Archive | Mit viel Liebe und Inbrunst verabreichte Ohrfeigen RSS feed for this section

Sat 1!

20 May

In Deiner gestrigen Fußballliveübertragung vom Championsleaguefinale zwischen dem 1. FC Bayern München und dem 1. FC Chelsea hattest Du einen höchst seltsamen, hinreichend unqualifizierten und ausdauernd blöden Fußballmoderatoren am Start, der dank Deinerselbst seine verkorksten Klassenkampf- und -feindattitüden ungehindert via Mikrophon ausleben und weiterverbreiten durfte: «Ja, Herr Abramowitsch, Erfolg kann man eben nicht kaufen!», so schwadronierte er dumpfbackengegärt bei einem Spielstand von 1:0 für den 1. FC Bayern nur wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit in Richtung Reichtum einerseits und deutschem Neidhammeltum andererseits.

Deinem Mann fürs Ghettogrobe scheinen die Morddrohungen, denen sich ein Dietmar Hopp über einen längeren Zeitraum ausgesetzt sah, wohl nicht auszureichen, wie? Ist Dir, Sat 1, in dieser Sache bisher zu wenig Blut geflossen? Willst Du diese «Angelegenheit» deshalb jetzt forcieren?

So sei Dir, Sat 1, samt Deinem geistig minderbemittelten Helfershelfer ein bißchen was in Heft geschrieben: 1: In keiner anderen Fußballliga auf der Welt werden so viele Fußballspiele erst in den letzten Minuten entschieden wie auf der britischen Insel. 2: Es gehört zur ureigenen britischen Kampfestaktik, zunächst den Gegner kommen und sich austoben zu lassen. Erst kurz vor Schluß wird der Hahn aufgedreht. 3: Vor diesem Hintergrund war die Mannschaft von Bayern München auch nicht das «klar bessere Team». Es hat nur anders gespielt und außerdem eine Torchance nach der anderen versemmelt. Chelsea brauchte hingegen nur eine einzige Chance, um zu treffen.

Honey, at least it’s all about efficiency, isn’t it?

Und schließlich: Erfolg kann man sich eben doch kaufen. Und das ist gut so! Was ist bloß los mit Euch Losern? Dietmar Hopp hat seinem alten Fußballverein, in dem er früher als kleiner Junge gespielt hat, ein bißchen helfend unter die Arme gegriffen. Na und? Er hat Geld in die Hand genommen und der gesamten Region ein riesiges Fußballstadion hingestellt. Es steht für neue Arbeitsplätze und einen neuen starken emotionalen Bezugspunkt. Und er führt dadurch sein Geld wieder dem Geldkreislauf zu. Das ist vorbildlich.

Bei Roman Abramowitsch verhält es sich bis auf den Umstand, daß er in seiner Jugend nicht für den FC Chelsea gespielt hat, ebenso.

Also wo ist das Problem? Ach so, früher in der Schule nicht richtig aufgepasst und jetzt andere für sein eigenes Elend verantwortlich machen? In der deutschen Geschichte hatten wir das schon mal. Damals lautete der Spielendstand: 20 Millionen Tote.

Immerhin, Sat 1, wirst Du nicht von deutschen Qualitätsfernsehgebühren finanziert. Wenngleich ein nur schwacher Trost.

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The greedy Gier: «Gordon Gekko versus Max Uthoff»

29 Feb

Actor Michael Douglas is shown in his role as Gordon Gekko from the 1987 Oliver Stone film “Wall Street” in this publicity photo released to Reuters September 15, 2009. Twenty-two years after appearing on the big screen, and one year after the collapse of investment bank Lehman Brothers, the film character Gordon Gekko continues to resonate on Wall Street. The “strip and flip” corporate raider played by Michael Douglas will make his comeback in Oliver Stone’s “Wall Street 2,” which began filming in New York this week. The sequel is set in 2008 during the run-up to the financial meltdown with Gekko emerging from two decades behind bars. To match feature LEHMAN/GEKKO. REUTERS/20th Century Fox/Handout (UNITED STATES ENTERTAINMENT BUSINESS) NO SALES. NO ARCHIVES. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

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«The point is, ladies and gentleman, that greed — for lack of a better word — is good. Greed is right. Greed works. Greed clarifies, cuts through, and captures the essence of the evolutionary spirit. Greed, in all of its forms — greed for life, for money, for love, knowledge — has marked the upward surge of mankind. And greed — you mark my words — will not only save Teldar Paper, but that other malfunctioning corporation called the USA. Thank you very much.» Zitat aus dem Film «Wallstreet» von Oliver Stone» (1987)

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Gordon Gekkos Plädoyer für die Gier steht Max Utoffs Giergedicht entgegen. Er trug es u.a. am 22.3.2011 in Neues aus der Anstalt vor. Es ist im Zeitfenster 00:20:20 – 00:22:00 zu sehen; und zwar hier.

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Kurz-Dizz für (fast) jede Gelegenheit

28 Feb

Du bist nicht die List, die das Laster belästert, 

Nur als Optimist mit dem Zaster verschwestert.

Ein Pessimist, der im Raster verwässert,
Doch ich bin Dentist, der Deine Pasta verbessert.

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Satire: «Nach E-Zigarette nun auch V-Kassette im Mund explodiert!»

21 Feb

So soll die EU später einmal aussehen:
Schön, (fast) rauchfrei und bereit, sich jeder Zeit effektiv zu vermehren.

Nicht nur Elektrozigaretten sind offenbar wegen ihrer Inhaltsstoffe gefährlich und hochexplosiv – sondern auch Videokassetten. Beide Produkte stehen zudem wegen ihres verharmlosenden Aussehens am internationalen Pranger der berechtigten Kritik.

Mußte doch erst kürzlich ein amerikanischer Familienvater und Vietnam-Veteran die leidvolle Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, wenn Teile des eigenen Kopfes von innen heraus nach außen explodieren und dadurch einige Zähne sowie ein Zungenteil in starke Mitleidenschaft gezogen werden, beziehungsweise komplett verlorengehen: nämlich nicht gut. Und das alles nur des gesunden Rauchens wegen.

