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Eva Beuys, Sie eingefleischte Kannibalismuskritikerin!

28 Jul

Hommage à Joseph Beuys
mit dem Titel: «Knäckebrot nach 48 Stunden morgens»
flashlight paintings by Andreas Baier

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Eigentlich dachten wir ja, Sie seien nach Ihrer Schlappe vor dem BGH und der aufmerksamen Lektüre unseres kleinen Besinnungsfotoaufsatzes bezogen auf die aktuelle Ausstellung im ZKM «Beuys Brock Vostell» – zumindest was Ihre legendäre Prozeßfreudigkeit angeht –, irgendwie etwas ruhiger geworden, aber mitnichten: «Man hat meinen Mann in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht», so werden Sie wortwörtlich auf dem Portal von RP-Online zitiert.

Doch was war passiert? Ganz einfach: Die drei Künstler Andree Korpys, Dieter Schmal und Markus Löffler haben in einer künstlerischen Aktion im Düsseldorfer Museum Kunstpalast laut art – Das Kunstmagazin aus den über 30 Jahre alten Margarineresten einer der berühmten Fettecken Ihres Mannes Joseph mit einer Apothekerdestille erst 80-prozentigen Alkohol gebrannt und diesen dann zu etwa vier Litern 50-prozentigem Schnaps verdünnt – und sodann einen kleinen Teil davon sogar andächtig selbst verinnerlich, sprich: getrunken. «Der Geschmack», so einer der drei an dieser Aktion beteiligten künstlerischen Entscheidungsträger, «erinnere ein bißchen an Parmesan».

Die Vorgeschichte: Im Jahre 1982 bringt Joseph Beuys in seinem Atelier, Raum 3 der Düsseldorfer Kunstakademie, auf Bitten seines Schülers Johannes Stüttgen dort eine Fettecke an, die jedoch, wie das mit Beuys-Werken schon häufiger passiert ist, 1986 vom zuständigen Hausmeister als Müll erkannt und in dem aus seiner Sicht zuständigen Eimer entsorgt wird. Stüttgen rettet die Überreste und lagert sie im Keller seines heimischen Reiches. Außerdem erstreitet er vor Gericht einen Schadenersatz von DM 40.000,-, womit juristisch bereits geklärt sein dürfte, daß die hier gegenständlichen Beuyschen Fetteckenüberreste keinen Status mehr als Kunstwerk genießen und somit auch nicht den besonderen Schutz des Urheberschutzgesetzes.

Hommage à Joseph Beuys
mit dem Titel: «Knäckebrot nach 48 Stunden mittags»

Ihre freimütige Selbstauskunft klingt so: «Beim Anblick des Schnapsfläschleins, auf dessen Etikett der Name meines Mannes steht, ist mir der Scheck, quatsch, Shreck in die Glieder gefahren.» Really? Außerdem seyen Sie zutiefst aufgewühlt und legen, weil dem unvermeidlicherweise so zu sein hat, nochmals gehörig ein anständiges Schippchen Tobak obendrauf: «Das ist der Akt des Kannibalismus, der nicht zu Beuys und seine Kunstauffassung paßt. Niemand hat bis heute die Fettecke meines Mannes verstanden».

Puh, mit dieser unzutreffenden Analogie haben Sie sich tief in die Ackerfurchen eines ganz besonderen und hoch deliziös-religiösen Disputes katapultiert, den schon die Sponti-Fraktion der 68er-Bewegung spaßeshalber gerne mit kirchlichen Traditionalisten führte: «Erfüllt der Verzehr einer gewandelten Hostie den Tatbestand des Kannibalismus?

Um diesem Gedankengang jedoch mit einiger Berechtigung Gehör verschaffen zu können, ist es zwingend erforderlich, daß ein – wie auch immer zubereiteter – menschlicher Körper zum Verzehr zur Disposition steht. Also: Jesus, ein Mensch aus Fleisch und Blut, verstirbt, fährt auf in den Himmel und seine Jünger sowie etwas später alle sich dem christlichen Glauben Zugetane verzehren kleine Brotstücken, denen zuvor ein katholischer Geistlicher eingeredet hat, in aller Tatsächlichkeit das Fleisch Christi zu sein.

