Marketing Services – Das Schöne ist auch immer zugleich das Gute und das Nützliche.

Besucher der Marketing Services sind für gewöhnlich gut drauf, überblicken so einiges und sind neuen Dingen gegenüber ungemein hoch- und inhaltlich aufgeschlossen.

Marketing Services – das Schlaraffenland entschlaffter Karaffen. Marketing Services – das wundersame Wunderlampenland. Marketing Services – das notwendige Etwas mit dem gewissen Etwas, mit dem gewissen Biß, erhältlich im bißfesten Bißcount – Letzteres eine neue Wortschöpfungskombination, das gebe ich unumwunden zu, aber genauso muß und sollte man sich die gängigen, ungängigen und unumgänglichen Kundenumwerbungsprodukte vorstellen. Sie sind von Nutzen oder auch nicht; sie helfen beim Putzen oder auch nicht. Aber die meisten von ihnen sind schön, appellieren an die Verspieltheit ihrer Ansprechpartner aus längst vergangener Kindheitstage: der bedruckte Kugelschreiber oder das kugelnd Bedruckte ist aus dieser unserer Welt gar nicht mehr wegzudenken. Und das ist gut so. Wer Werbegeschenke sammelt, ihnen huldigt oder schlicht gut findet, der führt keine ergebnisorientierten Bleikugelkriege mehr; er umkämpft vielmehr neue und alte Absatzmärkte, Maßeinheiten im Kühlregal des Handels, Speicherplatz in den Köpfen der Weltkonsumenten oder hat nur schlicht und einfach und auf überaus erfreuliche Art und Weise einen an der Waffel.

Hier entsteht ein grundsolider Messestand von Flags and Displays. Das Aufbauteam wird in Kürze ruckzuck fertig sein.

Und so trifft man sie hier alle, die scheinbar traumatisierten Traumartisten, die in Wirklichkeit Einkehr in ihr Inneres halten, über sich selbst reflektieren, sich in diesem Umfeld sogar gelegentlich völlig neu selbst erfinden. Oder die raumaromatisierten Aromafrisierten, die als geerdete Astronauten ihre irdische Raumstationen ausschließlich aus Giveaways zusammenbasteln. Ist das nicht schön? Ja, das ist es. Keine Frage. Aber dafür eine ganz andere: Ist das auch wirklich so? Naja, Charles Paul Wilp schaut sich seit dem 2. Januar 2005 die Radieschen von unten an, Hansruedi Giger ist auch nicht mehr der Jüngste und an Gutfried Helnwein kann sich glücklicherweise kaum noch jemand erinnern. Die meisten der jetzigen Besucher sind nüchtern interessiert, jederzeit ansprechbar, immer mal zu einem kleinen Scherz bereit und verfügen über ein breit aufgestelltes Auffassungsvermögen. Das alles läßt sich locker von den Inhalten der prall gefüllten Show+Sell+Papiertaschen ableiten, die die Messegesellschaft jedem Besucher der Marketing Services kostenfrei am Eingang zur Verfügung stellt.

Sieht alles nach einem gelungenen Richtfest bei Flags and Displays aus…

Die diesjährige Marketing Services in Halle 8 auf dem Messegelände der Messe Frankfurt ist formal betrachtet ein bißchen klein ausgefallen. Das letzte Mal besuchte ich sie vor reichlichen zwanzig Jahren. Das war ein rauschendes Fest. Mehrere Hallen zum Bersten und Platzen gefüllt. Sogar André Kostolany war gebucht, kam und sprach auf einem Stand zu schätzungsweise 400 Zuhörern: „Die Wirtschaft und den Börsenkurs muß man sich ungefähr so vorstellen: Stellen Sie sich eine alte Dame vor, die ihren Hund ausführt. Der Hund läuft vor und zurück, während die alte Dame langsam ihren Weg zurücklegt. Die alte Dame, das ist die Wirtschaft, und der Hund, der vor und zurück läuft, das ist die Börse.

André Kostolany gleich zweimal wiedergeboren? Falls ja, so besucht er gerade den besten Messestand der diesjährigen Marketing Services, nämlich den von Flags and Displays.

