vom Sägewerk!»

Das Bambi-Maskottchen auf die Fassade des ehemaligen «R+V Gebäudes» projiziert.

Konzert- und Veranstaltungsbeleuchter Jan Kyritz macht es möglich: Eine in gleißendes Rotlicht getauchte Wilhelmstrasse.

Die Rhein-Main-Halle ist der höchst gelegene Punkt Wiesbadens und war schon immer ein besonderer Wallfahrtsort gesellschaftlich Bessergestellter. Sageundschreibe 6500 Treppenstufen (traditionell mit buntem Kerzenlicht beleuchtet) sind auf den Knien und dem Weg nach oben zu bewältigen – will man alles richtig machen. Zum Vergleich: Das Niederwald-Denkmal im Rheingau liegt nur 15 Meter höher. Anläßlich der Bambi-Verleihung durften die Stars jedoch ausnahmsweise mit der Limousine vorfahren, da man verhindern wollte, daß die teure Garderobe Schaden nimmt.

So wie einst der Schriftsteller Heinrich Böll von der Fotografin Barbara Klemm während einer Demonstration in Mutlangen als mahnender Denker malerisch in den emotionalen Mittelpunkt ihres Bildes gerückt wurde, so unterstützt nun der in Speckstein verewigte Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe die breite Masse der Bambiverleihungsinteressierten bei ihrem noblen Anliegen, sich auch ein kleines Scheibchen vom Medienkuchen abschneiden zu wollen: «Ihr naht Euch wieder, schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch ich wohl, Euch diesmal festzuhalten?

Wie vorstehend, diesmal jedoch mit mehr musealem Charakter.

Überpünktlichkeit hat einen Namen: Lady Gaga: Gestützt von ihrem Leibwächter macht sie vor den Objektiven der Weltpresse einen gesunden und selbstbewußten Eindruck.

Hier sehen Sie die «Besten der Besten der Besten, Sir!». Nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch eine gesunde Portion Demut ist gefragt, will man sich zur Elite der Elitefotografen zählen: Leicht nach oben geknickte Lackschuhspitzen zeugen von der unbedingten Bereitschaft, vor jedem Star sofort auf die Knie zu sinken – und abzudrücken. Dicke Akkupakete ermöglichen es den Bildbeschaffern zudem, bis zu 48 Stunden gegebenenfalls sogar bei klirrender Kälte vor den Empfangstüren unserer bunten Preisverleihungswelt ausharren zu können, ohne zum lästigen Nachladen wärmere Räumlichkeiten aufsuchen zu müssen.

Das Spiel «Wer verläßt mit welcher Strategie das Auto?» wird in den unterschiedlichsten Variationen durchgespielt. Hier entsteigt die Sängerin Jasmin Wagner, vormals Blümchen, die Limousine auf der Passivseite – und leitet somit geschickt zur Grünfeld-Verteidigung über.

Die Moderatorin Sylvie van der Vaart in ihrem falbalaesken Fischnixenkleid.

Das orgiastische Justin-Bieber-Probekreischen setzt bei jeder eintreffenden Limousine reflexartig ein, denn: Sicher ist schließlich sicher.

Möglicherweise Bill Kaulitz, möglicherweise aber auch nicht.

Er ist geboren, um zu leben: Der Graf von Unheilig.

Die aufgeweckte Jugend von heute leidet an bestechender Beobachtungsgabe: «Schwulenhass ist keine Integrationsleistung» stellt sie treffend fest. Bushido bekommt trotz heftiger Bedenken genau jenen Integrationsbambi von Burda Media ausgehändigt, worauf beispielsweise der große Ausnahmekünstler Heino seinen goldenen Bambi wiederum zurückgab, ein Ereignis, das rückblickend betrachtet die Bambiverleihung an Bushido unter bestimmten intellektuellen Voraussetzungen dann doch irgendwie rechtfertigt.

Der Starmoderator Thomas Gottschalk zeigt sich ungebrochen honneckeresk: «Es lebe der Sozialismus mit seiner integrativen Gummibärchenkraft für alle!». Nach dieser klaren Ansage betritt er gemeinsam mit seiner Frau das Preisverleihungsgebäude.

Big Brother is watching you: Während die Party in vollem Gange ist, warten draußen vor der Tür immer noch die Fans auf Justin Bieber.

So here he is. Alles jubelt, schreit, kreischt – und vollzieht unter dem Schutz des Menschengedränges stante pede den mehrfachen Geschlechtsverkehr.

Justin Bieber (roter Kreis) gibt die Marschroute vor – und alle folgen ihm. Hier auf dem Weg zu einer noch unsignierten Autogrammkarte.

Während Justin Bieber im Hintergrund der Presse Rede und Antwort steht, raucht die Verwandlungskünstlerin Lady Gaga im Bildmittelpunkt genüßlich eine Zigarette mit Mentholgeschmack, die sie umgehend in eine leichte körperliche Schräglage versetzt; jene unkonventionelle Körperhaltung, der sie ihren Weltruhm verdankt.

Die Menschentraube vor der Rhein-Main-Halle löst sich langsam auf. Im Hintergrund sind die berühmten Strickereien aus dem Erzgebirge zu sehen, die momentan zwei verschnupfte steinerne Säulen wärmen.

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The Hare And The Tortoise

14 Dec

We all know from whom all the babies come from: the so-called «Klapperstorch» as we say in Germany. But there is still another big question waiting to be answered quite carefully: «Is a hare or a tortoise quicker?»

National Geographic and BBC, both institutions had been so tremendously kind to find and to film and to broadcast their highly surprising answer. Just watch the video and you will become as educated as any possible Santa Claus.

Did you believe this? Well, the truth is: This is the 1947 version of Aesop’s fable, produced by Encyclopedia Brittanica Films. Happy now? Happy now!

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Türkis Mühle oder Türkismühle?

26 Nov

Selbst gegen Angstgegner «FV Türkismühle»
bleibt Thomas Müller vom «FC Bayern München» zu jeder Sekunde
konzentriert am Ball. Ein sehr gutes Zeichen!

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Es gibt im beschaulichen Saarland ein noch wesentlich beschaulicheres Örtchen namens «Türkismühle». Ob besagter Fleck irgendwo im saarländischen Bindegewebe tatsächlich beschaulich ist, vermögen wir nicht zu sagen, denn auf dem Zugweg von Mainz mit Reiseendziel Türkismühle steigen wir immer schon in Bad Kreuznach, Bad Vilbel, Bad Münster am Stein oder gar Paris aus. Schade eigentlich.

Allerdings hindert uns dieser Reiseplanungsmalus dennoch nicht, sich Gedanken über die tatsächliche Aussprache des hier gegenständlichen Ortsnamens zu machen: Türkis Mühle oder Türkismühle? Mit anderen Worten: Steht in Türkismühle eine türkisfarbene Mühle? Oder eine hölzerne Windmühle, deren Rotorblätter über und über mit Türkissteinen besetzt sind? Oder ist dort eine Mühle anzutreffen, die dem Türki gehört, oder früher gehörte; es sich also ganz genitivesk um Türkis Mühle handelt?

