Der Plan – oder wie ich mal via Nicky eine kurze Mailkorrespondenz mit Moritz Rrr führte

30 Mar

Der Plan | Moritz Rrr – Pyrolator – Frank Fenstermacher

Photo via: gnogongo

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Es war so die Zeit, da gab es im deutschsprachigen Internet vielleicht so zwei- bis dreitausend Websites und ein «Hyperlink» – von der eigenen Heimseite aus in die weite Welt führend – war für gut informierte Internetnutzer so hip und hype wie für den Reihenhäuschenbesitzer der Mercedesstern auf der eigenen und gutgeputzten Motorhaube.

Es war auch die Zeit, da hatten wir mit der «Abenteuerlichen Designagentur» ziemlich viel Spaß und Freude; zwei elementare Dinge, über die ich hier bereits ausführlich berichtete und sie bedichtete.

Wir unterrichteten uns gegenseitig. Nicky mich über Indipendentmusik und Techno, ich ihn in Fotografie und wie man einem völlig unbekannten Mitmenschen am besten einen Electrolux-Staubsauger aufs Auge drückt. Weitestgehend textstark waren wir beide. So fragte er mich eines Tages mal wieder zeitlich so irgendwo zwischen Harald-Schmidt-Show und Harald-Schmidt-Show: «Kennst Du eigentlich Moritz Rrr? Das ist ein richtig Kranker!», worauf ich verneinte. So suchte er aus seiner Plattenkiste das Der-Plan-Album «Live at the Tiki Ballroom» raus und spielte mir «Woodway» oder «You’re on the woodway» oder «You’re on the woodway of love» oder «Woodway of love» vor. Da sich mein persönliches Der-Plan-Album gerade zusammen mit anderen persönlichen Der-Plan-Alben, die sich ebenfalls zusammen mit allen anderen persönlichen Musiktonträgern jeglicher Gestalt und Struktur in finalendzwischengelagerten Umzugskartons befinden, habe ich derzeit keinen persönlichen Zugriff auf sie. Auch keinen megapersönlichen. Ich muß mich also bequem auf die Angaben im Netz verlassen. Und bevor wir uns weiterunterhalten: Bitte die downloadbare Datei des Stückes Woodway of Love bei Amazon kaufen und anhören. Danach unterhalten wir uns weiter.

«The Meaning Of Love» | Depeche Mode – gestaltet von Moritz Rrr

«Woodway of love» gehört? Schön daneben, nicht? Jedenfalls dachte ich mir, daß es doch ganz nett wäre, Moritz Rrr mit meinen flashlight paintings bekannt zu machen. Von AGFA wurden sie damals auf der Firmenwebsite präsentiert und via Nickys Emailadresse schickte ich ihm eine Nachricht mit Link. Zwei Tage später sein Anruf: «Du hast Email.» Moritz Rrr hatte sich eines meiner Bilder von der AGFA-Site gezogen und es selbst um ein Glasauge und eine zerbrochene Brille ergänzt. Darüber freute ich mich sehr. Hier ist das gute Stück:

Weitere gestalterische Arbeiten von Moritz Rrr gibt es hier, hier und hier.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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