Reisgesicht

4 Jul

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So schlafend schön am Frühstückstische
Begieße ich Dein Reisgesicht.
Ein Teller als bequeme Pritsche:
Ketchup sei Dein Gleichgewicht.

Unter Deiner zarten Omelettedecke
Schläft’s sich feiner als im Garten.
Doch wart’ bis ich die Zähne blecke,
Dann hast Du leider schlechte Karten.

Was ist, wenn ich Dich Bärchen wecke?
Im Angesicht dies’ Schweißgedicht’
Bringe ich Dich um die Ecke –
Und genieße dann Dein Reisgesicht.

Beim Essen heißt es «Fleiß ist Pflicht»:
Wie früher in der Komm-Nett-Ecke.
So verzehre ich Dein Reisgesicht
Mitsamt der zarten Omelettedecke.

Später dann beim Konfi-Meeting:
In meinen Magenwänden
Kriechst Du hoch zum «Second-Eating»:
Willst die Story doch noch wenden.

Du rülpst und röhrst und sagst nur: «Knut!»
Und sprichst genervt vom Klimawandel.
Doch ich weiß, was Dir gut tut –
So akzeptierst Du meinen Handel:

Kälte ist der Menschheit Feind,
Es muß heißen: «Heiß in Sicht!»
Kein Frieren, Hungern – niemand weint:
Nicht mal Du, mein Reisgesicht.

Alles fließt, ist in Bewegung,
Alles kaut – und auch verdaut.
«Klimawandel» heißt «Erregung»
für den, der an den Nägeln kaut.

Beim Knabbern heißt es «Fleiß ist Pflicht»:
Wie früher in der Komm-Nett-Ecke.
So erschlabber’ ich Dein Reisgesicht
Mitsamt der zarten Omelettedecke.

Doch warum ist man auf Eis erpicht?
Schmeckt es hehr? So sag’ ich: «Grüß es!»
Und zu Dir, mein sweetes Reisgesicht:
«Träum was Süßes!»

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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