Die Lösung: «Türki» ist die Koseform von Theodor von und zu Rübsch-Lippe-Obersumpfbach, von genau jenem Theodor von und zu Rübsch-Lippe-Obersumpfbach der im Jahre 1648 bzw. 1634 Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, Herzog von Friedland, kaiserlicher Kriegsrat und Kämmerer, Allerhöchster Obrist von Prag und ebensolcher Generalissimus Wallenstein ebenda höchstpersönlich eine Kurtisane in den Leib rammte, ihn anschließend durch das Fenster ins Freie bugsierte; und so auf Geheiß des Kaisers den dreißigjährigen Krieg beendete. Zum Dank erhielt der tapfere Türki eine original Bömische Dorfkornmühle mit Schnitzelgeschmack «aufdasz es ihm fürderhin kein Schlecht ergühen möge», so das Staatsoberhaupt in seiner Dankesfestschrift, die etwas später von Martin Luther King am 31. Oktober 1517 an das Hauptportal der Wittenberger Schloßkirche genagelt wurde, was vom damaligen Papst als Aufforderung zur Begehung außerehelichen Geschlechtsverkehrs interpretiert – und entsprechend geächtet wurde. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Grundsätzlich aber lernen wir daraus, daß es sich immer lohnt, am Ball zu bleiben. Auch oder gerade in Türkismühle.

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Foto von FC Bayern München.

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Berlin School of Creative Leadership: «Hartmut Ostrowski’s President’s Lecture»

10 Oct

Hartmut Ostrowski is Bertelsmann’s CEO and about to give his President’s Lecture at the Berlin School of Creative Leadership. Your most loveliest and gorgeous Hamlet Hamster calls himself an expert in almost all sorts of creative things, however, not in business affairs at all. So, please do not expect a summary of Hartmut Ostrowski’s speech. It could only produce confusion. On the photograph: Michael Conrad, President of the Berlin School, Hartmut Ostrowski, CEO Bertelsmann, Sebastian Turner, Scholz & Friends’ former Big Brain!, and two young gentlemen from Bertelsmann as well.

Sebastian Turner, the two young gentlemen from Bertelsmann and Michael Conrad discusses with Michael Schirner, GGK’s former Big Brain!.

Hartmut Ostrowski listens to one of the two young gentlemen from Bertelsmann.

Short before Mr Ostrowski’s President’s Lecture starts some this year’s BSCL-participants (Tom Hidvegi, Anca Nuta, Uroš Goričan and Kate Cox) are about to find out how it feels delivering a perfect performance.

Michael Conrad warmly welcomes Hartmut Ostrowski and reflects in front of the audience about his childhood-memories when the «Bertelsmann Buchclub» played a major part in it.

Rafael Aparicio, Hartmut Ostrowski and Sarah McGill.

Sarah McGill and Sebastian Turner.

Complete President’s Lectures on video tape.

Clark Parsons, Managing Director, Berlin School of Creative Leadership, addresses the importance of the President’s Lecture to the audience.

Sebastian Turner.

Hartmut Ostrowski starts his President’s Lecture.

Michael Schirner and Frances Luckin.

The microphone travels around the classroom. A lot of questions are waiting to be answered by Bertelsmann’s CEO.

Michael Conrad farewells Hartmut Ostrowski.

Get together after Hartmut Ostrowski’s President’s Lecture.

Same situation, seen from a different angle: Michael Schirner in contact with participants.

Participants, participants, participants: They all enjoy the Berlin-School-Lectures very much. On the right-hand side: Jennifer Hoff and Stein Kvae.

Uroš Goričan (blue shirt), André Stäheli, Rafael Aparicio, Anca Nuta (back) and Kate Cox (croissant).

Tom Hidvegi, Clark Parsons (back), Susann Schronen (digitally coloured hair), and two other participants who will wait patiently until they will be identified by our blog photographer Andreas Baier.

Michael Conrad welcomes guests.

Bertelsmann’s CEO Hartmut Ostrowski does Social Media via his smartphone.

Professor of Strategy & International Management, Paul Verdin, discusses with the two young gentlemen from Bertelsmann.

Professor of Strategy & International Management, Paul Verdin, discusses with Hartmut Ostrowski.

Rafael Aparicio discusses with Hartmut Ostrowski. Left: Kate Cox.

Sarah McGill, Nik Arnhold and Sebastian Turner.

Kazi Monirul Kabir, Sarah Mc Gill, Michael Conrad and Nik Arnhold.

Sebastian Turner leans forward and examines Hartmut Ostrowski’s and his assistant’s ties. His result: Perfect result! This day’s President’s Lecture at the Berlin School of Creative Leadership is all over now.

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Hippocratic Oath of a Photographer

10 Oct

Click to enlarge seemingly – It’s simply worth reading it

We already mentioned the copyright holder of this «Hippocratic Oath of a Photographer», Dr. Mehemed Fehmy Agha, when we reported about a lecture Prof. Olaf Leu was giving at Hilger & Boie’s office. It was about the new American typography, and how these three famous russian art directors Alexey Brodovitch, Dr. Mehemed Fehmy Agha and Alexander Liberman were influencing, not to say, creating it.

Dr. Mehemed Fehmy Agha wrote «his» Hippocratic Oath of a Photographer in the year 1937 for U.S. Camera. The Weblog alistairhenning writes: «Not only is this an absolutely brilliant poem/rant, it is also an indispensable piece of advice for any camera happy person who is seeking to avoid the dreaded photographic cliché.»

In our opinion some thoughts of this photographer’s oath should become part of international law. Why? Well, we also already reflected about some specialists who had no problem to taking over a dead body in order to rearrange it in a way only a studio photographer does. The place was Haiti after the earthquake; the victim 15 year old Fabienne Cherisma who was accidentally shot by the police; and the criminal photographers James Oatway, Olivier Laban-Mattei, Fredric Sautereau, Lucas Oleniuk and Paul Hansen had absolutely no problems mistreating her that way:

Second photograph by Nathan Weber

Please note that her whole body was set into scene the way they thought it might please international audiences best. Meanwhile, these photographs got a lot of internationally respected awards. In his interview, eye-witness and photographer Nathan Weber gave to the magazine «Prison Photography», he describes quite precisely what had happened on location.

Interestingly, there are still folks out there discussing the dangerous power of advertising. Haha…

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Gabriele Baier-Jagodzinski: «Gift im Atelier»

3 Oct

Künstler werden bewundert, manchmal auch beneidet, wenn sie Erfolge feiern können, über die dann groß berichtet wird. Aber niemand, am wenigsten die Künstler selbst, machen sich Gedanken über die Materialien und ihre Giftigkeit, mit denen im Atelier hantiert wird. Während in der verarbeitenden Industrie viele Gesetze und Vorschriften Arbeiter schützen, bleibt ein Künstler meist ahnungslos.

