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Der kanadische Feuerhund: «Memoiren eines außergewöhnlichen Vierbeiners mit drei Nasenlöchern»

7 Apr

Der kanadische Feuerhund
von Alba von Magenfein
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Ursprünglich von kanadischen Leichtlaufindianern zur Unterstützung beim Feuermachen und der begrenzten Ölförderung gezüchtet, ist diese bemerkenswerte Hunderasse seit der Einführung von Fracking und Dieselfahrverboten etwas in Vergessenheit geraten. Dank modernster Chappitechnologie ist es jedoch erstmals möglich, die Geschichte eines Hundes in gleichermaßen authentischer wie auch faszinierender Ich-Persepektive vorzulegen. Den Erzähler Alba von Magenfein, nach unüberbrückbaren Differenzen mit seiner Köchin dem Hause der Herzogin von Clustermonty entflohen, zieht es zurück zu seinen historischen Wurzeln: den Wäldern am Fuße der Rocky Mountains Kanadas. Dort kommt er zur Besinnung, reflektiert über seine glückliche Kindheit, erinnert sich an das bekannte Kindergartenlied, das man ihm und der genetischen Gesamtkonstruktion seiner baugleichen Artgenossen gewidmet hat: «Ich bin ein kleiner Hund mit Dreilochnase || Ich fühle mich gesund, lebe wie ein Hase || Doch manchmal wird es mir zu bunt || Wie eine Kuh sodann ich grase || Ich bin ein kleiner Hund mit Dreilochnase».

Das macht automatisch ein wohligwarmes Gefühl in der Magengegend und Appetit auf gut gewürzten Grizzly-Braten. Hier trifft er auch auf Häuptling Chiptschap (in seinem früheren Leben Lehrstuhlinhaber an der «Paritätischen Bildungsgesamthochschule NRW» für sozialverträgliches Kaugummikauen), mit dem er ein hammereskes Abenteuer nach dem anderen durchlebt. So erläutern sie langbärtigen Großstadthipstern den Sinn des Lebens, basteln aus deren Scheck- und Kreditkarten laichbereite Lachsdamen, binden den coolen Teilzeitaussteigern selbstgefertigte Sprengstoffgürtelatrappen um ihre schlappen Lendenlappen und fordern sie auf, sich damit pünktlich zu den Achtuhrnachrichten artgerecht in die Luft zu jagen.

Um die exemplarisch sperrige Erlebniswildniswelt unserer beiden Protagonisten für die Leser so selbsterfahrerisch wie irgend möglich aufzubereiten, ist der in japanischer Pinselstrichschreibweise verfaßte Text zusätzlich ganz bewußt mit ausreichend filen ortografisches und gramatikalichent Velern umsichtig ausgestattet. Schließlich sollen sich gerade die Schwächsten in unserer Gesellschaft beim Lesen nicht ausgegrenzt und diskriminiert fühlen. In aufgeklärten Kreisen gilt das in die Haut sich streng vegan ernährender Wildschweine eingenähte Buch als exquisites Lesevergnügen der Extraklasse für die gesamte Familie. Auch die Geschäftsführerin des veröffentlichenden Verlages «Pisa Publishing Group», Claudia Roth (selbst leidenschaftliche Analphabetiker*in), erklärt tränenüberströmt: «Wer nach dieser herzergreifenden Lektüre nicht selbst Hu(ü)nd*in sein möchte, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen».

Fazit: 365 Seiten, die Sie nach Lektüre so schnell nicht mehr vergessen werden – insbesondere wenn Sie dabei auch den Kaufpreis von 365,- € im Blick haben. Aber er lohnt sich! Unsere Leseempfehlung: Pro Tag immer nur eine Seite für nur je 1,- €. Und sollten Sie gerade mit dem Rauchen aufgehört haben, so sparen Sie bei dieser Vorgehensweise alle 24 Stunden je nach Zigarettenmarke und Verpackungseinheit immerhin zwischen drei bis fünf Euro. Letztlich eine klassische Win-Win-Situation. Und darauf kommt es unserem Autoren Alba von Magenfein seit jeher ganz besonders an.

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Rettet die Wale. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Art|Basel|2017 – Bernhard Hofstetter: «Die lebende Schnittstelle zwischen Kunst, Mode, Design und deren adäquate Zubereitungsformen».

2 Jul

Bernhard Hofstetter und Mouna Rebeiz auf der Art|Basel
von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Fangen wir der Einfachheit halber mal ganz klein und basic an; oder, um im internationalen Sprachgestus zu bleiben: «Bernhard Hofstetter, a designer and artist from Switzerland, wears a Tom Ford shirt, Fendi shoes, an Olympia Le-Tan bag, Alexander McQueen sunglasses and a hat he had personally designed by himself.» Well, und da es unser Haus- und Hofphotograph mal wieder nicht hatte lassen können, sich reichlich an digitalen Farbtöpfen zu bedienen, möchten wir unsere hochgeschätzten Meerschweinchenreportleserinnen und Meerschweinchenreportleser mit einem Link zum «New York Times Magazine» versorgen, der Sie zu «Bernhard Hofstetter digitally untouched» führen wird. Wählen Sie einfach das dritte Bild im Slider aus – et voilà!

