Anfang und Ende (I)

Mutter steht in der Küche am Backofen und klappt die Ofentür auf. Ihr Sohn steht daneben und blickt gespannt auf das Ergebnis der mütterlichen Koch- und Backkünste. Wir sehen einen Kuchen, der wie ein Hühnchenkuchen aussieht.

Sohn
Was ist das denn?

Mutter
Das ist ein Hühnchenkuchen, mein Sohn!

Sohn
Hä?

Der Sohn schaut ob der irritierenden Antwort irritiert; beschließt jedoch sich weiterhin konsequent mit Wissen zu betanken.

Sohn
Und das?

Mutter
Das ist ein Käsebraten.

Sohn
Mutter, warum kochest und backest Du solch’ absonderliches Zeug?

Mutter
(aus den Tiefen der Speisekammer)
Zeus? Dein Vater?

Sohn
Nein, ZEUG! Nicht mein Vater!

Mutter
(abermals aus den Tiefen der Speisekammer)
Und? Worum geht es jetzt?

Sohn
Ich möchte von Dir wissen, warum Du so seltsame Sachen zubereitest. Ich habe es in der Schule eh schon schwer genug, weißt Du? Da könnte ich ein bißchen emotionale Planungssicherheit gut gebrauchen!

Mutter
(wieder hinterm Herd)
Das verstehe ja einerseits wer will; andererseits ich ganz gut, aber Dir diese Frage wahrheitsgemäß zu beantworten, hieße, Dir den Sinn des Lebens erklären zu können!

Sohn
Und das kannst Du nicht?

Mutter
Jenachdem…

Sohn
Aber eigentlich brauchst Du das auch nicht zu können, denn wir hatten das Thema heute in der Schule!

Mutter
Und?

Sohn
(zuckt mit den Achseln)

Mutter
Weißt Du, die meisten Lehrkräfte werden mit der Zeit sonderbar. Das war schon zu meiner Zeit so. Da kann man nichts machen.

Schnitt zum französischen Spezial-Philosophen Jean-Jacques Rousseau, dem – genüßlich im Liegestuhl liegend – ein sabberndes Nilkrokodil die Fußsohlen abschlabbert.

Jean-Jacques Rousseau
Guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich heiße Jean-Jacques Rousseau und habe mir zu meinen Lebzeiten ziemlich intensiv den Kopf darüber zerbrochen, ob der Mensch allein, salopp gesagt, durch seine genetische Zusammensetzung; oder dann doch mehr durch seine ihn umgebende Umwelt charakterlich geprägt wird. Es versteht sich beinahe von selbst, daß ich beim Nachdenken ziemlich viel Ruhe benötigte und deshalb dafür Sorge trug, daß meine von mir höchstpersönlich gezeugten 12 unehelichen Kinder – oder waren es 13? Oder gar 14? – sämtlichst im Waisenhaus aufwachsen mußten, denn schließlich bin bzw. war ja auch ich ein Kind&Opfer meiner Zeit und mich zugleich umgebenden Umwelt, und kann deshalb für mein Verhalten nur bedingt, oder, weil ich mir ja schon seit geraumer Zeit die Radieschen von unten betrachte, gar nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden; und sofern ich es mir genau überlege…

Das Nilkrokodil beißt ihm kommentarlos einen Fuß ab.
Schnitt zurück zu:

Mutter
Hast Du Schularbeiten auf?

Sohn
Wie ich bereits kürzlich versuchte, Dir
schonend und möglichst in einem
übergeordneten Zusammenhang
eingefaßt beizubringen, daß ich
derzeit lehrerlos vor mich hin
vagabundierend, jeglicher
Lebensvision beraubt, einem
herrenlos havarierendem Schiff
auf offener See in nichts
nachstehend…

Mutter
Oh Gott, das hat man nun von
seiner Gutmütigkeit…

Sohn
Gott” ist ein ganz interessantes Thema, denn: Wo steckt eigentlich mein Erzeusser zur Zeit?

Mutter (scharf)
…also nicht?

Sohn
Ähm, nein!

Mutter
Siehste, da hastes!

Schnitt zu Goethe, der sterbend die letzten Momente seines irdischen Daseins in seinem Ohrensessel verbringt; seine berühmten letzten Worte „Mehr Licht“ stammelt.

Schnitt zurück zu:

Mutter
Aberhallo!

