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ADC-Festival 2012: «Ils sont passés notre rédaction virtuelle»

17 May

Das ADC-Empfangspult. Nadelöhr und Helpdesk. Wer es schafft, hier durchzukommen, ist richtig gut!

Gute Kommunikationsarbeit, so referiert die Körpersprache, will wohl überlegt sein.

Einer der richtig guten Nadelöhrbezwinger ist Oliver Hesse, der zudem einen ausgeprägten Nerv für dynamische Bewegungsabläufe hat.

Vor der Kamera ist immer auch irgendwie vor der Kamera. Wohl dem, der mit diesem Umstand umzugehen weiß: Arthur Potts Dawson betreibt in London die beiden Restaurants «Acorn House» und «Water House», sowie den genossenschaftlich geführten «The people’s supermarket». Die Verwendung regionaler und saisonaler Lebensmittel und damit die Verringerung von food miles sind seine Themen. Und ganz nebenbei sieht er Mick Jagger irgendwie ähnlich. Also mit ein bißchen Phantasie jedenfalls. Ob das daran liegt, daß er sein Neffe ist?

Schmackhaftes Catering auf dem ADC-Holodeck.

Er zu ihr: Kennst Du den Film «Theo gegen den Rest der Welt»? Sie zu ihm: Nein. Aber ich hab es flüstern hören, daß Du heute abend «Gold» bekommst. Ist doch auch was, oder?

Das corpus delicti: Diese Kaffeetasse stand kurz vor der Entgegennahme einer großen Auszeichnung, nämlich durch Herrn Prof. Günther Klein beehrt geleert zu werden. Dann aber streifte unser Rucksack sein Trinkgefäß, es entstand ein kleines Fußbad, welches wir, mittlerweile besagtes Trinkgefäß samt Untersetzer mit beiden Händen fest umklammernd haltend, und in Begleitung der verbalen Anmerkung «Friedrich Dürrenmatt sagte mal: Je genauer man plant, desto härter trifft einen das Schicksal» auch noch ordentlich durchschüttelten, wodurch sich das hier gegenständliche Fußbad erheblich vergrößerte, was wiederum dazu führte, daß der Herr Professor unsere spontan geäußerte Offerte «Oh, vielleicht ist es besser, wenn wir uns dieser Tasse jetzt annehmen» durchaus positiv und gelassen lebenserfahren auf- und annahm.

Allerdings war der Kaffee von solch abscheulicher Machart, daß wir den Herrn Professor umgehend via Voicemailboxaufzeichnung davon im Kenntnis setzten, daß es sehr gut möglich gewesen sein könnte, völlig uneigennützig gerade sein Leben gerettet zu haben.

Im richtigen Leben zeichnet Günther Klein als Regisseur u.a. für diese ungemein hochwertigen Geschichtsproduktionen verantwortlich, durch die Maximilian Schell moderierend führt. Sie werden u.a. von arte und dem ZDF-Kultur-Kanal ausgestrahlt.

Zwei uns unbekannte Cuties, von denen eine auf den sweeten Namen Ulrike Krämer vom (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) hört.

Wenn Werbe Weischer nicht gerade in Sachen Cannes Rolle busy ist, dann fällt das Unternehmen allein schon rein optisch mit seinem Minikino aus dem Rahmen.

Typisch DDC: Eine gesunde Atmosphäre kann nur unter einem gesunden Claim-Dach gedeihen. Von beidem hat der Deutsche Designer Club reichlich zu bieten.

Zwei runde Tische im konstruktiven Dialog.

Die beiden ADC, quatsch, DDC-Vorstände Gregor Ade und Michael Eibes.

Prof. Gregor Krisztian (HSRM + DDC) zusammen mit Studierenden von der Hochschule RheinMain am DDC-Stand. Der nachfolgende Link führt zu unserer Rezension seines Buches «Wie visualisiere ich einen Bestseller?»

Wäre die Hammer-Skulptur im Hintergrund dem italienischen Künstler Enzo Cucci, der der italienischen Transavantgarde zuzuordnen ist, zuzuordnen; und würde diese Arbeit zudem während der kommenden ART | Basel von Bruno Bischofberger präsentiert, so läge der Verkaufspreis ohne zu übertreiben bei mindestens einer halben Million Euro. Aber sooo?

Aber sooo wartet der kreativ-geniale Leuchtkopf Rüdiger Pichler immer noch auf die adäquate Synchronisation seiner Leistungen mit den unerklärlichen Gesetzmäßigkeiten des internationalen Kunstmarkts. Aber mußte Louise Bourgois nicht auch eine kleine Ewigkeit warten, bis man ihr die ihr längst zustehenden Lorbeeren zugestand? Und ist das Warten sowie das Warten-Können nicht ein Ausdruck purer Romantik? Und ist richtig verstandene Romantik nicht die Grundlage einer minimalistischen Lebensführung? Und steht eine minimalistische Lebensführung nicht im direkten Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Hammers? Und wo steckt eigentlich Paul Waztlawick? Ach ja, unter der Erde. Aber seine Geschichte mit dem Hammer lebt weiter!

Anja Henningsmeyer von der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA).

Immer mehr Menschen praktizieren auch im realen Leben ganz entspannte Online-Kommunikation.

Mittagspause auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst.

Prof. Jörg Waldschütz von der Hochschule RheinMain ist zugleich ADC-Mitglied und ausgewiesener Spezialist für Online-Kommunikation. Stolz präsentiert er uns gerade seine beiden neuen USB-Anschlüsse.

Will man Dietmar Henneka tief in die Augen blicken, so wird man feststellen müssen, daß das mitunter ein ganz schön beschwerliches Unterfangen sein kann.

Zwei hoffnungsfrohe Designtalente praktizieren regelkonformes form follows function acting: Der Löffel steckt vorbildlich im Latte-Glas, während sich die Gabel im Begriff befindet, die Außenhaut des Käsekuchenstückchens ohne größeren Widerstand zu durchdringen – und nicht etwa umgekehrt. Prädikat: Sehr vorbildlich!

Im Gespräch: Jochen Rädecker, Präsidiumssprecher des Art Directors Club für Deutschland (ADC) (Bildmitte) und Claus Fischer, Mitglied des ADC-Präsidiums (rechts).

Über den eigenwilligen TV-Sender Rhein-Main-TV gäbe es einiges zu sagen. Hier beschränken wir uns darauf, daß es schön ist, diese Wahnsinnigen mal aus nächster Nähe beobachten zu können.

Eye catching moment: James Hilton erfüllt den Jugendtraum zweier seiner Groupies – und fotografiert sie.

Ulrike Krämer (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) in das Gespräch mit einem runden Tisch vertieft.

Zwei Kommunikationsgenies im Gespräch: James Hilton und Michael Volkmer.

(…) und da kramte also mein Freund Henk in der Mercer Street mitten in der Nacht in irgendwelchen Pappkartons, die da zuhauf rumlagen, herum und zieht am Ende eine Schachtel mit alten Umatic-Bändern hervor; und was soll ich Dir sagen, da war auch ein Showreel von Albert Watson dabei. Klar, daß wir unbedingt wissen mußten, was da drauf war. Am nächsten Tag also eine Edit-Suite angemietet, Du kannst Dir ja vorstellen, was das in New York bedeutet, und einen tiefen Blick in die Arbeitswelt von Albert Watson genommen. Hammer, sage ich Dir. Der glatte Hammer! Obercooles Zeug! Also, die Schwarzweiß-Spots, die er für einen großen Papierhersteller gemacht hat, also soo feinfühlig, wie er da mit dem Thema und den jungen Setzlingen umgegangen ist, also da können die sich von heute locker noch eine ordentliche Scheibe von abschneiden (…)

Where ever you are, people are celebrating their communication skills: «People who look for the best coffee you can get in Messehalle 5, this is the place they know they have to come to!» Also wir wären an der Brühe fast verreckt.

Die beiden Damen wollten unbedingt fotografiert werden. Das haben sie jetzt davon: ganz blau im Gesicht!

Kreativer Generationenkonflikt: Digitales Laptop gegen analoges Laptop. Welches Gerät, welche Lebensphilosophie macht das Rennen? Der junge Mann mit dem Zweifel im Gesichtsausdruck scheint sich seiner Sache nämlich gar nicht so sicher zu sein…

Der zentrale Dreh-, Angel- und Treffpunkt ist und bleibt nunmal das Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien. Mit sicherem Gespür für die richtige Lichtsetzung entsteht hier eine lockere Gesamtatmosphäre die entspannte Gespräche ermöglicht.

Ganz im Mittelpunkt: Dr. Stephan Vogel, seines Zeichens Chief Creative Officer (CCO) im Hause Ogilvy & Mather.

Pure iPad-Meditation vom Feinsten!

James Hilton ist einer der am meisten geachtetsten und respektiertesten Kreativdirektoren der Welt. Schon kurz nach der Gründung von AKQA im Jahr 1995 ist das Unternehmen an die Spitze der Branche gestiegen und inzwischen die weltweit größte unabhängige Agentur. AKQA verfügt über Niederlassungen in London, Paris, Berlin, Amsterdam, New York, Washington DC, San Francisco und Shanghai.

Leider war bis zu Redaktionsschluß nichts über die Identitäten der vier hier abgebildeten Gentlemen in Erfahrung zu bringen. Gerne würden wir wissen, welche Kindheitserlebnisse für Ihre spätere Berufswahl verantwortlich waren. Wie sie mit dem Studentenleben klargekommen sind. Worüber sie gerade reden. Und warum nur einer der drei Herren einen Hut trägt. Wer mehr weiß, der mag sich gerne bei uns melden.

James Hilton gehört zu den führenden Kreativen und hat eine Vielzahl von globalen Auszeichnungen, darunter den Grand Prix und Gold Cannes Lions, gewonnen. Außerdem war er Juror für die Cannes Lions, Webby Awards, D & AD und Vorsitzender der Jury für die Clio Awards und Eurobest.

Michael Schirner fotografiert.

Michael Eibes fotografiert.

Redaktionsfotograf Andreas Baier fotografiert.

As we already pointed out: the ADC-Holodeck is always a nice place to be.

Steven Spielberg schreibt in seiner Autobiografie, daß er schon als Schüler ständig bemüht war, möglichst ungewöhnliche Kameraeinstellungen zu finden. So habe er auch Menschen durch Armbeugen hindurch fotografiert. Heute, so Spielberg, würde er das nicht mehr tun. Aber dafür wir. Im Zentrum des Bildgeschehens: Michael Volkmer.