Als sich Sylvio Berlusconi vor zwei Tagen nach einer gelungenen Bunga-Bunga-Party zur Steigerung der körpereigenen Triebfederspitze noch eine überbackene Videokassette mit Preiselbeeren und topaktuellen Teeniepornos zwischen die Kiemen schob, da machte es plötzlich Rumms! – und urplötzlich sah der ehemalige Ministerpräsident Italiens nicht mehr seinem Paßbild ähnlich – und sich selbst mit nachhaltigen Problemen bei seiner nächsten Einreise in ein Mitgliedsland der EU konfrontiert.

Was wir dagegen tun können? Nichts! Nehmen wir einfach zur Kenntnis, daß das Leben schon immer mit bestimmten Risiken verbunden war. Eigentlich ist es doch ganz angenehm zu wissen, daß unser Vietnam-Veteran nicht unter der Traglast eines Full Metal Jackets irgendwo im Busch grausam zusammenbrach, sondern behutsam im heimischen Reiche, bequem auf der Couch liegend und «Ach ja, die größte Freud ist doch die Zufriedenheit» entspannt vor sich hin murmelnd, das damals im Krieg drastisch Erlebte für das Erinnerungsvermögen dank moderner Elektronikzigarettentechnologie noch einmal in stark entschärfter Form aufgefrischt bekam.

Die erste Pockenimpfung nach Edward Jenner funktionierte übrigens nach ein und demselben Mechanismus. Womit wir einmal mehr bewiesen hätten, daß auch vor diesem Hintergrund eine explodierende E-Zigarette der Gesundheit tatsächlich dienlich ist.

Und Berlusconi? Er sollte aus gesundheitlichen Gründen von V-Kassette auf E-Zigarette umsatteln. Definitiv!

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‪Wulff bricht sein Schweigen | EXTRA 3NDR‬

12 Feb

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Es ist schon irgendwie lustig: Ein einziges Mal wähnt sich der BILD-Chefredakteur Kai Diekmann in der Rolle des Hochnotseriösjournalisten und schon kriegt er das Opfer seiner Begierde, nämlich Christian Wulff, einfach nicht weg vom präsidialen Schöneaussichtfenster. Letztes Jahr schon mußte er eine herbe Niederlage einstecken: Der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ließ sich trotz intensiver BILD-Unterstützung und mit einer massiv künstlich aufgepeppelten Menge an sogenannten «Facebook-Fans» (Meerschweinchenreport berichtete hier und löste dadurch eine bundesweite Diskussion in der Presse aus) nicht im Amt halten. Er mußte zurücktreten.

Kai Diekmann nicht. Er blieb und bleibt. Vorerst. Denn wie lange sich der Springer-Verlag noch einen saft- und kraftlosen Chefredakteur leisten möchte, der den Lesern gegenüber Versprechen abgibt und sie dann nicht einzulösen vermag, ist fraglich. Weiß er denn nicht, daß er dadurch seine Leserschaft und somit einen nicht unerheblichen Teil der bundesdeutschen Arbeiterklasse demoralisiert? Jeder einzelne von ihnen wird sich fragen: «Was kann ich armes Würstchen denn noch ausrichten, wenn selbst der große Diekmann an den sich selbst gesteckten Zielen kläglich scheitert?» Tja, Herr Diekmann, wie leicht steht da urplötzlich der Vorwurf der Wirtschaftskraftzersetzung im Raum. Angst?

In der gesamten Wulff-Debatte gab es bisher nur eine einzig gelungene Berichterstattung inklusive treffender Systemkritik. Einfach obenstehendes Filmchen anklicken. Pointierter geht es nicht mehr. Hierfür sei dem NDR herzlichst zu danken.

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Kermit And Miss Piggy Were Bashing Fox News So Heavily That Finally They Turned Insane News Channel Into Tasty Veggie Burger

4 Feb

You may remember The Muppets director James Bobin notoriously spoke the words, «No, the Muppets are not communist», in response to a flashy Fox News piece saying the film was part of an anti-corporate message from «liberal Hollywood using class-warfare to brainwash our kids.»

Well a wonderful video turned up: Speaking during a UK press conference following the London Premiere of their film, Kermit and Miss Piggy fired back with classic Muppet wit and sarcasm. Game. Set. Match.

via: The Mary Sue

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Lust, den nächsten «World Press Photo Award» zu gewinnen?

9 Jun

Photo by Nathan Weber

Wenn man sich in das Seelenleben eines hochnotschwanzlutschanständigen Seriösjournalisten wie beispielsweise Kai Diekmann versetzt, so vermag einen der Gedanke, die Opfer eines Krieges notfalls selbst entsprechend und mediengerecht zu inszenieren, nicht sonderlich erschrecken, denn die Vertreter dieser Kaste denken von morgens bis abends an nichts anderes, als auf dem Rücken Leidtragender ihr eigenes Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Die beiden obenstehenden Bilder erzählen die Geschichte von Fabienne Cherisma, einer 15-jährigen Haitianerin, die letztes Jahr während des Erdbebens ums Leben kam, indem sie von Polizisten erschossen wurde, die sie für eine Plünderin hielten. Sie erzählen allerdings auch die Geschichte der skrupellosen Fotografen James Oatway, Olivier Laban-Mattei, Fredric Sautereau, Lucas Oleniuk and Paul Hansen, die keine Probleme hatten, die tote Teenagerin wie ein Studiofotograf zu «inszenieren». Die Fotos dieser Session brachten ihnen inzwischen jede Menge Preise ein. Meine lieben Meerschweinchenreportleser, Sie sind herzlich eingeladen, die Liegeposition der einen Hand des Opfers sowie des Bilderrahmens auf beiden Bildern miteinander zu vergleichen. Sie wurden eindeutig zur Erzielung einer sogenannten bildsteigernden Wirkung nachträglich von der Fotografenmeute umpositioniert. Der Fotograf Nathan Weber, von dem das zweite, die Situation entlarvende, Bild stammt, beschreibt in seinem Interview, das er mit «Prison Photography» führte, sehr genau, was vor Ort geschah.