Na? Eben! Das Leben kann so wundervoll durchinformiert sein, n’est-ce pas? Kommen wir also nun zum eigentlichen Kern unseres Anliegens, zumal es dazu noch so hübsch und gut und überaus verlockend aussieht: Das Ding mit der kombinierten Ästhetik im grenzüberschreitenden Medium der integralen Kommunikationsdisziplinatik. Dochdoch, Sie haben ganz richtig gelesen: Disziplinatik! Das Leben kann so wundervoll woanders stattfinden, nicht wahr? Schrauben wir also das Rädchen der Zeitmaschine H.G. Wells’ ein paar Jährchen zurück – also nur so weit, daß wir beim Aussteigen nicht Gefahr laufen, daß uns ein paar durchgeknallte wilde Irre mit Allmachtsphantasien unsere Finger mit ein paar unter geschmacklichen Gesichtspunkten deutlich überbewerteten Chicken-Wings verwechseln – und klicken diesen Link an. Wir befinden uns in der Pariser Galerie Hubert Konrad; und zwar am 12. März 2013. Präsentiert wird die «Betty Boop Collection» der französich-libanesischen Künstlerin Mouna Rebeiz. Und wen erblicken wir auf besagtem Foto ebenfalls? Genau: Bernhard Hofstetter – who else?

Das sollte uns zu denken geben. Aber, was sollte uns zu denken geben? Ganz einfach: Was Generationen von international agierenden Spitzenmodels nur bedingt hinkriegen, gelingt einem Bernhard Hofstetter scheinbar mühelos: die stil- und geschmackssichere Kombination von Kleidungsstücken, die normalerweise nichts miteinander zu haben dürften. Allein schon deshalb nicht, um bei der Bank keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Aber unser Protagonist stellt mal soeben und ganz locker fast jeden Modeschöpfer kalt. Grandios. Da dürfte sogar ein Tom Wolfe in der Pfanne verrückt spielen. Ähm, was? (Erinnerungen aus dem Kindergarten: «Das heißt nicht: Was? Das heißt: Wie bitte? Und wir konnten gefahrlos süße Kekse mampfen, ohne daß uns eine frustrierte Magersuchttussie, die sich ob eines kulturellen Mißverständnisses versehentlich zum Kindergärtnern berufen fühlt, entsetzt den bösen Zuckerkeks entreißt, um ihn in der Folge vermutlich heimlich selbst zu verdrücken.)

Kommen wir nun zum nächsten Streich. Wir begeben uns direkt dorthin. Wir kümmern uns um diesen Link. Wir befinden uns nun am 26. Februar des Jahres 2015 auf der Vernissage der Ausstellung «Le Tarbouche» der, once again, Künstlerin Mouna Rebeiz in «The Saatchi Gallery», Duke of York’s HQ, King’s Road, London SW3 4LY. Klar, daß wir auch hier Bernhard Hofstetter antreffen. Und was schreibt das «Tatler»-Magazine zu seinem Outfit? Ziemlich präzise dies hier: «Where to begin? There’s the fur, the printed jumpsuit, the spotted bow tie and that Teletubby hat stolen from Dipsy. The whole combination is far more fabulous than anything we have worn in the last year. Top marks.» Es hat, in der Tat, auch irgendwie ein bißchen was eltonjohneskes, keine Frage. Aber letztlich: auch nur «irgendwie».

But how does he do this?

Bernhard Hofstetter, modernes Bauhausverständnis
souverän zelebrierend: Das Runde schiebt das Eckige
photographiert von Andreas Baier
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Ganz so wie bei «Merz-Spezialdragées» die natürliche Schönheit immer von innen kommt, so ist eine entspannte Grundeinstellung zu allen Fragen rund um Kunst und Kultur eine zwingend Voraussetzung, um ungezwungen ganz selbst zu sein. Nur dann läßt sich modernes Bauhausverständnis in der praktischen Anwendung – beispielsweise auf der Art|Basel, oder gar signifikant verkleinert in einem Brotkasten – auch souverän zelebrieren. Ergebnis: Das Runde schiebt das Eckige.

Would you like to visite «World Redeye» in order to find out how Mr. Hofstetter’s outfit looks like in colour? Sure, just follow this link.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, was Bernhard Hofstetter beruflich macht. Hierzu gibt es, wen wundert’s, im Netz unterschiedliche Angaben. Vergleichsweise häufig heißt es, daß er Künstler und/oder Kunstvermittler sei. Gemäß dieses aktuellen Berichtes des SRF heißt es jedoch, daß er in einem Alters- und Pflegeheim arbeitet. Auf jeden Fall ist er, unabhängig davon, wie sehr er sich um die ebenso abwechslungsreiche wie perfekte Gestaltung seiner Oberfläche kümmert, inhaltlich klar strukturiert und entsprechend bodenständig ausgerichtet. Woher wir das wissen? Nun, wer Meerschweinchenreport regelmäßig liest, weiß, daß wir nicht wissen sondern spekulieren wollen. Aber dennoch: Wir sind im Falle Bernhard Hofstetters von der Richtigkeit unserer Vermutungen felsenfest überzeugt.

Auf der «QVED 2016» hielt unser Haus- und Hofphotograph einen Vortrag über seine Arbeit. Mit dabei auch das Aufmacherportrait von Bernhard Hofstetter und Mouna Rebeiz auf der Art|Basel, wie eines der Bühnensituationsfotos zeigt.

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Simply Tom Ford

10 Oct

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«Before everything else, getting ready is the secret to success!» – Tom Ford.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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