James Hilton wurde vor kurzem, neben Jonathan Ive von Apple, in die „Creativity 50“ aufgenommen, eine Liste der 50 most influential and inspiring creative personalities of the world. Er ist Redner bei internationalen Veranstaltungen und Gastdozent an weltweit anerkannten Kreativschulen. Das Campaign Magazin ernannte ihn zu Englands Number One der Digital Creative Directors der letzten zwei Jahre.

Diese Kreative haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt sie sich eine halbe Ewigkeit am Telefon angeregt mit George Clooney, was, wie wir finden, eine nachahmenswerte Attitude darstellt.

Diesen Kreativen haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt er sich eine halbe Ewigkeit angeregt mit James Hilton, was, wie wir finden, eine gesunde Attitude ist.

Warum dieser Irrsinnskalender keinen Preis bekommen hat, werden wir wohl nie verstehen.

Und wie war die Preisverleihung? Also, das DFB-Pokal-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Bayern München ging 5:2 aus. Es war ein sagenhaftes Spiel. Die im Hotel «Maritim» kredenzten Nürnberger Rostbratwürstchen waren hingegen weniger sagenhaft, viel mehr von solch abscheulicher Machart, daß sie auf der stark ins Minus gerichteten Geschmacksskala selbst den von uns zuvor angeprangerten «besten Kaffee in Messehalle 5» locker in den Schatten stellten.

Aber die letzten zehn Minuten ADC-Preisverleihungsfestlichkeit haben wir dennoch mitgenommen. Schön voll, nicht?

Wer wissen will, wie Werbung wirklich funktioniert, der braucht sich nur mal ein halbes Stündchen lang mit Dörte Spengler-Ahrens zu unterhalten – danach weiß er es. Versprochen.

Einer der begnadetesten Konstrukteure und Autobauer war zweifellos André Citroën. In jedem anderen Auto wäre Charles de Gaulle seinen damaligen Attentätern zum Opfer gefallen. Nicht jedoch in einem Citroën DS Présidentielle. Mit keinem anderen Auto wäre die Flucht bei Vollgas und mit einem zerschossenen Reifen möglich gewesen. Die Hydropneumatik ist bis zum heutigen Tage das weltweit beste Federungssystem für Automobile. Schön, daß Citroën sie immer noch einsetzt!

V. l. n. r.: Jennifer Gauselmann, Felix Glauner und Martin Breuer mit Frau Eva (Euro RSCG).

The Gruppenfoto.

Diese beiden Gentlemen finden David Ogilvys Puerto-Rico-Anzeigen nach wie vor am besten. Wir können das nachvollziehen.

Das hat es bisher so auch noch nicht gegeben: Zwei Sieger aus demselben Kreativteam geben sich unmittelbar nach der Preisverleihung vor laufender Kamera das Ja-Wort. Sen-sa-tio-nell!

Laura Fischer von kempertrautmann.

Das ADC-Holodeck-Büffet.

Unermüdlich und bis zur letzten Sekunde sind die hFMA-Netzreporter im Einsatz.

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Michael Weber – WSP Design, Heidelberg

Auf dem diesjährigen ADC-Festival war Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie? Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln? Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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ADC-Festival 2012: «Kriegsberichterstattung aus dem Land des knappen Geldes»

15 May

Auf dem diesjährigen ADC-Festival ist Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie?
Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln?
Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

Gerade mal ein Jahr ist es her, seit dem letzten ADC-Spitzenkräftegipfeltreffen – und nun folgt schon das nächste. In einer immer schnelllebigeren Zeit nur allzu konsequent. So bewegen auch wir uns einmal mehr in Richtung Halle 5 des Frankfurter Messegeländes, um allen zu zeigen, daß sich der unbeschreiblich unbestechliche Meerschweinchenreport nach wie vor regt und seine Texte pflegt.

Zu selbstreferentiell? Nein. Wer sich auf Blick-, Sprach- und womöglich sogar Körperkontakte mit waschechten Vollblutwerbern vorzubereiten hat, der sollte sich vorab mit ihrem Selbstverständnis aus der intellektuell unbequemen Ich-Perspektive hinreichend auseinandersetzen. Wir tun das.

Durch immer knapper bemessene Topkreativenhonorare droht die Unterernährung. Das Gegenmittel: Meditieren, meditieren, meditieren – bis die Tischplatte durch das Gehirn gewachsen ist. Nur fünf Minuten auf dem ADC-Holodeck und die Patienten fühlen sich anschließend wie neugeboren.

Und zwar mit dem größten Vergnügen. Denn wie stellt das Vorstandsmitglied Hans-Peter Albrecht (ADC) doch so hübsch und treffend fest: «Der ADC ist eine unglaubliche Institution. Er vereint 560 Egoisten – und es funktioniert.» And, most importantly: Er trägt dasselbe T-Shirt, das er schon anläßlich der President’s Lecture von Sir John Hegarty im Hause Berlin School of Creative Leadership trug. Professionell wie wir sind, sprechen wir ihn darauf an. Versuchsergebnis: Der Mann ist glücklich, hat Spaß mit sich selbst; bei ihm ist von Schmerz weit und breit nichts zu spüren.

Damit hatten wir nicht gerechnet. Hm. Gibt es etwa einen unterbewußten und somit unfühlbaren aber dennoch existenten Schmerz, der die ADC-Themenwahl «Geld» trotzdem legitimieren würde – so wie Gottfried Benn etwa über die Existenz des unterbewußten Glücks nachdachte? Falls ja, so dürfte Geld doch überhaupt kein Thema sein. Ist es aber. Und über Glück wird seit einiger Zeit auch an jeder Ecke philosophiert. Gibt es also doch kein unterbewußtes Glück? Oder ist das unterbewußte Glück in persona so unglücklich über seine Schattenexistenz, daß es in das Unterbewußtsein des Menschen immer und immer wieder eindringt und es dazu nötig, in aller Öffentlichkeit über das Glück nachzudenken, damit es sich selbst auch mal im Lichte der Medien sonnen – und endlich auch mal glücklich sein darf? Und schließlich: Besteht zwischen Glück und Geld möglicherweise doch ein noch genauer zu definierender Zusammenhang? Wir werden es herausfinden. Vielleicht nicht heute. Aber wir werden es.

Die wahren Avantgardisten sind die, die ihrer Zeit so weit hinterherhinken, daß sie ihr schon wieder meilenweit voraus sind: So wie Diogenes einst in seiner Tonne, so macht es sich dieser Kreative auf einem Sitzsack im Schutze einer sorgfältig verarbeiteten Tischplattenunterseite gemütlich – und beobachtet verständnislos das geschäftige Treiben. Diogeneses Idee war denkbar einfach: Wenn alle Menschen arbeiten, um so viel Geld zu verdienen, daß sie nie wieder würden arbeiten müssen, so sei es doch wesentlich konsequenter – und auch effizienter –, von vorne herein nicht zu arbeiten.

So kritzelte es denn auch konsequenterweise ein Ideengeber- und -brütler auf die ADC-Ideenwand: «Geld ist die Idee von gestern.» Aber ist sie das wirklich?

Kein Wunder, daß den Regierenden seit Diogenes der Gedanke, daß das Volk genug Zeit zum Nachdenken haben könnte, mehr als nur einfach ein Dorn im Auge war. Die Nazis propagierten erfolgreich: «Müßiggang ist aller Laster Anfang.» Ein seltsamer Sinnspruch, der sich erfolgreich bis in die meisten Gehirne der heutigen Generation durchgefräst hat. «Ora et labora» nannte die Kirche bereits ihr Haltet-die-Schäfchen-vom-Denken-ab-Programm. Und falls solche einfachen Rezepte nicht ausreichten, wurde mal eben ein fremdes Land unter Beschlag genommen, um von innenpolitischen Problemchen abzulenken.

Die ADC-App kommuniziert mit seinen geldkranken Patienten durch vom menschlichen Auge kaum wahrnehmbare Leuchtintervalle. «Das Leben ist schön. Das Leben ist rosa. Das Leben ist ADC!» morst das Hightech-Taschentelefon – und der zu Gesundende genießt die heilende Wirkung plötzlich aufkeimender Regungslosigkeit.

Auch auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst sind die Festivalsbesucher der Wirkung einer kontinuierlichen Glücksbehandlung in wohltuender- und kostenloser Weise ebenfalls konsequent ausgesetzt.

Aber wie hält man Menschen vom Nachdenken ab, wenn Sie mit Arbeiten nicht mehr ruhig zu stellen sind, weil es immer weniger Arbeit zu verteilen gibt? Und wie fällt man in fremde Länder ein, wenn das In-fremde-Länder-einfallen für Staatschefs auch immer risikoreicher wird? Richtig! Eine neue große mediale Beruhigungspille Marke iPhone mit seinen Millionen von Apps muß her. Das große Gesamtziel: Dem Menschen sämtliche Tätigkeiten, für die er normalerweise sein eigenes Gehirn einsetzt, durch den Ersatz sogenannter App-Funktionen abzunehmen.

Erste Erfolge konnten bereits verbucht werden: So fuhren mehrfach Trucker mit ihren Vehikeln in den Straßengraben oder sogar in einen parallel zur Straße verlaufenden Fluß, nur weil sie ihr Navigationsgerät aus einer nicht nachvollziehbaren Laune heraus dazu aufforderte: «Jetzt rechts abbiegen!» Der Endsieg wäre erreicht, wenn dem Menschen der Gebrauch des eigenen Gehirns so fremd geworden ist, daß er es sich aus eigenem Wunsch herausnehmen läßt, um den freigewordenen Platz sinnvoller zu nutzen, beispielsweise als Aufbewahrungsort für sein neues iPhone: No brain, no pain.

Wie? Sie können mit unserer düsteren Prognose nichts anfangen? Unter uns: Wir auch nicht. Aber es schreibt sich so schön. Und was den Erfolg von Prognosen angeht, so hat kürzlich die großartige Redaktion von «hr2 – Der Tag» eine sagenhaft gute Sendung mit dem Arbeitstitel «Es wird böse enden: Vom Unfug der Prognosen» kreiert. Wir sprechen explizit eine Download-Empfehlung aus.

Kein Zweifel: Die gesamte Weltbevölkerungsgesellschaft steht vor einem riesigen Umbruch. Nur der Club of Rome nicht. Der düsterlt munter weiter vor sich hin, so als ob es kein Morgen gäbe. Um zu eroieren, welchen «Morgen» es diesmal betreffen könnte, finden überall auf dem ADC-Kongress eilig einberufene «Mobile Runde-Tisch-Gespräche» statt. Meerschweinchenreport tipt auf die Montag- möglicherweise aber auch Freitagmorgende, die in absehbarer Zeit aufhören werden zu existieren. Schade eigentlich.

