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Eine Überlegung zu vorgerückter Stunde: «Die Laufmasche ist der Bär des weiblichen Intellektes auf seinem Weg nach oben»

26 Dec

Foto von Andreas Baier
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Weil es so schön ist, gleich nochmal: «Die Laufmasche ist der Bär des weiblichen Intellektes auf seinem Weg nach oben». Oh, welch’ vollkommen erscheinende Beklopptheit doch diesem Satze innewohnt. Einerseits. Andererseits klingt es auch irgendwie einleuchtend. Paradox, nicht?

Eine Alternative: «Der weibliche Intellekt ist die Laufmasche des oberen Bären auf seinem Weg». Fragt sich nur: Auf welchem Weg? Und wohin führt er? In ein Brillenfachgeschäft? Oder gar in die Konsequenzen des bösen Klimawandels? Wer will das so genau wissen?

Wir hätten da allerdings noch «Der Intellekt des weiblichen Bären ist die Laufmasche des Weges nach oben» im heutigen Sinnangebot.

Allerdings, so fürchten wir, führt das alles zu nichts. Greifen wir zu einem Kniff, den schon Sokrates für sich zu nutzen wußte: Ersetzen wir also den Begriff Laufmasche durch Schirlingsbecher, quatsch, das Wort Fahrkartenautomat sowie das Adjektiv weiblich durch werblich. Und siehe da: «Der Fahrkartenautomat ist der Bär des werblichen Geschlechts auf seinem Weg nach oben». Na bitte, es geht doch.

Wohingegen die Aussage «Der werbliche Intellekt ist der Fahrkartenautomat des oberen Bären auf seinem Weg» unter logischen Gesichtspunkten zunächst noch etwas gewagt wirkt, jedoch ihr volles Aroma genau dann entfaltet, wenn auch hier einige Veränderungen und Umstellungen vorgenommen werden, die in letzter Konsequenz in die verbalisierte Überlegung «Es ist immer das Wesentliche, das dem Sinn das Sein verleiht» münden. Wir lernen: Dem Grunde nach ist es gar nicht soo schwer, sich gewählt und verständlich zu artikulieren. Auch nicht zu vorgerückter Stunde. Man muß es nur ganz stark wollen.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Tobias Meyer Leaves Sotheby’s to Become Art Dealer

1 Dec

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Digital Painting by Andreas Baier entitled «Wonderful World»

Surprise, surprise, surprise: «Tobias Meyer, the worldwide head of contemporary art and an auctioneer for more than two decades, has left the company’s building being pressured for change by activist investors including Daniel Loeb» as Boomberg reports.

For us, however – and with all the respect in the world – it was not that much surprising: When Tobias Meyer recently sold Andreas Baier’s «Mona Lisa, Or The Measuring Of Loretta Langenscheidt» for the discrete amount of $1 bn (please see painting above, showing Sotheby’s courtroom short before the magic moment when settling the deal) everyone seemed to be so outrageously quiet and happy – except some activist investors including Daniel Loeb himself.

How did that all come? Well, on this very same digital painting Daniel Loeb and his activist investors noticed this little red dog who was looking at a smartphone displaying «$2 billions» and, of course, how this little red dog was stating: «WHOW!!!» as well. Daniel Loeb exclusively to Meerschweinchenreport: «This gorgeous little dog’s oh so cute ‹WHOW!!!› was an official bid of nothing less than $2 billions which everyone became aware of; and Tobias Meyer should have better noticed this bid in order to take it seriously. ‹Sotheby’s› cannot afford such mishaps, especially not when Amy Cappellazzo was selling at ‹Christie’s› Francis Bacon’s Triptychon ‹Three Studies of Lucian Freud› for a reasonable amount of $3.5 bn to a cute and very well educated hippopotamus family. You may quote me precisely this way if you like!» Of course, we do like it very much this way!

Tobias Meyer recognises: «I will always cherish my time at ‹Sotheby’s› and look forward to the next chapter in my career». Meerschweinchenreport is more than just certain that Tobias Meyer will become one of the most influential and powerful art dealers of this century; a goal he might have already archived.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Ryanairs ze(h)n Gebote – oder: «Die Füße der Julia Roberts»

19 Oct

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Eigentlich können wir gar nicht die Auserwählten sein, wenn es darum geht, sich Gedanken über die weibliche, pardon, werbliche Aussagekraft von Anzeigenkampagnen zu machen, die im Kontext zur Fliegerei stehen, da wir aus religiösen und ziemlich vielen anderen Gründen seit Beginn des neuen Jahrtausends kein Flugzeug mehr bestiegen haben. Eigentlich.

Andererseits sind wir vielleicht gerade deshalb die Richtigen, jene Vollprofis für diesen Job, nach denen die ganze Zeit auf dem Rest der Welt überall hektisch gefahndet wird. Vielleicht.

Nun denn: Was wir im Laufe der Zeit der Presse haben entnehmen können, ist, daß man bei Ryanair in aller Ernsthaftigkeit über die Einführung von Stehplätzen nachdenkt. Vor diesem Hintergrund wird das hier gegenständliche Anzeigenmotiv klarer: Wer während des Fluges nicht stehen sondern lieber sitzen möchte, der muß ein erhöhtes Beförderungsgeld entrichten. Dies kann, wie wir jetzt lernen, auch in Form einer Art Kleiderspende geschehen, die, wie der Pressesprecher von Ryanair versichert, direkt an das Rote Kreuz weitergeleitet wird. «Ryanair. Billigfliegen mit Human Touch.» kommt uns als Claim in den Sinn.

Auch daß das, was seit über einem Jahrzehnt auf Flughäfen passiert, einen mehr an Massentierhaltung erinnert, denn an entspanntes und gelegentlich betreutes Reisen, läd eher zu einem ordentlichen Fußmarsch quer durch Europa ein, als sich das anzutun. Ist es ein Zufall, daß die Begehung, die Besteigung oder auch die Bewanderung des Jakobsweges immer populärer wird? Monatelang mit sich, einem festen Ziel vor Augen und einem Rucksack (fast) allein unterwegs. Wer interessiert sich danach noch für den Grand Canyon?

Wer so intensiv reist, der träumt auch intensiv. Wir wollen es den Jakobsweg-Reisenden gleich tun – und schließen unsere Augen: Wir sind Cecil B. De Mille und stehen gerade vor der wundervollen Aufgabe, für eine mit voller epischer Breitseite auszustattende Filmszene, ein dutzend rosa Elefanten auf den Füßen Julia Roberts durch das Kleinwalsertal stapfen zu lassen. Solche Visionen sind erbaulich, sowohl in intellektueller als auch finanzieller Hinsicht: Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes leben weltweit rund 2,32 Milliarden Fußliebhaber, die bereit wären, für eine Eintrittskarte zu dem Film «Die zehn Gebote oder die Füße Julia Roberts» ein kleines Vermögen auszugeben.

Daß das liebe Geld die einzige Ryanair-Chef Timothy, pardon, Michael O’Leary motivierende Triebfeder ist, machte er auch einmal mehr anläßlich einer Jahrespressekonferenz deutlich, die die Veröffentlichung brillanter Ryanair-Jahresgewinnzahlen zum Thema hatte: «I’m here with Howard Miller and Michael Cawley, our two deputy chief executives. But they’re presently making love in the gentleman’s toilets, such is their excitement at today’s results». Womit nun auch geklärt sein dürfte, was es mit «Ryanair. We fly you naked.» in aller Tatsächlichkeit auf sich hat.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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NSA-Affäre: «Verfassungsschutz überfliegt US-Konsulat in Frankfurt»

12 Sep

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In den diesjährigen internationalen Sandkastenspielen um das goldene Kalb bzw. Kuchenförmchen sowie die besten Plätze in den Medien ziehen einige bundesdeutsche Regierungsvertreter kurz vor den wichtigen Bundestagswahlen mit ihren amerikanischen Kollegen gleich: Der deutsche Verfassungsschutz überfliegt mit seinem Lauschangriffexpertenteam (siehe Foto) das in Frankfurt ansäßige US-Konsulat – und fördert erstaunliche Erkenntnisse zu Tage, die wir jedoch aus Gründen der Geheimhaltung leider, leider, leider geheimhalten müssen.

Als erste Vergeltungsmaßnahme läßt die US-Regierung nun ihrerseits einen Hubschrauber (siehe Foto) über dem italienischen Speiseeis-Konsulat «Duce» in Damaskus kreisen, die Iren wollen den Dänen beistehen und durchsuchen die Kühlschränke des Döner-Restaurants «Emser Depesche» auf einer indischen Nordseebohrinsel, die Australier machen es den Franzosen nach – nur die Briten kochen mal wieder ihr eigenes schmackhaftes Süppchen. Ach ja, wie Liechtenstein reagieren wird, ist zur Stunde noch unklar.

Um als Helikopterpilot am großen Weltgeschehen teilnehmen zu können, sollte man Lotto-Spieler und teamfähig sein; und über ein harmloses Erscheinungsbild sowie die unerschütterliche Vorstellungskraft verfügen, daß das Leben ein einziger Ponyhof sei, auf dem zum Zwecke der gekonnt abgeklärten Nahrungsergänzungsmittelaufnahme riesige Wundertüten mit guten Fleisch- und Flugeigenschaften nebst mehrfach überprüfter und für gut befundene Tomatensaftgeschmacksaromen gereicht werden. Und Erdnüsse? Erdnüsse (3 Stück, siehe Foto) gibt es natürlich auch.

Bildquelle

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Jonathan Meese: «Ich leide an Hitlergrußismus»

29 Aug

Der Künstler Adolf Hitler: Erfinder des Hitlergrußes

Das Original: Der Künstler Adolf Hitler zieht im Jahre 1928, nachdem man ihn, ähnlich wie später auch Joseph Beuys, nicht an einer regulären Kunsthochschule hatte das Fach Freie Kunst studieren lassen, durch die Lande und propagiert, ähnlich wie später auch Joseph Beuys: «Jeder Mensch ist ein Künstler!»

Die Idee seiner Performance: Möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen, die es ihm gleichtun und jene Ganzkörperpose – die des später nach ihm benannten Hitlergrußes – möglichst überzeugend einnehmen.

Kein Zweifel: Der Künstler Adolf Hitler ist kein Freund halber Sachen.

