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DDC-Tribüne: «Olaf Leu bei häfelinger + wagner design»

21 May

Einer der früheren Kunden von Prof. Olaf Leu waren die Druckfarbenhersteller Gebrüder Schmidt. Ein Produktsegment bestand in den 1960er Jahren aus leuchtenden Sonderfarben, die umgangssprachlich auch als Neonfarben bezeichnet wurden. Die von Olaf Leu entwickelte B2B-Kampagne trug die Überschrift: «Stop The Pop».

Dieser Sachverhalt animierte unseren Redaktionsfotografen Andreas Baier zu oben stehendem Portrait. Es entstand vis à vis seiner Wohnadresse.

Um Punkt 08:30 Uhr steht Clemens Hilger (Hilger & Boie) mit seinem Auto vor der Tür, um Prof. Olaf Leu sowie unseren Redaktionsfotografen als auch meine Kleinigkeit mit nach München zu nehmen. Es steht seine Bilanz-Lesung im Hause häfelinger + wagner design auf dem Programm.

Überraschendes an der Tankstelle: Die weltberühmte Lichtschranke von Claes Oldenburg? Nein, der Fahrer eines Giga-Liners bastelte sich nachts zuvor eine nützliche Leselampe.

Auch Prof. Olaf Leu mustert eingehend besagte Leselampe, begleitet sie ihn im Geiste doch bei seinen geistigen Vorbereitungen auf die anstehende Lesung.

Einem intuitiven Gedanken folgend, entwickelt Olaf Leu die Idee, zuvor noch einen kleinen Abstecher nach Wertheim Village zu unternehmen. Unseren Redaktionsfotografen trifft das unvorbereitet. Er war da noch nie. Bisher dachte er immer, daß Wertheim Village so eine Art Konglomerat aus gängig bekannten Einkaufszentren sei. Aber das?

Wenn man noch am selben Tage einen ausführlichen Vortrag über Unternehmenskommunikation und Markenführung zu halten hat, so ist der vorherige Besuch dieses Markentempels nur allzu konsequent. Ergebnis: Ein neuer Schal für Olaf Leu.

Wie funktioniert erfolgreiche Unternehmenskommunikation? Clemens Hilger demonstriert es im Schnelldurchlauf: Der Kunde kommt zu ihm mit einer rudimentären Grundidee, die hier in diesem Beispiel «san fra» heißt. Nun denkt Clemens Hilger nach, und denkt nach, und denkt – schließlich soll es ja wie immer eine sehr gute Arbeit sein, die er abliefern will – immer noch nach, verinnerlicht dabei natürlich auch das eine oder andere Schlückchen Kaffee; und schließlich steht am Ende des gestalterischen Nachdenkprozesses eine komplette «company». Ergebnis: ein glückliches Gesicht.

Zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto.

Es gibt Stimmen, die sagen, daß die Gaststätte «Alter Simpl» in den ehemaligen Redaktionsräumen der legendären Satirezeitung Simplicissimus untergebracht ist. Es gibt aber auch noch diese Version: «Als Kathi Kobus in der Walpurgisnacht 1903 mit ihren Stammgästen – an der Spitze Frank Wedekind – aus der Dichtelei in die Türkenstraße 57 umzog, fehlte ihr vor allem ein zugkräftiger Name für das neue Lokal. Es war keine schlechte Idee, sich an den Titel der seit 1886 mit großer Resonanz erscheinenden Satirezeitschrift ‘Simplizissimus’ anzuhängen und zum ‘Simpl’ zu vereinfachen.»

Schon in der Unterführung auf dem Weg in den zweiten Innenhof, dem Sitz der Agentur häfelinger + wagner design, bietet sich uns dieses schicke Bildnis eines schicken BMWs. Die Agentur gehört im Bereich Unternehmenskommunikation zu den renommiertesten Adressen in der Bundesrepublik. Sie zeichnet seit vielen Jahren für die hohe Qualität der Jahresberichte börsennotierter Unternehmen verantwortlich.

Prof. Olaf Leu wird von den bereits Anwesenden begrüßt. In der Bildmitte ist ein Teil von Frank Wagner zu sehen.

Clemens Hilger im Gespräch mit Frank Wagner.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit zwei ausgewiesenen Unternehmenskommunikationsspezialisten auf Unternehmensseite. Die über zwei Stockwerke liegenden Designbüros wurden zuvor mit viel Liebe zum Detail ausgeleuchtet. Unser Redaktionsfotograf braucht eigentlich nur noch «draufzuhalten»; ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Prof. Olaf Leu, ganz nah bei seinem Lieblingsbuchstaben «K», steht er doch für die beiden Begriffe Kommunikation und Keschäftsberichte.

Der Innenhof füllt sich. Immer mehr Gäste treffen ein.

Deutlich zu erkennen: Schon vor dem Vortrag stellt sich eine prima Stimmung ein.

Auch Mitarbeiter aus dem Hause häfelinger + wagner design wollen mehr über Olaf Leus Wirken erfahren. Rechts im Hintergrund blitzt der Saxophonist der zweiköpfigen Jazzformation durch, die reichhaltig und exzellent spielen.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Frank Wagner. Es geht um letzte Details.

Olaf Leu: «Frank, siehst Du dieses Licht?» Frank Wagner: «Ja, Olaf, ich sehe dieses Licht. Wie machst Du das?» Olaf Leu: «Ich strecke meinen Zeigefinger aus – und schon erscheint es. Das ist pure Magie. Weißt Du, ich mag das irgendwie.»

Annette Häfelinger und Clemens Hilger «baden» hingegen für den Hauch eines Momentes in viel zu viel Licht. Aufsteckblitze verstehen eben leider nichts von gelungener Lichtführung.

Nun sieht unser Redaktionsfotograf für den Hauch eines Momentes ebenfalls viel zu viel Licht. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Die letzte Besprechung dauert an.

Ein brillanter Referent testet zuvor immer auch die Sitzmöbel seiner Zuhörer, um herauszufinden, wie viele Stunden er ihnen darin zumuten kann.

Die Lesung beginnt.

Der Ton wird gepegelt.

Prof. Leu hat extra für den heutigen Abend das Thema Unternehmenskommunikation stark erweitert.

Besonders interessant sind die Unterschiede in der Zeit seines damaligen Wirkens und der Gegenwart. Durch die immer komplexer werdenden Zusammenhänge, die es durch die Globalisierung auch im Bereich der Unternehmenskommunikation zu bewältigen gilt, gibt es beispielsweise kaum noch einen Zeitpunkt, an dem das Mitglied einer Unternehmensführung sagen könnte «So, genau das ist unsere Position und eben genau diese Position möchten wir gerne kommunizieren.»

Früher ging das problemlos. Heutzutage ist alles im Fluß, in Bewegung, können sorgfältig formulierte Unternehmenspositionen bereits am nächsten Tage schon Makulatur sein. Ça veut dire: Die Erstellung von Geschäftsberichten ist im Bereich Kommunikationsdesign die mit Abstand komplexeste Aufgabe.

Eines der ganz großen Verdienste Olaf Leus ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung seiner Schriftenfamilie Compatil. Sie ermöglichte es erstmals, innerhalb eines Layouts das standgenaue Ändern des Fonts von normal in kursiv oder halbfett oder fett – oder was auch immer –, ohne daß sich am bereits bestehenden Umbruch auch nur einen einzigen Millimeter die Schriftweite, die Spationierung, der Durchschuß usw. geändert hätte.

Nicht von ungefähr reimt man deshalb in der Branche voller Anerkennung: «Von der Wolga bis zum Nil: Alles setzt in Compatil.» Übrigens: Der aktuelle Relaunch des Commerzbank-Schriftzuges wurde ebenfalls in Prof. Leus «Compatil» realisiert.

Wer sich auch immer an diesem Abend glücklich schätzen darf, zu den geladenen Gästen zu gehören, sie alle genießen einen großzügigen Einblick in das kreative Schaffen eines der ganz Großen in seiner Zunft.

Halbzeit: Die Lesung ist beendet.

Prof. Leu nutzt die Pause, um in direkter Nähe zu seinen beiden Bilanz-Bänden etwas zu entspannen. Im Vordergrund entsteht ein angeregtes Gespräch über Typographie.

Frank Wagner und Annette Häfelinger.

Da es sich bei den geladenen Gästen ausschließlich um Fachpublikum handelt, nimmt sich Prof. Leu die Zeit, die an ihn gerichteten Fragen individuell und eingehend zu erörtern.

Also gut: Die zweite Schwäche unseres Redaktionsfotografen sind Bildnisse von Menschen, die große Kameragehäuse auf ihren Schultern tragen.

Die Podiumsdiskussion beginnt. Es ist jetzt gefühlte und möglicherweise sogar tatsächliche 23:00 Uhr. Ein kurzer Mailcheck ist da völlig ok.

Auf dem Podium diskutieren drei Kommunikationsabteilungsleiter dreier börsennotierter Unternehmen mit Prof. Leu über die veränderten Kommunikationsanforderungen. So wird transparent, daß die Anforderungen an die Erstellung eines Geschäftsberichts durch die zunehmende Medienauffächerung immer komplexer wird.

An der Podiumsdiskussion sind Christian Finkenzeller (BMW Group), Dr. Johannes von Karczewski (Siemens), …

sowie Susanne Stacklies (Deutsche Post DHL) und Prof. Olaf Leu beteiligt.

Die Podiumsdiskussion ist beendet.

Für das Kamerateam ist der größte Teil abgedreht. Noch ein paar Stimmungsbilder zum Schluß – und die Sache ist im Kasten. Dieser Vorgehensweise schließt sich unser Redaktionsfotograf an. Die letzten Bilder bleiben unkommentiert.

Es war ein großartiger Abend! Und: Ende Teil 1. Der zweite Teil unseres Berichts über Olaf Leus München-Reise wird sich seinem Vortag «Neue Amerikanische Schule» exklusiv vor Mitarbeitern des Hauses häfelinger + wagner design sowie einem anschließenden Besuch der Thomas-Ruff-Retrospektive im Haus der Kunst widmen.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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ADC-Festival 2012: «Ils sont passés notre rédaction virtuelle»

17 May

Das ADC-Empfangspult. Nadelöhr und Helpdesk. Wer es schafft, hier durchzukommen, ist richtig gut!

Gute Kommunikationsarbeit, so referiert die Körpersprache, will wohl überlegt sein.

Einer der richtig guten Nadelöhrbezwinger ist Oliver Hesse, der zudem einen ausgeprägten Nerv für dynamische Bewegungsabläufe hat.

Vor der Kamera ist immer auch irgendwie vor der Kamera. Wohl dem, der mit diesem Umstand umzugehen weiß: Arthur Potts Dawson betreibt in London die beiden Restaurants «Acorn House» und «Water House», sowie den genossenschaftlich geführten «The people’s supermarket». Die Verwendung regionaler und saisonaler Lebensmittel und damit die Verringerung von food miles sind seine Themen. Und ganz nebenbei sieht er Mick Jagger irgendwie ähnlich. Also mit ein bißchen Phantasie jedenfalls. Ob das daran liegt, daß er sein Neffe ist?

Schmackhaftes Catering auf dem ADC-Holodeck.

Er zu ihr: Kennst Du den Film «Theo gegen den Rest der Welt»? Sie zu ihm: Nein. Aber ich hab es flüstern hören, daß Du heute abend «Gold» bekommst. Ist doch auch was, oder?

Das corpus delicti: Diese Kaffeetasse stand kurz vor der Entgegennahme einer großen Auszeichnung, nämlich durch Herrn Prof. Günther Klein beehrt geleert zu werden. Dann aber streifte unser Rucksack sein Trinkgefäß, es entstand ein kleines Fußbad, welches wir, mittlerweile besagtes Trinkgefäß samt Untersetzer mit beiden Händen fest umklammernd haltend, und in Begleitung der verbalen Anmerkung «Friedrich Dürrenmatt sagte mal: Je genauer man plant, desto härter trifft einen das Schicksal» auch noch ordentlich durchschüttelten, wodurch sich das hier gegenständliche Fußbad erheblich vergrößerte, was wiederum dazu führte, daß der Herr Professor unsere spontan geäußerte Offerte «Oh, vielleicht ist es besser, wenn wir uns dieser Tasse jetzt annehmen» durchaus positiv und gelassen lebenserfahren auf- und annahm.

