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Olaf Leu, der «Ro 80» unter den Designern, wurde just 80 und veröffentlicht sein «R/80» bei «Spielbein Publishers»

18 Oct

Das neue Buch von Olaf Leu: «R/80»
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Sicher, wir hätten auch «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen» in die Überschriftenzeile setzen können. Oder: «‹R/80›, die intellektuelle Kraftnahrungspille für den anspruchsvollen Lebens- und Designinteressierten». Oder: «Wer bisher glaubte, die letzten zwanzig Jahre im falschen Film unterwegs gewesen zu sein, der erhält mit Olaf Leus ‹R/80› eine praktikable Anleitung zum Querumstieg bei voller Fahrt in den richtigen».

Einerseits. Andererseits fangen wir aber mit einem Zitat des ersten Satzes aus dem Prolog (Zwischen Müßiggang und Engagement) seines hier gegenständlichen neuen Buches «R/80» an: «Letztlich bin ich dann doch der Prophetie meines Kollegen Andreas Baier gefolgt, der schon nach Erscheinen meines Taschenbuchs i.R. orakelt hatte, dass es bei diesem ersten Band nicht bleiben würde. Und genauso ist es.» (Meerschweinchenreport berichtete hier). Tja Leute, schließlich geht doch dieser Tage nichts über eine ordentliche Portion Selbstreferenzielles, nicht wahr?

Nachdem nun auch das geklärt wäre, können wir mit unser eigentlichen Rezension beginnen. Wir zitieren abermals, diesmal aus dem Editorial, verfaßt vom Spielbein-Publisher Michael Eibes: «Warum sind Bücher wie dieses so wichtig? Es gilt Situationen, Zustände und vor allem Wissen zu dokumentieren. Denn Wiederholungen ohne Lerneffekt sind sinnlos.» Die fünf Hauptrubriken sind «Selbstverständnis», «Gestaltung mit Haltung», «Sein und Schein», «Geschichte und Geschichten» und «Prof. Dr. Klaus Klemp über den Autor Olaf Leu». Wer also geglaubt haben möge, daß es zum 80. von Olaf Leu lediglich angestaubte Lebensweisheiten zu lesen gäbe, der irrte gewaltig. Salopp gesagt: Das ist alles strenger Stoff. Sehr strenger Stoff, sogar. Als «kleine» Leseprobe sei in diesem Kontext «Eine Frage der Moral!? (S. 45 – 55)» empfohlen. Die dazu mehr als passende Illustration, der Textstartseite gegenüberliegend, bildet eine von ihm gestaltete Anzeige für Underberg mit der Hauptaussage: «Unser Underberg ist so gar nicht idyllisch». Eine Kernaussage, die Olaf Leu als Arbeitstitel für sein Buch gedient haben mag: «Hilfreiche Medizin muß bitter schmecken».

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Als Material zum erweiterten Diskurs zitieren wir aus Horst Mosers Bericht über Olaf Leus jüngsten (und vermutlich wohl leider auch letzten) öffentlichen Auftritt vor dem Züricher «Harbour Club» – einer Vereinigung, der sich Vertreter der Schweizer Kommunikationselite zugehörig fühlen: «alle bekamen ihr fett ab: die unfähigen kommunikationsleute in den unternehmen, denen nichts anderes als ›pitch‹ einfällt und die kein ordentliches briefing zustandebringen. die inkompetenten agenturleute, die information nicht strukturieren können, von typo keine ahnung haben und dämliche bildsprachen beauftragen. und alle sind geil auf die inflationären awards, die oscar-falsifikate. all jenen wurde – um im biblischen jargon zu bleiben – die leviten gelesen.» Nun, wie wir bereits als Alternativüberschrift angeboten haben: «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen».

Aber das ist längst noch nicht alles. Wer wissen möchte, wie das kulturelle Verständnis vor der inoffziellen Kulturrevolution durch Social-Media und Smartphones ausgesehen hat, der mag sich den Leu-Text «Salon de Grolman – Die DDC-Keimzelle» zu Gemüte führen. Der Anfang als Auszug: «Naturgemäß verbinden sich mit dem Begriff Salon repräsentative Räumlichkeiten, in denen ein meist ebenso repräsentatives Ehepaar gesellschaftlichen Verpflichtungen nachgeht; darunter kann man die Zuwendung zur Literatur, Musik, Kunst oder Politik verstehen. Im Fall des Ehepaars von Grolman stand allerdings eindeutig das Design im Vordergrund. Repräsentativ war schon einmal die um die Jahrhunderwende errichtete Villa, in der man hier empfangen wurde: das Interieur aus geschmackvollen Einzel- oder Erbstücken aus dem Biedermeier, auch das eine oder andere diskret ausgehändigte Ahnenbild, die große Bibliothek, die schweren Ledersessel – all das atmete das Ambiente des selbstbewußten Citoyen, um in der französischen Begriffswelt zu bleiben. Tassilo von Grolman, stets gekleidet wie ein englischer Landedelmann, hielt hier mit Unterstützung seiner Frau Dagmar Hof.»

Die DDC-Keimzelle: Dagmar und Tassilo von Grolman in ihrem Salon.
Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Somit ist Olaf Leus neues (und hoffentlich nicht letztes) Buch auch ein wichtiger Ratgeber für die Entscheidungsträger in der Industrie. Denn es geht weit mehr als nur um gelungene oder weniger gelungene Typografie: es geht um die Ermöglichung und Bewahrung von Lebensqualität als solches – es geht um «Lebensdesign»; und mit welcher inneren und äußeren Lebenshaltung man zu ihrem/seinem Gelingen beitragen kann – und mit welcher nicht.

Ein abschreckendes Beispiel für mißlungene Lösungsansätze ist der Alterungssimmulationsanzug. In dieses aufwendig geschneiderte Ungetüm werden junge Designmenschen gezwängt, damit sie erfahren können, was es heißt, alt zu sein, um sich dann in der Konsequenz – so die Theorie – in die Lage versetzt zu sehen, extra Geräte oder Lebensbereiche für alte Menschen und deren Bedürfnisse zu gestalten. Das ist, gelinde gesagt, vollstoff bescheuert. Der einzig adäquate Weg ist es, Gestalter mit der Erarbeitung von solchen Lösungen zu beauftragen, die bereits selbst der hier gegenständlichen Altersklasse angehören. Aber das passiert allein schon deshalb nicht, weil alles «hübsch jung und dynamisch» zu sein hat – sogar das Alter.

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Wer also für sich, und/oder sein Unternehmen die Entstehung von Fehleinschätzungen und deren Produktionen verhindern oder nur ganz einfach zur Abwechslung mal wieder etwas Kultiviertes lesen möchte, der wird um die vollständige Lektüre von Olaf Leus «R/80» nicht herumkommen.

Das Buch wurde kongenial von Clemens Hilger gestaltet.

Die Feindaten:
Form: Paperback
Format: 14×19 cm,
Inhalt: 178 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
Preis: € 19,90

R/80 erscheint zur aktuellen Frankfurter Buchmesse bei Spielbein Publishers.
Bestellung online www.spielbeinpublishers.com
per E-Mail an hello@spielbeinpublishers.com
oder im Buchhandel ISBN 978-3-946718-00-0

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Museum Angewandte Kunst Frankfurt: «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt»

31 May

Cover: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt im Museum Angewandte Kunst Frankfurt; fotografiert von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier.
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Wenn es um Gestaltung und Typografie geht, so ist unser Redaktionsfotograf kaum zu bremsen. Haben ihn Zeitgenossen, die nachts nicht schlafen können, nur weil sie noch nicht soo ganz genau wissen, an welcher Stelle sie auf ihrem Plakatentwurf das kleine «e» plazieren sollen, schon immer ganz besonders fasziniert. Und als eingefleischter und darob überaus verantwortungsbewußter Hypochonder ist ihm dies zudem «genau das Krankheitsbild, mit dem ich persönlich längerfristig zu tun haben will», so unser Mann fürs grobe Korn.

Seine komplette Bildstrecke über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt» kann hier eingesehen werden.

Publikum: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Frankfurt am Main ein einzigartiges Modernisierungs- und Gestaltungsprojekt, das als «Das Neue Frankfurt» vor allem in die Architekturgeschichte eingegangen ist. Es handelte sich dabei jedoch um ein sehr viel umfangreicheres Vorhaben, das politische, gesellschaftliche und gesamtkulturelle Dimensionen besaß und keinen geringeren Anspruch hatte, als eine neue Stadt und eine neue Gesellschaft zu erschaffen.

