Tag Archives: Richard Avedon

Penelope Tree by Richard Avedon

14 Jan

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Die Cover-Version Diamonds Are Forever von den Arctic Monkeys:

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Henri Cartier-Bresson: «I Don’t Take The Photograph, The Photograph Takes Me»

3 Jan

Mit einer kleinen Einführung von Richard Avedon beginnt das Inteview mit Henri Cartier-Bresson, einem der größten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Bildästhetik prägte er das visuelle Verständnis einer ganzen Generation von Bildjournalisten – und tut dies immer noch. Er vermied es stets, selbst fotografiert zu werden, da es zu seiner Sicht der Dinge gehörte, als Fotograf unerkannt im Hintergrund zu arbeiten. Er gab nur ganz wenige Interviews. Dies ist eines davon. Enjoy.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Richard Avedon: «Alberto Giacometti»

20 Dec

Vogue 1967

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Richard Avedon: «Wenn der Fuß der Hand oder den Zähnen ein akzeptables Friedensangebot unterbreitet»

19 Dec

Vogue, 1970s

Goldie Hawn; Vogue, 1970s

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Tim Walker Photography

12 Feb

Photo by Tim Walker

Um unseren Lesern immer mal wieder was Frisches auf den Tisch zu legen, führen uns die Recherchewege gelegentlich dann doch in die entlegensten Winkel – um schließlich wieder auf einer Autobahn zu landen, die einen schnurstracks zu einem neuen Netzfund führt; hier zu: Tim Walker Photography.

Passend zu diesem Gericht gibt es hier eine ausführliche Erläuterung des Stern-Journalisten Jochen Siemens. Bei diesem Namen wird unser Redaktionsfotograf hellhörig, denn er hatte mal das Vergnügen, mit ihm diesen Job für den Stern umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit ihm erinnerte ihn damals schon an einen seltsamen Zusammenschnitt des Films Local Hero: Der im fernen Texas gebliebene Ölmagnat Hepper, hier gespielt vom Stern-Journalisten Jochen Siemens, instruiert seinen Mitarbeiter MacIntyte, hier gespielt von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier, aus der Ferne und interessiert sich weniger für den Verlauf des eigentlichen Jobs als dafür, ob sich sein MacInbaier in London auch schön brav im Hazlitt’s einquartiert hat (was übrigens ein prima Tip war), ob er in Gstaad zufälligerweise Audrey Hepburn gesichtet, und ob er – ganz wichtig – in Florenz die freischwebende Kuppel des berühmten Baumeisters Filippo Brunelleschi besichtigt habe. Well, er hatte gerade mal vier Tage Zeit, um die quer über einen nicht unbedeutenden Teil Europas verteilt lebenden Hip-Paparazzi der damaligen Zeit zu portraitieren. So spielte er mit seinem persönlichen Mr Hepper das Spiel Just make him speechless: «Weiß nich, Architektur ist eigentlich nicht so mein Ding, aber das Eis hier macht einen ganz guten Eindruck.»

Könnte es sein, daß sich unsere Leser gerade fragen, was dieser überflüssige Exkurs ins Selbstreferentielle soll? Aber, so entgegnen wir unterrichtend: «So geht nunmal Modefotografie: Ignoriere die Wünsche Deines Klienten und inszeniere Dich selbst!»

Jochen Siemens schreibt: «Noch zählt Walker nicht zu den ganz Großen, noch sitzen Fotografen wie Steven Meisel oder Nick Knight an den Hebeln der fotografischen Trends (…)» Das ist von ihm fein beobachtet. Und auch wenn wir das oben abgebildete Werk aus der fotografischen Feder Tim Walkers für überdurchschnittlich erachten, so kann ein ausgedehnter Besuch seiner Website nur einen Eindruck beim Betrachter hinterlassen: ziemlich viel Mittelmaß. Über Walkers Bilder schreibt Siemens: «Wie einen Kindertraum baut Walker manche seiner Bilder so akribisch zusammen, dass sie aussehen wie eine Szene aus “Alice im Wunderland” oder “Harry Potter”, visuelle Metaphern, die im Kopf des Betrachters die Erinnerungen an die Zeit der Kinderbücher, die unter der Decke gelesen wurden, wiedererwecken.» Das wiederum ist unfein beobachtet, denn diese Vergleiche sind unzutreffen, da Walker nicht dauerhaft auf dem von Siemens assoziertem Qualitätsniveau arbeitet. Unabhängig davon müssen wir uns schon fragen, welche Bücher Jochen Siemens während seiner wichtigen Prägephase da unter der Bettdecke las…