So frage ich mich mit diesem Wissen, ob das nachfolgende Bild von der südafrikanischen Fotografin Jodi Bieber nicht möglicherweise ebenfalls nachträglich «inszeniert» wurde. Hat sie ihrem Portraitopfer die Nase vorher eigenhändig abgeschnitten – oder nicht? Oder hatte sie Leute, die das für sie übernahmen? Es ist unerheblich, ob die Fotografin das Portraitbild unter lauteren oder gar unlauteren Bedingungen anfertigte. Die Tatsache, daß diese Unterstellung ob des eingangs geschilderten Geschehnisses nicht restlos auszuschließen ist, ist maßgeblich.

Und mal in aller Grundsätzlichkeit: Was soll dieser Eliteelendsfotojournalismus mit pseudohumanem Tarnanstrich, der Jahr für Jahr mit der Verleihung des World Press Photo Awards munter und tapfer aufrechterhalten wird? Es sind wohl nocht nicht genug Menschen im Dienste des «aufrichtigen und anständigen Qualitätsjournalismus» gequält und getötet worden, wie? Wi-der-lich!

Photo by Jodi Bieber |
World Press Photo of the Year: 2010

Materialien zum erweiterten Diskurs: (1) Di(e) kleine Geschichte vom großen Urknall; (2) Under Fire; (3) Medien ohne Moral, ein Buch, das auch einen Aufsatz des früheren STERN-Chefredakteurs Peter Koch beinhaltet, der sich mit der Geschichte um die Hitler-Tagebücher kritisch auseinandersetzt. Hier eine Kurzrezension des Buches von Michael Haller innerhalb eines Literaturverzeichnisses, frisch vom Portal der Uni Leipzig im praktischen PDF-Format.

via: Iconic Photos

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Zur Feier des Tages eine vergleichsweise sachliche Auseinandersetzung mit unserem (noch) Superminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu den Themenbereichen «Plagiat», «Sampling» und «Abgabe einer falschen Versicherung an Eides Statt»

20 Feb

Sie alle sind Teil der Schwarmintelligenz, des sogenannten «Crowdsourcing», wollen mit allen Mitteln dazu beitragen, daß das Deutschlandfähnchen im Lande der Dichter, Denker und promovierter Juristen schön clean und sauber bleibt.

Foto von Sebastian Gerhard | via flickr

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Unser (noch) Superminister Karl-Theodor zu Guttenberg steht, so wie es derzeit aussieht, nicht gänzlich unbegründet im Verdacht, zu seiner Dissertation mit dem schönen Thema «Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU», die ihm zudem das Prädikat Summa cum laude einbrachte, selbst so gut wie keine eigenständige Leistung eingebracht zu haben.

Zu Guttenberg selbst sagt, daß seine Arbeit kein Plagiat sei. Deshalb ist zunächst zu klären, was wir uns unter einem Plagiat im klassischen Sinne vorzustellen haben. Hierzu erlaube ich mir, jeweils ein künstlerisches Werk der Herren Pablo Picasso und Georges Braque gegenüberzustellen:

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Die beiden vorstehenden Bildnisse ähneln einander sehr. Signifikant ist, daß in dieser Phase des künstlerischen Schaffens der beiden Künstler, die grob im Zeitraum 1906 bis etwa 1911 anzusiedeln ist, Georges Braque unter künstlerischen Gesichtspunkten eindeutig innovativer unterwegs war und somit Pablo Picasso seinem kreativen Nebenbuhler Georges Braque immer hinterherhinkte, sodaß sich Picasso für seine eigenen Bilder schamlos der Ideen Braques bediente. Dieser Sachverhalt ist kunsthistorisch abgesichert, wenngleich er inzwischen wesentlich höflicher formuliert wird, wie dieser Artikel aus der New York Times von Michael Brenson (22. September 1989) beweist. Er befaßt sich mit der damaligen Ausstellung im Museum of Modern Art «PICASSO AND BRAQUE: PIONEERING CUBISM». Auch wenn sich Pablo Picasso in späteren Schaffensabschnitten künstlerisch wesentlich eindrucksvoller weiterentwickelte, als es dies Georges Braque vermochte; und Picasso somit völlig zurecht jenen Spitzenplatz in der Kunstgeschichte belegt, den er belegt, so ist nicht zu übersehen, daß ziemlich viele Werke Picassos, die in etwa in der Zeit zwischen 1906 und 1911 entstanden, nichts anders als Plagiate der Werke Braques darstellen.

Ein weiteres Beispiel aus jüngster Zeit:

Anlässlich der «Plagiarius Competition 2010» mit dem «Hyänenpreis» geehrt – für ein ganzes Rudel von Nachahmern. Der «Carrybag» von Reisenthel Accessoires, Puchheim. Und zehn recht ähnliche Körbe von: 1) Xin Hang Wujin Tools Dongyang Zhejiang, China 2) Arbor Handels GmbH, Österreich 3) Edwards Trade Company B.V., Niederlande 4) Berni Irio & Co. S.n.c., Italien 5) Bed Bath & Beyond Inc., USA 6) KODI Diskontläden GmbH, Oberhausen 7) TOP Marketing, Taiwan 8) Shanghai Light Industrial Products, China 9) Xiamen Helen Industry & Trade, China 10) Yilmaz Güntekin, Gelsenkirchen

Ein Plagiat stellt im Regelfalle die Kopie eines einzigen Gegenstandes oder musikalischen Werkes dar, der in nicht wenigen Fällen auf der geistigen Leistung eines einzigen Urhebers basiert. Da sich unser (noch) Superminister Karl-Theodor zu Guttenberg jedoch nach bisherigem Kenntnisstand über einhundert verschiedener Quellen bediente, die er nicht ordnungsgemäß durch Fußnoten kennzeichnete, kann – so abstrus es vielleicht klingen mag – in dem hier vorliegenden Fall nicht erfolgreich von einem Plagiat gesprochen werden.