«Alles Neu!»: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

In der Ausstellung «Alles neu!» wird erstmalig eine systematische Aufarbeitung dieser Epoche für den Bereich Typografie und Grafikdesign vorgenommen.

Am Rednerpult: Prof. Dr. Klaus Klemp.

Die Schau stellt die 1920er Jahre ins Zentrum, spannt den zeitlichen Bogen weiter über die Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre und wird durch Spotlights auf die lebendige Designszene heute ergänzt.

 

1920er Jahre: Neue Typografie in der Sammlung Philipp Albinus

Blick in die Ausstellung: Sektion Philipp Albinus.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine rund 7.000 Stücke umfassende Sammlung von Geschäfts- und Privatdrucksachen aus dem Nachlass des Buchdruckermeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus, einem der wichtigsten Vertreter der «Neuen Typographie».

Bis in die 20er Jahre wurden in Drucksachen gebrochene Schriften verwendet, die noch auf die Zeit der Erfindung des Buchdrucks zurückgingen. Mit der «Neuen Typographie» zog die Gestaltungsmoderne innerhalb weniger Jahre in den Bereich der gedruckten Schriften ein.

Wichtige Akteure waren zudem die ansässigen Schriftgießereien, die das Rhein-Main-Gebiet zum wichtigsten Standort für die Reform der Typografie machten. Die Gießereien vertrieben die neuen Schrifttypen und beförderten die Durchsetzung der «Neuen Typographie» damit entscheidend. Hierzu zählt auch die erste populäre Reformschrift Futura; sie wurde zu einer der erfolgreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts.

 

Nachkriegszeit

Nach 1945 war Frankfurt nicht zuletzt durch die Ansiedlung US-amerikanischer Werbeagenturen, durch Verlage wie Suhrkamp und S. Fischer und den Einfluss der Kasseler Plakatschule ein Hotspot des typografischen und werbegrafischen Geschehens der Zeit, wofür die Ausstellung «Alles neu!» zahlreiche Beispiele zeigt.

In den 1980er Jahren entstand entlang der ehemaligen Industriezone Hanauer Landstraße eine Art Kreativmeile mit neuen kleinen Agenturen und Künstlerateliers. An der HfG Offenbach brachte der Fachbereich Visuelle Kommunikation zahlreiche junge Gestalter hervor. Durch die Möglichkeiten des digitalen Gestaltens und der Computertypografie begann eine neue Phase der Frankfurter Designgeschichte, die nicht mehr auf Einfachheit und Reduktion beruhte, sondern in der nun auch konstruktive Verstörungen und Irritationen in den Vordergrund traten:

Temporäre visuelle Irritationen.

 

Heute

Die intensive Spurensuche in der Vergangenheit wird in «Alles neu!» ergänzt durch aktuelle gestalterische Positionen, die auf die neu entstandenen urbanen Erlebniswelten in der Rhein-Main-Region und Frankfurt seit den 1990er Jahren reagieren und dabei neue Strategien und Alternativen im Umgang mit Typografie und Grafik als Kommunikationsdesign entwickeln. Dass sich dabei Schnittstellen bilden, an denen unterschiedliche Designkonzepte aufeinanderprallen und es knirscht und kracht, ist durchaus beabsichtigt:

Konstruktiver Widerspruch: «Less Is A Bore».

Es applaudieren u.a.: Prof. Dr. Felix Semmelroth und Matthias Wagner K.

Gut lesbare Platzzeichen.

Selbstgebautes Kult(ur)objekt als Grundlage
für ein Plakat von Gunther Rambow.

Stefan Weil kommuniziert technoesk.

Was viele nicht wissen: Für die ersten drei Ausgaben des legendären Magazins «frontpage» zeichnet Stefan Weil verantwortlich. Das erklärt das kongeniale Lichtgleichnis an dieser Stelle.

Pixelgarten-Fingerzeig: Maybe Yes|No.

Ausstellungsrundgang mit Prof. Dr. Klaus Klemp,
Prof. Dr. Felix Semmelroth und Dr. Petra Kiedaisch.

Das legendäre Magazin «Instant» von Franz Aumüller und James Nitsch.

Arbeitsproben von Wolfgang Schmidt.

Ausführlich gewürdigt wird ebenfalls das komplexe und gleichzeitig stets nach Vereinfachung strebende Werk des ausgewiesenen Existentialisten Wolfgang Schmidt. Dazu gehören u.a. seine Theaterplakate, seine Buchgestaltungen für Wendelin Niedlich (Meerschweinchenreport berichtete hier zum Thema «Zwei Lebensläufe mit Niedlichs Buchladen als Schnittstelle»), seine «Zeichensysteme»; oder auch die grafische Gestaltung des Magazins «KUNST» von 1964 – 1968 sowie die Entwicklung von Kommunikationskonzept nebst Logo für die Mainzer «Galerie Baier» (beides in der Vitrine im Vordergrund).

Eines der beiden Titelbilder ist ebenfalls in dem SCHIRNMAG-Artikel «Intermezzo an der Isar – Pop in deutschen Städten, Teil 4: in München bleibt die Pop Art trotz ihrer Vielstimmigkeit ein Intermezzo» abgebildet:

Mehr ist über die Arbeit Wolfgang Schmidts für das Magazin «KUNST» sowie die «Galerie Baier» in einem Digital-Booklet auf der issuu-Plattform zu erfahren.

Die für diese grandiose Ausstellung verantwortlichen Kuratoren sind: Prof. Dr. Klaus Klemp und Prof. em. Friedrich Friedl, Peter Zizka und Matthias Wagner K (zeitgenössische Positionen).

The link to the «Museum Angewandte Kunst Frakfurt» comes here.

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Alte Kongresshalle München: «QVED 2016 – Quo Vadis Editorial Design?»

19 May

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Liebe Leserinnen und Leser,

letztes Jahr schrieben wir über die QVED: «daß es genügend erstklassige Magazinmacher überall auf der Welt gibt, die es verstehen, hochwertige Zeitschriftenkonzepte zu realisieren, die am Markt Bestand haben, davon konnten sich die Teilnehmer des dritten «Quo Vadis Editorial Design – QVED» – Kongresses ausgiebig überzeugen. Die durchweg sehr hohe Qualität machte uns schlicht sprachlos, weshalb wir uns im Rahmen unserer Berichterstattung auf das Publizieren einer überüppigen Bildstrecke beschränken. Hier können Sie in unserem digitalen Magazin ‹QVED 2015› auf issuu.com entspannt blättern.»

Und weil unsere Aussage uneingeschränkt ebenfalls für die QVED 2016 gilt, gibt es hier einen weiteren Maxibildstreckenbericht über dieses großartige Dreitageereignis zu sehen. Normalerweise besteht bei Veranstaltungen dieser Größenordnung die Gefahr, daß man ob geballter Infomationslage hinterher nicht mehr so genau weiß, wie man selbst eigentlich heißt. Interessanterweise ist das bei der QVED nicht der Fall. Viele Vorträge bleiben auch nach Monaten noch vor dem inneren Auge präsent:

Das innere Auge des Betrachters in der äußeren Darstellung

Das äußere Auge des äußeren Betrachters unter temporärer Abdeckung.

Das innere Auge des äußeren Betrachters mit Dinosaurier:
Die «Alte Messehalle» in München.

 

QVED2016 || Mit stolzfreier Neugierde

Der Charles Wilp unter den Hunden in Raumanzügen

Als Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 20. Juli 1969 sowohl ihrer als auch der Neugierde der restlichen Welt Rechnung trugen und ihre Füße in den Staub unseres 40.000 Kilometer entfernten Erdtrabanten setzten, da taten sie dies vermutlich ebenso stolzerfüllt wie – mit Blick auf die Formsprache ihrer Raumanzüge – restlos stolz- und schambefreit.