Vorbildlicher Gebrauch einer Atemschutzmaske

Als der österreichische Bildhauer Bruno Gironcoli 2010 im Alter von 74 Jahren starb, hieß es, daß die Materialien, mit denen er arbeitete, seiner Gesundheit schwer zugesetzt hätten. Und Niki de St. Phalle starb 2002 im Alter von 71 Jahren an den Folgen schwerer Schäden der Atemwege, die sie sich nach jahrzehntelanger Arbeit mit giftigen Dämpfen, die bei der Verarbeitung von Kunststoffen entstehen, zugezogen hatte.

Unvorbildlicher Nichtgebrauch von Atemschutzmasken

Dieses Handbuch der Toxikologie für Künstler beschreibt die breite Palette der heutigen Arbeits- und Umweltgifte, will Schutzmaßnahmen aufzeigen und Möglichkeiten des persönlichen Gefahren- und Gesundheitsschutzes sowie Entgiftungsverfahren erklären. Es wendet sich an alle, die künstlerisch arbeiten: an Kunststudenten und ihre Professoren an den Akademien, an bereits etablierte Künstler ebenso wie an die Kreativen im Hobbykeller, an «Nebenberufliche» wie an die Mitglieder privater Malschulen: Sie alle sollten die Giftigkeit ihrer Utensilien und Verfahren kennen als Voraussetzung dafür, sich schützen zu können. Ein ausführlicher, qualifizierter Adressenteil soll helfen, sich Rat und Hilfe – auch in medizinischen Fragen – zu holen.

Künstlerisches Arbeiten mit giftigen Substanzen, jedoch ohne Atemschutzmaske

In Anbetracht dessen, daß weltweit täglich viele tausend neue chemische Verbindungen in die Umwelt entlassen werden, ist eine tagesaktuelle Betrachtung nicht möglich. Es soll hier vielmehr um toxikologische Grundlagen gehen, um Vorkommen und Beschreibung der häufigsten Schadstoffe, um die Gefahr speziell für künstlerisch Tätige aufzuzeigen und natürlich auch um Prävention, Prophylaxe, Diagnostik und Therapie.

Das Buch ist soeben im Verlag BoD in Hamburg erschienen und kostet, so ich die Sache recht überblicke: Euro 24,95. ISBN 978-3-8423-6276-5. Hier gibt es bei Bod (Newsroom) ein Portrait der Autorin. Und hier weitere Informationen auf der Seite der Autorin.

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Colour Helper: «Make Your Choice»

29 Sep

Wir alle haben es geahnt, fühlen es, spüren es, schmecken es, müssen es hilflos mitansehen – und in die Tonne treten: Der Gesellschaft fällt es immer schwerer, vernünftige Entscheidungen zu treffen – wenn überhaupt. Aber das muß nicht sein. Mit diesem sich ständig selbst neu erfindenden Farbbarometer können nun geschmachssicher Farbinnenräume neu bestimmt, die Farbe der Krawatte festgelegt, der Goldfisch im Glas getröstet, das Matterhorn eingerüstet sowie der Vitamingehalt des Essens bedarfsgerecht vorgegeben werden. Der Hersteller: Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis sich unser neuer Farbbarometer in jedem deutschen Haushalt nützlich machen wird.

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Der Kabarettist Chin Meyer erklärt das Prinzip der Finanzspekulationen

7 Sep

Der Kabarettist Chin Meyer erklärt uns in einer Wahnsinnsanalogie das Prinzip bankengestützter Finanzspekulationen. Irre!

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Maybe Art Critics Got Their Rhetorical Techniques From This Guy…

1 Aug

The real story behind this clip (YouTube Channel reelthing): «Several years ago, Rockwell International decided to get into the heavy duty transmission business. We were getting ready to tape our first introduction video, as a warm up, the professional narrator began what has become a legend within the trucking industry. This man should have won an academy for his stellar performance. Now remember this is strictly off the cuff, nothing is written down, this became the biggest talk in the industry, vs our new product which we were introducing. I think you will enjoy this once in a lifetime performance from this gentleman.»

Whatever it is, this once in a lifetime performance is definitively a once in a lifetime performance of a highly skilled salesman.

via: Neatorama

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Geschichtlicher Hintergrund des «Planking»

9 Jun

History of Planking

Das in letzter Zeit wieder schwer ins Licht und das Bewußtseins der Öffentlichkeit gerückte «Planking» (Meerschweinchenreport berichtete hier), geht auf eine Lebensphiolosophie zurück, die ihre Wurzeln zu Zeiten der französischen Revolution erstmals schlug. Damals ging es ebenfalls darum, sich langgestreckt, mit angelegten Armen und Gesicht nach unten an einer möglichst ungewöhnlichen Location fotografieren zu lassen.

Allerdings hatte es sich noch nicht genügend herumgesprochen, daß die Fotografie noch gar nicht erfunden ward, weshalb es im 18. Jahrhundert üblich war, die Planking-Prozedur nicht zu überleben, weil sich der bestellte Fotograf über Jahrzehnte hinweg verspätete. Die mit diesem Ereignis verbundene häufigste Todesursache war entweder der Hirn- bzw. Hungertod, oder schlicht überbordende Langeweile.

Vor diesem Hintergrund etablierte sich recht schnell ein Derivat dieses Trends: das sogenannte «Wett-Planking» (siehe Bild oben). Hierbei «plankten» gleich mehrere «Planker» um die Wette, warteten darauf, daß der jeweils andere als erster nebst Geduld den Kopf verlor – und aufgab.

Beispielhaft und geschichtemachend war das Wettplanken der beiden «Jakobiner-Titanen» und Wohlfahrtsexperten Georges Danton (links im Bild) und Maximilien de Robespierre (rechts im Bild). Danton verlor seinen Kopf am 5. April 1794, Robbespierre jedoch erst einige Monate später, nämlich am 28. Juli 1794, wobei Letzgenannter es sich nicht nehmen ließ, die Prozedur seines Kopfverlustes mit heftigem und selbstgemachtem Siegesgebrüll standesgemäß zu begleiten.

Dem bis vor kurzem aktiv im australischen Brisbane wohnende 20-jährige Acton Beale waren die bisherigen Neo-Planking-Bemühungen offensichtlich zu weit von der «Originalvorlage» entfernt, was ihn dazu veranlasste, sich und seinen betrunken Körper auf das Geländer eines Balkons im siebten Stock zu wuchten, um sich dort in besagter Plankerpose ablichten zu lassen. Hier verspätete sich zwar nicht der Fotograf, wohl aber des Australiers Auffassungs- und Beurteilungsvermögen, was irgendwie zwangsläufig zu Beales unfreiwilligen Kurzflugbemühungen führte…

via: Babies, Booze & Boobs

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Olaf Leu zieht vor handverlesenem Publikum im Design Center Stuttgart den zweiten Teil seiner «Bilanz»

30 May

Screenshot DDC.de – Alle Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!