Allerdings war der Kaffee von solch abscheulicher Machart, daß wir den Herrn Professor umgehend via Voicemailboxaufzeichnung davon im Kenntnis setzten, daß es sehr gut möglich gewesen sein könnte, völlig uneigennützig gerade sein Leben gerettet zu haben.

Im richtigen Leben zeichnet Günther Klein als Regisseur u.a. für diese ungemein hochwertigen Geschichtsproduktionen verantwortlich, durch die Maximilian Schell moderierend führt. Sie werden u.a. von arte und dem ZDF-Kultur-Kanal ausgestrahlt.

Zwei uns unbekannte Cuties, von denen eine auf den sweeten Namen Ulrike Krämer vom (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) hört.

Wenn Werbe Weischer nicht gerade in Sachen Cannes Rolle busy ist, dann fällt das Unternehmen allein schon rein optisch mit seinem Minikino aus dem Rahmen.

Typisch DDC: Eine gesunde Atmosphäre kann nur unter einem gesunden Claim-Dach gedeihen. Von beidem hat der Deutsche Designer Club reichlich zu bieten.

Zwei runde Tische im konstruktiven Dialog.

Die beiden ADC, quatsch, DDC-Vorstände Gregor Ade und Michael Eibes.

Prof. Gregor Krisztian (HSRM + DDC) zusammen mit Studierenden von der Hochschule RheinMain am DDC-Stand. Der nachfolgende Link führt zu unserer Rezension seines Buches «Wie visualisiere ich einen Bestseller?»

Wäre die Hammer-Skulptur im Hintergrund dem italienischen Künstler Enzo Cucci, der der italienischen Transavantgarde zuzuordnen ist, zuzuordnen; und würde diese Arbeit zudem während der kommenden ART | Basel von Bruno Bischofberger präsentiert, so läge der Verkaufspreis ohne zu übertreiben bei mindestens einer halben Million Euro. Aber sooo?

Aber sooo wartet der kreativ-geniale Leuchtkopf Rüdiger Pichler immer noch auf die adäquate Synchronisation seiner Leistungen mit den unerklärlichen Gesetzmäßigkeiten des internationalen Kunstmarkts. Aber mußte Louise Bourgois nicht auch eine kleine Ewigkeit warten, bis man ihr die ihr längst zustehenden Lorbeeren zugestand? Und ist das Warten sowie das Warten-Können nicht ein Ausdruck purer Romantik? Und ist richtig verstandene Romantik nicht die Grundlage einer minimalistischen Lebensführung? Und steht eine minimalistische Lebensführung nicht im direkten Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Hammers? Und wo steckt eigentlich Paul Waztlawick? Ach ja, unter der Erde. Aber seine Geschichte mit dem Hammer lebt weiter!

Anja Henningsmeyer von der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA).

Immer mehr Menschen praktizieren auch im realen Leben ganz entspannte Online-Kommunikation.

Mittagspause auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst.

Prof. Jörg Waldschütz von der Hochschule RheinMain ist zugleich ADC-Mitglied und ausgewiesener Spezialist für Online-Kommunikation. Stolz präsentiert er uns gerade seine beiden neuen USB-Anschlüsse.

Will man Dietmar Henneka tief in die Augen blicken, so wird man feststellen müssen, daß das mitunter ein ganz schön beschwerliches Unterfangen sein kann.

Zwei hoffnungsfrohe Designtalente praktizieren regelkonformes form follows function acting: Der Löffel steckt vorbildlich im Latte-Glas, während sich die Gabel im Begriff befindet, die Außenhaut des Käsekuchenstückchens ohne größeren Widerstand zu durchdringen – und nicht etwa umgekehrt. Prädikat: Sehr vorbildlich!

Im Gespräch: Jochen Rädecker, Präsidiumssprecher des Art Directors Club für Deutschland (ADC) (Bildmitte) und Claus Fischer, Mitglied des ADC-Präsidiums (rechts).

Über den eigenwilligen TV-Sender Rhein-Main-TV gäbe es einiges zu sagen. Hier beschränken wir uns darauf, daß es schön ist, diese Wahnsinnigen mal aus nächster Nähe beobachten zu können.

Eye catching moment: James Hilton erfüllt den Jugendtraum zweier seiner Groupies – und fotografiert sie.

Ulrike Krämer (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) in das Gespräch mit einem runden Tisch vertieft.

Zwei Kommunikationsgenies im Gespräch: James Hilton und Michael Volkmer.

(…) und da kramte also mein Freund Henk in der Mercer Street mitten in der Nacht in irgendwelchen Pappkartons, die da zuhauf rumlagen, herum und zieht am Ende eine Schachtel mit alten Umatic-Bändern hervor; und was soll ich Dir sagen, da war auch ein Showreel von Albert Watson dabei. Klar, daß wir unbedingt wissen mußten, was da drauf war. Am nächsten Tag also eine Edit-Suite angemietet, Du kannst Dir ja vorstellen, was das in New York bedeutet, und einen tiefen Blick in die Arbeitswelt von Albert Watson genommen. Hammer, sage ich Dir. Der glatte Hammer! Obercooles Zeug! Also, die Schwarzweiß-Spots, die er für einen großen Papierhersteller gemacht hat, also soo feinfühlig, wie er da mit dem Thema und den jungen Setzlingen umgegangen ist, also da können die sich von heute locker noch eine ordentliche Scheibe von abschneiden (…)

Where ever you are, people are celebrating their communication skills: «People who look for the best coffee you can get in Messehalle 5, this is the place they know they have to come to!» Also wir wären an der Brühe fast verreckt.

Die beiden Damen wollten unbedingt fotografiert werden. Das haben sie jetzt davon: ganz blau im Gesicht!

Kreativer Generationenkonflikt: Digitales Laptop gegen analoges Laptop. Welches Gerät, welche Lebensphilosophie macht das Rennen? Der junge Mann mit dem Zweifel im Gesichtsausdruck scheint sich seiner Sache nämlich gar nicht so sicher zu sein…

Der zentrale Dreh-, Angel- und Treffpunkt ist und bleibt nunmal das Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien. Mit sicherem Gespür für die richtige Lichtsetzung entsteht hier eine lockere Gesamtatmosphäre die entspannte Gespräche ermöglicht.

Ganz im Mittelpunkt: Dr. Stephan Vogel, seines Zeichens Chief Creative Officer (CCO) im Hause Ogilvy & Mather.

Pure iPad-Meditation vom Feinsten!

James Hilton ist einer der am meisten geachtetsten und respektiertesten Kreativdirektoren der Welt. Schon kurz nach der Gründung von AKQA im Jahr 1995 ist das Unternehmen an die Spitze der Branche gestiegen und inzwischen die weltweit größte unabhängige Agentur. AKQA verfügt über Niederlassungen in London, Paris, Berlin, Amsterdam, New York, Washington DC, San Francisco und Shanghai.

Leider war bis zu Redaktionsschluß nichts über die Identitäten der vier hier abgebildeten Gentlemen in Erfahrung zu bringen. Gerne würden wir wissen, welche Kindheitserlebnisse für Ihre spätere Berufswahl verantwortlich waren. Wie sie mit dem Studentenleben klargekommen sind. Worüber sie gerade reden. Und warum nur einer der drei Herren einen Hut trägt. Wer mehr weiß, der mag sich gerne bei uns melden.

James Hilton gehört zu den führenden Kreativen und hat eine Vielzahl von globalen Auszeichnungen, darunter den Grand Prix und Gold Cannes Lions, gewonnen. Außerdem war er Juror für die Cannes Lions, Webby Awards, D & AD und Vorsitzender der Jury für die Clio Awards und Eurobest.

Michael Schirner fotografiert.

Michael Eibes fotografiert.

Redaktionsfotograf Andreas Baier fotografiert.

As we already pointed out: the ADC-Holodeck is always a nice place to be.

Steven Spielberg schreibt in seiner Autobiografie, daß er schon als Schüler ständig bemüht war, möglichst ungewöhnliche Kameraeinstellungen zu finden. So habe er auch Menschen durch Armbeugen hindurch fotografiert. Heute, so Spielberg, würde er das nicht mehr tun. Aber dafür wir. Im Zentrum des Bildgeschehens: Michael Volkmer.

James Hilton wurde vor kurzem, neben Jonathan Ive von Apple, in die „Creativity 50“ aufgenommen, eine Liste der 50 most influential and inspiring creative personalities of the world. Er ist Redner bei internationalen Veranstaltungen und Gastdozent an weltweit anerkannten Kreativschulen. Das Campaign Magazin ernannte ihn zu Englands Number One der Digital Creative Directors der letzten zwei Jahre.

Diese Kreative haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt sie sich eine halbe Ewigkeit am Telefon angeregt mit George Clooney, was, wie wir finden, eine nachahmenswerte Attitude darstellt.

Diesen Kreativen haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt er sich eine halbe Ewigkeit angeregt mit James Hilton, was, wie wir finden, eine gesunde Attitude ist.

Warum dieser Irrsinnskalender keinen Preis bekommen hat, werden wir wohl nie verstehen.

Und wie war die Preisverleihung? Also, das DFB-Pokal-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Bayern München ging 5:2 aus. Es war ein sagenhaftes Spiel. Die im Hotel «Maritim» kredenzten Nürnberger Rostbratwürstchen waren hingegen weniger sagenhaft, viel mehr von solch abscheulicher Machart, daß sie auf der stark ins Minus gerichteten Geschmacksskala selbst den von uns zuvor angeprangerten «besten Kaffee in Messehalle 5» locker in den Schatten stellten.

Aber die letzten zehn Minuten ADC-Preisverleihungsfestlichkeit haben wir dennoch mitgenommen. Schön voll, nicht?

Wer wissen will, wie Werbung wirklich funktioniert, der braucht sich nur mal ein halbes Stündchen lang mit Dörte Spengler-Ahrens zu unterhalten – danach weiß er es. Versprochen.

Einer der begnadetesten Konstrukteure und Autobauer war zweifellos André Citroën. In jedem anderen Auto wäre Charles de Gaulle seinen damaligen Attentätern zum Opfer gefallen. Nicht jedoch in einem Citroën DS Présidentielle. Mit keinem anderen Auto wäre die Flucht bei Vollgas und mit einem zerschossenen Reifen möglich gewesen. Die Hydropneumatik ist bis zum heutigen Tage das weltweit beste Federungssystem für Automobile. Schön, daß Citroën sie immer noch einsetzt!

V. l. n. r.: Jennifer Gauselmann, Felix Glauner und Martin Breuer mit Frau Eva (Euro RSCG).

The Gruppenfoto.

Diese beiden Gentlemen finden David Ogilvys Puerto-Rico-Anzeigen nach wie vor am besten. Wir können das nachvollziehen.

Das hat es bisher so auch noch nicht gegeben: Zwei Sieger aus demselben Kreativteam geben sich unmittelbar nach der Preisverleihung vor laufender Kamera das Ja-Wort. Sen-sa-tio-nell!

Laura Fischer von kempertrautmann.

Das ADC-Holodeck-Büffet.

Unermüdlich und bis zur letzten Sekunde sind die hFMA-Netzreporter im Einsatz.

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Michael Weber – WSP Design, Heidelberg

Auf dem diesjährigen ADC-Festival war Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie? Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln? Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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ADC-Festival 2012: «Kriegsberichterstattung aus dem Land des knappen Geldes»

15 May

Auf dem diesjährigen ADC-Festival ist Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie?
Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln?
Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

Gerade mal ein Jahr ist es her, seit dem letzten ADC-Spitzenkräftegipfeltreffen – und nun folgt schon das nächste. In einer immer schnelllebigeren Zeit nur allzu konsequent. So bewegen auch wir uns einmal mehr in Richtung Halle 5 des Frankfurter Messegeländes, um allen zu zeigen, daß sich der unbeschreiblich unbestechliche Meerschweinchenreport nach wie vor regt und seine Texte pflegt.

