Tag Archives: Peter Tschaikowsky

Der Nußknacker

16 Dec

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Seht, die erste Kerze glimmt und brennt,
Es riecht nach Zimt, es ist Advent.
Überschwemmt wird nun die Welt mit Plätzchen
Und mit Kuchen. Eure bunten Lätzchen
Sollt Ihr deshalb suchen. Ihr könnt riechen, wie es duftet,
Ihr könnt hören, wie der Knacker im Kerzenscheingeflacker wacker schuftet.
Mund auf, Nuß rein und Mund dann wieder zu,
So spaltet er die Nuß im Nu.

Wir knacken die Nuß zur Weihnachtszeit,
Wir backen so gern zur Weihnachtszeit.
Knacke, knacke Nüsse knacken,
Backe, backe Kuchen backen
Und dann haben wir entdeckt,
Daß es richtig schmeckt.

Mama ist emsig wie die Bine und versenkt – 1,2,3 –
Kuchenbrei samt Nüsselein in ihrer Rührmaschine.
Sie waltet und schaltet wie sie will,
Auf Stufe 10 steht nichts mehr still.
Die Nüsse könnt Ihr schwimmen seh’n
Und wie sie ihre Kreise dreh’n.
Sie fühl’n sich fein und rein
Und machen ihren Taucherschein.
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Nuß, hier darf ich’s sein!

Wir knacken die Nuß zur Weihnachtszeit,
Wir backen so gern zur Weihnachtszeit.
Knacke, knacke Nüsse knacken,
Backe, backe Kuchen backen
Und dann haben wir entdeckt,
Daß es richtig schmeckt.

Das ist das, was viele Nüsse reizt,
Doch nun wird ihnen eingeheizt
Und zwar enorm: Sie werden weich gebettet,
Wer hätte das gewettet, in einer großen Kuchenform,
Die gut und gründlich eingefettet.
Das Tor zum Ofen steht weit offen,
Jetzt heißt es beten und auch hoffen,
Daß der Kuchen mag gelingen,
Denn schließlich will man ihn danach verschlingen.

Wir knacken die Nuß zur Weihnachtszeit,
Wir backen so gern zur Weihnachtszeit.
Knacke, knacke Nüsse knacken,
Backe, backe Kuchen backen
Und dann haben wir entdeckt,
Daß es richtig schmeckt.

Den Raum erfüllen zarte Lieder,
Omi schnürt nochmal ihr Mieder,
Die Kinder recken ihre Glieder
Und setzen sich bei Tische nieder.
Er ist gedeckt und alles leuchtet,
Des Knackers Augen sind befeuchtet.
Vor Rührung kullert eine Träne,
Gut geputzt sind seine Zähne.
Die Pläne für den Tag sind längst beschlossen:
Der Kuchen wird zerteilt und sodann genossen.

Wir knacken die Nuß zur Weihnachtszeit,
Wir backen so gern zur Weihnachtszeit.
Knacke, knacke Nüsse knacken,
Backe, backe Kuchen backen
Und dann haben wir entdeckt,
Daß es richtig schmeckt.

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Das wunderschöne Stück Der Nußknacker mit der einzigartigen Stimme von Hans Paetsch und der musikalischen Komposition von Pjotr Iljitsch Tschaikowski kann man sich hier anhören und bei Bedarf auch downloaden.

Foto von Raul654.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Schneeflöckchen

2 Dec

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Schneeflöckchen, Weißröckchen, so hüpft es und tanzt,
Es muß heut‘ zur Schule und ist gut beranzt.
Es hat was zum Schreiben und Lesen dabei
Und Zählen ist einfach, das geht schon bis zwei.

Es tanzt durch die Winde geschwinde und schnell,
Es tanzt wenn es dunkel und auch wenn es hell.
Es tanzt wie wir denken und lenken und sind,
Es tanzt uns ins Auge und ist noch ein Kind.

Die Flöckchen von weitem sind gleich anzuseh’n,
So niedlich und lustig sie sich um uns dreh’n.
Doch nimmt man die Lupe und bestaunt man ihr Fell,
Dann sieht man den Unterschied wirklich sehr schnell.

Ein jedes ist anders, so einzig, so schön,
Doch willst Du es ärgern, so gebrauche den Fön.
Dann weint es und schmilzt’s und schon ist’s gescheh’n:
Nie wieder wirst Du dieses Flöcklein seh’n.

Drum streichle den Schnee und liebe ihn nur,
Er erfrischt Deine Seele und auch die Natur.
Die Flöckchen sind fleißig und schneien sehr viel,
Denn vollständige Weißheit, das ist ihr Ziel.

Sie schuften und schwitzen und placken sich ab:
Überall Flöckchen und das nicht zu knapp.
Sie kommen meist heimlich, in dunkler Nacht,
Extra für Euch, für Eure Schneeballschlacht.

Drum liebe das Weiß und ehre den Schnee,
So kommt auch zum Tanze die Zuckerfee.
Sie heißt Dragée, ist scheu wie das Reh,
Hört nur wie lieblich ihr Schwung und ihr Dreh!

Doch wird es ihr kalt, so reichet ihr Tee,
Das erwärmt ihr zum Tanzen den großen Zeh!
Schneeflöckchen, Weißröckchen, so laße Dir sagen:
Genieße die Freude in allen Arten.

Bewahre das Kindsein, dies sei Dein Streben,
Auch wenn ich Dir sage: Es wird Regen geben.
Denn nur mit Humor und kindlicher Freiheit
Gerät Dir fast alles zum prächtigen Highlight.

Schon lauert der Frühling, der Schnee bald erlischt,
Die Karten des Lebens werden so neu gemischt.
Doch verheilen die Narben, es sprießen die Farben,
Sie laden Dich ein, sich an ihnen zu laben.

Im Herbst welken Blätter, sie werden ganz braun,
Die Zeit ist gekommen, gen Himmel zu schau’n.
Das Jahr fast vorüber, es schließt sich der Kreis,
Denn Dragée kommt zum Tanze, wenn alles ganz weiß!

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The copyrightholder of this great image is David Merrigan.

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