Sebastian Horsley: «The Radical Gardener»

24 Dec

Dem verhaltensauffälligen Künstler Sebastian Horsley ward an den Iden des März 2008 am Flughafen Newark die Einreise aus Großbritannien verweigert. Die gut begründete Begründung: «Moralische Verkommenheit». Beim Finger-Scannen traten zwei nach allen Seiten hin gleichermaßen unvoreingenommen akribisch ermittelnde Grenzbeamte an seine Seite und baten ihn in einen dunkel- bis hellmausgrau gestrichenen Nebenraum. Und dort ging es dann inhaltlich heftig zur Sache: Er mußte acht Stunden lang bei Keksen und Tee Fragen beantworten: Ob er schon einmal verhaftet worden sei? Wie er zu Drogen stünde? Und vor allem: Wie sein Verhältnis zu Kate Moss sei. Kate Moss? Na klar, die bekannte Kokain-Sünderin. Ach so.

Der weltbekannte Dandy in der Unterwelt von eigenen sowie Gottes Gnaden attestierte sich selbst ausgezeichnete Gesellschaft, was es ihm nun ermöglichte, den Beamten von der amerikanischen Einwanderungsbehörde bereitwillig einen tiefen Einblick in seine gelegentlichen Abweichungen von dem was ein durchschnittlicher Otto Normalverbraucher als geradlinige Lebensführung bezeichnen würde, zu gewähren. Nur bei Kate Moss konnte er nicht behilflich sein, da sie ihm persönlich gänzlich unbekannt war. Doch weder seine britisch höfliche noch seine sachlich offene Abgeklärtheit half ihm da weiter. Stante pede mußte der Held unseres heutigen kleinen Blogbeitrags die Rückreise ins Vereinigte Königreich antreten.

Am 17. Juni 2010 fand man den 47-jährigen leblos in seinen Gemächern im Londoner Stadtteil Soho mit Überdosen der beiden Rauschgiftsubstanzen Heroin und Kokain in seinem Blutkreislauf auf. Unter den vierhundert Trauergästen in St. James’s Church waren u.a. auch Stephen Fry, Marc Almond und Will Self.

Zwischen den beiden vorstehend genannten Daten hatten die beiden Herren Sebastian Horsley und Hermann Vaske glücklicherweise noch genügend Zeit, das oben eingebettete und hinreichend unfaßliche Gespräch zu führen. Es ist einer von mehreren Trailern, die die Ausstrahlung des Vaske-Films «The Radical Gardener» auf arte bewarben.

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