Über die Bedeutung und den Gebrauch des Wortes «Genuß»

10 Jul

Keegan Gibbs

Foto via RVCA

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Mit breitem Grinsen, blauem Kragen
Geschieht der Magermilch, was ihr bestimmt.
Wer will wissen, wer was wagen
sollte: Das ist der, der sich besinnt, der sich besinnt.

«Besinnung ist die Schwester des Genusses!» –
Das denken alle Hedonisten.
«Doch ist dies Wort der Bruder jeden Stusses!» –
Wissen Ränke und Getränkekisten.

Auf den Pisten der Erfahrung
Klebt das Wesen des Erfindens.
Mit Genuß ist alles Nahrung:
Auch der Vorgang des Entbindens.

Und fährt ein Zug durch unsere Schädel,
so heißt es gleich: «Oh spür’ wie wild! Ich fühl’ mich edel!»
Und fährt ein Zug durch unsere Schädel,
so heißt es gleich: «Ich bin ein Bild! Ich häng’ im Städel!»

Dieser Anspruch und in dieser Höhe
Scheint etwas wohl vermessen,
Denn bei Licht bertrachtet sind es Flöhe,
Die nur vom Billigsten sich speisen. Essen.

Wir genießen, genießen, genießen den Genuß,
Wir sprießen, sprießen, sprießen voller Lust,
Der entsandte Omnibus samt Rettungskuß
Sei uns ebenfalls ein Hochgenuß!

Alles wird genossen:
Vom Hirnschlag bis zum Joghurt light
In Gänze und ganz unverdrossen.
Genuß bedeutet Heiterkeit.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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