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DDC-Tribüne: «Olaf Leu bei häfelinger + wagner design»

21 May

Einer der früheren Kunden von Prof. Olaf Leu waren die Druckfarbenhersteller Gebrüder Schmidt. Ein Produktsegment bestand in den 1960er Jahren aus leuchtenden Sonderfarben, die umgangssprachlich auch als Neonfarben bezeichnet wurden. Die von Olaf Leu entwickelte B2B-Kampagne trug die Überschrift: «Stop The Pop».

Dieser Sachverhalt animierte unseren Redaktionsfotografen Andreas Baier zu oben stehendem Portrait. Es entstand vis à vis seiner Wohnadresse.

Um Punkt 08:30 Uhr steht Clemens Hilger (Hilger & Boie) mit seinem Auto vor der Tür, um Prof. Olaf Leu sowie unseren Redaktionsfotografen als auch meine Kleinigkeit mit nach München zu nehmen. Es steht seine Bilanz-Lesung im Hause häfelinger + wagner design auf dem Programm.

Überraschendes an der Tankstelle: Die weltberühmte Lichtschranke von Claes Oldenburg? Nein, der Fahrer eines Giga-Liners bastelte sich nachts zuvor eine nützliche Leselampe.

Auch Prof. Olaf Leu mustert eingehend besagte Leselampe, begleitet sie ihn im Geiste doch bei seinen geistigen Vorbereitungen auf die anstehende Lesung.

Einem intuitiven Gedanken folgend, entwickelt Olaf Leu die Idee, zuvor noch einen kleinen Abstecher nach Wertheim Village zu unternehmen. Unseren Redaktionsfotografen trifft das unvorbereitet. Er war da noch nie. Bisher dachte er immer, daß Wertheim Village so eine Art Konglomerat aus gängig bekannten Einkaufszentren sei. Aber das?

Wenn man noch am selben Tage einen ausführlichen Vortrag über Unternehmenskommunikation und Markenführung zu halten hat, so ist der vorherige Besuch dieses Markentempels nur allzu konsequent. Ergebnis: Ein neuer Schal für Olaf Leu.

Wie funktioniert erfolgreiche Unternehmenskommunikation? Clemens Hilger demonstriert es im Schnelldurchlauf: Der Kunde kommt zu ihm mit einer rudimentären Grundidee, die hier in diesem Beispiel «san fra» heißt. Nun denkt Clemens Hilger nach, und denkt nach, und denkt – schließlich soll es ja wie immer eine sehr gute Arbeit sein, die er abliefern will – immer noch nach, verinnerlicht dabei natürlich auch das eine oder andere Schlückchen Kaffee; und schließlich steht am Ende des gestalterischen Nachdenkprozesses eine komplette «company». Ergebnis: ein glückliches Gesicht.

Zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto.

Es gibt Stimmen, die sagen, daß die Gaststätte «Alter Simpl» in den ehemaligen Redaktionsräumen der legendären Satirezeitung Simplicissimus untergebracht ist. Es gibt aber auch noch diese Version: «Als Kathi Kobus in der Walpurgisnacht 1903 mit ihren Stammgästen – an der Spitze Frank Wedekind – aus der Dichtelei in die Türkenstraße 57 umzog, fehlte ihr vor allem ein zugkräftiger Name für das neue Lokal. Es war keine schlechte Idee, sich an den Titel der seit 1886 mit großer Resonanz erscheinenden Satirezeitschrift ‘Simplizissimus’ anzuhängen und zum ‘Simpl’ zu vereinfachen.»

Schon in der Unterführung auf dem Weg in den zweiten Innenhof, dem Sitz der Agentur häfelinger + wagner design, bietet sich uns dieses schicke Bildnis eines schicken BMWs. Die Agentur gehört im Bereich Unternehmenskommunikation zu den renommiertesten Adressen in der Bundesrepublik. Sie zeichnet seit vielen Jahren für die hohe Qualität der Jahresberichte börsennotierter Unternehmen verantwortlich.

Prof. Olaf Leu wird von den bereits Anwesenden begrüßt. In der Bildmitte ist ein Teil von Frank Wagner zu sehen.

Clemens Hilger im Gespräch mit Frank Wagner.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit zwei ausgewiesenen Unternehmenskommunikationsspezialisten auf Unternehmensseite. Die über zwei Stockwerke liegenden Designbüros wurden zuvor mit viel Liebe zum Detail ausgeleuchtet. Unser Redaktionsfotograf braucht eigentlich nur noch «draufzuhalten»; ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Prof. Olaf Leu, ganz nah bei seinem Lieblingsbuchstaben «K», steht er doch für die beiden Begriffe Kommunikation und Keschäftsberichte.

Der Innenhof füllt sich. Immer mehr Gäste treffen ein.

Deutlich zu erkennen: Schon vor dem Vortrag stellt sich eine prima Stimmung ein.

Auch Mitarbeiter aus dem Hause häfelinger + wagner design wollen mehr über Olaf Leus Wirken erfahren. Rechts im Hintergrund blitzt der Saxophonist der zweiköpfigen Jazzformation durch, die reichhaltig und exzellent spielen.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Frank Wagner. Es geht um letzte Details.

Olaf Leu: «Frank, siehst Du dieses Licht?» Frank Wagner: «Ja, Olaf, ich sehe dieses Licht. Wie machst Du das?» Olaf Leu: «Ich strecke meinen Zeigefinger aus – und schon erscheint es. Das ist pure Magie. Weißt Du, ich mag das irgendwie.»