Über Olaf Leus ersten Teil seiner «Bilanz» schreibt Prof. Dr. Klaus Klemp, Ausstellungsleiter Museum für angewandte Kunst in Frankfurt am Main: «Authentizität scheint zum neuen Modewort des Designs zu werden. In der Biografie von Olaf Leu findet man allerdings keinen modischen, sondern einen wahrlich authentischen Gestalter wieder, der vor allem kenntnisreich vermittelt, dass Design weniger ein Kunststück, sondern vielmehr ein komplexer Prozess ist, der gesteuert sein will. Und darin war Olaf Leu immer ein ebenso bravouröser und brillanter wie auch in jeder Hinsicht effektiver Dirigent.»

Und Rudolf Paulus Gorbach, Vorsitzender der Typographischen Gesellschaft München von 1996 bis 2007, schreibt: «Olaf Leus überaus vielseitige Tätigkeit, seine Arbeit als Gestalter, Lehrer und Autor führte zu seinem hohen Ansehen, nicht nur in unserer Branche. Meine und die späteren Generationen profitieren von seinen Themen und Projekten noch heute, hatte Leu den tdc und den adc of New York doch nach Deutschland gebracht und damit die amerikanische Gestaltung und Typografie nach Deutschland vermittelt. Beispiele dafür sind die wunderbaren Broschüren und Drucksachen für die Druckfarbenfabrik Gebr. Schmidt. Dass man einmal so schön werben durfte! Mit großem Interesse und Vergnügen habe ich den ersten Band seiner ›Bilanz‹ gelesen, die nicht zuletzt auch für ein außergewöhnliches Stück Typografiegeschichte steht. Und schließlich durfte auch die ›tgm‹ erheblich an Olaf Leus Typografie-Leben teilhaben.»

Olaf Leu beschreibt in seinem zweiten Bilanz-Teil seine prägenden Stationen als Packungs- und Kalender-Gestalter, als Weltenbummler in Sachen Design, als Typograf und Schriftenentwickler, als Corporate-Designer, als Design-Juror, als Design-Consultant, als Designer-Kollege, als Design-Lehrer; lebensnah, lehrreich, unterhaltsam, zuweilen launig – und sehr persönlich erzählt. Auch Kollegen kommen zu Wort. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß, wie und warum Olaf Leu wurde, was er (bis heute) ist: Eine Designlegende, die sich einmischt, gerne auch mal provoziert, die Qualität des Ergebnisses immer konsequent im Auge behält und dabei keine Kompromisse macht, kurzum – Vorbild für eine Gestaltergeneration, die sich mehr denn je über Pixel denn über Kommunikation zu definieren scheint.

Und mit dieser Designlegende saß ich also kürzlich zusammen in einem fortschrittlichen Automobil, um mit Zwischenstop in Frankfurt am Main in Richtung Design Center Stuttgart zu fahren. Zunächst trafen wir an einer Tankstelle zufälligerweise Prof. Volker Liesfeld und danach auf Anne Deile und DDC-Vorstandsmitglied Peter Zizka im Hause Heine/Lenz/Zizka. Anschließend ging’s gemeinsam in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Zuvor beschenkte mich Peter Zizka noch mit diesem Buch, das ich nach Lektüre hier noch rezensieren werde.

Olaf Leu wünscht sich etwas mehr natürliches Leselicht, das mit viel Fingerspitzengefühl von oben durch die Decke dringen möge.

Peter Zizka kommt dieser Bitte gerne nach und öffnet behutsam die Tageslichtluke des Heine/Lenz/Zizka-Tageslichtdesignstudios.

Na bitte! Nun konkurrieren sowohl Plastikflaschenschraubverschluß als auch Krawatte vorbildlich um die Aufmerksamkeit des Betrachters – ein ergiebiges, visuelles Streitgespräch zweier wichtiger Gebrauchsgegenstände beginnt, wobei der Schlips den eindeutig besseren Platz an der Sonne für sich zu verbuchen weiß. Klarer Punktesieg. Nebenbei ist nun ebenfalls genügend Leselicht eingetroffen! Einer gesunden Vorbereitung auf den anstehenden Leseabend steht nun nichts mehr im Wege.

Während der Fahrt haben wir genügend Zeit, um die richtig wichtigen Fragen des Lebens eingehend zu erörtern, die sich nach abschließender Bearbeitung vorbildlich verpackt bequem schultern lassen.

Peter Zizka und Prof. Olaf Leu werden durch das Design Center Stuttgart auf dem Parkplatz freundlicher in Empfang genommen.

Olaf Leus «Bilanz»-Exemplare genießen auf dem Weg zum Aufzug umfangreichen Personenschutz durch die Design-Engel des Design Center Stuttgart.

Erster Stock.

Noch vor der eigentlichen Lesung werden erste Gespräche mit Designinteressierten geführt.

Sogar die Unterseiten der Treppenstufen zum Leseraum geben Auskunft über die Themenvielfalt der Bibliothek des Design Center Stuttgart.

Die Stimmung ist hervorragend.

Die Lesung beginnt, und die Bilder sprechen für sich:

Begleitet von regem Applaus erklärt Olaf Leu seine Bilanzierung für beendet.

An der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen, von rechts nach links, teil: Jochen Rädeker, Geschäftsführer Agentur strichpunkt sowie Vorstandssprecher ADC; Conny Winter (ADC und BFF), Fotograf; Prof. Olaf Leu, Ehrenmitglied DDC; Peter Zizka Heine/Lenz/Zizka sowie DDC-Vorstandsmitglied in seiner Eigenschaft als Moderator der Podiumsdiskussion.

Nach der Podiumsdiskussion herrscht reges Treiben an der «Bilanz-Tränke». Jeder möchte sein persönliches Exemplar von Olaf Leu signiert bekommen.

Das Signieren nimmt kein Ende: Peter Zizka, Christiane Nicolaus, Conny Winter, Jochen Rädeker und Prof. Olaf Leu.

Ah! Da kommt mein persönliches Exemplar. Sehr gut!

Ausgezeichnete Stimmung bis zum Schluß: Peter Zizka, Jochen Rädeker, Christiane Nicolaus, Anne Deile, Olaf Leu.

Was soll ich abschließend sagen? Olaf Leus zweiteilige «Bilanz» ist das Standardwerk für jeden, der sich für konzeptionelle Gestaltung in seiner disziplinierten Form interessiert. Wer es nicht liest, braucht sich deshalb auch nicht zu wundern, daß ihm entscheidende Informationen für ein wirkungsvolles Designverständnis vorenthalten bleiben. Und ganz nebenbei: Zwischen den Zeilen stehen ebenfalls dick und fett jede Menge Empfehlungen, wie man eine erfolgreiche Akquise betreibt. Ach ja, und was ich mich angesichts des unglaublich umfangreichen Tätigkeits- und Bilanzberichtes von Olaf Leu frage: «Gibt es etwa einen Weg, zwanzig Jahre lang erfolgreich das Schlafen zu vermeiden?» Falls ja, so möge er darüber bitte unbedingt in seinem dritten Teil referieren!