Dann warf ich noch irgendwo in einen rotierenden Plexiglaswürfel meine frisch gefertigte Visitenkarte und gewann später bei besagter Verlosung ein kleines rotes Plastikköfferchen, das ich heute noch habe. Parallel dazu fand der Erste Deutsche Marketingtag statt, mit einem Vortrag von Günther Fielmann, der es in sich hatte, und der mir immer noch lebhaft in Erinnerung geblieben ist. Damals war er der erste Brillendiscounter am Markt und wurde von den eher traditionell ausgerichteten Optikerkollegen erheblich bekämpft. Sie sorgten u.a. mit unlauteren Mitteln dafür, daß er nicht mit Brillengestellen beliefert wurde, es gab unerlaubte Preisabsprachen, etc. pp. Günther Fielmann zeigte während seines Vortrages auch einen Filmausschnitt, in dem er in einer Talkshow zu sehen war. Dort saß er inmitten seiner Gegner, die ihm ebenfalls vorhielten, Fielmanns Brillengestelle seien so konstruiert, daß sie sich nicht reparieren ließen. Fielmann präsentierte daraufhin zunächst eines jener Brillengestelle, die von seinen Kritikern verkauft wurden und brach kurzerhand einen der Brillenbügel ab. Sodann schnappte er sich eines seiner eigenen Brillengestelle, verbog es nach bestem Wissen und Gewissen, versah es abschließend noch mit einem Knoten und stellte vor laufender Kamera resümierend fest: „Natürlich lassen sich Brillengestelle von Fielmann nicht reparieren – weil sie nicht kaputtgehen!

Noch einmal richtet sich mein Augenmerk auf Flags and Displays. Harmonisch umgarnen die Farbstreifen die Aufmerksamkeit des farblich Umgarnten, die ihn beiseite und an die Hand nehmen, sein Erinnerungsvermögen auffrischen und schärfen und ihm bei seiner Entscheidungsfindung behilflich sind. Jeder marketingorientierte Kommunikationsexperte, der diesen Stand verläßt, weiß, daß er ihn nicht so schnell vergessen wird – Bridget Riley nebst erstklassigem Thermosublimationsdruck sei Dank.

Und noch ein kurzer Blick auf mein Wolkenhoroskop für die nächsten Tage, das sich mir auf dem Frankfurter Messeparkplatz präsentiert; und eventuell folgende Frage aufwirft: Werde ich auf der Art Basel einem Elefanten begegnen?

Published in: on June 18, 2009 at 7:39 pm Leave a Comment

Der Werbegenerator!

Der Werbegenerator zeigt auf, wie Werbung Sprache ge- und mißbraucht, beziehungsweise: manipuliert. Per Zufallsgenerator werden in Echtzeit wahllos Bilder aus dem Flickr-Portal mit Head- und Sublines kombinert, die zuvor ihrerseits per Zufall aus einem Pool von Werbetextfetzen erstellt wurden. Alexis Lloyd, der Initiator des Projektes, möchte zeigen, daß die Sprache der Werber, die sich gerne und ganz bewußt einer bedeutungsvollen Spracharithmetik bedient, keinerlei Bezug zum beworbenen Produkt aufweist. Die gängige Werbesprache wird als beliebig und austauschbar entlarvt. Allerdings: Wenn ich mir die Bild- und Textkombinationen so ansehe, so drängt sich mir doch der Verdacht auf, daß passend gemacht wurde, was zusammenpassen soll…

The ad generator is a generative artwork that explores how advertising uses and manipulates language. Words and semantic structures from real corporate slogans are remixed and randomized to generate invented slogans. These slogans are then paired with related images from Flickr, thereby generating fake advertisements on the fly. By remixing corporate slogans, I intend to show how the language of advertising is both deeply meaningful, in that it represents real cultural values and desires, and yet utterly meaningless in that these ideas have no relationship to the products being sold. In using the Flickr images, the piece explores the relationship between language and image, and how meaning is constructed by the juxtaposition of the two.

The ad generator was created by Alexis Lloyd as a component of an MFA thesis project in the Design and Technology department at Parsons The New School for Design.