Annette Häfelinger und Clemens Hilger «baden» hingegen für den Hauch eines Momentes in viel zu viel Licht. Aufsteckblitze verstehen eben leider nichts von gelungener Lichtführung.

Nun sieht unser Redaktionsfotograf für den Hauch eines Momentes ebenfalls viel zu viel Licht. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Die letzte Besprechung dauert an.

Ein brillanter Referent testet zuvor immer auch die Sitzmöbel seiner Zuhörer, um herauszufinden, wie viele Stunden er ihnen darin zumuten kann.

Die Lesung beginnt.

Der Ton wird gepegelt.

Prof. Leu hat extra für den heutigen Abend das Thema Unternehmenskommunikation stark erweitert.

Besonders interessant sind die Unterschiede in der Zeit seines damaligen Wirkens und der Gegenwart. Durch die immer komplexer werdenden Zusammenhänge, die es durch die Globalisierung auch im Bereich der Unternehmenskommunikation zu bewältigen gilt, gibt es beispielsweise kaum noch einen Zeitpunkt, an dem das Mitglied einer Unternehmensführung sagen könnte «So, genau das ist unsere Position und eben genau diese Position möchten wir gerne kommunizieren.»

Früher ging das problemlos. Heutzutage ist alles im Fluß, in Bewegung, können sorgfältig formulierte Unternehmenspositionen bereits am nächsten Tage schon Makulatur sein. Ça veut dire: Die Erstellung von Geschäftsberichten ist im Bereich Kommunikationsdesign die mit Abstand komplexeste Aufgabe.

Eines der ganz großen Verdienste Olaf Leus ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung seiner Schriftenfamilie Compatil. Sie ermöglichte es erstmals, innerhalb eines Layouts das standgenaue Ändern des Fonts von normal in kursiv oder halbfett oder fett – oder was auch immer –, ohne daß sich am bereits bestehenden Umbruch auch nur einen einzigen Millimeter die Schriftweite, die Spationierung, der Durchschuß usw. geändert hätte.

Nicht von ungefähr reimt man deshalb in der Branche voller Anerkennung: «Von der Wolga bis zum Nil: Alles setzt in Compatil.» Übrigens: Der aktuelle Relaunch des Commerzbank-Schriftzuges wurde ebenfalls in Prof. Leus «Compatil» realisiert.

Wer sich auch immer an diesem Abend glücklich schätzen darf, zu den geladenen Gästen zu gehören, sie alle genießen einen großzügigen Einblick in das kreative Schaffen eines der ganz Großen in seiner Zunft.

Halbzeit: Die Lesung ist beendet.

Prof. Leu nutzt die Pause, um in direkter Nähe zu seinen beiden Bilanz-Bänden etwas zu entspannen. Im Vordergrund entsteht ein angeregtes Gespräch über Typographie.

Frank Wagner und Annette Häfelinger.

Da es sich bei den geladenen Gästen ausschließlich um Fachpublikum handelt, nimmt sich Prof. Leu die Zeit, die an ihn gerichteten Fragen individuell und eingehend zu erörtern.

Also gut: Die zweite Schwäche unseres Redaktionsfotografen sind Bildnisse von Menschen, die große Kameragehäuse auf ihren Schultern tragen.

Die Podiumsdiskussion beginnt. Es ist jetzt gefühlte und möglicherweise sogar tatsächliche 23:00 Uhr. Ein kurzer Mailcheck ist da völlig ok.

Auf dem Podium diskutieren drei Kommunikationsabteilungsleiter dreier börsennotierter Unternehmen mit Prof. Leu über die veränderten Kommunikationsanforderungen. So wird transparent, daß die Anforderungen an die Erstellung eines Geschäftsberichts durch die zunehmende Medienauffächerung immer komplexer wird.

An der Podiumsdiskussion sind Christian Finkenzeller (BMW Group), Dr. Johannes von Karczewski (Siemens), …

sowie Susanne Stacklies (Deutsche Post DHL) und Prof. Olaf Leu beteiligt.

Die Podiumsdiskussion ist beendet.

Für das Kamerateam ist der größte Teil abgedreht. Noch ein paar Stimmungsbilder zum Schluß – und die Sache ist im Kasten. Dieser Vorgehensweise schließt sich unser Redaktionsfotograf an. Die letzten Bilder bleiben unkommentiert.

Es war ein großartiger Abend! Und: Ende Teil 1. Der zweite Teil unseres Berichts über Olaf Leus München-Reise wird sich seinem Vortag «Neue Amerikanische Schule» exklusiv vor Mitarbeitern des Hauses häfelinger + wagner design sowie einem anschließenden Besuch der Thomas-Ruff-Retrospektive im Haus der Kunst widmen.