Die inzwischen ebenfalls gegründete und landesweit aktive Künstlernachwuchselitetruppe Hitler Jugend mit einem gemeinsam mit SA-Mitgliedern am 1. Mai 1933 im Berliner Lustgarten eindrucksvoll zur Schau gestellten Leistungsnachweis.

Besonders talentierter Nachwuchs wird vom Führerkünstler persönlich unter die Fittiche genommen und geschlechterspezifisch unterrichtet:

Aus den Buben formt der Lifestyle-Künstler Hitler lebens- und systembejahendes Kanonenfutter; die Mädchen werden von ihm hingegen auf das Flechten von Zöpfen, das Sammeln von Kartoffelkäfern (mit der Signatur Arno Brekers) sowie dem nachhaltigen Beseitigen von großformatigen Stadtteil-Trümmer-Installationen (immer nach Beendigung der jeweiligen Freiluftausstellungen) – eine Tätigkeit für deren Verrichtung es später die so überlebenswichtigen Lebensmittelkarten geben wird – nahezu spielerisch und behutsam vorbereitet.

 

Freiwillige Deportation nach Auschwitz dank schwermetallfreier Ölfarben

Ende April 1945 besteigt der Größte Führerkünstler Aller Zeiten einen Zug, mit dem er sich freiwillig nach Auschwitz deportieren und dort durch die sorgfältig agierenden Hände eines Joseph Mengeles und Adolf Eichmanns sach- und fachgerecht in einem Pseudoduschraum vergasen läßt. Er tut dies, um das ihm durch Gott anvertraute Volk vor dem restlosen Untergang zu bewahren. Der Hitlergruß wäre hier pietätlos. Die vielen Kinder spüren das instinktiv.

Daß es sich bei Adolf Hitler in aller Tatsächlichkeit um einen brillant getarnten Widerstandskämpfer reinsten Wassers handelt, haben wir im Meerschweinchenreport bereits vor einigen Jahren in unserem Beitrag «War Nazi-Hitler Widerstandskämpfer im 3. Reich?» bewiesen, der übrigens zugriffszahlentechnisch nach wie vor zu unseren Bestsellern gehört.

 

Stalin wird Hitlergrußkünstler

Am 23. August 1939 nimmt der damalige Galerist Adolf Hitlers Joachim von Ribbentrop in Moskau den Künstlerkollegen Josef Stalin unter Vertrag, anschließend führend an die Hand und unterweist ihn im Auftrage seines Herrn in die Herstellungsgeheimnisse des Hitlergrußes.

Sprechen wir von Aktionskunst im Hitlerschen sowie im Beuysschen Sinne, so muß zwangsläufig auch über Josef Stalin reflektiert werden, der es in nicht minder talentiertem Sinne versteht, Kraft perfekt inszenierten Hitlergrußes gesellschaftliche Umstrukturierungsprozesse großen Stils mit einem Just-in-time-workflow zu versehen, der selbst eingefleischten Vegetariern, pardon, Vertretern und Protagonisten der vielgepriesenen deutschen Gründlichkeit den allergrößten Respekt abnötigt.

Die Leistungsbilanz der beiden vorstehenden Ausnahmekünstler ist mehr als beeindruckend: Gemeinsam kommen sie auf eine Zahl von ca. 54 bis 59 Millionen Sammler sogenannter toter Kunst, wobei man sich bei Stalin noch nicht ganz sicher ist, ob er für 20 oder gar 30 Millionen gesammelter Kunstgegenstände während seiner Regentschaft als künstlerischer Leiter der Sowjetrevolution verantwortlich zeichnet.

Ab den 1950er-Jahren gilt in der Bundesrepublik Deutschland die künstlerische Darbietung des Hitlergrußes vorübergehend als unschicklich und wird sogar offiziell durch die Paragraphen 86a sowie 130 des StGB strafrechtlich sanktioniert.

 

Der Künstler Anselm Kiefer verspeist ein Jonathan-Meese-Wurstscheibengesicht und entdeckt in sich den neuen Hitler

1971 wird der spätere Hitlergrußperformancekünstler Jonathan Meese (2. Reihe, Mitte) geboren. Die Abbildung zeigt ihn gemeinsam mit Edvard Munch kurz nach seiner Geburt zusammen mit vier anderen Babies, die in dieser Image-Anzeige für die Vorzüge des Kühlhauskettenkrankenhauses, in dem sie das Licht der Welt erblicken, als Sympathieträger werben.

Das soll sich jedoch Ende der 1960er- Anfang der 1970er-Jahre ändern: Anselm Kiefer ist 23 Jahre alt und Kunststudent. Um ihn herum werden Lenin, Mao oder Ho Chi Minh verehrt. Die meisten seiner fortschrittlichen Zeitgenossen wollen im Mai 1968 die Welt aus den Angeln heben. Egal wie linksliberal oder linksextrem, wie anarchisch oder maoistisch-orthodox, die Studenten eint ihr auf vegetarischer Basis gezüchtete Selbstverständnis als antisemitische Antifaschisten. Dem jungen und senilen, pardon, sensiblen Künstler Kiefer fällt jedoch auf, daß weder Mao Tse Tung noch Ho Chi Minh in die Künste der adäquaten Hitlergrußperformance eingeweiht sind und weiß folglich «daß das mit deren Diktaturen auf Dauer nichts werden kann».

Im Jahre 1971 die Wende: Der Beuys-Schüler Anselm Kiefer kauft sich am Kiosk die taz und ein Wurstbrötchen, das – Zufall hin, göttliche Fügung her – mit dem grinsenden nebst eine hinreichend große Portion Wahnsinn verströmenden Dauerwurstgesicht Jonathan Meeses belegt ist. Kiefer beißt beherzt hinein – und von da an ist nichts mehr so, wie es mal war: Anselm Kiefer bekommt zeitnah eine Schallplatte mit Hitlerreden zwischen die Finger, hört sie an, ist schockiert beziehungsweise standesgemäß auch irgendwie beeindruckt: Plötzlich kann er sich vorstellen, warum so viele Menschen an Hitler geglaubt haben. Er beschließt, damals gerade mal 26 Jahre alt, etwas zu tun, stante pede mit einer Uniform, die er auf dem Dachboden seiner Eltern findet, nach Frankreich und Italien zu fahren, um dort «das Unfaßbare zu begreifen, das in der Nazizeit geschehen war». «Besetzungen» nennt er seine Aktionen, bei denen er sich mit dem Faschistengruß in die Landschaft stellt und ablichten läßt. Nach der Rückkehr von seiner Reise malt er acht «Heroische Sinnbilder», die ihn in genau dieser Pose zeigen:

«Heroisches Sinnbild» von Anselm Kiefer

 

Joseph Beuys’ unheilbarer Kopfschuß durch sowjetische Fremdeinwirkung

Sein Lehrer Joseph Beuys erkennt die formale Spannung zwischen dem Motiv und der Form der Darstellung sofort: «Weißt Du, wie Du so da stehst, das kann kein Nazi sein», erklärte der Träger des Eisernen Kreuzes 1. Klasse und des Goldenen Verwundetenabzeichens, und fährt mit fachmännischem Insider-Wissen fort: «dafür ist Deine Körperhaltung einfach viel zu lasch». Hierzu muß man wissen, daß einem das Goldene Verwundetenabzeichen erst ab einem «unheilbaren Kopfschuß durch sowjetische Feindeinwirkung» verliehen wurde. Weshalb Beuys auch immer seinen Filzhut trägt, sogar abends im Bett, um sein Einschußloch zu verbergen. Trägt er ihn mal nicht und im Beuysschen Schlafzimmer ist das Fenster noch geöffnet – so weiß ein Galerist, der namentlich nicht näher genannt werden möchte, zu berichten –, so kann man bei einem aufkeimenden Luftzug, der seinen knochigen Schädel umspielt, auch mal ein leicht ächzendes Pfeifen vernehmen.

Es erklärt aber auch das Zustandekommen der von Beuys Zeit seines Lebens kolportierten Legende, nämlich daß er «als abgeschossenes Besatzungsmitglied eines Kampffliegers von grimmigen Krimtartaren mit Fett eingerieben und in Filz eingewickelt überlebt – und aus dieser traumatischen Erfahrung den Kern seiner Materialästhetik entwickelt habe». Denn inzwischen ist dank HP Riegels Beuys-Biografie hieb- und stichfest erwiesen, daß diese Geschichte von Joseph Beuys frei erfunden wurde. Aber wie bereits gesagt: Das Goldene Verwundetenabzeichen wurde einem erst ab einem «unheilbaren Kopfschuß usw. usf.» verliehen.

Die Frage ist nur, ob das von und durch Joseph Beuys transportierte Gedankengut deutschnationaler bzw. nationalsozialistischer Couleur, mit dem er übrigens bei der damals Anfang der 1980er-Jahre frisch gegründeten Partei «Die Grünen» so prima reüssierte, ob dieses schon vor seinem «unheilbaren Kopfschuß usw. usf.» präsent war – oder sich erst danach entwickelte. Sicherlich nicht nur für Juristen eine interessante Überlegung…

 

Kiefer! Grüß mir die Nazis, grüß mir den Adolf und grüß mir das Meer …

Nicht Caspar David Friedrich sondern
Anselm Kiefer grüßt bzw. «besetzt» das Meer.

Für den Beuys-Schüler Kiefer ist Adolf Hitler folgerichtig ein «harmloser Biedermann» gewesen, der sich vor allem Operetten angesehen hat, was aus Anselm Kiefers Sicht mit dem gesamten nationalsozialistischen Kunstbetrieb korreliert, da ihm dieser «völlig mittelmäßig, langweilig und abstoßend» erscheint. Sonst noch Probleme? Klar: Während seines Studiums der NS-Kunst findet Kiefer kein einziges Bild, das er nicht als «elend» einstuft. Daß dem Faschismus ein «pseudokünstlerisches System zugrunde lag» berührt und verletzt Kiefer zutiefst. Auch die Tatsache, daß Hitler selbst als Künstler begann und sich in den 1920er-Jahren anhand von inszenierten Fotografien zum Führer stilisierte und trainierte, führte nach Kiefers Ansicht zu einem heiligen Ernst in der Suche nach den Wurzeln der Identität: nicht nur als Deutscher, sondern als Künstler. – Absatz leicht modifiziert zitiert aus Berliner Morgenpost (8. 5. 2008): «Anselm Kiefer macht den Hitlergruß zu Kunst» von Ulf Poschardt.