Widmen wir uns also nun dem Prinzip des Samplings in der Musik. Unter der Rubrik «Rechtliches» steht dazu in der Wikipedia: «Unter bestimmten Voraussetzungen zulässig soll das Verwenden von kurzen Samples anderer Autoren im deutschen Rechtsraum nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 20. November 2008 sein. Zwar gebe es nach dem BGH keine zeitliche Grenze, ab der ein Stück eines Tonträgers nicht mehr vom Tonträgerherstellerrecht geschützt sei, es komme jedoch beim Sampling im vorliegenden Fall ein Recht zur freien Benutzung nach § 24 Abs. 1 UrhG in Frage, falls das neue Werk vom gesampelten einen so großen Abstand halte, dass es als selbständig anzusehen sei. Eine solche freie Benutzung sei allerdings wiederum in zwei Fällen auszuschließen: Erstens wenn der Sampler befähigt und befugt sei, die gesampelten Töne selbst einzuspielen; zweitens nach § 24 Abs. 2 UrhG wenn es sich bei der erkennbar gesampelten und dem neuen Werk zugrunde gelegten Tonfolge um eine Melodie handele. Zur genaueren Konkretisierung seiner Vorgaben auf den Fall hat der BGH den Rechtsstreit allerdings wieder an das OLG Hamburg als Berufungsgericht zurückverwiesen.» Im Klartext heißt das: Finger weg von nicht freigegebenem und urheberrechtlich geschütztem Material Dritter!

Und wie sieht es in der Fotografie bzw. der bildenden Kunst aus? Der Geschäftsführer der VG Bild Kunst, Prof. Dr. Gerhard Pfennig, strengte bei Aufkommen neuer urheberrechtlich relevanter Fragestellungen, provoziert durch die signifikant neuen Möglichkeiten durch digitale Bildbearbeitung vor reichlich zehn Jahren (oder so), die Überlegung an, daß ein neues urheberrechtlich geschütztes Werk entstünde, wenn es aus mehr als sieben unterschiedlichen Bildquellen zusammengesetzt sei. Die ursprünglichen Urheber der «mehr als sieben Bildquellen» würden dann jeweils ihren urherrechtlichen Schutz an dem jeweils betroffenen Sample, bezogen auf den jeweiligen Verwendungsfall, verlieren.» Die Schilderung des vorstehenden Sachverhaltes erfolgt aus dem Gedächtnis. Sollte es sich in realiter anders verhalten haben, so bitte ich höflich um entsprechenden Hinweis, damit ich den vorstehend beschriebenen Sachverhalt umarbeiten kann!

Hierzu führt die angesehene Rechtsanwältin Margarete May in photos digital wie folgt aus: «Sowohl bei den auf herkömmliche Weise hergestellten Collagen, Montagen und verfremdeten Bildern als auch bei den durch digitale Bildbearbeitung hergestellten neuen Bildern stellt sich die Frage, ob diese Produkte verwertet werden dürfen, das heißt, ob der Bearbeiter oder neue Urheber des neuen Werkes die Bilder vervielfältigen, verbreiten, veröffentlichen oder sonstwie nutzen darf.

Bei der Veröffentlichung und Verwertung muß man unterscheiden zwischen Bearbeitungen und selbstständigen Werken, die in freier Benutzung der Werke eines anderen entstanden sind. Bearbeitungen dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten Werkes veröffentlicht und verbreitet werden, während die selbständigen Werke ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes verwertet werden dürfen.

Für die Abgrenzung kommt es darauf an, inwieweit sich der Bearbeiter vom zugrundeliegenden Werk gelöst hat. Bei dem neuen selbständigen Werk muß eine völlige Lösung von der Vorlage erfolgt sein und ein neues eigenständiges Werk mit einem eigenen Wesenskern entstanden sein, zu dem die Vorlage nur eine Anregung gegeben hat. (vgl. Fromm/Nordemann: Urheberrecht §24 Rdnr 2). Ein selbständiges Werk liegt beispielsweise meist bei Collagen oder Fotomontagen vor, bei denen der Künstler nur Teile anderer Werke zu einer völlig anderen aussagekräftigen Bildidee zusammenfügt.

Bei der elektronischen Bildbearbeitung dürfte es sich in den allerseltensten Fällen oder so gut wie nie um freie Benutzung handeln, da der Bearbeiter die Ursprungswerke jedenfalls teilweise im Original übernimmt und sich also nicht völlig von der Vorlage gelöst hat, sondern gerade mit dem Ursprungswerk arbeitet.

Auch wenn also ein Bearbeiter am Bildschirm ein neues Werk geschaffen hat, das urheberrechtlich geschützt ist, darf er dieses neue Bild nur mit Zustimmung der Urheber der Ursprungswerke verwerten.»

Wir sehen also, daß der augenscheinlich noch einzig verbleibende und hinreichend verlockende Fluchtweg unseres (noch) Superministers Karl-Theodor zu Guttenberg, nämlich, sich auf den Standpunkt von Joseph «Jeder Mensch ist ein Künstler» Beuys zu versteifen, um somit in den Genuß eines möglicherweise anderen Urheberrechtsschutzcharakters für seine seltsame Copy&Paste-Aktion zu kommen, ebenfalls einen Weg in die Sackgasse darstellt.

Karl-Theodor zu Guttenberg hat, wie es üblich ist, seine Dissertation zusammen mit einer Erklärung an Eides Statt abgegeben, in der er versichert, daß er die Dissertation selbständig und ohne unerlaubte fremde Hilfe angefertigt, keine anderen als die von ihm angegebenen Schriften und Hilfsmittel benutzt und die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen kenntlich gemacht hat.