Zu selbstreferentiell? Nein. Wer sich auf Blick-, Sprach- und womöglich sogar Körperkontakte mit waschechten Vollblutwerbern vorzubereiten hat, der sollte sich vorab mit ihrem Selbstverständnis aus der intellektuell unbequemen Ich-Perspektive hinreichend auseinandersetzen. Wir tun das.

Durch immer knapper bemessene Topkreativenhonorare droht die Unterernährung. Das Gegenmittel: Meditieren, meditieren, meditieren – bis die Tischplatte durch das Gehirn gewachsen ist. Nur fünf Minuten auf dem ADC-Holodeck und die Patienten fühlen sich anschließend wie neugeboren.

Und zwar mit dem größten Vergnügen. Denn wie stellt das Vorstandsmitglied Hans-Peter Albrecht (ADC) doch so hübsch und treffend fest: «Der ADC ist eine unglaubliche Institution. Er vereint 560 Egoisten – und es funktioniert.» And, most importantly: Er trägt dasselbe T-Shirt, das er schon anläßlich der President’s Lecture von Sir John Hegarty im Hause Berlin School of Creative Leadership trug. Professionell wie wir sind, sprechen wir ihn darauf an. Versuchsergebnis: Der Mann ist glücklich, hat Spaß mit sich selbst; bei ihm ist von Schmerz weit und breit nichts zu spüren.

Damit hatten wir nicht gerechnet. Hm. Gibt es etwa einen unterbewußten und somit unfühlbaren aber dennoch existenten Schmerz, der die ADC-Themenwahl «Geld» trotzdem legitimieren würde – so wie Gottfried Benn etwa über die Existenz des unterbewußten Glücks nachdachte? Falls ja, so dürfte Geld doch überhaupt kein Thema sein. Ist es aber. Und über Glück wird seit einiger Zeit auch an jeder Ecke philosophiert. Gibt es also doch kein unterbewußtes Glück? Oder ist das unterbewußte Glück in persona so unglücklich über seine Schattenexistenz, daß es in das Unterbewußtsein des Menschen immer und immer wieder eindringt und es dazu nötig, in aller Öffentlichkeit über das Glück nachzudenken, damit es sich selbst auch mal im Lichte der Medien sonnen – und endlich auch mal glücklich sein darf? Und schließlich: Besteht zwischen Glück und Geld möglicherweise doch ein noch genauer zu definierender Zusammenhang? Wir werden es herausfinden. Vielleicht nicht heute. Aber wir werden es.

Die wahren Avantgardisten sind die, die ihrer Zeit so weit hinterherhinken, daß sie ihr schon wieder meilenweit voraus sind: So wie Diogenes einst in seiner Tonne, so macht es sich dieser Kreative auf einem Sitzsack im Schutze einer sorgfältig verarbeiteten Tischplattenunterseite gemütlich – und beobachtet verständnislos das geschäftige Treiben. Diogeneses Idee war denkbar einfach: Wenn alle Menschen arbeiten, um so viel Geld zu verdienen, daß sie nie wieder würden arbeiten müssen, so sei es doch wesentlich konsequenter – und auch effizienter –, von vorne herein nicht zu arbeiten.

So kritzelte es denn auch konsequenterweise ein Ideengeber- und -brütler auf die ADC-Ideenwand: «Geld ist die Idee von gestern.» Aber ist sie das wirklich?

Kein Wunder, daß den Regierenden seit Diogenes der Gedanke, daß das Volk genug Zeit zum Nachdenken haben könnte, mehr als nur einfach ein Dorn im Auge war. Die Nazis propagierten erfolgreich: «Müßiggang ist aller Laster Anfang.» Ein seltsamer Sinnspruch, der sich erfolgreich bis in die meisten Gehirne der heutigen Generation durchgefräst hat. «Ora et labora» nannte die Kirche bereits ihr Haltet-die-Schäfchen-vom-Denken-ab-Programm. Und falls solche einfachen Rezepte nicht ausreichten, wurde mal eben ein fremdes Land unter Beschlag genommen, um von innenpolitischen Problemchen abzulenken.

Die ADC-App kommuniziert mit seinen geldkranken Patienten durch vom menschlichen Auge kaum wahrnehmbare Leuchtintervalle. «Das Leben ist schön. Das Leben ist rosa. Das Leben ist ADC!» morst das Hightech-Taschentelefon – und der zu Gesundende genießt die heilende Wirkung plötzlich aufkeimender Regungslosigkeit.

Auch auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst sind die Festivalsbesucher der Wirkung einer kontinuierlichen Glücksbehandlung in wohltuender- und kostenloser Weise ebenfalls konsequent ausgesetzt.

Aber wie hält man Menschen vom Nachdenken ab, wenn Sie mit Arbeiten nicht mehr ruhig zu stellen sind, weil es immer weniger Arbeit zu verteilen gibt? Und wie fällt man in fremde Länder ein, wenn das In-fremde-Länder-einfallen für Staatschefs auch immer risikoreicher wird? Richtig! Eine neue große mediale Beruhigungspille Marke iPhone mit seinen Millionen von Apps muß her. Das große Gesamtziel: Dem Menschen sämtliche Tätigkeiten, für die er normalerweise sein eigenes Gehirn einsetzt, durch den Ersatz sogenannter App-Funktionen abzunehmen.

Erste Erfolge konnten bereits verbucht werden: So fuhren mehrfach Trucker mit ihren Vehikeln in den Straßengraben oder sogar in einen parallel zur Straße verlaufenden Fluß, nur weil sie ihr Navigationsgerät aus einer nicht nachvollziehbaren Laune heraus dazu aufforderte: «Jetzt rechts abbiegen!» Der Endsieg wäre erreicht, wenn dem Menschen der Gebrauch des eigenen Gehirns so fremd geworden ist, daß er es sich aus eigenem Wunsch herausnehmen läßt, um den freigewordenen Platz sinnvoller zu nutzen, beispielsweise als Aufbewahrungsort für sein neues iPhone: No brain, no pain.

Wie? Sie können mit unserer düsteren Prognose nichts anfangen? Unter uns: Wir auch nicht. Aber es schreibt sich so schön. Und was den Erfolg von Prognosen angeht, so hat kürzlich die großartige Redaktion von «hr2 – Der Tag» eine sagenhaft gute Sendung mit dem Arbeitstitel «Es wird böse enden: Vom Unfug der Prognosen» kreiert. Wir sprechen explizit eine Download-Empfehlung aus.

Kein Zweifel: Die gesamte Weltbevölkerungsgesellschaft steht vor einem riesigen Umbruch. Nur der Club of Rome nicht. Der düsterlt munter weiter vor sich hin, so als ob es kein Morgen gäbe. Um zu eroieren, welchen «Morgen» es diesmal betreffen könnte, finden überall auf dem ADC-Kongress eilig einberufene «Mobile Runde-Tisch-Gespräche» statt. Meerschweinchenreport tipt auf die Montag- möglicherweise aber auch Freitagmorgende, die in absehbarer Zeit aufhören werden zu existieren. Schade eigentlich.

Doch weiter im Kontext: Steuert unsere globale Gesellschaft tatsächlich einer Lebensform entgegen, so wie sie H.G. Wells in seiner Zeitmaschine beschrieb? Oder doch mehr so, wie es eine Sequenz aus dem Walt-Disney-Streifen WALL-E darstellt: Überfettete Menschen, die jegliche Körperbewegung unfähig zu Vollziehenden, schweben auf aufblasbaren Gummi-Donuts über das Deck eines Gigakreuzfahrt-Liners, vertilgen Super-Size-Me-Portionen an Fastfood; und der einzige emotionale Höhepunkt des Tages besteht darin, daß «Rot ist jetzt blau» über die Lautsprecheranlage erklingt, worauf sich alle rote Flächen in blaue verwandeln. Brauchen solche Kreaturen eigentlich noch Geld? Und wer wäre in einer solchen Welt für die Werbung verantwortlich? Oder wird es doch eine Mischung aus den literarischen Prognosen der beiden Herren George Orwell und Aldous Huxley geben, nur alles noch viel bunter, noch viel toller und noch viel spaßiger? Wenn man sich das Treiben der Herren Facebook, Google & Friends ansieht, so ist auch das durchaus vorstellbar. Oder, und auch das ist unserer Ansicht nach nicht gänzlich auszuschließen: Bleiben wir zukünftig alle zu Hause, weil ein revolutionäres Gen-Patent entwickelt wurde, das es uns erlaubt, morgens zum Frühstück unsere eigenen Gliedmaßen zu verspeisen, weil sie noch am selben Nachmittag wieder vollständig nachgewachsen sein werden? Well, zumindest das wird ein engagierter EU-Kommissar rechtzeitig zu verhindern wissen…

Der ADC sagt: «Ideen sind das Geld von morgen. Deshalb wird ein Tragebeutel, in dem Ideenprodukte spazieren geführt werden, automatisch zu einem Geldbeutel» Die Polizei vertritt jedoch immer noch die Auffassung, daß es ganz schön fahrlässig ist, sein Geld so offen und ungeschützt mitsichzuführen. Vielleicht sollte man beide Parteien mal zu einer Podiumsdiskussion einladen…

Mal was Grundsätzliches zum Thema Geld: Wir alle kennen das Spiel Monopoly? Klar. Es geht so aus, das am Schluß einer immer alles hat, und alle anderen nichts. Dann wird ein neues Spiel angefangen – und alle haben wieder dieselben Startvoraussetzungen. Solche Vorgänge hat es auch schon in der ganz realen Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben, nur daß dabei unangenehme Begleiterscheinungen mit einhergingen; beim letzten Mal waren beispielsweise zwanzig Millionen Tote zu verbuchen. Wäre es also nicht schön und sinnvoll, zur Abwechslung mal zu einem möglichst frühen Zeitpunkt unvermeidbare Entscheidungen zu treffen und die daraus resultierenden Maßnahmen einzuleiten, da es dem gros der Bevölkerung noch nicht nötig erscheint, sich dabei auch noch gegenseitig die Fresse polieren zu müssen?

Wir fragen das ideologisch ganz unverbohrt, haben weder sozialistische, kommunistische oder imperialistische Thesen als hehre Ideale im Sinn. Grundsätzlich ist Geld etwas sehr Schönes. Man kann sich davon einen Kühlschrank kaufen. Oder ein neues Lattenrost fürs Bett. Außerdem sähe unsere Redaktionsyacht mit einem Mahaghonifußboden konsequent schicker aus. Ohne Geld lassen sich solche Anschaffungen erfahrungsgemäß leider nicht realisieren. Allerdings ist es auch nicht so schön, als Wohlhabender zum Einkauf weite Teile des Stadtgebietes mit einem Helikopter überfliegen zu müssen, weil man andernfalls Gefahr liefe, überfallen, ausgeraubt oder gar gelyncht zu werden.

Schon John F. Kennedy wußte: «Wenn wir den Ärmsten in unserer Bevölkerung nicht eine Mindestmaß an Einkommen zusichern, das ihnen erlaubt, ein ganz normales Leben zu führen, so werden die Reichen weder ihr Eigentum noch ihr Leben mit keinem Geld dieser Welt schützen können.» Was auch immer die Kennedys waren, oder auch nicht waren, mit Sicherheit waren sie jedoch keine Kommunisten.

Sind Wolken die geldgesegneten Segel der kreativen Vernunft von morgen?
Eine Frage, die uns zur Abwechslung mal nicht interessiert.

Irgendwie sind «Gott, Hammer & Co.» dieses Jahr das ganz semi-große Thema: In einem aufwendigen Hornbach-Spot im Look der (goldenen) 1920er Jahre baut Noah seine Arche und die Hochschule RheinMain textet martialisch in direkter Nachbarschaft von möglicherweise noch zu zertrümmernden Paradiesäpfeln und unter der akribischen Aufsicht von Prof. Rüdiger Pichler: «Du mußt herrschen und gewinnen», «Du mußt steigen und sinken» bzw. «Du mußt zuschlagen und heulen». Vielleicht haben wir nur deshalb noch keine ernstzunehmende Revolte auf der Straße, weil die vielen Unzufriedenen ihre Aggression und ihren Frust heimlich beim Eigenheimfreislern abbauen und wegflennen. Aber, ähm räusper, wollten wir nicht eigentlich mehr weg vom Krieg und dafür mehr hin zur hippen, schicken Üper-Hüper-App mit eingebauter Glücksgarantie?