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Phax Poldth: «Romananfangsfragmente und andere Unzulänglichkeiten»

30 May

Bildquelle: Miki gefangen im Netz

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Früher, ja früher, da war er ein angesehener Schriftsteller. Man bewunderte ihn für seinen intellektuell lasziv-dandyesken Schreibstil, der beim Leser den Eindruck erweckte, als mangele es ihm, dem großen Schreibergeist, einfach an gar nichts. Er leistete sich den Luxus, Kaffee mit Salz und Zimt zu würzen – und dieses Konsumverhalten seinen Gegnern, quatsch, Lesern zu empfehlen. Doch seit geraumer Zeit zittern ihm die Finger, leidet er an einer Schreibsperre, kommt er über das Verfassen fragmentarischer Textfetzen nicht mehr hinaus, verbringt er viel zu viel Zeit im Zwischennetz und verbeißt sich in selbstgerechter Manier gnadenlos in Spiegelfechtereien mit einem «bösen» Geist, der ihn eigentlich nur mal hin und wieder freundlich grüßen wollte. Er stumpft emotional ab, ist immer seltener er selbst. Inzwischen von der fixen Idee beseelt, den Auftrag zur Weltrettung erhalten zu haben, geht er kaum noch vor die Tür. Sogar seine Comictextideen nehmen Schaden. Drogen? Das an der Unbeschwertheit nagende Älterwerden? Nein, intellektuelle Verblendung. Schade um das bewährte Phaxgerät.

Er steckte seinen Schlüssel ins Schloß, drehte ihn entschlossenen Geistes um – und dachte dabei an einen Elefanten, der unter der von seiner Großmutter gehäkelten Tagesbettdecke «La mer» von Charles Trenet trompeten konnte. Das Leben könnte ganz schön schön sein. Man müsste es nur wollen!

Das Leben ist ein großer Kindergarten.

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Ihre Aufgabe fürs Wochenende!

28 May

Durchstreifen Sie das Netz. Suchen Sie Bilder, die Menschen bei der Übergabe von überdimensionierten Scheckformularen zeigen. Legen Sie mit diesen Bildern einen Blog an. Für dieses Vorhaben eignet sich am besten ein Tumblr-Blog. Lassen Sie sich einen schicken Namen für Ihr Blog einfallen. Zum Beispiel «Scheck, Schleck, Keck!», oder so. There you go. Sie jetzt Mitglied in einer starken Gemeinschaft. Herzlichen Glückwunsch!

Photo via: Badische Zeitung

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1. Entscheidertreffen im Wiesbadener Kurhaus

15 May

Es gibt so Tage mitten in der Woche (Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, kennen das sicherlich auch), da fragt man sich während des langsam in Richtung Sonnenuntergang schreitenden und überaus wohlgeratenen Nachmittages, womit man sich zur Abwechslung mal so richtig und entspannt belohnen könnte, kramt dabei ein wenig geistesverloren in der Jackentasche herum – und wird in Sachen Fragebeantwortung urplötzlich fündig: Ha! «1. Entscheidertreffen im Wiesbadener Kurhaus». Stimmt, jetzt fällt es mir auch wieder ein.

Die gesamte Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen ist im wesentlichen davon abhängig, welche Entscheidungen er im Laufe seines Lebens trifft. Die Frage «Soll ich zunächst eine der kleinen roten Tomaten verinnerlichen, oder mich eher dem Lachs (oben nicht im Bild) zuwenden?» läßt den Rückschluß zu, daß der sich so Selbstfragende keinerlei Interessen am Umweltschutz hegt und pflegt, weil er sich gegen die Alternative «Rinderfilet» stellt und somit von der Möglichkeit, auf gut gebratenem Wege einen lästigen C02-Produzenten genußvoll von unserer Erdkruste zu entfernen, partout keinen Gebrauch machen will.

Wir lernen: Manch’ eine Entscheidung mag von uns selbst für gut befunden werden, ist jedoch geeignet, in ihrer Außenwirkung für Mißverständnisse zu sorgen.

Wäre unser Lachsgenüßling zudem als Protagonist in einem Stück von Henrik Ibsen unterwegs, so könnte es gut sein, daß ihm, nur weil er den Lachsverzehr in der Öffentlichkeit als etwas Erstrebenswertes dargestellt hatte, von wutentbrannten Umweltaktivisten die Fensterscheiben seines Hauses eingeworfen werden. Und das alles nur, weil er nicht so gerne Rindfleisch ist.

Wir lernen: Entscheider zu sein, ist keine beneidenswerte Position. Deshalb ist es um so wichtiger, Entscheidertreffen zu veranstalten, im Rahmen derer die besonderen Begleitumstände und den daraus resultierenden Folgen, mit denen eine Entscheidungsfindung für gewöhnlich behaftet ist, zu erörtern. Geladen waren hochrangige Lehrkörper hessischer Hochschulen. Neben Speisen und Getränken wurden auch Kugelschreiber jeweils mit eingearbeitetem Laserpointer gereicht.

Wer mit einem gelben Regenschirm lässig im eingewinkelten Unterarm eingeklinkt vor den Toren des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden konzentriert im Programmheft blättert, hat seine Entscheidung, eine Vorstellung der Internationalen Maifestspiele zu besuchen, längst getroffen. Hier muß nichts mehr hinterfragt werden.

Hat man seine Entscheidung zu Gunsten des 1. Entscheidertreffen im Wiesbadener Kurhauses erst einmal getroffen, so mag man nicht glauben, es gäbe während des Exekutionsprozesses keinerlei Irritationen und Versuchungen, mit denen man konfrontiert wird. Hier flüstert mir beispielsweise auf meinem Weg zum Kurhaus der rote Teppich des Hessischen Staatstheaters zu: «Willst, feiner Knabe, du mit mir geh’n?» Klares «Nein».

Meine erste Begegnung mit Feinkost Käfer war Mitte der 1980er als der fünfzigste Geburtstag eines erfolgreichen Unternehmers im Römersaal des Mittelrheinischen Landesmuseums in Mainz gefeiert wurde. Im Innenhof stand ein riesiges Zelt und darunter wurde für knapp 500 geladene Gäste alles zubereitet. Im Morgengrauen knatterte ich mit meiner Ente über die Theodor-Heuss-Brücke wieder gen Wiesbaden. Es war ein rauschendes Fest – und das Essen schmeckte hervorragend! Seit mehr als zwanzig Jahren betreut Gerd Käfer die Gastronomie im Wiesbadener Kurhaus. Von den Verantwortlichen eine sehr gute Entscheidung, ihn dort in aller Nachhaltigkeit wirken zu lassen.

Der Präsident der Hochschule RheinMain, Prof. Dr. Detlev Reymann (Bildmitte), im Gespräch mit Martin Michel, Geschäftsführer Wiesbaden Marketing GmbH.