Sohn
Was macht eigentlich so ein Hühnchen,
wenn es mal keine Eier legen darf?

Mutter
Hühner dürfen immer Eier legen.
Immer! Verstehst Du? Immer!

Sohn
So meine ich das ja auch nicht. Aber angenommen, ein Hühnchen wird von dem erregenden Gedanken beherrscht, mit einem mehrwöchigen Eierlegeverbot belegt zu werden?

Mutter
Ja und?

Sohn
Was passiert dann mit den Eiern?

Mutter
Ach so, die werden dann liebevoll auf Parteitagen an Politiker verteilt, die sich auf besondere Weise um das Allgemeinwohl verdient gemacht haben.

Sohn
Praktisch!

Mutter
Klar!

Sohn
Wie klar?

Mutter
Glasklar!

Schnitt mitten in einen Werbespot für den Glasreiniger GLASLIFT mit Sprühsystemverschluß. Blick durch eine glasklare Scheibe. Man sieht eine riesige Müllkippe, auf der die Szenerie in realiter spielt. Die letzte Wischbewegung einer putzenden Hand ist noch zu vernehmen.

Dazu die Stimme aus dem OFF:
Sehen Sie! Staunen Sie!
Denn nun sehen Sie wieder wie glasklar!
Vorausgesetzt, daß Sie es wirklich wollen!
Der ganze Müll wie frisch geputzt!
Vorausgesetzt, Sie wollen es wirklich!

Die Scheibe geht zu Bruch.

Die Off-Stimme fährt fort:
Für eine sich selbst erklärende Wirklichkeit!
– Glaslift –
Das gepflegte Glaslifting für Ihre Scheiben!

Schnitt zu Zeus: Er trägt ein Stirnband mit der Aufschrift: „Zeus! Eine bekannte Gottheit auf Abruf!“ Er putzt andächtig und ausgiebig seine Brillengläser.

Schnitt zurück in die Küche: Mutter und Sohn sitzen im Schneidersitz bei Räucherfischstäbchen auf dem Küchenfußboden und schnitzen aus dem Käsebraten eine Pyramide. Sie sind ungemein konzentriert bei der Sache.

Sohn
Es gibt so Momente im Leben, da frage ich mich immer, was der ganze Rummel eigentlich soll.

Mutter
Ich dachte, mit dem Thema wären wir durch…

Sohn
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!

Mutter
Das verstehe ich nicht…

Sohn
Da haben wir zur Abwechslung mal beide was gemeinsam…

Schnitt zu Zeus, der eben gerade aus dem Fenster springen will. Die Stimme seiner Frau ist von oben zu hören:

Mutter
Schatz, bringst Du bei der Gelegenheit
den Müll mit runter? Bist Du so lieb?

Schnitt: Zeus springt. Unten angekommen hört man ein dumpfes Geschepper, das auch in der Küche zu vernehmen ist.

Mutter
(zuckt bei dem Geschepper etwas zusammen)
Naja, der kommt schon wieder zurück.
Ich habe da so meine Erfahrungswerte!

Published in: on August 25, 2008 at 2:04 pm Comments (1)

Dictaphone

You are the sound of my spring, the rain drops of my soul that make me sing, that I daily count, that make me swing, also the cream that tops my cake which stops the break of my internal hound, the words that are lifting my mind, the screw of my heart which makes me blind, the grapes, the fruits that I peel, the steel that gives me the strength like platinum cards over the length of the whole nine yards. You are the flower at the river and the cleaning power of my liver. You are the wind that blows through my hair, that I really need, so I feel the heat from my toe up to my collarbone

because you are my Dictaphone!

You are my light and my mission, my obsession and passion, my fashion, my sight at the end of the tunnel. Each channel of my television presents me your landing on the moon. You are the tune that I daily play, the spoon that prevents me from starving, that makes me stay, sway, that makes me pray to silver and gold that I hold in my hand on the way to our promised land. You are the band of my heart, my friend and so smart, I blend you with art to upgrade the trend of the mentioned at last, my emotional pension and fast that I cast which hopefully lasts forever and I will never forget. I am blowing the horn to form the tone

because you are my Dicatphone!