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DDC-Tribüne in der Frankfurter Romanfabrik

22 Sep

Der DDC in der Frankfurter Romanfabrik. Es war ein schöner dreigeteilter Abend. Peter Zizka stellte «Metamorphosen. Design zwischen Erneuerung und Anpassung» vor. Der Band erschien soeben in der Taschenbuchreihe DDC Designbibliothek. Gefolgt von einer irrsinnigen Performance der beiden Herren Claus A. Froh und Frank Wolff. Danach gab DDC Ehrenmitglied Prof. Olaf Leu gemeinsam mit Ingrid El Sigai per Lesung einen Einblick in seine Berufsjahre von 1971-2011. Ach ja, der anschließende Gedankenaustausch kam ebenfalls nicht zu kurz. Und nun: Ab ins Präsens:

Das Bekleidungsunternehmen «Dolzer» direkt neben der «Romanfabrik»

Bevor wir uns inhaltlich vorstehend skizzierter «Speisekarte» widmen, wäre es möglicherweise durchaus von Vorteil, sich kurz Gedanken über das Verhältnis von innen und außen zu machen. Über das berühmte Zitat «Mens sana in corpore sano» beispielsweise. Und in welchem Kontext es zur Literatur stehen könnte; denn: Kann ein gesunder Körper samt gesundem Geist von einem ungebügelten Hemd umgeben sein? Oder: Wie fühlt sich ein mit viel Liebe zusammengestellter Textband, der Aufsätze bekannter Spitzengeister enthält, in einer zerknautschten Maul-, quatsch, Manteltasche?

Für alle, die nicht genau wissen, wie sich ihr Körper zum jeweiligen Ereignis fühlen soll, hält Dolzer im Netz den ultimativen Dolzer Dresscode parat. Denn, so der digitale Beipackzettel: «Ob Büroalltag, Cocktail-Party oder offizieller Geschäftsanlass: Mit unserem Dresscode erhalten Sie eine zeitlose Orientierung zur anlass- und typgerechten Auswahl Ihrer Garderobe. Die wichtigste Grundregel: Die Auswahl des angemessenen Outfits bestimmen der Anlass, die Tageszeit und die Angabe auf der Einladung, die Sie erhalten haben. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und natürlich beim Gutaussehen!» Und weil das renomierte Premiumbekleidungsunternehmen es trefflich versteht, das aktive Lesen mit dem passiven Gutaussehen harmonisch in Verbindung zu bringen, ist es konsequenterweise neben der «Romanfabrik» bestens plaziert. Den Herren mit dem ungebügelten Hemd in Vordergrund des Bildes haben wir vor- und fürsorglich unkenntlich gemacht. Um den Schuldigen zu beschützen. Und Dolzer natürlich auch. Und den Rest der Welt ebenfalls. So sind wir nunmal.

«Mit sonnigen Grüßen!»: Anna Tanriverdi und Anne Tecklenburg.

Anna Tanriverdi begrüßt einen weiteren Gast. Im Hintergrund Prof. Olaf Leu und Werner Ruwald.

Im Gespräch: Werner Ruwald und DDC-Gründungsmitglied Prof. Olaf Leu.

Gekonnter Fingerzeig: Prof. Olaf Leu (links) und Prof. Friedrich Friedl (rechts). Ins Buch vertieft: Peter Zizka (links) und Ingrid El Sigai (rechts).

Auch hier vorbildliche Handhaltungen, die jeweils auf eine ausgeglichene Gesprächsführung schließen lassen. Vordergrund, von links nach rechts: Prof. Olaf Leu, Eva Leu und Prof. Friedrich Friedl. Im Hintergrund, von links nach rechts: Erhard Sobeck und Peter Zizka.

Prof: Olaf Leu begrüßt Erika Müller. Im Hintergrund: Erhard Sobeck (Hansen Werbetechnik) im Gespräch mit Peter Zizka.

Kniebeugen? Dirigieren? Beim Fotografieren versehentlich das iPhone fallengelassen? Meerschweinchenreport weiß es besser: Die Begrüßung eines guten Freundes steht kurz bevor.

Wenn rot gestrichene Wände zu Vorhängen werden: Erhard Sobeck im Gespräch mit Peter Zizka.

«Die Blitzlichtwürfellichtästhetik der 1960er Jahre ist in meinen Schädelwänden derzeit das ganz große Ding!». Klar, daß wir bei diesem Sachverhalt gar nicht anders können, als dem Drängen unseres Redaktionsfotografen Andreas Baier (DDC) nachzugeben – und dieses Bild ebenfalls publizieren. «Außerdem», so fügt er hinzu, «erinnert mich speziell dieses Foto irgendwie an das Arbeitszimmer von Frank Lloyd Wright, ohne jedoch genau begründen zu können, warum dem so ist.» A-ha! Hinter den beiden Lampenschirmen, von links nach rechts: Prof. Olaf Leu und Prof. Dr. Rösch. Und auf dem Tisch in der Bildmitte die beiden Leu’schen «Bilanz»-Bände 1 (rot) + 2 (blau).

Noch ist Zeit, gemeinsam die spätere Lesung zu besprechen. Von links nach rechts: Ingrid El Sigai sowie Olaf und Eva Leu.

Eva Leu begrüßt Prof. Dr. Rösch.

Der Saal füllt sich Zug um Zug. Einige DDC-Mitglieder tragen stolz ihren Gelbepunktereißverschluß zur Schau.

Ein weiterer Gast ist soeben eingetroffen: Sven Leu.

Architektin Nicole Kerstin Berganski.

DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig.

Als sich das Bullaugentor ein weiteres Mal öffnet, durchschreitet Valentin Heisters das gleißende Gegenlicht und verkündet via seines gut gestalteten Grinsens, daß Arbeiten per se mit Freude behaftet ist. Von links nach rechts: Sven Leu (mit Motorradhelm), Valentin Heisters (mit Pilotenkoffer) und ein Literaturinteressierter, mit ich dem mich den Abend über prima unterhalten habe.

DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes begrüßt die anwesenden DDC-Mitglieder sowie die zahlreichen Gäste, zu denen auch einige Rotarier gehören.

DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes über die Bedeutung der gelben Farbe …

sowie über gute Taten aus dem Verborgenen heraus. Beziehungsweise umgekehrt.

DDC-Vorstandsmitglied Peter Zizka betritt die Bühne. Es geht unter anderem um die gute alte – und eigentlich nicht zu beantwortende – Frage, ob zuerst das Design-Ei oder gar das Design-Huhn das Licht der Design-Welt erblickte. Ich persönlich vertrete die Ansicht, daß es der Design-Taschenrechner von DDC-Ehrenmitglied Dieter Rams war. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Die DDC-Vorstandsmitgliedmetamorphose beginnt. Bis sie abgeschlossen ist, will ich Euch einen kleinen Ausschnitt aus dem Vorwort von Andreas Platthaus, FAZ, zitieren: «Mit seiner Publikationsreihe strebt der DDC die Schaffung eines Sammelbeckens für interessante Beiträge zum Design an. In ihm soll theoretisch, begrifflich wie ideologisch das aufgefangen und konkretisiert werden, was betreffs Gestaltung häufig zu sehr im Allgemeinen bleibt. Daß gleich für die erste Ausgabe eine Gruppe solch hochqualifizierter wie prominenter Autoren gewonnen werden konnte, zeigt den Anspruch und setzt Maßstäbe für die Fortführung der DDC Design Bibliothek.» Na bitte!

In ihrer Perfomance treffen der Lyriker Claus A. Froh und der Cellist Frank Wolff (auch als «Stadtstreicher von Frankfurt» bekannt) erstmals mit ihrem Programm «text & töne» auf einer Bühne zusammen. Eine literarisch-musikalische Jam-Session im improvisierten Miteinander und Gegeneinander von Textstimme und Cello. Ein Ereignis von so hoher Qualität und Güte, daß es unser Redaktionsfotograf vorzog, während der künstlerischen Darbietung gar nicht oder nur mit zugekniffenen Augen zu fotografieren; beziehungsweise hierfür die kleinen Zwischenpausen abzuwarten.

Um die Künstler nicht ein weiteres Mal zu stören, bleibt nachfolgende Bildstrecke unkommentiert.

Nochmal zum Mitschreiben: Wir können nicht anders, als das künstlerische Wirken der Herren Claus A.Froh und Frank Wolff unbedingt weiterzuempfehlen.

Prof. Olaf Leu vor einem Tableau mit seinen eigenen Arbeiten, die in der nun folgenden «Bilanz»-Lesung unter der Mitwirkung von Ingrid El Sigai eine zentrale Rolle spielen. Den ersten Teil seiner Autobiografie, die seine Zeit von 1951 bis 1970 beschreibt, stellte Olaf Leu bereits 2009 in der Romanfabrik vor. Sein zweiter Teil befaßt sich nun mit der Zeit von 1971 bis 2011.

Wir freuen uns auf Geschichten und Erlebnisse von Olaf Leu als Packungs- und Kalendergestalter, als «Goethe»-Reisender in Sachen Design, als Typograf, als Corporate Designer, als Design Juror, als Design Consultant, als Design Professor. Lebensnah, lehrreich, unterhaltsam, zuweilen launig und sehr persönlich. Die schöne Stimme von Ingrid El Sigai macht diese Lesung zu einem besonderen Hörerlebnis.

Auch hier bleiben die nachfolgenden Bilder dieser Performance weitestgehend unkommentiert.

Die Frankfurter Romanfabrik verfügt über ein erstaunliches Fassungsvermögen an Zuschauern. Dank seiner hügeligen Landschaften und großzügigen Park- und Zapfhahnanlagen innerhalb des Gebäudes ist sie in der Lage, mehrere tausend kulturinteressierte Gäste zu empfangen und artgerecht zu bewirten. Kenner der Location sprechen inzwischen voller Hochachtung von «Little Woodstock». Das Foto entstand vom Mischpult des Toningenieurs aus. Deutlich zu erkennen sind die Regler im Vordergrund, die bei fachgerechter Bedienung den Veranstaltungsort mit einer beeindruckenden Klangkulisse versorgen.

Mischpultregler in Großaufnahme, in dem sich die zahlreichen Lichter von Fanfeuerzeugen widerspiegeln. Unser Redaktionsfotograf möchte darauf hingewiesen wissen, daß bei diesem Bildnis ein Werk Edward Westons Pate gestanden habe, nämlich jenes, das eine aufrecht stehende Meeresmuschel zeigt. Die Meerschweinchenreportredaktion kann das jedoch nicht nachvollziehen. Die eine Hälfte der Redakteure sieht eher Edward Westons nicht minder berühmte «Paprika» als Vorbild, während die andere Hälfte mehr den startenden (oder gerade landenden) Helikopter vor der nächtlichen Kulisse New York Citys von Andreas Feininger sieht. So richtig Genaues weiß aber letztlich niemand.

Die unmißverständliche Visualisierung des alten Kommunikationsprinzips «Hören. Sehen. Sagen.»

DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig: «Sind wir nicht alle ein bißchen Sin City?»

Von links nach rechts: Ein erstklassiger Gestalter, der in seiner erstklassigen Gestalt nicht gezeigt werden möchte, und Patricia Eibes.

Dasselbe gestalterische Prinzip wie im vorangegangenen Bild. Aber diesmal bei mehr Licht.

Von links nach rechts: Frank Wagner, Prof. Olaf Leu und – ganz signaturempfangsbereit: Silvia Werfel.

