Archive | Buchmesse RSS feed for this section

Stefan Moses: «Max Frisch»

13 Feb

Click to enlarge literately

Wenn man sich dieses Max-Frisch-Portrait von Stefan Moses so in aller Ruhe betrachtet, dann fällt einem auf, daß die Zeit, da es immer diese herrlichen, in der Kupfertiefdruckbeilage der FAZ veröffentlichten und mitunter in intimer Atmosphäre entstandenen Schwarzweiß-Portraits zu betrachten gab, leider längst vorbei ist. Schnüff!

Und es drängt sich zwangsläufig die Frage auf: «Wie haben die Jungs das damals eigentlich ohne Computer hingekriegt?»

Wikipedia über Stefan Moses.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Friedrich Dürrenmatt: «Je genauer man plant, desto härter trifft einen das Schciksal»

31 Dec

Sicherlich nehmen Sie sich und nehmt Ihr Euch für das kommende Jahr mal wieder im Rahmen eines überflüssigen Sylvesterbesäufnisses so allerlei Blödsinniges vor: Mit dem Rauchen aufhören (der Gesundheit huldigend); jeten Morken 1o0 Liekestüsse apsolfieren (eigene Hör- und Schreipleistungen verbessern); mehr fairgehandelten Kaffee trinken (Klimawandel); das Schlüsselbund salzen, pfeffern und erfolgreich verspeisen (adäquates Wertstoffverhalten). All denen, die jedoch mit ihren tollkühnen Vorhaben bereits nach wenigen Tagen kläglich scheitern sollten, sei der rubrizierte Sinnspruch Friedrich Dürrenmatts ans Herztor genagelt, dies nur, damit sie wissen, nicht gänzlich allein in ihrem Unglück baden zu müssen. Allen anderen sei hingegen nachfolgend kurz vorgestellte Biografie empfohlen.

Die erste große Biographie über Friedrich Dürrenmatt – vom Pfarrerssohn aus dem Emmental zum Autor von Weltruhm und mit Millionenauflagen, glänzend und packend geschrieben von Peter Rüedi, einem der ausgewiesensten Dürrenmatt-Kenner.

Erschienen ist sie Ende Oktober 2011 im Diogenes Verlag und kostet im Rahmen einer unverbindlichen Preisempfehlung in der Hardcover-Leinen-Ausgabe derzeit EURO 28,90.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Marktfrisch: «Das Kochbuch zum Wiesbadener Wochenmarkt»

28 Dec

Das Wiesbadener Wochenmarkt-Kochbuch von Nicola Böhme

Was gibt es schöneres als einen ergiebigen Spaziergang über den Wiesbadener Wochenmarkt, um nach aromatischen Preiselbeeren, schmackhaften Birnen und saftigem Rotkraut für das kurz zuvor im Kurpark frisch und eigenhändig geschossene Wildschwein zu suchen? Gibt es da noch etwas? Ja, da gibt es noch etwas: Das Kochbuch Marktfrisch von Nicola Böhme aus dem renomierten Tre Torri Verlag.

Der Wiesbadener Wochenmarkt belebt jeden Mittwoch und Samstag von 7 bis 14 Uhr das Dern’sche Gelände im Herzen der Stadt. Er ist fester Bestandteil der Landeshauptstadt, genauso wie beispielsweise das Kurhaus, die russisch-orthodoxe Kapelle, der Kochbrunnen, die Marktkirche, das Opelbad oder die Betriebskantine des Statistischen Bundesamtes, das architektonisch mit einem lupenreinen 1950er-Jahre-Bauhaus-Look aufwarten kann – und in der das tägliche Arbeitsleben exakt soo wie zur damaligen Zeit abläuft. Ein lebendiges Museum ohne Bildungsauftrag, sozusagen.

Doch zurück zum Kochbuch Marktfrisch: Es präsentiert rund 100 einfache, bewährte und schmackhafte Rezepte, die die Lust wecken, Fülle, Vielfalt und Marktfrische auf dem eigenen Herd vermehrt verarbeiten zu wollen. Nicola Böhme, Kolumnistin des Wiesbadener Kuriers, porträtiert zweiundzwanzig nach Jahreszeiten sortierte Marktprodukte: Von frischen Kräutern, über Pilze, Eier, Fleisch bis hin zu zahlreichen Obst- und Gemüsesorten. Die Produktportraits und Rezepte werden durch hilfreiche Tips, Tricks und Anekdoten der hiesigen Marktbeschicker ergänzt.

