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Peter Paul Rubens: «Wer hat die Kokosnuß geklaut?»

28 Nov

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Die Affen rasen durch den Wald,
der eine macht den andern kalt.
Die ganze Affenbande brüllt:
{«Wo ist die Kokosnuß,
wo ist die Kokosnuß,
wer hat die Kokosnuß geklaut?»}

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Der Künstler Peter Paul Rubens führte Zeit seines Lebens ein fruchtvolles Streitgespräch mit Charles Darwin, in dem es einerseits darum ging, ob Kakao als Element in das chemische Periodensystem aufzunehmen sei und andererseits ob der Mensch nun vom Affen abstamme – oder vielleicht lieber doch nicht. Während der britische Genesis-Freak Schildkröten von den Galápagos-Inseln entführte, um so die menschliche Überlegenheit gegenüber der Tierwelt und somit auch den Affen zu beweisen, beschloß unser Siegener Ölfarbenspezialist, öfters mal ins Kopfkino zu gehen; und sich vom Leben treiben und inspirieren zu lassen. Eines der Ergebnisse: Das oben abgebildete Gemälde «Wo ist die Kokosnuß?» Eine scheinbar harmlose Frage, die jedoch ein wahres Massaker unter vielen, vielen Unschuldigen provozierte. Dabei wäre die Beantwortung soo einfach gewesen:

Das Affenbaby voll Genuß
hält in der Hand die Kokosnuß.
Die ganze Affenbande brüllt:
{«Da ist die Kokosnuß,
da ist die Kokosnuß,
es hat die Kokosnuß geklaut!»}

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Götz Valien alias Martin Kippenberger

19 Aug

(C) Photography by Der Spiegel / DPA – Christie’s-Angestellte vor Martin Kippenbergers “Paris Bar”: Auftragsarbeit für 1.000,- D-Mark.

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Tja, so kann’s gehen: Da malt man im Auftrag von und für den berühmten Martin “Kippy” Kippenberger ein riesiges Bild mit dem Titel “Paris Bar” und dann kommt es auch noch für einen satten Millionenbetrag bei Christie’s unter den Hammer. Das damalige Honorar für den Ghostpainter Götz Valien betrug entspannte DM 1000,-. An der hier gegenständlichen Wertsteigerung ist Valien nicht beteiligt und ausweislich seiner Aussage im Gespräch mit Frank Elstner findet dieser das auch vollkommen ok.

Tja, und so wird mal wieder in aller Sensationsgier, die vornehmerweise mit angezogener Handbremse unterwegs ist, geschrieben, daß der Kunstmarkt in Verruf gekommen sei. Allerdings wird gleichfalls, und hier kommt der Aspekt der angezogenen Handbremse zum Tragen, daraufhingewiesen, daß ebenfalls Künstler wie Andy Warhol (in seiner Factory), Jeff Koons (durch Wurzelholzgebirgsbewohner) und Damien Hirst (schlicht Ahnungslose) Ghostkünstler für sich hatten arbeiten lassen.

Vergessen wird hier, daß der Kunstgeschichte Briefwechsel bekannt sind, in denen ein gewisser Peter Paul Rubens einem seiner Sammler ein ganz bestimmtes Werk mit dem Hinweis empfahl, daß speziell dieses Bild nicht so viel koste, weil es sein talentiertester Schüler gemalt habe und er selbst so gut wie kaum etwas daran habe korrigieren müssen. Peter Paul Rubens berechnete den Preis seiner Bilder danach, wie viel Arbeitszeit er selbst in das jeweilige Bild hatte investieren müssen.

Vor diesem Hintergrund dürfen wir den jetzigen Verkaufspreis in Millionenhöhe des obenstehenden “Kippenbergers” nicht als skandalös bezeichnen. Und: Ändern sich nicht permanent die Zeiten?

Nachfolgend in der Abbildung das Rubens-Werk “Die Vergewaltigung der Tochter Leucippus”:

Im Vergleich hierzu nachfolgend ein Bild von Götz Valien mit dem Titel: Guten Morgen Du Sau!

Quelle: Kunstkopie / Cast Your Art: Götz Valien

In der Tat: manchmal ändern sich die Zeiten.

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