Der Referent auf dem ADC-Holodeck weiß ganz genau: «Über Geld spricht man nicht. Geld hat man.» Aber er sagt es nicht. Stattdessen reflektiert er darüber, daß der Mensch mit ca. 20 Jahren körperlich ausgewachsen sei, diese Körpergröße bis etwa zu seinem 65. Lebensjahr beibehalten werde – und dann langsam zu schrumpfen beginne. Aber, so führt der Weitsichtwissenschaftler aus, auch da fühle sich der Mensch noch mächtig und prächtig. Und so verhalte es sich – das ist seine begnadete Schlußfolgerung – derzeit mit unserer globalen Wirtschaft auch. Grund zur Panik gäbe es also keine.

Wer so viel durchreflektierte Weißheit zu versprühen weiß, dem bleibt das Schicksal, in seinem nächsten Leben als Spraydose wiedergeboren zu werden, schlicht erspart.

Was uns ein bißchen am diesjährigen ADC-Festival irritiert, ist, das ein Thema gewählt wurde, das man in dieser Form eigentlich nicht öffentlich thematisieren sollte, es sei denn es geht um die Erhöhung des Entwicklungshilfe-Etats der Bundesregierung: Geld. Denn wer öffentlich über mangelnde Bezahlung klagt, der ordnet sich selbst der Gruppe von Erfolglosen zu. Und mit denen will niemand etwas zu tun haben. Jedenfalls keine vom Erfolg Gesegneten. Und: Darf man von Führungskräften, die immer noch ihre geschätzten 30.000,- bis 40.000,- Euro im Monat an Gehalt einstreichen, nicht erwarten, daß sie in der Lage sind, ihren Kunden klar zu machen, daß Qualität immer noch anständig zu bezahlen ist? Oder müssen wir erst George Bernhard Shaw bemühen? Er stellte fest: «About quality you are worried only once – when you pay. About mediocrity every day.»

Mit der Qualität und dem Geld ist das allerdings schon immer so eine Sache gewesen. War die KLF-Aktion, am 23. August 1994 auf der schottischen Insel Jura genau eine Million Pfund Sterling verbrannt zu haben, eine qualitativ gehaltvoll Performance – oder eher weniger? Fakt ist, daß es eine Menge Wohltätigkeitsorganisationen gegeben hätte, die genau gewußt hätten, wo man das Geld sinnvoller hätte einsetzen können. Fakt ist aber ebenso, daß es Bill Drummond und Jimmy Cauty zunächst um eine Geldausstellung ging, die jedoch von verschiedenen Ausstellungshäusern, u.a. auch von der Tate Gallery, abgelehnt wurde, wodurch sich die beiden Egozentriker möglicherweise emotional in die Enge getrieben fühlten – und eine der bemerkenswertesten Trotzreaktionen in der Geschichte menschlicher Trotzreaktionen durchführten: sie verbrannten tatsächlich ihr letztes Geld: eine Million Pfund Sterling. Jeder spätere Versuch, die aschlichen Überreste zu einem einzigen Ziegelstein zusammengefaßt und komprimiert für eben jene eine Million Pfund Sterling als Kunstobjekt an einen potenten Sammler zu verkaufen, schlug fehl.

Hat man als Rezipient erst einmal die verschiedenen Stadien der Kunstreflexion in dieser Sache durchlaufen, so steht am – zumindest unserem vorläufigen –Kunstreflexionsendergebnis fest, daß diese Performance eines verdeutlicht: Die einen sehen in Geld lediglich ein Mittel zum Zweck, für andere wiederum ist Geld nichts als Selbstzweck.

Und so sind wir dem Art Director’s Club dann doch dankbar für die Themenwahl, da sie es uns erlaubt, nicht vorwiegend über Werbung oder Gestaltung sondern primär über das Pekuniäre nachzudenken. Deshalb interessiert uns eigentlich nur die Beantwortung einer einzigen Frage: Warum war dem vorstehend beschriebenen «Geldbeutel» eigentlich kein auf das Haus des Hauptsponsors bezogenes Sparbuch mit einem Startguthaben von, sindwirmalgroßzügig, Euro 100,- pro Kopf und Nase beigefügt? Oder war es das tatsächlich? Wir haben den Beutel nicht untersucht, geschweige denn einen angefordert. Aber jetzt, da uns der Gedanke kommt: Wir hätten gerne auch so einen «Geldbeutel»! Falsch: zwei!! Nein, drei!!! Quatsch: vier!!!! Wobei: Sind wir nicht fünf Redaktionsmitglieder? Unter Miteinbeziehung unserer ehemaligen Lieblingsvermieterin sind wir sogar zu sechst!!!!!!

Es ist das Vorrecht rebellischer Jugend, in der Öffentlichkeit als gelduninteressiertes, widerspenstiges Etwas wahrgenommen zu werden. Hier das Kommunikationsprinzip Totale Verweigerung im Schafspelz der vorgespiegelten Systemkritik: «Schaut nicht auf das, was Euch kaputt macht!» Vielleicht ist es aber auch mehr die hinterfragende Nummer: «Hat nicht jeder Mensch irgendwie einen Balken im, am oder zumindest vorm Kopf?» Möglicherweise handelt es sich aber auch um einen Appell an das menschliche Unterbewußtsein, zukünftig weniger Bäume zu fällen. Wir wissen es, ehrlich gesagt, nicht so genau.

Verkaufsförderung aktiv: Wer ein Nobelautomobil an einen Nobelkunden verkaufen möchte, der kann sich besonders glücklich schätzen, wenn er dabei ein Mannequin zum Einsatz bringen kann, dessen kraftvolle Körpersprache überzeugend zu vermitteln vermag, daß es beim Erwerb eines fahrbaren Untersatzes eigentlich um ganz andere Dinge geht.

Durch die sich weltweit verändernden Finanzsituationen im Sekundentakt drängt es viele in den Kunstmarkt, auch wenn sie dafür nie studiert haben. So beispielsweise auch den schweizer Ausnahmekünstler Josef Ackermann, der mit seiner intellektuell gehaltvollen Skulptur «Anton Stankowski meets Ellsworth Kelly» brilliert. Sotheby’s schätzt den Wert des kürzlich erst entstandenen Exponates auf mehrere Millionen Pfund Sterling. Damit blieb die Einschätzung der Kunstsachverständigen allerdings deutlich hinter der Erwartung Ackermanns zurück, wobei dieser es gelassen nimmt, konnte er doch schon in der Vergangenheit souverän zeigen, daß er Schicksalsschläge dieser Art gut wegstecken kann.

Bleiben wir noch für den Hauch einer Zeiteinheit bei der Kunst: Jüngst ging «Der Schrei» von Edward Munch in New York bei Sotheby’s für sageundschreibe $ 120m über die Theke. Das beeindruckt die kreative Jugend von heute natürlich schon irgendwie – und so fühlt sich verständlicherweise manch einer von ihnen zur Nachahmung eingeladen. Ob die hier dargebotene Arbeit «Der Geld-Schrei» allerdings eine ähnlich hohe Summe zu erzielen vermag? Das Gesicht des Auktionators (rechts neben der Arbeit) scheint die Antwort bereits zu kennen.

Während unserer Recherche begegnen wir auch dem Jury-Vorsitzenden Hartmut Esslinger von der legendären Designschmiede Frogdesign bzw. von design mind. Er möchte aber nicht zwingend und schon gar nicht gerne fotografiert werden. «Da sind zu viele Fältchen unterwegs» sagt er und grinst vielsagend. Entgegen seiner eigentlichen Erwartung beherzigen wir seine Bitte und verwickeln ihn stattdessen in ein kurzes Gespräch:

Hamlet Hamster
Wie? Ist Ihnen etwa Ihre Hormocenta ausgegangen?

Hartmut Esslinger
Wie? Placenta? (er grinst)

Hamlet Hamster
Hor-mo-cen-ta! Marika Rökk machte einst Werbung für sie. Eine Antifaltencrème. Außerdem sang sie «Ich brauche keine Millionen. Mir fehlt kein Pfennig zum Glück. Ich brauche weiter nichts, als nur Musik, Musik, Musik, Musik.» Eigentlich DIE große ADC-Festivals-Hymne für dieses Jahr. Ma-ri-ka Rökk! Das müßte so Ihre Generation sein. Erinnern Sie sich nicht mehr?

Hartmut Esslinger
(dann doch etwas irritiert)

Hamlet Hamster
Mal was ganz anderes: Auf einer der vielen Schrifttafeln steht zu lesen: «Gestalter sind die Vitamine der Zukunft». Bisher sind wir immer felsenfest davon ausgegangen, daß der Gestalter so eine Art Freinrippunterhemd in einer barock anmutenden Waschmaschinenladung darstellt, also, um es konkreter zu formulieren, daß das Feinrippunterhemd sozusagen als der Otl Aicher unter den barocken Unterhemdbekleidungsmöglichkeiten für Herren anzusehen ist – womit im logischen Umkehrschluß der Gestalter bzw. speziell Otl Aicher in Gleichnissen eher als Feinrippunterhemd denn als Vitaminpille zu bezeichnen wäre. Haben wir in der Vergangenheit da etwas falsch verstanden, oder sind die Zeiten, in denen wir jetzt leben, schlicht andere geworden?

Hartmut Esslinger
Sehen Sie, ich habe es eilig. Verstehen Sie mich nicht falsch. Das ist ein interessanter Gesprächsansatz. Ich muß aber jetzt weg. Können wir uns übermorgen wieder treffen. Nach der Preisverleihung vielleicht? Das käme mir sehr entgegen.

Hamlet Hamster
Herr Prof. Esslinger, alles, was wir in Erfahrung bringen wollten, haben wir in Erfahrung gebracht. Wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für das spontane Kurzgespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft nur das erdenklich Beste!

Mit den Gestaltern ist es doch immer wieder das Gleiche: Kaum einer von ihnen ist bereit, sich spontan auf pseudo-logisch klingenden Schwachsinn einzulassen. Und von denen, die es tun, haben am Markt die meisten bedauerlicherweise keinen Bestand. Hätte er doch wenigstens «Wenn das so ist, dann ist aber Max Bill viel mehr Feinripp als es Otl Aicher jemals gewesen ist», oder so, vor sich hin gemurmelt, wir wären entzückt gewesen, ihm die vollen 100 Punkte zuzugestehen. Aber so?

Aber so können sich Herr Prof. Hartmut Esslinger entspannt zurücklehnen, da das vorstehende Gespräch in Wahrheit nie stattgefunden hat.

Wo waren wir eigentlich nochmal stehen geblieben? Ach ja, beim lieben Geld. Gab es eigentlich jemals eine einzige Situation in der Geschichte der Menschheit, da es sich in letzter Konsequenz nicht um das geschätzte Zahlungsmittel drehte? Und wird es jemals eine Situation in der Menschheitsgeschichte geben, in der das nicht der Fall sein wird? Hm?

Auch ein Weg, eine sparsamere Lebensweise zu propagieren.

Schließlich und endlich kommen wir nicht umhin, festzustellen: Wenn die derzeit angebliche Geldknappheit dazu führen sollte, daß Werbeleute von bestimmten Unarten aus dem Reich der unbestimmten Lebensführung endgültig Abschied nehmen, so hätte das möglicherweise genau den Vorteil, daß mit den dadurch wiedererlangten Zugängen zu längst totgeglaubten Gehirnregionen und -kapazitäten die Qualität von Kommunikationsvorschlägen steigen wird. Vorstellbar ist das.

Einerseits. Andererseits sollte aus dieser Annahme kein Automatismus erwachsen, denn der hier gegenständliche Entwurf ist nur scheinbar gut, so wie Seniorenprodukte, die von so-called Twenty-Somethings entwickelt wurden, die man zuvor (hoffentlich gegen ihren Willen) in einen sogenannten Alterungssimulationsanzug gezwängt hat, eben nur bedingt gut sein können. Auf dem Titelbild sind beispielsweise keine Krücken sondern ganz normale Spazierstöcke abgebildet, die von Vertretern quer durch sämtliche Altersgruppen, beispielsweise bei Gebirgswanderungen, genutzt werden.