So ißt die Grundlage, um überhaupt von Kannibalismus reden zu können, wir wiederholen uns: menschliches Fleisch und Blut. Und nicht etwa ranzige Margarinereste. Denn im logischen Umkehrschluß behaupten Sie mit Ihrem Kannibalismus-Margarine-zu-Schnaps-Vergleich nichts anderes, als daß Ihr verstorbener Mann Joseph zu Lebzeiten aus nichts anderem bestanden habe, als aus Margarine, dessen Verfallsdatum schon lange hinüber war. Und so erklärte Ihnen Museumschef Beat Wismer konsequenterweise und der Logik folgend am Telefon: «Wir haben die Reste einer zerstörten Fettecke von Beuys destilliert. Wir haben keinen Beuys destilliert.» Oder, um extra für Sie und zu Ihrem besseren Verständnis ein weiteres Beispiel zu bemühen: Angenommen eine Gruppe geistig zart überspannter Pilgerer schickte sich an, gemeinsam das weltberühmte Leichentuch von Turin zu verspeisen, so wäre dieser Vorgang möglicherweise als Gotteslästerung, Reliquienschändung oder ganz schlicht als Sachbeschädigung zu werten, keinesfalls jedoch – und da sind auch wir uns als Nichtjuristen ziemlich sicher – wäre durch den Stofftuchverzehr der Tatbestand des Kannibalismus erfüllt. Und auch dann nicht, wäre das Turiner Leichentuch zuvor destilliert worden, um in den zusätzlichen Genuß eines leichten Parmesangeschmacks zu kommen. Ganz bestimmt nicht.

Hommage à Joseph Beuys
mit dem Titel: «Knäckebrot nach 48 Stunden abends»

Worauf Sie natürlich hinauswollen, daß ist die Gleichsetzung Ihres toten Mannes mit Gott – schon klar. Aber Sie sollten das unseres Erachtens nicht zu laut sagen, denn andernfalls könnte man möglicherweise zu dem Schluß kommen, daß Sie, nun ja, vielleicht ein bißchen verrückt sind. Wir können uns nicht vorstellen, daß Sie das allen Ernstes wollen.

Apropos Gott und Definition: Auf Bazon Brocks Denkerei-Startseite ist ein Foto zu sehen, das auf einer der Denkerei-Fensterscheiben eine Formel nach Friedrich Schlegel präsentiert und die sich mit dem «poetischen Ideal, mit Gott sowie mit einem Term beschäftigt, der im wesentlichen auf der mathematisch unzulässigen Teilung durch Null basiert» auseinandersetzt. Zur Erläuterung heißt es dort begleitend: «Formel für das poetische Ideal nach Friedrich Schlegel • 1/0 steht für ‹unendlich groß›; F=Fantastik, S=Sentimentalität und M=Mimik. Gestaltung: Adler & Schmit, Berlin 2011». Und falls Sie tatsächlich unserer Empfehlung folgen sollten, sich etwas näher mit dieser Formel auseinanderzusetzen, so halten wir den Besuch der Seiten Der mathematische Sinn der Null sowie Stupedia mit dem Artikel Durch 0 teilen ebenfalls für ratsam. Jedenfalls würden Sie sich damit etwas Abwechslung verschaffen, ohne sich zu sehr vom Thema zu entfernen, denn auf der Stupedia-Seite heißt es u.a.: «Physiker sind bekanntermaßen etwas eigen. So ist das ‹Durch Null teilen› in der Physik seit Langem ein beliebter Weg, um das Unendliche zu beschreiben. Der den Physikern feindlich gesinnte Stamm der Mathematiker verklagte somit die Physiker und forderte ein striktes Verbot des ‹durch Null teilens›. Derzeit ist ein Ergebnis der im Geheimen verlaufenden Verhandlungen noch nicht abzusehen.»

Abschließend zitieren wir abermals aus RP-Online: «Als der Direktor des Museum Kunstpalast, Beat Wismer, vor Monaten bei Johannes Stüttgen anfragte, ob er das Fett für eine alchemistische Aktion hergeben würde, tat er dies. Zu den Künstlern, die im Verlaufe einer Performance die Reste zu Schnaps destillieren und in ein Glas mit Etikett füllen wollten, hatte er Vertrauen gefasst. ‹Die Umwandlung in einen anderen, befreiteren Aggregatzustand stand jetzt in Aussicht›, sagt Stüttgen und nennt den Vorgang einen ‹Fingerzeig des Himmels›. Er würde sich freuen, wenn die Idee der sozialen Plastik von Beuys durch eine solche Aktion wieder zum Tragen käme. Etwas schon einmal Zerstörtes, das er aus einem Putzeimer in der Akademie geborgen hatte, sagt Stüttgen, würde aus seinem ‹würdelosen Zustand befreit und macht mit Blick auf Beuys Sinn›.»