Aber auch nachts, wenn der Wochenmarkt längst wieder eingepackt und abtransportiert ist, spielt marktfrisches «Gemüse» vor der Kulisse der Wiesbadener Marktkirche abermals eine große Rolle, wenngleich es mehr von pyrotechnischer Natur ist.

Die Idee zu dem Buch entstand, als die Autorin Nicola Böhme erfuhr, daß Leserinnen und Leser mit ihren Rezept-Kolumnen an den Marktplatz-Ständen vorstellig wurden, um die entsprechenden Kochzutaten einzukaufen. Hier ist eine so-called sneak preview in das Kochbuch möglich.

Marktfrisch erscheint in der Reihe «Hausgemacht» aus dem Wiesbadener Tre Torri Verlag und kann für 19,90 Euro in der Tourist-Information am Marktplatz oder ganz bequem im Online-Shop auf wiesbaden.de erworben werden.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Terry Richardson: «Dennis Hopper»

20 Dec

Click to enlarge fully smokedly

***

Well, is there anything left to say about Terry Richardson? Certainly, and Lady Gaga is so kind to do this for us:

Terry Richardson’s book about Lady Gaga can be purchased on Amazon, for example.

***
Sensitive topic. Therefore comments off.
***

Greser, Lenz, Gsella: «Viecher in Versen»

14 Dec

Click to enlarge animally

Zitat: «Von jeher mögen Reimgedicht und Zeichnung sich gut leiden. Und wie bei Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz, bei Robert Gernhardt und F.W Bernstein oder dem Duo Harry Rowohlt / Rudi Hurzlmeier gehen beide Künste auch in diesem mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2011 geschmückten Buch mit Freude aufeinander los.»

Weiter auf der Website von Thomas Gsella. Ab heute (22. Oktober 2012) in jedem besseren Buchladen: «Viecher in Versen», das neue Hammerwerk von Greser&Lenz und Dr. Thomas Gsella. 240 Seiten voller komischer Tierbilder und eins a Superlyrik.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

F L Fowler: «Fifty Shades Of Chicken»

25 Nov

Now and finally, the sado-maso-or-whatsoever-book has got its proper satire, and is – as we might suggest – a useful cookbook as well: Fifty Shades Of Chicken. What this is all about? Just take a deep breath and look into this highly entertaining and most viral promotion film(chen):

Interested? All you need to do is to pay Fifty Shades of Chicken a visit. Well, we hope that the recipes of the fifty chicken dishes have not been created for masochists only … ’cause one of them, you know, is called Mustard-Spanked Chicken. This should tell us something.

***
Sensitive topic. Therefore comments off.
***

DDC-Werkstatt: «GRID – Zeitschrift für Gestaltung»

29 Oct

Click to enlarge gridly

Endlich ab 06. November im gut sortierten Fach- und Bahnhofsbuchhandel erhältlich: Das neue, zweimonatliche erscheinende Fachmagazin für Grafik- und Industriedesigner namens GRID. Chefredakteur Gerrit Terstiege verschlang Nespresso-Tässchen um Nespresso-Tässchen, verbrachte Nacht um Nacht in seinem Designergestühl, diskutierte mit seinem Editorial-Gestalter Mario Lombardo hin, diskutierte mit seinem Editorial-Gestalter Mario Lombardo her, so lange bis endlich alles klar, eingetütet und in trockenen Tüchern war: The first issue is about to be introduced to the rest of the world. Und zwar in der ersten November-Hälfte dieses Jahres im Hause der Peter Schmidt Group.

Den anspruchsvollen Leser mit übergeordnenten Schulabschlüssen im Lebenslauf erwartet u.a. ein Making-of-Beitrag über den genial einfachen Stapelstuhl der Bouroullecs für die Universität Kopenhagen; ein umfangreiches Porträt der New Yorker Grafikerin Jessica Walsh, der neuen Geschäftspartnerin von Stefan Sagmeister; ein kritischer Essay des renommierten Designtheoretikers Gui Bonsiepe; ein pointierter Text von Erik Spiekermann zum Thema Agenturgründungen sowie ein Interview zur neuen Ausrichtung des Braun-Designteams mit Chefdesigner Oliver Grabes. Und – natürlich – vieles mehr.

