Kirsty Mitchells: «Wonderland Pictures»

6 Jun

Kirsty Mitchells: «Wonderland Pictures»

Langsam aber sicher zeichnet sich dann doch endlich jener Trend im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ab, der die Versöhnung zwischen dem unerklärlich Weichgezeichneten einerseits und der harten Realität eines Antoine de Saint-Exupérys auf dem Weg zu seinem unvermeidlichen Abschuß beispielsweise andererseits vollzieht. Daß mir ja keine herabstürzenden Wrackteile mein sorgfältig gehegtes Haupt zerrupfen, mag die Dame mit dem besorgten Gesichtsausdruck im Geiste vor sich hin murmel…

Es war aber auch langsam an der Zeit. Wirklich? Naja, wie man es nimmt. Normalerweise aber schon. Kirsty Mitchells ist eine außergewöhnliche Fotografin mit einem außergewöhnlichen Sinn für Poesie und Farbkombinationen. Wäre sie etwas früher geboren worden (sind wir mal großzügig und sagen: Anfang des 18. Jahrhunderts), hätte es damals schon erfolgreich durchgeführte Geschlechtsumwandlungen gegeben; und hätte man damals schon das Realitätsbezogene im Reiche der Dualität des Paradoxen leidenschaftlich diskutiert und geglaubt, die sich hieraus ergebenen Konsequenzen in realiter auch schon ganz bewußt und ökoideologisch korrekt erlebt zu haben, so wäre die Fotokünstlerin sicherlich sowohl als Sir Isaac Newton als auch als Johann Wolfgang von Goethe in Personalunion geboren worden. Von Helmut Newton mal abgesehen.

Zwei so begnadete Streithähne, die sich nicht auf eine einheitliche Farbenlehre hatten verständigen können, wohnen nun vereint in der Brust einer poesiebetonten Fotoschöpferin, bei deren Werksbesichtigung wir uns nur eines fragen: «Wie viele Octopusse haben für die Erstellung des hier gegenständlichen Sonnenschirms eigentlich ihr Leben lassen müssen?» Die frappierenste von Kirsty Mitchells’ Arbeiten ausgehende Botschaft ist jedoch: Gehe ins Museum. Begibt Dich direkt dorthin. Und lasse, auch wenn’s schwer fällt, die Bilder alle an der Wand hängen.

Website Kirsty Mitchells
via: Trendland

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