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Bruder H. und Schwester G.

26 May

Kinderchor:
(passend zur bekannten Volksweise)
Hallo, Ihr Lieben, nun ist es Märchenzeit,
Heut‘ gibt es Kuchen und ein wenig Streit.
Den Hänsel und die Gretel hört Ihr gleich rap-end,
Freut Euch des Lebens, es gibt ein Happy-End.

Märchenonkel:
Na, Bruder H. und Schwester G., alles klar, alles O.K.?

Bruder H. + Schwester G.:
Klar, Onkel H.

Märchenonkel:
Ist es wahr, was Euch geschah?

Schwester G.:
Es war wahr, Onkel H., als es klar war, daß die Hexe gar war, heiß wie Lava war der Ofen, in den ich sie steckte, sie jäh in ihm verreckte, das war das was ich bezweckte, sie mit der Leichtigkeit von WASA niederstreckte.

Bruder H.:
Schwester G. ich entdeckte den Trick, den Dreh, mit dem ich sie krass neckte, erschreckte, eine Knochenkollekte ich ancheckte, träge Knochensplitter durch ihre Gitterstäbe steckte, reckte, die Frist, mich zu kochen, so um Wochen streckte, das schmeckte der Hexe wahrlich nicht…

Schwester G.:
So löschte ich ihr Licht mit diesem Gedicht:
Walle, walle, Manche Schwade,
daß zum Feuerbade Knochen knistern
und Benzin im freien Falle
möge fließen aus Kanistern.

Kinderchor:
Hänsel und Gretel, die hatten ein Problem:
Und beide fanden das wirklich nicht bequem.
Die Hexe wollt‘ ihn mästen, sie stand auf Hänsel-Klein.
Doch vor den Gästen wollt‘ er kein Schnitzel sein.

Märchenonkel:
Meinen Flow habt Ihr gehört.
Doch hat mich Eurer sehr betört!

Bruder H.:
Verstört, betrübt hab‘ ich den Groove geübt. Der Feind saß uns im Nacken, ich lernte die Worte in Reime zu verpacken. Es war ein Muß diese Nuß zu knacken. Im Knast war diese Hast meine Last.

Schwester G.:
Ham‘ Reime geschrieben und Reime verpraßt, die wir zuvor erprobten. Nach Belieben andere verfaßt, mit Leukoplast verleimt, die wir lobten, innerlich in unsren Herzen tobten, das hat uns vereint.

Bruder H.:
Es scheint, daß beim Schwitzen, Zeitabsitzen, Silben wie Diamanten aufblitzen, die geschüttelt und gerührt konstantengleich und edel stetig durch den Schädel flitzen.

Märchenonkel:
So lerntet Ihr das Bleistiftspitzen.

Bruder H. + Schwester G.:
Sie haben uns geführt, den Weg ins Licht gewiesen!

Märchenonkel:
Ja, das ist bewiesen!

Schwester G.:
Einen guten Rap kannst Du nicht kaufen oder leasen, laß‘ den Flow nur laufen, in Flächen fließen, gleich den Bächen bunter Alpenwiesen…

Märchenonkel:
Mir will scheinen, im Reimen seid Ihr Riesen!

Kinderchor:
Hänsel und Gretel, sie dichten seitdem nur,
Ob in der Wanne oder in Waldes Flur.
Erst war’n sie ganz unten, dann kamen sie groß raus,
Was soll’n wir sagen, jetzt ist die Story aus.

Märchenonkel:
Und sie gehen froh nach Haus‘.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Der rote Stuhl

21 Oct

*

Auf in den Kampf mein roter Stuhl,
Mit Siegeslust in der Brust ist das cool.
Ehemals mit schmiergelglatten Kanten
Galt er als Sitzgenuß für Kaffeetanten.
Gebeugt vor Gram und Scham steht er da in seiner Ecke,
Doch bringt er bald den Schöpfer straight zur Stecke,
Denn gut gepolstert und vernäht
Taugt er noch als Kampfgerät.
Den Tischler reizt der Rotstuhl seht,
Er beizt und schmiert ihn ein mit heißem Teer.
Er federt ihn – und mehr – er wird ihn wiegen:
Als stolzer Stier hat er zu siegen!
Der Meister schreit, er gibt Kommando,
Den Stuhl stärkt Teer wie guter Fango.
Er bäumt sich auf und tritt zurück:
Zu Boden fällt ein Tischlerstück!

Der Meister merkt: Da geht was schief
Mit seinen Geistern, die er rief!
Ganz tief spürt er den Schmerz im Magen:
Der Stuhl kämpft gut, das muß man sagen.
Er zeigt Stolz und keine Träne,
Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Und so vollendet er besonnen,
Sein hehres Werk, das er begonnen.
So ist der letzte Hieb dann auch der beste,
Er definiert die Überreste:
Torrero tot, zerlegt und bleich
In sieben Teile auf einen Streich!
Sodann ißt er des Gegners Bohnen
Und beschließt in dessen Haus zu wohnen.
Ein Rülpserchen verhallt im Raum,
Er flickt ein Stück von seinem Saum.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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