Hommage à Joseph Beuys
mit dem Titel: «Knäckebrot nach 48 Stunden nachts»

Well, sicherheitshalber geben wir Ihnen noch diesen Link zur STIFTUNG |7|0|0|0 EICHEN an die Hand. Dort erfahren Sie alles über eine ganz bestimmte Joseph-Beuys-Performance während dieser Ihr ehemaliger Göttergatte eine massivgoldene Replik der Zarenkrone Iwans des Schrecklichen öffentlich einschmolz und in einen Friedenshasen umwandelte. Wir zitieren: «Beuys hatte die Grundprinzipien seiner ‹Theorie der PLASTIK›, bezogen auf die drei Aspekte ‹Chaos – Bewegung – Form› (die schon bei Paracelsus als ‹sulphur – mercurius – sal› auftreten), diesmal nicht am Fett, sondern am Gold vorgeführt; herausgekommen war der Hase, das Tier, das er Zeit seiner Aktionen immer wieder als Zeichen der Liebesverbindung von Himmel und Erde, der Beweglichkeit und des Friedens, sowie des Zusammenhangs von Ost und West (EURASIA) eingesetzt hatte. Und aus dem noch restlichen Gold goß er eine kleine Sonnenkugel.»

Und mit Bezug auch auf Hochprozentiges wird Joseph Beuys wie folgt zitiert: «Es kommt alles auf den Wärmecharakter im Denken an. Das ist die neue Qualität des Willens

Mit Rechtsanwalt Prof. Dr. Peter Raue haben Sie einen Top-Mann zur Wahrung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragt – und das ist sehr gut so. Schließlich ist er nicht nur ein erstklassiger Jurist, er bringt dank seines ausgeprägten Kunstsachverstandes zudem jenes zwingend notwendige Wissen mit, daß neben der Erörterung formaler juristischer Fragestellungen auch dabei behilflich sein wird, einen Weg zu finden, den künstlerischen Intentionen und dem Werk Ihres Mannes nach allen Richtungen hin gerecht zu werden.

Sehr verehrte Eva Beuys, es liegt uns fern, Sie abzukanzeln oder uns über Sie lustig zu machen. Es ist nur so, daß, wenn Sie so weitermachen, niemand mehr etwas mit Ihnen und dem Werk Ihres Mannes zu tun haben wollen wird. Oder heißt es «… wird zu tun haben wollen?» Oder gar: «… zu tun haben wird wollen?» Sie sind doch Lehrerin, helfen Sie uns bitte!

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Meerschweinchenreportredaktion

***UPDATE – 1. August 2014***

Wie das Fakten-Magazin Focus berichtet, wurde vor wenigen Stunden zwischen beiden Parteien eine außergerichtliche Einigung erzielt: «Beide Seiten vereinbarten eine Änderung der Angaben auf dem Etikett der Schnapsflasche: Statt ‹Joseph Beuys, Reste einer staatlich zerstörten Fettecke› soll hier nun stehen: ‹Geist. Reste der zerstörten Fettecke von Joseph Beuys (1982, Raum 3, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Edition 1-16, Korpys/Löffler/Schmal 2014, 50 % Vol)›.» Na bitte, es geht doch!

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Angrillen mit leckeren Babymöpsen

2 May

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(Wallpapersize)

Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln auf unserer Nase. Die warme Luft und die Sonne locken uns ins Freie. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt zum Angrillen! Endlich wieder kross gegrilltes Fleisch, aromatischer Fisch, Gemüse und frischer Salat. Besonders mit den neuen Grills wird das Angrillen zum Highlight.

Dieses sowie weitere leckere Rezepte warten auf essen & trinken darauf, sorgfältig ausprobiert zu werden.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Eine Überlegung zu vorgerückter Stunde: «Die Laufmasche ist der Bär des weiblichen Intellektes auf seinem Weg nach oben»

26 Dec

Foto von Andreas Baier
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Weil es so schön ist, gleich nochmal: «Die Laufmasche ist der Bär des weiblichen Intellektes auf seinem Weg nach oben». Oh, welch’ vollkommen erscheinende Beklopptheit doch diesem Satze innewohnt. Einerseits. Andererseits klingt es auch irgendwie einleuchtend. Paradox, nicht?

