Hommage an Sigmund Freud mit einer Ballade an eine Spätromantikerin mit gelegentlicher Todessehnsucht

29 May

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flashlight painting by Andreas Baier

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Liebe Barbie!

Natürlich kannst mit Arsen Du Dich verköstigen,
Oder auch vom Balkon Dich stürzen.
Natürlich kannst mit Tragödien Du Dich belustigen,
Oder mit Pfeffer Deinen Goldfisch würzen.
Natürlich kannst eine Schlange an Deine Brust Dir legen,
Oder Dir die selbstgegossene Kugel geben.
Natürlich kannst Du Dir Deinen eignen Richtblock sägen,
Oder auch am Galgen nach mehr Länge streben.

Natürlich kannst Du Dich auch noch erstechen,
Oder um die letzte Mahlzeit bitten.
Natürlich kannst Du auch den Schirlingsbecher zechen,
Nur: In dieser Zeit die falschen Sitten.
Heute kann man nämlich auch beim Fensterputzen
Den lang erhofften Abflug schaffen.
Oder auch beim pflichtbewußten Rosenstutzen
Mittels Schere sein entstelltes Antlitz straffen.

Natürlich kannst Du auch das Gas entfachen,
Oder mit Kohlenmonoxid ins Jenseits dösen.
Natürlich kannst Du auch Freund Freud belachen,
Oder in der Wanne Dein Ehrenwort einlösen.
Sollte jedoch plötzlich Dir all‘ dies‘ nicht mehr behagen,
Weil der Tod Dir zu oft, zu ordinär geworden,
Dann geh‘ Dich mit Dir selbst vertragen:
Streiche die Aktion und laß‘ das Morden.

Denn natürlich magst auch Du der Wälder bunter Blätterreigen.
Denn natürlich magst auch Du nachts auf nasse Dächer steigen.
Denn natürlich magst auch Du auf den Brettern Dich verneigen,
Um es Dir und mir und allen anderen zu zeigen!

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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