Mashup of the Day Winner

The Ad Generator

Published in: on May 26, 2008 at 8:56 pm Leave a Comment

Nichtrauchen macht frei!

You don’t always die from tobbaco,
sometimes you just lose a lung,
Oh, you don’t always die from tobbaco,
Sometimes they just snip out your tongue,
And you won’t say worth a heck,
With a big hole in your neck,
( Cuz you don’t always die from tobacco )
Cuz you don’t always die from tobacco.

Hey, seit Anfang Oktober bin ich definitiv Nichtraucher. Und es war ganz leicht, denn ich bin stark – und die Immernochraucher sind schwach. Sie verdienen den sozialen Abstieg, Gehaltskürzungen, Arbeitsplatzverlust und einen Platz an der Chemosonne. Genau. So ist das nun einmal – wenn man es endlich geschafft hat, den Tabak-C.E.O.s ins Gesicht zu pinkeln! Ich fühle mich gut. Ich bin frei und erfolgreich. Meine Zunge ist nicht mehr belegt. Und das ist irgendwie die Hauptsache.

Published in: on October 23, 2007 at 1:32 am Comments (3)

Platzende Gemüseschädel und mehr …

Published in: on September 6, 2007 at 4:28 am Leave a Comment

“THE PENSLINGER” – Schreibstiftjunge mit vorübergehendem Lachproblem!

Bis ich die Abschrift meines heutigen Telefonates mit Jean-Remy von Matt in Sachen Todessterngeschwäbel fertig niedergeschrieben und hier ins Blog gestellt habe, möchte ich Euch, meine lieben Meerschweinchenreportgenießerinnen und Meerschweinchenreportgenießer mit einem sweeten Stummfilm unterhalten, den Ihr bitte als Gleichnis nehmen wollt: Junger Weblogger bringt alterndem Werber das Schreiben bei. Das Gespräch mit Jean-Remy von Matt war übrigens von außerordentlich freundlicher Atmosphäre geprägt, und so wie es aussieht, haben er und seine Mitarbeiter aus dem Du-bist-Deutschland-Debakel gelernt und ihre Schlüsse daraus gezogen. Außerdem bat er mich, Euch (und uns) die schönsten Grüßen zu übermitteln – er sei auch gar nicht mehr nachtragend und überhaupt freue er sich sehr auf die Veröffentlichung des Interviews auf meerschweinchenreport.de, weil es seiner (und meiner) Auffassung entspricht, daß es für eine neue Ära der interdisziplinären und -kulturellen Zusammenarbeit zwingend erforderlich sei, sich gegenseitig schätzen zu lernen – und nicht etwa genau das Gegenteil.

Bis später.
Und nun: Gute Nacht!

Euer Hamlet Hamster

Published in: on August 25, 2007 at 3:04 am Leave a Comment

Virales Marketing im Todesstern Stuttgart!

Ist das vielleicht geil! Also, meine innigstgeliebten Meerschweinchenreportleserinnen und innigst geliebten Meerschweinchenreportleser: WEITERVERBREITEN,
und zwar viral!

via Titanic

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Erfolgsnachtrag vom 23. August 2007

Published in: on August 21, 2007 at 3:26 pm Comments (11)

Jubiläum: 65.000 Zugriffe!

Was haben wir alle geschwitzt, gebibbert, gewitzt gehofft, gefibbert, unsere Fingernägel kurzgekaut, damit auch der Akkord hinhaut…, zum Beispiel auf einem türkischen Portal von zweifelhaftem Inhalt, das mal zugänglich, dann wieder nicht zugänglich, dann wieder zugänglich, dann wieder nicht zugänglich war – der reinste Nervenkitzel! Achterbahnfahren ist nichts dagegen. Keinen Sinn für Poesie haben diese Leute; jedenfalls nur bei Bedarf. So kann und darf das mit dem geplanten EU-Beitritt der Türkei natürlich nichts werden. Wo kämen wir denn da hin? Mittlerweile ist besagtes Männerportal (erst mikimovie.com, dann superseks.org) bis zur Unkenntlichkeit massakriert, pardon, aus dem Netz entfernt, seine Betreiber möglicherweise längst mehrfach öffentlich ausgepeitscht, oder sie spielen hinter hohen Gefängnismauern “Midnight Express” (sehenswerter Youtube-Link), was früher oder später aufs Gleiche hinausläuft. Aber: Wer will das so genau wissen?

