DOCUMENTA12- Damien Hirsts Weltfrauentag!

18 Jun

damien_hirst

Die apodiktisch-emanzipatorische Buergelmaschine sagt:
“In der multimedialen Praxis ermutigt Damien Hirst, zwischenmenschliche Beziehungen zu schaffen und Bilder gesellschaftlicher Gemeinschaft als Interpretationswissen vergessen zu machen. Bildungsmythos der konsumistischen Arbeit ‘Weltfrauentag’ ist die Unverzichtbarkeit der Integration.”

Nun aber mal Spaß beiseite: Wie lange wollen wir es eigentlich noch dulden, daß wichtige Wegputzmittel, deren Zugang ausschließlich der modernistischen Frau von heute vorbehalten bleiben sollte, immer noch bedenkenlos im öffentlichen Raum diskriminierend dargestellt, kommuniziert und letztlich auch konsumiert werden, wie dies Damien Hirst mit seiner Arbeit ‘Weltfrauentag’ auf der diesjährigen Sächsischen Katholikenwoche (einer Außenstelle der DOCUMENTA) eindrucksvoll, aber auch einfühlsam, zumindest andeutungsweise anprangernd unter Beweis stellt: Damien Hirst will uns in Versuchung führen – das allein reicht in der heutigen Zeit nicht aus, ist nichts Ungewöhnliches -, uns aber auch relativ zeitnah wieder vom Bösen erlösen, ein subtil visual, eine subtil-artikulierte Botschaft, deren widersprüchlicher (aber eben auch völkerverständigender) Kern einem erst gewahr wird, wenn man für sich selbst herausgefunden hat, wer man eigentlich ist – und: wieviel Durst man hat.

Durst, diese peinigene Selbsterfahrungsmöglichkeit, von der immer noch viel zu wenige MitchristInnen Gebrauch machen, dieser göttliche Andachtsmechanismus, dem auch Jesus Christus nicht hatte widerstehen können, und der IHN, unseren Herren Jesu Christi, einst am Kreuze hatte (ver)trocknen lassen – und zwar für uns. Durst bedeutet aber auch, die freie Entfaltung der eigenen Persöhnlichkeit zu fördern, wenn man ihn regelmäßig stillt, ihn auch mal dort zur Ruhe kommen läßt wo er gerne zur Ruhe kommen möchte; und schließlich – als belohnender Nebeneffekt sozusagen – so in den sinnlichen Genuß seiner gesamten regenerativen Schlagkraft kommt. Einerseits. Andererseits erscheint es zwingend geboten – die Ausstellungsbesucher höheren Semesters werden mir auf Grund ihrer erweiterten Lebenserfahrungswelten zustimmen müssen: muß der Durst auch mal mit britisch-hirstischer Härte rangenommen werden, er muß trainiert werden, und zwar für Olympia. Bleibt nur zu hoffen, daß die beiden Vertreter unseres Bildungsgiraffenpärchens Roger M. Buergel und Ruth n’Oack brav, artig und fleißig mittrainieren, auf daß nach Ablauf der 100 Tage nicht nur die “Documenta tot ist” (Zitat Buergel).

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5 Responses to “DOCUMENTA12- Damien Hirsts Weltfrauentag!”

  1. sv June 18, 2007 at 6:56 pm #

    Dieser Riesenkühlschrank ist ja nicht schlecht. Aber schwurbelt dieser Buergel zu allem und immer sowas daher?

  2. hamlethamster June 18, 2007 at 7:21 pm #

    Buergel ist pseudointellektueller Hardcore. Zwischen der Buergelmaschine und ihm selbst gibt es – bezogen auf das Getexte – keinen Unterschied.

  3. sv June 18, 2007 at 11:22 pm #

    Hüstel, ich hab beim ersten Lesen mal wieder den Link übersehen und dann ist `es´ eben passiert.

  4. hamlethamster June 18, 2007 at 11:46 pm #

    Habe bei Dir ja schon kommentiert wie ich die Sache sehe …

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  1. Pantoffelpunk erklärt « 63,5 mg - June 18, 2007

    […] Der Hamster ist Schuld!   […]

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