Über Künstlerkollegen, auch über sein großes Vorbild, den Hitlergrußkünstler Adolf Hitler selbst, die sich vor und nach ihm am Hitlergruß versucht haben, möchte Kiefer am liebsten nichts sagen. «Das ist Redundanz, es ist überflüssig», erregt er sich. «Das war früher und ist heute nur noch ein Kitzel. Ich meine, welche Türen wollen wir da noch eintreten?» Naja, vielleicht mal wieder französische? Oder österreichische? Oder polnische? Oder gar welche von auf deutschem Grund und Boden lebenden Ausländern? Hm? Um mit besagten Ausländern dann vielleicht genau das anzustellen, wozu wir Kraft Hitlergruß und in aller Konsequenz von selbstgefälligen Dummschwätzern und geistigen Brandstiftern, die sich persönlich fälschlicherweise für Hitler, quatsch, Künstler halten, aufgefordert werden, genau jenes zu tun, nämlich sie zu ermorden? Hm? Wäre das nicht ein adäquater «Kiefer-Kitzel-Kick», Herr Besetzungskünstler-Kiefer?

 

Wer Kultur schaffen will,
muß Kultur zerstören!

Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Künstlerkollegen Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann (Letzterer ist Mitglied der Münchner Künstlergruppe SPUR, in der u.a. ebenfalls Heimrad Prem, HP Zimmer, Helmut Sturm, Gretel Stadler, Lothar Fischer, Asger Jorn, Dieter Rempt, Erwin Eisch und G. Britt vertreten sind), die sich zu gleicher Zeit wie Anselm Kiefer mit «heiligem Ernst» auf gesamtdeutscher Sinnsuche nach den Wurzeln unserer/ihrer nationalen Identität befinden und die sie mit dem vorläufigen Befund «Der Deutsche muß von seinem Judenknax befreit werden» (Originalzitat Dieter Kunzelmann) dahingehend zum Abschluß bringen, indem sie am 13. Februar 1970 nachts ein von Juden bewohntes Seniorenheim in der Münchner Reichenbachstraße 27 anzünden, was insgesamt sieben Bewohnern, bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreiche Holocaust-Überlebende, das Leben kostet.

Eine der markigen Thesen der Gruppe SPUR ist: «Wer Kultur schaffen will, muß Kultur zerstören».

Wir sehen: Anselm Kiefers künstlerische Vorreiterrolle in Sachen «Wie mache ich den Hitlergruß – und die damit zwingend im Zusammenhang stehende Ideologie – in Deutschland wieder salonfähig?» trägt erste vollreife Früchte, weshalb er, der Neonazikünstler und Beuys-Schüler Kiefer dafür nicht etwa vor Gericht gestellt wird, sondern im Jahre 2008 als erster bildender Künstler überhaupt und konsequenterweise mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Wir lernen: Solange der Straftatbestand der Volksverhetzung sowie der des unerlaubten Handtierens mit Nazisymbolen in der Öffentlichkeit mit dem Vorzeichen der künstlerischen Redefreiheit versehen wird, bleiben Staatsanwälte machtlos – und es regnet sogar noch angesehene Kulturpreise obendrauf.

Der Autor Martin Büsser schreibt am 8. Oktober 2010 in seinem Blog unter der Überschrift Anselm Kiefer – der Künstler als Deutschlandinsichtragender: «Anfang der Neunziger stand der Autor dieses Artikels verdutzt daneben, als sich zwei Besucher im San Francisco Museum of Modern Art über ein Kiefer-Exponat unterhielten, das ein jüngerer, durchaus weltläufig aussehender Mann seinem Kollegen schwärmerisch mit den Worten anpries: It’s Kiefer, the new nazi artist from Germany!»

Anselm Kiefer wird seine Vergangenheit inzwischen selbst zu brenzlig. Neuerdings verteidigt er sich, daß er selbst ja nichts dafür könne. Das alles läge nur an dem verdammten Jonathan-Meese-Wurstscheibengesicht-Brötchen. Seither leide er an diesen entsetzlichen geistigen Verdauungsproblemen.

 

Ist Juan Antonio Samaranch ein Nazi?

Hitlerbezwinger Nummer eins ist und bleibt Sir Winston Churchill. Von ihm stammt nicht von ungefähr das legendäre und zukunftsweisende Zitat «No sports!» Wenn man sich vorstehendes Bild, das u.a. den Hitlergrußkünstler und langjährigen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Juan Antonio Samaranch (Vierter von rechts) im Jahre 1974 bei einer feierlichen Performance in Barcelona zeigt, so ansieht, so wird einem das Zitat Winston Churchills auf besondere Weise verständlich. Einerseits.

Andererseits ist es jedoch bedauerlicherweise so, daß der Olympische Gruß oftmals mit dem Hitlergruß verwechselt wird. Das Webmedium Literaturkritik schreibt hierzu: «Der von den Franzosen 1936 gezeigte Olympische Gruß wurde von Beginn an als Hitlergruß interpretiert. Sowohl das anwesende Publikum an diesem Tag als auch die Regisseurin Leni Riefenstahl verstanden die Geste so, beziehungsweise wollten sie als Unterwerfungsgeste verstehen. Diese unkritische Lesart setzte sich nicht nur in populärwissenschaftlichen Werken, sondern auch bei zahlreichen Wissenschaftlern durch. Zu hinterfragen wäre dagegen vielmehr, ob seitens der Franzosen eine Fehldeutung des Grußes in Kauf genommen wurde, da bereits bei den vorangegangenen Winterspielen der gezeigte Gruß entsprechend missverstanden wurde.»

Darüber hinaus sey der Olympische Gruß, so steht es hin und wieder zu lesen, eine Ableitung des Römischen Grußes, des Saluto Romano. Wikipedia schreibt dazu: «Der Historiker und Professor Martin M. Winkler hält dazu fest: Kein einziges römisches Kunstwerk – Skulptur, Münze oder Malerei – zeigt einen Gruß von der Art, die sich im Faschismus, Nationalsozialismus oder einer verwandten Ideologie findet. Er ist auch der römischen Literatur unbekannt und wird nie von antiken Historikern erwähnt, weder von denen des republikanischen noch denen des kaiserzeitlichen Roms.»

Fragt sich eigentlich nur, was den Aktions- und Hitlergrußkünstler Juan Antonio Samaranch dazu treibt, diese mißverständliche Geste zu gebrauchen? Vor allem nur zwei Jahre nach dem antisemitischen Terroranschlag auf israelische Sportler während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München? Ein erster zaghafter Vorstoß, verbunden mit der Zielsetzung die Einrichtung Olympisches Dorf zukünftig in Olympisches Konzentrationslager oder gleich die gesamte Veranstaltung in Olympische Gaskammerspiele umzubenennen? Restlos auszuschließen ist das bei einem Vollblutspanier wie Juan Antonio Samaranch, der prima mit Franco und seinem Regime zurechtkam, leider nicht.

 

Hitler, ein Fußballtrainer?

Der griechische (sic!) Fußballkünstler Giorgos Katidis fliegt aus der Nationalmannschaft, weil er ein Tor mit dem Hitlergruß feiert. Außerdem ist er lebenslang gesperrt. Welches tragische Mißverständnis, wollte Giorgos Katidis doch lediglich seinen alten Fußballtrainer auf der Tribüne grüßen:

 

Die vielen unterschiedlichen Wurstscheibengesichter
Jonathan Meeses

Der Ende August 1992 noch schüchterne Hitlergrußnachwuchskünstler Jonathan Meese (rechts im Bild) beschließt, an einen Ort mit «politischem Brennpunktcharakter» (Meese über Meese) zu reisen, um dort spontan bereits Erlerntes auf seine Praxistauglichkeit hin zu überprüfen. Die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Rostock-Lichtenhagen scheint ihm hierfür ein geeigneter Ort. Medientechnisch noch hinreichend unerfahren, unterläßt es der künstlerische Nachwuchsnazi Meese sträflichst, einen eigenen Fotografen mitzubringen und so hat er Glück, daß der Fotograf Martin Langer zugegen ist, der seine nationalsozialistisch ausgerichtete Bettnässer-Performance einem internationalen Medienecho zuführt.

Zu diesem Zeitpunkt trägt Jonathan Meese zwar nicht wie Anselm Kiefer «Deutschland in sich» – aber immerhin schon mal «auf sich». Steht dieses «auf sich» etwa für die gesamtdeutsche Schuld?

Inzwischen ist Jonathan Meese ein ausgereifter und ausgebuffter Serienhitlergrußkünstler, der auf seinem Spezialgebiet so schnell nichts mehr anbrennen läßt, wie beispielsweise am 26. Juni 2013 im Nationaltheater Mannheim wo er anläßlich der 17. Internationalen Schillertage das Meese-Stück «Generaltanz den Erzschiller» aufführt. (Foto: ©Uli Deck/dpa)

Jonathan Meese entdemokratisiert sich während seiner Rede auf offener Bühne vor dem erlauchten Publikum: «Demokratie wird nicht mehr benötigt, sie ist nunmal nicht zukunftsfähig!» ‪O si tacuisses, philosophus mansisses‬… (Foto: ©Jan Bauer.net)

Beschäftigt man sich eingehend mit den Äußerungen Meeses und mit ihm als Person, so werden zwei Dinge sehr schnell klar: 1) Jonathan Meese ist weder Nazi noch Antisemit. 2) Jonathan Meese hat verschärft einen an der Waffel, sein Intellekt ist nicht in der Lage, die Auswirkungen seiner Äußerungen und seines Handelns auf die Gesellschaft auch nur annähernd einzuschätzen. Stattdessen fühlt er sich in seinem Handeln auch dadurch bestärkt, weil man es ihm gestattet, in einer Tour Unfaßliches abzusondern, wie beispielsweise in der ansonsten doch recht ordentlich gemachten Kunstzeitschrift monopol, und zwar im Netz mit Datum vom 11. 07. 2013: «Die Nationalsozialisten waren brutal und radikal – aber nicht radikal genug. Hätte sich Adolf Hitler rechtzeitig auf seine künstlerischen Anfänge besonnen, hätte sich der Diktator also „totalst“ von der Kunst okkupieren lassen, wäre der Menschheit Furchtbares erspart geblieben. Totalkunst statt Krieg.»