Von links nach rechts: Erhard Sobeck, Frank Wagner sowie Prof. Olaf Leu mit einem Mitbringselschal von Oliver Hesse.

Nach der Performance: Der Cellist Frank Wolff im Gespräch mit Gästen.

Konstruktive Mischpultgespräche. Von links nach rechts: Achim Heine, Frank Wagner, Peter Zizka und Oliver Hesse.

Von links nach rechts: DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig im Gespräch mit Elisabeth Budde.

Die beiden Herren Achim Heine sowie Oliver Hesse gibt es heute in zwei Ausführungen. Hier: «Ausführung I»

Und hier: «Ausführung II»

Oliver Hesse.

Oliver Hesse und Lisa Schulze Oechtering. Im Hintergrund einmal mehr Dolzer. Diesmal in romantisches Filmlicht getaucht: Während auf der linken Seite Humphrey Bogart seine Geliebte mit frisch gefertigtem Feuerzeugfeuer versorgt und sie bedrängt, doch bitte ohne ihn das bereitstehende Taxi zu besteigen, besingt zur Rechten unter der Laterne Lale Andersen Lili Marlen. Eine Möglichkeit. Eine andere Alternative: Ein nach frischen Tättowierungen dürstender Abgeordneter des Deutschen Bundestages untermauert sein Verlangen durch westsidestoryeske Gesangeseinlagen, die er die Stufen fast komplett hinaufkriechend laut vor sich hin knödelt. Oben öffnen sich die Pforten der heiligen Hallen: Der erste Mitarbeiter des Hauses, der voller Stolz das neue Schuhwerk seines Herrn einläuft, nähert sich dem Verwirrten mit einem Silbertablett, um ihn einerseits mit etwas frisch aufgebrühtem Tee sowie einigen Keksen zu besänftigen, andererseits jedoch nachhaltig darüber aufzuklären, daß er sich in der Tür geirrt habe. Das Vorhaben gelingt. Der Suchende will umgehend sein Mandat zurückgeben und schwört, sofort mit dem Sammeln von Spendengeldern zu beginnen, die dem Bau eines Opernhauses in der Serengeti zugute kommen sollen. Beide singen im Duett «O Isis und Osiris» beziehungsweise «Rule Britannia», was sich in beiden Fällen überraschend gut anhört. Der Vorhang fällt. Das Publikum spendet begeistert Applaus. Und das beste: Die beiden abgebildeten Personen heißen immer noch Oliver Hesse und Lisa Schulze Oechtering.

Alles in allem war es einmal mehr eine gelungene DDC-Veranstaltung.

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Access All Areas: «Ein gesunder Abschlußbericht»

21 Apr

Treppenaufgang zur Ausstellung der Hochschule RheinMain (HSRM) im Rahmen der diesjährigen Access All Areas. Auf den Frontseiten der jeweiligen Treppenstufen visualisiert und zementiert sich der kraftvolle Werdegang Ehemaliger. Zugleich eine eindrucksvolle Beweisführung der These Prof. Rüdiger Pichlers, die besagt: «Wer es bei uns schafft, der schafft es auch in London, New York, Paris, Barcelona und Tokio.» Quod erat demonstrandum.

Schon Gertrude Stein wußte zu berichten: «Gut gefüllte Hallen sind gut gefüllte Hallen sind gut gefüllte Hallen.» Wobei vorstehender Satz des Autors Hang und Drang geschuldet ist, immer auch irgendwie und irgendwo Gertrude Stein einbauen zu wollen. Zu klären wäre also die Frage, inwieweit eine Rose mit einer gut gefüllten Halle gleichzusetzen – oder zumindest in einen Bezug überhaupt zu bringen ist. Antwort: Für einen Veranstalter gibt es nicht rosigeres als einen gut gefüllten Veranstaltungsort. Quod erat demonstrandum.

Das fraglos Schöne an einem Teleobjektiv ist die mit ihm verbundene Möglichkeit, einerseits Entfernungen zu «verkürzen» und andererseits durch die damit einhergehende geringere «Schärfentiefe» sogenannte «Vereinzelungen» vornehmen zu können. Hier liegt der Fokus beispielsweise auf Gertrude Stein, quatsch, Gordon Bonnet von der Wiesbadener Industrie- und Handelskammer. Bitte Foto anklicken, um in den Genuß der konkreten Wirkungsweise des Teleobjektivs zu kommen.

Ein gut gefülltes Auditorium steht für interessante Vorträge von interessanten Referenten vor interessiertem Publikum. Aber worum geht es eigentlich? Das hat Euch Euer ergebnisorientierter Meerschweinchenreport bereits in seiner Vorschau ausführlich beschrieben.

Im Bildvordergrund von links nach rechts: Frau Dekan Prof. Dr. Jutta Hahn, Frau Prof. Dr. Cornelia Freitag-Schubert und Herr Prof. Rolf Schubert. Im Hintergrund nimmt Herr Prof. Jörg Waldschütz (ADC) ein Bad in der Studentenmenge.

Nach den Vorträgen entspannte Stimmung am Rednerpult (von links nach rechts): Präsident Prof. Dr. Detlev Reymann, Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, Prof. Gregor Krisztian sowie Prof. Rüdiger Pichler.