Der Deutsche Designer Club (DDC) freut sich, die neue Fachzeitschrift für Grafik- und Produktdesign im Rahmen einer DDC Werkstatt vorstellen zu können. GRID-Chefredakteur Gerrit Terstiege wird einen Einblick in die Entstehung und Konzeption (wie vorstehend beschrieben) gewähren und mit Braun-Chefdesigner Prof. Oliver Grabes über moderne Markenführung und das Medienverhalten von Designern sprechen.

via GRID.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

63,75: «Wiesbaden»

29 Oct

Click to enlarge roaringly

Wer schon einmal das Glück hatte, eine Ausgabe dieses sagenhaften und mittlerweile eigentlich schon als, ähm räusper, legendär zu bezeichnenden «Heimatmagazin» über Wiesbaden aus dem Hause Stijlroyal in den Händen zu halten – und zudem der in jeder Ausgabe zelebrierten Zubereitungsvariante für Rippchen mit Kraut gewahr wurde, der wird die Assoziation, daß es sich bei besagtem Titel- und Wiesbadener Wappentier um nichts anderes als um eine hinreichend bißfeste Dareichungsform besagter Rezeptur handelt, problemlos nachvollziehen können: Löwenrippchen mit Krautmähne an frischer Wiesbadener Gesundluft.

Sollten jedoch immer noch Fragen zu der geistigen Beschaffenheit der Redaktionsoffiziere im Hause Stijlroyal bestehen, so mag man sich diese Ausgabe des Heimatmagazin in Gänze zu Gemüte führen.

Nun ist die Truppe um Huck Haas ein ordentliches Stück vorangegangen. Wir zitieren aus dem Pressetext: «Mit 63,75 veröffentlicht die Wiesbadener Design- und Werbeagentur Stijlroyal am Freitag, 2. November, ihr erstes Buch. Die Herausgeber und Geschäftsführer, Joerg «Huck» Haas und Bernd Ringsdorf, huldigen, was Römer und der Kaiser liebten, Mainzer verabscheuen und Dostojewski ruinierte: Wiesbaden. Die zu Unrecht als spießig und langweilig verschriene Kur- und Beamtenstadt kommt in diesem Buch um einiges besser weg und legt ihr Langweiler-Image ab. Hat sie doch mehr zu bieten als ihr Ruf vermuten lässt. Wiesbaden ist aufregend und geheimnisvoll. Haas lebte viele Jahre als Designer in Berlin. Zu Gunsten seiner alten Heimat hat er der hippen Weltmetropole den Rücken gekehrt. Aus gutem Grund, was die Herausgeber mit 63,75 beweisen wollen.

63 Autoren haben über 75 Plätze fantasiert, die ihnen etwa so fremd sind, wie den Massai das Essen von Gemüse. Denn der Clou ist, so gut wie alle Autoren waren noch nie in Wiesbaden, sie haben nur Bilder gesehen und kommen dabei zu überraschenden Erkenntnissen.»

63,75 wird 2. November der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab dann wird das Werk in Buchläden und auf Amazon zum Preis von 39,90 Euro angeboten.

*

Titel: 63,75 – Pfiffige Sichtweisen auf eine im Grunde ihres Herzens liebenswerte Stadt; Autor/Herausgeber: Stijlroyal, Wiesbaden; ISBN: 978- 3000397134; Preis 39,90; ein paar Seiten Voransicht.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Greenhouse: «The Weekend Has Just Landed»

14 Oct

Björn and Benny are back from outer-space in order to save the world.

Do you remember Björn and Benny from the legendary pop-group ABBA? After spending some glorious time-out in outer space they now returned as marsian monks to provide us with the luxurious advantage of getting in touch with their new album ARRIVAL which is nothing but a perfectly carried out musical re-design of their former album ARRIVAL featuring a helicopter and all four band members on the cover. Do you remember?

The time when ABBA saved our childhood.

Do you remember chalk hearts melting on a playground wall? Do you remember dawn escapes from moon washed college halls? Do you remember the cherry blossom in the market square? Do you remember I thought it was confetti in our hair? Ehm, sorry: wrong chapter.

