Tag Archives: Wiesbadener Kurhaus

Ulrich Tukur: «Schießerei vor dem Wiesbadener Kurhaus»

4 Sep

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Der Starkommissar Ulrich Tukur ermittelt wieder. Die u.a. hier vor dem Wiesbadener Kurhaus gedrehte Folge «Butterfly – Im Schmerz geboren» soll noch in diesem Jahr zur Ausstrahlung kommen. Für weitere Informationen steht die Presseabteilung des Hessischen Runkfunks gerne Rede und Antwort.

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Michael Conrad: «Make Culture Your Strategy»

28 Oct

Eine schön tiefsitzende und mit ihrem rotfarbenem Restlicht durch die Fenster der Belle Étage des Käfer’s im Wiesbadener Kurhaus brezelnde Sonne trägt in besonderem Maße zum Gelingen dieses Portraitbildes von Michael Conrad bei. Als Schirmherr des diesjährigen DDC-Wettbewerbs «Gute Gestaltung 13» referiert er vor den Jurymitgliedern über das Thema «Make Culture Your Strategy». Es empfiehlt sich, sich über Michael Conrad hier einen Hauch von schlau zu machen.

Meerschweinchenreportleserinnen und Meerschweinchenreportlesern ist Michael Conrad bereits durch unsere Berichte über die President’s Lectures an der Berlin School of Creative Leadership von Sir John Hegarty, Hartmut Ostrowski, Peter Brabeck-Letmathe, den Freitag Brothers oder Thomas Burrell bestens bekannt.

Das Basislager vor der Belle Étage: Nach den hinreichend strapaziösen und nervenaufreibenden Juryarbeiten grönzte es an einen Akt übermenschlicher Unmenschlichkeit, von den Jurymitgliedern nun auch noch den direkten Einstieg in die marode, quatsch, marmorne Treppenhauswand mit Richtung 2.Stock des geschichtsträchtigen Gebäudes zu velangen. Bei einem Angriff, quatsch, Aperitif werden zunächst die hierfür notwendigen Kräfte gesammelt.

In diesem Beitrag werden auf die sonst üblichen Bildunterschriften und Namensnennungen verzichtet, denn wie heißt es doch so hübsch in strategisch gut und kultiviert ausgerichteten Kreisen? Right: less is more; was in der Praxis so viel bedeutet wie: Nur drei und nicht vier Stückchen Gänseleberpastete.

Die Preisverleihung findet übrigens am Freitag, den 30. November, im Capitol Theater in Offenbach statt. Karten können beim DDC bestellt werden. Außerdem kann man sich unter vorstehendem Link über die Gewinner in den einzelnen Kategorien informieren.

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Access All Areas: «Gute Gestaltung 13»

4 May

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Während der diesjährigen Access All Areas, der Wiesbadener Designtage, stellte auch wieder der Deutsche Designer Club (DDC) mit seiner Ausstellung «Gute Gestaltung 13» die Siegerarbeiten des gleichnamigen Kreativwettbewerbs in den Kurhaus Kolonnaden aus. Hier ein paar Bildeindrücke:

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Rückblick: «Die große Bambi-Verleihung 2011 im Wiesbadener Kurhaus bzw. in den Rhein-Main-Hallen»

3 Jan

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Das neue «Wiesbaden-Magazin» lag im Dezember letzten Jahres bundesweit der FAZ bei. Das oben abgebildete Titelbild durfte unser Redaktionsfotograf Andreas Baier beisteuern. Er freut sich darüber sehr.

Der rote Teppich führt direkt durch das Kurhaus hindurch. Der frühere Sprintweltmeister und FLUXUS-Künstler Lennox Lewis schaffte die Strecke einst in unter zehn Sekunden. Heute gilt jedoch: «Wie schaffe ich es, mich so lange wie möglich auf dem roten Läufer zu halten?»

Der rote Teppich aus der Vogelperspektive. Unten sieht man gerade wie der Moderator Kai Pflaume den Teppich einläuft. Auf dem Podest versetzt sich das Kamerateam in Schwingung.