Ergo: Dient die Neugierdebefriedigung der Erfüllung höherer Forschungsziele, so ist sie stets ehrenhaft zu nennen. Anders verhält es sich jedoch, wenn man mit seinem Wissensdurst – beruflich chronisch in Nichtastronautenkreisen unterwegs –, automatisch Gefahr läuft, von weniger neugierigen Neidern mit Sprüchen à la «Was, das weißt Du nicht? – Das weiß man aber doch!» subtil diskreditiert und so von den Fleischtöpfen dieser Welt konsequent hinweggemobbt zu werden:

Horst Moser referiert über gekonnte
Lebensmittelfotografie in gekonnt
gestalteten Lebensmittelmagazinen

So ist es sehr gut, daß es in versierten und angesehenen Editorialkreisen, beispielsweise vertreten durch (@christianhanke & @ martin_k), ebenso konstruktiv zugeht wie einst auf dem Mond, denn: Erfolg ist immer eine Frage der «Stolzfreien Neugierde!!!!1! !1!!!»:

Christian Hanke und Josef,
quatsch, Martin K. propagieren
eine «stolzfreie Neugierde!!!!1! !1!!!»

Gail Bichler referiert über das «New York Times Magazine»

Kein Wunder, daß wir den Vortrag über «Die Bibel als Magazin» von
Andreas Volleritsch genauso faszinierend finden wie den der Art Direktorin des «New York Times Magazine» Gail Bichler. Und natürlich alle 70 weiteren Reden der vielen nationalen und internationalen Sprecher, die neben vielen anderen Dingen eines verdeutlichen: «Ein eigenes Magazin ist im Grunde gemau das: Ein Skizzenbuch, eine Sammlung dessen, was man gerade mag und wer man gerade ist»:

Michael Hopp präsentiert die Tempo-Wiener-Geschichte

Anke Eberhardt referiert über die Zusammenarbeit
von «CUT» und «Monotype»

Designlegende Mark Porter spricht über den Gestaltungstransfer
von analoger hin zur digitalen Kommunikation.

Prof. Patrick Rössler führt durch die Welt der Magazingestaltung

Prof. Lars Harmsen gibt «100 für 10»

QVIG 2016 – Magazingestaltungsbeispiel des
italienischen Stargestalters Francesco Franchi

Curator Jaap Biemans on stage presenting unique magazine makers.

QVIG 2016 – Curator Prof. Dr. Michael Stoll
and «his» speakers about Info-Graphic

Michael Ray, San Francisco – USA,
Editor of Francis Ford Coppola’s story and art quarterly,
«Zoetrope: All-Story».

Steven Watson talks to Marcroy Smith.

Foyer «Alte Kongresshalle» in München

Unser Redaktionsfotograf Andreas Baier stellt sein
Portraitprojekt «Unternehmensfotografie bedeutet,
daß Entscheidungsträger gut aussehen» vor.
Bühnenfoto von Horst Moser.

Großartiger Vortrag von Debbie Millman
über ihren beruflichen Lebensweg.

Markus Rasp präsentiert das Magazinprojekt «Charles»

Lebende Lebemannlegende Charles Schumann vor
dem projizierten Cover des Magazins «Charles»

Boris Kochan im Gespräch mit Charles Schumann

Markus Rasp und Ivonne Fehn präsentieren
ein weiteres Magazin, das als Hochschulprojekt entstand.

Oliver Linke und Charles Schumann verfolgen
die Präsentation der verschiedenen Magazin-Projekte

Schmackhaftes Sponsorenbier

Not «Pro(u)st» but «Chomsky»:
Ihre Meerschweinchenreportredaktion

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DDC Deutscher Designer Club: Plakatausstellung «Industrie und Gestaltung»

23 Aug

Offizielles DDC-Plakat zur Ankündigung der Ausstellung «Industrie und Design» im Museum Angewandte Kunst Frankfurt
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Die 13. Tage der Industriekultur Rhein-Main vom 17. bis 26. Juli 2015 zeigten die Vielfalt rund um das Thema Industrie in der Rhein-Main-Region. Dieses Jahr stehen sie unter dem Fokusthema “Gestaltung”.

Plakatentwurf von Elisabeth Budde/Transparent Design
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Der DDC Deutscher Designer Club e.V. in Frankfurt, seit 2014 Partner der Dachorganisation Kulturregion FrankfurtRheinMain, hat seine Mitglieder eingeladen, Plakate zu entwerfen, die sich intensiv mit dem Thema «Industrie, Gestaltung und Mensch» auseinandersetzen.

Plakatentwurf von Justus Oehler/Pentagram
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Vom 19. bis 26. Juli 2015 regten 26 Plakate im Format DIN A1 im Foyer des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zum Diskurs an.

Plakatentwurf von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Das Medium Plakat ermöglicht den DDC-Mitgliedern ein hohes Maß an gestalterischem Freiraum. Plakate kommunizieren ihre Inhalte in wenigen Sekunden mit klaren Kernbotschaften und hohem Bildanteil. Schon seit dem 16. Jahrhundert als Flugblatt bekannt, begleitete das Plakat als Stilmittel die verschiedenen Phasen des industriellen Zeitalters von der Erfindung der Dampfmaschine über die Arbeit am Fließband bis zur Computer gesteuerten Fabrik. Ob als Hinweisschild, Produktposter oder als Aufrufmedium für einen Streik – auch im digitalisierten 21. Jahrhundert ist das Plakat noch immer eine Werbefläche mit hoher visueller Strahlkraft.

Plakatentwurf von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Die Plakate der DDC-Gestalter wollen zeigen, wohin die Reise im Zeitalter der vierten industriellen Revolution geht und wie sich die Rolle des Menschen entwickelt, wenn sich klassische Produktionshierarchien auflösen und Roboter zunehmend für die Produktherstellung verantwortlich zeichnen.

Ausstellungseröffnung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt
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Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 19. Juli 2015, erläuterten die jeweiligen Schöpfer ihre Entwürfe persönlich. Die ausgestellten Gestalter: Nicola Ammon, Andreas Baier, Pancho Ballweg, Olaf Barski, Axel Born, Elisabeth Budde, Kurt Friedrich, Eltamash Israr, Susanne Krebs, Rolf Mehnert, Thomas Nagel, Volkmar Nauth, Justus Oehler, Sigrid Ortwein, Nina Rapp, Christiane Scharpf, Sebastian Schramm, Wolf Udo Wagner und Peter Zizka.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Review-Magazine: «QVED 2015»

12 Mar

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Liebe Leserinnen und Leser,

daß es genügend erstklassige Magazinmacher überall auf der Welt gibt, die es verstehen, hochwertige Zeitschriftenkonzepte zu realisieren, die am Markt Bestand haben, davon konnten sich die Teilnehmer des dritten «Quo Vadis Editorial Design – QVED» – Kongresses ausgiebig überzeugen. Die durchweg sehr hohe Qualität machte uns schlicht sprachlos, weshalb wir uns im Rahmen unserer Berichterstattung auf das Publizieren einer überüppigen Bildstrecke beschränken. Hier können Sie in unserem digitalen Review-Magazin «QVED 2015» entspannt blättern.

Herzliche Grüße
Ihre Meerschweinchenreportredaktion

Jørgen Brynhildsvoll’s magazine «Signatur» features Erik Spiekermann

24 Jul

Erik Spiekermann photographed by Andreas Baier
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The Norwegian designer Jørgen Brynhildsvoll introduces in his magazine «Signatur» a couple of famous typographers including Erik Spiekermann as well.

Erik Spiekermann photographed by Andreas Baier

Jørgen Brynhildsvoll found Andreas Baier’s photo portraits he took from Erik Spiekermann here.

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DDC: «Gute Gestaltung 14»

14 Apr

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DDC-Mitglied Malte Kindt testet die neuen DDC-Flaggen auf ihre PR-Tauglichkeit. Testqualitätsurteil: Vorteilhaft.

 

Über Qualität

«Qualität? Irgend etwas an der Frage irritierte ihn, ärgerte ihn beinahe. Er dachte darüber nach, dachte noch mehr darüber nach, sah aus dem Fenster, dachte noch ein bißchen darüber nach. Qualität?

Vier Stunden später saß er immer noch dort, mit den Füßen auf dem Fensterbrett, und starrte in den dunkel gewordenen Himmel hinaus. Das Telefon klingelte, seine Frau war dran und wollte wissen, was los sei. Er versprach, gleich heimzukommen, aber dann vergaß er das und alles andere. Erst um drei Uhr morgens gestand er sich müde ein, daß er keine Ahnung hatte, was Qualität ist, nahm seine Aktentasche und machte sich auf den Heimweg.»

