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Intimrasur – Die Gedanken sind frei

25 Nov

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Mein Freund war ein Quadrat und konnte kein Spagat,
seine Augen war’n groß und er aß gern Spinat.
Er hatte fünf Ohren und drei dicke Nasen,
aus diesen drangen Kaugummiblasen.
Sie klangen beim Platzen wir 500 Spatzen,
die alle auf einmal beim Futtern schmatzen.
Er mochte auch Katzen, doch viel lieber Hunde.
Mein Freund war im Grunde mit dem Teufel im Bunde.
Er hatte Ideen, gesunde und kranke,
auch plagten ihn Wehen, die „Danke“ sagten.
So tagten wir schließlich an der großen Tafel
und nagten verdrießlich am Weltraumgeschwafel.
Er hob seine Hand zur großen Geste,
es war sein Verstand, der plötzlich verweste.
Er sank in den Sessel und lächelte nur
und dachte bedächtig an Intimrasur.

Intim,- Intim,- Intimrasur, was ist denn schon dabei
Nur die Gedanken, die Gedanken, die Gedanken sind frei –
Alles andre ist doch einerlei, wie Leipziger Allerlei!

Er wurde „Meister Kosmos“, denn das war klar,
er gewann gegen Cous Cous und Caterpillar.
Er stand auf den Buskuß von Kenneth Starr
und das in einem Land, das – ganz klar –
seinen Schwanz – ganz wahr – in weißen Händen hielt,
was meinem Freund ganz besonders gut gefiel!
Er drehte sich ‘nen Joint, wir rauchten ihn beide
und plötzlich standen viele Kühe auf der Weide.
Zwei Schweine auf dem Baum mit Ring durch die Nase,
als starkes Zitat einer Kaugummiblase.
Doch rauchten wir weiter, das war’n wir uns schuldig,
sein Name sei Einstein und ich fand das kultig:
E gleich m mal c – Ouadrat plus Kreis,
wir redeten und redeten und redeten uns heiß.
Ihr werdet es hör’n, jetzt fällt das Wort Kultur,
und noch immer steht mein Freund auf Intimrasur.

Intim,- Intim,- Intimrasur, was ist denn schon dabei
Nur die Gedanken, die Gedanken, die Gedanken sind frei –
Alles andre ist doch einerlei, wie Leipziger Allerlei!

Es wurde langsam abend, es dämmerte schon,
und plötzlich klingelte sein Telefon,
doch hatte er kein Bock und warf das Ding ins Klo –
eine „Huldigung an Kant“ – er war halt eben so.
Es schien sein Verstand stand in Wien an der Wand
und seine Medizin fand das allerhand.
Außer Rand und Band und gleichfalls geometrisch,
gingen wir zum Strand, es wurde dort sehr ethisch,
der Sand war unser Fetisch, das wußten wir schon
und schon wieder klingelte das Telefon,
es war sein eigner Sohn, der völlig eingeboren
anrief aus ‘nem Land, wo sie alle schon geschoren
sind und blind ihr‘m Erlöser vertrauen,
weil sie dort alle, alle Kaugummi kauen.
Er sank in die Düne und lächelte nur
und dachte bedächtig an Intimrasur.

Intim,- Intim,- Intimrasur, was ist denn schon dabei
Nur die Gedanken, die Gedanken, die Gedanken sind frei –
Alles andre ist doch einerlei, wie Leipziger Allerlei!

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Photo: Screenshot aus dem Film Brazil von Terry Gilliam aus dem Jahre 1985; via: San Francisco Citizen