Do you remember how the original album started with the track When I kissed the teacher? They changed the title into When I kissed the preacher. The rest of the lyrics, however, remained originally. Due to the fact that since their separation from each other Björn and Benny are now forced to do their home cleanings without any female support; a circumstance that influenced their style of musical arrangements: less high hats, more bass drums. It’s so disturbing but so effective as well, isn’t it?

In addition, to them, everything in general and in public’s mind seem to be based on topics such as climate change and the rescue of the world’s most important tree hugger number one: the poor, poor polar bear. Consequently, they re-formed themselves, new branded as Greenhouse – with greater success if we are willing to take a fantastic look at the charts:

Björn’s and Benny’s tremendous chart success as Greenhouse

Almost every radio and tv channel all over the planet put Greenhouse on their list of heavily rotating music tracks and clips. This is what Björn and Benny call The never ending greenhouse effect. So, the force may be with them. For the rest of all times.

***
Sensitive topic. Therefore comments off.
***

Andreas Baier: «Just For Fun»

10 Sep

Andreas Baier: «Just For Fun»

Unser Redaktionsfotograf ist einmal mehr in die Tiefen seiner Festplatten hinabgestiegen und mit jeder Menge Vintagekrempel zurück ans Tageslicht gekehrt. Herausgekommen ist dabei sein neues Jumbobildermäppchen, das komplexer und zugleich einfacher nicht sein könnte. Wir sind – und können es anders nicht sagen – ganz hingerissen, ganz hin und weg, ganz aus dem Häuschen, kurz: Wir sind ganzhinundausdemhäuschenweggerissen. Genau!

Das aktuelle Digital Lookbook Just For Fun enthält eine bunte Mischung von Aufnahmen aus den letzten zwanzig Jahren und stellt eine gesunde und vitaminreiche Akquiseallzweckwaffe dar, die sich für so ziemlich jeden Job empfiehlt – nur nicht für Akt- und eine besonders perfide Form von affektierter Modefotografie.

Allerdings wäre es und ist es auch, nämlich ein prima Premium-Coffee-Table-Book, das sich zwischen einem Schälchen Marmoreiern und einem Stapel Ambiente-Ausgaben sichtlich dienlich fühlen würde. So rein Just For Fun, versteht sich.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Ein Brief von Bertold Brecht an die VEB Radeberg Exportbierbrauerei

9 Aug

Der vergrößerten Analysemöglichkeiten wegen bitte anklicken

Nur vier Monate vor seinem Tod wandte sich Bertold Brecht in einem dramatischen Hilferuf an die VEB Radeberg Exportbierbrauerei und schilderte ihr seine Notsituation. Starb der berühmte Dichter und Dramatiker nur kurze Zeit darauf, weil sein Hilfsappell von den Brauereiverantwortlichen ignoriert – oder gar erhört wurde?

Um herauszufinden, was nun was ist, arbeitet der renomierte Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie Dr. Mark Benecke im Auftrag des Bundesministeriums für Kunst und Kultur an einem Verfahren, die Qualität des damaligen VEB Radeberger Pils originalgetreu zu rekonstruieren.

Falls sich herausstellen sollte, daß das an den Schriftsteller gelieferte Bier von gesundheitsschädlicher Art und Güte gewesen sein sollte, so wird die Bundesregierung den Rechtsnachfolger der DDR, also die Partei Die Linke, gehörig auf Schadenersatz verklagen. Gregor Gysi erklärte jedoch bereits, daß man einer solchen Schadensersatzklage gelassen gegenüberstehe, da der Rechtsnachfolger der DDR niemand anderes als die Bundesrepublik Deutschland selbst sei.

Egal: Dr. Benecke versucht die brenzlige Situation zumindest punktuell zu entschärfen, indem er in den Siedekessel der erhitzten Gemüter ein paar informative Eiswürfel gibt: «Es stimmt schon recht bedenklich, wenn man sieht, wie der interpunktionssichere Brecht beispielsweise seinem letzten Satz, der eine Frage darstellt, das obligatorische Fragezeichen vorenthielt. Außerdem trennte er nicht die beiden Worte mir und vielleicht voneinander. Das alles deutet daraufhin, daß Brecht möglicherweise bereits zu diesem Zeitpunkt mit gesundheitlichen Problemen kämpfte.