Außerdem ist das Magazin «Die Krücke» so in den Gehstock eingespannt, daß es auf dem Kopf hinge, würde das Gesamtwerk dem potentiellen Leser korrekt am Haken hängend präsentiert. Dem Prinzip «Form Follows Function» folgend, können Produkte für Senioren nur von Senioren entwickelt und gestaltet werden. Das hat u.a. etwas mit der entsprechenden Lebenserfahrung zu tun, die in den Produkten mitzuschwingen hat. Auch würden von Senioren gewöhnliche Spazierstöcke sprachlich nicht mal eben zu Krücken umgeformt werden.

Alles in allem war es ein nützliches und informatives Werbe-Festival, wobei wir es lieber gesehen hätten, der ADC würde sich mehr für die Interessen von Erdbeeren engagieren, damit diese in ferner oder naher Zukunft nicht irgendwann einmal vom Aussterben bedroht sein werden. Wobei wir Birnen und Kirschen als ebenso schützenswert erachten. Keine Frage. Wir erwarten, daß der ADC mal in diese Richtung denkt und uns in absehbarer Zeit unaufgefordert ein entsprechendes Exposé mit zu ergreifenden Maßnahmen vorlegt. Schließlich sind wir ja gar nicht so, man kann mit uns über alles reden.

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Access All Areas: «Gute Gestaltung 13»

4 May

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Während der diesjährigen Access All Areas, der Wiesbadener Designtage, stellte auch wieder der Deutsche Designer Club (DDC) mit seiner Ausstellung «Gute Gestaltung 13» die Siegerarbeiten des gleichnamigen Kreativwettbewerbs in den Brunnenkollonaden des Wiesbadener Kurhauses aus. Hier ein paar Bildeindrücke:

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Berlin School of Creative Leadership: «Peter Brabeck-Letmathe’s President’s Lecture»

3 Apr

Clark Parsons bittet die Teilnehmer Platz zu nehmen

Über die Aktivitäten der «Berlin School of Creative Leadership» hatten wir bereits hier , hier und hier ausführlich berichtet. Diesmal bat Peter Brabeck-Letmathe, Chairman of the Board, Nestlé S.A. die Kursteilnehmer zu seiner President’s Lecture. Auf dem Programm stand Online-Kommunikation.

Wie sich die Mitglieder der Ur-Generation des Internets noch erinnern können, war der mit der Online-Kommunikation einhergehende Kontrollverlust von Unternehmen über deren Marken für diese neu und man reagierte überwiegend irritiert und unsouverän. In diesem Contrex, pardon, Kontext seyen nur kurz der Jamba-Komplex sowie die Du-bist-Deutschland-Nummer ins Gedächtnis gerufen. Beide Vorgänge wurden übrigens von Johnny Haeuslers Spreeblick initiiert – und haben zweifellos in der Bundesrepublik Internetgeschichte geschrieben.

Besonders interessant war Peter Brabeck-Letmathes President’s Lecture inbesondere deshalb, weil man von oberster Stelle eines weltweit agierenden Konzerns erfahren konnte, welche Bedeutung der Online-Kommunikation inzwischen beigemessen wird – und wie man aktuell mit plötzlich entstehenden «Kommunikations-Kriesensituationen» umgeht.

So war direkt im Anschluß an den Vortrag das George-Clooney-Ding das große Thema. Hier ist das Filmchen, das urplötzlich im Netz auftauchte, sofort von diversen Nachrichtensendungen zur Primetime thematisiert wurde und Nestlé zu einer Reaktion zwang:

Well, wir sind ja nach wie vor der Meinung, daß inzwischen pro Tag genauso viel Viral-Säue durchs globale Dorf getrieben werden, wie Gerüchte an der Wall Street ausgesetzt werden; und daß Nestlé in diesem Falle nicht zwingend zu reagieren gebraucht hätte. Dennoch klärte Nestlé seine Kritiker darüber auf, daß das Unternehmen sehr wohl auf «Fair Trade» achte, was der Konzern auch belegen konnte.

Über Peter Brabeck-Letmathe erschien auf zeit.de ein lesenswerter Artikel mit der Überschrift «Der Wassermann». Nachfolgend ein paar kommentierte und unkommentierte Bilder von der Vorlesung.

Clark Parsons begrüßt die Besucher

Peter Brabeck-Letmathe

Sheridan Johns (Berlin School)

Michael Conrad eröffnet die Fragestunde

H.-Joachim Richter, Director Corporate Communication Nespresso
und Michael Conrad

Willi Schalk (li) wird von Michael Conrad (re) den Teilnehmern vorgestellt

Peter Brabeck-Letmathe und Michael Conrad

Peter Brabeck-Letmathe und Isabella «one problem less» von Bülow

Folker Wrage (McCann Erickson) hat den Bretzelbiß

Willi Schalk im Gespräch mit Michael Conrad

Die DDB-Fraktion vor der Kamera: Edgars Skulte (DDB Latvia),
Lea Stanković (Communis DDB) und Simon Higby (DDB Copenhagen)

Ulrich Proeschel (TBWA) und Susann Schronen (Berlin School)

Folker Wrage im Gespräch mit Marion King

Peter Brabeck-Letmathe und Michael Conrad

Peter Brabeck-Letmathe verabschiedet sich

Am darauf folgenden Tage gab es übrigens ab 9:00 Uhr den Vortrag des «High-End-Hackers» (Kann man das so schreiben?) Pablos Holman zu hören. Darüber wird ein gesonderter Artikel im Meerschweinchenreport berichten.

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DDC-Vorstandswahlen 2012

2 Apr

Alle Fotos von Redaktionsfotograf Andreas Baier

Wenn die Fahnen des weltbekannten und international höchst angesehenen Designs aus Deutschland durch irgendjemanden auch weiterhin bis weit in den Himmel ragend hochgehalten werden, dann durch diese Frauen und Männer, Männer und Frauen – allesamt Mitglieder des elitären Deutschen Designer Clubs (DDC).

Kürzlich versammelten sie sich im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst, um für die nächsten drei Jahre ihre neuen Stammeshäuptlinge zu küren.

Dialog auf zwei Ebenen: Vorne bespricht Tassilo von Grolman mit Michael Eibes (nicht im Bild) den Ablauf der bevorstehenden DDC-Mitgliederversammlung, während sich Prof. Olaf Leu mit Prof. Dr. Klaus Klemp (Museum für Angewandte Kunst) und Elisabeth Budde unterhält.

Peter Zizka informiert sich über chinesische Lebenskunst im Alltag.

Tassilo von Grolman und Michael Eibes auf dem Weg ins Sitzungszimmer.

Der Sprecher des DDC-Vorstands Michael Eibes referiert über das Prinzip der Kreativitätsentwicklung und deren Ausbreitungsmethodik im menschlichen Gehirnlappenbereich (vorne rechts im Bild).

Niko Gültigs Referat im Breitwandformat.

Oder auch durch die Bretzel gesprochen.

Oliver Scherdel informiert über den finanziell gesunden Zustand des Vereins.

Christian Daul stellt die neuen Fördermitglieder des DDC vor.

Tassilo von Grolman dankt dem noch amtierenden Vorstand für seine großartige Arbeit.

Hans-Ulrich von Mende, Andrej Kupetz und Michael Eibes.

Warten auf das Abstimmungsergebnis: Oliver Wagner im Gespräch mit Holger Diehl.

Andrej Kupetz und Stefan Weil.

Diskussion im Beamerlicht: Niko Gültig und Tassilo von Grolman.

Ganz im Spot einer Deckenleuchte: Lisa Schulze-Oechtering und Oliver Wagner.

Die Stimmen werden ausgezählt.

Der neue DDC-Vorstand ist der alte DDC-Vorstand – beziehungsweise umgekehrt. Hier steht er zusammen und berät über die zukünftige Aufgabenverteilung, die ebenfalls gleich geblieben ist.

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SEAT: «TV-Treatment»

2 Mar

A complete black screen. There is an off-dialogue going on between a male and a female. The woman sounds erotically with a mind catching French accent, the man, however, thinks and talks more rationally – and very British. To enlighten the dark visual atmosphere there should be some romantic French music as well.

Male
It’s stupid without light.

Female
No, it’s more sophisticated without light.

Male
Sophisticated?

Female
You should think a little bit more erotically!

Male
I’d like to see what I get.

Female
You get what you feel – and that’ll be more you ever dreamed of.

Male
Dreamers are people who never get what they want.

Female
Tell me, was there any of your dreams that didn’t come true?

Male
Ehm, …

A finger snap is to be heard. Studio-lights turn on. Now you can see a brand new black SEAT.

Female
What?

Male
(now erotically orientated as well)
You are right, we should leave the light out.

A finger snap is to be heard. Studio-lights turn out.

Female
(now a bit hectically)
Ehm, just wait a moment. May be we should consider …

Male
(trying to complete her thought by imitating her French accent)
… the unique opportunity to find out who we are first, ehm, wait a moment …

Another finger snap is to be heard. Inside the SEAT a warm light turns on.

Male
Better?

Female
(remains in silence)

Male
At least it’s a compromise, isn’t it?

Female
Are you crazy? We are on Champs-Elysée?
In the centre of Paris! Everybody can see us!

Male
It was you, who asked me to bring our subject straight to the point, wasn’t it?

Female
Ehm, …

SEAT-LOGO is shown.

CLAIM:
If you don’t use the power you’ve got
you don’t deserve the woman you want.

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Otl Aicher: «Lichtbericht»

20 Feb

Schmuckbild – Quelle: Internet

Was kann eine gekonnte Unternehmenskommunikation im Vergleich zu einer weniger gekonnten Unternehmenskommunikation ausrichten? Vor dieser Frage stehen nicht eben wenige Betriebswirte, wenn es mal wieder darum geht, die den Ausgaben gegenüberstehende Mehrwerte für das jeweilige Unternehmen zu bewerten. Die Antwort ist ziemlich einfach: Zum Beispiel ein Unternehmen vor der Pleite bewahren.

So geschehen durch Otl Aicher, der es allein durch seine konsequenten und genialen Kommunikationsmaßnahmen fertigbrachte, ERCO nicht nur aus den roten Zahlen hinauszubringen, sondern das Lichtunternehmen weltweit zu einer führenden Marke auszubauen.

Wie sehr ERCO die Verdienste Otl Aichers nach wie vor schätzt, sie hegt und pflegt, läßt sich auch daran ablesen, daß sich jede einzelne Ausgabe seines legendären Lichtberichts noch heute von der ERCO-Seite herunterladen läßt.

Stellvertretend für alle Hefte haben wir uns für die Nummer 17 entschieden, die wir nachfolgend als Download verlinkt haben. Von hier aus haben Sie Zugriff auf sämtliche Ausgaben. Immer fotografiert von den damals besten der besten Fotografen.

Auf der Linotype-Seite können Sie, so Sie es wünschen, Otl Aichers Schriftfamilie Rotis käuflich erwerben.

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Karneval deluxe (2): «Men Should Be Brave!»

18 Feb

Find the stunning …

… ten little differences!

Website French Connection
via: A pattern a day

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What is it?

15 Feb

Click to enlarge apely

a) a painting by Gottfried Helnwein?
b) a footage from a new HBO jungle soap to be launched next summer?
c) an advertising campaign for wax stripe treatments in Singapore?

Just click the following link to find out.

via: Style

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AT&T Archives: «Robot»

9 Feb

«Jim Henson made this film in 1963 for The Bell System. Specifically, it was made for an elite seminar given for business owners, on the then-brand-new topic — Data Communications. The seminar itself involved a lot of films and multimedia presentations, and took place in Chicago. A lengthy description of the planning of the Bell Data Communications Seminar — without a mention of the Henson involvement — is on the blog of Inpro co-founder Jack Byrne. It later was renamed the Bell Business Communications Seminar.