Doch weiter im Kontext: Steuert unsere globale Gesellschaft tatsächlich einer Lebensform entgegen, so wie sie H.G. Wells in seiner Zeitmaschine beschrieb? Oder doch mehr so, wie es eine Sequenz aus dem Walt-Disney-Streifen WALL-E darstellt: Überfettete Menschen, die jegliche Körperbewegung unfähig zu Vollziehenden, schweben auf aufblasbaren Gummi-Donuts über das Deck eines Gigakreuzfahrt-Liners, vertilgen Super-Size-Me-Portionen an Fastfood; und der einzige emotionale Höhepunkt des Tages besteht darin, daß «Rot ist jetzt blau» über die Lautsprecheranlage erklingt, worauf sich alle rote Flächen in blaue verwandeln. Brauchen solche Kreaturen eigentlich noch Geld? Und wer wäre in einer solchen Welt für die Werbung verantwortlich? Oder wird es doch eine Mischung aus den literarischen Prognosen der beiden Herren George Orwell und Aldous Huxley geben, nur alles noch viel bunter, noch viel toller und noch viel spaßiger? Wenn man sich das Treiben der Herren Facebook, Google & Friends ansieht, so ist auch das durchaus vorstellbar. Oder, und auch das ist unserer Ansicht nach nicht gänzlich auszuschließen: Bleiben wir zukünftig alle zu Hause, weil ein revolutionäres Gen-Patent entwickelt wurde, das es uns erlaubt, morgens zum Frühstück unsere eigenen Gliedmaßen zu verspeisen, weil sie noch am selben Nachmittag wieder vollständig nachgewachsen sein werden? Well, zumindest das wird ein engagierter EU-Kommissar rechtzeitig zu verhindern wissen…

Der ADC sagt: «Ideen sind das Geld von morgen. Deshalb wird ein Tragebeutel, in dem Ideenprodukte spazieren geführt werden, automatisch zu einem Geldbeutel» Die Polizei vertritt jedoch immer noch die Auffassung, daß es ganz schön fahrlässig ist, sein Geld so offen und ungeschützt mitsichzuführen. Vielleicht sollte man beide Parteien mal zu einer Podiumsdiskussion einladen…

Mal was Grundsätzliches zum Thema Geld: Wir alle kennen das Spiel Monopoly? Klar. Es geht so aus, das am Schluß einer immer alles hat, und alle anderen nichts. Dann wird ein neues Spiel angefangen – und alle haben wieder dieselben Startvoraussetzungen. Solche Vorgänge hat es auch schon in der ganz realen Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben, nur daß dabei unangenehme Begleiterscheinungen mit einhergingen; beim letzten Mal waren beispielsweise zwanzig Millionen Tote zu verbuchen. Wäre es also nicht schön und sinnvoll, zur Abwechslung mal zu einem möglichst frühen Zeitpunkt unvermeidbare Entscheidungen zu treffen und die daraus resultierenden Maßnahmen einzuleiten, da es dem gros der Bevölkerung noch nicht nötig erscheint, sich dabei auch noch gegenseitig die Fresse polieren zu müssen?

Wir fragen das ideologisch ganz unverbohrt, haben weder sozialistische, kommunistische oder imperialistische Thesen als hehre Ideale im Sinn. Grundsätzlich ist Geld etwas sehr Schönes. Man kann sich davon einen Kühlschrank kaufen. Oder ein neues Lattenrost fürs Bett. Außerdem sähe unsere Redaktionsyacht mit einem Mahaghonifußboden konsequent schicker aus. Ohne Geld lassen sich solche Anschaffungen erfahrungsgemäß leider nicht realisieren. Allerdings ist es auch nicht so schön, als Wohlhabender zum Einkauf weite Teile des Stadtgebietes mit einem Helikopter überfliegen zu müssen, weil man andernfalls Gefahr liefe, überfallen, ausgeraubt oder gar gelyncht zu werden.

Schon John F. Kennedy wußte: «Wenn wir den Ärmsten in unserer Bevölkerung nicht eine Mindestmaß an Einkommen zusichern, das ihnen erlaubt, ein ganz normales Leben zu führen, so werden die Reichen weder ihr Eigentum noch ihr Leben mit keinem Geld dieser Welt schützen können.» Was auch immer die Kennedys waren, oder auch nicht waren, mit Sicherheit waren sie jedoch keine Kommunisten.

Sind Wolken die geldgesegneten Segel der kreativen Vernunft von morgen?
Eine Frage, die uns zur Abwechslung mal nicht interessiert.

Irgendwie sind «Gott, Hammer & Co.» dieses Jahr das ganz semi-große Thema: In einem aufwendigen Hornbach-Spot im Look der (goldenen) 1920er Jahre baut Noah seine Arche und die Hochschule RheinMain textet martialisch in direkter Nachbarschaft von möglicherweise noch zu zertrümmernden Paradiesäpfeln und unter der akribischen Aufsicht von Prof. Rüdiger Pichler: «Du mußt herrschen und gewinnen», «Du mußt steigen und sinken» bzw. «Du mußt zuschlagen und heulen». Vielleicht haben wir nur deshalb noch keine ernstzunehmende Revolte auf der Straße, weil die vielen Unzufriedenen ihre Aggression und ihren Frust heimlich beim Eigenheimfreislern abbauen und wegflennen. Aber, ähm räusper, wollten wir nicht eigentlich mehr weg vom Krieg und dafür mehr hin zur hippen, schicken Üper-Hüper-App mit eingebauter Glücksgarantie?

Der Referent auf dem ADC-Holodeck weiß ganz genau: «Über Geld spricht man nicht. Geld hat man.» Aber er sagt es nicht. Stattdessen reflektiert er darüber, daß der Mensch mit ca. 20 Jahren körperlich ausgewachsen sei, diese Körpergröße bis etwa zu seinem 65. Lebensjahr beibehalten werde – und dann langsam zu schrumpfen beginne. Aber, so führt der Weitsichtwissenschaftler aus, auch da fühle sich der Mensch noch mächtig und prächtig. Und so verhalte es sich – das ist seine begnadete Schlußfolgerung – derzeit mit unserer globalen Wirtschaft auch. Grund zur Panik gäbe es also keine.

Wer so viel durchreflektierte Weißheit zu versprühen weiß, dem bleibt das Schicksal, in seinem nächsten Leben als Spraydose wiedergeboren zu werden, schlicht erspart.

Was uns ein bißchen am diesjährigen ADC-Festival irritiert, ist, das ein Thema gewählt wurde, das man in dieser Form eigentlich nicht öffentlich thematisieren sollte, es sei denn es geht um die Erhöhung des Entwicklungshilfe-Etats der Bundesregierung: Geld. Denn wer öffentlich über mangelnde Bezahlung klagt, der ordnet sich selbst der Gruppe von Erfolglosen zu. Und mit denen will niemand etwas zu tun haben. Jedenfalls keine vom Erfolg Gesegneten. Und: Darf man von Führungskräften, die immer noch ihre geschätzten 30.000,- bis 40.000,- Euro im Monat an Gehalt einstreichen, nicht erwarten, daß sie in der Lage sind, ihren Kunden klar zu machen, daß Qualität immer noch anständig zu bezahlen ist? Oder müssen wir erst George Bernhard Shaw bemühen? Er stellte fest: «About quality you are worried only once – when you pay. About mediocrity every day.»

Mit der Qualität und dem Geld ist das allerdings schon immer so eine Sache gewesen. War die KLF-Aktion, am 23. August 1994 auf der schottischen Insel Jura genau eine Million Pfund Sterling verbrannt zu haben, eine qualitativ gehaltvoll Performance – oder eher weniger? Fakt ist, daß es eine Menge Wohltätigkeitsorganisationen gegeben hätte, die genau gewußt hätten, wo man das Geld sinnvoller hätte einsetzen können. Fakt ist aber ebenso, daß es Bill Drummond und Jimmy Cauty zunächst um eine Geldausstellung ging, die jedoch von verschiedenen Ausstellungshäusern, u.a. auch von der Tate Gallery, abgelehnt wurde, wodurch sich die beiden Egozentriker möglicherweise emotional in die Enge getrieben fühlten – und eine der bemerkenswertesten Trotzreaktionen in der Geschichte menschlicher Trotzreaktionen durchführten: sie verbrannten tatsächlich ihr letztes Geld: eine Million Pfund Sterling. Jeder spätere Versuch, die aschlichen Überreste zu einem einzigen Ziegelstein zusammengefaßt und komprimiert für eben jene eine Million Pfund Sterling als Kunstobjekt an einen potenten Sammler zu verkaufen, schlug fehl.

Hat man als Rezipient erst einmal die verschiedenen Stadien der Kunstreflexion in dieser Sache durchlaufen, so steht am – zumindest unserem vorläufigen –Kunstreflexionsendergebnis fest, daß diese Performance eines verdeutlicht: Die einen sehen in Geld lediglich ein Mittel zum Zweck, für andere wiederum ist Geld nichts als Selbstzweck.

Und so sind wir dem Art Director’s Club dann doch dankbar für die Themenwahl, da sie es uns erlaubt, nicht vorwiegend über Werbung oder Gestaltung sondern primär über das Pekuniäre nachzudenken. Deshalb interessiert uns eigentlich nur die Beantwortung einer einzigen Frage: Warum war dem vorstehend beschriebenen «Geldbeutel» eigentlich kein auf das Haus des Hauptsponsors bezogenes Sparbuch mit einem Startguthaben von, sindwirmalgroßzügig, Euro 100,- pro Kopf und Nase beigefügt? Oder war es das tatsächlich? Wir haben den Beutel nicht untersucht, geschweige denn einen angefordert. Aber jetzt, da uns der Gedanke kommt: Wir hätten gerne auch so einen «Geldbeutel»! Falsch: zwei!! Nein, drei!!! Quatsch: vier!!!! Wobei: Sind wir nicht fünf Redaktionsmitglieder? Unter Miteinbeziehung unserer ehemaligen Lieblingsvermieterin sind wir sogar zu sechst!!!!!!