«Meine Herren! Was wir noch bräuchten, das ist ein sweetes Gruppenfoto vor einer schmucken Betonwand!» Von links nach rechts: Prof. Gregor Krisztian (HSRM), Prof. Rüdiger Pichler (HSRM), Rolf Mehnert (Vorstand Fuenfwerken AG), Prof. Dr. Detlev Reymann (Präsident HSRM), Dr. Helmut Müller (Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden).

«All ships must sail into the same direction!» Im konstruktiven Dialog: Michael Volkmer (Scholz & Volkmer) und Michael Eibes (Sprecher des DDC-Vorstandes).

Gérard Röpke von Big City TV. Im Hintergrund Prof. Jörg Waldschütz (ADC) mit Ehering.

Heiko Kubenka und Conny Diergardt vom richtungsweisenden Wiesbadener Kurier. Im Hintergrund Anja Henningsmeyer von der Hessischen Film- und Medienakademie (hFMA).

Laurenz Nielbock und Thilo von Debschitz von der «Q Kreativgesellschaft». Sie sind gemeinsam mit Prof. Gregor Krisztian für den hochwertigen «Speiseplan» verantwortlich, den die Studenten der HSRM während ihres 5-tägigen New-York-Trips kredenzt bekamen.

Prof. Günther Klein, Mentor Maximus Mork vom Ork, Prof. Jörg Waldschütz, Michael Volkmer und Prof. Dr. Cornelia Freitag-Schubert.

«Was passiert, wenn ein Flugzeug während des Fluges die Flügel vorübergehend kurz einklappt und zufälligerweise Erik Spiekermann mit an Bord ist? Wird dieses Ereignis die Entstehung einer neuen serifenlosen Schrift provozieren?» Über diese Fragestellung diskutierten voller Leidenschaft Prof. Gregor Krisztian (HSRM) und Thilo von Debschitz (Q-Kreativgesellschaft). Im Hintergrund der lachende Dritte: Michael Volkmer (Scholz & Volkmer).

Direkt nach den Eröffnungsfeierlichkeiten an der Hochschule RheinMain finden die Aufbauarbeiten der DDC-Ausstellung «Gute Gestaltung 11» im Muschelsaal des Wiesbadener Kurhauses statt.

Die Deutsche-Designer-Club-Ausstellung ist so konzipiert, daß jedes Ausstellungsstück seinen fest zugewiesenen Platz hat. Präzision verlangt Präzision.

Gute Gestaltung vom «addcube» bis hin zu funktionalem Laborgerätedesign. Der DDC ist für alle Design-Bereiche zuständig.

Der große Saal in der Wilhelmsstraße war voll besetzt, als IHK-Präsident Dr. Gerd Eckelmann die Gäste begrüßte und die Bedeutung der Kreativ- und Designwirtschaft für Wiesbaden auch aus Sicht der IHK hervorhob.

Der Präsident des Rates für Formgebung, Prof. Dr. Peter Pfeiffer machte die Wertschöpfung, die Design leisten kann, in seinem Vortrag an Beispielen insbesondere aus dem Produktdesign der Automobilindustrie deutlich.

So zeigte der Formgebungspräsident den Besuchern anhand eines einzigen Bildes, wie gut, familienfreundlich und preiswert ein Mercedes-Sportwagen mit einem VW-Logo aussehen kann.

«Barometer der Zufriedenheit»: Sind die Gäste zufrieden und entspannt, so läßt sich dieser Gemütszustand leicht an der variablen Hautfarbe des Fachpubliums ablesen. So richtg rot angelaufen ist an diesem Abend niemand.

Gut gestaltet und gelaunt: Marcus Wenig (Die Firma).

Ebenfalls zu den anwesenden Gästen zählte Dr. Klaus Kleinschmidt; photonet galerie.

Auf dem Weg zur DDC-Ausstellung «GUTE GESTALTUNG 11» im Muschelsaal des Wiesbadener Kurhauses: Am Warmen Damm Freiluftunterricht für eine Grundschulklasse. Thema: Pflanzenbestimmung.

Von links nach rechts: Sven Clasen, Amt für Wirtschaft und Liegenschaften; Stadtrat und Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel; Henning Wossidlo, Kurdirektor und Geschäftsführer der Kurhaus Wiesbaden GmbH.

Auf der Suche nach dem ultimativen Design-Kick? So reißerisch sollte man im seriösen Design-Bereich nicht formulieren. Aber wie denn sonst? Nun ja, vielleicht so: «Nach einem schmackhaften und lockeren Frühstück, in dessen Mittelpunkt leicht gebogene Hummerschwänze standen, betrachteten es nun die zahlreichen Besucher der DDC-Ausstellung *Gute Gestaltung 11* als ihre Hauptaufgabe, in denen ihnen dargebotenen Designprodukten eben jene und just zuvor genußvoll verspeiste Hummerschwänzchenkrümmungen wiederzuentdecken und dies als Anlaß, einmal zünftig über Zukünftiges nachzudenken, zu nehmen. Der Herr mit den drei blauen Streifen am Ärmel und dem leicht gewölbten Typoposter scheint bereits fündig geworden zu sein.»

Am Freitag, den 8. April, wurde durch den Stadtrat und Wirtschaftsdezernenten der Stadt Wiesbaden, Herrn Detlev Bendel, im Rahmen der 5. «Access All Areas», die ebenfalls unter dem Label «Designtage Wiesbaden» firmieren, die gut besuchte DDC-Ausstellung «GUTE GESTALTUNG 11» im Muschelsaal des Wiesbadener Kurhauses eröffnet. Die Stimmung war ausgezeichnet.