Für den Fall, daß eine falsche Erklärung bzw. Versicherung an Eides Statt abgegeben wurde, klärt § 156 StGB über die rechtlichen Konsequenzen auf: «Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.»

Seiten, auf denen nicht durch Fußnoten gekennzeichnete Textstellen Urheber Dritter gefunden wurden, sind schwarz gekennzeichnet. Das Inhaltsverzeichnis (Seiten 1-14) und Anhänge ab Seite 408 (blau) wurden bei der Berechnung der Prozentzahl nicht einbezogen. Seiten mit mehreren, nicht gekennzeichneten Textquellen verschiedener Urheber, sind rot dargestellt. Lediglich der weiße Anteil zeigt Seiten auf, die von Karl-Theodor zu Guttenberg ohne jegliche fremde Hilfe und Zuhilfenahme geistigen Eigentums Dritter gefüllt wurden.

Auf etwa 68% der Dissertationsschriftseiten Karl-Theodor zu Guttenbergs finden sich also nicht gekennzeichnete Zitate von teilweise erheblichem Umfang. Karl-Theodor zu Guttenberg selbst verweist auf über 1200 angeblich korrekt gesetzte Fußnoten. Wir müssen davon ausgehen, daß sich die Inhalte dieser 1200 Textquellen mengenmäßig auf den restlichen 32% der Seiten befinden. Was heißt das konkret? Heißt das, daß sich in der Dissertationsschrift von Karl-Theodor zu Guttenberg möglicherweise nicht ein einziger von ihm selbst verfaßter Satz befindet? Die Opposition im Deutschen Bundestag mutmaßt, daß unser derzeitiger Verteidigungsminister möglicherweise einen Ghostwriter beschäftigte. Das glaube ich wiederum nicht. Meine Vermutung: Er hat sich alles selbst zusammengeklaut. Denn den dadurch entstandenen Genuß, andere Wort für Wort für sich ohne deren Wissen arbeiten zu lassen, wollte und konnte er sich nicht entgehen lassen.

Federführend in der Aufklärung um die Unregelmäßigkeiten in der Dissertationsschrift von Karl-Theodor zu Guttenberg ist GuttenPlagWiki. Wie diese Plattform funktioniert, darüber berichtet der Stern-Artikel «Das Netz jagt Dr. Copy & Paste».

GuttenPlag Wiki stellt klar: «…, dass diese Aktion nichts mit politischer Ausrichtung, persönlicher Schmutzkampagne oder ähnlichem zu tun hat. Unser Ziel ist, die wissenschaftliche Integrität eines Doktortitels in Deutschland zu sichern, damit auch weiterhin eine korrekte wissenschaftliche Arbeitsweise von Trägern eines solchen Titels erwartet werden kann. Durch Aufdecken der existierenden Plagiate in der vorliegenden Dissertation versuchen wir, der Bayreuther Prüfungskommission die Arbeit zu erleichtern. Sollten sich auch Dissertationen von Politikern am anderen Ende des Spektrums durch Plagiate „auszeichnen“, hätten wir keinerlei Probleme, genauso zu verfahren.»

Bleibt abschließend nur noch die Frage zu klären, wie lange wir es uns eigentlich noch leisten wollen, eine solche Person in einer wichtigen Schlüsselposition unserer Gesellschaft weiterhin nach Belieben schalten und walten zu lassen. Quousque tandem?

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Erich Kästner: Sogenannte Klassefrauen

12 Feb

Phyllis Gordon takes her pet cheetah shopping in London, 1939; from Corbis

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Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie’s auch und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder – falls man die nicht hat – den Bauch…
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh’n ähneln, tun sie’s auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie’s.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir’s bei ihnen seh’n.

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.

Aus: «Was nicht in Euren Lesebüchern steht» von Erich Kästner

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With This Intellectual Rocket We Wish All Our Readers A Very Happy New Year!

1 Jan

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A genius of a guy who wrote this epic answer.

via: Coudal Partners
via: Clevescene

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Von Mäusen und Lobstern, Fotografen und Parties.

23 Dec

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Bildunterschrift mit Didaktikteil I: Um Aufnahmen mit dem gewissen Etwas zu erhalten, ist es unumgänglich zunächst auf die dem Shooting beiwohnenden Moderedakteure, das Modell und natürlich auch auf sich selbst einen latent unbeholfenen Eindruck zu machen. Verwenden Sie beispielsweise ein Teleobjektiv in einem Nahbereich (siehe Foto), der es Ihnen verunmöglicht, technisch scharfe Bilder zu erzeugen. Sagen Sie euphorisch: Retrolook sowie Out of Focus sind derzeit der letzte Schrei. Dann schreien Sie so laut Sie nur können. Herzlichen Glückwunsch: Vom unausgesprochenen Vorwurf, in Starallüren zu baden, haben Sie sich gerade erfolgreich befreit. Die Studioatmosphäre ist auf dem Siede- und Höhepunkt, der Rest ein Kinderspiel.

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***+Teil 1+***

Dschungelcocktail auf den Toiletten einer 747

Fotograf zu sein ist schon was Feines. Der Ruf Desperado der Presseempfänge, Liebhaber von Sonnenuntergängen oder notorischer Beischlafbeglücker von mindestens zwei Models gleichzeitig zu sein, eilt ihm voraus wie der Blitz dem Donner. Darüber hinaus machen ihn seine Weltreiseerfahrungen, seine Menschenkenntnis sowie seine endlos lange Liste von bereits fotografierten Eiffeltürmen zur beliebten Anlaufstation, um sich mit ihm bei einem Glas Dschungelcocktail über die unmöglichen Lebensbedingungen auf den Toiletten einer 747 zu unterhalten. Ist es da nicht reizvoll, sich so einen Paradiesvogel mal auf eine Party zu holen? Und ganz im Vertrauen: die kaputte Instamatic, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegt, kann er ja nebenbei gleich mitreparieren, schließlich ist er ja Fachmann.