Es kann allerdings auch sein, daß für diese Verschlechterung seines gesundheitlichen Allgemeinzustandes das andere Bier in der Deutschen Demokratischen Republik verantwortlich war, das Brecht in seinem Schreiben an die VEB Radeberg Exportbierbrauerei bereits kritisierte; und er also durch ein von ihm avisiertes verändertes Bierkonsumverhalten, also zukünftig nur noch das gute oder bessere VEB Radeberger Pils trinken zu wollen, eine vollständige oder zumindest teilweise Wiederherstellung seiner Gesundheit anstrebte.

Wenn man jedoch den oben rechts am Brief angebrachten Aufkleber untersucht, so kann man leicht zu der Überzeugung gelangen, daß es sich bei 762 / 57 um einen postalischen Vorgang aus dem Jahre 1957 handelt. Und da Bertold Brecht zu diesem Zeitpunkt bereits tot war und außerdem seine Unterschrift auf dem Brief fehlt, ist ebenfalls die Annahme erlaubt, daß es sich bei diesem Schriftstück möglicherweise auch um eine Fälschung handeln könnte. Es ist», so fügt Dr. Mark Bencke abschließend hinzu, «schon eine ziemlich verzwickte Angelegenheit.»

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Buchgestaltung: «Gebrauchsgrafik 1968»

8 Aug

Click to enlarge colourfully

via: Retro Graphic Design

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Peripher Gestreiftes

28 Jul

Da stand er einst am Wittgenpranger (*)
Und band sich seine Schuhe zu.
Er machte gern auch Witwen schwanger,
Nur ungern gab er Ruh’.

Nun fragt sich manch ein Leser:
«Wittgenpranger? Was ist das?»
So hilft Spock mit seinem Faser
Nach – Und das kommt krass.

Ein dickes Buch schwebt durch den Raum,
Dank Warp und weil: Ionen.
Darin passiert, man glaubt es kaum:
Nichts mit grünen Bohnen.

«Wittgenprangers Essweltschrift» –
Ein Buchraumschiff mit 20 Knoten.
Wenn die Grenze auf das Denken trifft,
Dann sei dies stets hoch zu benoten.

(*) eigentlich Wittenberg

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Dr. Thomas Gsella Meets Arkady Pavluk

11 Jun

Der ukrainische Künster Arkady Pavluk wurde 1925 in Kiew geboren und diente nach Beendigung seiner Schulzeit bis 1950 in der Roten Armee. Danach besuchte er das Kharkov Kunst Institut, wo er 1958 aus den Händen von Prof. Klaus Staeck sein Künstlerdiplom erhielt. An der diesjährigen dOCUMENTA (13) darf er, weil männlich, nicht teilnehmen, ist und bleibt aber dafür ein ehrenwertes Mitglied der Ukrainischen Künstlergemeinschaft, die wohl am besten mit dem hiesigen Bundesverband Bildender Künstler (BBK) zu vergleichen ist.

Obenstehende Arbeit ziert der Titel «Der Fußballspieler» und kostet gerahmt derzeit $1800. Hier haben wir sie im Netz gefunden.

Wissenswertes über Dr. Thomas Gsella ist hier nachzulesen. Und sein neues Gedicht Rußland – Tschechien 4:1 oder Des Oktober eingedenk, das uns zu diesem Beitrag animierte, steht wie üblich auf der Titanic-Website.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Andy Warhol: «Sometimes people let the same problem make them miserable for years when they could just say, “So what.” That’s one of my favorite things to say. “So what.” My mother didn’t love me. “So what.” My husband won’t ball me. “So what.” I’m a success but I’m still alone. “So what.” I don’t know how I made it through all the years before I learned how to do that trick. It took a long time for me to learn it, but once you do, you never forget.»

3 Apr

Click to enlarge springly

***
Sensitive topic. Therefore comments off.
***

Im längst mit Spannung erwarteten Buch «Der Sendemast, der Sendemast und der Sendemast» publiziert der Taschen Verlag zur kommenden Art|43|Basel die darin abgebildeten Sendemastanlagen in jeweiliger Originalgröße:

26 Feb

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Wer sich dieser Tage im heimischen Reiche hinter seiner Bildung einmauert, der bekommt draußen vor der Tür von den eingefrorenen Füßen des Klimawandels nichts mit!