Ausgezeichnet gutes Design ist nicht nur gutes Design, weil es sich erkennbar um gute Gestaltung handelt: es muß auch hoch funktional sein. Nach den durch den Bauhausgründer Walter Adolf Georg Gropius einst ferstgelegten Richtlinien für «artgerechte Porzellangestaltung» muß sich durch einen bereits gebrannten Teetassenuntersetzer auch bequem eine Sonnenfinsternis verfolgen lassen.

Michael Eibes und Prof. Volker Liesfeld diskutieren entspannt über eine gelungene und vom Deutschen Designer Club (DDC) prämierte Schnabeltassendesignleistung, die in den Lebensabendoasen der Firmengruppe «Seniorenglück» eine übergeordnet positive Resonanz erfuhr.

Auffälliges und ungewöhnlich gestaltetes Beindesigntattoo unter Hinzuziehung des Schrifttyps Helvetica Bold: «I’ve been a dancer all along». Wer in den letzten Jahren die Access All Areas aufmerksam verfolgte, wozu auch die Filmabende im Walhalla-Filmtheater gehörten, der wird vergleichsweise leicht erraten können, in welcher Wiesbadener Designagentur der hier abgebildete Beintattooinhaber seinen Schreibtisch stehen hat.

Marcus Wenig (DDC) von der Firma Die Firma klärt als diesjähriger Juryvorsitzender der Sektion «Internet» die Besucher darüber auf, warum, wieso und weshalb die Preisträger Preisträger sind.

Michael Eibes (Vorstand DDC) klärt über die Aufgabenstellungen auf, vor denen die DDC-Juroren stehen. Rechts im Vordergrund Malte Kindt.

Lange Schlange vor der Lutherkirche in Wiesbaden, dem Austragungsort der diesjährigen «see conference #6». Im Hintergrund ragt stolz die Gutenbergschule mit ihren Giebeln in die Höhe, die für das Bildungsniveau Eures Hamsters lange Zeit verantwortlich zeichnete.

Ein Blick von der Pressetribüne in die Pressetribüne zeigt, daß manche übergeordnete Kommunikationsmaßnahmen im Dienste einer guten Sache stehen.

In diesen heiligen Hallen empfing der Autor dieser Zeilen im Jahre 1984 brav, artig, bieder und gut das Licht in Form eines Abiturzeugnisses. Und jetzt? O tempus, quo vadis? Na klar, immer häufiger in die Kirche – um zu reden.

Sorgfältig im Lichte der Großartigkeit positioniert (von links nach rechts): Peter Post, Rui Camilo, Michael Volkmer und Stefan Lauhoff.

Diese Veranstaltung benötigte eine intensive Vorbereitung, eine Kirche als Veranstaltungsort für die «see conference» ist alles andere als selbstverständlich; und außerdem müssen auch dieses Jahr mindestens zwei der Sprecher direkt nach ihrem Vortrag zum Flughafen eilen. Der Initiator Michael Volkmer ist gewohnt souverän und qualitätsorientiert aufgestellt.

Carlo Ratti vom SENSEable City Lab in Boston markiert unter anderem Müll, der auf der Straße herumliegt, mit GEOtags und beobachtet dann via Satellit welche Wege er in den nächsten Wochen zurücklegt.

Prof. Dr. Harald Welzer (Bildmitte) ist nach wie vor mit der Kreuzigung Jesu Christi nicht ganz einverstanden und so wird ihm nach Beendigung seiner Messe zum Thema Nachhaltigkeit von einem Zuhörer mit dem ganz großen Durchblick bescheinigt, zukünftig «immer dann in die Kirche zu gehen, wenn er, Welzer, predige». Na bitte, das sind doch glasklare Ansagen, An- und Aussichten.

Eine der großen Leistungen Harald Welzers – bevor er sich auf den Talk-Show-Zirkus eingelassen hat –, ist, daß er im Bereich des menschlichen Erinnerungsvermögens darüber forschte, wer sich wie an die Zeiten des Dritten Reichs erinnert. Er befragte Täter und Opfer. Ein tiefer Einblick in die menschliche Psyche. Das Buch heißt «Opa war kein Nazi». Ich habe das Buch gelesen. Für mich das Standardwerk zum Thema Vergangenheitsbewältigung.

Sein Vortrag auf der «see conference» jedoch war – und es tut mir wirklich leid, das so sagen zu müssen – nichts als eine seltsame Mixtur, bestehend aus gesellschaftlich längst akzeptierten Thesen zum Thema «Umweltschutz» einerseits und dem intensiven Bedauern, daß die aus seiner Sicht wirklich relevanten Themen wie beispielsweise «Fukushima» oder «Klimaerwärmung» von den Medien nicht mit allem Nachdruck über Jahre hinweg zum täglichen Dauerthema gemacht würden. Gott sei Dank, kann ich dazu nur sagen. Wenn sich unsere Gesellschaft schon mit Vollgas und in unumkehrbarer Weise Richtung Betonwand bewegt, möchte ich in der Zeit bis zum Aufprall wenigstens noch meinen Spaß haben – und sie mir nicht von selbsternannten Miesepetern vermiesepetern lassen.