Windmühle in Öl

Steht der Fotograf dann schüchtern im Türrahmen, irgendwie nicht so, wie Sie ihn sich eigentlich vorgestellt hatten, dann bereiten Sie ihm eine endlos große Freude, wenn Sie die Rolle unter seinem Arm an sich reißen, mit dem Bild freudestrahlend zu Ihren Gästen rennen und brüllen: »Seht mal! Seht mal! Das hat er selbst gemacht! Das hat er selbst gemacht!« und es anschließend sofort mit Reißzwecken auf Ihrer Schlafzimmerblümchentapete, direkt am Kopfende neben einer Windmühle in Öl, befestigen. Dann wird er vor Glück strahlen, denn er weiß, sein Foto ist gut angekommen.

Champagner, Lobster und Baummaden

Hat er dann endlich Platz genommen, umgeben von Ihnen und all den anderen süßen Mäusen, in der einen Hand ein Glas Champagner, in der anderen einen Lobster – Fotografen trinken und essen ausschließlich Champagner und Lobster, es sei denn, sie müssen sich im Urwald gerade von Baummaden ernähren –, dann fallen Sie ihm am besten gleich um den Hals und fragen mal so ganz dezent an, ob er nicht noch ein paar Models braucht. Sagen Sie ihm auch, daß Sie schon immer einmal mit einem Toaster in der Hand in die Kamera grinsen wollten, es ist ein alter Jugendtraum von Ihnen, sagen Sie ihm das. Das macht bestimmt Eindruck!

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Bildunterschrift mit Didaktikteil II: Eine gesunde Portion Dilettantismus verbreiten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Kamera mitten in der Fotosession so anschauen, als käme sie direkt vom Mars. Zuvor bitten Sie Ihren Assistenten während eines unbeobachteten Augenblicks, zeitgleich die selbe Show mit dem Blitzbelichtungsmesser (auf dem Foto das Gerät mit dem weißen Knopf) zu veranstalten. Damit aktivieren Sie die Helfersyndromfunktion im Kopf Ihres Modells, das – nach Möglichkeit – ein bißchen wie Lady Diana Spencer (war damals in den 1980ern sowie 1990ern quasi Pflicht) aussehen sollte.

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***+Teil 2+***

Helmut Newton, Christian Lacroix und eine parfümierte Hutfeder

Sie haben jetzt eine solide Gesprächsatmosphäre geschaffen, in der Sie Ihre Fotoalben auspacken und ihm auf den Schoß legen können, mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß er jetzt nicht mehr weglaufen kann. Denken Sie bitte unbedingt daran, auch ein paar Alben Ihrer Groß- und Urgroßmutter beizufügen, denn das erleichtert dem Fotografen festzustellen, ob das Talent zum Model in der Familie liegt. Während er sich dann von spaghettiverschmierten Kindergesichtern über krebsrote Haut auf weißem Sand – das erinnert ihn an seinen Lobster, den er im Moment nicht weiterssen kann – bis hin zu Panoramen von Gebirge, Meer und Wüste durcharbeitet, sollten Sie in einem Anflug von geistiger Genialität darüber reflektieren, daß Sie Modefotografie wahnsinnig geil finden und Helmut Newton natürlich auch und daß Sie einen seiner Assis fast ins Bett bekommen hätten, wenn diese blöde Privatsekretärin von Christian Lacroix nicht so raffiniert mit ihrer parfümierten Hutfeder direkt unter seinen Nasenlöchern rumgespielt hätte. Dabei bitte elegant eines Ihrer unvergleichlich schönen, netzstrumpfbehosten Beine – welche voguelesende Partysmalltalkdame hat keine unvergleichlich schöne, netzstrumpfbehoste Beine? – vom Lackschuh befreien und ihm damit zwischen dieselbigen gehen, aufdaß der Champagner schäume. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Chance vielleicht doch noch zur Toaster-Miss-Piggy-des-Jahres gewählt zu werden. Sollte der Champagner allerdings nicht schäumen, auch nicht des Lobsters Scheren klappern, dann, so fürchte ich, haben Sie etwas falsch gemacht. Aber was denn nur?

Fishing for Delle im Halsfleisch

Nur nicht aufgeben! Ein letzter Versuch: Fishing For Compliments! Setzen Sie sich ein Messer an die Kehle, verkünden sie den Selbstmord, weil Sie so völlig unfotogen sind, ihre Haare nie richtig liegen und Sie deshalb hier niemand so richtig beachtet. Drücken Sie das Messer jetzt fester, sagen wir, bis eine starke Delle im Halsfleisch entsteht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Also, nur mal angenommen, Sie sind so schätzungsweise einhundertzwanzig Jahre alt und Ihr Gesicht sieht wirklich danach aus, als hielten die Grand Canyons just und exakt an diesem Ort ihr Weltjahrestreffen ab, dann sollten Sie sich reiflich überlegen, ob nicht der ideale Zeitpunkt für einen taktvollen und gepflegten Abgang gekommen ist…

Tangoschritt und Filzpantoffeln

Aber wirklich passieren wird nichts, Sie wissen das. Der Fotograf wird fassungslos die Alben quer durch den Raum werfen, entsetzt aufspringen, Ihnen das Messer entreißen, Sie in den Tangoschritt zwingen und sagen: »Lady, Sie sind mit Abstand die schönste, attraktivste und begehrenswerteste Dame, die ich in meinem Leben je kennengelernt habe! Ich möchte Sie heiraten, ein Haus bauen, Filzpantoffeln tragen und mindestens fünf Kinder von Ihnen haben.« Und Sie werden es glauben, Sie müssen es glauben. Und nachdem der Fotograf Ihnen Ohr und Geist so lieblich vollgeflüstert hat, nur damit der Gastgeber nicht auch noch seinen Teppich reinigen lassen muß, er sich so gerne mal mit dem Arzt unterhalten möchte, der für ihn freundlicherweise die Wiederbelebungsversuche an der Instamatic übernahm, wird er Sie an die Hand nehmen, auf die Toilette zerren, mit der Gold-Credit-Card ein geheimnisvolles, weißes Pülverchen auf dem Klodeckel zerstoßen, zwei feine, saubere Linien legen, Ihnen ein zum Röhrchen gedrehten Tausender in die Hand drücken, verwegen grinsen und fragen: »Baby! Do you wanna take off?«

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Dieser Text wurde erstmals vor Unzeiten, also irgendwann zwischen 1986 und 1990 in der damals noch erscheinenden Fachzeitschrift foto scene veröffentlicht.