9 Feb

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Gregor Krisztian: «Wie visualisiere ich einen Bestseller?»

15 Jan

Gregor Krisztian signiert

Gregor Krisztian signiert

Man sagt, daß der Künstler vor nichts mehr Angst habe, als vor einer vollständig weißen Leinwand zu stehen – und nicht zu wissen, was er malen soll. So sei, so sagt man scherzhaft weiterführend, die Technik des Grundierens entstanden: «Egal was, Hauptsache, da ist schon mal was drauf!»

Steht man vor den gerahmten Exponaten, die die Studenten der Klasse von Prof. Gregor Krisztian anläßlich ihrer Semesterschau regelmäßig an der Hochschule RheinMain präsentieren, so kann man zunächst leicht den Eindruck gewinnen, als handele es sich hierbei um «Kinderkram». Die Scribbles (so nennt man skizzierte Ideenentwürfe in der Werbefachsprache) konkurrieren immerhin mit endproduzierten Plakaten, Büchern, Filmen und Websites. Nicht einfach, sich für ungeputztes Gemüse zu interessieren, wenn am selbigen Ort zur selben Zeit überall fertige Speisen in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gereicht werden.

Diese nicht sonderlich durchreflektierte Grundeinstellung dürfte sich jedoch spätestens dann schlagartig ändern, wenn man das Glück (oder das Pech) hat, vor einem leeren Scribble-Bogen zu sitzen; und sich mit folgender Aufgabe konfrontiert sieht: «Entwickeln Sie ein Landschaftsbild in fünf verschiedenen Einstellungen, das einem prima dabei behilflich ist, ein ungemein schickes Automobil zu verkaufen.» Oder, um die Sache noch erheblich zu verschärfen: «Leute, wir haben ein neues Waschmittel am Markt zu plazieren. Wie Ihr alle wißt, ist das Zeug genauso gut oder genauso schlecht, wie jede andere bereits etablierte Waschsubstanz auch, aber dennoch müssen wir diesem neuen Pülverchen ein unverwechselbares Gesicht geben. Und nun viel Spaß!» Wer nach mehreren Wochen lediglich mit abgekauten Nägeln aber noch vor einem weißen Blatt sitzt und schwitzt, der hat zumindest schon mal eine Idee davon bekommen, wie genial Markenkreationen wie beispielsweise «Ariel. Nicht nur sauber sondern rein»; «Der weiße Riese. Seine Waschkraft macht ihn so ergiebig»; «Die Vizir-Ultra-Kugel bringt die Waschkraft direkt in das Herz Ihrer Wäsche»; oder: « Unser Bestes von Persil. Da weiß man, was man hat. Schönen guten Abend» sind. Alles ziemlich geniale Einfälle. Wobei die jeweilige Zeit, in der die jeweilige Marketingstrategie zum Tragen kam, zu berücksichtigen ist. Ich weiß nicht, ob sich ein Flüssigputzmittel mit dem Markennamen «Der General» heute noch am Markt einführen ließe. Damals, kurz nach dem Krieg, war das was ganz anderes. Der Gedanke, daß sich der überlebende Teil der Kriegsgeneration der Verlockung, sich für kleines Geld einen echten General als preußisch durchdeklinierte Putzhilfe ins Haus holen zu können, nicht hatte widerstehen können, klingt irgendwie nachvollziehbar. Und, da wir gerade beim Thema sind: Steckt in Ariel nicht assoziativ irgendwie auch das Wort, ähm räusper: Arier? So wie in VegetARIER auch? Glauben VegetARIER vielleicht nur deshalb, daß nur sie ganz allein ganz genau wissen, was für den Rest der Welt gut ist?

Doch bevor ich endgültig vom Thema abkomme und mich meiner Lieblingbeschäftigung Öko-Bashing vollends hingebe, will ich mich zügeln, besinnen und feststellen, daß mit dem Eintritt des zukünftigen Agenturjungkreativen in den Ideenfindungs- und Visualisierungskurs von Prof. Gregor Krisztian an der Hochschule RheinMain eine neue Zeitrechnung beginnt. Es beginnt die Zeit des Nachdenkens und Assoziierens, der eingehenden Gesellschaftsanalyse, des Vergleichens und Einordnens, des strategischen Denkens und Handelns. Nicht nur für Architekten gilt: Was auf dem Reißbrett nicht entworfen wurde, kann später auch nicht gebaut werden.