Mit dem Rücken zur Kamera, von links nach rechts: Kurdirektor und Betriebsleiter der Kurbetriebe Wiesbaden Henning Wossidlo, Senior-Projektmanagerin Karin Otto sowie (nicht mit Rücken zur Kamera, dafür ganz rechts im Bild) Prof. Christine Wagner von der Hochschule Rhein Main.

Hat man erst einmal für sich die Entscheidung getroffen, ein Blogger zu sein, so ist es von Bedeutung, bereits etablierte Vorgehensweisen anderer Blogger unhinterfragt in das eigene Verhaltensportfolio zu integrieren: Zum Beispiel das Fotografieren und Publizieren von Speisen, die einem kredenzt werden. Vorteil: Der Geschmack bleibt länger im Gedächtnis.

Von welcher Qualität die musikalische Begleitung des Abends war, sollte man allein dem Foto entnehmen können. Leider ist mir der Name der Pianistin entfallen, bin mir aber sicher, ihn von der Kurhausverwaltung noch nachgereicht zu bekommen.

Kurdirektor Henning Wossidlo kündigt den Vortrag «Entscheidungs- und Konfliktmanagement» von Referent Markus Merk an.

Ein bekanntes Bild, das sich einem immer dann bietet, wenn es darum geht, einem Vortrag aufmerksam beizuwohnen.

Referent Markus Merk war erst Zahnarzt, dann international erfolgreicher Schiedsrichter und ist nun mit seinem Vortrag «Entscheidungs- und Konfliktmanagement» auch in eigener Sache unterwegs, denn er sagt: «Ich bin eine Marke. Die Marke Merk.» Es war ein abwechslungs- und pointenreicher Vortrag, der uns aufzeigte, daß die Beschreibung von Konfliktsituationen auf dem Spielfeld, die vom Schiedsrichter Entscheidungsstärke verlangen, denen im Berufs- und Alltagsleben stark ähneln. Interessant auch seine Analyse, auf welch unterschiedliche Arten die Top-Spieler zu seiner aktiven Zeit mit ihm kommunizierten. Alles in allem ein Vortrag, den man sich entsprechend großen Detailreichtums mehr als einmal anhören sollte.

Lange haben wir in der Redaktionssitzung darüber diskutiert, ob man ein solches Foto zeigen darf, wo die Privatsphäre aufhört, wo das öffentliche Interesse anfängt – und zu welcher Zeit beide Instanzen gerade im Urlaub sind. Wir haben es uns nicht leicht gemacht, stellten im Redaktionskonferenzraum einen Garderobenspiegel nach dem anderen auf, um so viele Meinungen wie irgend möglich zu diesem brisanten Thema zu generieren. Letztlich fiel die Abstimmung einstimmig aus: Wir dürfen uns dem Fortschritt nicht verweigern.

Aber worum geht es eigentlich? Um Fantomas? Den blauen Dunst im praktischen Humanformat? Eine neue Technik, um sich langfristig krankschreiben zu lassen? Nein, bei der neuartigen Zehnfingerenergieübertragungstechnik entsteht im näheren Umfeld für den Bruchteil einer millionstel Sekunde ein Spannungsfeld, das besonders kreative Forscher und Hochschulprofessoren blau anlaufen läßt. Für das menschliche Auge ist dieser Prozeß nicht sichtbar. Ein interessantes Verfahren zur Qualitätssicherung, das sich noch in der Erprobungsphase befindet.

Gruppenbild mit Dame, und von links nach rechts: Prof. Lothar Bertrams (HSRM), Ex-Schiedsrichter und Referent Markus Merk, Prof. Christine Wagner (HSRM), Prof. Rüdiger Pichler (HSRM) und Prof. apl. Dr. Gerd Lautner (TU Darmstadt).

Es war eine rundum gelungene Abendveranstaltung im Wiesbadener Kurhaus. Einziger Wermutstropfen: Durch die vielen Gespräche, die sich im Anschluß an den Vortrag von Markus Merk auf der Kurparkterrasse vollzogen, kam ich bedauerlicherweise nicht mehr dazu, von jeder einzelnen Dessertspezialität zu kosten. Hier könnte ein formschönes Wegzehrungsthermoschächtelchen mit eingeprägtem Kurhausemblem Abhilfe leisten, das zudem mit einer kleinen Pfeife ausgestattet ist, um nach Verlassen des Hauses vor der Drehtür stilvoll das Taxi herbeizupfeifen.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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McDonald’s muß für seine Vorstände in Deutschland Sozialabgaben abführen

15 Jan

Gesundheitscheck in einer McDonald’s-Filiale

Kassel – Die Vorstände der US-Fastfoodkette McDonald’s in Deutschland sind hierzulande sozialversicherungspflichtig. Vorstände der deutschen Zweigniederlassung einer US-Kapitalgesellschaft könnten sich nicht auf die Ausnahmeklausel für deutsche Aktiengesellschaften berufen, entschied heute das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Als Konsequenz muss McDonald’s für jedes der fünf Vorstandsmitglieder jährlich gut 15.000 Euro an die Renten- und Arbeitslosenversicherung abführen. (Az.: B 12 KR 17/09 R)

Weiterlesen: Deutsches Ärzteblatt

Stabilo Ad

4 Jan

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Die Anzeige sagt:
«Nach Vertragsabschluß mußte sich Josephine Ackermann, CEO bei Spreadfoods & Sons, erst einmal im Freien ordentlich Luft verschaffen, wo sie jedoch umgehend unter dem Verdacht, sich der illegalen Straßenkünstlerei verschrieben zu haben, von der Polizei verhaftet wurde.» – «Haben auch Sie sich verschrieben? Unser Tintenkiller hilft Ihnen gerne aus der Klemme!»

Josephine Ackermann leitet einen bekannten amerikanischen Lebensmittelkonzern. Außerdem ist sie leidenschaftliche Feministin.

Von Mäusen und Lobstern, Fotografen und Parties.

23 Dec

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Bildunterschrift mit Didaktikteil I: Um Aufnahmen mit dem gewissen Etwas zu erhalten, ist es unumgänglich zunächst auf die dem Shooting beiwohnenden Moderedakteure, das Modell und natürlich auch auf sich selbst einen latent unbeholfenen Eindruck zu machen. Verwenden Sie beispielsweise ein Teleobjektiv in einem Nahbereich (siehe Foto), der es Ihnen verunmöglicht, technisch scharfe Bilder zu erzeugen. Sagen Sie euphorisch: Retrolook sowie Out of Focus sind derzeit der letzte Schrei. Dann schreien Sie so laut Sie nur können. Herzlichen Glückwunsch: Vom unausgesprochenen Vorwurf, in Starallüren zu baden, haben Sie sich gerade erfolgreich befreit. Die Studioatmosphäre ist auf dem Siede- und Höhepunkt, der Rest ein Kinderspiel.