Ach ja, Tim Walker war auch Assistent bei Richard Avedon: «Walker erzählt das ein wenig mit schmalen Worten, ja, Avedon war ein Herrscher, und alle anderen waren Sklaven. Einmal, Walker hatte das Licht nicht schnell genug eingestellt, sei der Mann durchgedreht, “er hat alles fallen lassen und mich angeschrien, ich hab den Krach noch heute im Ohr”, sagt Walker und verzieht das Gesicht.» Der Arme, er verzieht das Gesicht. Wie schrecklich! Da muß jemand echt gelitten haben. Well, Mr Siemens, just to keep you perfectly informed: Die amerikanische Starfotografin Annie Leibovitz beschäftigt für gewöhnlich vier Assis gleichzeitig. Es muß so Mitte der 1990er Jahre gewesen sein, da wurden innerhalb von einer Woche gleich zwei Assistentenstellen im Hause Leibovitz frei: Der eine Assi sprang aus dem Fenster und der andere erlitt einen Herzinfarkt. Aber: «Angebrüllt.» Und: «Diesen Krach immer noch im Ohr haben.» Certainly Sir, that’s quite shöcking, isn’t it?

Und Jochen Siemensens Schreibe merkt man leider an, daß sich der von der Chefredaktion schon vor Jahr und Tag verordnete Schreibstil erbarmungslos durch sämtliche Ressorts zu ziehen hat.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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3 x Andy Warhol

30 Jan

Photo by Richard Avedon

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Von Mäusen und Lobstern, Fotografen und Parties.

23 Dec

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Bildunterschrift mit Didaktikteil I: Um Aufnahmen mit dem gewissen Etwas zu erhalten, ist es unumgänglich zunächst auf die dem Shooting beiwohnenden Moderedakteure, das Modell und natürlich auch auf sich selbst einen latent unbeholfenen Eindruck zu machen. Verwenden Sie beispielsweise ein Teleobjektiv in einem Nahbereich (siehe Foto), der es Ihnen verunmöglicht, technisch scharfe Bilder zu erzeugen. Sagen Sie euphorisch: Retrolook sowie Out of Focus sind derzeit der letzte Schrei. Dann schreien Sie so laut Sie nur können. Herzlichen Glückwunsch: Vom unausgesprochenen Vorwurf, in Starallüren zu baden, haben Sie sich gerade erfolgreich befreit. Die Studioatmosphäre ist auf dem Siede- und Höhepunkt, der Rest ein Kinderspiel.

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***+Teil 1+***

Dschungelcocktail auf den Toiletten einer 747

Fotograf zu sein ist schon was Feines. Der Ruf Desperado der Presseempfänge, Liebhaber von Sonnenuntergängen oder notorischer Beischlafbeglücker von mindestens zwei Models gleichzeitig zu sein, eilt ihm voraus wie der Blitz dem Donner. Darüber hinaus machen ihn seine Weltreiseerfahrungen, seine Menschenkenntnis sowie seine endlos lange Liste von bereits fotografierten Eiffeltürmen zur beliebten Anlaufstation, um sich mit ihm bei einem Glas Dschungelcocktail über die unmöglichen Lebensbedingungen auf den Toiletten einer 747 zu unterhalten. Ist es da nicht reizvoll, sich so einen Paradiesvogel mal auf eine Party zu holen? Und ganz im Vertrauen: die kaputte Instamatic, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegt, kann er ja nebenbei gleich mitreparieren, schließlich ist er ja Fachmann.

Windmühle in Öl

Steht der Fotograf dann schüchtern im Türrahmen, irgendwie nicht so, wie Sie ihn sich eigentlich vorgestellt hatten, dann bereiten Sie ihm eine endlos große Freude, wenn Sie die Rolle unter seinem Arm an sich reißen, mit dem Bild freudestrahlend zu Ihren Gästen rennen und brüllen: »Seht mal! Seht mal! Das hat er selbst gemacht! Das hat er selbst gemacht!« und es anschließend sofort mit Reißzwecken auf Ihrer Schlafzimmerblümchentapete, direkt am Kopfende neben einer Windmühle in Öl, befestigen. Dann wird er vor Glück strahlen, denn er weiß, sein Foto ist gut angekommen.

Champagner, Lobster und Baummaden

Hat er dann endlich Platz genommen, umgeben von Ihnen und all den anderen süßen Mäusen, in der einen Hand ein Glas Champagner, in der anderen einen Lobster – Fotografen trinken und essen ausschließlich Champagner und Lobster, es sei denn, sie müssen sich im Urwald gerade von Baummaden ernähren –, dann fallen Sie ihm am besten gleich um den Hals und fragen mal so ganz dezent an, ob er nicht noch ein paar Models braucht. Sagen Sie ihm auch, daß Sie schon immer einmal mit einem Toaster in der Hand in die Kamera grinsen wollten, es ist ein alter Jugendtraum von Ihnen, sagen Sie ihm das. Das macht bestimmt Eindruck!