Eine Alternative: «Der weibliche Intellekt ist die Laufmasche des oberen Bären auf seinem Weg». Fragt sich nur: Auf welchem Weg? Und wohin führt er? In ein Brillenfachgeschäft? Oder gar in die Konsequenzen des bösen Klimawandels? Wer will das so genau wissen?

Wir hätten da allerdings noch «Der Intellekt des weiblichen Bären ist die Laufmasche des Weges nach oben» im heutigen Sinnangebot.

Allerdings, so fürchten wir, führt das alles zu nichts. Greifen wir zu einem Kniff, den schon Sokrates für sich zu nutzen wußte: Ersetzen wir also den Begriff Laufmasche durch Schirlingsbecher, quatsch, das Wort Fahrkartenautomat sowie das Adjektiv weiblich durch werblich. Und siehe da: «Der Fahrkartenautomat ist der Bär des werblichen Geschlechts auf seinem Weg nach oben». Na bitte, es geht doch.

Wohingegen die Aussage «Der werbliche Intellekt ist der Fahrkartenautomat des oberen Bären auf seinem Weg» unter logischen Gesichtspunkten zunächst noch etwas gewagt wirkt, jedoch ihr volles Aroma genau dann entfaltet, wenn auch hier einige Veränderungen und Umstellungen vorgenommen werden, die in letzter Konsequenz in die verbalisierte Überlegung «Es ist immer das Wesentliche, das dem Sinn das Sein verleiht» münden. Wir lernen: Dem Grunde nach ist es gar nicht soo schwer, sich gewählt und verständlich zu artikulieren. Auch nicht zu vorgerückter Stunde. Man muß es nur ganz stark wollen.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Tobias Meyer Leaves Sotheby’s to Become Art Dealer

1 Dec

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Digital Painting by Andreas Baier entitled «Wonderful World»

Surprise, surprise, surprise: «Tobias Meyer, the worldwide head of contemporary art and an auctioneer for more than two decades, has left the company’s building being pressured for change by activist investors including Daniel Loeb» as Boomberg reports.

For us, however – and with all the respect in the world – it was not that much surprising: When Tobias Meyer recently sold Andreas Baier’s «Mona Lisa, Or The Measuring Of Loretta Langenscheidt» for the discrete amount of $1 bn (please see painting above, showing Sotheby’s courtroom short before the magic moment when settling the deal) everyone seemed to be so outrageously quiet and happy – except some activist investors including Daniel Loeb himself.

How did that all come? Well, on this very same digital painting Daniel Loeb and his activist investors noticed this little red dog who was looking at a smartphone displaying «$2 billions» and, of course, how this little red dog was stating: «WHOW!!!» as well. Daniel Loeb exclusively to Meerschweinchenreport: «This gorgeous little dog’s oh so cute ‹WHOW!!!› was an official bid of nothing less than $2 billions which everyone became aware of; and Tobias Meyer should have better noticed this bid in order to take it seriously. ‹Sotheby’s› cannot afford such mishaps, especially not when Amy Cappellazzo was selling at ‹Christie’s› Francis Bacon’s Triptychon ‹Three Studies of Lucian Freud› for a reasonable amount of $3.5 bn to a cute and very well educated hippopotamus family. You may quote me precisely this way if you like!» Of course, we do like it very much this way!

Tobias Meyer recognises: «I will always cherish my time at ‹Sotheby’s› and look forward to the next chapter in my career». Meerschweinchenreport is more than just certain that Tobias Meyer will become one of the most influential and powerful art dealers of this century; a goal he might have already archived.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Ryanairs ze(h)n Gebote – oder: «Die Füße der Julia Roberts»

19 Oct

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Eigentlich können wir gar nicht die Auserwählten sein, wenn es darum geht, sich Gedanken über die weibliche, pardon, werbliche Aussagekraft von Anzeigenkampagnen zu machen, die im Kontext zur Fliegerei stehen, da wir aus religiösen und ziemlich vielen anderen Gründen seit Beginn des neuen Jahrtausends kein Flugzeug mehr bestiegen haben. Eigentlich.

Andererseits sind wir vielleicht gerade deshalb die Richtigen, jene Vollprofis für diesen Job, nach denen die ganze Zeit auf dem Rest der Welt überall hektisch gefahndet wird. Vielleicht.