Bevor wir uns jedoch eigene Gedanken zum Themenkomplex «Was ist Qualität? Und: Wie definiert man sie?» machen, lesen wir vielleicht gemeinsam noch ein paar Takte aus Robert M. Piersigs «Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten»: «Die meisten hätten an diesem Punkt die ganze Frage wieder vergessen oder sie einfach in der Schwebe gehalten, weil solches Grübeln zu nichts führt und man schließlich noch was anderes zu tun hat. Er aber war so verzweifelt über seine Unfähigkeit, zu lehren, woran er glaubte, daß er sich den Teufel darum scherte, was er sonst noch hätte tun müssen, und als er am Morgen erwachte, starrte ihm schon wieder die Qualität ins Gesicht. Er hatte nur drei Stunden geschlafen und war so müde, daß er wußte, er würde an diesem Tag eine Vorlesung nicht durchstehen; außerdem hatte er das Konzept sowieso nicht fertig, und so schrieb er nur an die Tafel: ‹Was ist Qualität in Gedanke und Ausdruck?› Dann setzte er sich an die Heizung, während sie schrieben, und dachte selbst über Qualität nach.

Am Schluß der Stunde war offenbar niemand fertig, deshalb erlaubte er den Studenten, ihre Aufsätze mitzunehmen und sie zu Hause fertigzuschreiben. Diese Klasse hatte die nächsten zwei Tage keine Stunde bei ihm, es blieb ihm also Zeit, noch ein bißchen über die Frage nachzudenken.»

Aus diesem «bißchen» wird eine ganze Weile – und wie wir selbst wissen, ist es eigentlich unmöglich, eine exakte Definition von «Qualität» zu liefern. Dennoch gibt es verschiedene Übereinkünfte in Sachen Qualitätsbegriff, die jedoch auf unterschiedlichen Kulturverständnissen basieren, weshalb dies einer der Hauptgründe dafür sein mag, warum es eben auch so viele verschiedene Kreativwettbewerbe gibt. Denn, etwas polarisierend formuliert: Warum sollte ein Werber unbedingt etwas von der Gestaltung von Geschäftsberichten verstehen?

Der Deutsche Designer Club hat es sich auf die hübschen, schönen, großen und schön gelben Fahnen geschrieben, gute Gestaltung von nicht so guter Gestaltung zu separieren – und das vorbildlich Hervorzuhebende in hervorzuhebender Weise auszuzeichnen.

Deshalb zeigt der DDC anläßlich der Wiesbadener Designtage «Access All Areas» einmal mehr die von ihm prämierten Qualitätsdesignprodukte im Rahmen seiner Ausstellung «Gute Gestaltung» nun zum vierzehnten Male.

Stadtrat und Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (links) und DDC-Vorstandsmitglied Michael Eibes (rechts) vor dem Eingang der Brunnenkolonnaden des Wiesbadener Kurhauses.

Ohne sie geht im DDC-Büro nichts: Anne Tecklenburg (links) und Dr. Alexandra Bechter (rechts).

Ein Blick in den Ausstellungsaufbau – jetzt neu mit schicken Blickschutzvorrichtungen zwischen den einzelnen Design- und Gestaltungsdisziplinen. Dazu DDC-Vorstandsprecher Michael Eibes zu Meerschweinchenreport: «Damit stellen wir sicher, daß die prämierten Designprodukte beim Lösen ihrer Prüfungsaufgaben nicht voneinander abschreiben».

Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel eröffnet die Ausstellung und hebt ebenfalls den hochwertigen Kreativstandort Wiesbaden mit seiner angesehenen Agenturenlandschaft hervor.

Michael Eibes erläutert pro Designkategorie die Entscheidungsgründe der DDC-Jury. Über die Arbeit der DDC-Jury «Gute Gestaltung 14» haben wir bereits hier ausführlich berichtet.

Gibt es eine vorbildlicherere Art und Weise, in einem opulenten Bildband zu blättern, als diese?

Im Gespräch: Sven Clasen, Leiter Amt für Wirtschaft und Liegenschaften, mit Andreas Bell.

Vergleicht man die Vernissagessituation beispielsweise mit der der Ausstellung «Gute Gestaltung 13», so stellt man die stetig steigenden Besucherzahlen fest.

Im Gespräch: Unternehmenskommunikationsexperte Oliver Wagner mit einer Ausstellungsbesucherin.

Im Gespräch: Michael Eibes (DDC), Andreas Bell (Rücken), Birgit Knetsch und Stadtrat Detlev Bendel.

Zu den Ausstellungsbesuchern gehört ebenfalls Kameramann Michael Göbel zusammen mit seinem Weibe Elly, mit dem unser Redaktionsfotograf mal vor Jahr und Tag diesen Werbespot für das fiktive Beerdigungsinstitut Mr. Sandman’s Finest Funerals gedreht hat, der u.a. auch in Großbritannien von Channel 4 in «Frontal» ausgestrahlt wurde.

Im Hintergrund begutachtet Starfotograf Dietmar Buchelt die Designvorzüge eines ausgezeichneten Fahrrades.

Zum Abschluß ein kleiner Designobservationstip aus dem Hause Meerschweinchenreport: «Achten Sie auf die rote Goldkante. Es lohnt sich!»

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Gottschalk + Ash Int’l: «Gazzetta» aus dem Hause ProLitteris

28 Mar

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Bu: Wie sieht eine excellent gemachte Key-Visualisierung des Themas «Übersetzungen» aus? Fritz Gottschalk und Sascha Lötscher aus dem Hause «Gottschalk + Ash Int’l» bringen einmal mehr, wie üblich, die Sache diszipliniert und themenrelevant auf die beiden Ü-Pünktchen. Hier im Auftrag von «ProLitteris», der «Schweizerischen Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst» mit Sitz in Zürich.

Bu: Die mit dem Thema «Übersetzungen» einhergehenden Aufgabenstellungen werden auch in diesem visuellen Gleichnis ebenso dezent wie kraftvoll reduziert verdeutlicht: «O» ist nicht gleich «O» ist gleich «O». Genauso ist das auch mit Übersetzungen: Es gibt inhaltliche Parallelen und kulturelle Eigenheiten in ihrem jeweiligen Ausdruck. Beispiel: «Es hat Sinn» ist (nicht ganz) gleich «It makes sense».

Bu: Jede «Gazzetta»-Ausgabe ist einem bestimmten Thema gewidmet. Sie beinhaltet Textbeiträge verschiedener etablierter Autoren, angereichert mit einer opulente Bildstrecke, die jeweils von einem einzigen Bildautoren kongenial begleitend umgesetzt wird, wie beispielsweise hier von Hans Hansen. Noch ein «O»? Oder der visuelle Ausdruck für «Top!»? Oder der bildsprachlich reduzierte Aufmacher für ein schmackhaftes Hasenrücken-Rezept? Es geht, wie bereits ausgeführt, um das Thema «Übersetzungen» und auch um die damit verbundenen «Fußangeln», mit denen Übersetzer immer wieder konfrontiert sind…

Es ist aus der Sicht der Schweizern mehrheitlich immanenten Qualitätsvernarrtheit eine geradezu zwingende Notwendigkeit als «Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst» eine Mitgliederzeitschrift zu etablieren, die sowohl formal als auch inhaltlich höchsten Ansprüchen gerecht wird. Mit «Gazzetta» wird dieses Anliegen von Ausgabe zu Ausgabe durch und durch gelungen verwirklicht.

Dennoch: «Swiss Design ist nicht schweizerisch.» Dieser Ansatz wuchs rasch über europäische Grenzen hinaus und gilt heute als Standard für die internationale Betreuung von Marken- und Unternehmensidentitäten. Dahinter steht eine spezifische kulturelle und ästhetische Haltung, die weltweit Beachtung findet: Vernetzt, ehrlich, nachhaltig – handwerklich präzise, strategisch gedacht, visuell verdichtet. Mit der Überzeugung, daß Kommunikation zumeist über das Auge seinen Weg zum menschlichen Gehirn bahnt, sind die gestalterischen Resultate auf geistiger Ebene überraschend pointiert und treffend vereinfacht, sowie die zum Beispiel in «Gazzetta» den Inhalt begleitende Bildstrecke visuell auf die Bedürfnisse des Auffassungsvermögens entsprechend aufmerksamkeitssteigernd zugeschnitten.

Das zweifelsfrei seit mehreren Jahrzehnten zur Design Champions League gehörende Büro «Gottschalk + Ash Int’l» fühlt sich mit Leib und Seele vorstehend genannter strategischer Überlegungen verpflichtet. «G + A Int’l» betreibt heute Büros in Zürich und Toronto.