Es ist das Vorrecht rebellischer Jugend, in der Öffentlichkeit als gelduninteressiertes, widerspenstiges Etwas wahrgenommen zu werden. Hier das Kommunikationsprinzip Totale Verweigerung im Schafspelz der vorgespiegelten Systemkritik: «Schaut nicht auf das, was Euch kaputt macht!» Vielleicht ist es aber auch mehr die hinterfragende Nummer: «Hat nicht jeder Mensch irgendwie einen Balken im, am oder zumindest vorm Kopf?» Möglicherweise handelt es sich aber auch um einen Appell an das menschliche Unterbewußtsein, zukünftig weniger Bäume zu fällen. Wir wissen es, ehrlich gesagt, nicht so genau.

Verkaufsförderung aktiv: Wer ein Nobelautomobil an einen Nobelkunden verkaufen möchte, der kann sich besonders glücklich schätzen, wenn er dabei ein Mannequin zum Einsatz bringen kann, dessen kraftvolle Körpersprache überzeugend zu vermitteln vermag, daß es beim Erwerb eines fahrbaren Untersatzes eigentlich um ganz andere Dinge geht.

Durch die sich weltweit verändernden Finanzsituationen im Sekundentakt drängt es viele in den Kunstmarkt, auch wenn sie dafür nie studiert haben. So beispielsweise auch den schweizer Ausnahmekünstler Josef Ackermann, der mit seiner intellektuell gehaltvollen Skulptur «Anton Stankowski meets Ellsworth Kelly» brilliert. Sotheby’s schätzt den Wert des kürzlich erst entstandenen Exponates auf mehrere Millionen Pfund Sterling. Damit blieb die Einschätzung der Kunstsachverständigen allerdings deutlich hinter der Erwartung Ackermanns zurück, wobei dieser es gelassen nimmt, konnte er doch schon in der Vergangenheit souverän zeigen, daß er Schicksalsschläge dieser Art gut wegstecken kann.

Bleiben wir noch für den Hauch einer Zeiteinheit bei der Kunst: Jüngst ging «Der Schrei» von Edward Munch in New York bei Sotheby’s für sageundschreibe $ 120m über die Theke. Das beeindruckt die kreative Jugend von heute natürlich schon irgendwie – und so fühlt sich verständlicherweise manch einer von ihnen zur Nachahmung eingeladen. Ob die hier dargebotene Arbeit «Der Geld-Schrei» allerdings eine ähnlich hohe Summe zu erzielen vermag? Das Gesicht des Auktionators (rechts neben der Arbeit) scheint die Antwort bereits zu kennen.

Während unserer Recherche begegnen wir auch dem Jury-Vorsitzenden Hartmut Esslinger von der legendären Designschmiede Frogdesign bzw. von design mind. Er möchte aber nicht zwingend und schon gar nicht gerne fotografiert werden. «Da sind zu viele Fältchen unterwegs» sagt er und grinst vielsagend. Entgegen seiner eigentlichen Erwartung beherzigen wir seine Bitte und verwickeln ihn stattdessen in ein kurzes Gespräch:

Hamlet Hamster
Wie? Ist Ihnen etwa Ihre Hormocenta ausgegangen?

Hartmut Esslinger
Wie? Placenta? (er grinst)

Hamlet Hamster
Hor-mo-cen-ta! Marika Rökk machte einst Werbung für sie. Eine Antifaltencrème. Außerdem sang sie «Ich brauche keine Millionen. Mir fehlt kein Pfennig zum Glück. Ich brauche weiter nichts, als nur Musik, Musik, Musik, Musik.» Eigentlich DIE große ADC-Festivals-Hymne für dieses Jahr. Ma-ri-ka Rökk! Das müßte so Ihre Generation sein. Erinnern Sie sich nicht mehr?

Hartmut Esslinger
(dann doch etwas irritiert)

Hamlet Hamster
Mal was ganz anderes: Auf einer der vielen Schrifttafeln steht zu lesen: «Gestalter sind die Vitamine der Zukunft». Bisher sind wir immer felsenfest davon ausgegangen, daß der Gestalter so eine Art Freinrippunterhemd in einer barock anmutenden Waschmaschinenladung darstellt, also, um es konkreter zu formulieren, daß das Feinrippunterhemd sozusagen als der Otl Aicher unter den barocken Unterhemdbekleidungsmöglichkeiten für Herren anzusehen ist – womit im logischen Umkehrschluß der Gestalter bzw. speziell Otl Aicher in Gleichnissen eher als Feinrippunterhemd denn als Vitaminpille zu bezeichnen wäre. Haben wir in der Vergangenheit da etwas falsch verstanden, oder sind die Zeiten, in denen wir jetzt leben, schlicht andere geworden?

Hartmut Esslinger
Sehen Sie, ich habe es eilig. Verstehen Sie mich nicht falsch. Das ist ein interessanter Gesprächsansatz. Ich muß aber jetzt weg. Können wir uns übermorgen wieder treffen. Nach der Preisverleihung vielleicht? Das käme mir sehr entgegen.

Hamlet Hamster
Herr Prof. Esslinger, alles, was wir in Erfahrung bringen wollten, haben wir in Erfahrung gebracht. Wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für das spontane Kurzgespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft nur das erdenklich Beste!

Mit den Gestaltern ist es doch immer wieder das Gleiche: Kaum einer von ihnen ist bereit, sich spontan auf pseudo-logisch klingenden Schwachsinn einzulassen. Und von denen, die es tun, haben am Markt die meisten bedauerlicherweise keinen Bestand. Hätte er doch wenigstens «Wenn das so ist, dann ist aber Max Bill viel mehr Feinripp als es Otl Aicher jemals gewesen ist», oder so, vor sich hin gemurmelt, wir wären entzückt gewesen, ihm die vollen 100 Punkte zuzugestehen. Aber so?

Aber so können sich Herr Prof. Hartmut Esslinger entspannt zurücklehnen, da das vorstehende Gespräch in Wahrheit nie stattgefunden hat.

Wo waren wir eigentlich nochmal stehen geblieben? Ach ja, beim lieben Geld. Gab es eigentlich jemals eine einzige Situation in der Geschichte der Menschheit, da es sich in letzter Konsequenz nicht um das geschätzte Zahlungsmittel drehte? Und wird es jemals eine Situation in der Menschheitsgeschichte geben, in der das nicht der Fall sein wird? Hm?

Auch ein Weg, eine sparsamere Lebensweise zu propagieren.

Schließlich und endlich kommen wir nicht umhin, festzustellen: Wenn die derzeit angebliche Geldknappheit dazu führen sollte, daß Werbeleute von bestimmten Unarten aus dem Reich der unbestimmten Lebensführung endgültig Abschied nehmen, so hätte das möglicherweise genau den Vorteil, daß mit den dadurch wiedererlangten Zugängen zu längst totgeglaubten Gehirnregionen und -kapazitäten die Qualität von Kommunikationsvorschlägen steigen wird. Vorstellbar ist das.

Einerseits. Andererseits sollte aus dieser Annahme kein Automatismus erwachsen, denn der hier gegenständliche Entwurf ist nur scheinbar gut, so wie Seniorenprodukte, die von so-called Twenty-Somethings entwickelt wurden, die man zuvor (hoffentlich gegen ihren Willen) in einen sogenannten Alterungssimulationsanzug gezwängt hat, eben nur bedingt gut sein können. Auf dem Titelbild sind beispielsweise keine Krücken sondern ganz normale Spazierstöcke abgebildet, die von Vertretern quer durch sämtliche Altersgruppen, beispielsweise bei Gebirgswanderungen, genutzt werden.

Außerdem ist das Magazin «Die Krücke» so in den Gehstock eingespannt, daß es auf dem Kopf hinge, würde das Gesamtwerk dem potentiellen Leser korrekt am Haken hängend präsentiert. Dem Prinzip «Form Follows Function» folgend, können Produkte für Senioren nur von Senioren entwickelt und gestaltet werden. Das hat u.a. etwas mit der entsprechenden Lebenserfahrung zu tun, die in den Produkten mitzuschwingen hat. Auch würden von Senioren gewöhnliche Spazierstöcke sprachlich nicht mal eben zu Krücken umgeformt werden.

Alles in allem war es ein nützliches und informatives Werbe-Festival, wobei wir es lieber gesehen hätten, der ADC würde sich mehr für die Interessen von Erdbeeren engagieren, damit diese in ferner oder naher Zukunft nicht irgendwann einmal vom Aussterben bedroht sein werden. Wobei wir Birnen und Kirschen als ebenso schützenswert erachten. Keine Frage. Wir erwarten, daß der ADC mal in diese Richtung denkt und uns in absehbarer Zeit unaufgefordert ein entsprechendes Exposé mit zu ergreifenden Maßnahmen vorlegt. Schließlich sind wir ja gar nicht so, man kann mit uns über alles reden.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Kai Diekmanns jüngster Alptraum

18 Apr

Der BILD-Chefredakteur Kai Diekmann wurde gestern Nacht überraschend aus der Haft, quatsch, aus einer der Hauptstadt angemessenen Spielhölle heraus gekidnappt. Die Entführer fordern als Bedingung zur Freilassung des verhinderten Heldentenors, daß alle Bundestagsabgeordneten unter notarieller Aufsicht und im Rahmen einer von allen Fernsehsendern live zu übertragenden Bundestagssondersitzung jeweils und unisono eine Dose Hundefutter schmatzend zu verspeisen hätten. Im direkten Anschluß daran habe eine fruchtvolle Debatte über die nachhaltige Senkung der dramatischen Staatsschulden zu erfolgen. Was mit Diekmann passieren werde, wenn den Forderungen nicht nachgegeben würden, war bis zum Redaktionsschluß leider nicht in Erfahrung zu bringen. Allerdings denkt sich unsere Redaktion bereits ihren Teil.

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Das Lied der Banjowelpen

7 Apr

Herrmann von Banjo mit einer seiner beiden Welpen

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Der Sturm, er goß, er wurde Sonne,
Diogenes denkt, daß seine Tonne
Schützend weiß, geblechtelt ganz,
Hechelnd beißt in Eigenschwanz.

«Regie!» – It should have better heißen,
«Colgate» helps beim Better-Beißen.
Schön, daß uns die Götter helpen:
Es klingt das Lied der Banjowelpen.

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Satire: «Nach E-Zigarette nun auch V-Kassette im Mund explodiert!»

21 Feb

So soll die EU später einmal aussehen:
Schön, (fast) rauchfrei und bereit, sich jeder Zeit effektiv zu vermehren.