 

… hätte sich der Diktator also «totalst»
von der Kunst okkupieren lassen …

Bei genauer Analyse der vorstehenden Aussage des hitlergrußaffinen Meese würde dies im logischen Umkehrschluß zwangsläufig bedeuten, daß Jonathan Meese, würde man ihm die Möglichkeit nehmen, sich wie bisher «totalst» von der Kunst okkupieren zu lassen, umgehend wie sein alter ego Adolf Hitler zu einem unberechenbaren Massenmörder mutierte. Die Abschaffung der Demokratie fordert Meese ja bereits mannigfach und vehement! Handelt es sich hierbei also möglicherweise um eine versteckte Erpressung Jonathan Meeses gegenüber unserer Gesellschaft? A là: Wenn Ihr mich nicht weiterhin «totalst» von der Kunst okkupieren laßt wie bisher, dann werde ich quasi automatisch ein zweiter «richtiger» Hitler, und das mit allen einhergehenden Konsequenzen, die Ihr aus der Vergangenheit bereits bestens kennt? Falls ja, so gehört der Knabe aus unserer Sicht umgehend weggeschlossen.

Gerade in einer Zeit, in der durch den Fall der Mauer, quatsch, den Fall des Gustl Mollath transparent wird, daß er ganz offensichtlich als jahrelanges Opfer einiger nicht sonderlich kompetent agierender Juristen um die Ausübung seiner bügerlichen Freiheitsrechte gebracht wurde, darf es keinesfalls heißen, daß wir im Gegenzug jene Gesellschaftsmitglieder, die der dringenden nervenärztlichen Betreuung und Fürsorge bedürfen, verängstigt und irritiert im Regen stehen lassen. Damit wäre niemandem geholfen.

Ist denn nicht irgend jemand in seiner näheren Umgebung, der sich für ihn zuständig oder gar verantwortlich fühlt?

Again, auch wenn es uns nicht ganz einfach in die Tastatur fließen will: Jonathan Meese ist kein Nazi. Er ist weit weg davon entfernt:

Mal angenommen, er wäre einer: Wen oder was würde er denn dann mit der vorstehenden szenischen Darstellung zum Ausdruck bringen wollen? Hitlers Ermächtigungsgesetz? Eine außerirdische Wünschelrute? (Foto: ©Uli Deck/dpa)

 

Der Kunstdiktator wegen
Größenwahn vor Gericht

Bei einer Debatte über «Größenwahn in der Kunst» im Juni 2012 in Kassel zeigt der Berliner Künstler Jonathan Meese einmal mehr den verbotenen Hitlergruß. Deshalb muß er sich in Kassel vor einem Gericht dafür verantworten. Am 14. August 2013 wird er freigesprochen: Meese erklärt in seiner gut halbstündigen Verteidigungsrede, daß er mit Ideologien nichts am Hut habe und, not to forget: «Ich kann einen Apfel malen, ohne je einen Apfel gegessen zu haben. Ich kann den Hitlergruß machen, ohne etwas damit zu tun zu haben. Das geht.» Das genügt dem Gericht für einen Freispruch.

Uns genügt das aber nicht. Denn man kann auch einen Menschen beleidigen und ihn trotzdem sympathisch finden, ihn, ähm räusper, umbringen, ohne ihn vorher überhaupt gekannt zu haben. Das geht. Ja, man kann sogar einen Lottoschein ausfüllen, ohne ihn vorher abzugeben. Das geht auch. Und weil dem so ist, will Staatsanwalt Dr. Enrico Weigelt prüfen, ob er in Berufung geht, Revision einlegt, oder die Sache nunmehr auf sich beruhen läßt.

 

Starben Künstler in den
Gaskammern der Documenta?

Was wir in unserer Redaktion einfach nicht verstehen wollen oder können, ist der Handlungsgrund Jonathan Meeses. Was will er uns erzählen? Daß der Kunstmarkt diktatorisch ist? Was er übrigens nicht ist. Daß die letzte Documenta-Chefin diktatorisch agierte? Stimmt. Aber das tun überall auf der Welt Millionen von Menschen tagtäglich. Daß die beiden Macher der vorletzten Documenta diktatorisch agierten? Stimmt. Aber das tun überall auf der Welt Millionen von Menschen tagtäglich. Daß der Macher der vorvorletzten Documenta diktatorisch agierte? Stimmt. Aber das tun überall auf der Welt Millionen von Menschen tagtäglich. Nur: Was hat das mit Hitler, mit dem von ihm entwickelten Hitlergruß sowie mit dem von ihm inszenierten Völkermord zu tun? Wurden denn die Künstler, die nicht auf den letzten drei Documenta-Ausstellungen vertreten sein durften, in Gaskammern ermordet? Abgesehen davon: Welches Greenhorn möchte denn noch auf dieser völligst heruntergekommenen Veranstaltung namens Documenta ausstellen? Die weltweit wichtigste Kunstausstellung? Hihi, das war mal – und ist schon lange her. Die Documenta besuchen nur noch Leute, die sich zwar für Kunst interessieren, aber mit dem Erkennen und der Beantwortung inhaltlicher Fragestellungen noch nicht so bewandert sind – oder Fachleute, denen das Unbehagen deutlich im Gesicht geschrieben steht. Das erklärt auch, warum mit zunehmender inhaltlicher Verschlechterung der Documenta die Zahl ihrer Besucher jedoch stetig weiter steigt.

Und wie, bitteschön, kann man sich nur bemüßigt fühlen, nachfolgendes Meese-Zitat unkommentiert zu publizieren? Here it is: «Demokratie wird nicht mehr benötigt, sie ist nunmal nicht zukunftsfähig!» Das sind lebensgefährliche Äußerungen. Deshalb muß für einen, sich auf geistiger Ebene immer noch in der pränatalen Entwicklungsphase Befindender, unseres Erachtens möglichst umgehend folgende Erziehungsregel zwingend zur Anwendung kommen: «Messer, Gabel, Scher’ und Licht sind für kleine Kinder nicht!»

 

Jonathan Meese ist schuldig
im Sinne der Anklage!

Wir halten Jonathan Meese zwar für schuldig im Sinne der Anklage, ihn selbst jedoch für schuldunfähig, da er offenkundig unfähig ist, die Konsequenzen, die aus seinem Handeln resultieren, auch nur annähernd adäquat einzuschätzen. Konsequenzen? Welche Konsequenzen? Well, da hätten wir beispielsweise diese Nummer, die sich nur vier Monate nach Meeses medienpräsenter Hitlergrußperformance in Kassel nun ihrerseits den Weg in die Öffentlichkeit bahnt:

Augenzeugen bestätigen gegenüber Die Stimme, daß am 10. Oktober 2012 am Hohenstaufen-Gymnasium in Bad Wimpfen nicht wenige, sondern zumindest einige Schüler den Hitlergruß zeigten. Diese hätten die Aufforderung ihres Schulleiters bewußt falsch verstehen wollen. Es sei wohl als ein Spaß gedacht gewesen. Auf dem umstrittenen Foto sind auch viele Schüler zu sehen, die den Arm ohne Hitlergruß-Absicht oder auch gar nicht heben. Die Hitlergruß-Szene festgehalten hat ein Schüler, der sich mit seinem Handy in einem Stockwerk über dem Kreuzgang aufhielt. Anschließend veröffentlichte er das Foto im sozialen Netzwerk Facebook. Ein anderer Schüler ergänzte die Szene mit Nazi-Symbolik – Hakenkreuz und Reichsadler. So nahm alles binnen kürzester Zeit seinen Lauf…

 

Zero-Mack über Zero-Zero-Meese

Der Maler, Bildhauer und Zero-Künstler Prof. Heinz Mack (82) findet die Hitlergruß-Aktionen Jonathan Meeses schlicht «dumm». Seine Begründung: «Da fehlt jede Art von intellektuellem, künstlerischem oder spirituellem Anspruch. Zwar gehöre Provokation zum Wesen des Künstlers. Meeses Aktionen seien aber keine intelligenten Provokationen. Angesichts des monströsen Massenmordes der Nationalsozialisten erscheinen einige eitle Selbstdarstellungen und Klamauk-Rituale oft nur beschämend und auch sehr jämmerlich.» Außerdem findet Mack es «peinlich», daß Meese damit so viel Aufmerksamkeit erlangt habe.

Eine unglaublich intelligente Umgangsweise mit der hier gegenständlichen Nazi-Problematik kommt vom Ludwigsburger Regisseur Tobias Haase, der jüngst mit seinem Sachvortrag die internationale Presse aufmischt: Da fährt in der Optik eines aufwendigen Werbespots ein mit neuester Sensorik-Technologie ausgestatteter Luxus-Mercedes durch ein kleines österreichisches Dorf namens Braunau am Inn und bremst rechtzeitig vor zwei jungen Mädchen, die etwas unvorsichtig auf der Straße spielen. Dann fährt der Wagen weiter, und weil es sich beim nächsten Kind rein zufällig um Adolf Hitler im zarten Kindesalter handelt, bremst der moralisch denkende und handelnde Luxus-Mercedes nicht etwa ab, sondern überfährt zielstrebig den angehenden Diktator. Aus der Vogelperspektive wird ersichtlich, daß der tote Adolf Hitler in Hakenkreuzformation auf dem Asphalt liegt. Dazu der entsetzte Schrei der Mutter: «A-D-O-L-F!!!» Der nun eingeblendete Killer-Claim lautet: «Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen»:

Das ist ziemlich strenger Stoff, zumal er gleich auf mehreren Ebenen das Thema auf unterschiedliche Weise angeht und gekonnt provoziert. Ein Jonathan Meese ist zu solchen Geistesleistungen nicht mal ansatzweise fähig. Er interessiert sich in seiner grenzenlosen Ich-Bezogenheit auch nicht dafür, ob er durch sein Agieren möglicherweise dazu beiträgt, daß die Hemmschwelle, sich mit den Symbolen und letztlich auch mit den Greultaten der NS-Diktatur zu identifizieren, in der Gesellschaft immer weiter sinkt, beziehungsweise durch seine vermeintliche Vorbildfunktion als Künstler nicht dazu sogar regelrecht ermuntert. Ein weiteres Beispiel, diesmal aus dem Reich der katholischen Kirche:

Zwei angehende Pfarrer müssen das Würzburger Priester-Seminar verlassen, einem dritten droht ebenfalls der Ausschluß. Das erklären der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Mittwoch, den 31. Juli 2013 in Würzburg. Es sind keine Lappalien, die eine dreiköpfige Untersuchungskommission in einem mehr als 200 Seiten dicken Bericht zusammengefaßt hat. Demnach parodierte der nun ausgeschlossene Seminarist aus dem Erzbistum Bamberg im Bierkeller des Priesterseminars zusammen mit einem weiteren Alumnen Adolf Hitler und zeigte mindestens einmal den Hitlergruß. Außerdem erzählte er mindestens drei Judenwitze. Dabei handelte es sich «um völlig unakzeptable und unerträgliche KZ-Witze, womit die fabrikmäßige Ermordung unzähliger jüdischer Kinder, Frauen und Männer im Dritten Reich zum Gegenstand von Spott und Hohn gemacht wurde», sagte Norbert Baumann, der Vorsitzende der Untersuchungskommission. Norbert Baumann ist Richter am Oberlandesgericht Bamberg. Beim Mittagessen sei nach einen «Neger zum Abräumen» gerufen worden, was die Kommission als eine «nicht hinnehmbare rassistische Äußerung» wertet. – Absatz komplett aus einem Artikel der Süddeutsche.de. Ergänzung: Der 204 Seiten dicke Bericht liegt nunmehr auch der Staatsanwaltschaft Würzburg vor, die die Vorgänge auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüfen will.

 

Jonathan-Meese-Gefolgspartei in Griechenland mit 21 Abgeordneten im Parlament

In Griechenland gründen Kunststudenten die Jonathan-Meese-Gefolgspartei, die unter dem Decknamen Golden Dawn firmiert. Es gelang der künstlerisch ausgerichteten Meese-Hetz-Partei sofort im ersten Anlauf bei den jüngsten griechischen Parlamentswahlen einen Stimmenanteil von 7% zu erringen, was ihnen 21 Abgeordnetensitze im Parlament einbringt. Aber wie sagte doch Mark Twain einst so treffend: «It’s easier to fool people than to convince them that they have been fooled».

Vorstehend ein brillanter Klassiker, der vielleicht auch dank seines intelligenten Umgangs mit der Thematik Hitlergruß für die Strafverfolgungsbehörden nie ein Thema war.

 

Fußball-Nazis berufen sich auf Jonathan Meese und sagen, daß auch Nazis Künstler seien.

Am 3. Juli 2010 berufen sich inmitten geschätzter 25.000 Fußballfans, die im Frankfurter Waldstadion im Rahmen eines sogenannten Public Viewings das WM-Spiel Argentinien gegen Deutschland verfolgen, einige auf die besondere Rede- und Performancefreiheit der Kunst, und zwar weil nach Joseph Beuys jeder Mensch ein Künstler sei. Und weil zudem laut Jonathan Meese jeder Künstler für jede Tat, egal welche, grundsätzlich straffrei ausgeht, beschließen sie, es Meese heimzuzahlen, quatsch, gleichzutun und den Hitlergruß zu zeigen. Ferner, so führen sie aus, gehe es ihnen darum, optisch den Herrenmenschen vom Untermenschen klar zu trennen, denn auch das sei schließlich «durch die Meinungsfreiheit der Kunst abgedeckt», so vermuten sie jedenfalls. (Foto: ©peter-juelich.com)

Ein weiterer Aspekt, der bei eingehender Würdigung des bisherigen Œvres Jonathan Meeses transparent wird, ist sein starker Hang zur Nachahmerei. Wir haben nicht eine einzige Arbeit Jonathan Meeses finden können, die, salopp gesagt, «auf seinem eigenen Mist gewachsen ist». Ein Beispiel:

Jeder, der nur ein bißchen Ahnung von Kunst und dessen Geschichte hat, wird diese Arbeit Jonathan Meeses mit dem Titel «Gelber Baron» dem Werk Jean Dubuffets zuordnen wollen. Nur ein klitzekleines Beispiel. Egal, welche Arbeit Meeses man sich auch vorknöpft, es läuft immer auf ein Plagiat bzw. eine Epigone hinaus.

In einer Nazidiktatur wäre Meese also kein Macher, als der er sich immer wieder (wie eben auch Adolf Hitler selbst) gerne stilisiert, sondern einer jener vielen Millionen Feiglinge, die als Mitläufer für das gros der in Auschwitz oder anderen Nazi-Konzentrationslagen ermordeter Juden verantwortlich waren, weil sie durch sie denunziert und somit ans Messer der NS-Schergen geliefert wurden. Hier eine Zusammenstellung der ‪Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland‬.

In dem Strafprozeß gegen Jonathan Meese vor dem Kasseler Amtsgericht, das am 14. August für Jonathan Meese vorläufig mit einem Freispruch endet, betont sein Anwalt Dr. Pascal Decker: «Es handelt sich unzweifelhaft um ein Werk der Kunst». Damit soll suggeriert werden, daß die Taten oder die Aktionen eines Künstlers quasi grundsätzlich über dem Gesetz stünden. Nur, wenn dem so wäre, dann dürfte ein brillanter Künstler wie Wolfgang Beltracchi derzeit nicht in Haft sitzen, dann dürfte ein ebenso brillanter Künstler wie Konrad Kujau niemals in Haft gesessen haben – und die Verbrechen Adolf Hitlers sowie die aller Mitwirkenden der gesamten NS-Diktatur dürften niemals als Verbrecher gebrandmarkt und als solche sanktioniert werden, weil sie ursprünglich von dem Künstler Hitler konzipiert und initiiert wurden. Und das kann es ja wohl nicht sein. Zusätzlich führt Meeses Rechtsanwältin Dr. Heide Sandkuhl aus: «Man muß das, was Jonathan Meese macht, nicht mögen, aber man darf es nicht verurteilen.» Wer sagt das? Ach ja, da steht’s ja: Rechtsanwältin Dr. Heide Sandkuhl.

Und mal ein bißchen was Fiktives zum Abschluß: Wie wäre eine eventuelle und angeblich künstlerische Arbeit Jonathan Meeses juristisch zu bewerten, die das Foto einer Gaskammer in Auschwitz zeigte und in typisch Meesescher Runenschrift darüber stünde: «Den Holocaust hat es nie gegeben»? Kunst? Keine Kunst? Volksverhetzung? Keine Volksverhetzung? Holocaustleugnung? Keine Holocaustleugnung? Kindergarten? Kein Kindergarten? Millionen Tote? Keine Millionen Tote?

Auf die Gefahr hin, daß wir uns wiederholen: Es gibt eine Reihe starker Anhaltspunkte, die die Annahme, daß Jonathan Meese möglicherweise schuldunfähig ist, hinreichend begründen. Aber auch darum geht es eigentlich nicht. Es kann nur darum gehen, einen rechtlich abgesicherten Weg zu finden, Jonathan Meese davon abzubringen, zukünftig auch nur im entferntesten an Hitler zu denken. Unseres Erachtens müßte so eine Art geistige Entziehungskur zur Anwendung kommen. Vielleicht mit Waldmeister-Einläufen und Waldspaziergängen und Waldheim-Lektüre-Verbot und so…

 

Hege und Pflege
nationalsozialistischer Allmachtsphantasien

Außerdem muß klar werden, daß jede Privatperson und jeder Veranstalter, der einem Jonathan Meese in seiner jetzigen geistigen Verfassung eine Bühne für seine sinnlosen, überflüssigen und eben doch strafrechtlich relevanten, weil volksverhetzenden Auftritte bietet, am Wiedererstarken antisemitischer Tendenzen in unserer Gesellschaft nicht nur eine moralische sondern auch eine rechtliche Mitverantwortung trägt. Vor dem Kasseler Amtsgericht bestätigt Meese: «Und jeder, der mich einläd, weiß, wen er sich da auf die Bühne holt. Bei mir kann immer alles zur Performance werden – außer jetzt hier oder im Restaurant». Deshalb müßten eigentlich auch die jeweiligen Veranstalter juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Es kann nicht sein, daß zur Hege und Pflege nationalsozialistischer Allmachtsphantasien vor einem breiten Publikum, ein hitlerfixierter Kunstspinner als williger Strohmann auf die Bühne gestellt wird, der im Falle des Falles vor dem Gesetz als einziger den Kopf hinhalten muß.

Meeses Spiel mit Symbolen und dem Jargon des «Dritten Reichs» bedeutet mindestens die billigende Inkaufnahme eines wachsenden Antisemitismus (Meerschweinchenreport berichtete hier) und den damit im Zusammenhang stehenden Morden an Ausländern, wie beispielsweise auch die, die durch die sogenannte NSU verübt wurden.

***Materialien für den erweiterten Diskurs***
Hitlers dritte Zähne – ein Drehbuch

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Großer Leserwettbewerb: «Freundliche Taxierscheinungen in Wiesbaden»

5 Aug

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Taxis gehören laut einer von Wikipedia initiierten Umfrage eindeutig zur Gattung der agilen Leuchtkopffledermäuse. Eigentlich. Taxis sind aber auch, so man bereit ist, den Ergebnissen einer Analyse über deren Inhaltsstoffe, die das Institut Fresenius im Auftrag der Bundesregierung kürzlich durchführte, zu folgen, so sind Taxis auf dieser Betrachtungsebene eher als nahe Artverwandte des einsatzfreudigen Containerschiffs einzustufen – und zu begreifen. Ebenfalls eigentlich. Geschäftsleute hingegen bezeichnen sie gerne als Rechenmaschine auf Rädern. Was zwangsläufig dazu führt, daß wir uns jetzt als leicht irritiert bezeichnen müssen.

Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, daß es Taxis vortrefflich verstehen, subtil auf sich aufmerksam zu machen. Unser Redaktionsfotograf kann ein hübsches Lied davon singen. Kaum, daß er die Kamera im Anschlag hat, um beispielsweise die «Griechische Kapelle», den Michelsberg, die Webergasse oder das Opelbad abzulichten, so macht es «brooooom» – und ein Taxi fährt quer durchs Bild.