Nun denn: Was wir im Laufe der Zeit der Presse haben entnehmen können, ist, daß man bei Ryanair in aller Ernsthaftigkeit über die Einführung von Stehplätzen nachdenkt. Vor diesem Hintergrund wird das hier gegenständliche Anzeigenmotiv klarer: Wer während des Fluges nicht stehen sondern lieber sitzen möchte, der muß ein erhöhtes Beförderungsgeld entrichten. Dies kann, wie wir jetzt lernen, auch in Form einer Art Kleiderspende geschehen, die, wie der Pressesprecher von Ryanair versichert, direkt an das Rote Kreuz weitergeleitet wird. «Ryanair. Billigfliegen mit Human Touch.» kommt uns als Claim in den Sinn.

Auch daß das, was seit über einem Jahrzehnt auf Flughäfen passiert, einen mehr an Massentierhaltung erinnert, denn an entspanntes und gelegentlich betreutes Reisen, läd eher zu einem ordentlichen Fußmarsch quer durch Europa ein, als sich das anzutun. Ist es ein Zufall, daß die Begehung, die Besteigung oder auch die Bewanderung des Jakobsweges immer populärer wird? Monatelang mit sich, einem festen Ziel vor Augen und einem Rucksack (fast) allein unterwegs. Wer interessiert sich danach noch für den Grand Canyon?

Wer so intensiv reist, der träumt auch intensiv. Wir wollen es den Jakobsweg-Reisenden gleich tun – und schließen unsere Augen: Wir sind Cecil B. De Mille und stehen gerade vor der wundervollen Aufgabe, für eine mit voller epischer Breitseite auszustattende Filmszene, ein dutzend rosa Elefanten auf den Füßen Julia Roberts durch das Kleinwalsertal stapfen zu lassen. Solche Visionen sind erbaulich, sowohl in intellektueller als auch finanzieller Hinsicht: Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes leben weltweit rund 2,32 Milliarden Fußliebhaber, die bereit wären, für eine Eintrittskarte zu dem Film «Die zehn Gebote oder die Füße Julia Roberts» ein kleines Vermögen auszugeben.

Daß das liebe Geld die einzige Ryanair-Chef Timothy, pardon, Michael O’Leary motivierende Triebfeder ist, machte er auch einmal mehr anläßlich einer Jahrespressekonferenz deutlich, die die Veröffentlichung brillanter Ryanair-Jahresgewinnzahlen zum Thema hatte: «I’m here with Howard Miller and Michael Cawley, our two deputy chief executives. But they’re presently making love in the gentleman’s toilets, such is their excitement at today’s results». Womit nun auch geklärt sein dürfte, was es mit «Ryanair. We fly you naked.» in aller Tatsächlichkeit auf sich hat.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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John McAfee: «How To Uninstall John McAfee»

26 Jun

John McAffee has lived his dream – and now his dream lives him. This quite interesting viral has gained more than 3,5m views in just one week. You should see it.

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«Frühstücksfernsehen» von Olli Dittrich

25 May

Die konsequenterweise zu fast mitternächtlicher Zeit ausgestrahlte Erstsendung von Olli Dittrichs begnadeter Satiresendung «Frühstücksfernsehen» ist schlicht unfaßlich. Sie hat mit den normalen Genres «Comedy», «Kabarett» oder herkömmlicher Satire nichts zu tun. Und strenggenommen ist seine Sendung auch nicht richtig lustig, sie verdeutlicht auf unglaublich intelligente Weise ziemlich drastisch die Armseligkeit des Formates «Frühstücksfernsehen». Ohne ein Ausnahmetalent wie Olli Dittrich wäre diese Art der Umsetzung undenkbar.

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MAD Magazine: «Advertisements»

22 Mar

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When William M. Gaines was the publisher and owner of MAD Magazine, he refused to accept any form of advertising. This allowed him to spoof anyone and anything he desired. Some of the magazine’s best satire was in the form of a fake ad placed on the back cover, and occasionally inside the front cover. This collection showcases many of the best satirical ads from the mid 1950′s thru the early 1970′s.

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John Cage: «4’33” for piano» – Eine juristische Delikatesse

8 Dec

An einer anderen Stelle auf dem YouTubePortal war das Stück des Fluxus-Künstlers John Cage «4’33” for piano» angeblich auf Veranlassung der deutschen GEMA über einen längeren Zeitraum gesperrt gewesen. Wir wollen mal davon ausgehen, daß es sich hierbei nicht um einen Marketinggag des Accountinhabers handelte, der zumindest uns beim Besuch bereits froh verkündete, daß die «Sperre» zwischenzeitlich wieder aufgehoben worden sei.