Nicht nur Elektrozigaretten sind offenbar wegen ihrer Inhaltsstoffe gefährlich und hochexplosiv – sondern auch Videokassetten. Beide Produkte stehen zudem wegen ihres verharmlosenden Aussehens am internationalen Pranger der berechtigten Kritik.

Mußte doch erst kürzlich ein amerikanischer Familienvater und Vietnam-Veteran die leidvolle Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, wenn Teile des eigenen Kopfes von innen heraus nach außen explodieren und dadurch einige Zähne sowie ein Zungenteil in starke Mitleidenschaft gezogen werden, beziehungsweise komplett verlorengehen: nämlich nicht gut. Und das alles nur des gesunden Rauchens wegen.

Als sich Sylvio Berlusconi vor zwei Tagen nach einer gelungenen Bunga-Bunga-Party zur Steigerung der körpereigenen Triebfederspitze noch eine überbackene Videokassette mit Preiselbeeren und topaktuellen Teeniepornos zwischen die Kiemen schob, da machte es plötzlich Rumms! – und urplötzlich sah der ehemalige Ministerpräsident Italiens nicht mehr seinem Paßbild ähnlich – und sich selbst mit nachhaltigen Problemen bei seiner nächsten Einreise in ein Mitgliedsland der EU konfrontiert.

Was wir dagegen tun können? Nichts! Nehmen wir einfach zur Kenntnis, daß das Leben schon immer mit bestimmten Risiken verbunden war. Eigentlich ist es doch ganz angenehm zu wissen, daß unser Vietnam-Veteran nicht unter der Traglast eines Full Metal Jackets irgendwo im Busch grausam zusammenbrach, sondern behutsam im heimischen Reiche, bequem auf der Couch liegend und «Ach ja, die größte Freud ist doch die Zufriedenheit» entspannt vor sich hin murmelnd, das damals im Krieg drastisch Erlebte für das Erinnerungsvermögen dank moderner Elektronikzigarettentechnologie noch einmal in stark entschärfter Form aufgefrischt bekam.

Die erste Pockenimpfung nach Edward Jenner funktionierte übrigens nach ein und demselben Mechanismus. Womit wir einmal mehr bewiesen hätten, daß auch vor diesem Hintergrund eine explodierende E-Zigarette der Gesundheit tatsächlich dienlich ist.

Und Berlusconi? Er sollte aus gesundheitlichen Gründen von V-Kassette auf E-Zigarette umsatteln. Definitiv!

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Georges Seurat Reloaded

18 Feb

Click to enlarge pointilistically

Schade, daß George Pierre Seurat diese Uminterpretation eines seiner berühmtesten Werke (Sunday Afternoon on the Island of La Grande Jatte, 1884–1886, at The Art Institute of Chicago) selbst nicht mehr erleben kann: Ein Polizeibeamte, der während seiner Mittagspause nicht etwa tapfer ein britisches Sandwich vertilgt, sondern sich mittels adäquater Spraydose – ganz im Stile eines banskyesken Strassenkünstlers – der Optik des Oberpointilisten Seurat behutsam nähert; und sich zusätzlich überaus selbstbewußt in das Bild integriert.

So sorgte dieses Bild anläßlich der letzten Bienale in Venedig, wo es fast ausgestellt worden wäre, für irrsinnigen Gesprächsstoff. Es ist anzunehmen, daß das auch die nächsten Jahrzehnte so bleiben wird.

Read about Georges Seurat on Wikipedia.

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Wer sich dieser Tage im heimischen Reiche hinter seiner Bildung einmauert, der bekommt draußen vor der Tür von den eingefrorenen Füßen des Klimawandels nichts mit!

9 Feb

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Mainzer Fassenacht: «Die Narren sind los!»

4 Feb

Wo früher das Kinocenter Rex/Bambi war, da hat sich nun schon seit Jahren eine Konditorei fest etabliert. Gegenüber, also im Rücken unseres Redaktionsfotografen, steht der nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute und berühmte Mainzer Dom.

Mainzer Friedenstaube mit Darmverschluß

Wer dieser Tage mit geöffneten Augen durch die heimelige und rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz tigert, dem ist es längst aufgefallen: Die Narren sind aus ihren Maulwurfslöchern emporgekrochen und erfreuen sich am frostigen Frühlingsklima.

Auch Tauben, die sich in die Lüfte schrauben, wissen ganz genau, mit welchem Glauben und speziellen Gliederverrenkungen sie sich am besten diverser Kränkungen erwehren; und am erfolgreichsten einer erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Kamera unseres Redaktionsfotografen Andreas Baier widersetzen. Sie alle sind ebenfalls, begleitet von karnevalistischen Farben, unterwegs. Die unübersehbare Vorfreude auf den Rosenmontag, sie lebt und ist ein einziges Geben und Nehmen im Zeichen von Zuckerschlecken, Wattejacken und tiefer Besinnungslosigkeit: Unhappiness goes President. Nur in einer solchen emotionalen Gesamtsituation konnte er entstehen: der ultimative Faschingssong: «Heile heile Gänsje» von Ernst (Schornstein)Neger.

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Martin Heidegger: «Zensur als Liebeserklärung?»

23 Jan

Eine unkonventionelle Zensurmethode der Weight Watchers? –
Die Antwort finden Sie in diesem Artikel.

In letzter Zeit wird dank vorbildlich amerikanischer Bemühungen wieder verstärkt und verschärft von Zensur oder auch Censorship – vor allem im bösen und weltweit zugänglichen Internet – gesprochen. Dies wird besonders gerne von vermeintlich Betroffenen getan. Meerschweinchenreport gehört vielleicht dazu. Vielleicht aber auch nicht.

Daß an der Geschichte grundsätzlich was dran ist, haben wir bereits hier ausgeführt. Allerdings neigen sehr viele der ins Fadenkreuz der medialen Inhaltslieferanten Geratenen dazu, in einer Zensur a priori etwas Schlechtes oder gar Negatives zu sehen; und das alles nur, weil in der Vergangenheit oftmals von schlecht ausgebildeten Potentaten viel Schindluder mit diesem dem Grunde nach recht nützlichen Machtinstrument getrieben wurde.

Das muß aber nicht sein. Meerschweinchenreport möchte Verständnis für die Ängste, Sorgen und Nöte von Politikern und Wirtschaftsbossen erwecken, die ja auch alle irgendwie auf diese Welt gekommen sind, ohne daß man sie vorher gefragt hat, ob sie überhaupt wollen.

Unseres Erachtens ist es dieser Grundschmerz, wie Sigmund Freud und davor Wilhelm Tell es einst formulierten, der nicht eben wenige Zeitgenossen peu à peu in den Wahnsinn trieb und treibt. Eines der Ausgleichsventile, die sich die Natur für dermaßen per se geschundene Seelen ausgedacht hat, hört auf das schicke Gebot «Zensiere Deinen Nächsten auf Teufel komm raus!» Voilà!

Dieses Gebot läßt sich auf unterschiedliche Art und Weise beachten. Eine, und höchstwahrscheinlich die einzig feine, ist die auf Gegenseitigkeit, sprich: manus manum lavat, zu deutsch: «Ein Mund wäscht den anderen». Widmen wir uns zunächst dem diesen Artikel vorstehenden Eingangsbild: Sowohl die weibliche Person als auch der Wellensittich zensieren sich im gegenseitigen Einverständnis. Der Kopf des Wellensittichs steckt unzweideutig im Mund des Mädchens, womit der kleine Piepmatz weder etwas sagen noch etwas sehen kann. Bei dem Mädchen verhält es sich nur wenig anders: Auch sie kann, weil Wellensittich im Mund, nicht sprechen – und zieht nun mit dem Vogel gleich, indem sie ihre Augen freiwillig geschlossen hält. Insbesondere hier wird der Aspekt der Gegenseitigkeit transparent und kommt voll zum Tragen. Von vielen Naturschützern als «Tierschutz aktiv» mißinterpretiert, wäre es wesentlich verständlicher, würden sich die Weight Watchers für diesen bereits fahrenden Zug begeistern – und aufspringen; erscheint doch gerade bei der hier gegenständlichen Zensurmethode eine Nahrungsaufnahme im herkömmlichen Sinne durch den ungebratenen Zustand des Tieres erheblich erschwert. Aber das sind alles nur ungelegte Eier, denn das Hauptthema lautet: Zensur als Liebeserklärung – beziehungsweise: «Ist Zensur eine Liebeserklärung?»

Bei nachfolgender Wiedergabe eines ähnlich erscheinenden Zensursachverhaltes verhält es sich jedoch ein wenig anders: Hier handelt es sich einerseits um Martin Heidegger beim Brotbacken, andererseits jedoch um einen von einer in der Schweiz ansäßigen Uhrenmanufaktur erbauten Essensausgabeautomaten, der insbesondere in den 1950er bis tief in die 1960er Jahre hinein in Frankreich die Arbeiter in der Automobilfabrikation essenstechnisch mit dem Nötigsten versorgte. Ist hier ebenfalls von Zensur im eigentlichen Sinne zu sprechen? Der seltsame «Philosoph» Martin Heidegger zog es vor, sich in solchen heikeln Fragen stets zu einem klaren ja zu bekennen, wir meinen jedoch kurzundknapp: nein.

Martin Heidegger beim Brotbacken? –
Die Antwort steht in diesem Artikel.
Photo by Robert Doisneau

Versuchsergebnis: Fraglos fappierend ist, daß beide Bilder formal sehr viel miteinander gemein haben, obwohl sie inhaltlich zwei völlig unterschiedliche Standpunkte zu zwei völlig unterschiedlichen Themen einnehmen. So lernen wir, daß Zensur für einige wenige vielleicht eine Liebeserklärung im uneigentlichen Sinne sein mag, ihre Hauptaufgabe jedoch darin begründet liegt, eklatante Mißstände in unserer Gesellschaft zu ergründen und für jedermann transparent zu machen. Das ist zweifellos die unschlagbare Stärke einer jeden gutgemachten Zensur. Begegnen wir ihr also mit dem gebotenen Respekt.

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Das PRADA-Häschen von Karl Lagerfeld

7 Jan

Source unknown.