Bu: Die aktuelle Ausgabe «Hereditas Relica» widmet sich der Handhabung «zurückgelassener Erbschaften», die in Archiven verwaltet werden. Der auf dieses Thema passend zugeschnittene Scherz artikuliert sich auf Seite 88 des insgesamt 104 Seiten starken Heftes in Form eines Inserates der Gemeindeverwaltung Langrickenbach: «Häckseldienst – Sie haben am Freitagnachmittag, 25. Oktober und Samstag, 26. Oktober, die Möglichkeit, das Grüngut aus dem Garten mit dem Häcksler zum Kompostieren für den Eigenbedarf aufbereiten oder abtransportieren zu lassen.»

Wie wichtig ein adäquater Umgang mit den in Archiven lagernden Werken ist, zeigt exemplarisch zudem aktuell der Fall «Sammlung Gurlitt», speziell jener Teil, der jahrzehntelang in einem schlecht klimatisiertem und hinreichend verwittertem Häuschen ganz in der Nähe Salzburgs aufgefunden wurde. Kunsthistoriker und -restauratoren sind ob des schlechten Zustandes der Bilder schlicht entsetzt.

Bu: Das Thema «Übersetzungen» ist übrigens bei jeder Ausgabe ein fixes Thema, denn der Dreisprachigkeit der Schweiz ist stets Rechnung zu tragen.

Bu: Die wundervolle Bildstrecke dieser Ausgabe wurde komplett von dem Fotografen Michael Lio erstellt. Er besuchte u.a. das Rolf-Brunner-Archiv, das Archiv des Kirchner-Museums, das Zentrum Paul Klee, das Max-Frisch-Archiv, oder, wie auf vorstehendem Foto zu sehen: den Josephsohn-Nachlaß.

ProLitteris selbst schreibt: «Mit ‹Gazzetta› betreibe man einerseits Kulturförderung und behandele andererseits stets Themen, die mit der Tätigkeit unserer Mitglieder in Beziehung stehen. Zudem umfasse die Zeitschrift auch eine Sparte, welche Informationen über die Tätigkeit der ProLitteris enthalte.»

Wir sind zusätzlich der Ansicht, daß die extrem hohe Wertigkeit des Mitgliedermagazins «Gazzetta» allen an die Verwertungsgesellschaft «ProLitteris» angeschlossenen Mitgliedern auch dahingehend zu Gute kommt, als daß besagtes hohe Qualitätsverständnis in der Außenwirkung direkt auf jedes Mitglied abstrahlt und ihm somit ebenfalls einen guten Stand gegenüber seinen eigenen Klienten verschafft.

Vor diesem Hintergrund ist von einer Unternehmens- bzw. Gesellschaftskultur mit hohem Durchsetzungsvermögen zu sprechen, die sich mit einem durchdachten Konzept Kraft eines charmant gemachten Mitgliedermagazins von Kopf zu Kopf transportiert – und dort etabliert.

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Wladimir Klitschko Goes Typography

2 Mar

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In unserem Beitrag vom 20. März 2011 gingen wir einer Frage nach, die wir kurz zuvor Vitali (oder war es Wladimir?) Klitschko während einer Pressekonferenz auf dem ADC-Kongress in Frankfurt stellten, nämlich: «Vitali, wäre es Ihnen vielleicht möglich, Ihren nächsten Gegner exakt so zuzurichten, daß er nach Beendigung des Kampfes genau so aussieht wie auf einem Selbstportrait-Gemälde von Francis Bacon?» Er grinste vielsagend.

Wie nun der Fontblog berichtet, kämpft Wladimir Klitschko Kraft seiner Fäuste mit Schriftkunst gegen Leseschwäche, wobei die erste uns spontan pisakende Frage lautet: «Wie kann man denn mit blaugeschlagenen Augen überhaupt noch lesen?»

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Wladimir Klitschko boxte in seinem ersten Kampf über 26 Runden jeden Buchstaben des Alphabets in blauer Farbe auf Leinwand, und signierte die Unikate anschließend, die zu Gunsten der Aktion Klitschko vs. Illiteracy im Hause Springer vor geladenen Gästen sowie auf Ebay versteigert wurden. Klitschko vs. Illiteracy soll auf die weltweite Bildungsarmut unter Kindern aufmerksam machen.

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DDC-Designbibliothek: «i.R.»

17 Oct

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Foto auf dem Buchumschlag: Andreas Baier

In der neuen DDC-Taschenbuchreihe Personality ist zeitgleich zur Buchmesse der erste Band «i.R.» (im Ruhestand) erschienen. Er vereinigt alle Texte Olaf Leus, die im Zeitraum 2006 bis 2012 in Artikeln, Interviews, Vorträgen und Vorlesungen publiziert wurden.

Anzumerken seyen zwei Dinge: 1) Sich einen Olaf Leu im tatsächlichen Ruhestand vorzustellen, ist schlicht nicht möglich, womit es lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte bis «i.R.2» aufgelegt sein wird; und 2) kommt das Cover ohne jegliche Namensnennung des Buchautors aus – ein Schwarzweißportrait genügt, und jeder vom Fach weiß, worum und um wen es geht.

Über Prof. Olaf Leu berichteten wir im Meerschweinchenreport beispielsweise hier und hier.

Mag dieser lesenswerte Band für andere Design-‪Koryphäe‬n eine Anregung sein, ebenfalls eine Zusammenstellung ihrer Gedanken und Überlegungen in der DDC-Bibliothek zu veröffentlichen.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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DDC Design Bibliothek – History (Band 3): «Metamorphosen – Die Neue Amerikanische Schule»

11 Oct

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Gestern steckte das gute Stück in unserem Briefkasten: Der neue DDC-Band: «Metamorphosen – Die Neue Amerikanische Schule».

Die Beiträge: «Die Neue Amerikanische Schule» (Olaf Leu); «Die Amerikanische Schule des grafischen Expressionismus» (Herb Lubalin); «Intellektuelle Inspiration suchten die Designer im Bauhaus» (László Moholy-Nagy); «Die Schweizer hatten Ordnung ins grafische Chaos gebracht» (Sascha Lötscher) sowie «Russische Revolution im amerikanischen Magazin Design» (Horst Moser).

Da wir in unserem Hause schon häufiger über das hier gegenständliche Hauptthema «Die Neue Amerikanische Schule» berichtet haben, befinden wir uns nun in der luxuriösen Position, mit vorstehend vorgenommenen Verlinkungen unseren Leserinnen und Lesern ein ebenso luxuriös ausgestattetes Informationsangebot zu dieser DDC-Vortragsdokumentation bieten zu können.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Gordon Grecko: «Sort of British History»

5 Oct

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Rechtzeitig zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurde der von Stardesigner Gordon Grecko heiß herbeigesehnte und gestaltete Ausstellungskatalog «Design by Spain» fertig und, ganz wichtig, auch in vervielfältigter Form veröffentlicht.

Wer sich angesichts des Umstandes, daß sich besagtes Nachschlagewerk ausschließlich der britischen Geschichte widmet, sagen sollte: «Hä, ich versteh’ nur Spanisch…», der hat nicht nur das Anliegen sondern auch den Macher, Gordon Grecko selbst, – anders als Franz Kafka – vollständig verstanden.

Wer sich darüber hinaus weiterführend mit dem Kommunikationsgenie beschäftigen und auseinandersetzen möchte, der kann dies mittels unseres Berichtes «Komplexe Sprachtafeln» vom Juni 2008 gerne tun.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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DDC – Mitgliedervollversammlung 2013 im Museum Angewandte Kunst Frankfurt: «Vortrag von Horst Moser über die Neue Amerikanische Schule»

15 Aug

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Das Atrium des Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

DDC-Vorstandsmitglied Niko Gültig mit seiner neuen Taucherbrille.

DDC-Gründungsmitglied Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Hans-Ulrich von Mende.

Die drei DDC-Vorstandsmitglieder Gregor Ade, Christian Daul und Wolf Udo Wagner im Gespräch.

Im Gespräch: Prof. Dr. Klaus Klemp und Malte Kindt.

Da room gets crowded.

Im Gespräch: Wolf Udo Wagner und Gregor Ade.

Im Gespräch: Christian Daul und Fördermitglied Joachim Klein, Leiter Marketing + Produktmanagement der Caparol Farben-Lacke-Bautenschutz GmbH.