Das besondere an Cages musikalischer Darbietung ist, daß eben über die Zeitspanne von vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden so rein gar nichts zu hören ist. Dennoch ist dieses Stück auch bei der GEMA als Musik registriert.

Aber welche von der GEMA bisher ungenutzte Möglichkeiten, den Rest der Welt einmal mehr nachhaltig auf ihre eigene Unsterblichkeit hinzuweisen, ergeben sich hieraus? Vom Prozeß des sogenannten Sample-Clearings wissen wir, wie nervenaufreibend das Einholen fremder Urheber- und Leistungsschutzrechte ist, zum Beispiel, wenn man sich zur Herstellung einer eigenen Komposition und/oder Musikproduktion der Werke und Produktionen Dritter bediente.

Um es einfacher zu sagen: Wollen wir beispielsweise eine selbst produzierte Sprachaufnahme mit Musik eines fremden Komponisten unterlegen, so müssen wir ihn selbstverständlich um Erlaubnis bitten und mit ihm ebenfalls die Zahlungsmodalitäten aushandeln.

Jetzt könnte die GEMA und könnten natürlich auch die jetzigen Rechteinhaber des am 12. August 1992 in New York City verstorbenen Fluxus-Künstlers jeder Sprachproduktion, in der nichts als die reine Sprache zu hören ist, unterstellen, daß besagte Sprach- und Hörbuchproduktionen sämtlichst unerlaubterweise mit der musikalischen Komposition «4’33” for piano» von John Cage unterlegt worden – und deshalb entsprechende Lizenzgebühren angefallen seien.

Die Tatsache, daß die GEMA in dieser Sache nicht schon längst medienwirksam tätig geworden ist, zeigt, wie amateurhaft diese Organisation im tiefsten Inneren ihres Herzens und in aller Tatsächlichkeit aufgestellt ist.

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F L Fowler: «Fifty Shades Of Chicken»

25 Nov

Now and finally, the sado-maso-or-whatsoever-book has got its proper satire, and is – as we might suggest – a useful cookbook as well: Fifty Shades Of Chicken. What this is all about? Just take a deep breath and look into this highly entertaining and most viral promotion film(chen):

Interested? All you need to do is to pay Fifty Shades of Chicken a visit. Well, we hope that the recipes of the fifty chicken dishes have not been created for masochists only … ’cause one of them, you know, is called Mustard-Spanked Chicken. This should tell us something.

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Attraktiver Lebkuchenrohbau zur Unterfütterung einer seltsamen Jobbesprechung

20 Nov

Aus dem Reich der Irrungen und Wirrungen menschlicher Gehirnwindungen: Ein sonniger Tag. Ein sonniges Gemüt. Wir sitzen ihm beziehungsweise ihr direkt gegenüber. Die Minilebkuchen sind mit Minimikrophonen verwanzt, aber das wissen wir nicht – wobei: natürlich wissen wir das, aber wir lassen uns nichts anmerken. Ganz so, wie es uns die Vertreter der Ermittlungsbehörde aufgetragen haben.

Eine hinreichend seltsame Gesprächsführung: «Wir können das auch ohne Fingerlutschen, quatsch, ohne Rechnung machen». «Nein, das können wir nicht. Wenn Lebkuchen im Spiel, dann lutschen wir immer an den Fingern und arbeiten – wie immer – ausschließlich gegen Rechnung» war unsere Antwort. Dann betrat ein junger Mann mit blaugephotoshopten Haaren die Bühne, um sie kurz darauf wieder zu verlassen. Die Dame: «Ein sehr guter Kreativer, ist aber gebrochen, weil: Vater-Sohn-Komplex». Die Dame bedient sich bei ihren Spiegelungsversuchen falscher Informationen. Wir spielen das Spiel mit. Ein angeblich riesiger Auftrag steht zur Disposition, für den sie jedoch eigentlich kein Geld habe; Geld, das schon direkt nach der Auftragserteilung auf unserem Konto sein könnte. Ha! Endlich!

Echte Butterfahrtsrhetorik mit etwas anderen Vorzeichen. Die Wege des menschlichen Humors sind eben unergründlich. Unsere Auftragsdame gab uns aber trotzdem den Job, den sie jedoch unter Nennung höchst seltsamer Gründe und Umstände am nächsten Tag schon wieder per Mail stornierte. «Wir bezahlen Euch natürlich die Reisekosten». Reisekosten? Welche Reisekosten? «Nein, das ist nicht nötig» schrieben wir zurück. Schließlich hat uns auf der Rückreise dieses Licht und haben uns diese Aufnahmen für dieses doch recht befremdliche Gespräch entschädigt.