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Bildunterschrift mit Didaktikteil II: Eine gesunde Portion Dilettantismus verbreiten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Kamera mitten in der Fotosession so anschauen, als käme sie direkt vom Mars. Zuvor bitten Sie Ihren Assistenten während eines unbeobachteten Augenblicks, zeitgleich die selbe Show mit dem Blitzbelichtungsmesser (auf dem Foto das Gerät mit dem weißen Knopf) zu veranstalten. Damit aktivieren Sie die Helfersyndromfunktion im Kopf Ihres Modells, das – nach Möglichkeit – ein bißchen wie Lady Diana Spencer (war damals in den 1980ern sowie 1990ern quasi Pflicht) aussehen sollte.

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***+Teil 2+***

Helmut Newton, Christian Lacroix und eine parfümierte Hutfeder

Sie haben jetzt eine solide Gesprächsatmosphäre geschaffen, in der Sie Ihre Fotoalben auspacken und ihm auf den Schoß legen können, mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß er jetzt nicht mehr weglaufen kann. Denken Sie bitte unbedingt daran, auch ein paar Alben Ihrer Groß- und Urgroßmutter beizufügen, denn das erleichtert dem Fotografen festzustellen, ob das Talent zum Model in der Familie liegt. Während er sich dann von spaghettiverschmierten Kindergesichtern über krebsrote Haut auf weißem Sand – das erinnert ihn an seinen Lobster, den er im Moment nicht weiterssen kann – bis hin zu Panoramen von Gebirge, Meer und Wüste durcharbeitet, sollten Sie in einem Anflug von geistiger Genialität darüber reflektieren, daß Sie Modefotografie wahnsinnig geil finden und Helmut Newton natürlich auch und daß Sie einen seiner Assis fast ins Bett bekommen hätten, wenn diese blöde Privatsekretärin von Christian Lacroix nicht so raffiniert mit ihrer parfümierten Hutfeder direkt unter seinen Nasenlöchern rumgespielt hätte. Dabei bitte elegant eines Ihrer unvergleichlich schönen, netzstrumpfbehosten Beine – welche voguelesende Partysmalltalkdame hat keine unvergleichlich schöne, netzstrumpfbehoste Beine? – vom Lackschuh befreien und ihm damit zwischen dieselbigen gehen, aufdaß der Champagner schäume. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Chance vielleicht doch noch zur Toaster-Miss-Piggy-des-Jahres gewählt zu werden. Sollte der Champagner allerdings nicht schäumen, auch nicht des Lobsters Scheren klappern, dann, so fürchte ich, haben Sie etwas falsch gemacht. Aber was denn nur?

Fishing for Delle im Halsfleisch

Nur nicht aufgeben! Ein letzter Versuch: Fishing For Compliments! Setzen Sie sich ein Messer an die Kehle, verkünden sie den Selbstmord, weil Sie so völlig unfotogen sind, ihre Haare nie richtig liegen und Sie deshalb hier niemand so richtig beachtet. Drücken Sie das Messer jetzt fester, sagen wir, bis eine starke Delle im Halsfleisch entsteht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Also, nur mal angenommen, Sie sind so schätzungsweise einhundertzwanzig Jahre alt und Ihr Gesicht sieht wirklich danach aus, als hielten die Grand Canyons just und exakt an diesem Ort ihr Weltjahrestreffen ab, dann sollten Sie sich reiflich überlegen, ob nicht der ideale Zeitpunkt für einen taktvollen und gepflegten Abgang gekommen ist…

Tangoschritt und Filzpantoffeln

Aber wirklich passieren wird nichts, Sie wissen das. Der Fotograf wird fassungslos die Alben quer durch den Raum werfen, entsetzt aufspringen, Ihnen das Messer entreißen, Sie in den Tangoschritt zwingen und sagen: »Lady, Sie sind mit Abstand die schönste, attraktivste und begehrenswerteste Dame, die ich in meinem Leben je kennengelernt habe! Ich möchte Sie heiraten, ein Haus bauen, Filzpantoffeln tragen und mindestens fünf Kinder von Ihnen haben.« Und Sie werden es glauben, Sie müssen es glauben. Und nachdem der Fotograf Ihnen Ohr und Geist so lieblich vollgeflüstert hat, nur damit der Gastgeber nicht auch noch seinen Teppich reinigen lassen muß, er sich so gerne mal mit dem Arzt unterhalten möchte, der für ihn freundlicherweise die Wiederbelebungsversuche an der Instamatic übernahm, wird er Sie an die Hand nehmen, auf die Toilette zerren, mit der Gold-Credit-Card ein geheimnisvolles, weißes Pülverchen auf dem Klodeckel zerstoßen, zwei feine, saubere Linien legen, Ihnen ein zum Röhrchen gedrehten Tausender in die Hand drücken, verwegen grinsen und fragen: »Baby! Do you wanna take off?«

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Dieser Text wurde erstmals vor Unzeiten, also irgendwann zwischen 1986 und 1990 in der damals noch erscheinenden Fachzeitschrift foto scene veröffentlicht.

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