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NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) warnt vor den Risiken von sogenannten Elektrozigaretten

17 Dec

Steht beim Rauchen mehr auf traditionelle Methoden: Barbara Steffens, Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen sowie einstige erste Emanzipationsministerin Deutschlands

Die engagierte Grünen-Politikerin und Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, plagen schlaflose Nächte, denn der Gedanke, daß sich ein Mitglied der ihr unterstellten Bevölkerung möglicherweise in purer Kenntnislosigkeit an den neuen Elektrozigaretten vergiften und sterben könnte, ist ihr unerträglich. Ausdrücklich warnt sie deshalb unermüdlich vor dem Kauf der elektronischen Zigaretten und weist zudem daraufhin, daß sowohl der Verkauf als auch der Erwerb besagter Nikotinprodukte genauso verboten sei, wie einst das eigenmächtige Demonstrieren vor der Startbahn-West oder der atomaren Wiederaufbereitungsanlage in Brockdorf. «Warum raucht denn der rauchende Teil unsere Bevölkerung nicht die gesunden und biologisch angebauten Markenzigaretten, die zudem bei regelmäßigem Genuß einen wertvollen Beitrag im Kampf gegenüber Krankheiten wie beispielsweise Lungenkrebs, Fußpilz oder chronisch leeren Staatskassen leisten?», fragt sich die persönlich angegriffene Gesundheitsministerin Barabara Steffens, die derzeit etwas ahnungslos aus der normalerweise zu kochenden 30°-Wäsche schaut.

Elektronikzigaretten waren nicht immer so ungefährlich und pharmakologisch wertvoll, wie das heutzutage der Fall ist. Früher, etwa zu Zeiten des Wilden Westens, wurden sie mittels Colts an die jeweils Rauchwilligen verabreicht, wenngleich ihre Wirkung, weil rein mechanisch, mehrheitlich als «zu undiplomatisch» empfunden wurde. Wahrscheinlich deshalb nur «6 nach 6» und nicht wie sonst üblich «5 vor 12». Immerhin etwas.

Um gänzlich auf der sicheren Seite zu sein, haben sich die Produzenten der Elektronikzigaretten der Unterstützung von Maik Pommer versichert. Pommer, seines Zeichens Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn, führt in einem Gutachten aus: «Bei der E-Zigarette wird Nikotin verdampft – und Nikotin wirkt pharmakologisch. Da liegt zunächst die Vermutung nahe, dass es sich um ein Arzneimittel handelt. Aber um das zu ermitteln, bedarf es immer einer sorgfältigen Einzelfallentscheidung.»

Inzwischen bleibt die Sache weiterhin unklar; und Meerschweinchenreport bleibt weiterhin dran. So wie immer.

Quelle

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Christa Wolf ist tot

1 Dec

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist – wir sagen es nur ungerne – tot. Heute verstarb sie im Alter von 82 Jahren in der Berliner Charité an den Folgen einer unsachgemäß durchgeführten Photoshop-Operation. Literaturinteressierte Digitalartisten in aller Welt betrauern diesen tragischen Vorfall zutiefst.

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Where Is Selleck’s Whereabouts?

9 Oct

Strictly Without Tom Selleck

Where is Tom Selleck? How is he doing? Can we help him? These and other questions arose in the brains of many many many Tom Selleck fans who visited «Selleck Waterfall Sandwich» all over the world.

In the beginning there was light, mayonnaise and a beautiful website honouring the tasty qualities of famous Hollywood legend Tom Selleck. But that seems a long time ago. Since a couple of weeks, months and even years this file above is making its way through the Internet complaining silently the prominent absence of Tom Selleck. All a fake? Could be. But recent investigations have shown that the title of his new film «Jesse Stone: Innocents Lost» is a strong hint that Selleck himself might be the «Innocent Lost»; and that his missing is on purpose.

Only one voice, however, the voice of a former farmer’s widow with a strong Scottish accent, says that it is quite likely that Selleck prefers to live inside of the burger secretly because he couldn’t cope with all his fame anymore. «See, at the moment he’s cleaning the house!», she says. Otherwise there was no reason why the «cornerstone of each nutritious breakfast» (Quote from «Pulp Fiction») is constantly moving. With a firm «Don’t you think so?» she closes her thoughts.

Meerschweinchenreport is convinced that Tom Selleck must be somewhere and that the day will come when he returns.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Hannah Richards: «Your Opinion Is Irrelevant»

3 Sep

Die britische Künstlerin Hannah Richards setzt sich mit Geistesphänomenen intensiv auseinander. So auch mit dem, was erfahrene Nervenärzte mit «Negation der eigenen Selbsterkenntnis» beschreiben. Bei diesem Krankheitsbild ist der erkrankte Geist zwar einerseits in der Lage, eine Situation korrekt zu beurteilen, andererseits jedoch unfähig, dem ihm zugeordneten menschlichen Körper die notwendigen – und üblichen – Verhaltensbefehle zu erteilen. Das führt zur hartnäckigen Weigerung, sich mit der Wirklichkeit und deren sachlichen Argumenten auseinanderzusetzen, weil plumpen emotionalen Schüben mit destruktivem Charakter der Vorzug eingeräumt wird. Siehe auch Cognitive Verstopfung.

Allerdings gibt es für diese Patienten einen Lichtblick: In der Fachmedizin ist man sich einig, daß dies die letzte Stufe auf dem Weg in den irreversiblen Irrsinn ist, bei der der erkrankte Geist mit einem bißchen guten Willen vollständige Gesundung erfahren kann. So hat sich zum Beispiel die tägliche Zufuhr von mindestens einem Liter frisch gepresstem Orangensaft mit etwas Champagner vermischt als sehr hilfreich erwiesen. Außerdem müssen Facebook- und Twitter-Accounts unwiederherstellbar gelöscht, sowie die Tierpatenschaft für einen echten deutschen Deich-Bieber übernommen werden. Schließlich muß vom zu Behandelnden Samuel Becketts «Warten auf Godot» konsequent auswendig gelernt werden. Wird der Therapieplan strikt eingehalten, so ist normalerweise nach vier Jahren, sechs Monaten und einunddreißig Tagen nachhaltige Heilung zu erwarten. Der Patient darf nun bedenkenlos aus der Gummizelle direkt ins reale Leben entlassen werden. Er benötigt keine weitere ärztliche Betreuung mehr. Siehe auch Romantik und Art Brut.

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Trio Mortale: «Down By Law And Ice-Cream»

4 Aug

In the beginning there was ice. And then, there was a scream.
Two screams, just to be perfectly precise. Here they are:

The two screams created a song. Well, sort of:
«I scream, you scream, we scream for ice-cream.»
A phonetic rescue plan was born.

Questionmark that had been left:
Is ice-cream consumption deadly?

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Eine Gans in Teva Trekking Sandalen? Sofort schlachten, das Tier!

8 Jun

via: Cute Overload

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Gesine Gürtelfräckler: «Spirituelle Heilbilder»

30 May

«Click to reach total sharpness»
Original Sprituelles Heilbild einfach ein paar Stunden konzentriert
betrachten – und die Kopfschmerzen sind wie weggeblasen. Garantiert!

Gesine Gürtelfräckler ist in den Kreisen esoterischer Glaubensvermittlung alles andere als ein Unbekannte. Kurz nach ihrer Geburt erzeugte sie ihr erstes kleines Energiefeld, wodurch ihre Eltern gebürenfrei Ortsgespräche führen konnten, in der Schule wußte sie immer alles vorher und auch besser; und im Jahre 1597 bemalte sie erstmals Johann t’Serclaes von Tilly ausgiebig die Füße, die Grundsteinlegung für seine spätere erfolgreiche Teilnahme in verantwortlich leitender Funktion am dreißigjährigen Krieg. Gürtelfräckler damals zum Friedlandreport: «Es geht mir immer um die Freisetzung selbstheilender Kräfte, die nicht nur dazu geeignet sind, das individuelle Regelsystem im medizinischen Sinne zu überarbeiten, sondern insbesondere auch komplette Einwohnergruppen ganzer Kontinente. Eine regelmäßig verabreichte Fußreflexzonenbemalung kann da nur hilfreich sein.»

Gesine Gürtelfräckler ist, das sieht man ihren Spirituellen Heilbildern ganz deutlich an, ein brodelndes Kernkraftwerk, dessen Brennstäbe niemals ausgetauscht werden müssen: gelegentliches Fingernägelkauen ist da völlig ausreichend. Früher probierte sie es versuchsweise mal mit der Einnahme von Braunkohletabletten, aber davon habe sie immer Verstopfungen bekommen; die ausschließliche Lichtnahrungsaufnahme sei auch nicht ganz «ihr Ding gewesen», so Gürtelfräckler einige Jahrhunderte später kurz und bündig in einem «Stern-Gespräch».

Gesine Gürtelfräcklers Lichtfarbgemälde mit übergeordnetem Heilcharakter erscheinen rechtzeitig zur nächsten Buchmesse in einem großformatigen Sammelband im Leinenschuber in der «Regenbogenspezialedition Suhrkamp», persönlich von Ulla Berkéwicz-Unseld unter Vertrag genommen, die nach eigenem Bekunden ihr bisheriges Überleben in dieser harten Welt Gesine Gürtelfräcklers spirituellen Heilbildern zu verdanken habe. Berkéwicz-Unselds Erfolgsrezept: «Einfach ein Heilbild von Gersine ein paar Stunden konzentriert betrachten – und die Kopfschmerzen sind wie weggeblasen.»

Zum sechzigjährigen Suhrkamp-Jubiläum gibt es jetzt sämtliche Regenbogenbände (Designkonzept von Willi Fleckhaus) im praktischen Spezialdesignregal von Rafael Horzon, das sich in der Lage sieht, alle 800 Suhrkamp-Regenbogenbände aufzunehmen, und zwar für entspannte € 5.990,–.

Wem das allerdings immer noch nicht Heilbild- und -kraft genug ist, der kann nun seine Regenbogenpackung um den stattlichen Heilbilder-Sammelband Gesine Gürtelfräcklers erweitern. Er muß dafür lediglich seinen persönlichen Banküberweisungsbetrag inhaltlich verdoppeln, und wird dafür jedoch im Gegenzug während seiner restlichen Lebenszeit aller Voraussicht nach nie wieder mit irgendwelchen Problemen konfrontiert werden. Ist das nicht schön?

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Osama Bin Lazilla

27 May

Das amerikanische Satiremagazin The Onion läßt Osama Bin Laden auferstehen und in gozillaesker Manier New York City zerstören. Wer sich über das komplette Ausmaß Bin Lazillas sinnloser Zerstörungswut informieren möchte, der kann das hier tun.

via: Crackajack’s Nerdcore

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ADC-Festival 2011: «Creative People Pointing At Things And Other People»

11 May


This is as clear as it gets: After the tremendous success of «Kim Jong-IL Looking At Things» and «People Pointing At Things» it is time to analyse the pointing power of power pointing advertisers. Above: Pointing with an iPhone at other people becomes more and more popular. However, the traditional ways of «pointing at» are in most of the cases more energy-saving. This is as simple as it gets. I love simplicity. I can’t get enough of it.