War es das? Nein, das war es leider nicht. «Hey, wir haben da ein hübsches Gespräch aufgezeichnet. Sieht nicht gut aus für Euch.» Für uns? Quatsch. Es sieht eher für unsere seltsame Gesprächspartnerin nicht gut aus. Wahrlich nicht. Was wir uns aber in diesem Kontext immer mal wieder fragen: «Wie ist es möglich, daß sich Menschen für etwas instrumentalisieren lassen, ohne den wahren Sachverhalt zu kennen?»

Inzwischen kennen wir die Antwort:

Was wir uns allerdings jetzt fragen, ist: «Wie groß sind eigentlich die Unterschiede zwischen Affen und Menschen wirklich?» Und was uns auch noch beschäftigt: Wird uns das ZDF diese Treatment abkaufen und uns mit der Erarbeitung eines produktionsreifen Drehbuches beauftragen?

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John Cleese and Rowan Atkinson: «Beekeeping»

2 Nov

Hysterical sketch with John Cleese as a beekeeping expert and Rowan Atkinson as a terrible television show host. Recorded live in 1981.

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Nick Stern: «You Are Not Bansky»

1 Nov

As it appears adapting, copying, quoting and re-enactments are The Big Thing, not to forget blaming China and their inhabitants for doing the same, which is – as we think – a quite unique and highly sophisticated way of making up one’s mind. Are we supposed to ask ourselves: «Why?» Honestly, we don’t think so. This is not the ballpark we should waste our time and energy on.

The newest and hottest issue: Innocent bees are dying rapidly! So, let’s protest on facebook and avoid eating honey! So, let’s chop off our feet and legs with chainsaws in order to disconnect ourselves from the option of disturbing the poor bees in their original living spaces. So, let’s burn down our cars, houses and bicycles just to set an impressive sign against copyright infringement. So, let’s spread our wings and jump off from the 15th floor of any office building in the world in order to bite the bitter pill of life, and show solidarity with our slowly vanishing natural sweetener producers. But whatever we do: we should do something. And this something could even lead us into reproducing Bansky’s work. Well, just a thought…

Website Nick Stern
via LikeCool

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Reefer Madness

31 Oct

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Originally financed by a church group under the title Tell Your Children, the film Reefer Madness was intended to be shown to parents as a morality tale attempting to teach them about the dangers of cannabis use. However, soon after the film was shot, it was purchased by producer Dwain Esper, who re-cut the film for distribution on the exploitation film circuit. The film did not gain an audience until it was rediscovered in the 1970s and gained new life as a piece of unintentional comedy among advocates of cannabis policy reform. Today, it is in the public domain in the United States and is considered a cult film which is to be downloaded here. It inspired a musical satire, which premiered off-Broadway in 2001, and a film based on the musical in 2005.

Continue reading on Wikipedia.

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Greenhouse: «The Weekend Has Just Landed»

14 Oct

Björn and Benny are back from outer-space in order to save the world.

Do you remember Björn and Benny from the legendary pop-group ABBA? After spending some glorious time-out in outer space they now returned as marsian monks to provide us with the luxurious advantage of getting in touch with their new album ARRIVAL which is nothing but a perfectly carried out musical re-design of their former album ARRIVAL featuring a helicopter and all four band members on the cover. Do you remember?

The time when ABBA saved our childhood.

Do you remember chalk hearts melting on a playground wall? Do you remember dawn escapes from moon washed college halls? Do you remember the cherry blossom in the market square? Do you remember I thought it was confetti in our hair? Ehm, sorry: wrong chapter.

Do you remember how the original album started with the track When I kissed the teacher? They changed the title into When I kissed the preacher. The rest of the lyrics, however, remained originally. Due to the fact that since their separation from each other Björn and Benny are now forced to do their home cleanings without any female support; a circumstance that influenced their style of musical arrangements: less high hats, more bass drums. It’s so disturbing but so effective as well, isn’t it?

In addition, to them, everything in general and in public’s mind seem to be based on topics such as climate change and the rescue of the world’s most important tree hugger number one: the poor, poor polar bear. Consequently, they re-formed themselves, new branded as Greenhouse – with greater success if we are willing to take a fantastic look at the charts:

Björn’s and Benny’s tremendous chart success as Greenhouse

Almost every radio and tv channel all over the planet put Greenhouse on their list of heavily rotating music tracks and clips. This is what Björn and Benny call The never ending greenhouse effect. So, the force may be with them. For the rest of all times.