Auf dem großen Display im Foyer des Wiesbadener Kurhauses kann man gut erkennen: Soeben ist der hessische Landesvater, Ministerpräsident Volker Bouffier, gemeinsam mit seiner Frau eingetroffen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier im Interview.

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller (links) und Frau Bouffier (rechts).

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller auf dem Display eines iBooks im Gespräch.

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, Verleger Dr. Hubert Burda im Radio-FFH-Interview.

Gruppenbild der vorstehend bereits erwähnten Stadt- und Landesoberhäupter.

Der Verleger Dr. Hubert Burda beantwortet Fragen zur Ausrichtung der Bambi-Verleihung coram publico.

Einen erstklassigen Verleger erkennt man an seinem überproportional mit Terminen gefüllten Kalender. Da bleibt niemals nie viel Zeit. Schon ist er auf dem Weg zur nächsten Verabredung.

Der Verleger Dr. Hubert Burda läßt dezent durchblicken, daß er sich trotz selbstgefertigtem Bambi für erfolgreich verlaufende Zahnbehandlungen nur bedingt zuständig fühlt.

«Fällt man vor einem anbetungswürdigen Menschen auf die Knie und fotografiert ihn unmittelbar aus der Froschperspektive, so erhält man ein anbetungswürdiges Gesamtkunstwerk – sofern man die Aufnahme weiterführend künstlerisch nachbearbeitet.» (Zitat von James Joyce)

«Wie schwierig war es denn für Sie, Ihren richtigen Style für den heutigen Abend gefunden zu haben?»

FOCUS-Chef Helmut Markwort und BUNTE-Chefin Patricia Riekel.

Monsieur Le Sky duMont gemeinsam mit seiner Tochter im medialen Kreuzverhör: «Wann haben Sie das letzte Mal etwas gegessen?»

Diese beiden Gentlemen bekommen auch einen Bambi verliehen. Leider konnten wir vor Redaktionsschluß nicht in Erfahrung bringen, um wen es sich handelt.

Warten auf Sky duMont.

Monsieur Le Sky duMont – ganz Kavalier – winkt den Mantel in einer leichten körperlichen Schräglage (für die er weltberühmt ist) für seine weibliche Begleitung herbei.

Und nun richten sich die Blicke auf Christine Neubauer.

Christine Neubauer tut alles, um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ihres Preisverleihungsoutfits ergonomisch in Szene zu setzen. Hier: Der doppelte Schleppeneinschlagwurf aus der halboffenen Handumdrehung. Ist auch der hessische Ministerpräsident von dieser Vorführung beeindruckt?

Ja, auch der hessische Ministerpräsident ist von dieser Vorführung beeindruckt.

Im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses wird die Bambi-Verleihung live aus den Rhein-Main-Hallen übertragen. Gerade zu sehen: Lady Gaga.

Die personifizierte Form des lateinischen Lichts.

Atmosphärisch begeisternde Randnotiz.

Kurdirektor und Geschäftsführer der «Kurhaus Wiesbaden GmbH» Henning Wossidlo bestellt routiniert «Fünf Bier für die Männer vom Sägewerk!»

Das Bambi-Maskottchen auf die Fassade des ehemaligen «R+V Gebäudes» projiziert.

Konzert- und Veranstaltungsbeleuchter Jan Kyritz macht es möglich: Eine in gleißendes Rotlicht getauchte Wilhelmstrasse.

Die Rhein-Main-Halle ist der höchst gelegene Punkt Wiesbadens und war schon immer ein besonderer Wallfahrtsort gesellschaftlich Bessergestellter. Sageundschreibe 6500 Treppenstufen (traditionell mit buntem Kerzenlicht beleuchtet) sind auf den Knien und dem Weg nach oben zu bewältigen – will man alles richtig machen. Zum Vergleich: Das Niederwald-Denkmal im Rheingau liegt nur 15 Meter höher. Anläßlich der Bambi-Verleihung durften die Stars jedoch ausnahmsweise mit der Limousine vorfahren, da man verhindern wollte, daß die teure Garderobe Schaden nimmt.