Dann natürlich die fernöstliche “KissCollection”, die sich nach wie vor coram publico zu unserem Werk bekennt und es akkurat promotet. Fazit: sehr gut – und: weiter so!

Aber all das macht natürlich noch kein Jubiläum. Da muß schon noch ein bißchen mehr passieren, müssen sich viele Individuen unabhängig voneinander auf ein und dieselbe Handlung verständigen: auf den berühmt-berüchtigten Mausklick. An der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit. Viele Jugendliche sind so unserem DSDS-Tag-Aufruf gefolgt, bei uns mal unverbindlich vorbeizuschauen, wurden sie von uns auf diese Weise schändlich in die Irre geleitet, verschwendeten sie wertvolle Lebenszeit mit einem unnützen Gedicht, das sie mehrheitlich – und völlig korrekt – für “Prosa” hielten; anstatt sich den Geschehnissen der wohl bedeutendsten Kulturgroßveranstaltung Deutschlands, nämlich “Deutschland sucht den Superstar”, aufrichtig zu widmen. Allerdings tragen wir uns nicht in der Absicht, uns zu entschuldigen, eher im Gegenteil, denn: unsere Intention und Ziele waren – und sind es – von übergeordnet hehrer Natur. Das müssen und können wir ruhigen Gewissens versichern. Wer es nicht so sieht, vertritt automatisch einen anderen Standpunkt. Das soll, auch in der heutigen Zeit, durchaus hin und wieder mal vorkommen. Deshalb ist unsere Demokratie aber noch längst nicht gefährdet.

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Drehbuch in der Urversion:

Variante 1: MINI seven ist im Bild zu sehen. Er steht irgendwo nett in der Landschaft. Vielleicht auch Parkplatz. Oder Waschstraße. Oder was auch immer. Vielleicht sind es auch verschiedene Situationen, die abwechselnd gezeigt werden. Aus dem Off der Text. Vielleicht sitzt Person auch gemütlich im Wagen – sie scheint auf jemanden zu warten – und bedichtet geistesverloren seinen MINI.

Ode an den MINI

Oh holder Mini, oh Ode pur,
nur in Dir genieße ich Natur –
Du bist meine Reisekur!
So frisch und fröhlich, frank und frei,
so ungewöhnlich und mit Blei-
fuß nur sparsam umgegangen:
Oh, Du Mini: Du bist mein Verlangen!
Oh, holder Mini, oh, edler Kasten,
Ich mache keinen Scherz zu Deinen Lasten,
wenn ich sage: „Möcht‘ nicht rasten, möcht‘ nicht ruh’n,
nur mit Dir bist Du mein Honeymoon!“
Alles möcht‘ ich tun, um Dich MEIN zu nennen,
mich nie von Deinem Sein zu trennen.
Laß uns erkennen wie gut wir sind,
welch‘ Blut durch unsere Adern rinnt,
und wo unser Horizont beginnt!
Oh, Du Mini, Du Pracht, die Holde,
selbst im Rhein bist Du mein Golde.
So rachenrein, so stramm und kraftvoll,
mit Dir ist stets mein Schaft voll.
Ob im Wald, im Feld,
oder wo auch immer:
Du bist mir auf dieser Welt
mein liebstes Frauenzimmer!

Variante 2: Dynamischer Jungbanker liegt im Schlafgemach unter der Bettdecke und schädigt vorsätzlich sein Rückenmark: er onaniert, er – Oh Gott! – betreibt eine unheimliche Selbstbefriedigung der dritten Art. (Szene wirkt subtil, dezent, beinahe zurückhaltend, obwohl durch das Aufundnieder der Bettdecke von expressiver Gestik zeugend, wodurch unzweideutig in ihrer Interpretationsmöglichkeit.) Über seinem Kopf schwebt eine weiße Denkcomicblase, in der sich ein nagelneues MINI-Cabrio auf einer rotierenden Scheibe genüßlich um die eigene Achse dreht. Lustvolles Frauenstimmchen aus dem Off:

Wenn Du verwegen wieder wärst
und gegen das Vergehen begehrst,
wenn im Drehen Du mich fährst
und nach Wehen Dich verzehrst,
wenn Du die Feen so verehrst,
daß im Stehen Du mich mehrst,
dann wär’ – umhüllt und angefüllt
Dein Sein mit meinem Reiz,
doch, oh Mini: das bist Du ja bereits!