Ach ähm, noch was, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Welzer: Wissen Sie eigentlich warum, wieso und weshalb der Hemdkragen erfunden wurde? Nein? Nun, ich will es Ihnen gerne sagen. Das hat etwas mit «Nachhaltigkeit» zu tun. Der Hemdkragen schützt das Sakko oder auch Jacket vor dem Körperfett, das auch über die Hautbereiche am menschlichen Hals abgesondert wird. Ob das nun wünschenswert oder eher weniger wünschenswert ist, sei mal dahingestellt, denn: es ist halt eben so. Wie viel mal mehr und häufiger ein Sakko, das von einem hemdkragenlosen Hemden- (oder wie in Ihrem Falle) T-Shirtträger getragen wurde, zur Reinigung muß, und wie viel mal mehr dadurch die Umwelt unnötigerweise eine Mehrbelastung erfährt, ergibt sich mit Sicherheit ebenfalls aus jener Rechnung, die Leute wie Sie immer dann heranziehen, wenn es darum geht, scheinbar ahnungslosen Mitmenschen den grundsätzlichen Erwerb von Textilien mit dem Satz «Wußtest Du eigentlich, daß für die Produktion eines einzelnen T-Shirts sage und schreibe 80.000 Liter Wasser verbraucht werden?» madig zu machen. Stimmt’s, oder hab’ ich recht?

Frage ist deshalb nur: Warum halten Sie sich denn dann nicht im Interesse an einer aufrichtigen und übergeordneten Umweltrettung an die Spielregeln? Tragen Sie doch einfach mal ein hübsches weißes, oder von mir aus auch kariertes, Hemd mit Doppelmanschetten und darüber dann das T-Shirt von der «see conference #6», gefolgt von Ihrem Sakko. Das sieht zum einen auch bei Ihnen recht schick aus und zum anderen entlasten Sie damit, wie bereits ausgeführt, die Umwelt. Deal? Meerschweinchenreport wird Ihren weiteren Lebensweg von nun an kritisch begleiten und sehen, ob Sie sich zukünftig in Ihrer ökoideologisch motivierten Lebensführung nachhaltig gebessert haben werden…

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Update vom 17. 10. 2013: Brief der Titanic-Redaktion and Harald Welzer.
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Pause nach der Kirche, ist immer auch irgendwie eine Pause vor der Kirche. Bei einer Vortragsveranstaltung, die in einer Kirche stattfindet, verhält es sich immer auch irgendwie ähnlich.

Wer mit dem Licht der Wahrhaftigkeit nicht sofort klarkommt – und noch üben muß, hält sich entweder ein Programmheft vors Gesicht oder trägt geflissentlich eine Sonnenbrille.

Eine Weitwinkelaufnahme, die kein Weitwinkelfotograf ausläßt.

Um mich vor dem geballten «Qualitäts-Overkill», den die «see conference» grundsätzlich bietet, zu schützen, verlasse ich, wie mit Michel zuvor besprochen, den Ort der «Visualisierung von Informationen» bereits nach dem zweiten Referenten, um gemeinsam mit einem guten Freund den Klimawandel dahingehend zu stoppen, indem wir einen kleinen Teil eines ökobiologisch korrekt aufgezogenen CO2-Produzenten gut gegrillt und nachhaltig vernichteten. Selbstverständlich gaben wir uns via Livestream den Rest der «see conference #6». Just to be perfectly honest with you: it was a perfect day.

Access All Areas-Party am 9. April im kuenstlerhaus43, (Obere Webergasse 43, 65183 Wiesbaden). Beginn 20 Uhr, Eintritt 3€. Das Haus, so habe ich mir sagen lassen, war knallvoll. Diese Aufnahme entstand einen Tag später beim sonntäglichen Rundgang, der eigentlichen Access All Areas. Im Hintergrund auf der anderen Seite das Kinderzubehörartikelgeschäft «Little Heroes».

«Little Heroes». Ein schicker Laden für schicke Kinderzubehörartikel. Meerschweinchenreport berichtete bereits hier ausführlich.

«888Monkey»: Ein schicker Laden für schicke Fahrräder und schicke T-Shirts. Meerschweinchenreport berichtete hier bereits ausführlich.

Designlegende Prof. Olaf Leu zu Gast bei Michael Eibes Design.

Bratwurst von der MILKA-Kuh? Wenn man die Regeln einer ausgeklügelten CI nicht konsequent einhält, oder mit ihnen gekonnt spielt, so kann man durchaus zu solchen Assoziationen kommen…

Michael Eibes (DDC) und Gordon Bonnet (IHK).

Beim Rundgang mit der Kamera erwischt: Christoph Kremers (Die Firma) in den Räumlichkeiten von Fuenfwerken AG.

Brutzeln lieblich auf dem Fuenfwerken-Weber-Grill vor sich hin: «Weißwürste Rustikal».

Wer sich als Agentur Flaechenbrand ausgesucht hat, der wird als Kunde von Ärzten behandelt, die wissen, was eine ganzheitliche Schmerztherapie bedeutet – und wie sie funktioniert: nämlich (fast) immer alles doppelt.

Außerdem lag noch eine persönliche und gerade zwischen den Zeilen mit viel Liebe angefertigte Einladungsmail von Harald Wenk (Lekkerwerken) vor; aber eigentlich war ich ja gar nicht da, weshalb ich dieser gerade zwischen den Zeilen mit viel Liebe angefertigten Einladungsmail von Harald Wenk (Lekkerwerken) nicht habe folgen können, weil ich ja eigentlich die ganze Zeit über die «Deutsche-Tourenwagen-Masters» (DTM) verfolgt habe, die am gleichen Tag Wiesbaden «unsicher» machte. So ißt das manchmal…

Und Fazit? Fazit ist prima.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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