Gordon Grecko: «Komplexe Sprachtafeln»

30 Jun

«Hommage an Willi Fleckhaus»

«Hey, Gordon! Wie würdest Du das Cover für einen Relaunch des längst in Vergessenheit geratenen FAZ-Magazins gestalten?» Das war so eine unserer Fragen an ihn. Obenstehend eine seiner Antworten an uns. Deutlich zu sehen, hier nur in grauer Outline-Andeutung, eines der Lieblingsmotive Greckos: das Fabergé-Ei.

Der deutschsprachige Ausnahmeaustralier ließ es sich nicht nehmen, exklusiv für «Hamlet Hamster’s Screenshots Magazine featuring Meerschweinchenreport» bzw. umgekehrt sein Œvre um den Zylinderzyklus Komplexe Sprachtafeln zu erweitern: Gordon Grecko lebt seit Jahren von der Außenwelt zurückgezogen in den Rocky Mountains. Im Sommer hackt er Holz, um es im Winter zu verfeuern. Diese Konsequenz wird von Besonnenheit regiert, eine Besonnenheit, die dank ihrer höheren Schulbildung ganz genau weiß, daß so ein Bandscheibenvorfall eine ziemlich unangenehme Angelegenheit ist, und so nimmt es nicht weiter wunder, daß ER es immer wieder schafft, den meinungsbildenden Teil der Öffentlichkeit mit seinen benutzerfreundlichen Designprodukten zu erfreuen: So fanden dank Greckos innovativer Farbwege während der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta mehr Sportler den Weg zu den ihnen zugedachten Imbißbuden, als auf sämtlichen vorangegangenen Spielen zusammen.

Greckos Credo: «Du mußt die Dinge
schnörkellos auf den Punkt bringen!»

Gordon Grecko ist kein Streetfighter im klassischen Sinne, er tut nur so. Es ist seine Attitüde, so wie sich andere Menschen beispielsweise die Zähne putzen (ohne es wirklich zu tun), sich die Haare schneiden lassen (ohne auch nur den geringsten Gedanken an einen tatsächlichen Friseurbesuch zu verschwenden) – und kommt dabei nicht nur unter die Räder, sondern irgendwie automatisch zu interessanten Ergebnissen, weil er sich dadurch konsequent der gesellschaftlichen Normalität verweigert. Irgendwie automatisch? Naja, wie man’s nimmt. Und ER nimmt es, wie es kommt: Es gibt Menschen, die eingeschlossen in einem Fahrstuhlschacht entweder in einem Film mitspielen, oder in pure Panik ausbrechen – oder gar beides gleichzeitig tun.

«Erfolgreiche Imagekampagne im Auftrag der Rekrutierungsstelle
der Bundeswehr. Ergebnis: Die Wehrpflicht wurde abgeschafft»

Es gibt aber auch Menschen, die damit nichts am Hut haben wollen; und besonnen nach einem Lösungsweg suchen. Gordon Grecko fühlt sich keiner der beiden soeben grob skizzierten Menschengruppen zugehörig; und das ist gut so, macht die Sache so ungemein spannend, denn seine Spontaneität fußt auf sorgfältiger Überzeugungsarbeit, deren semantischer Grundapproach ihm einst von einer hälftiglebensmilchbejahenden Literaturstudentin in L.A. zwischen Tür und Fußangel vermittelt wurde. Gordon Grecko hat mit seinen Firmen ein wahres Internetimperium errichtet, läßt sich von dressierten Marschflugmilben das Müsli immer frisch und kerngesund ans Bett bringen; jedoch gibt es keine einzige Site, keine einzige Datenbank, die ihn explizit als kreativen Kopf ausweist, denn für ihn steht traditionelle Handarbeit nach wie vor im Rampenlicht emotionaler Existenzialität. Hier meidet er die Öffentlichkeit wie der Teufel das viel zitierte Weihwasser.

Geschickte Verbindung der beiden Worte «Bahre» und «Gebaren»

Wie wir es geschafft haben, ihn zu diesem Beitrag zu überreden? Ganz einfach: Monatelanges Holzhacken in den Rocky Mountains und Seelenmassage mit diplomatischen Eselszungen, die wir mit viel Fingerspitzengefühl exakt und extra megaexklusiv für Sie, liebe Meerschweinchenreportleserinnen und Meerschweinchenreportleser, in heiße Watte und Aspik eingelegt haben. Heraus kam dabei nichts anderes als eine «Komplexe Sprachtafel» nach der anderen; selbstverständlich auch oder gerade zum Essen. Eben ganz wie Sie wünschen…

«Chicken Nuggets Make Nudity A Culinary Must»

Gordon Greckos große These im Hinblick auf übergeordnete Kommunikationserfolge in der Zukunft liegt ganz klar im Segment der non-verbalen Kommunikation beheimatet. Denn, so Grecko, je weniger sich ein Vorstandschef zu  unbefriedigenden Quartalszahlen äußert, desto geringer ist seine Chance, an Ort und Stelle gefeuert zu werden. Und: Was für die Firma gilt, das gilt auch für den privaten Bereich innerhalb der eigenen vier Wände – wie uns das dieser Bildunterschrift überstehende Schlußwerk Greckos eindeutig belegt, beweist – oder wie auch immer. Hauptsache Farbe, Hauptsache vorzüglicher Geschmack. Hauptsache alles. Hauptsache: Gordon Grecko!

Die Meerschweinchenreportredaktion wünscht seinen Leserinnen und Lesern einen segensreichen und überaus guten Appetit!

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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One Response to “Gordon Grecko: «Komplexe Sprachtafeln»”

  1. burkhard July 9, 2008 at 9:04 am #

    Grecko: Ganz großes Kino! Damit müssen wir was machen.

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