Tag Archives: gerhard richter

Im Gespräch: Andreas Baier und «Design made in Germany»

5 Sep

Andreas Baier weiß: «Wenn man Dinge plant,
gehen sie garantiert schief».
Foto: Michael Eibes

Auf der diesjährigen QVED 2016 (Meerschweinchenreport berichtete) präsentierte unser Redaktionsfotograf Andreas Baier nicht nur einen Vortrag über seine Arbeit, sondern er unterhielt sich ebenfalls mit Viola von Zadow von «Design made in Germany». Zum Beispiel über Sir Ernest Henry Shackletons Polarexpedition, über Vitamin-B-Injektionen, über einen Ratschlag Gerhard Richters, warum einem etwas weniger Planung die selbstgesetzten Ziele entspannter und besser erreichen lassen – und, last but not least: warum das «Scheitern» als Karriereprinzip gnadenlos überschätzt wird.

Außerdem zeigt die zugehörige Bildstrecke Baier-Portraits von Hermann Nitsch, Michael und Helga Conrad, Klaus Staeck, Bazon Brock, Markus Lüpertz, Kasper König, Klaus Honnef, Carl Laszlo, Klaus Klemp und Hans Ulrich Obrist. Eine Digital-To-Go-Version der besagten Veröffentlichung ist hier erhältlich.

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DDC-Werkstattbericht: «Ein Besuch bei Thomas Rempen»

6 Jan

Überpünktlich stehe ich eine Viertelstunde vor der vereinbarten Zeit um 05:15 Uhr vor Prof. Olaf Leus Tür – und vertreibe mir die restliche Wartezeit damit, ein paar Fotos von jener Umgebung anzufertigen, in der ich zu meiner Jugendzeit den Hund ausführte. Es sei jedoch hinzuzufügen: Zu wesentlich zivilisierteren Tageszeiten.

Auf unserer Fahrt ins Münsterland haben Herr Prof. Leu und ich viel Zeit zum Diskutieren. Unter anderem darüber, was originär und was originell ist. Das Schicksal findet Gefallen an unserer Diskussionsführung, sodaß wir dank eines ausgiebigen Staus nicht nur die Möglichkeit bekommen, unsere unterschiedlichen Ansichten weiterführend und bis in den letzten Winkel auszutauschen, sondern werden zudem durch malerische Landschaften geführt, die uns harmonisch auf die Vorzüge ökologisch ausgerichteter Landwirtschaft vorbereiten.

Nun haben wir Thomas Rempens Hofgut Ashege erreicht. Im Hintergrund ist Peter Zizkas rotes Jacket wahrzunehmen. So wie Günther Fielmann oder Karl Ludwig Schweisfurth hat sich auch Thomas Rempen der ökölogischen Landwirtschaft verschrieben. Um prizipiell in Erfahrung zu bringen, wer in aller Grundsätzlichkeit Thomas Rempen ist, dem sei die Lektüre dieses Artikels aus Die Welt ans Herz gelegt.

Herzliche Begrüßung: Prof. Olaf Leu und Thomas Rempen. Im Hintergrund Ursel Schiemann und Dagmar von Grolman.

Mit klarem Blick: Tassilo von Grolman.

Thomas Rempen blättert im So-war-es-vorher-Booklet.

Der Hausherr referiert über die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die er nach der Übernahme von Hofgut Ashege hatte vornehmen müssen. Links im Bild: Martin Breuer.

Weitere DDC-Werstatt-Besucher treffen ein.

Beispielsweise DDC-Vorstandmitglied Niko Gültig, der hier von Erika Koch begrüßt wird.

Thomas Rempen im Gespräch mit Silvia Olp; und Niko Gültig begrüßt im Beisein von Dagmar von Grolman Martin Breuer.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Niko Gültig.

Die Vorzüge ökologischer Landwirtschaft sind überall gut zu sehen: Sogar die broccoliesken Anabelle Hortensien in ihrer verherbstlichsten Form vermögen es unter diesen Voraussetzungen, über sich hinauszuwachsen.

Martin Breuer verteilt unsere Trinkgefäße.