Im späteren Agenturbetrieb werden Kreative, die besonders gut Ideen visualisieren können, auch Storyboarder genannt. Richtig gute Storyboarder sind rar, begehrt – und werden gehätschelt und gepeppelt. Von ihnen hängt es nämlich ganz wesentlich ab, ob die Agentur in der Lage ist, ihren Kunden eine Idee zu verkaufen – oder eben nicht. Nachfolgend der Blick auf eine Doppelseite des Buchs «Ideen visualisieren – Entwerfen und Präsentieren wie ein Profi». Ist es ein Zufall, daß der Protagonist in dem Scribble für einen Automobilspot ein bißchen wie Daniel Craig (alias 007) aussieht? Und daß die Geschichte in London angesiedelt ist? Und daß man in die weibliche Figur hinter dem Schreibtisch M hineinassoziieren kann? Selbst wenn die Akteure später nicht wie Daniel Craig oder M aussehen, so erhöhen solche visuellen Kniffe die Chance erheblich, daß der Kunde das Grundsätzliche in der Idee erkennt – und abnickt.

Von seinem ersten Buch «DuMont Handbuch: Layoutschule» haben sich von 1984 – 1996 insgesamt 27.000 Exemplare verkauft. Gregor Krisztians zweites Buch, das er gemeinsam mit Nesrin Schlempp-Ülker verfaßte, «Ideen visualisieren – Entwerfen und Präsentieren wie ein Profi», aus dem Mainzer Verlag Hermann B. Schmidt, ist seit 1998 auf dem Markt und kann mit einer bisherigen Gesamtauflage von 35.000 Exemplaren glänzen. Hier ist in beiden Fällen jeweils von einem echten Bestseller zu sprechen. Oder auch von einem Standardwerk, um das man nicht herumkommt, will man die Visualisierung von Ideen in aller Ernsthaftigkeit betreiben.

Gregor Krisztian ist u.a. Mitglied im Deutschen Designer Club – DDC.

Bezugsquelle

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Wie man sich die Zukunft eben immer so vorstellt

5 Jan

Als Cyrano de Bergerac die Augen wieder öffnete, mußte er feststellen, noch nicht das Zeitliche gesegnet zu haben, wohl aber erkennen, daß sowohl Farbe als auch Form seines äußeren Erscheinungsbildes ganz offensichtlich einem signifikanten Änderungsprozeß unterzogen worden waren. Auch war er sich nicht sicher, ob seine Fähigkeit, kraftvolle Monologe zu verfassen, von den beiden Kindern goutiert werden würde. Aber irgendwas mußte er schließlich tun.

