Ross Phillips: «Panta Rhei»

30 Apr

Animation by Ross Phillips

Von Heraklits Werk sind lediglich einige Fragmente erhalten, von denen drei Zitate die Lehre vom Fluß aller Dinge begründen und die für ebenso lange Zeit inhaltlich nicht klar verifizierbar erschienen, bis sich Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann der Sache professionell annäherten, was Ende der 1960er Jahre de facto zu einer zwanghaften Antisemitiisierung innerhalb der damaligen linken Szene führte, die sich folgerichtig und per Dekret bei ihren Brandanschlägen auf ein jüdisches Gemeindezentrum in der Münchner Reichenbachstrasse, bei denen mehrere Todesopfer zu beklagen waren, sowie einem Bombenanschlag auf ein Flugzeug der Swiss Air, bei dem alle Insassen an Bord ums Leben kamen, von fair-gehandeltem Kaffee wachzuhalten hatte. Durch ihn erfuhren sie möglicherweise:

«Wer in dieselbe braune Brühe steigt, dem fließt andere und wieder andere braune Brühe zu.»

«Wir steigen in dieselbe braune Brühe und doch nicht in dieselbe, wir sind es und wir sind es nicht.»

«Man kann nicht zweimal in dieselbe braune Brühe steigen.»

Weshalb sie inzwischen grün ist. Klar, daß vorstehende Sinn- und Deutungssprüche für eingefleischte Vegetarier ein bißchen schwer zu verstehen sind, was sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart zu Irrungen und Verwirrungen der X-tra-Klasse führte und führt: Ideologisch Linksausgerichtete, die ihre kollektive Existenz im wesentlichen der Frage an ihre Eltern-Generation «Was habt Ihr im Dritten Reich getan?» zu verdanken haben, sich damit ursprünglich dem Antisemitismus also klar entgegengestellten, mutierten innerhalb kürzester Zeit selbst zu glühenden Antisemiten – und taten genau das, was ihre Vorgänger-Nazi-Generation bereits tat: Sie betrieben Volksverhetzung und ermordeten Juden. Wie chronisch mangelernährt muß ein Gehirn eigentlich sein, um das hinzukriegen? Dieter Kunzelmann, einer der damaligen Attentäter, rechtfertigte diese Tat übrigens damit, daß man den Deutschen den «Judenknax nehmen müsse».

Weil die RAF nicht zuletzt dank Helmut Schmidt restlos gescheitert ist, sich jedoch das urdeutsche Kraftgen Marke «Am deutschen Wesen mag die Welt genesen» nicht so leicht unterbuttern läßt, schlüpfte es zur Tarnung in die Hülle des ökologischen Gesamtweltgewissens – und versucht seitdem durch mit seltsamen Methoden erstellte Klimaberichte und -bilanzen nicht ganz unerfolgreich die Weltbevölkerung dahingehend zu nötigen, jene schwachsinnig anmutende Lebensweisen anzunehmen, die sich unsere ausgemergelten Veganerköpfchen in einem von ideologischer Inzucht geprägtem Klima zurechtgezimmert haben. Eines der vielen Symptome dieser inzwischen weltweit grassierenden Gewissenskrankheit ist beispielsweise der Rauswurf eines vierjährigen Kindes aus dem Kindergarten, weil ihm seine Eltern ein paar schmackhafte Butterkekse in die Brotdose packten. Hierbei spielte sicherlich nicht nur die von der Kindergartenleitung eingeforderte «Zuckerarmut» eine Rolle…

Die französische Filmschauspielerin Brigitte Bardot forderte nur wegen der schlechten Ökobilanz von Gaskammern nicht, sie für Fleischesser zu errichten. Hier empfahl sie die Verwendung von Bolzenschußanlagen. Und da sage noch einer, eine konsequente fleischlose Ernährung sei ungesund. Auch Hitler – und somit zwangsweise ebenso der Rest der Welt – profitierte zwischen 1933 und 1945 von ihren «unschlagbaren Vorzügen».

Und weil sich das Projekt «Weltweite Etablierung einer Ökodiktatur nach deutschen Prizipien» so prima entwickelt, haben Leute wie Renate Künast oder Claudia Roth nicht die geringsten Probleme, eine alte Gewohnheit wieder aufleben zu lassen, nämlich in aller Öffentlichkeit mit palästinänsischen Terrororganisationen zu sympathisieren. Schließlich sind wir wieder wer, n’est-ce pas?

So befruchten sich intellektuelle Hinterbänkler, eine erlauchte Gruppe der eben auch ein orientierungsloser Jakob Augstein angehört, eifrig gegenseitig, was zu einer schleichenden Wiedererstarkung des Antisemitismus in unserer Gesellschaft führt. Ihre Hauptthese: «Man darf ja gegen Juden heute nichts sagen».

Wer sich allumfassend zu diesem Thema informiere möchte, dem sei der kluge Aufsatz von Stefan Gärtner über Jakob Augstein «Wer Juden haßt, bestimme ich» ans Herz gelegt.

Titelbildanimation von Ross Phillips.

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