Daß dies jedoch keinesfalls plump, sondern mit einem hohen Maß an ästhetischem Gefühl und Sinn für eine gute Bildgestaltung geschieht, davon zeugen die hier abgebildeten Aufnahmen. Dieser Umstand beflügelte uns, über die Veranstaltung einer entsprechenden Lesereinbindemaßnahme nachzudenken.

Das Ergebnis: Wir bieten sie gelumbeckt oder als Fadenheftung an. Ergo: Alles, was Sie tun müssen, ist, uns Ihre Taxierlebnisse in Wort und/oder Bild mitzuteilen.

Nachfolgende Fragen sollen Ihnen bei Ihrer Textentwicklung eine kleine Hilfestellung bieten: «Haben auch Sie schon mal ein Taxi gesehen? Und falls ja: in welchem Kontext? Oder sind Sie gar schon mal mit einem mitgefahren? Falls ja: Wie war die Verpflegung an Bord? Gab es zeitliche Abweichungen vom Fahrplan? In welchem Land bzw. welcher Stadt waren Sie da gerade unterwegs? (Nordenstadt, Amöneburg, Biebrich, Kohlheck, New York, …?) Worüber referierte der Fahrer, die Fahrerin? Über Mathematik? Winston Churchill? Die Schwierigkeit, bei Staatsbesuchen Kanaldeckel anständig zu verschweißen? Oder gar das Wetter?»

Aber auch Taxifahrerinnen und Taxifahrer können sich an unserer Leserinnen- und Leseraktion beteiligen: Schreiben Sie uns zum Beispiel, was Ihnen schon einmal Gewöhnliches oder gar Ungewöhnliches mit Ihren Fahrgästen passiert ist: «Trugen sie eine Brille? Waren sie in Eile? Wurde Ihnen schon einmal ein treuherziger Vierbeiner als Zahlungsmittel angeboten?»

Die besten Geschichten werden wir im Meerschweinchenreport veröffentlichen. Einsendeschluß ist der 31. November 2013.

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, es sei denn, Sie drohen uns bei drohender Nichtveröffentlichung mit Ihrem Anwalt. In solchen Fällen werden wir routiniert kleinbeigeben – und nahezu alles veröffentlichen. (Wichtig: Fällt die Frist des Einsendeschlusses zufälligerweise auf einen Sonn- oder Feiertag, so verlängert sie sich automatisch auf den darauffolgenden Werktag.)

Möchten Sie in absehbarer Zeit auf die Dienste eines Wiesbadener Taxiunternehmens zurückgreifen? So können Sie beispielsweise unter diesen Telefonnummern entsprechende Vorkehrungen treffen. Allerdings gibt es auch noch weitere Wiesbadener Taxi-Unternehmen, die nicht in den Gelben Seiten stehen und ebenfalls auf ihren Websites einen freundlichen, netten, tüchtigen und hilfsbereiten Eindruck machen.

Möchten Sie in absehbarer Zeit wissen, wie es ist, mit einem Taxi quer durch den Wiesbadener Regen zu streifen, so mag Ihnen dieses Digitalheftchen unseres Redaktionsfotografen einen entsprechenden Eindruck vermitteln.

Für Ihre Wettbewerbseinreichungen, die Sie bitte bis zum 31. November 2013 in absehbarer Zeit vornehmen möchten, nutzen Sie bitte dieses Kontaktformular:

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1. Weltklimakonferenz der Strandkörbe vom 28. bis 30. Juni 2013 in Wangerooge

9 Jul

Lange schon war unser Redaktionsteam nicht mehr so aufgeregt, wollten doch schließlich die vielen, vielen weltweit sich im Einsatz befindlichen Strandkörbe ein Zeichen setzen – und den Klimawandel endlich und ganz ultimativ verbieten.

Das Foto zeigt die uns vorauseilende Maschine, die, da durch ein sehr starkes Teleobjektiv aufgenommen, den Eindruck erweckt, als habe sie sich bereits dem Mond gefährlich, weil klimawandelbegünstigend, genähert, was aber – Glück im Unglück – nur eine optische Täuschung darstellt.

Kurz nach der Landung wird die Entschlossenheit, mit der die internationalen Strandkorbdelegationen angereist sind, mehr als überdeutlich: Die Neuseeländer fahren gleich zu Beginn scharfe Geschütze auf: Sie haben temporär das Erscheinungsbild einer Schafherde angenommen. Ihre unmißverständliche Botschaft: Hier wird notfalls um jeden Grashalm gestritten – und schon gar nichts verschenkt.

Der Freitagabend ist von den Veranstaltern eigentlich als zwangloses und gemütliches «Get together» geplant, allerdings macht ihnen das kühle – ja fast eisige – Klima zwischen den angereisten Delegationen einen gehörigen Strich durch die empfindliche Rechnung.

Selbst die wenigen menschlichen Hilfsmitarbeiter, die sich spontan auf die Strandkorbparty zubewegen, um ihre vermittelnden Dienste anzubieten, dürfen die zweispurige Trennungslinie nicht überqueren.

Auch die Bemühungen der Grenzpatrouille, die frostige Stimmung mit warmtemperaturigen Lichtstrahlern aufzubessern, bringt keine nennenswerten Erfolge: Im großen und ganzen herrscht Schweigen im Strandkorbwalde.

Erst am nächsten Tag kommt etwas Bewegung in die Buden. Die, die für die Herbeiführung einer künstlichen Erkältung unseres Planeten sind, zeigen sich verschnupft und blaugestreift; und die, die für Wiederaufforstung der tropischen Regenwälder sind, leuchten belehrend grüngestreift. Allerdings ist die Menge der noch Meinungslosen in ihrer Anzahl unübersehbar dominant.

Hier möchte das Meer bei der adäquaten Meinungsfindung helfend unter die Arme greifen: Es zeigt sich ganz in hellem Blaukleid, was gleichbedeutend mit «Hey Jungs, was habt Ihr? Es ist doch alles in bester Ordnung!» ist. Und das Meer wird es ja wohl schließlich wissen.

Für die Mittagspause wird immerhin ein me(e)(h)rheitsfähiger Beschluß herbeigeführt: Es sollen sich alle Strandkorbdelegierte zum Zwecke der kurzfristigen geistigen Zerstreuung eine Folge «hr2 – Der Tag» anhören; und zwar in der heruntergeladenen Podcastversion zum Thema «Fälschen bis der Sammler kommt – Wozu noch Originale».

Was als gut gemeinter Approach zur Steigerung des allgemeinen Konferenzklimas gedacht ist, entpuppt sich jedoch als Sprengsatz mit GAU-Qualitäten: Es dauert nicht lange und jeder wirft jedem vor, fremde Meinungen zu äußern; jede wirft jeder vor, ihre Schwangerschaften gefälscht und bei anderen abgeschrieben zu haben. Plötzlich taucht aus den Tiefen der karierten und gestreiften Meinungsvielfalt Daniel Buren auf, der jedoch sofort im Blitzlichtgewitter untergeht. Das Gerücht geht um, alle Strandkörbe seien keine Originalarbeiten von Daniel Buren – was Konsequenzen haben müsse.

Als dann noch von einigen unbeugsamen Konferenzteilnehmern bemängelt wird, daß in der Podcastsendung überhaupt nicht über den seltsamen Kunstkritiker und Expertisenaussteller Werner Spies reflektiert wurde, und daß die Rolle Heinrich Lübkes als Architekt und Möglichmacher des Tragens gestreifter KZ-Häftlingskleidung in besagter Sendung ebenfalls nicht durchleuchtet worden sei, steht die gesamte Konferenz Kopf und kurz vor dem Abbruch.

Wie gut, daß die Sonne ein Einsehen hat und die einmal mehr in eisige Gesprächsstarre verfallenen Klimakonferenzlinge mit wohltuender Wärme versorgt, was überraschenderweise auch dazu führt, daß Kinder, die in den Konferenzbereich eingedrungen sind, toleriert werden. Aber ist das Problem damit gelöst? Oder sollte man Daniel Buren nicht einfach mal den Amerikanern ausliefern? Allein schon aus Prinzip? Oder ist Wärme vielleicht doch nicht so schlecht? Dem Grunde nach besteht noch ausreichend Gesprächs- und Diskussionsbedarf.

Ein Blick zurück (und ins Standkorbdelegiertenmuseum): Vergleicht man die heutige Situation mit der von vor achtzig Jahren, so ist doch nicht zu übersehen, daß die starre und unverrückbare Grundhaltung der Strandkorbdelegierten im Laufe der Jahrzehnte «weicher» geworden ist. Früher gänzlich aus Beton genormt und geformt sind sie heute doch um einiges flexibler und verhandlungsbereiter geworden. Rechts unten im Bild: Zwei Standkorbdelegiertenmuseumswärter absolvieren ihren Rundgang durch die Reihen der Betonstrandkorbdelegierten.

Die Arbeit des Chiropraktierteams zeitigt Erfolge: Verkrampfungen werden dadurch gelöst, indem die Strandkörbe kurzerhand in den Wind gehängt und skeletttechnisch mal ordentlich «durchgeblasen» werden. Hier in einer ausgiebigen Einzelsitzung.

Na bitte! Es geht doch: Zwar scheint die Zahl derer, die für die Herbeiführung einer künstlichen Erkältung unseres Planeten sind, zu steigen, aber der Schein trügt, da inzwischen ein Beschluß herbeigeführt wurde, der besagt, daß Blau nicht mehr im Sinne von Blau zu deuten sei. Ein erster wichtiger Erfolg für den Sieg der sich abzeichnenden «Großen Mitte». Der Sonnenuntergang tut sein übriges.

Zwei Reiserouten, weiß wie Reis,
Kreuzen sich im blauen Felde.
Geschwindigkeit, so heißt das Gleis:
Es geht ums gute Gelde.

Dies, so seys, ist prima Sache.
Aber auch der Ruhe sei bedacht.
Damit von Last befreit ein jeder Drache
Sein kraftvoll Feuer neu entfacht.

So sind Kraft und Pause,
Lila süß in Bernsteinzimmern
Überall zu Hause:
Befleckt mit Freudenschimmern.