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***+Teil 1+***

Dschungelcocktail auf den Toiletten einer 747

Fotograf zu sein ist schon was Feines. Der Ruf Desperado der Presseempfänge, Liebhaber von Sonnenuntergängen oder notorischer Beischlafbeglücker von mindestens zwei Models gleichzeitig zu sein, eilt ihm voraus wie der Blitz dem Donner. Darüber hinaus machen ihn seine Weltreiseerfahrungen, seine Menschenkenntnis sowie seine endlos lange Liste von bereits fotografierten Eiffeltürmen zur beliebten Anlaufstation, um sich mit ihm bei einem Glas Dschungelcocktail über die unmöglichen Lebensbedingungen auf den Toiletten einer 747 zu unterhalten. Ist es da nicht reizvoll, sich so einen Paradiesvogel mal auf eine Party zu holen? Und ganz im Vertrauen: die kaputte Instamatic, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegt, kann er ja nebenbei gleich mitreparieren, schließlich ist er ja Fachmann.

Windmühle in Öl

Steht der Fotograf dann schüchtern im Türrahmen, irgendwie nicht so, wie Sie ihn sich eigentlich vorgestellt hatten, dann bereiten Sie ihm eine endlos große Freude, wenn Sie die Rolle unter seinem Arm an sich reißen, mit dem Bild freudestrahlend zu Ihren Gästen rennen und brüllen: »Seht mal! Seht mal! Das hat er selbst gemacht! Das hat er selbst gemacht!« und es anschließend sofort mit Reißzwecken auf Ihrer Schlafzimmerblümchentapete, direkt am Kopfende neben einer Windmühle in Öl, befestigen. Dann wird er vor Glück strahlen, denn er weiß, sein Foto ist gut angekommen.

Champagner, Lobster und Baummaden

Hat er dann endlich Platz genommen, umgeben von Ihnen und all den anderen süßen Mäusen, in der einen Hand ein Glas Champagner, in der anderen einen Lobster – Fotografen trinken und essen ausschließlich Champagner und Lobster, es sei denn, sie müssen sich im Urwald gerade von Baummaden ernähren –, dann fallen Sie ihm am besten gleich um den Hals und fragen mal so ganz dezent an, ob er nicht noch ein paar Models braucht. Sagen Sie ihm auch, daß Sie schon immer einmal mit einem Toaster in der Hand in die Kamera grinsen wollten, es ist ein alter Jugendtraum von Ihnen, sagen Sie ihm das. Das macht bestimmt Eindruck!

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Bildunterschrift mit Didaktikteil II: Eine gesunde Portion Dilettantismus verbreiten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Kamera mitten in der Fotosession so anschauen, als käme sie direkt vom Mars. Zuvor bitten Sie Ihren Assistenten während eines unbeobachteten Augenblicks, zeitgleich die selbe Show mit dem Blitzbelichtungsmesser (auf dem Foto das Gerät mit dem weißen Knopf) zu veranstalten. Damit aktivieren Sie die Helfersyndromfunktion im Kopf Ihres Modells, das – nach Möglichkeit – ein bißchen wie Lady Diana Spencer (war damals in den 1980ern sowie 1990ern quasi Pflicht) aussehen sollte.

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***+Teil 2+***

Helmut Newton, Christian Lacroix und eine parfümierte Hutfeder

Sie haben jetzt eine solide Gesprächsatmosphäre geschaffen, in der Sie Ihre Fotoalben auspacken und ihm auf den Schoß legen können, mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß er jetzt nicht mehr weglaufen kann. Denken Sie bitte unbedingt daran, auch ein paar Alben Ihrer Groß- und Urgroßmutter beizufügen, denn das erleichtert dem Fotografen festzustellen, ob das Talent zum Model in der Familie liegt. Während er sich dann von spaghettiverschmierten Kindergesichtern über krebsrote Haut auf weißem Sand – das erinnert ihn an seinen Lobster, den er im Moment nicht weiterssen kann – bis hin zu Panoramen von Gebirge, Meer und Wüste durcharbeitet, sollten Sie in einem Anflug von geistiger Genialität darüber reflektieren, daß Sie Modefotografie wahnsinnig geil finden und Helmut Newton natürlich auch und daß Sie einen seiner Assis fast ins Bett bekommen hätten, wenn diese blöde Privatsekretärin von Christian Lacroix nicht so raffiniert mit ihrer parfümierten Hutfeder direkt unter seinen Nasenlöchern rumgespielt hätte. Dabei bitte elegant eines Ihrer unvergleichlich schönen, netzstrumpfbehosten Beine – welche voguelesende Partysmalltalkdame hat keine unvergleichlich schöne, netzstrumpfbehoste Beine? – vom Lackschuh befreien und ihm damit zwischen dieselbigen gehen, aufdaß der Champagner schäume. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Chance vielleicht doch noch zur Toaster-Miss-Piggy-des-Jahres gewählt zu werden. Sollte der Champagner allerdings nicht schäumen, auch nicht des Lobsters Scheren klappern, dann, so fürchte ich, haben Sie etwas falsch gemacht. Aber was denn nur?

Fishing for Delle im Halsfleisch

Nur nicht aufgeben! Ein letzter Versuch: Fishing For Compliments! Setzen Sie sich ein Messer an die Kehle, verkünden sie den Selbstmord, weil Sie so völlig unfotogen sind, ihre Haare nie richtig liegen und Sie deshalb hier niemand so richtig beachtet. Drücken Sie das Messer jetzt fester, sagen wir, bis eine starke Delle im Halsfleisch entsteht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Also, nur mal angenommen, Sie sind so schätzungsweise einhundertzwanzig Jahre alt und Ihr Gesicht sieht wirklich danach aus, als hielten die Grand Canyons just und exakt an diesem Ort ihr Weltjahrestreffen ab, dann sollten Sie sich reiflich überlegen, ob nicht der ideale Zeitpunkt für einen taktvollen und gepflegten Abgang gekommen ist…

Tangoschritt und Filzpantoffeln

Aber wirklich passieren wird nichts, Sie wissen das. Der Fotograf wird fassungslos die Alben quer durch den Raum werfen, entsetzt aufspringen, Ihnen das Messer entreißen, Sie in den Tangoschritt zwingen und sagen: »Lady, Sie sind mit Abstand die schönste, attraktivste und begehrenswerteste Dame, die ich in meinem Leben je kennengelernt habe! Ich möchte Sie heiraten, ein Haus bauen, Filzpantoffeln tragen und mindestens fünf Kinder von Ihnen haben.« Und Sie werden es glauben, Sie müssen es glauben. Und nachdem der Fotograf Ihnen Ohr und Geist so lieblich vollgeflüstert hat, nur damit der Gastgeber nicht auch noch seinen Teppich reinigen lassen muß, er sich so gerne mal mit dem Arzt unterhalten möchte, der für ihn freundlicherweise die Wiederbelebungsversuche an der Instamatic übernahm, wird er Sie an die Hand nehmen, auf die Toilette zerren, mit der Gold-Credit-Card ein geheimnisvolles, weißes Pülverchen auf dem Klodeckel zerstoßen, zwei feine, saubere Linien legen, Ihnen ein zum Röhrchen gedrehten Tausender in die Hand drücken, verwegen grinsen und fragen: »Baby! Do you wanna take off?«

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Dieser Text wurde erstmals vor Unzeiten, also irgendwann zwischen 1986 und 1990 in der damals noch erscheinenden Fachzeitschrift foto scene veröffentlicht.