You are the rain in my dreams, my train in Spain, and it seems this claim beams us up to foreign planets where we bleach the past. You’re the one who refreshes the parts others cannot reach. The planets’ mothers will teach us all about the hook, the look and the book of rhyme and love in which we fly, so this is the time when doves will cry. You are the cook who cooks my soul, the book which books the bowl we’re swimming in so bright and clear – how I wish, how I wish you were here. You are my pancake; my short bred that give me the power like a landlord under the shower. I am blowing the horn to form the tone

because you are my Dictaphone!

Copyright: © by Hamlet Hamster

Published in: on November 7, 2007 at 5:39 pm Leave a Comment

Oh güldner Herbst!

Ihr prangt in meinem Busen,
Sehr möcht ich mit Euch heut schmusen.
Ihr öffnet Eures Blickes Pforten,
Es fällt das Laub an allen Orten.
Ungezählte Blätterboote schweben auf der Spiegelfläche,
Ungezählte Blättertote zahlen ihre Lebenszeche.
Fegende Schauer körniger Luft,
Ertränken sie in ihrer Gruft.
Weißgefiedert, ungewürzt,
Kommt ein Gänslein angestürzt;
Und selbst mit porenreiner Weste
Wird sein Hälslein bald gekürzt.
Zerstoben tanzt die Blätterwalze
Tango, Foxtrott und auch Twist,
Welch’ ein herbstliches Gebalze:
Voller Schicksal, voller Liszt.
Der Sonnenkreis durchdringt den Dunst
Und zeichnet mit vollkommener Kunst
Dies lieblich süße Trauerspiel
Mit zart pastellenem Gefühl.
Rastlos, kalt und unermüdlich
Hastet Wind durch dieses Land.
Ich selbst find’s ganz gemütlich:
An meines Apfelstrudels Tellerrand.

Copyright © by Hamlet Hamster

Published in: on October 21, 2007 at 11:33 am Leave a Comment

Hommage an Alice Schwarzer!

“And this is for the Steve Harvey Big Time Show!”

* * *

Sie kam von unten durch das Erdloch
direkt hinein ins große Licht,
und als ein Wurm ihr dann ins Ohr kroch,
spürte sie dies zunächst nicht.

Der Wurm las Schiller, Goethe und Gedichte,
mal schlief er ein – und mal auch nicht:
Handke, Hegel, Kant und Fichte
beschienen stets sein Geisteslicht.

Doch dann am Tisch, da hieß es: “Rüsten um die Wette!”
Die Wirtin hat sich nie um ihn gekümmert;
da stand das Weib – “Seht dort, die Fette,
die brustgerecht das Bier zertrümmert.”

Durch Weibes Hand, erlegt, zerteilt,
das männlich’ Glied – gänzlich zerknittert.
Wer so an seinem Hirnschmalz feilt
ist logisch, klar: verbittert!

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Copyright Text © 2007 by Hamlet Hamster

Published in: on September 23, 2007 at 1:55 am Comments (1)

Das ist Wahnsinn!

Ihr Myspace-Account. Ihre Band-Website. Fragt mich bitte nicht, warum es derzeit immer die Franzosen sind, die im Bereich Grafik und Musik mit erstklassigen Sachen aufwarten…

Published in: on September 16, 2007 at 1:25 am Leave a Comment

Für Elise

And here are my lyrics for Beethoven’s marvellous tune:

Do you see the moon is shining bright
Into our room through out the night
Come let’s book for us a moony flight
To upgrade our delight

Suddenly we feel the speed of light,
More powerful than dynamite.
I would like to be your beloved bride.
My heart is open and so wide.

I sing for you this magic tune
Feed me with our walk on the moon.

Like a storming wizard getting near
Choosing now a faster gear.
I can see your eyes so bright and clear,
Breaking through the stratosphere.

I sing for you this magic tune
Feed me with our walk on the moon.

Cosmic diving without gravity
This is now reality
Softly kissing the eternity
My fantasy is harmony

Bunte Blumen, bunte Wiese
Dieses Lied ist für Elise…

Have you ever seen the golden sheep?
How they jump and how they sleep?
Our feelings creep so deep
Under our skins where they will weep.

I’m hungry like an empty spoon
Feed me with our walk on the moon.

Following the milky street
The night so cold, we love the heat
All my lyrics written on this sheet
Say that you’re gorgeous, oh so sweet

I sing for you this magic tune
Feed me with our walk on the moon.

All of our dreams will now come true
We see Bambi and meet Balu
Finally we see the earth so blue,
The result is 42!