Unser Protagonist spritzt stöhnend ab, greift mit seinem Arm unter die Bettdecke (kurze Suchbewegungen), zieht zufrieden grinsend seine Autoschlüssel hervor, macht das Licht aus – und schläft ein.

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Published in: on August 15, 2007 at 12:08 am Comments (4)

GWA – 10ter Junior-Agency-Tag an der Fachhochschule Wiesbaden!

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Kommunikation ist ganz einfach: “Ich bin hungrig!” Schon gibt’s was auf den Teller. Vorausgesetzt man kann seinen Status als Kommunikationsneuling glaubhaft machen. Mit zunehmendem Alter wird die Nahrungsbeschaffung jedoch komplizierter. Ein Geschicklichkeitsparcours, bestehend aus Bordsteinkanten, Drehtüren und Geldausgabeautomaten, will täglich siegreich bezwungen werden. Da muß man schon ein bißchen mehr aufbieten, sprachlich besonnener, intelligenter, verführerischer, nachdenklicher, vollkommener, beqemlicher, physikalischer – wasauchimmer – agieren und auftreten. Tja, so ist das nunmal. Im Leben wird einem selten etwas geschenkt. Und falls doch, so sollten wir einen großen Bogen darum machen. Besser ist es.

Natürlich gibt es Naturtalente, die stumm in die Welt geworfen, nicht einmal die Schulbank hatten ausreichend drücken müssen, und dennoch später Fabrikdirektoren wurden. Aber nicht jeder von uns ist der geborene Berufssohn. Da gehört schon ein bißchen mehr zu. Zum Beispiel der Besuch einer Hochschule, die Studiengänge im Bereich der Kommunikationswissenschaften anbietet. Besser ist es.

Dort lernt man, ungezwungen auf Mitmenschen zuzugehen – ohne sie unnötig zu verschrecken; ihnen dabei behilflich zu sein, ihre Schnürsenkel zu binden; und im Idealfall: strategisches Denken und Handeln! Der “Junior Agency Tag” des GWA ist ein solcher Idealfall. Hier bekommen Studentinnen und Studenten, Studierendinnen und Studierende die großartige Möglichkeit, die einmalige Chance, die Qualität ihres strategischen Denkens und Handelns, ihre umwerfende Teamfähigkeit, ihr Gespür und Sinn für feine Grafiken und Gestaltung praxisnah unter Beweis zu stellen, denn Beweise sind eine feine Sache. Der 10te Junior-Agency-Tag, der einmal mehr von der Fachhochschule Wiesbaden höchst professionell ausgerichtet wurde, hatte das Thema “Soziales Engagement” zum Thema. BWLer auf der einen, Designer auf der anderen Seite des Kommunikationstisches saßen letztlich alle gemeinsam in ein und demselben Boot: es galt, eine Kommunikationsstrategie für ein soziales Projekt zu entwickeln, die die Grundlage für die gestalterische Arbeit darstellt. Sieben Teams von verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen im Bundesgebiet nahmen diese Herausforderung an, kauten mehrere Monate das harte Brot der unerbitterlichen Berufsrealität, bis manchmal mehr und manchmal weniger ein leicht bis kräftiger süßlicher Geschmack entstand. Besser ist es.