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HSRM: Blow-up Your Experience

16 Dec

Es gehört schon lange zum guten Ton, ist fester Bestandteil der akademischen Ausbildung an der HSRM, ist darüber hinaus Tradition: Studenten des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Hochschule RheinMain legen Zeugnis von ihrem sechsmontatigen Praktikum in einer möglichst angesehenen Kommunikations- oder Werbeagentur in Form eines Plakates ab: Umfangreich Erlebtes, dargeboten als inhaltliche Kompressionsnahrung im Blow-up-Format, und das alles im Rahmen einer schönen Ausstellung. Erfahrene Juroren jurieren – und Euer Hamster war zur Abwechslung mal wieder mit von der Partie. Außerdem gehörten der Jury Mathias Henkel, Text CD Saatchi & Saatchi (im Schnee stecken geblieben); Jochen Kürschner, Geschäftsbereichsleiter Leifheit AG (im Schnee stecken geblieben); sowie Prof. Rüdiger Pichler (anwesend) an. Trotz des insgesamt hohen Niveaus waren die drei Siegerarbeiten schnell ermittelt. Alle drei Beiträge verfügen über ein gemeinsames Merkmal, was auf eine bestimmte identische Grundhaltung bei ihren Urhebern schließen läßt. Dazu Prof. Rüdiger Pichler: »Die Regeln gekonnter Plakatkommunikation wurden sämtlichst mißachtet – und sind deshalb so überzeugend, weil sie gekonnt mißachtet wurden.«

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Alexeij Dobschinskij kommuniziert nach dem Prinzip »Verwirrung ist die Basis der Verführung« und löst inhaltlich mit dem Angebot, »in der Stimme von Bruce Willis zu lesen« auf. Christina Mendach, Personalabteilung von Saatchi & Saatchi, wird es freuen, denn einen Bruce Willis hatte sie bisher mit Sicherheit noch nicht in der Mangel. Plakat zur Vergrößerung bitte anklicken.

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Peer Wierzbitzki war bei Ogilvy & Mather; die formale Einhaltung der knallroten Ogilvy-CI auf seinem Plakatentwurf zeugt davon. Aber dann: Typographie klitzeklein. Die Neugier wird eingeladen zu forschen. Ergebnis: In der Mitte des Posters sehen wir die faksimilierte Wiedergabe einer zerknautschten Jean-Remy-von-Matt-Visitenkarte, denn der war ja auch mal Texter im Hause O&M. Dazu die Kernaussage: »Große Karrieren haben einen Anfang«. Plakat zur Vergrößerung bitte anklicken.

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Und dann liefert Christian Urbanski (ebenfalls Saatchi & Saatchi), der sich während des Rundgangs auch für das im Kommunikationsdesigntrakt ausliegende und excellent gemachte Linotype-Magazin No. 7, das die überarbeitete Times Modern von Luke Prowse zum Gegenstand hat, begeistern konnte, eine unter, quatsch, überirdische Arbeit ab. Kernaussage: »Manchmal ist es weit bis zur großen Idee.« Eine dreidimensionale Kommunikationsmaßnahme mit ziemlich viel Papierkorb. Und wie weit und wie schwierig es ist, eine große Idee zu produzieren, verdeutlicht Christian Urbanski konsequenterweise ebenfalls mit der an den Verfasser dieser Zeilen übersandten JPG-Datei, die unschärfer kaum hätte sein können. So erarbeitet man sich entspannt den 1. Preis und bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Herzlichen Glückwunsch!

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So, und eigentlich wäre Euer Hamster mit der Berichterstattung jetzt fertig, hätte er da nicht noch einen Satz fürsorglich zu verabreichender Ohrfeigen an einen Studenten zu vergeben, dessen Name in seinem ureigensten Interesse hier nicht genannt werden soll. Er absolvierte sein Praktikum in Berlin bei DDB. Dieses verlief wohl nicht ganz so, wie sich das unser Praktikant ursprünglich vorgestellt hatte. Zudem geriet er in ein Zeitfenster, in dem er mitansehen mußte, wie einigen Werbern bei DDB in Berlin die Zusammenarbeit aufgekündigt wurde. Völlig willkürlich – aus der Sicht unseres noch Lernenden. Das ist natürlich alles obergrausamst. Fürwahr.

Nun, seinem Team sei gekündigt worden, aber er, er sei tapfer bis zum bitteren Ende geblieben. Dann verwandte er noch Formulierungen wie beispielsweise »Werbehitler«. Die mit dieser unmißverständlichen Bezeichnung bezeichnete Person sei hier namentlich ebenfalls nicht genannt, obwohl nun jeder halbwegs gut Informierte weiß, um wen es sich handelt. Und das ist bereits einer der springenden Punkte: Man kann nicht im vollen Bewußtsein, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein, sich später, wenn sich der Teufel dann tatsächlich als ein solcher zu erkennen gibt, darüber beklagen, daß der Vertragspartner ein Teufel sei. That doesn’t make sense, does it? Das Geschäftsgebaren besagten »Werbehitlers« ist übrigens allseits bekannt. Basiswissen, über das ein Student der Kommunikationswissenschaften an einer solch’ ausgezeichneten Hochschule im 8. Semester zwingend verfügen sollte.

Und das Grundsätzliche: Wenn jemand so jammert und jault und nachtritt, nur weil ihm der Weihnachtsmann vorübergehend mal ein kleines Mürbeteigplätzchen weggenommen hat; also, was soll man eigentlich von so jemandem erwarten, wenn ihn das Schicksal mal so richtig in die Zange nehmen sollte? Was? Nichts.

Allerdings steckt unser Protagonist noch in der Ausbildung, und so soll ihm eine wichtige Lebensregel, wie sie einst Andy Warhol für sich selbst formulierte, mit auf den steinigen Lebensweg gegeben werden, aufdaß ihm emotionale Gesundung widerfahre: »Wenn Du glaubst, daß sich alles gegen Dich verschworen hat, daß Du weder ein noch aus weißt, dann sollst Du Dich niemals beklagen, sondern Dich der Annahme hingeben, daß es offensichtlich sehr viele Menschen gibt, die Dir extra ein Drehbuch auf den Leib schneidern, um Dir das Leben zur Hölle zu machen. Freue Dich, daß Du in einem Film die Hauptrolle spielen darfst, der eigens nur für Dich gedreht wird. Ein größeres Kompliment kann man Dir gar nicht machen. Du bist ein Star – und wirst es noch weit bringen.«

Hugh MacLeod once said:

8 Dec

By the way: Hugh MacLeod died 1879 in his office at the age of 36. However, it is not reported if he bye-byed himself in boredom or loneliness.

Helden in Handschellen

27 Nov

via: Chillout Point

Whatever you’ve got to say, say it!

25 Nov