Peter Zizka: «Apokalypse Now»

21 Dec

Peter Zizka: «Schlagende Verbindung»

Der großartigen Redaktion von hr2 – Der Tag ist es zu verdanken, daß sie mit ihrer gestrigen Sendung «Von 8 bis 88 – Familie ist immer und überall» (Download hier) im Begleittext genau das artikulierte, was die oben abgebildete Arbeit des Künstlers Peter Zizka unserer Ansicht nach darstellt: «Was gibt es schöneres als an Heiligabend mit der lieben Familie um den Weihnachtsbaum zu sitzen? In Ruhe zusammen essen und trinken, sich an den Geschenken freuen, von früher erzählen. Und was gibt es schrecklicheres als mit der zerstrittenen Familie um den Weihnachtsbaum sitzen zu müssen?»

Der Künstler Peter Zizka verschmelzt die beiden Aspekte weihnachtliche Besinnlichkeit und häusliche Gewalt zu einer einzigen Arbeit. Reduzierter, komprimierter und treffender läßt es sich eigentlich nicht mehr auf den viel zitierten Punkt bringen. Er selbst schreibt dazu – um einiges diplomatischer formuliert: «Weihnachts- und Jahresmailings gehören zu den redundanten grafischen Aufgaben und zahlen nicht selten auf das prall gefüllte Konto allgemeiner Feierlichkeit ein. Am Jahreswechsel liegt es aber in der Natur der Dinge und des Thermometerstands, entschleunigt über das Vergangene nachzudenken. Eine gute Gelegenheit für ungewöhnliche Kommentare, die zwischen Kritik und Perspektive changieren und sich dem Trend der webbasierten Entmaterialisierung entgegenstellen.»

Und wie man sich eine finale Entmaterialisierung nicht nur webbasiert sondern weltweit und ganz in echt vorzustellen hat, davon gibt uns Zizkas Wandteller eine unmißverständliche Idee:

Peter Zizka: «Wandteller»

Schon lange wollten wir über diese Arbeiten Peter Zizkas berichten, allerdings waren wir uns auch stets darüber im Klaren, daß der Zeitpunkt für eine Veröffentlichung sorgfältig gewählt sein will. Vor diesem thematischen Hintergrund erschien uns kein Termin passender als der heutige 21. 12. 2012: Eine weihnachtsnahe VÖ mit finalem und mayaeskem Apokalypsecharakter. Was will man mehr?

Doch was ist mit der Hoffnung, die in einem hinreichend schwachsinnigen Lebenssinnspruch angeblich «immer zuletzt stirbt»? Auch hier weiß Peter Zizka mit einem seiner Weihnachtsmailings Rat:

Peter Zizka: «Lichtlein»

«Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.» Peter Zizka schreibt: «Weihnachten 2003 konnten wir die Firma Koziol dafür gewinnen, einen alten Sinnspruch in einer limitierten Sonderauflage aus nachleuchtendem Kunststoff zu fertigen. Materialität und Inhalt des Spruches ergänzen einander in idealer Weise.»

Über Peter Zizka und sein Projekt «Symbiosis», mit dem er den sogenannten Small Arms auf künstlerischer Ebene den Kampf angesagt hat, berichteten wir bereits hier ausführlich.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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