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Stuttgart 21 oder: BILD at its best!

26 Oct

BILD Oktober 2010


BILD Dezember 2009

via: BILDblog

About Nuts, Fruits & Cakes

15 Oct

It’s precisely what I always wanted to point out. Why didn’t I?

via: Onelargeprawn

It’s precisely the way I always wanted to read books. Why didn’t I?

It’s precisely the way I always wanted to talk to my neighbours. Why didn’t I?

Who’s afraid of Richard H. Levey – A review of a review

27 Jul

(Source: Chief Marketer – Click to enlarge dramatically)

Dear Richard H. Levey,

Blogging isn’t easy these days. People discuss the end of traditional Weblogs due to an increasingly growing power of Twitter. The medium is the message and the message is bright and clear: if you want to be heard keep your mental output as short as possible. Best, in not more than 140 digits. Headline and content are put together into Tweet’s most hottest microwaves in order to create verbal steal of an enormous strength; turned into swords of the size of toothpicks, which is quite likely that they will never surrender. So, this is even not the beginning of the end but a smart start: Good morning Mr and Mrs Bravenewshortbreadhead, what would you like for breakfast?

Just to be perfectly honest with you, dear Richard H. Levey, they will definitely not have this kind of Bagel-stuff you’re about to digest day after day after day on your personal Big Fat Marketingblog. A short(breadhead) look at you tells me that you know that this habit is not healthy.

You might wonder what this is all about, and it is good and only fair enough that you do because this is precisely what I did when I became aware of your writings you will easily recognise on the big and large screenshot above. Am I allowed to guess a little bit around? Yes? Cheers, mate!

I suppose March 30th 2007 was a TGIF-day. Was it? Yes, it was. Princess Diana was already on her way to sailing straight into her 10th anniversary of biting the dust; and the idea to write an article about a totally disordered British Monarchy must have come out of nowhere in order to enter your brain cells. Unfortunately, your article seems to suffer a serious lack of research and professionalism. Am I right? Yes, I think I am right.

However, before I will do some analysis on your complete Humpty-Dumpty-King-and-Princess’-Horses-copywork (or whatsoever) I think we should take together a proper look at it first, a look at a version that has been sent through Microsoft’s magic Twitter-look-a-like “Summarize”-filter first. Preference: reduce to 10%:

Cruel Britannia: For all England’s experience with monarchy, the men and women of the royal court simply don’t translate well to television commercials.

The window rises to reveal… that incredibly creepy Burger King character. At least the king is fully clothed, thank goodness. This should culminate with the beheading of all involved. In fact, the whole concept is creepy. Diana herself was not at the wheel of the car, and for several years afterward there was controversy over whether the driver was, in fact drunk.

First, Burger King is not British but American. So we can say that Burger King is, seen from a clear Royal point of view, nothing but fake. Therefore it is insane to say that the American Burger King is to be seen as a member of Royal Court who doesn’t translate well to television commercials. Haha…

Second, you underline that “at least the king is fully clothed, thank goodness.” And your conclusion: “This should culminate with the beheading of all involved.” Well, dear Mr Richard H. Levey, regarding the fact that the entire existence of the advertising testimonial Burger King is of 100% pure American nature, it should be understood that you, Mr Richard H. Levey (as an American citizen as you are) are closer to be found “involved” than any other person claiming a British passport his own. However, I have noticed your latest blog entry is dated from July 22nd 2010 and entitled Marketing With Mrs. Robinson, so I assume that you are still alive and that beheadings are probably not part of your favourite communication methods anymore…

Third, just a couple of days after the tragic car crash it turned out that the driver Henri Paul’s blood alcohol content‘s level was subsequently found to be between 1.73 g/L and 1.75 g/L, (~>0.17% wt/vol. over the limit in the U.S. in most states) which is more than three times the legal drunk-driving limit under French law. Whatever other reasons might have played their unholy parts in this strange happening as well, the driver Henri Paul was definitively drunken quite heavily.

After bringing a bit of light into the whole darkness you have been created three years ago, the only thing I agree with you is that your “whole concept is creepy.”

But why am I so eager to help you out with a modern short hair cut? Well, the guy who is entirely responsible for“Why aren’t you still alive?” is me. And I cannot remember myself that you have tried to get in touch with me or other members of the agency hamster&james to bringing forward some questions, what you better should have done in order to avoid providing your readers with nothing but complete false facts.

I am starting with the basics. Therefore I have to quote you once more: “To the tune of ‘God Save the Queen’ (the traditional arrangement, not the Sex Pistols’ version) with accompanying visuals of… teddy bears at Buckingham Palace, a little girl sings:…”

Buckingham Palace? The teddy bears in the spot were placed in front of Kensington Palace! That’s a difference, you know.

Let’s take a look at the definition of the word “arrangement” to be used in musical context: A composition adapted for performance with different instruments or voices than those originally specified: Mozart’s symphonies in arrangements for cello and piano, for example.

That’s the definition. Now, would you please be so kind to go once more through 41 seconds of pure hell, and click the You Tube button to watch “Why aren’t you still alive?” again?

Did you? Great! So what for a “traditional arrangement” of the British National Anthem became you aware of? As far as I remember there was only 7 year-old Jack singing. C’est tout. However, the traditional arrangement of the British National Anthem works with a fully equipped orchestra plus an impressive chorus. Can you confirm that in “Why aren’t you still alive?” there is only one voice to be heard? And that the earliest version of God Save the Queen that had been brought to our attention was arranged for two voices?