This is as clear as it gets: FRANKFURTRHEINMAIN is something which has to be pointed at. Creative people are creative because they are people. And people, especially creative ones, are supposed to love FRANKFURTRHEINMAIN. The ADC thinks so too. This is as simple as it gets. I love simplicity. I can’t get enough of it.


This is as clear as it gets: The two finger guy is playing chess with the photographer. In this case: with me. He said: «Gimme two more nails». I replied: «Why two? If I’ll chop them off for you, you could then ask for three. Sounds like a bargain to me. Deal?» It turned out that he wasn’t really sure what this was all about. This is as clear as it gets. I love simplicity. I can’t get enough of it.


This is as clear as it gets: The two guys said synchronically that the photographer over there (that’s me) shouldn’t be paid less than EURO 12.500,- per day. I agreed immediately. This is as clear as it gets. I love simplicity. I can’t get enough of it.


This is as clear as it gets: «There can be only one world-class photographer – and that’s you». I totally agree to these terms, and with these very nice, kind and quite well educated two young gentlemen. I am convinced that they are going to make it in life. This is as clear as it gets. I love simplicity. I can’t get enough of it.

All pictures are made by Andreas Baier and have been taken from here.

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ADC-Festival: «Why are you gleaming so creatively, Mr Vaske?»

7 May


Selbstredenderweise haben wir Hermann The German Vaske diese Frage nicht gestellt, denn er hätte sie problemlos zwischen Tür und Angel beantwortet – und so leicht wollen wir es ihm dann doch nicht machen. Kreativität soll schließlich ein schweres Geschäft bleiben, das zwingend die Hinzuziehung eines erfahrenen Fachmanns erfordert. Einen Fachmann wie Hermann Vaske eben!


Dietmar Henneka glüht immer und sein Geist sprudelt überall. Ein Blatt vor den Mund nimmt er grundsätzlich nicht, allein schon deshalb, weil es sofort verbrennen würde. Ein starker Fotograf mit starken Ansichten. Daß er kreativ ist, ist ihm selbst möglicherweise bisher noch nicht aufgefallen.


Kreative Menschen tun alles, um sich unabläßig neuen Herausforderungen zu stellen –wie zum Beispiel hier der behutsamen Entwöhnung eines nagelneuen iPads von der Tischplatte. Keine leichte Aufgabe, die jedoch von Prof. Rüdiger Pichler (HSRM + Präsidium hFMA) geradezu meisterhaft gemeistert wird. Zum Dank beschenkt das iPad seinen Dompteur und stolzen Besitzer mit strahkraftintensiven Kreativerkenntnissen.


Es gibt Menschen, einer von ihnen ist Chuck Porter, deren kreative Aura so stark strahlt, daß sich selbst die von diesem Ereignis angefertigten RAW-Dateien konsequent einer Schwarz-Weiß-Bearbeitung verweigern.

Colour Your Life!

5 May

Activists who have seen to much German TV-Channel SAT1 went nuts, then into the forrest and turned a lovely part of our holy mother’s nature into an open-air Kindergarten. «If you can’t save it, paint it!» is the new activists’ slogan in order to save the whales, the world and their own public awareness. Meerschweinchenreport thinks «Well done!»

via: mlkshk

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Ritter Knitter

1 May

************Gewidmet Moses P.************

Wenn es deppert und scheppert und kracht in der Nacht, dann ward ich um den Schlaf gebracht, gewacht hab‘ ich die ganze Zeit, die Schlacht, den Streit um Dich zu gewinnen und binnen einer Stunde ward die Kunde rundgegangen, daß Ritter Knitter grad auf seiner Runde, Besitzer großer Häuschen, Schlitzer süßer Mäuschen bangen muß um sich und seinen guten Ruf. Mein Beruf ist Ritterjäger, Träger schräger Ritterjägerorden. Im Morden dieser Blechgespenster bin ich einsame Spitze in allen Klassen. Aus dem Fenster warf ich sie in Massen; stopfte sie in Klo, verbrannte sie mit Stroh – lichterloh. So zieren die Gepeinigten, dank meiner Hände, im ganzen Lande Schlösserwände; all die Burgen, die Gereinigten von Schurken, plötzlich zickt Gewitter, hör‘ ich Dein Gejammer, Dein Gewimmer – und mir kommt der Schimmer: Ritter Knitter fickt Dich grad im Bernsteinzimmer.

Hookline

Der Päderast in Stahl gefaßt ist schier am Schnaufen, Schwitzen, Augen blitzen durchs Visier, wie ein Stier in Action, die pure Satisfaction, ganz der Schloßherr, ganz der Captain, fingert er und fummelt rum wie Clapton, als ob die Rüstungsteile rapten; sie stepten und stampften, schleppten sich dampfend durch den Raum und die Zeit; im Traum schien er breit, Schaum vor seinem Munde und im Grunde schrie es längst nach Gerechtigkeit, wie ein Hengst in seiner Mächtigkeit, Prächtigkeit, ganz allein auf dem Prüfstein seiner Tatsächlichkeit werd‘ ich ihn angreifen, er reifen Pläne, sie streifen die Zähne in seinem Maule stark, etwas wird gleich faul sein im Staate Dänemark. Bitter für Knitter: Die Spähne, die Splitter seiner Zähne verabschieden sich jetzt. Nichts wird er mehr blicken und für immer und ewig ficken wir im Bernsteinzimmer, denn darauf steh‘ ich.

Hookline

Und in den Flitterwochen werden wir uns was Hübsches aus Ritter Knitters Knochen kochen.

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Skandal: «Silvana Koch-Mehrin soll auch bei ihrer Schwangerschaft abgeschrieben haben»

13 Apr

Doppelseite: STERN

Es ist ein übler Verdacht der Marke «Extraklasse»: Silvana Koch-Mehrin, die attraktive Europa-FDP-Frontfrau und derzeitige Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes mit der mageren Anwesenheitsbillanz, die ihre Parlamentskollegen auch gerne mal je nach Lust und Laune des einen oder anderen Bordellbesuchs bezichtigt, soll nicht nur bei ihrer Dissertation, sondern auch bei ihrer Schwangerschaft kräftig gefummelt bzw. geschummelt haben.

Das geht aus einer Versicherung an Eides Statt hervor, die die ehemalige EMMA-Chefredakteurin und derzeitige BILD-Gerichtsreporterin Alice Schwarzer gegenüber Meerschweinchenreport abgegeben hat. Darin führt die zwölffache Mutter von fünf Kinder wie folgt aus: «Ich habe ihr alles gezeigt. Auch wie man es machen muß, wenn man eigentlich keine Lust hat. Und diese Ziege hat mich noch nicht mal in ihrer DNS ordnungsgemäß zitiert. Wissenschaflich korrektes Kinderkriegen ist das nicht!»

Meerschweinchenreport sieht das ähnlich und ist gespannt, wie die Sache weitergeht.

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Jede große Nachricht hat irgendwann einmal klein angefangen…

20 Feb

Der große Vergrößerungsklick

Zitat: «Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Ich wiederhole: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß die von mir verfaßte Dissertation kein Plagiat ist!»

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Sensation: «Das endgültige Durchhaltemagazin – Pflichtblatt für arabische Despoten» zensiert sich selbst!

5 Feb

In der Stunde der Not zeigt die «Deutsche Spitzenintelligenzliga» (DSL) durch partielle Selbstzensur wieder einmal, daß sich Hilfsbedürftige in aller Welt auf ihre durch gesperrte Breitbandanschlüsse erzeugte Solidarität felsenfest verlassen können. Meerschweinchenreport meint: Eine besonders hervorhebenswerte Art von digitaler Selbstverbrennung. Hut ab!

Titanic

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Barfußschuhe von Gunther von Hagens

11 Jan

Die neuen über Gunther von Hagens Onlineshop in der Edition «Walking for Nature» zu beziehende Barfußschuhe sind aus feinstem, teils naturgegerbtem, teils naturbelassenem Chinesenleder gefertigt – und daher besonders strapazierfähig. Sie empfehlen sich für Anwendungen jeglicher Art – auch fürs rückstandsfreie Gemüseschälen. Die innovativen Barefeet Deluxe sind knautschfreundliche Siebenmeilenstiefel, die niemanden so schnell im Regen stehen lassen. Jedenfalls nicht ohne Schirm, Charme, Melone und angezogener Handbremse, denn Slow Walking ist in der kommenden Saison das ultimative «Must-Have», wenn nicht gar der absolute Fünfsternezehnzehenrenner.

Plastinarium Guben

Von Mäusen und Lobstern, Fotografen und Parties.

23 Dec

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Bildunterschrift mit Didaktikteil I: Um Aufnahmen mit dem gewissen Etwas zu erhalten, ist es unumgänglich zunächst auf die dem Shooting beiwohnenden Moderedakteure, das Modell und natürlich auch auf sich selbst einen latent unbeholfenen Eindruck zu machen. Verwenden Sie beispielsweise ein Teleobjektiv in einem Nahbereich (siehe Foto), der es Ihnen verunmöglicht, technisch scharfe Bilder zu erzeugen. Sagen Sie euphorisch: Retrolook sowie Out of Focus sind derzeit der letzte Schrei. Dann schreien Sie so laut Sie nur können. Herzlichen Glückwunsch: Vom unausgesprochenen Vorwurf, in Starallüren zu baden, haben Sie sich gerade erfolgreich befreit. Die Studioatmosphäre ist auf dem Siede- und Höhepunkt, der Rest ein Kinderspiel.

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***+Teil 1+***

Dschungelcocktail auf den Toiletten einer 747

Fotograf zu sein ist schon was Feines. Der Ruf Desperado der Presseempfänge, Liebhaber von Sonnenuntergängen oder notorischer Beischlafbeglücker von mindestens zwei Models gleichzeitig zu sein, eilt ihm voraus wie der Blitz dem Donner. Darüber hinaus machen ihn seine Weltreiseerfahrungen, seine Menschenkenntnis sowie seine endlos lange Liste von bereits fotografierten Eiffeltürmen zur beliebten Anlaufstation, um sich mit ihm bei einem Glas Dschungelcocktail über die unmöglichen Lebensbedingungen auf den Toiletten einer 747 zu unterhalten. Ist es da nicht reizvoll, sich so einen Paradiesvogel mal auf eine Party zu holen? Und ganz im Vertrauen: die kaputte Instamatic, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegt, kann er ja nebenbei gleich mitreparieren, schließlich ist er ja Fachmann.