Das Gesprächsthema zum Auftakt des Werkstattbesuchs ist schnell gefunden: Thomas Rempen erzählt aus seinem Werberleben. Immer noch legendär, obwohl lange zurückliegend: «Rempens erste Mazda-Anzeige». Thomas Rempens Agentur hatte damals frisch den Mazda-Etat gewonnen und so fuhr er, wie es sich damals noch gehörte, eben einen Mazda – und mit diesem leicht unvorschriftsmäßig mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Autobahnbaustelle. Den Bußgeldbescheid druckte er inklusive Beweisfoto mit eben jener Headline, nämlich «Rempens erste Mazda-Anzeige», doppelseitig in der W&V ab, womit er nicht nur den Lacher auf seiner Seite hatte, sondern jedem unmißverständlich zu verstehen gab, was es aus der Sicht eines Thomas Rempen bedeutet, kompromisslos Werbung zu betreiben.

Herr von Grolman bekommt es von Silvia Olp tüchtig eingeschenkt, und zwar durch eine Teekanne aus dem Hause Tassilo von Grolman Design. Tröpfchen für Tröpfchen voller Qualität.

Ein Blick durch das Küchenfenster nach draußen. Im Vordergrund drei positiv zu adjektivierende und mit einigen Lichtpunkten versehene Flaschen Olivenöl.

Ein weiteres Bildbeispiel für die Richtigkeit der These: «Vordergrund – Bild gesund». Einerseits. Eine Alternativ-Bildunterschrift wäre andererseits: «Mit subtiler aber dennoch beharrlicher Strahlkraft bereichert die Sonne den sich im Vordergrund befindlichen starken Baumast mit herrlichen Sonneneinstrahllöchern, die nur eines verkünden, nämlich daß hier gerade eine Delegation von DDC-Mitgliedern tagt.»

Diese Reimregel läßt sich im Interesse einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Bildberichterstattung variieren: «Vordergrund mit Sachen – und der Mensch (Peter Zizka) muß lachen».

Was noch niemand am Tisch so recht glauben möchte, ist die Tatsache, daß es immer hipper wird, sich in die Fingerspitzen kleine Magneten einoperieren zu lassen. Noch lachen wir und Heiner Stüber darüber, wenn aber die ersten auf diesem Wege umoperierten Rentenbeitragszahler vom nächstbesten Vollmond ohne Schutzanzug in den Kosmos gesogen werden, wird der Spaß aufhören – und der Bundestag dieses Thema ernsthaft diskutieren.

Nur allzu gerne möchte wir in Erfahrung bringen, was es mit «tasch me» auf sich hat. Etwa magnetische Fingerkuppen?

DDC-Fotografin Erika Koch in Aktion.

«Nach dem Essen sollst Du Dich bewegen – oder vorher noch ein wenig reden.» (Zitat von Winston Churchill)

Wie vorstehend.

Wendet man seinen Blick von dem Cover eines Bildbandes über Gerhard Richter um ca. 90° nach oben, so blickt man direkt durch die riesige Wohnzimmerglasscheibenfront auf ein Motiv, das von Gerhard Richter schon einmal (weniger farbig) gemalt worden sein könnte. Unser Redaktionsfotograf Andreas Baier konnte vor diesem Hinter- bzw. Vordergrund der Versuchung nicht widerstehen…

Senkt man im Anschluß daran wieder sein Haupt und widmet seine Aufmerksamkeit nunmehr einem Früchte-Ensemble, das sich direkt neben besagter Richter-Publikation angesiedelt sieht, so verbindet man mit diesem Eindruck zwangsläufig den Namen Hans Hansen – und drückt den Auslöser seiner Kamera instinktiv ein weiteres Mal.

DDC-Gründungs- und Ehrenmitglied Prof. Olaf Leu im Gespräch mit DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig über die visuelle Strahlkraft der DDC-Farbe Gelb.

Thomas Rempen zeigt uns zunächst seine Speisetiere: Gänse, Hühner, Schafe.

Ein kurzer Pfiff und schon kommen sie ans Gatter: Rempens Lämmermütter.

Verfügen über großzügig bemessene Auslauf- und Weideflächen: Rempens Coburger Fuchsschafe.

Und immer wieder erhält die DDC-Delegation Erläuterungen aus erster Hand.