The organizers of the seminar, Inpro, actually set the tone for the film in a three-page memo from one of Inpro’s principals, Ted Mills to Henson. Mills outlined the nascent, but growing relationship between man and machine: a relationship not without tension and resentment: “He [the robot] is sure that All Men Basically Want to Play Golf, and not run businesses — if he can do it better.” (Mills also later designed the ride for the Bell System at the 1964 World’s Fair.) Henson’s execution is not only true to Mills’ vision, but he also puts his own unique, irreverent spin on the material.

The robot narrator used in this film had previously starred in a skit for a food fair in Germany (video is silent), in 1961. It also may be the same robot that appeared on the Mike Douglas Show in 1966. Henson created a different — but similar — robot for the SKF Industries pavilion at the 1964 World’s Fair.

Henson created another film for the Seminar entitled Charlie Magnetico, which features the same robot, but also stars Henson collaborator Jerry Juhl.

This film was found in the AT&T Archives. Thanks go to Karen Falk of the Henson Archives for providing help and supporting documentation to prove that it was, indeed, a Henson production.»

Footage courtesy of AT&T Archives and History Center, Warren, NJ

via: AT&T Techchannel

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hr2 | Der Tag: «Pixel essen Bilder auf – Fotografie ohne Kodak?»

9 Feb

KODAK Anzeige – Click to enlarge photographically

Dauer: 52:41 min.
Autor: Redaktion Der Tag
Datum: 20.01.2012

Beschreibung: «Im entscheidenden Moment hatte Kodak den Finger nicht am Auslöser. Dass die digitale Fotografie den Markt bestimmen wird, hatte Kodak zu spät im Focus und so droht dem Pionier der Fotografie, der ehemaligen Nummer eins, jetzt die Insolvenz. Schon 1888 brachte Kodak die erste Kamera auf den Markt und machte mit dem Slogan “You press the botton – we do the rest” Fotografie zum Breitensport. Dass jetzt der Kodak-Insolvenzverwalter sagt: “we do the rest”, ändert allerdings nichts an der unaufhaltsamen Entwicklung der Fotobranche. Wer steht heute noch in der Dunkelkammer, wer fotografiert noch mit Rollfilm? Und es ändert auch nichts daran, dass die Fotografie von Portrait über Dokumentation bis zur Kunst unsere Wahrnehmung revolutioniert hat. Bilder ohne Ende, heute in DER TAG.»

Download: hr2 | Der Tag: «Pixel essen Bilder auf – Fotografie ohne Kodak?»

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Picasso and Matisse in Advertising

5 Feb

Shiseido Werbung

Why is PS Disasters blaming Shiseido’s ad above? Why PS Disaster-reader Richard writes «The graphic designers responsible for this shouldn’t be fired; they should be barred from computers for life»? Is there really a right or wrong that has to be re-established that way? The Germans already had a time where perfectionism of that kind was in order: bewteen 1933 and 1945. With their exhibition «Degenerate art», the Nazis tried to tell the rest of the world what has to be, and what must not. Does intolerance rise again?

Just have a look at Picasso’s and Matisse’s work – and decide for yourself who «should be barred from computers for life»? The people from Shiseido or from PS Disasters?

Picasso: Nude Wringing Her Hair

Picasso: Nude in the Garden, 1934
National Picasso Museum, Paris

Matisse: Blue Nude

Meerschweinchenreport says that this is nothing but a perfect example of how art influences our daily view through the glasses of reality. Or, just to quote Albert Einstein: «To put it boldly, it is the attempt at a posterior reconstruction of existence by the process of conceptualization.»

Normally, advertising is criticised for only scratching the surface. Here, we are dealing with an ad delivering serious content designed to make people think about the meaning of life. And what do our selfish critics do? They are scratching the surface. Haha!

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HSRM: «Studenten der Hochschule RheinMain präsentieren ihre Abschlußarbeiten»

3 Feb

Link zur zugehörigen Website Wir putzen uns raus. Zu jedem Kommunikationsdesigner, der nun ins mal bittere und mal süße Berufsleben entlassen wird, gibt es ein Videofilmchen zu sehen. Und auf der Vernissage, die am 9. Februar für 19:30 angesetzt ist, sind dann die entsprechenden Arbeiten zu begutachten. Und natürlich auch zu bewerten. Ganz analog: mit Klebepunkten, die – abhängig davon, in welcher Leckrichtung man sie bevorzugt mit seiner Zunge zu befeuchten wünscht – mal bitter und eben auch mal süß schmecken. Denn «Konsequenz» ist und bleibt nunmal der zweite Vorname dieser wundervollen und hochwertigen Ausbildungsstätte.

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Jean-Claude L’Oréal and Rachel Weisz: «The Art Of Being Edgy»

1 Feb

It has been brought to Meerschweinchenreport’s attention that the two artists, director Jean-Claude L’Oréal and Oscar-winning actress Rachel Weisz, finally managed to get their new art short movie entitled «Revitalift Repair anti-ageing cream» banned from any UK screen.

The UK’s Advertising Standards Authority (which had banned one of our public awareness campaigns as well) was recognising that L’Oréal’s artwork was «digitally enhanced». My goodness!

So we have to ask our readers in order to find out what they prefer more: to look at Rachel Weisz being left purely natural – or at her visually upgraded version on the right-hand side? And before we forget: What is the main purpose of make-up anyway?

via: More About Advertising

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Lost In Mental Translation: «SUNSHINE SAKAE 2012»

31 Jan

Michel Gondry produced this ad for Sunshine Sakae, a Japanese department store. I don’t know what’s wrong with the Japanese but watching this – well, at least, great commercial – I always feel pretty much lost in mental translation. What’s this all about? Oh, I forgot: It’s about a Japanese departement store called Sunshine Sakae. But does this knowledge really help? Just try to find out for yourself.

via: Think Contra

Best Authority Badge Ever

26 Jan

Welcome to Miami!

It is always good to know that self-regulating and self-referring regulations are not only a speciality of German bureaucrats. And by the Milky Way: «How would people know who to call to report a missing notice, if the phone number is on the notice itself?»

via: The Agitator

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Louis Vuitton

23 Jan

Click to enlarge travellically

Werbung und ihre assoziative Glaubwürdigkeit sind meistens zwei Paar Schuhe, die selten genug den Eindruck erwecken, als seien sie in ein und derselben Werkstatt gefertigt worden. Während obige Anzeige ja noch mit «Hey, das ist ja gar kein richtiger Fußballplatz; also bloß weg hier!» die plötzlich überkommende Reiselust der drei Fußballprofis erklärt, sieht es mit nachfolgend abgebildetem Printmotiv schon um einiges problematischer aus: Ein flüchtiger Blick auf das Inserat – und die meisten Blicke auf Anzeigen geschehen nur flüchtig beim Weiterblättern – ermöglicht die Annahme, daß die Dame auf der verrosteten Motorhaube des verkehrsun- aber wohl immer noch weltalltüchtigen Fahrzeugs in einem schicken Designerrollstuhl sitzt. Die Louis-Vuitton-Tasche wird assoziativ zum Wheelchairwheel. Sehnt sich deshalb die ehemals erste Frau im Weltraum nach der Schwerelosigkeit im Universum? Außerdem ist es schlicht unglaubwürdig, sich mit einer Mode-Label-Reisetasche Richtung Mond aufzumachen.

Unser gut gemeinter Ratschlag an Ogilvy & Mather pour la prochaine fois: Präsentationspappen sorgfältig knicken – und nochmals von vorne anfangen. Das einzig Positive an der Kampagne: die herausragende Fotografie von Annie Leibovitz.

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Gregor Krisztian: «Wie visualisiere ich einen Bestseller?»

15 Jan

Gregor Krisztian signiert

Gregor Krisztian signiert

Man sagt, daß der Künstler vor nichts mehr Angst habe, als vor einer vollständig weißen Leinwand zu stehen – und nicht zu wissen, was er malen soll. So sei, so sagt man scherzhaft weiterführend, die Technik des Grundierens entstanden: «Egal was, Hauptsache, da ist schon mal was drauf!»

Steht man vor den gerahmten Exponaten, die die Studenten der Klasse von Prof. Gregor Krisztian anläßlich ihrer Semesterschau regelmäßig an der Hochschule RheinMain präsentieren, so kann man zunächst leicht den Eindruck gewinnen, als handele es sich hierbei um «Kinderkram». Die Scribbles (so nennt man skizzierte Ideenentwürfe in der Werbefachsprache) konkurrieren immerhin mit endproduzierten Plakaten, Büchern, Filmen und Websites. Nicht einfach, sich für ungeputztes Gemüse zu interessieren, wenn am selbigen Ort zur selben Zeit überall fertige Speisen in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gereicht werden.

Diese nicht sonderlich durchreflektierte Grundeinstellung dürfte sich jedoch spätestens dann schlagartig ändern, wenn man das Glück (oder das Pech) hat, vor einem leeren Scribble-Bogen zu sitzen; und sich mit folgender Aufgabe konfrontiert sieht: «Entwickeln Sie ein Landschaftsbild in fünf verschiedenen Einstellungen, das einem prima dabei behilflich ist, ein ungemein schickes Automobil zu verkaufen.» Oder, um die Sache noch erheblich zu verschärfen: «Leute, wir haben ein neues Waschmittel am Markt zu plazieren. Wie Ihr alle wißt, ist das Zeug genauso gut oder genauso schlecht, wie jede andere bereits etablierte Waschsubstanz auch, aber dennoch müssen wir diesem neuen Pülverchen ein unverwechselbares Gesicht geben. Und nun viel Spaß!» Wer nach mehreren Wochen lediglich mit abgekauten Nägeln aber noch vor einem weißen Blatt sitzt und schwitzt, der hat zumindest schon mal eine Idee davon bekommen, wie genial Markenkreationen wie beispielsweise «Ariel. Nicht nur sauber sondern rein»; «Der weiße Riese. Seine Waschkraft macht ihn so ergiebig»; «Die Vizir-Ultra-Kugel bringt die Waschkraft direkt in das Herz Ihrer Wäsche»; oder: « Unser Bestes von Persil. Da weiß man, was man hat. Schönen guten Abend» sind. Alles ziemlich geniale Einfälle. Wobei die jeweilige Zeit, in der die jeweilige Marketingstrategie zum Tragen kam, zu berücksichtigen ist. Ich weiß nicht, ob sich ein Flüssigputzmittel mit dem Markennamen «Der General» heute noch am Markt einführen ließe. Damals, kurz nach dem Krieg, war das was ganz anderes. Der Gedanke, daß sich der überlebende Teil der Kriegsgeneration der Verlockung, sich für kleines Geld einen echten General als preußisch durchdeklinierte Putzhilfe ins Haus holen zu können, nicht hatte widerstehen können, klingt irgendwie nachvollziehbar. Und, da wir gerade beim Thema sind: Steckt in Ariel nicht assoziativ irgendwie auch das Wort, ähm räusper: Arier? So wie in VegetARIER auch? Glauben VegetARIER vielleicht nur deshalb, daß nur sie ganz allein ganz genau wissen, was für den Rest der Welt gut ist?

Doch bevor ich endgültig vom Thema abkomme und mich meiner Lieblingbeschäftigung Öko-Bashing vollends hingebe, will ich mich zügeln, besinnen und feststellen, daß mit dem Eintritt des zukünftigen Agenturjungkreativen in den Ideenfindungs- und Visualisierungskurs von Prof. Gregor Krisztian an der Hochschule RheinMain eine neue Zeitrechnung beginnt. Es beginnt die Zeit des Nachdenkens und Assoziierens, der eingehenden Gesellschaftsanalyse, des Vergleichens und Einordnens, des strategischen Denkens und Handelns. Nicht nur für Architekten gilt: Was auf dem Reißbrett nicht entworfen wurde, kann später auch nicht gebaut werden.

Im späteren Agenturbetrieb werden Kreative, die besonders gut Ideen visualisieren können, auch Storyboarder genannt. Richtig gute Storyboarder sind rar, begehrt – und werden gehätschelt und gepeppelt. Von ihnen hängt es nämlich ganz wesentlich ab, ob die Agentur in der Lage ist, ihren Kunden eine Idee zu verkaufen – oder eben nicht. Nachfolgend der Blick auf eine Doppelseite des Buchs «Ideen visualisieren – Entwerfen und Präsentieren wie ein Profi». Ist es ein Zufall, daß der Protagonist in dem Scribble für einen Automobilspot ein bißchen wie Daniel Craig (alias 007) aussieht? Und daß die Geschichte in London angesiedelt ist? Und daß man in die weibliche Figur hinter dem Schreibtisch M hineinassoziieren kann? Selbst wenn die Akteure später nicht wie Daniel Craig oder M aussehen, so erhöhen solche visuellen Kniffe die Chance erheblich, daß der Kunde das Grundsätzliche in der Idee erkennt – und abnickt.

