Suppenkafka Kills The Rabbit!

6 Apr

„Heute wird es sicherlich sehr frisch werden”, sagte Max, die Kröte, und grinste wie Sybelius. Ihre blauen Augen waren zu dritt und standen, ebenso wie wir, vor dem Schloß und wußten weder ein noch aus. Larry, so hieß Max früher, schien so verschlossen wie das Schloß selbst. Die Spitzen beider gigantischer Türme folterten den kaltschwarzen Nachtwolkenhimmel bis ums Verrecken. Es regnete. Max spielte die pure Unschuld, als wir von ihm wissen wollten, wann der Prozeß beginne. „Prozeß? Welcher Prozeß? Ich weiß von nichts!” scheinheiligte er sich aus der Atmosphäre „aber wenn Ihr wollt, dann könnt Ihr mich Lola nennen”, fügte er übermütig hinzu, und streckte stolz seine netzstrumpfbehoste Froschschenkelglanzparoliprothese durch den Schlitz seines Chanel-Schlitzkleides; nebenbei bemerkt: sie wurde umgehend von einem rücksichtslosen Tanklastzugfahrer abgefahren. Es war zwecklos. Drinnen war der Raum bereits überfüllt, kein Stuhl belegt. Trotzdem. Einige Frösche tanzten Mambo. „Larry würde in Ohnmacht fallen” dachte ich so bei mir und August ergänzte: „Stimmt! Wie gut, daß sich die Kröte der Bedeutung ihrer beiden Schenkel wohl bewußt ist.” Zur Zeit war sie draußen vor der Tür, um sich noch ein wenig die Fußnägel zurecht zu schneiden.

kafkaesker_suppenknochen
Promenadenmischung Franz ist sich der Bedeutung seines Lieblingsschenkelknochens wohl bewußt und bringt ihn deshalb immer vorschriftsmäßig zur nächstgelegenen Kafkakassenfiliale, um ihn dort gegen einen Lötkolben einzutauschen. Foto: reportergimmi

Der Prozeß begann. Ehe die Anklageschrift verlesen werden konnte, gestand Larry, der für uns alle überraschend urplötzlich Franz genannt werden wollte und bereits seit vielen Stunden auf der Anklagebank saß, daß er schuldig sei und fügte hinzu „Ich bin mir der Bedeutung meiner beiden Henkel wohl bewußt.” „Das ist Larry”, dachte ich so bei mir und August fügte hinzu: „Ja, das stimmt! Und der Bedeutung seiner beiden Schnürsenkel scheint er sich wohl bewußt zu sein.” Der Tag ging zu Ende und die ersten Maiglöckchen blühten. Eine riesige Suppenschüssel wurde gebracht. Etliche, fein typographierte, Buchstaben schwammen darin herum. Hauptsächlich Garamont, Walbaum, Helvetica, Times aber auch ein Hauch Futura: „Nein, ich esse meine Suppe nicht!” Rückblickend betrachtet rettete ihn das in gewisser Weise.

—————————————————————————————

Wer also sind wir?

Dieses Meisterwerk didaktischer Kleinkunst ist in englischer Sprache gefertigt, aber wenn man weiß, das “Monkey” in deutscher Sprache “Affe” bedeutet, so dürfte es für jeden deutschsprachig Ambitionierten ein Leichtes sein, den Sinn dieses herrlichen Meisterwerks didaktischer Kleinkunst in Erfahrung zu bringen. Etwas ungeschwollener: einfach ansehen!

—————————————————————————————

Mail von Ziska: Jesustoast

jesustoast

—————————————————————————————

Kill The Rabbit!

 

Schön zu wissen, daß dieses Bugs Bunny Filmchen nun auch bei You Tube einsehbar ist. “Kill The Rabbit” auf Wagners Walkürenritt phrasiert: das ist schöne alte Schule.

via Peter Pan’s Blick in die Welt

2 Responses to “Suppenkafka Kills The Rabbit!”

  1. sv April 8, 2007 at 6:47 pm #

    *hach* ist dat schön … Bugs Bunny ist echt Klasse. Der Monkey-Film auch. Für den Jesus-Toaster hätte ich einen Abnehmer. Was wollt ich eigentlich sagen .. sinnier … ach ja, schöne Ostern 🙂

  2. hamlethamster April 8, 2007 at 9:56 pm #

    Auch Dir ein schönes Osterfest!

Comments are closed.