Sind höchstwahrscheinlich längst verdaut: Rempens Biogänse.

Frei nach Picasso: eine Friedensgans aus dem Hause Rempen.

Die Aktivstallungen auf Hofgut Ashege: eine Außenansicht.

Die Aktivstallungen auf Hofgut Ashege: eine Innenansicht.

Hier bekommen Dressurpferde die Möglichkeit, ihre Schrittechnik zu verfeinern. Ein DDC-Delegationsmitglied ergreift spontan die Gelegenheit, sich temporär in die Rolle eines solchen Dressurpferdes zu versetzen.

Zur Zeit sind die Ställe leer, da die Pferde das gute Wetter nutzen, um auf den Feldern frische Luft zu schnappen.

Stallungen, in denen man im wahrsten Sinne des Wortes vom Fußboden essen kann.

Thomas Rempen erläutert abschließend im Kurzdurchlauf die vielen zu bewältigenden Arbeitsabschnitte, die es zu durchlaufen galt, um seinen Hof in den jetzigen Aktivzustand zu versetzen.

And finally: A Landebahn has to be created in order to ermöglich Thomas Rempens Self-Made-Apfelkuchen a proper touchdown. Eine Vorgehensweise die auch Prof. Olaf Leu voller Vorfreude nur gutheißen kann.

Und selbstredenderweise dürfen Olaf Leus «Bilanz-Bände» (rot und blau) nicht fehlen. Auf Seite 107, 2. Bilanz-Band (blau), steht im letzten Absatz: «Herb Lubalin wurde nur 63 Jahre alt, und so war es für mich eine große und tief empfundene Ehre, meinen 1969 geschriebenen Artikel jetzt als Nachruf in PRINT vorzufinden. Sehr ungewöhnlich, dafür eine deutsche Stimme zu verwenden, verständlich aber vielleicht auch unter dem Gesichtspunkt, daß amerikanische Kollegen in mir einen mit Herb Lubalin Vertrauten sahen. Jedenfalls hinterließ er die wohl wichtigste Aussage, die auch heute – und gerade heute – noch immer Bestand hat: Das menschliche Gehirn gleicht einem Warenhaus visueller Informationen, man braucht sie zur Schaffung neuer visueller Konzeptionen.»

Thomas Rempens «Gehirnwarenhaus» ist, so viel dürfte sich jedem am heutigen Tage erschlossen haben, nach wie vor in einer Weise mit visuellen Informationen vollgestopft, daß ihm die Ideen zur Schaffung neuer – nicht nur visueller sondern ganzheitlicher – Konzepte bis zum jüngsten Tage nicht ausgehen werden.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Squares works

22 Jul

via Discovery Green

Margo Sawyer‘s istallation graces exits of an underground garage.

via jlggbblog

Richard Paul Lohse (1902-1988): Dreisssig systematische Farbtonreihen, 1950/55. Picture above: crop. Full view here.

via Frenza/Flickr

Gerhard Richter created this new window for the Kölner Dom and made it a present to it.

Author: Flickr user melekalikimaka

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Art|41|Basel – The Ultimate Photobook!

2 Jul

To go to the magic Full-Monty-Art|41|Basel-Photo-Collection just click on its cover above!

Declaration of Independence:
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You know yourself pretty well. I know myself pretty well as well. So, this automatically means that we already know each other pretty well. And that‘s nothing but perfect.

We are all adicted to art. That‘s our fundamental understanding. Whatever you might have decided how to make the most out of your days during Art|41|Basel; this is what I did: Creating a digital photo-booklet containing some 200 photographs showing famous and less famous art collectors, gallery owners and artists from all over the world – not to forget the grand design opening on Vitra Campus.

And, of course, I turned the Art Collectors Lounge into what it has already been: a highly illuminated stage for those who cannot wait to see and to be seen. This section is entitled: VIP Lounge Express.

Finally, just in case you might like to find out a bit more about me, myself and my work I have attached some facts and portraits I took from Sir Peter Ustinov or Bill Gates or Gerhard Richter at the end of this booklet.

******Enjoy yourself******


What you see here is not the complete photo-booklet, these pictures are just the openers of each chapter – apetizers making you hungry for more; for more information, more colourful pictures, more motion stairs, more intelligence on two legs – at least more human frozen fingers on artistic canvas. Frozen fingers? Yes, frozen fingers. In art, there shall be no limit.