Von seinem ersten Buch «DuMont Handbuch: Layoutschule» haben sich von 1984 – 1996 insgesamt 27.000 Exemplare verkauft. Gregor Krisztians zweites Buch, das er gemeinsam mit Nesrin Schlempp-Ülker verfaßte, «Ideen visualisieren – Entwerfen und Präsentieren wie ein Profi», aus dem Mainzer Verlag Hermann B. Schmidt, ist seit 1998 auf dem Markt und kann mit einer bisherigen Gesamtauflage von 35.000 Exemplaren glänzen. Hier ist in beiden Fällen jeweils von einem echten Bestseller zu sprechen. Oder auch von einem Standardwerk, um das man nicht herumkommt, will man die Visualisierung von Ideen in aller Ernsthaftigkeit betreiben.

Gregor Krisztian ist u.a. Mitglied im Deutschen Designer Club – DDC.

Bezugsquelle

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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DDC-Werkstattbericht: «Ein Besuch bei Thomas Rempen»

6 Jan

Überpünktlich stehe ich eine Viertelstunde vor der vereinbarten Zeit um 05:15 Uhr vor Prof. Olaf Leus Tür – und vertreibe mir die restliche Wartezeit damit, ein paar Fotos von jener Umgebung anzufertigen, in der ich zu meiner Jugendzeit den Hund ausführte. Es sei jedoch hinzuzufügen: Zu wesentlich zivilisierteren Tageszeiten.

Auf unserer Fahrt ins Münsterland haben Herr Prof. Leu und ich viel Zeit zum Diskutieren. Unter anderem darüber, was originär und was originell ist. Das Schicksal findet Gefallen an unserer Diskussionsführung, sodaß wir dank eines ausgiebigen Staus nicht nur die Möglichkeit bekommen, unsere unterschiedlichen Ansichten weiterführend und bis in den letzten Winkel auszutauschen, sondern werden zudem durch malerische Landschaften geführt, die uns harmonisch auf die Vorzüge ökologisch ausgerichteter Landwirtschaft vorbereiten.

Nun haben wir Thomas Rempens Hofgut Ashege erreicht. Im Hintergrund ist Peter Zizkas rotes Jacket wahrzunehmen. So wie Günther Fielmann oder Karl Ludwig Schweisfurth hat sich auch Thomas Rempen der ökölogischen Landwirtschaft verschrieben. Um prizipiell in Erfahrung zu bringen, wer in aller Grundsätzlichkeit Thomas Rempen ist, dem sei die Lektüre dieses Artikels aus Die Welt ans Herz gelegt.

Herzliche Begrüßung: Prof. Olaf Leu und Thomas Rempen. Im Hintergrund Ursel Schiemann und Dagmar von Grolman.

Mit klarem Blick: Tassilo von Grolman.

Thomas Rempen blättert im So-war-es-vorher-Booklet.

Der Hausherr referiert über die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die er nach der Übernahme von Hofgut Ashege hatte vornehmen müssen. Links im Bild: Martin Breuer.

Weitere DDC-Werstatt-Besucher treffen ein.

Beispielsweise DDC-Vorstandmitglied Niko Gültig, der hier von Erika Koch begrüßt wird.

Thomas Rempen im Gespräch mit Silvia Olp; und Niko Gültig begrüßt im Beisein von Dagmar von Grolman Martin Breuer.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Niko Gültig.

Die Vorzüge ökologischer Landwirtschaft sind überall gut zu sehen: Sogar die broccoliesken Anabelle Hortensien in ihrer verherbstlichsten Form vermögen es unter diesen Voraussetzungen, über sich hinauszuwachsen.

Martin Breuer verteilt unsere Trinkgefäße.

Das Gesprächsthema zum Auftakt des Werkstattbesuchs ist schnell gefunden: Thomas Rempen erzählt aus seinem Werberleben. Immer noch legendär, obwohl lange zurückliegend: «Rempens erste Mazda-Anzeige». Thomas Rempens Agentur hatte damals frisch den Mazda-Etat gewonnen und so fuhr er, wie es sich damals noch gehörte, eben einen Mazda – und mit diesem leicht unvorschriftsmäßig mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Autobahnbaustelle. Den Bußgeldbescheid druckte er inklusive Beweisfoto mit eben jener Headline, nämlich «Rempens erste Mazda-Anzeige», doppelseitig in der W&V ab, womit er nicht nur den Lacher auf seiner Seite hatte, sondern jedem unmißverständlich zu verstehen gab, was es aus der Sicht eines Thomas Rempen bedeutet, kompromisslos Werbung zu betreiben.

Herr von Grolman bekommt es von Silvia Olp tüchtig eingeschenkt, und zwar durch eine Teekanne aus dem Hause Tassilo von Grolman Design. Tröpfchen für Tröpfchen voller Qualität.

Ein Blick durch das Küchenfenster nach draußen. Im Vordergrund drei positiv zu adjektivierende und mit einigen Lichtpunkten versehene Flaschen Olivenöl.

Ein weiteres Bildbeispiel für die Richtigkeit der These: «Vordergrund – Bild gesund». Einerseits. Eine Alternativ-Bildunterschrift wäre andererseits: «Mit subtiler aber dennoch beharrlicher Strahlkraft bereichert die Sonne den sich im Vordergrund befindlichen starken Baumast mit herrlichen Sonneneinstrahllöchern, die nur eines verkünden, nämlich daß hier gerade eine Delegation von DDC-Mitgliedern tagt.»

Diese Reimregel läßt sich im Interesse einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Bildberichterstattung variieren: «Vordergrund mit Sachen – und der Mensch (Peter Zizka) muß lachen».

Was noch niemand am Tisch so recht glauben möchte, ist die Tatsache, daß es immer hipper wird, sich in die Fingerspitzen kleine Magneten einoperieren zu lassen. Noch lachen wir und Heiner Stüber darüber, wenn aber die ersten auf diesem Wege umoperierten Rentenbeitragszahler vom nächstbesten Vollmond ohne Schutzanzug in den Kosmos gesogen werden, wird der Spaß aufhören – und der Bundestag dieses Thema ernsthaft diskutieren.

Nur allzu gerne möchte wir in Erfahrung bringen, was es mit «tasch me» auf sich hat. Etwa magnetische Fingerkuppen?

DDC-Fotografin Erika Koch in Aktion.

«Nach dem Essen sollst Du Dich bewegen – oder vorher noch ein wenig reden.» (Zitat von Winston Churchill)

Wie vorstehend.

Wendet man seinen Blick von dem Cover eines Bildbandes über Gerhard Richter um ca. 90° nach oben, so blickt man direkt durch die riesige Wohnzimmerglasscheibenfront auf ein Motiv, das von Gerhard Richter schon einmal (weniger farbig) gemalt worden sein könnte. Unser Redaktionsfotograf Andreas Baier konnte vor diesem Hinter- bzw. Vordergrund der Versuchung nicht widerstehen…

Senkt man im Anschluß daran wieder sein Haupt und widmet seine Aufmerksamkeit nunmehr einem Früchte-Ensemble, das sich direkt neben besagter Richter-Publikation angesiedelt sieht, so verbindet man mit diesem Eindruck zwangsläufig den Namen Hans Hansen – und drückt den Auslöser seiner Kamera instinktiv ein weiteres Mal.

DDC-Gründungs- und Ehrenmitglied Prof. Olaf Leu im Gespräch mit DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig über die visuelle Strahlkraft der DDC-Farbe Gelb.

Thomas Rempen zeigt uns zunächst seine Speisetiere: Gänse, Hühner, Schafe.

Ein kurzer Pfiff und schon kommen sie ans Gatter: Rempens Lämmermütter.

Verfügen über großzügig bemessene Auslauf- und Weideflächen: Rempens Coburger Fuchsschafe.

Und immer wieder erhält die DDC-Delegation Erläuterungen aus erster Hand.

Sind höchstwahrscheinlich längst verdaut: Rempens Biogänse.

Frei nach Picasso: eine Friedensgans aus dem Hause Rempen.

Die Aktivstallungen auf Hofgut Ashege: eine Außenansicht.

Die Aktivstallungen auf Hofgut Ashege: eine Innenansicht.

Hier bekommen Dressurpferde die Möglichkeit, ihre Schrittechnik zu verfeinern. Ein DDC-Delegationsmitglied ergreift spontan die Gelegenheit, sich temporär in die Rolle eines solchen Dressurpferdes zu versetzen.

Zur Zeit sind die Ställe leer, da die Pferde das gute Wetter nutzen, um auf den Feldern frische Luft zu schnappen.

Stallungen, in denen man im wahrsten Sinne des Wortes vom Fußboden essen kann.

Thomas Rempen erläutert abschließend im Kurzdurchlauf die vielen zu bewältigenden Arbeitsabschnitte, die es zu durchlaufen galt, um seinen Hof in den jetzigen Aktivzustand zu versetzen.

And finally: A Landebahn has to be created in order to ermöglich Thomas Rempens Self-Made-Apfelkuchen a proper touchdown. Eine Vorgehensweise die auch Prof. Olaf Leu voller Vorfreude nur gutheißen kann.

Und selbstredenderweise dürfen Olaf Leus «Bilanz-Bände» (rot und blau) nicht fehlen. Auf Seite 107, 2. Bilanz-Band (blau), steht im letzten Absatz: «Herb Lubalin wurde nur 63 Jahre alt, und so war es für mich eine große und tief empfundene Ehre, meinen 1969 geschriebenen Artikel jetzt als Nachruf in PRINT vorzufinden. Sehr ungewöhnlich, dafür eine deutsche Stimme zu verwenden, verständlich aber vielleicht auch unter dem Gesichtspunkt, daß amerikanische Kollegen in mir einen mit Herb Lubalin Vertrauten sahen. Jedenfalls hinterließ er die wohl wichtigste Aussage, die auch heute – und gerade heute – noch immer Bestand hat: Das menschliche Gehirn gleicht einem Warenhaus visueller Informationen, man braucht sie zur Schaffung neuer visueller Konzeptionen.»

Thomas Rempens «Gehirnwarenhaus» ist, so viel dürfte sich jedem am heutigen Tage erschlossen haben, nach wie vor in einer Weise mit visuellen Informationen vollgestopft, daß ihm die Ideen zur Schaffung neuer – nicht nur visueller sondern ganzheitlicher – Konzepte bis zum jüngsten Tage nicht ausgehen werden.

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Joseph Beuys mittels Werbung ins Mainstreamige übersetzt: «Big Fat Sound»

5 Jan

Denn sie wussten nicht, was sie tun: Auf einer SPD-Feier im Schloß Morsbroich geriet die mit Filz, Fett und Pflaster versehene «Badewanne» von Joseph Beuys zufällig in die Hände von zwei Genossinnen. Die schrubbten den versifften Zuber, bis er glänzte. Der Zorn über den Kunstfrevel traf jedoch nicht die Täter.

Der komplette Text von Johanna Lutteroth auf einestages.

P.S.: Es wundert uns ja schon schwer, daß dieser Artikel nicht umgehend von Eva Beuys per «Einstweiliger Verfügung» vom Netz genommen wurde. Was ist los? Ist sie gerade krank? Oder hat ihr Oda Jaune inzwischen den Rang abgelaufen?

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DDC: «Gute Gestaltung 12»

3 Jan

Er ist mit Abstand einer der renommiertesten Kreativwettbewerbe im Bereich Design und Gestaltung: Der DDC Wettbewerb «Gute Gestaltung 12». Der amerikanische Ausnahmekreative Chuck Porter stellte im letzten Jahr im Rahmen seiner Laudatio auf dem ADC-Kongress treffend fest: «Design aus Deutschland ist weltweit führend. Es genießt ein sehr hohes Ansehen.» Damit meinte er übrigens explizit nicht bundesdeutsche Werbeleistungen in Gänze, sondern er fokussierte auf Design.