I’m hungry like an empty spoon
Feed me with our walk on the moon.

Now we’re back in our room
Arrival on a brand old broom
All the pretty flowers now do bloom
And what do we? (Yeah!) We sleep soon!

Copyright: © by Hamlet Hamster; hamster&james h.n.c.

Published in: on September 9, 2007 at 12:23 am Leave a Comment

Der Wolkenhand gar rettend Griff…

sprachlos_wolkenkitsch

Im Land der endlos langen Träume,
am Strand der umgespülten Bäume,
am Steg, der hölzern in die Richtung pfeift:
dort steht die Hand – zum Griff gereift.
So heimwehnah, so fernwehwild,
so zerlegt zeigt sich dies’ Bild:
so wolkenschmetternd, fluchentzürnt,
man sieht genau: das Schicksal türmt.
Es bäumt sich auf und fällt zurück,
am Boden kriecht ein Krabbenstück.
Es zwickt ins Weite, zwickt ins Leere,
es juckt und schwitzt die kalte Schere,
so zuckt sie rot in heißem Sud:
„Oh, Wolkenhand, mir geht’s nicht gut!“
Doch leider ward sie längst verloren,
denn Wolkenhand hat keine Ohren!

Published in: on September 2, 2007 at 1:10 pm Leave a Comment

Alpenländische Hornbeuge

hornkuh

Wenn Du mit Deinen großen Hörnern
nach kleinen Körnern pickst;
Wenn Du, verkleidet Hühnchen
auf Deinem Bühnchen alles überblickst;
Wenn Du: gebrandet und entsendet,
unter schwerer Last gewendet,
Grashalme erstickst;
Wenn Du nach jedem Psalme
neue Botschaften verschickst,
dann gehör(n)st Du auf die Couch!

2007 © by Hamlet Hamster

Published in: on August 26, 2007 at 10:41 am Leave a Comment

Jubiläum: 65.000 Zugriffe!

Was haben wir alle geschwitzt, gebibbert, gewitzt gehofft, gefibbert, unsere Fingernägel kurzgekaut, damit auch der Akkord hinhaut…, zum Beispiel auf einem türkischen Portal von zweifelhaftem Inhalt, das mal zugänglich, dann wieder nicht zugänglich, dann wieder zugänglich, dann wieder nicht zugänglich war – der reinste Nervenkitzel! Achterbahnfahren ist nichts dagegen. Keinen Sinn für Poesie haben diese Leute; jedenfalls nur bei Bedarf. So kann und darf das mit dem geplanten EU-Beitritt der Türkei natürlich nichts werden. Wo kämen wir denn da hin? Mittlerweile ist besagtes Männerportal (erst mikimovie.com, dann superseks.org) bis zur Unkenntlichkeit massakriert, pardon, aus dem Netz entfernt, seine Betreiber möglicherweise längst mehrfach öffentlich ausgepeitscht, oder sie spielen hinter hohen Gefängnismauern “Midnight Express” (sehenswerter Youtube-Link), was früher oder später aufs Gleiche hinausläuft. Aber: Wer will das so genau wissen?

Dann natürlich die fernöstliche “KissCollection”, die sich nach wie vor coram publico zu unserem Werk bekennt und es akkurat promotet. Fazit: sehr gut – und: weiter so!

Aber all das macht natürlich noch kein Jubiläum. Da muß schon noch ein bißchen mehr passieren, müssen sich viele Individuen unabhängig voneinander auf ein und dieselbe Handlung verständigen: auf den berühmt-berüchtigten Mausklick. An der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit. Viele Jugendliche sind so unserem DSDS-Tag-Aufruf gefolgt, bei uns mal unverbindlich vorbeizuschauen, wurden sie von uns auf diese Weise schändlich in die Irre geleitet, verschwendeten sie wertvolle Lebenszeit mit einem unnützen Gedicht, das sie mehrheitlich – und völlig korrekt – für “Prosa” hielten; anstatt sich den Geschehnissen der wohl bedeutendsten Kulturgroßveranstaltung Deutschlands, nämlich “Deutschland sucht den Superstar”, aufrichtig zu widmen. Allerdings tragen wir uns nicht in der Absicht, uns zu entschuldigen, eher im Gegenteil, denn: unsere Intention und Ziele waren – und sind es – von übergeordnet hehrer Natur. Das müssen und können wir ruhigen Gewissens versichern. Wer es nicht so sieht, vertritt automatisch einen anderen Standpunkt. Das soll, auch in der heutigen Zeit, durchaus hin und wieder mal vorkommen. Deshalb ist unsere Demokratie aber noch längst nicht gefährdet.