Der schwarze Mann? Der unsichtbare Dritte (Mann)? A Question of Honour And German Angst? Well, let’s see what the future is about to offer…

Auch dieses Bild bringt leider kein Licht ins Dunkel…

Na bitte: Immerhin konnten bei der Suche nach erstklassigen Büttenpapier-Jackets erste Fahndungserfolge verbucht werden, denn wenn einem so viel Gutes widerfährt, ist das schon ein Handauflegen wert.

Auch hier durch geschicktes Handauflegen überzeugend: Zwei hochwertige Büttenpapier-Jackets im konstruktiven Dialog! (Getragen von Gregor Ade und Michael Eibes).

Hier sind ebenfalls qualifizierte Hände mit im Spiel: Thomas Nagel und Prof. Gregor Krisztian philosophieren über die Vorzüge perfekt verarbeiteter Büttenpapierbekleidung.

Noch vor offiziellem Vollversammlungsbeginn waren die meisten Stücke (gelbe Punkte) bereits verkauft. Gute Gestaltung und Verarbeitung setzen sich eben durch.

Im Gespräch: Ines Blume und Thomas Nagel.

Prof. Dr. Klaus Klemp heißt die Mitglieder des DDC in den heiligen Hallen des Museum Angewandte Kunst Frankfurt herzlich willkommen.

DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes berichtet über die Aktivitäten des Vereins:

Beispielsweise über die des DDCs auf internationaler Ebene: «Designer’s Saturday Langenthal» – Einladung von Creation Baumann (CH); Teilnahme an der Konferenz «Storydrive» in Peking – Partner: Buchmesse Frankfurt; Filmische Darstellung des Projektes «Stilikonen & Pioniere» – Medienkooperation DDC | Kaldewei in China.

Prof. Olaf Leu und Malte Kindt.

Ein reges Abstimmungsverhalten sorgt für ein eindeutiges Wahlergebnis:

Hans-Ulrich von Mende ist mit nur einer Enthaltung einstimmig zu unserem Kassenprüfer bestellt worden.

Alles in allem ist auf der gesamten Linie ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 zu bescheinigen.

DDC-Vorstandsmitglied Peter Zizka sieht das ebenso und berichtet in seiner Eigenschaft als aktiv Teilnehmender über seine Hong-Kong-Eindrücke.

DDC-Gastreferent Horst Moser folgt den einführenden Worten Prof. Olaf Leus.

Prof. Olaf Leu führt in den Vortrag Horst Mosers, der auf einer Buchpublikation basiert, an der beide gemeinsam gearbeitet haben, ein.

Das Design-Magazin Slanted: «Horst Moser, der allen als Editorial-Designer, vielfach international ausgezeichneter Art Director (beispielsweise für «Leica World») und Autor des Standardwerks und Bestsellers über Editorial-Design Surprise me bekannt ist und nicht nur Büros in München und Zürich sondern auch einen eigenen Verlag unterhält, ist sicherlich ebenfalls als bemerkenswerter Sammler hervorzuheben, dessen riesige Sammlung an Magazinen und Zeitschriften aus allen erdenklichen Epochen und Ländern in einer eigens hierfür angemieteten und schön geräumigen Fabrikhalle lagert: Von der Bäckerblume bis hin zur wohl ältesten Kundenzeitschrift überhaupt, dem Fugger, der vor gut 500 Jahren erstmals publiziert wurde. Die Gutenberg-Presse war da schon erfunden und bereits seit einem halben Jahrhundert in vielen Ländern im Gebrauch.

Von diesem einzigartigen Fundus, um den ihn jedes fachbezogene Museum dieser Welt beneiden dürfte, profitieren nicht nur er und seine präzise ausgearbeiteten Vorträge, in seiner Eigenschaft als visuelles Schlaraffenland dient besagtes Megaarchiv zusätzlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seiner beiden Büros als Recherche- und Inspirationsquelle.»

So wie der Schotte David Ogilvy als wahrer copy maniac dafür bekannt war, Anzeigentext nach allen erdenklichen Kriterien zu analysieren, was bis zum Zählen der Wortmenge in Überschrift und Fließtext führte, dies immer mit dem Ziel verbunden, möglichst allgemeingültige Regeln für das Erstellen besonders verkaufsstarker Texte zu entwickeln, so ist auch Horst Moser in dieser Disziplin nicht minder akribisch unterwegs.

Es geht um das designtechnische Wirken der drei Herren Dr. Mehemed Fehmy Agha (1896 – 1978), Alexey Brodovitch (1896 – 1971) und Alexander Liberman (1912 – 1999), die in ihrer jeweiligen Hochphase unterschiedlich lange für das gestalterische Wohlergehen der Magazine Vogue und Harper’s Bazaar verantwortlich zeichneten.

Auf der Leinwand sehen wir Alexey Brodovitch bei einer Redaktionssitzung, in der ein von ihm angewiesener Redaktionsgehilfe genau das tut, was ihm gerade von seinem Herren aufgetragen wurde: Er versorgt den Diaprojektor (ein «Kodak-Karussell» mit 80 Dias Fassungsvermögen pro Rundmagazin) – ob er möchte oder nicht – mit frisch aufgebrühtem Kaffee. Alexey Brodovitch wurde von seinen Mitarbeitern nicht nur als, ähm räusper, gottgleiche Kompetenzkanone verehrt, als gnadenloser Despot, der von seinen Untergebenen bedingungslosen Gehorsam abverlangte, wurde er ebenso gefürchtet.

Das Geld für die Neubeschaffung eines gleichwertigen Projektors wurde dem jungen Mann übrigens vom Lohn abgezogen. Wie gut, daß er, wie so viele andere damals in der Redaktion ebenfalls Beschäftigte, gar keinen Lohn erhielt. Meerschweinchenreport meint: Nochmal Glück gehabt!

Alexey Brodovitch gilt außerdem als Fotograf mit einem ausgeprägten Faible für Langzeitbelichtungen, die er besonders gerne immer dann praktizierte, wenn junge Balletttänzerinnen vor seinem Objektiv herumpirouettierten.

Der Vortrag Horst Mosers besteht teilweise aus längeren wörtlichen Zitaten, deren Wiedergabe von Prof. Olaf Leu sowie Elisabeth Budde übernommen wurde.

Es ist die besondere Thematik, die unseren Redaktionsfotografen dazu animierte, für diese Geschichte ausnahmsweise eine mehr oder weniger reine Schwarzweißreportage im guten alten 1600-ASA-Tri-X-Pan-Look zu erstellen.

Als besonderen Nachtisch gibt es zum Schluß noch einen herrlichen Einblick in das Leben Diana Vreelands.

Hier sind sämtliche Informationen über den preisgekrönten Film «Diana Vreeland – Ein Leben zwischen Küche, Couch und Karriereleiter» verfügbar. Wobei: quatsch! Der Film heißt natürlich: «DIANA VREELAND: THE EYE HAS TO TRAVEL». Synopsis: «During Diana Vreeland’s fifty year reign as the “Empress of Fashion,” she launched Twiggy, advised Jackie Onassis, and established countless trends that have withstood the test of time. She was the fashion editor of Harper’s Bazaar where she worked for twenty-five years before becoming editor-in-chief of Vogue, followed by a remarkable stint at the Metropolitan Museum of Art’s Costume Institute, where she helped popularize its historical collections. DIANA VREELAND: THE EYE HAS TO TRAVEL is an intimate portrait and a vibrant celebration of one of the most influential women of the twentieth century, an enduring icon who has had a strong influence on the course of fashion, beauty, publishing and culture.»

Na bitte! Sind wir jetzt fertig? No, not at all! Diana Vreeland hat da nämlich noch eine persönliche Website, die mindestens genauso hübsch, gut, wahr und schön ist, wie die von Malcolm McLarren.

Wir bedanken uns bei Horst Moser für diesen großartigen Vortrag. Da er als Buchform erhältlich sein wird, sind wir inhaltlich nur rudimentär darauf eingegangen, um die Kauflaune im Interessentenkreis möglichst nicht zu zerstören.

Auf dem Weg zur gepflegten Hausbootgaststätte: Niko Gültig.

V.l.n.r.: Valentin Heisters im Gespräch mit Oliver Hardt sowie Gunter Neuhaus im Gespräch mit Michael Eibes.

Im Gespräch: Wolf Udo Wagner mit Hans-Ulrich von Mende.

Niko Gültig.

Im Gespräch: Valentin Heisters mit Thomas Nagel.