Mitte Dezember letzten Jahres war es wieder soweit: Die begehrten Trophäen des Deutschen Designer Clubs wurden in der Frankfurter Peterskirche verliehen. Oben stehendes Filmchen berichtet davon.

Weitere Informationen hier.

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Die Twiggy-Lippenstift-Diät – und ihre Folgen

2 Jan

Lippenstift-Diät

Die Swinging Sixties waren auch die Zeit der Quiet Diets. No doubt. Die Atkins-Diät besagte: «Alles außer Kohlehydrate»; die Train-Pain-Diät regte an, einen Fuß auf ein Eisenbahngleis zu stellen und vom Zug überfahren zu lassen, um sich so effektiv vom Hungergefühl abzulenken; und die Mayonnaise-Diät erlaubte: «Alles außer Mayonnaise». Im wesentlichen funktionierte die innovative Lippenstift-Diät nach dem gleichen Verhaltensmuster, wobei in dieser Zeit geschmacksverstärkte Lippenstifte im protestantischen England zusätzlich zu verbotenen Früchten erklärt wurden. Sicher ist sicher.

Twiggy Magazine

Höhepunkt des damaligen Diätfiebers war jedoch zweifellos die Twiggy Diät. Sie empfahl, das komplette Magazin gründlich zu verspeisen und anschließend die darin enthaltenen Anweisungen präzise zu befolgen. Die Konsequenz: Maggie Thatcher, die Begründerin der Eisendiät, wurde zur Premierministerin Großbritanniens gekürt. Diäten traten nun in den Hinter- martialische Piercings aber in den Vordergrund des allgemeinen Interesses. Der Weg für den Falklandkrieg war bereitet.

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Ten Of The Greatest Guerrilla Marketing Campaigns of All-Time

21 Dec

Two experienced Marketing Gorillas analyse the advantages
of their campaign strategies – Photo by Wikipedia

This article, written by Chris Connolly, is from the July-August 2007 issue of «mental_floss magazine». It is reprinted on Neatorama with permission.

Don’t forget to feed your brain by subscribing to the magazine and visiting mental_floss‘ extremely entertaining website and blog entries!

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Smells Like Teen Spirit

14 Dec

Sponsored by «Kurt Cobain Foundation»

«(…) And I forget just why I taste
Oh yeah, I guess it makes me smile
I found it hard, it was hard to find
Oh well, what ever, never mind (…)»

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Über den vorteilhaften Gebrauch von Gummifüßen in der amerikanischen Werbung in der Zeit von 1950 bis 1960

14 Dec

Über den vorteilhaften Gebrauch von Gummifüßen in der amerikanischen Werbung in der Zeit von 1950 bis 1960 gibt es eigentlich nicht sonderlich viel zu berichten, außer daß sie außerordentlich erfolgreich war. Es war die Zeit des Nylonhemdes, des Polyestervorhangs, der Aluminiumraumfahrtkapsel mit Reiß- und Darmverschluß; es war aber auch das goldene Zeitalter des gepflegten Marmorimitatfußbodens aus feinstem Vinylgeflecht.

Darüber möchte uns obenstehende Anzeige unterrichtet halten. Echtes Parkett? Out! Echter Marmor? War noch nie in! Aber ein mit Vinylimitat bezogener Edeleisdielentisch, auf dem man getrost und steppenderweise den Kastagnetten das Fürchten beibringen konnte, das war schon was ganz anderes.

Seriöse Werbehistoriker behaupten nun sogar, belegen zu können, daß es genau diese Anzeige war, die den millionenfachen illegalen Zustrom an mexikanischen Einwanderern auslöste, weil sie ihnen zu garantieren schien, im gelobten Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihre ihnen ach so anvertraute Lebensweise weiterhin uneingeschränkt praktizieren zu können.

Ebenfalls wurde in der Vergangenheit oft postuliert, daß diese Anzeige der emotionale Wegbereiter für die Entwicklung von Gummigeschossen war, mit denen bundesdeutsche Polizisten in den 1980er Jahren des häufigeren bemüht waren, grundlos aufgebrachte Genitalien von Kernkraftgegnern zu besänftigen. Hier fehlen jedoch noch hieb- und stichfeste Beweise für die Richtigkeit dieser These.

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Nice Question

6 Dec

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Qube Konstruct: «Tic Tacs»

5 Dec

To celebrate Tic Tac’s 30 year market presence, Qube Konstruct commissioned to create an outdoor print ad showing a Tic Tac box full of sixties/seventies icons. In order for the objects to look like they were made from actual Tic Tacs, they were firstly designed in 3D and the files then sent to a 3D printer who output them as figurines made from resin. They were then photographed using seventies lighting effects.

Website: Qube Konstruct.

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DDC-Werkstatt im Hause Feine Werbung

24 Nov

Ein letzter Blick auf die sonnenuntergangsverwöhnte Fassade des großartigen Kurhauses zu Wiesbaden und schon geht es ab nach Frankfurt zu «Feine Werbung». Eine hervorragende Einstimmung.

Ein kurzer Blick ins verwackelte Bücherregal: Es ist so einer jener Momente, da begreift man erst im nachhinein, was passiert ist. Ein riesiger fast glutroter Mondball, eine sich anbahnende sternenklare Nacht – und: «Ist er nicht wundervoll?» seufzt sie. «Du solltest ihn unbedingt fotografieren!» legt sie nach. Ich hatte im Laufe der Zeit gelernt, daß es zwecklos ist, den Wunsch eines weiblichen mondanbetenden Wesens zu ignorieren. Also halte ich das Tele durch meine Armbeuge und Seitenfenster irgendwie Richtung Mond, drücke ab und stelle nach einigen Fehlversuchen befreit fest: «Ja, er ist wirklich sehr schön. Sehr malerisch. Erinnert mich irgendwie an Portugal.»

Malerisch gefüllter Salon mit sich malerisch unterhaltenden Mal- und Designspezialisten im Hause «Feine Werbung».

Prof. Olaf Leu verzichtet aus Überzeugung auf den Gebrauch moderner Laserpointer und erzielt dadurch ganz erstaunliche Effekte.

Niko Gültig checkt das Magazin-Design vergangener Jahrzehnte. Im Hintergrund: Michael Eibes.

Niko Gültig checkt immer noch das Magazin-Design vergangener Jahrzehnte. Im Hintergrund immer noch Michael Eibes.

Lisa Schulze-Oechtering (Feine Werbung) und Prof. Olaf Leu.

Konzentriertes Tischgespräch, u.a. mit Olaf Barski und Peter Zizka.

Konzentrierte und gute Tischdiskussionen zeichnen die unterschiedlichen Blickwinkel aus, von denen sie passioniert geführt werden.

Im Gespräch: Der neue Geschäftsführer von Vitra Frankfurt und DDC-Fördermitglied Heiko Stahl.

Prof. Gregor Krisztian im Gespräch mit Prof. Regina Henze (Vizepräsidentin Forschung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig).

Hans-Peter Gloatz (Foliendruckerei), Theo Schulze Oechtering, sowie ein weiterer noch zu identifizierender Gesprächspartner.

V.l.n.r.: Thomas Vetterlin (Käsecatering aus der Frankfurter Kleinmarkthalle), Claudia Ernenputsch, Till Schneider (Architekt), Jörg Kessel (GF Firma Seed- Post Production), Hermann Graf zu Stolberg-Wernigerode.

Olaf Barski klärt Michael Eibes über die Vorzüge maßgeschneiderter Notizbücher aus dem Hause Bindewerk auf, die selbst bei Übergröße bequem in jede noch so kleine Hosentasche passen – und darüber hinaus jedes noch so haptische Premiumbedürfnis zu befriedigen wissen. Im Hintergrund: Peter Zizka als «roter Salon» auf zwei Beinen.

Und nun fühlt sich der Verfasser dieser Zeilen dann doch noch irgendwie genötigt, auf das glatte Versagen unseres Redaktionsfotografen hinzuweisen. Wo sind die Bilder von unserem DDC-Fördermitglied Winter & Company? Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung besonders ungewöhnlicher Papiere sowohl für den Offset- als auch den Digitaldruck spezialisiert. Wer schon mal das Cover des DDC-Jahrbuchs «Gute Gestaltung 11» haptisch beschnuppernd in den Händen gehalten hat, der weiß wovon hier die Rede ist.

Von Arne Katzbichler und seiner Firma Bindewerk gibt es immerhin das Bild vom maßgeschneiderten Notizbuch. Wer diese Büchlein fühlen darf, der interessiert sich nicht mehr für Moleskine-Produkte.

Und last but not least, there is this crazy Bleisatz-Guy Eckehart SchumacherGebler who introduces us to his amazing and quite wunderschöne Bleisatzbücher, die mittlerweile Kultstatus bei Sammlern haben. Er ist der Gründer des Bleisatzmuseums in Leipzig, die ehemalige «Offizin Haag Drugulin» und ist auf dem Gebiet eine absoluter Kenner – und: Ein ausgezeichneter Typograph!

Als Entschuldigung für die fehlenden Bilder führt unser Redaktionsfotograf ins Feld, daß ihn die Mondfotosession auf dem Weg nach Frankfurt dann doch mehr mitgenommen habe, als man das als Außenstehender erahnen könne. Wir lassen das jetzt einfach mal so stehen…

DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes im Gespräch mit DDC-Ehrenmitglied Prof. Olaf Leu.

Ein und dieselbe Szene …

in zwei unterschiedlichen Lichtstimmungen – der visuellen Haptik wegen.

Der klassisch begehbare Partykleiderschrank. Hier ohne Weißwürstchen.

Allerdings hier sehr schmackhaft: Geröstete Weißwürste über offener Lagerfeuerromantik.

Ein prüfender Blick in den Spiegel verrät: Auch dort sieht gute Kommunikation gut aus.

Ausgelassene Stimmung bei den Nachwuchsdesignern.

Niko Gültig und Michael Eibes stellen die weltberühmte Szene aus dem Hitchcock-Klassiker «Die Frau im unverglasten Spiegel» nach, in der sich der Protagonist langsam nach vorne beugend eine ordentliche Portion Wasserglashaptik genehmigen möchte. Für die beiden Vollprofis ist diese selbstgewählte Aufgabe erwartungsgemäß schnell realisiert.

Prof. Greorg Krisztian im Arbeitskreise seiner Studenten, die derzeit in einem Projekt der DDC-Akademie arbeiten (Dozentin Lisa Schulze Oechtering). Die heutige Corporate-Design-Aufgabe: Formen Sie aus Mininegerküssen das DDC-Logo, wobei Sie im Geiste die Wortsilbe «Neger» unbedingt gegen «Schoko» ersetzen sollten. Andernfalls riskieren Sie gesellschaftliche Ächtung.

Und hier das künstlerisch leicht verfremdete Ergebnis vorstehend beschriebener Gestaltungsaufgabe.

Patricia Eibes und Oliver Wagner.

Wie schon Gertude Stein einst so schön treffend feststellte: «Ein haptisches Erlebnis ist ein haptisches Erlebnis ist ein haptisches Erlebnis.» Deshalb wurden Käse und Schinken auch standesgemäß vorwiegend mit den Händen dem Munde zugeführt – ein Umstand, der unserem Redaktionsfotografen zu vorgerückter Stunde dies durch und durch silberne Stilleben bescherte.

Redaktionsfotograf Andreas Baier,
photographiert von Michael Eibes

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United Colors Of Benetton: «UNhate»

19 Nov

Germany kisses France

North Korea kisses South Korea

China kisses USA

Die «UNhate»-Kampagne ist etwas widersprüchlich in ihrer Kommunikation – wenn man genau hinsieht – aber als eingefleischte Gutmenschen, als die wir uns selbst nicht ganz zu unrecht sehen, weisen wir selbstverständlich auf jede Aktion hin, die unter dem erhabenen Banner der guten Absicht agiert. Und daß sich gerade Benetton für diese Nummer stark macht, unterstreicht den bizarren Grundton dieser Werbemaßnahme ein zweites Mal.

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