Das Prinzip des pluralistischen Erscheinungsbildes unserer Gesellschaft machte auch an diesem Tag vor den Toren des Festivalgeländes keinen Halt. Im Gegenteil: dort saß es in der ersten Reihe. Gemeinsam mit den Jury-Mitgliedern: Günter Käfer, FGK Agentur für Markenführung; Beate Weber, Oberbürgermeisterin a.D. Heidelberg; Prof. Dr. Brigitte Gaiser, HS Pforzheim; Roberta Bantel, TBWA Berlin; Dr. Jörg Goll, JGM-Consult; Andreas Mengele, Heimat; Sven Scheffler, karriere; Dr. Ralf Nöcker, Kienbaum; Dr. Andreas Bierwirth, Lufthansa AG; Matthias Kindler, The Companies; Prof. Dr. Brigitte Kölzer, FH Rosenheim und Prof. Rüdiger Pichler, FH Wiesbaden. Hier das GWA-Blog mit vielen nützlichen Einzelheiten (und Fotos).

Nun, warum schreibe ich das so ausführlich? Klar, um auf meine heutige Sendung hinzuweisen, die sich zwei Stunden lang ausschließlich diesem Ereignis widmet – allerdings in etwas anderer Weise. Der erfahrene Meerschweinchenreporthörer weiß: es drohen hamstereske Selbstgespräche. Und der erfahrene Meerschweinchenreportmoderator antwortet: genau. Besser ist es.

Ähm, nein, natürlich gibt es auch viele, viele Interviews – sogar Musik – und einen Vortrag von Herrn Dr. Michael Trautmann, der über die Entstehungsgeschichte der “Du bist Deutschland”-Kampagne referiert (in der Full-Monty-35min-Version), zu hören; …und ich bin mit dem Schneiden meiner heutigen Sendung immer noch nicht fertig. Und von 15:00 bis 17:00 Uhr steigt sie, soll sie steigen, wird das gute Stück auf Sendung gehen. Auf Radio-RheinWelle 92,5 e.V. – Besser ist es.

Euer Hamster wünscht Euch viel Vergnügen.
Und vergeßt bitte nicht, Euch das Filmchen da oben anzusehen.

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Nachtrag vom 6.8.2007

Da fällt mir doch ein, daß ich auch mal was Soziales am Start hatte. Dieses kleine Filmchen bescherte mir vor 10 Jahren auf der von mir nach wie vor hoch geschätzten Insel ziemlich viel Streß. Darüber, in absehbarer Zeit, mehr in diesem Blog. Eine Textversion, die mit der deutschen Nationalhymne arbeitet, existiert bereits. Also, meine lieben Texterkollegen: Finger weg!

Published in: on August 4, 2007 at 10:39 am Leave a Comment

DOCUMENTA12 – Mr. Sandman’s Finest Funerals – Sepulkralkultur

Wenn man als weltoffen Kunstinteressierter dieser Tage den langen, beschwerlichen – und wenn man sich dazu entschlossen hat, per Bahn anzureisen -, oftmals auch dornigen Weg nach Kassel zurückgelegt hat, um in den sinnlichen Genuß erfahrbaren Genußes zu kommen, so wird man nicht nur herbe enttäuscht, nein, es beschleicht einen auch das Gefühl, sich am besten gleich einsargen zu lassen. Identische Gefühlswelt sollte ebenfalls durchlaufen, wer völlig zu Recht als künstlerischer Direktor nicht nur der dreisten Anmaßung, der ideologieorientierten Bauernfängerei, sondern auch der kompletten Unfähigkeit überführt wurde – überführt in ein Reich der Stille und Geborgenheit, der Ruhe und ewigen Andacht: in das Reich der intellektuellen Beleuchtung. Ist man schon einmal in Kassel, so trifft es sich günstig, obwohl die meisten es nicht wissen, oder diesen Umstand geflissentlich verdrängen: das Museum für Sepulkralkultur liegt quasi gleich um die Ecke; es feiert dieses Jahr am 22.Juni sein fünfzehnjähriges Bestehen.

