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Götz Valien alias Martin Kippenberger

19 Aug

(C) Photography by Der Spiegel / DPA – Christie’s-Angestellte vor Martin Kippenbergers “Paris Bar”: Auftragsarbeit für 1.000,- D-Mark.

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Tja, so kann’s gehen: Da malt man im Auftrag von und für den berühmten Martin “Kippy” Kippenberger ein riesiges Bild mit dem Titel “Paris Bar” und dann kommt es auch noch für einen satten Millionenbetrag bei Christie’s unter den Hammer. Das damalige Honorar für den Ghostpainter Götz Valien betrug entspannte DM 1000,-. An der hier gegenständlichen Wertsteigerung ist Valien nicht beteiligt und ausweislich seiner Aussage im Gespräch mit Frank Elstner findet dieser das auch vollkommen ok.

Tja, und so wird mal wieder in aller Sensationsgier, die vornehmerweise mit angezogener Handbremse unterwegs ist, geschrieben, daß der Kunstmarkt in Verruf gekommen sei. Allerdings wird gleichfalls, und hier kommt der Aspekt der angezogenen Handbremse zum Tragen, daraufhingewiesen, daß ebenfalls Künstler wie Andy Warhol (in seiner Factory), Jeff Koons (durch Wurzelholzgebirgsbewohner) und Damien Hirst (schlicht Ahnungslose) Ghostkünstler für sich hatten arbeiten lassen.

Vergessen wird hier, daß der Kunstgeschichte Briefwechsel bekannt sind, in denen ein gewisser Peter Paul Rubens einem seiner Sammler ein ganz bestimmtes Werk mit dem Hinweis empfahl, daß speziell dieses Bild nicht so viel koste, weil es sein talentiertester Schüler gemalt habe und er selbst so gut wie kaum etwas daran habe korrigieren müssen. Peter Paul Rubens berechnete den Preis seiner Bilder danach, wie viel Arbeitszeit er selbst in das jeweilige Bild hatte investieren müssen.

Vor diesem Hintergrund dürfen wir den jetzigen Verkaufspreis in Millionenhöhe des obenstehenden “Kippenbergers” nicht als skandalös bezeichnen. Und: Ändern sich nicht permanent die Zeiten?

Nachfolgend in der Abbildung das Rubens-Werk “Die Vergewaltigung der Tochter Leucippus”:

Im Vergleich hierzu nachfolgend ein Bild von Götz Valien mit dem Titel: Guten Morgen Du Sau!

Quelle: Kunstkopie / Cast Your Art: Götz Valien

In der Tat: manchmal ändern sich die Zeiten.

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