Im Gespräch: Peter Wesner (Geschäftsführer Verlag form GmbH & Co. KG) mit Horst Moser, Prof. Olaf Leu und Peter Zizka.

Peter Wesner.

Stephan Ott, Chefredakteur form.

Foto von Michael Eibes

Quote: «There’s nothing more boring than narcissism – the tragedy of being totally… me. We’re all capable of it. And we all know examples of it – these beautiful tragedies…. I loathe narcissism, but I approve of vanity.» –  excerpted from «Allure» by Diana Vreeland.

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Erik Spiekermann: «Fira Schriftprobe»

7 Aug

Das erste Schrift­muster für die neue Schrift­fam­i­lie des Fire­fox OS ist da. Erik Spiekermann und Ralph du Carrois haben es erarbeitet. It is been distributed under OpenSource License.

Als ausgesprochene Freunde der künstlerischen Produkte aus der Zeit der italienischen Renaissance finden wir den Schriftschnitt FiraSans BoldItalic besonders ansprechend, ermöglicht er uns doch die Assoziation, daß sich auf der «welligen BoldItalic-Oberfläche» kürzlich noch eine wohl proportionierte Dame zur Nachtruhe bettete…

Im September 2011 war unser Redaktionsfotograf übrigens zu Besuch bei Erik Spiekermann und brachte ein paar schicke Portraitbilder mit nach Hause.

via Website SpiekerBlog

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Inhouse Hilger & Boie: «Jost Hochuli über Jan Tschichold und Bauhaus»

28 Jun

Das Nashorn im Hause Hilger & Boie bedeutet den Mitarbeitern durch die Kapazität seiner Präsenz: «Immer schön kraftvoll kommunizieren.»

Der Referent des heutigen Tages ist kein geringerer als Jost Hochuli. Zur inneren Einstimmung mag man sich am besten den beiden YouTube-Filmchen hingeben, in denen er im wahrsten Sinne des Wortes wortlos einige seiner gestalterischen Arbeiten präsentiert: Hier und hier.

Fast fühlen wir uns versucht, etwas über das «Goldenen Zeitalter der Typographie» zu berichten – und irgendwie stimmt es angesichts der beiden Themen «Jan Tschichold» und «Bauhaus» ja auch. Rechts im Bild: Annette Häfelinger.

Im Gespräch: Clemens Hilger und Prof. Roland Siegrist.

Quadratisch, praktisch, gut: Eidgenössisches zum Aufkleben.

Im Gespräch: Prof. Olaf Leu (rechts) mit Gudrun Martens-Gottschall und Axel Gottschall (links).

Das hohe Niveau der Fachvorträge im Hause Hilger & Boie spricht sich herum: Von mal zu mal melden sich mehr Interessenten an. Diesmal sogar mit Beamer im zweiten Raum, damit alle Teilnehmer dem Vortrag folgen können.

Susanne Zippel, Roland Stieger, Gudrun Martens-Gottschall im Gespräch mit Annette Häfelinger, Axel Gottschall im Dialog mit Klaus Chmielewski und Jost Hochuli.

Das Schweizer Nationalbanner ist ein starkes Logo: Es steht beispielsweise für Schokolade, das Matterhorn, den Rütlischwur, herausragende Typographie – und natürlich auch umweltfreundliche Windenergieerzeugung. Bildmitte: Annette Schneider und dahinter Gudrun Martens-Gottschall.

Clemens Hilger kündigt den Referenten Jost Hochuli an.

Der erste Vortrag Jost Hochulis widmet sich dem Wirken Jan Tschicholds.

Über Jan Tschichold ist hier eine ausführliche Vita auf der Seite des Typolexikons einsehbar.

Im Gespräch: Jost Hochuli mit Bertram Schmidt-Friderichs. Rechts unten: Udo Bernstein.

Auf YouTube steht ein dreiteiliger Vortrag Jost Hochulis mit dem Thema «Das Detail in der Typographie»: Teil 1, Teil 2 und Teil 3. Diese Filmbeiträge widmen sich nicht explizit Jan Tschichold aber sie verdeutlichen sehr genau, mit welchem Anspruch auf Präzision Jost Hochuli unterwegs ist.

Es gibt sie noch: Die Kenner der Materie, die sich am Typo-Buffet schnell und entschlossen mit vielen kleinen e-Buchstaben eindecken – bevor sie vergriffen sind. V.l.n.r.: Tina Ackermann, Klaus Chmielewski und Susanne Zippel.

In der Renaissance war es durchaus üblich, den teuren Bleisatz durch eine kostengünstigere und weniger widerstandsfähige – aber dafür umso schmackhaftere – Tomaten-Büffelmozzarella-Legierung zu ersetzen. Im Bild: Deformierte O-Buchstaben aus der Helvetica-Familie, zum endgültigen Verzehr freigegeben.

Eine brillante Typographie kann ohne die richtige Papierwahl nicht bestehen. Das wußten bereits die Chinesen, weshalb sie es erfanden und sich in der Fertigung besonders dünner und dennoch reiß- und bißfester Papiersorten verstanden. Aber auch hier wurde – allein schon aus Prinzip – auf einen exzellenten Beigeschmack geachtet.

Der Setzkasten: Die mittels kleiner Spießzetten vorbereiteten Lettern warten darauf, vom Setzer in die richtige Reihenfolge gebracht und fixiert zu werden. Mit dem bereitliegenden weißen Punzenschlegel bestand für die Drucker im 15. Jahrhundert die Möglichkeit, versehentlich verkeilte Lettern im Interesse eines klaren Druckbildes wieder in die Waagerechte zu klöppeln. Hilger & Boie dankt dem Mainzer Johannes Gutenberg Museum für die freundliche Bereitstellung der Anschauungsstücke.

Susanne Zippel.

Das Typo-Buffet zeigt Wirkung: Alle unterhalten sich über Typographie.

Annette Hainz.

Elmar Becker im Gespräch mit Prof. Olaf Leu; Susanne Haag im Dialog mit Michael Eibes.

Schmackhafte Rekonstruktion des ersten Schriftschnittexposés der «Giddyup Std» von Laurie Szujewska. Die zweite und finale Version erarbeitete sie jedoch unter Zuhilfenahme von Spaghetti.

Auf der linken Seite des Bildes wird ganz klar der Großbuchstabe «M» visualisiert.

Direkt im Anschluß läßt eine kleine Körperdrehung umgehend ein großes «E» entstehen. Nun wird deutlich: Das visuelle Morse Elphabet bedarf zur Umsetzung vieler Gesichter.

Die «Letrasetbuchstaben rubbelnde Laserbrille» als Beigabe eines «Yps-Heftes»? Nein, unser Redaktionsfotograf trachtet lediglich nach der Stillung des kleinen visuellen Hungers zwischendurch.

Über die Paprikafarbkombination grün-rot-gelb im Hause Hilger & Boie haben wir schon öfter geschrieben – beispielsweise hier – diesmal verkünden sie den Auftritt Prof. Gregor Krisztians im nächsten Bild.

Voilà, auch Prof. Gregor Krisztian bahnt sich strammen Schrittes seinen Weg zum Typo-Buffet.

Prof. Roland Siegrist und Clemens Hilger.

Annette Häfelinger.

Die Bezeichnung «Mobile» wurde 1931 von Marcel Duchamp für die Frühwerke von Alexander Calder geprägt, einen Terminus, den Marcel Duchamp bereits 1913 für sein erstes Ready-made, das Fahrrad-Rad, verwendete. Seitdem sind «Mobiles» aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Im kulinarischen Kontext tauchen sie immer dann gerne auf, wenn es um die Verdeutlichung der Ausgewogenheit sowie der Leichtigkeit der dargereichten Speisen geht.

Nachträglich verstärkt weichgezeichnet? Nein, unser Redaktionsfotograf fühlte sich im Anblick des leergeputzten Typo-Buffets schlicht bemüßigt, ein wenig rumzurichtern.

Beginn des zweiten Vortrages: Bauhaus. Eigentlich entsprach es dem Plan unseres Redaktionsfotografen, die beiden Vortragsthemen Jan Tschichold und Bauhaus mit einer reinen Schwarzweißbebilderung visuell zu unterfüttern. Allerdings mußte er nach Umsetzung feststellen, daß sich unsere Sehgewohnheiten offenbar so sehr verändert haben, daß eine Bildstrecke in schwarzweißer Ausschließlichkeit leider nicht mehr trägt.