***

Wie soll ich’s halten künftig?
Mir einen mächtigen Patron entdecken
Und als gemeines Schlinggewächs dem Schaft,
An dem ich aufwärts will, die Rinde lecken?
Durch List empor mich ranken, nicht durch Kraft?
Nein, niemals! Oder soll ich, wie so viele,
Ein Loblied singen auf gefüllte Taschen,
Soll eines Hofmanns Lächeln mir erhaschen,
Indem ich seinen Narren spiele?
Nein, niemals! Oder soll ich Kröten schlucken,
Auf allen vieren kriechen, gleich dem Vieh,
Durch Rutschen wund mir scheuern meine Knie’,
Kreuzschmerzen leiden durch beständ’ges Ducken?
Nein, niemals! Soll ich einem Schäfchen gleichen,
Um selbst mir eins in Trockene zu bringen?
Soll Honig streun, um Zucker einzustreichen,
Und unermüdlich Weihrauchfässer schwingen?
Niemals! Soll ich als lust’ger Zeitvertreiber
Nach großem Ruhm in kleinem Kreise spähn,
Damit sich von den Seufzern alter Weiber
Des Dichterschiffleins schlaffe Segel blähn?
Niemals! Für meine Verse dem Verleger,
Der sie mir druckt, bezahlen runde Summen?
Niemals! In der Verbrüderung der Dummen
Gefeiert werden als der Bannerträger?
Ein einziges Sonett wie ein Hausierer
Vorzeigen, statt noch andre zu verfassen?
Niemand talentvoll nennen als die Schmierer?
Vor jedem Litteratenklatsch erblassen
Und eifrig forschen: Werd’ ich anerkannt?
Hat der und jener lobend mich genannt?
Niemals! Stets rechnen, stets Besorgnis zeigen,
Lieber Besuche machen als Gedichte,
Bittschriften schreiben, Hintertreppen steigen?
Nein, niemals, niemals, niemals! – Doch im Lichte
Der Freiheit schwärmen, durch die Wälder laufen,
Mit fester Stimme, klarem Falkenblick,
Den Schlapphut übermütig im Genick,
Und je nach Laune reimen oder raufen!
Nur singen, wenn Gesang im Herzen wohnt,
Nicht achtend Geld und Ruhm, mit flottem Schwunge
Arbeiten an der Reise nach dem Mond
Und insgeheim sich sagen: Lieber Junge,
Freu’ dich an Blumen, Früchten, selbst an Blättern,
Die du von deinem eignen Beet gepflückt!
Wenn dann vielleicht bescheidner Sieg dir glückt,
Dann mußt du nicht ihn teilen mit den Vettern;
Dann darfst du König sein in deinem Reiche,
Statt zu schmarotzen, und dein Schicksal sei,
Wenn du der Buche nachstehst und der Eiche,
Nicht hoch zu wachsen, aber schlank und frei.

Das Reclamheftchen kaufen.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***

Oscar Wilde: «Sealed With A Kiss»

6 Dec

Warum die Menschen einen Hang und Drang dazu haben, gerade auf Friedhöfen für eine möglichst lebensunfreundliche Gesamtatmosphäre zu sorgen – und diese auf Biegen und Brechen durchzusetzen und aufrechtzuerhalten, das haben wir noch nie verstanden. Hiervon gilt es, zwei Ausnahmen zu erwähnen: Monumental Cemetery of Staglieno in Genua sowie Père Lachaise Cemetery in Paris. Auf letzterem liegt neben Jim Morrison und Edith Piaf auch Oscar Wilde begraben. Es ist seine bis dato zweite Ruhestätte.

Aber wie kommt ein solcher Oberästhet zu einem solch oberhässlichen Grabstein, von dessen visuellem Grundkonzept sich gerade jener Menschentypus angesprochen fühlte, der sich ungefähr fünfundzwanzig Jahre später nach Fertigstellung (im Jahre 1909) anschickte, unter dem Banner des Hakenkreuzes die halbe Welt in Schutt und Asche zu legen? Der Name des verantwortlichen Bildhauers: Sir Jacob Epstein. The answer is easy: «Oscar Wilde’s tomb was designed by Sir Jacob Epstein, commissioned by Robert Ross, who asked for a small compartment to be made for his own ashes which were duly transferred in 1950. The modernist angel depicted as a relief on the tomb was originally complete with male genitalia which have since been vandalised; their current whereabouts are unknown. In 2000, Leon Johnson, a multimedia artist, installed a silver prosthesis to replace them.» Quote from Wikipedia. Aha, wieder einmal ein treffliches Beispiel für die Gnadenlosigkeit, mit der mitunter persönliche Eitelkeiten unterwegs sind. The British would say: «Someone took a free ride on someone else’s back». Irre nur, daß dieser Mechanismus den Tod überdauert.

Ehm, where were we? Ahja: Waren es nicht gerade die – well, let’s be generous – Millionen an Kußmundhinterlassenschaften, die die archaische Grabsteinoptik gekonnt konterkarierten und somit für einen Oscar Wilde erst akzeptabel machten? Und: Waren sie nicht auch ein Zeichen für die in letzter Zeit so viel zitierte Schwarmintelligenz? Nun gibt es schlechte Nachrichten für den britischen Schriftsteller und Lebemann: Sein Grabmal ist auf behördliche Anordnung komplett entkußmundet worden und nun nur noch durch eine dicke Glasschutzschicht zu besichtigen.

Was ist bloß mit diesen Menschen los?

via: Crackajack’s Nerdcore.

***
Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
***