Wherever there is art there is design. Wherever there is design there is art. Especially when it comes to limited editions on both sides. A perfect marriage that shall not be jeopardized. Take a short look into this great fair – and do what you have been programmed for by mother nature: just be happy!

First choice is first choice is first choice. Did you ever dream of buying your favourite Picasso on Art|Basel but someone else was quicker than you? What a shame! The only rule that has the power, the unbeatable strength of well polished teeth and – of course – the dignity of helping you taking full revenge is simply to show up at its earliest moment in order to smile in front of still closed entrance doors. Even then you are not alone but surrounded by privileged people being privileged the same way as you are. And that’s a start, isn’t it?

Imagine furthermore that you favourite Picasso has already been sold. Nor have you been outstandingly slow in rushing up the motion stairs on your way to your personal Picasso-Dealer neither did you lose your wallet in an unexpected move that could have been interpreted by a less informed earthling as a nice try to perform Michael Jackson’s most legendary moonwalk. But, as a matter of fact, now you are thinking of Michael Jackson and Michael Jackson makes you think of E.T. probably the same way Andy Warhol was thinking of Michael Jackson in general and E.T. in particular when he just left the cinema one day. So here we are and there you go with a unique Warhol under your shoulder, showing a cloudy E.T. making transparent all the obvious things you might have got in common with Andy Warhol and Michael Jackson: first of all an astronomic phone bill. Congratulations!

But is that all? Can a painting really be able to replace a book? Especially, when we are talking about perfect books? Sure? You know the rule! Which rule? Well, that rule: If you haven’t been to Taschen you haven’t been to Art|Basel.

Is there anything left to say about Gerhard Richter? Yes, the value of the prize tags for his work should be upgraded significantly. Why? That’s why! Well, let me a bit more specific: Do you see the yellow Madonna created by Katharina Fritsch? On the over-next picture? Yes? Good, because now you know why…

The vernissage started at 7 pm and ended at 9 pm.  All the Picassos, Miros, Clementes, Basquiats, Dubuffets, Serras, Seurats, Stellas and other premium class artist’s work was already sold out. So, now there was enough space for a quite relaxed atmosphere, an atmosphere that made freshly grounded coffee and intelligently looking dialogues between art collectors, artists and their dealers possible. I am not willing to break any rule of confidentiality, which ça veut dire that I am not going to let you know anything of what I have heard while rumbling and tumbling around and through the corridors.

But, as an emotional compensation, I will quote one of my favourite quotes taken from the unbelievable movie “Mr Bean“. Burt Reynolds plays General Newton who just paid the lovely sum of some $50m for America’s most important painting named “Whistler’s Mother“. General Newton addresses on the Grand Art Opening to the public: “I am not a particular art lover. I don’t know the difference between a Picasso and a car crash. But I love my country. And I can’t stand that some Frenchies own America’s most important painting. (He reaches out for the magnetic chip card in order to reveal the painting. He pushes the card into the slot.) Welcome home, ma!

Well, after such a tremendous speech of infamy, it should be bright and clear that General Newton’s mother’s skin turned yellow – with immediate effect.

That the artwork, which is waiting to be bought on the Art|Basel can not be seen as the cheapest on the planet, has been already communicated quite properly – as I think. Another proof (picture above) for that might be seen in the fact that even elephants are visiting the Art|Basel only with heavily filled wallets, ready to blast each second.

Does this really need an explanation?

If the sun shines there is not better place to be on Art|Basel

If the sun does not shine that much there is no better place to be on Art|Basel

If it is raining there is no better place to be on Art|Basel

Well, in this case I took a Koons from my own private collection with me, attached the pierced snail against the column, and shortly after finishing the picture an art collector just came around the next corner and integrated this lovely piece of artwork straight into his own private art collection. Fortunately, we managed to settle an agreement about the fee without greater difficulties.

Well, this house named VitraHaus built by Herzog & de Meuron you really should visit personally. And I mean it the way I say it.

As I said…

Would you like to read more about the Art|Basel? You can do so here. However, you have to be familiar with the German language.