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Für die letzte Reise ist es nicht nur wichtig, daß sie angetreten wird, sondern wie man sich auf sie vorbereitet, wie man sie antritt: es hängt viel davon ab. Mit Reisfeld im Kopf und Giraffe im Bauch? Wohl kaum. Mit Giraffe im Hirn und Reisfeld im Magen? Schon eher, aber so richtig befriedigend ist auch das nicht, es fehlt die affirmative Sinnlichkeit, das onkologisch Besondere, die ovomaltineeske Bewußtseinserweiterung unter Heranziehung moderner Energiesparlampen, denn “da unten” kann es ganz schön dunkel sein, möchten auch Kunstwürmer wie wir hin und wieder ganz gerne den Weg, den rechten Pfad der Tugend gewiesen bekommen, schließlich sind wir ganz besondere Kunstwürmer: einerseits zwar ahnungslos, aber andererseits welche mit ganz, ganz, ganz viel Eiweiß in der Lendengegend; und Eiweiß – das wissen wir noch aus unserer Schulzeit – ist der Grundstein eines jeden nahrhaften, besinnlichen, genußvollen Lustfrühstücks: A U F S T E H E N !!!!!!!!!!!

morning_has_broken

Aber so einfach, wie es sich hier liest, ist das alles nicht, denn wie heißt es doch so konglomerativ treffend: “So ein Sarg muß schon was taugen, denn auch Würmer essen mit den Augen!” Was wie ein zusammenhanglos in die fröhliche Runde fröhlich agierender Wurmdebattierer geworfene Werbeslogan wirkt, ist in der Tat ein zusammenhanglos in die fröhliche Runde fröhlich agitierender Wurmdebattierer geworfene Werbeslogan – da sollte und darf man sich nicht täuschen, schließlich sind wir alle schon genug getäuscht worden, und zwar von Roger M. Buergel und Ruth Noack höchstpersönlich, die immer noch glauben, der uns durch ihren beschränkten Horizont aufgezwungene Zweite Kunstbildungsweg täte uns gut, sei wichtig und richtig, wesentlich mehr als nur einfach ein geschmäcklerisch interdisziplinärer Kunstkuß, die damit verbundenen Schmerzen fester Bestandteil dieser wohltuenden Maßnahme, denn: alles wird schon gut – so irgendwie jedenfalls. Hauptsache man ist barfuß über sinnlich vertrocknete Reis- und Mohnfelder unterwegs, denn Hauptsache – so will es scheinen – ist alles: “Hauptsache. Ein unschlagbares Trendgefühl.”

more_than_a_feeling

Aber was ist mit dem unschlagbaren Trendgefühl Tauziehen? Mit Sackhüpfen? Mit Tantra? Mit geschundenen Negerleinchen, die “zu lange nicht als individuelle Künstler anerkannt waren” – nur weil glückliche und zufriedene Negerleinchen nicht in die klischeebesessene Vorstellungswelt nichts(be)sagender ZeitgenössInnen passen? Mit spirituellem Ausdruckstanz? Mit Backmischungen von Dr. Oetker? Gibt es sie auch “da unten”, diese wertvollen Momente künstlerischer Selbsterfahrung im Raum der unbegrenzten Möglichkeiten? Und falls ja, wozu soll das gut sein? Um Dinge zu erfahren, die es auf jeder Esoterikmesse zu “erfahren” gibt? Dinge, die mit dem gleichen minderwertigen Gedankenmüll (“Nieder mit Goethe! Es lebe Dorothee Sölle!”) behaftet sind, mit dem die ersten Vertreter einer CS-Gas-geschädigten Lehrerspezies während meiner Schulzeit meinten, nicht nur mich sondern eine ganze Schülergeneration unisono ideologisch tyrannisieren zu müssen? Sind Roger M. Buergel und Ruth Noack das Opfer einer verfehlten Schulbildungspolitik der 68er? Es spricht vieles dafür. Man hätte ihnen niemals 19 Millionen EURO anvertrauen dürfen.

look_of_love

Additionals via boschblog.de

Finally the full Miss-Cellania-Package about DEATH: 1+2. Take you time and check out her links. It’s worth it!

Published in: on June 20, 2007 at 12:56 pm Leave a Comment

DOCUMENTA12: „Ich mag den Heiligendamm und der heilige Damm mag mich!“ (Joseph Beuys über Damm- und Schlammschlachten)

via brentter.com

Un autre monde est possible

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Nachtrag vom 6.6.2007

Das ist der bisher intelligenteste G8-Kommentar!

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Nachtrag vom 8.6.2007

Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll…

Published in: on June 5, 2007 at 12:18 am Leave a Comment