Oh güldner Herbst!

21 Oct

Ihr prangt in meinem Busen,
Sehr möcht ich mit Euch heut schmusen.
Ihr öffnet Eures Blickes Pforten,
Es fällt das Laub an allen Orten.
Ungezählte Blätterboote schweben auf der Spiegelfläche,
Ungezählte Blättertote zahlen ihre Lebenszeche.
Fegende Schauer körniger Luft,
Ertränken sie in ihrer Gruft.
Weißgefiedert, ungewürzt,
Kommt ein Gänslein angestürzt;
Und selbst mit porenreiner Weste
Wird sein Hälslein bald gekürzt.
Zerstoben tanzt die Blätterwalze
Tango, Foxtrott und auch Twist,
Welch’ ein herbstliches Gebalze:
Voller Schicksal, voller Liszt.
Der Sonnenkreis durchdringt den Dunst
Und zeichnet mit vollkommener Kunst
Dies lieblich süße Trauerspiel
Mit zart pastellenem Gefühl.
Rastlos, kalt und unermüdlich
Hastet Wind durch dieses Land.
Ich selbst find’s ganz gemütlich:
An meines Apfelstrudels Tellerrand.

Copyright © by Hamlet Hamster

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