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Drehbuch in der Urversion:

Variante 1: MINI seven ist im Bild zu sehen. Er steht irgendwo nett in der Landschaft. Vielleicht auch Parkplatz. Oder Waschstraße. Oder was auch immer. Vielleicht sind es auch verschiedene Situationen, die abwechselnd gezeigt werden. Aus dem Off der Text. Vielleicht sitzt Person auch gemütlich im Wagen – sie scheint auf jemanden zu warten – und bedichtet geistesverloren seinen MINI.

Ode an den MINI

Oh holder Mini, oh Ode pur,
nur in Dir genieße ich Natur –
Du bist meine Reisekur!
So frisch und fröhlich, frank und frei,
so ungewöhnlich und mit Blei-
fuß nur sparsam umgegangen:
Oh, Du Mini: Du bist mein Verlangen!
Oh, holder Mini, oh, edler Kasten,
Ich mache keinen Scherz zu Deinen Lasten,
wenn ich sage: „Möcht‘ nicht rasten, möcht‘ nicht ruh’n,
nur mit Dir bist Du mein Honeymoon!“
Alles möcht‘ ich tun, um Dich MEIN zu nennen,
mich nie von Deinem Sein zu trennen.
Laß uns erkennen wie gut wir sind,
welch‘ Blut durch unsere Adern rinnt,
und wo unser Horizont beginnt!
Oh, Du Mini, Du Pracht, die Holde,
selbst im Rhein bist Du mein Golde.
So rachenrein, so stramm und kraftvoll,
mit Dir ist stets mein Schaft voll.
Ob im Wald, im Feld,
oder wo auch immer:
Du bist mir auf dieser Welt
mein liebstes Frauenzimmer!

Variante 2: Dynamischer Jungbanker liegt im Schlafgemach unter der Bettdecke und schädigt vorsätzlich sein Rückenmark: er onaniert, er – Oh Gott! – betreibt eine unheimliche Selbstbefriedigung der dritten Art. (Szene wirkt subtil, dezent, beinahe zurückhaltend, obwohl durch das Aufundnieder der Bettdecke von expressiver Gestik zeugend, wodurch unzweideutig in ihrer Interpretationsmöglichkeit.) Über seinem Kopf schwebt eine weiße Denkcomicblase, in der sich ein nagelneues MINI-Cabrio auf einer rotierenden Scheibe genüßlich um die eigene Achse dreht. Lustvolles Frauenstimmchen aus dem Off:

Wenn Du verwegen wieder wärst
und gegen das Vergehen begehrst,
wenn im Drehen Du mich fährst
und nach Wehen Dich verzehrst,
wenn Du die Feen so verehrst,
daß im Stehen Du mich mehrst,
dann wär’ – umhüllt und angefüllt
Dein Sein mit meinem Reiz,
doch, oh Mini: das bist Du ja bereits!

Unser Protagonist spritzt stöhnend ab, greift mit seinem Arm unter die Bettdecke (kurze Suchbewegungen), zieht zufrieden grinsend seine Autoschlüssel hervor, macht das Licht aus – und schläft ein.

Copyright © 2006 by Hamlet Hamster

Published in: on August 15, 2007 at 12:08 am Comments (4)

Liebeserklärung…

Du bist mein Enzym und mein Vitamin,
Manchmal mein Kostüm und mein Aspirin.
Du bist die Symphonie im Opus meines Herzens,
Die Geometrie der Töne kleiner Terzen.
Du bist wie der Monat, das Jahr und der Tag
Und irgendwie die Tonart, die sich in mir verbarg.
Du bist mein Inspektor, mein Deodorant
Und irgendwie als Traktor mein Transportelefant.
Du bist meine Stramme, mein kryptisches Gemäuer
Und auch meine Flamme, mein olympisches Feuer.
Du bist wie die Wanne, in der ich schwimme:
Ich höre Dir zu, Du bist meine Stimme.

Dein kleiner Hamster wünscht Dir
auf Deiner Route alles Gute!

Published in: on July 26, 2007 at 1:12 am Leave a Comment