Über den Bauhaus-Bau von Walter Gropius in Dessau gibt es bei YouTube einen gut gemachten halbstündigen Film zu sehen: Deutsche Fassung; English version. Zwar war der Dessau-Bauhaus-Bau nicht Gegenstand des Vortrages von Jost Hochuli über «Bauhaus», aber wenn uns das Leben eines lehrt: Man kann nicht alles haben.

Roland Stieger.

Die Aufmerksamkeit gilt nicht etwa unserem Redaktionsfotografen, sondern dem großen «O» aus der Schrift Lucida Handwriting, welches direkt hinter ihm an der Wand hängt – und mal wieder dringend den Friseur aufsuchen sollte.

Das hitzegeschaffte Gesicht unseres Redaktionsfotografen, der leider nicht bis zum Schluß bleiben konnte. Wenn wir also vorstehend festgestellt haben, daß der Dessau-Bauhaus-Bau von Walter Gropius nicht Gegenstand des zweiten Vortrags von Jost Hochuli war, so ist das eine pure Spekulation. Aber wie heißt es in unseren Redaktionsstatuten doch so hübsch: «Wir wollen nicht wissen, wir wollen vermuten».

Wer sagt, die deutsche Mentalität sei nicht krisenfest, der irrt. Überall war trotz anderthalb stündiger Verspätung vieler Züge, trotz eines zusätzlichen Stellwerkausfalles und trotz eines umgestürzten Baumes, der quer über den Gleisen lag, durchgehend ein hohes Maß an (fast) britischer Gelassenheit zu verzeichnen. Und: Wenn etwas wachhält, dann offensichtlich ein Smartphone.

***Materialien zum erweiterten Diskurs***

Hilger & Boie: «Prof. Gisela Grosse zieht ihre Visuelle Bilanz 2012»

Inhouse Hilger & Boie: «Peter Zizka referiert über das Projekt SYMBIOSIS»

Prof. Olaf Leu zu Gast bei Hilger + Boie

Berlin: «Besuch bei Pentagram»

Zu Besuch bei Erik Spiekermann

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Arthur Mac Straightface: «Just My Type Font Collection»

8 May

Arthur Mac Straightface: «Prestige Elite Bold» – This piece of artwork inspired «the guys from Wolff Olins to give me a ring» as Mac Straightface remembers but «I was too busy at that time so I had to refuse their generous offer joining the design-team for Olympia 2012».

Arthur Mac Straightface is a remarkable artist; provided with a huge sense of humour and an extraordinary understanding of typography he is the one of the ones – whenever both qualifications shall come in play at once.

Arthur Mac Straightface: «Futura Condensed Extra Bold» – One day, when Mac Straightface visited his favourite SM-Club he suddenly recognised the C.E.O. of a worldwide operating company carefully coated with a blown-up rubber suite. Surely a great kick for his «extra bold career in future» as Arthur points out smilingly.

Ignoring his German nationality, Mac Straightface prefers more referring to his jewish mother and his arabic father. Consequently, his brother, also an artist, has chosen Mustapha Mandelbaum as his artist’s name.

Arthur Mac Straightface: «Euphemia» – For the artist the power of euphemism makes life worth living. So, he is more than just happy that a type font named «Euphemia» exists.

Being brought up in such a mind-expanding atmosphere it is not a matter of greater surprise that Mac Straightface combines the uncombinable. He mixes milk and Tabasco for breakfast, honey and Mamite for lunch, peas and dynamite for a proper dinner ceremony. No wonder that he blends pornography with a serious amount of corporate typography. A combination-mania that led him and his stunning work straight into famous private art collections such as Charles Saatchi’s, Solomon Guggenheim’s, Sylvester Stallone’s or Enzo Ferrari’s.

Arthur Mac Straightface: «Vacances En Charlemagne Std» – On the beach of Dunkirk, the unofficial main capital of the French region Charlemagne, you can still see some ghosts from World War II shadowing around while young couples enjoying themselves, and their pure salty nakedness; and a vitamin D creating sunbath.

Apart from focussing on his professional work, Arthur Mac Straightface is a religious man who strongly believes in an open-minded and sophisticated way of incarnation. That includes both financial modernism and modern realism:

Arthur Mac Straightface: «Credit Card Incarnation»

Before closing this review, we shall not forget to pay Mac Straightface’s new world map all the respect it deserves to receive: It is designed to make things easier and much more efficient. Now, the distance between Los Angeles and Shanghai is only to be measured in minutes to walk. In this case you will have done it in five. A perfect start fighting successfully against the nasty side-effects of a much more nastier climate change.

Also the Chinese Yellow Sea now touches America’s Yellowstone National Park in order to please all the fans of the Swiss music group Yello, which will – we are somewhat from being convinced of that fact – appreciate this step very much. And Dieter Meier? Well, he will remain as such. Of course.

Arthur Mac Straightface is driven by the idea that the whole world should comfortably fit on the back of a credit card. This would also constructively correspond to the actual size of the Internet, which is vital, virtual and perpetual, notable, variable and acceptable, which means that everybody can do everything without facing the consequences of an oversized workload.

So, let’s now examine the whole piece in detail: Basically, the first thing we see is «Baskerville». What does this want to tell us? We definitely know Sir Arthur Conan Doyle’s (1859 –1930) masterpiece «The Hound of the Baskervilles» (1902) and since mankind uses computers excessively he must have become aware of a typeface named «Baskerville» as well. Its creator was the famous John Baskerville (1706 –75) who was an English printer, a designer of typefaces, a close friend of Benjamin Franklin and a man who – the last stir he caused – was buried straight upright in an optimistic I’m-still-standing-position.

Is it that Mac Straightface wants to combine, once again, the uncombinable? We know that Sherlock Holmes was personally fighting against his enemy Professor Moriarty; and that both finally dropped off the cliffs of the deep Swiss Reichenbach falls. Since then they were never seen again. We also know that John Baskerville wrapped all negative forms of his priceless typeface in order to drown them literally in a small river close to his workshop. He had to repeat this procedure more that a hundred times until it was all done. These are, of course, two combinable facts.

But since it was not John Baskerville who did this to his own work but the typeface designer Thomas Cobden-Sanderson who carefully destroyed his «Doves» in August 1916, we are now, again, dealing with two uncombinable facts. And that is a typically characteristic aspect of Mac Straightface’s fascinating way to work. Needless to say that Thomas Cobden-Sanderson was not buried straight upright in an optimistic I’m-still-standing-position. But, as an emotional compensation, Mac Straightface put the German Tegernsee close to the centre of the map, a lovely and gorgeous place where Cobden-Sanderson used to regularly spend his summer holidays:

Arthur Mac Straightface: «Baskerville»

Arthur Mac Straightface refuses to exhibit his work. It is part of his philosophy to directly communicate with his collectors. He does not like the hype some art dealers are creating, pushing up the prices straight into outer-space without having bought a valid return-ticket in the first place.

From time to time Mac Straightface discovers some of his artwork on art-platforms, on which his collectors offer them for sale. He states that he could have noticing the prize for his work has risen constantly in the past without suffering through overheating. A classic win-win situation.

How does his work look like? Most of it is sized 120cm/180cm, printed on canvas which recognises high-quality art-market standards. His largest piece, however, measures 4 meters / 6 meters.

We gratefully say «Thank you!» to Mustapha Mandelbaum who recommended us to his brother. That is why we are now allowed to enjoy the luxurious advantage of launching Mac Straightface’s first feature ever. He himself does not even run a personal website.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Paul Rand: «The Designer as Brand»

5 Apr

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David Calvin Laufer at stocklogos reflects about Paul Rand.
Poster design by Khari Scott

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Wang Xi: «Tree Of Energy»

30 Oct

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Mit seinem Plakatmotiv Tree of Energy gewann der chinesische Designer Wang Xi den zweiten internationalen Studentenwettbewerb des Luzerner Plakatfestivals Weltformat zum Thema «Morgen».

Mit diesem Plakatmotiv ist aus unserer Sicht ebenfalls die Frage, woher die vielen Tiergattungen auf unserem Planeten die Energie für ihren erfolgreichen Kampf gegen die schlimme und unausweichliche Klimakatastrophe nehmen, endlich schlüssig beantwortet.

Weiterlesen auf Fontblog.

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Removies: «Movies With One Letter Removed»

11 Sep

Website Removies
via Nag On The Lake

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Eames

28 Aug

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