Das Blau ist nun gänzlich verschwunden, es existieren nur noch Grün und Rot und Gelb und eigentlich ist den Strandkorbdelegierten immer mehr alles egal, weil «the man next to you is your brother» und «das Leben ist so schön» und «Eile mit Weile» und «Wie wichtig nehmen wir uns eigentlich, daß wir glauben, wir wären in der Lage, Kraft unseres Handelns das Klima nachhaltig zu beeinflussen?» und überhaupt… und so verwundert es nicht weiter, das Themen wie beispielsweise «Fußgängerreflexzonenmassage» immer mehr an Bedeutung und die Oberhand gewinnen.

Alle Strandkörbe bekräftigen beim obligatorischen Abschlußgruppenfoto, daß sie sich nächstes Jahr wieder treffen sollten und zukünftig «mehr Komfort für alle» bieten möchten – und daß eigentlich alles ganz schön ist, sogar dieses seltsame Schwarzweißwetter der letzten Tage.

Und was ist ein gutes Schwarzweißfoto? Das ist ein gutes Schwarzweißfoto. Alles drin: Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Optimismus und natürlich auch der Aspekt der Versöhnung (Zwei Flugzeuge kommen aufeinander zu).

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John McAfee: «How To Uninstall John McAfee»

26 Jun

John McAffee has lived his dream – and now his dream lives him. This quite interesting viral has gained more than 3,5m views in just one week. You should see it.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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«Frühstücksfernsehen» von Olli Dittrich

25 May

Die konsequenterweise zu fast mitternächtlicher Zeit ausgestrahlte Erstsendung von Olli Dittrichs begnadeter Satiresendung «Frühstücksfernsehen» ist schlicht unfaßlich. Sie hat mit den normalen Genres «Comedy», «Kabarett» oder herkömmlicher Satire nichts zu tun. Und strenggenommen ist seine Sendung auch nicht richtig lustig, sie verdeutlicht auf unglaublich intelligente Weise ziemlich drastisch die Armseligkeit des Formates «Frühstücksfernsehen». Ohne ein Ausnahmetalent wie Olli Dittrich wäre diese Art der Umsetzung undenkbar.

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Satire: Von «Oh! Là! Le polar!» hin zu «L’art pour l’art» – Ein faszinierender Kurzreisebericht durch die Welt menschlicher Synapsen

2 May

Gustave Flauvages (1667 – 1944) Gemälde «Etwas Warmes braucht der Bär» (Ausschnitt) aus dem Jahre 1848 gilt in Fachkreisen nicht nur als Meilenstein auf dem Gebiet des «rational verlebten bzw. verklebten Impressionismus» sondern diente in den 1970er Jahren ebenfalls als Vorlage für die mittlerweile als legendär zu bezeichnenden Maggi-Suppen-Werbespots «Etwas Warmes braucht der Mensch». Zu Beginn des 21. Jahrhunderts könnte es als ausgleichendes Korrektiv im Kampf um die Meinungsvorherrschaft in Sachen Klimawandel Wirkung zeigen – und so verdient Einzug in die Hall of Fame paradox agierender Wogenglätter halten. Wir sind gespannt, ob es dazu kommen wird.

Stand am Anfang der Ausruf «Oh! Là! Le polar!» (Oh! Seht! Ein Polarbär!) noch für die Sichtung eines Polarbären (französische Bezeichnung für Kühlschrank in den eigenen vier Wänden), so mutierte er im Laufe der Zeit über «Là! Le Polar!» (Polente, oder auch: Polenta) und «Là! Polar!» (Abk. für Polaroidfoto) hin zu «L’art pour l’art», also zum reinen künstlerischen Selbstzweck, der die Entfremdung der Mittel zu heiligen schien. Heiligenschein? Vielleicht auch das. In anderen Worten: Die Anwesenheit eines Kühlschranks war also gar nicht mehr zwingend erforderlich, um ihn dennoch in seiner Nähe zu wissen. Eigentlich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aaber: Dieser Mechanismus griff auch als Leonardo da Vincis «Mona Lisa» aus dem Louvre entwendet wurde: Da vertraten nicht eben wenige Kunstkenner die Ansicht, daß sie gar nicht verschwunden sondern immer noch an ihrem angestammten Platze anzutreffen sei. Sie tanzten soo lange barfuß in ihren Woodoo-Wickelröcken vor der kahlen Ausstellungswand zu einem imaginären Lagerfeuer auf kältestem Marmorfußboden bis, ja bis zum einen die «Mona Lisa» auch für den Rest der Welt wieder sichtbar (transparent, visuell erfahrbar, etc. pp.) wurde; und zum anderen unsere Woodoo-Helden mit einem ordentlichen Schnupfen das Bett hüten mußten. In dieser «emotionalen Kälte des kulturellen Gewissens» (Mutter Theresa) bzw. «kulturellen Emotionalität als kaltes Schrankgesicht» (Baroness Thatcher of Kesteven) implementierte sich folgerichtig die Geburtsstunde des «L’art pour l’art».

Das damalige ärztliche Fachpersonal analysierte intellektuell artverwandt und sprach in solchen Fällen einhellig von einer «gesunden Unterkühlung des menschlichen Gehirns, das nur in diesem Zustand zur Entwicklung faszinierender Gedankengänge befähigt sei». Kein Wunder also, daß in der heutigen Zeit Unterkühlte die Unterkühlung suchen – und beispielsweise bemüht sind, mit Kaltlichtlichterketten in Herzform kollektiv das arme Nordpoleis vor seinem vermeintlich sicheren Untergang zu bewahren. Aber sind es nicht dieselben Leute, die noch vor zwanzig Jahren gemütererhitzt «Freiheit für Grönland! Nieder mit dem Packeis!» forderten?

Latürnich sind sie das; und das macht die Sache ja so ungemein spannend. Wir schließen unsere Redaktionsaugen und sehen im Geiste John Wayne öffentlichen Sex mit einem Pinguin praktizieren, um auf das bedrohte Antarktiseis hinzuweisen. Auch ein klarer Fall von «L’art pour l’art», weil Wayne, auch wenn er noch lebte, mit Klimaschutz nichts am Hut haben wollte, er aber dennoch durch vorstehend beschriebene Performance auf die bestehenden Verhältnisse selbstlos hinweisen würde. «Uneigennützigkeit im Dienste der Wissenschaft sowie der globalen Volksgesundheit», so definierte es einst der Fußballspieler Günther Netzer in folgerichtiger Vorhersehung, als er den Bundesligaklub 1. FC Köln nach einem Zerwürfnis mit Trainerlegende Hennes Weisweiler zum Saisonende verließ, um so als Frühmahnender auf die Endlichkeit der Dinge hinzuweisen. Außerdem nutzte er die so gewonnene Mehrfreizeit sinnvoll, indem er im heimischen Reiche den Kühlschrank abtaute und ihn im Anschluß durch das geschlossene Fenster ins Freie beförderte. «Die echten L’art-pour-l’art-Künstler», so erklärte es in seiner Hochphase der Kunstkenner und Documenta-Macher Lothar Romain «hat nicht die geringste Ahnung, daß er selbst einer ist – außer natürlich Timm Ulrichs. Der weiß immer ganz genau über sich und die Dinge, die ihn umgeben, Bescheid».

Timm Ulrichs: «Timm Ulrichs den Blitz auf sich lenkend, 1977»

Die sich im Rahmen dieses kleinen Besinnungsaufsatzes immer mehr herauskristallisierende These ist doch die, daß sich die Anzeichen dafür, daß der Klimawandel höchstrichterlich selbst als L’art-pour-l’art-Künstler zu erkennen und zu achten sei, verdichten; und daß die überall auf dem Globus tausendfach verteilten und in ihrer Eigenschaft als selbsternannte Klimaschützer Agierenden, nichts anderes als vom L’art-pour-l’art-Künstler, nennen wir ihn mal «Johann Ke(l)vin Gottfried Klimawandel», persönlich Bestellte sind, die sich noch nicht so richtig mit ihrer Rolle als willfähriges Marionettenspielzeug eines wahren Freigeistes abgefunden und sich in ihr eingelebt haben. «Das jedoch», so der frühere Direktor der Berliner National Galerie Dieter Honisch bereits in den frühen 1980er Jahren in ebenfalls folgerichtiger Vorhersehung, «komme aber noch». Wollen wir es stark hoffen.

Frühere Artikel im Meerschweinchenreport zu diesem Thema:
Alfred Hitchcock: «The Living Fridge (2)»

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MAD Magazine: «Advertisements»

22 Mar

Click to enlarge mad@li

When William M. Gaines was the publisher and owner of MAD Magazine, he refused to accept any form of advertising. This allowed him to spoof anyone and anything he desired. Some of the magazine’s best satire was in the form of a fake ad placed on the back cover, and occasionally inside the front cover. This collection showcases many of the best satirical ads from the mid 1950′s thru the early 1970′s.

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Bob Rivers: «Walking Around In Women’s Underwear»

18 Dec



Lacey things, the wife is missing.
Didn’t ask, for her permission
I’m wearing her clothes,
her silk panty hose.
Walking around in women’s underwear.

In the store, there’s a teddy.
With little straps, like spagetti.
It holds me so tight,
like handcuffs at night.
Walking around in womens underwear

In the office there’s a guy named Melvin.
He pretends that I am Murphy Brown.
He’ll say «Are you ready?»
I’ll say, «Woah man! Lets wait untill the wife is out of town.»
Later on, if you wanna,
We can dress, like Madonna.
Put on some eye shade, and join the parade.
Walking around in women’s underwear.

Lacey things, missing.
Didn’t ask, permission.
Wearing her clothes, silk panty hose.
Walking around in women’s underwear.
Walking around in women’s underwear.
Walking around in women’s underwear

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Bob Rivers CD «I am Santa Claus» can be purchased here.

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Norbert Lammert: «Strange Domination»

9 Dec

Wir erinnern uns an eine vor vielen, vielen Jahren in der Satirezeitschrift Titanic veröffentlichte kleine Zeichnung, auf der ein Maikäfer in einem Dominastudio zu sehen war, wie er mit Kopf, Armen und Beinen in einem Pranger steckend die verduzte Domina anflehte, doch bitte, bitte, bitte seine Leibspeise, nämlich einen Berg frischer Laubbaumblätter, vor seinen Augen genüßlich zu verspeisen.