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Manchmal ist Kurzsichtigkeit mit Annehmlichkeiten verbunden. Aber nur manchmal.

8 Oct

Brille: Fielmann.

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Weihnachtsartikel- marketingabteilungen dieser wunderschönen und mitunter munter geschwindigkeits- kranken Republik!

4 Sep

Foto: Pickerd.de – Hier: Butterweihnachtsplätzchen

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Dachten wir im letzten Jahr zu etwa gleicher Jahreszeit, daß die ersten verspeisbaren Weihnachtscerealien aus Euren Backhäusern nunmehr Mitte August von uns in den Verkaufsregalen gesichtet werden würden, aber: Fehlanzeige! Aus welchen Gründen auch immer, so scheint es uns und so scheint Ihr Euch, oh Ihr brillanten Weihnachtsmannstrategen, für Eure Weihnachtsgebäckerstschlagplazierung zwar bis an den winterlich extremkalten 1. September vorzu-, nicht jedoch in den (noch) sommerlich warmen August hineinzutrauen.

Nur, warum denn nicht? Angst, daß Euch eine Horde hysterieaffiner Ökomamis sprachlich vermöbelt und Euch was von Körperverletzung an der Kinderpsyche oder so vors Hirn brabbelt? Ist das so? Angst? Echt?

Aber das muß doch nicht sein, denn dank des unaufhaltsam voranschreitenden Klimawandels wird der erste Schnee schon bald im Juli oder gar im Juni erwartet. Man wird dann zu Fuß von Hamburg bis nach New York laufen können; und da wäre es doch ganz nett, ein paar saftig nahrhafte Luisenlebkuchen bei sich zu haben. Außerdem müssten wir dann auch nicht die ewig und immer irgendwie und irgendwo hinterher- und mitlaufende Claudia Roth zum Robbenbaby umdeklarieren, um sich so ihres wunderbar warmhaltenden Biopelzes zu versichern.

Also, überlegt’s Euch: Ganz im Interesse des Tierschutzes; und selbstredenderweise Eurer Karriere natürlich auch.

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Werbejingles, die leider nie produziert wurden (1)

30 Jul

O sole mio, oh mio sol;
Das klingt nach Rio und Atom-Atoll;
Oh mio, oh mio hips:
Das klingt nach Bio und Chio-Chips.

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Peripher Gestreiftes

28 Jul

Da stand er einst am Wittgenpranger (*)
Und band sich seine Schuhe zu.
Er machte gern auch Witwen schwanger,
Nur ungern gab er Ruh’.

Nun fragt sich manch ein Leser:
«Wittgenpranger? Was ist das?»
So hilft Spock mit seinem Faser
Nach – Und das kommt krass.

Ein dickes Buch schwebt durch den Raum,
Dank Warp und weil: Ionen.
Darin passiert, man glaubt es kaum:
Nichts mit grünen Bohnen.

«Wittgenprangers Essweltschrift» –
Ein Buchraumschiff mit 20 Knoten.
Wenn die Grenze auf das Denken trifft,
Dann sei dies stets hoch zu benoten.

(*) eigentlich Wittenberg

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Dr. Thomas Gsella Meets Arkady Pavluk

11 Jun

Der ukrainische Künster Arkady Pavluk wurde 1925 in Kiew geboren und diente nach Beendigung seiner Schulzeit bis 1950 in der Roten Armee. Danach besuchte er das Kharkov Kunst Institut, wo er 1958 aus den Händen von Prof. Klaus Staeck sein Künstlerdiplom erhielt. An der diesjährigen dOCUMENTA (13) darf er, weil männlich, nicht teilnehmen, ist und bleibt aber dafür ein ehrenwertes Mitglied der Ukrainischen Künstlergemeinschaft, die wohl am besten mit dem hiesigen Bundesverband Bildender Künstler (BBK) zu vergleichen ist.

Obenstehende Arbeit ziert der Titel «Der Fußballspieler» und kostet gerahmt derzeit $1800. Hier haben wir sie im Netz gefunden.

Wissenswertes über Dr. Thomas Gsella ist hier nachzulesen. Und sein neues Gedicht Rußland – Tschechien 4:1 oder Des Oktober eingedenk, das uns zu diesem Beitrag animierte, steht wie üblich auf der Titanic-Website.

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