Windmühle in Öl

Steht der Fotograf dann schüchtern im Türrahmen, irgendwie nicht so, wie Sie ihn sich eigentlich vorgestellt hatten, dann bereiten Sie ihm eine endlos große Freude, wenn Sie die Rolle unter seinem Arm an sich reißen, mit dem Bild freudestrahlend zu Ihren Gästen rennen und brüllen: »Seht mal! Seht mal! Das hat er selbst gemacht! Das hat er selbst gemacht!« und es anschließend sofort mit Reißzwecken auf Ihrer Schlafzimmerblümchentapete, direkt am Kopfende neben einer Windmühle in Öl, befestigen. Dann wird er vor Glück strahlen, denn er weiß, sein Foto ist gut angekommen.

Champagner, Lobster und Baummaden

Hat er dann endlich Platz genommen, umgeben von Ihnen und all den anderen süßen Mäusen, in der einen Hand ein Glas Champagner, in der anderen einen Lobster – Fotografen trinken und essen ausschließlich Champagner und Lobster, es sei denn, sie müssen sich im Urwald gerade von Baummaden ernähren –, dann fallen Sie ihm am besten gleich um den Hals und fragen mal so ganz dezent an, ob er nicht noch ein paar Models braucht. Sagen Sie ihm auch, daß Sie schon immer einmal mit einem Toaster in der Hand in die Kamera grinsen wollten, es ist ein alter Jugendtraum von Ihnen, sagen Sie ihm das. Das macht bestimmt Eindruck!

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Bildunterschrift mit Didaktikteil II: Eine gesunde Portion Dilettantismus verbreiten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Kamera mitten in der Fotosession so anschauen, als käme sie direkt vom Mars. Zuvor bitten Sie Ihren Assistenten während eines unbeobachteten Augenblicks, zeitgleich die selbe Show mit dem Blitzbelichtungsmesser (auf dem Foto das Gerät mit dem weißen Knopf) zu veranstalten. Damit aktivieren Sie die Helfersyndromfunktion im Kopf Ihres Modells, das – nach Möglichkeit – ein bißchen wie Lady Diana Spencer (war damals in den 1980ern sowie 1990ern quasi Pflicht) aussehen sollte.

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***+Teil 2+***

Helmut Newton, Christian Lacroix und eine parfümierte Hutfeder

Sie haben jetzt eine solide Gesprächsatmosphäre geschaffen, in der Sie Ihre Fotoalben auspacken und ihm auf den Schoß legen können, mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß er jetzt nicht mehr weglaufen kann. Denken Sie bitte unbedingt daran, auch ein paar Alben Ihrer Groß- und Urgroßmutter beizufügen, denn das erleichtert dem Fotografen festzustellen, ob das Talent zum Model in der Familie liegt. Während er sich dann von spaghettiverschmierten Kindergesichtern über krebsrote Haut auf weißem Sand – das erinnert ihn an seinen Lobster, den er im Moment nicht weiterssen kann – bis hin zu Panoramen von Gebirge, Meer und Wüste durcharbeitet, sollten Sie in einem Anflug von geistiger Genialität darüber reflektieren, daß Sie Modefotografie wahnsinnig geil finden und Helmut Newton natürlich auch und daß Sie einen seiner Assis fast ins Bett bekommen hätten, wenn diese blöde Privatsekretärin von Christian Lacroix nicht so raffiniert mit ihrer parfümierten Hutfeder direkt unter seinen Nasenlöchern rumgespielt hätte. Dabei bitte elegant eines Ihrer unvergleichlich schönen, netzstrumpfbehosten Beine – welche voguelesende Partysmalltalkdame hat keine unvergleichlich schöne, netzstrumpfbehoste Beine? – vom Lackschuh befreien und ihm damit zwischen dieselbigen gehen, aufdaß der Champagner schäume. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Chance vielleicht doch noch zur Toaster-Miss-Piggy-des-Jahres gewählt zu werden. Sollte der Champagner allerdings nicht schäumen, auch nicht des Lobsters Scheren klappern, dann, so fürchte ich, haben Sie etwas falsch gemacht. Aber was denn nur?

Fishing for Delle im Halsfleisch

Nur nicht aufgeben! Ein letzter Versuch: Fishing For Compliments! Setzen Sie sich ein Messer an die Kehle, verkünden sie den Selbstmord, weil Sie so völlig unfotogen sind, ihre Haare nie richtig liegen und Sie deshalb hier niemand so richtig beachtet. Drücken Sie das Messer jetzt fester, sagen wir, bis eine starke Delle im Halsfleisch entsteht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Also, nur mal angenommen, Sie sind so schätzungsweise einhundertzwanzig Jahre alt und Ihr Gesicht sieht wirklich danach aus, als hielten die Grand Canyons just und exakt an diesem Ort ihr Weltjahrestreffen ab, dann sollten Sie sich reiflich überlegen, ob nicht der ideale Zeitpunkt für einen taktvollen und gepflegten Abgang gekommen ist…

Tangoschritt und Filzpantoffeln

Aber wirklich passieren wird nichts, Sie wissen das. Der Fotograf wird fassungslos die Alben quer durch den Raum werfen, entsetzt aufspringen, Ihnen das Messer entreißen, Sie in den Tangoschritt zwingen und sagen: »Lady, Sie sind mit Abstand die schönste, attraktivste und begehrenswerteste Dame, die ich in meinem Leben je kennengelernt habe! Ich möchte Sie heiraten, ein Haus bauen, Filzpantoffeln tragen und mindestens fünf Kinder von Ihnen haben.« Und Sie werden es glauben, Sie müssen es glauben. Und nachdem der Fotograf Ihnen Ohr und Geist so lieblich vollgeflüstert hat, nur damit der Gastgeber nicht auch noch seinen Teppich reinigen lassen muß, er sich so gerne mal mit dem Arzt unterhalten möchte, der für ihn freundlicherweise die Wiederbelebungsversuche an der Instamatic übernahm, wird er Sie an die Hand nehmen, auf die Toilette zerren, mit der Gold-Credit-Card ein geheimnisvolles, weißes Pülverchen auf dem Klodeckel zerstoßen, zwei feine, saubere Linien legen, Ihnen ein zum Röhrchen gedrehten Tausender in die Hand drücken, verwegen grinsen und fragen: »Baby! Do you wanna take off?«

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Dieser Text wurde erstmals vor Unzeiten, also irgendwann zwischen 1986 und 1990 in der damals noch erscheinenden Fachzeitschrift foto scene veröffentlicht.

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»Oh no, Frostie ate my son!«

11 Dec

On Christmas 1959 Dorothy Williams made a terrible discovery: Frostie ate her son. Unfortunately. However, as a matter of fact, she was not alone. Fortunately not. On that very same year and Cristmas Eve there were millions of Frosties all over the world waiting to be found by millions of caretaking mothers at a certain place were normally their sons and daughters should have been expected to be in order to receive the next steps of their liberal Christmas treaties.

But why did Frostie so? Probably, we will never know.

Kindsroulade à la Cohn-Bendit

12 Oct

Rechtzeitig zur diesjährigen Buchmesse präsentiert der EU-Abgeordnete, eingefleischte Kinderkenner sowie ausgewiesene Talkshowhengst Daniel Cohn-Bendit sein neues Kinderkochbuch, das in nicht zu übersehender Weise seinem selbstgewählten Leitmotto Kinderliebe geht auch durch den Magen huldigt.

Kindsroulade bereitet Cohn-Bendit seit mehreren Jahrzehnten gewohnheitsmäßig so zu: Passendes Kind aussuchen, mißbrauchen, danach ausziehen und waschen, häuten, das Fleisch rouladentauglich zuprügeln, füllen – und anschließend ab in den Ofen. 

Daniel Cohn-Bendit wünscht allen Päderasten einen guten Appetit!

Der Autor und sein Lebenslauf

Claude Chabrol ist tot

14 Sep

Frankreich trauert um Claude Chabrol. Der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Staatspräsident aus purer Leidenschaft starb nach Angaben des Pariser Rathauses im Alter von 80 Jahren an einer Überdosis Smarties. Ein Sprecher von Bürgermeister Bertrand Delanoë würdigte Chabrol als einen der großen Cineasten Frankreichs, der für seine Freiheitsliebe, seine Unerschrockenheit sowie seine Vorliebe für 100% fettfreie Danone-Jogurts bekannt geworden sei. Danke, Claude Chabrol, wir danken Dir für dein Kino, erklärte er.

Chabrol prägte die Filmwelt mehr als 50 Jahre lang. Zum Film kam er nicht wie viele seiner Zeitgenossen als Regieassistent, sondern als Kritiker der Fachzeitschrift Cahiers du cinéma. Er war einer der Mitbegründer der Nouvelle Vague, einer neuen Art des Erzählens, die sich gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss richtete. Nicht selten erschossen sich die Cellistinnen nach eingespielter Filmmusik noch im Tonstudio. Kinogeschichte schrieb er bereits in den 1960er und 1970er-Jahren mit der Hexalogie über das französische Bürgertum (“Die untreue Frau”, “Das Biest muss sterben”, “Der Schlachter”, “Der Bruch”, “Vor Einbruch der Nacht”, “Blutige Hochzeit”) – eine Reihe im Thriller-Format, die ihm den Beinamen “französischer Hitchcock” einbrachte.

Filmen ist für mich wie eine Droge

Aber auch durch Literaturverfilmungen wie Stille Tage in Clichy und Madame Bovary machte Chabrol von sich reden. Immer wieder gehörte die Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie eine supermoderne und hyperneue Gesellschaftsform in ihrer ganzen puristischen Erscheinungsform zu seinen Lieblingsmotiven, die aus den Filmen Jacques Tatis gar nicht mehr wegzudenken waren. Zweifellos war auch dies Chabrols ganz großes Verdienst. Er selbst nannte sich einmal einen überzeugten Feministen, was Alice Schwarzer aber dennoch nicht daran hinderte, seine umgehende Entmannung zu fordern.

Chabrol war bis zuletzt aktiv. Er arbeitete mit Stars wie Gerard Depardieu, Isabelle Huppert und – natürlich – Carla Bruni. Filmen ist für mich wie eine Droge, ohne die ich nicht leben kann. Was und mit wem sollte ich es denn auch sonst getrieben haben, sagte und fragte er 2007 in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auf der Berlinale 2009 war er für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.

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