Then you write: “… a little girl sings…”. That’s wrong: it was a boy.

You now quote my lyrics: “I can’t believe it’s true/(…)/Look at the flowers, gee/next time it might be me/why aren’t you still alive/please don’t drink and drive.” Sorry Sir, but you failed again. Jack doesn’t sing “Look at the flowers, gee” instead he sings “Look at the flowery sea” while the audience watches a photograph showing a flowery sea in front of Kensington Palace. What’s so wrong about it? No eyes? No ears?

What’s next? Ah: “These lyrics sound as if they were written in Croatian and run through a rather rudimentary language translator. It’s hard to believe the country that gave us Oscar Wilde and Stella Gibbons coughed up this piece of drivel. ‘I want to comfort you?’ But the kid has already acknowledged that Diana is no more. Children shouldn’t play with dead things.”

Well well, you are positioning the quality of my lyrics on the level of a rudimentary language translator and, however, you are still unable to understand these rudimentary lyrics correctly? Did I get this right? One of the reasons why I kept these lyrics so rudimentarily is to ensure that even Americans who work in the marketing and pr-business will be able to follow. You’ve disappointed me dramatically. And before I allow you to continue reflecting about the world’s most famous advertiser Oscar Wilde I want you to answer me a simple question: “Have you ever been to School?” Or, in other words: It’s hard to believe the country that gave us John Steinbeck and Tennessee Williams coughed up this piece of drivel.

The other reason is that lyrics, in which rudimentary lingual elements have been embedded appear more childishly. By the milky way: how was your own childhood?

Please tick here:
(a) great
(b) not so great

And what, Mr Richard H. Levey, is now even worse? Ah, you name it: “What’s even worse is that the singer’s voice is oddly reminiscent of the little girl from “Poltergeist” – the one who stared into a dead television channel and announced “they’re here!”

Well, all I know right now is that you are mentally not here.

Sorry, but whenever I do have to read the two sophisticated terms Poltergeist and dead television channel I feel myself forced by an invisible power to put your picture once more into my article, so that my readers can develop a firm idea of how such a dead television channel or a Poltergeist, or both could look like…

Is this the end now? Unfortunately, this is not the end because Mr Richard H. Levey is coming up with another uncomfortable idea by quoting my lyrics again: “’I want to comfort you?’ But the kid has already acknowledged that Diana is no more. Children shouldn’t play with dead things.”

Right, the only undead thing children should be allowed to play with is you.

Finally you’re developing an unexplainable amount of self-confidence: “So to our friends in Britain I say: We’re delighted that you have your monarchy. But if you don’t straighten up and learn how to use ‘em – at least in commercials – they’ll be taken away from you.”

What do you mean when saying they‘ll be taken away fromus? All members of the Royal family? Who are you? Or did you mean just the monarchy? In such a case you better should have written it‘ll be taken away from you”. But even then: who are you? Or did you mean all commercials in general, which will be taken away from us? In such a case I have to remind you that you are about to belittle an important income-factor of America’s ecomony. Again: “Have you ever been to school?”

Mr Richard H Levey, I am running out of energy, which is not good for you. Nevertheless, here comes one last lifetime stretching advice you might find helpful: Do not rely too much on the idea that the British will see you as a friend. You better do not.

In my book you either do it right, or the next pink slip waiting to be handed over shall be yours. Be proud and happy that I am not your boss. Smile!

Sincerely yours
Hamlet Hamster

Links about the author Richard H. Levey:

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Twittler

23 Jul

Die Leute, die damals Hitler folgten, hielten sich ebenfalls für intelligent und zeitgemäß. Auf Twitter sind es derzeit 18.357 Idiot.(s)e(n) – Tendenz steigend. Im bundesdeutschen Internet gilt wohl unter den ganz Superschlauen der Lehr- und Leitsatz: Der Führer führt und das Volk volkt.

Und im richtigen Leben? Ach, das Netz ist das richtige Leben? Ja dann: Wollt Ihr Euch nicht lieber mal nützlich machen und an der amerikanischen Golf-von-Mexiko-Küste etwas gegen die drohende Ölpest tun? Mit persönlichem Körpereinsatz und so? Braun ist der Ölschlamm ja ohnehin.

Also: Immer ran an den Speck!

Eine der Quellen des Übels

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Sonny Bono – Ganz, ganz großes Kino!

4 Sep

Sonny Bono war sooooo cool!

LA LINEA: Die Erwachsenenfassung!

4 Aug

via ZwischenNetzZeitung

Der Computer: die Teufelsmaschine eines Schwulen!

12 Jul

destroy_the_computer

Das fraglos Schöne am Recht eines jeden einzelnen BürgerInnen auf freie Rede ist, daß jeder einzelne BürgerInnen seine Meinung frei äußern kann, ohne dafür Sanktionen befürchten zu müssen. Der Vorteil dieses Prinzips: nur so kommt man in den Genuß eines pluralistischen Erscheinungsbildes unserer Gesellschaft.

Sarah Silverman fertigt Paris Hilton auf MTV Movie Awards Verleihung ab!

7 Jun

Dieser kleine Ausschnitt von den Feierlichkeiten anläßlich der diesjährigen Verleihung der MTV Movie Awards ist ein Festschmaus, ein innerer Reichsparteitag, für alle eingefleischten Paris Hilton Hasser! Und davon scheint es auch in Hollywood eine ganze Menge zu geben… Aber wer ist Sarah Silverman? Die Dame, die es schafft, Paris Hilton mit nur wenigen Sätzen komplett einzudampfen, ist nachfolgend in einem der MTV Movie Awards-Trailer zu sehen: Es folgt ein Auszug aus ihrer legendären Stand-Up-Show Jesus is magic. Im letzten Filmchen muß sie sich im Quiz gegen Kermit behaupten. In der Dame wirkt fürwahr ein großartiges Talent!