Was wir auf oben eingebundenem Filmchen zu sehen bekommen, das sind die spitzbeschuhten Beine einer Domina, wie sie offenbar genüßlich vor den Augen eines leibhaftigen und schließlich auch leicht wimmernd winsenlnden Hundes, einige Stückchen Hundefutter doch recht sorgfältig mit ihren spitzen Absätzen zerkleinert.

Was wir leider nicht zu sehen bekommen, das ist, wie sich der derzeit amtierende Bundestagspräsident Norbert Lammert mit einem riesigen Vorschlagshammer seinen Fingerkuppen ein überaus blaues Erscheinungsbild verschafft, um damit in aller Öffentlichkeit für seine inakzeptable Rückenstärkung der NPD angemessen Buße zu tun.

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John Cage: «4’33” for piano» – Eine juristische Delikatesse

8 Dec

An einer anderen Stelle auf dem YouTubePortal war das Stück des Fluxus-Künstlers John Cage «4’33” for piano» angeblich auf Veranlassung der deutschen GEMA über einen längeren Zeitraum gesperrt gewesen. Wir wollen mal davon ausgehen, daß es sich hierbei nicht um einen Marketinggag des Accountinhabers handelte, der zumindest uns beim Besuch bereits froh verkündete, daß die «Sperre» zwischenzeitlich wieder aufgehoben worden sei.

Das besondere an Cages musikalischer Darbietung ist, daß eben über die Zeitspanne von vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden so rein gar nichts zu hören ist. Dennoch ist dieses Stück auch bei der GEMA als Musik registriert.

Aber welche von der GEMA bisher ungenutzte Möglichkeiten, den Rest der Welt einmal mehr nachhaltig auf ihre eigene Unsterblichkeit hinzuweisen, ergeben sich hieraus? Vom Prozeß des sogenannten Sample-Clearings wissen wir, wie nervenaufreibend das Einholen fremder Urheber- und Leistungsschutzrechte ist, zum Beispiel, wenn man sich zur Herstellung einer eigenen Komposition und/oder Musikproduktion der Werke und Produktionen Dritter bediente.

Um es einfacher zu sagen: Wollen wir beispielsweise eine selbst produzierte Sprachaufnahme mit Musik eines fremden Komponisten unterlegen, so müssen wir ihn selbstverständlich um Erlaubnis bitten und mit ihm ebenfalls die Zahlungsmodalitäten aushandeln.

Jetzt könnte die GEMA und könnten natürlich auch die jetzigen Rechteinhaber des am 12. August 1992 in New York City verstorbenen Fluxus-Künstlers jeder Sprachproduktion, in der nichts als die reine Sprache zu hören ist, unterstellen, daß besagte Sprach- und Hörbuchproduktionen sämtlichst unerlaubterweise mit der musikalischen Komposition «4’33” for piano» von John Cage unterlegt worden – und deshalb entsprechende Lizenzgebühren angefallen seien.

Die Tatsache, daß die GEMA in dieser Sache nicht schon längst medienwirksam tätig geworden ist, zeigt, wie amateurhaft diese Organisation im tiefsten Inneren ihres Herzens und in aller Tatsächlichkeit aufgestellt ist.

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F L Fowler: «Fifty Shades Of Chicken»

25 Nov

Now and finally, the sado-maso-or-whatsoever-book has got its proper satire, and is – as we might suggest – a useful cookbook as well: Fifty Shades Of Chicken. What this is all about? Just take a deep breath and look into this highly entertaining and most viral promotion film(chen):

Interested? All you need to do is to pay Fifty Shades of Chicken a visit. Well, we hope that the recipes of the fifty chicken dishes have not been created for masochists only … ’cause one of them, you know, is called Mustard-Spanked Chicken. This should tell us something.

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Attraktiver Lebkuchenrohbau zur Unterfütterung einer seltsamen Jobbesprechung

20 Nov

Aus dem Reich der Irrungen und Wirrungen menschlicher Gehirnwindungen: Ein sonniger Tag. Ein sonniges Gemüt. Wir sitzen ihm beziehungsweise ihr direkt gegenüber. Die Minilebkuchen sind mit Minimikrophonen verwanzt, aber das wissen wir nicht – wobei: natürlich wissen wir das, aber wir lassen uns nichts anmerken. Ganz so, wie es uns die Vertreter der Ermittlungsbehörde aufgetragen haben.

Eine hinreichend seltsame Gesprächsführung: «Wir können das auch ohne Fingerlutschen, quatsch, ohne Rechnung machen». «Nein, das können wir nicht. Wenn Lebkuchen im Spiel, dann lutschen wir immer an den Fingern und arbeiten – wie immer – ausschließlich gegen Rechnung» war unsere Antwort. Dann betrat ein junger Mann mit blaugephotoshopten Haaren die Bühne, um sie kurz darauf wieder zu verlassen. Die Dame: «Ein sehr guter Kreativer, ist aber gebrochen, weil: Vater-Sohn-Komplex». Die Dame bedient sich bei ihren Spiegelungsversuchen falscher Informationen. Wir spielen das Spiel mit. Ein angeblich riesiger Auftrag steht zur Disposition, für den sie jedoch eigentlich kein Geld habe; Geld, das schon direkt nach der Auftragserteilung auf unserem Konto sein könnte. Ha! Endlich!

Echte Butterfahrtsrhetorik mit etwas anderen Vorzeichen. Die Wege des menschlichen Humors sind eben unergründlich. Unsere Auftragsdame gab uns aber trotzdem den Job, den sie jedoch unter Nennung höchst seltsamer Gründe und Umstände am nächsten Tag schon wieder per Mail stornierte. «Wir bezahlen Euch natürlich die Reisekosten». Reisekosten? Welche Reisekosten? «Nein, das ist nicht nötig» schrieben wir zurück. Schließlich hat uns auf der Rückreise dieses Licht und haben uns diese Aufnahmen für dieses doch recht befremdliche Gespräch entschädigt.

War es das? Nein, das war es leider nicht. «Hey, wir haben da ein hübsches Gespräch aufgezeichnet. Sieht nicht gut aus für Euch.» Für uns? Quatsch. Es sieht eher für unsere seltsame Gesprächspartnerin nicht gut aus. Wahrlich nicht. Was wir uns aber in diesem Kontext immer mal wieder fragen: «Wie ist es möglich, daß sich Menschen für etwas instrumentalisieren lassen, ohne den wahren Sachverhalt zu kennen?»

Inzwischen kennen wir die Antwort:

Was wir uns allerdings jetzt fragen, ist: «Wie groß sind eigentlich die Unterschiede zwischen Affen und Menschen wirklich?» Und was uns auch noch beschäftigt: Wird uns das ZDF diese Treatment abkaufen und uns mit der Erarbeitung eines produktionsreifen Drehbuches beauftragen?

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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John Cleese and Rowan Atkinson: «Beekeeping»

2 Nov

Hysterical sketch with John Cleese as a beekeeping expert and Rowan Atkinson as a terrible television show host. Recorded live in 1981.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Nick Stern: «You Are Not Bansky»

1 Nov

As it appears adapting, copying, quoting and re-enactments are The Big Thing, not to forget blaming China and their inhabitants for doing the same, which is – as we think – a quite unique and highly sophisticated way of making up one’s mind. Are we supposed to ask ourselves: «Why?» Honestly, we don’t think so. This is not the ballpark we should waste our time and energy on.

The newest and hottest issue: Innocent bees are dying rapidly! So, let’s protest on facebook and avoid eating honey! So, let’s chop off our feet and legs with chainsaws in order to disconnect ourselves from the option of disturbing the poor bees in their original living spaces. So, let’s burn down our cars, houses and bicycles just to set an impressive sign against copyright infringement. So, let’s spread our wings and jump off from the 15th floor of any office building in the world in order to bite the bitter pill of life, and show solidarity with our slowly vanishing natural sweetener producers. But whatever we do: we should do something. And this something could even lead us into reproducing Bansky’s work. Well, just a thought…

Website Nick Stern
via LikeCool

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Reefer Madness

31 Oct

Click to enlarge stonedly

Originally financed by a church group under the title Tell Your Children, the film Reefer Madness was intended to be shown to parents as a morality tale attempting to teach them about the dangers of cannabis use. However, soon after the film was shot, it was purchased by producer Dwain Esper, who re-cut the film for distribution on the exploitation film circuit. The film did not gain an audience until it was rediscovered in the 1970s and gained new life as a piece of unintentional comedy among advocates of cannabis policy reform. Today, it is in the public domain in the United States and is considered a cult film which is to be downloaded here. It inspired a musical satire, which premiered off-Broadway in 2001, and a film based on the musical in 2005.

Continue reading on Wikipedia.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Greenhouse: «The Weekend Has Just Landed»

14 Oct

Björn and Benny are back from outer-space in order to save the world.

Do you remember Björn and Benny from the legendary pop-group ABBA? After spending some glorious time-out in outer space they now returned as marsian monks to provide us with the luxurious advantage of getting in touch with their new album ARRIVAL which is nothing but a perfectly carried out musical re-design of their former album ARRIVAL featuring a helicopter and all four band members on the cover. Do you remember?

The time when ABBA saved our childhood.

Do you remember chalk hearts melting on a playground wall? Do you remember dawn escapes from moon washed college halls? Do you remember the cherry blossom in the market square? Do you remember I thought it was confetti in our hair? Ehm, sorry: wrong chapter.

Do you remember how the original album started with the track When I kissed the teacher? They changed the title into When I kissed the preacher. The rest of the lyrics, however, remained originally. Due to the fact that since their separation from each other Björn and Benny are now forced to do their home cleanings without any female support; a circumstance that influenced their style of musical arrangements: less high hats, more bass drums. It’s so disturbing but so effective as well, isn’t it?

In addition, to them, everything in general and in public’s mind seem to be based on topics such as climate change and the rescue of the world’s most important tree hugger number one: the poor, poor polar bear. Consequently, they re-formed themselves, new branded as Greenhouse – with greater success if we are willing to take a fantastic look at the charts:

Björn’s and Benny’s tremendous chart success as Greenhouse

Almost every radio and tv channel all over the planet put Greenhouse on their list of heavily rotating music tracks and clips. This is what Björn and Benny call The never ending greenhouse effect. So, the force may be with them. For the rest of all times.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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