So wie einst der Schriftsteller Heinrich Böll von der Fotografin Barbara Klemm während einer Demonstration in Mutlangen als mahnender Denker malerisch in den emotionalen Mittelpunkt ihres Bildes gerückt wurde, so unterstützt nun der in Speckstein verewigte Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe die breite Masse der Bambiverleihungsinteressierten bei ihrem noblen Anliegen, sich auch ein kleines Scheibchen vom Medienkuchen abschneiden zu wollen: «Ihr naht Euch wieder, schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch ich wohl, Euch diesmal festzuhalten?

Wie vorstehend, diesmal jedoch mit mehr musealem Charakter.

Überpünktlichkeit hat einen Namen: Lady Gaga: Gestützt von ihrem Leibwächter macht sie vor den Objektiven der Weltpresse einen gesunden und selbstbewußten Eindruck.

Hier sehen Sie die «Besten der Besten der Besten, Sir!». Nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch eine gesunde Portion Demut ist gefragt, will man sich zur Elite der Elitefotografen zählen: Leicht nach oben geknickte Lackschuhspitzen zeugen von der unbedingten Bereitschaft, vor jedem Star sofort auf die Knie zu sinken – und abzudrücken. Dicke Akkupakete ermöglichen es den Bildbeschaffern zudem, bis zu 48 Stunden gegebenenfalls sogar bei klirrender Kälte vor den Empfangstüren unserer bunten Preisverleihungswelt ausharren zu können, ohne zum lästigen Nachladen wärmere Räumlichkeiten aufsuchen zu müssen.

Das Spiel «Wer verläßt mit welcher Strategie das Auto?» wird in den unterschiedlichsten Variationen durchgespielt. Hier entsteigt die Sängerin Jasmin Wagner, vormals Blümchen, die Limousine auf der Passivseite – und leitet somit geschickt zur Grünfeld-Verteidigung über.

Die Moderatorin Sylvie van der Vaart in ihrem falbalaesken Fischnixenkleid.

Das orgiastische Justin-Bieber-Probekreischen setzt bei jeder eintreffenden Limousine reflexartig ein, denn: Sicher ist schließlich sicher.

Möglicherweise Bill Kaulitz, möglicherweise aber auch nicht.

Er ist geboren, um zu leben: Der Graf von Unheilig.

Die aufgeweckte Jugend von heute leidet an bestechender Beobachtungsgabe: «Schwulenhass ist keine Integrationsleistung» stellt sie treffend fest. Bushido bekommt trotz heftiger Bedenken genau jenen Integrationsbambi von Burda Media ausgehändigt, worauf beispielsweise der große Ausnahmekünstler Heino seinen goldenen Bambi wiederum zurückgab, ein Ereignis, das rückblickend betrachtet die Bambiverleihung an Bushido unter bestimmten intellektuellen Voraussetzungen dann doch irgendwie rechtfertigt.

Der Starmoderator Thomas Gottschalk zeigt sich ungebrochen honneckeresk: «Es lebe der Sozialismus mit seiner integrativen Gummibärchenkraft für alle!». Nach dieser klaren Ansage betritt er gemeinsam mit seiner Frau das Preisverleihungsgebäude.

Big Brother is watching you: Während die Party in vollem Gange ist, warten draußen vor der Tür immer noch die Fans auf Justin Bieber.

So here he is. Alles jubelt, schreit, kreischt – und vollzieht unter dem Schutz des Menschengedränges stante pede den mehrfachen Geschlechtsverkehr.

Justin Bieber (roter Kreis) gibt die Marschroute vor – und alle folgen ihm. Hier auf dem Weg zu einer noch unsignierten Autogrammkarte.

Während Justin Bieber im Hintergrund der Presse Rede und Antwort steht, raucht die Verwandlungskünstlerin Lady Gaga im Bildmittelpunkt genüßlich eine Zigarette mit Mentholgeschmack, die sie umgehend in eine leichte körperliche Schräglage versetzt; jene unkonventionelle Körperhaltung, der sie ihren Weltruhm verdankt.

Die Menschentraube vor der Rhein-Main-Halle löst sich langsam auf. Im Hintergrund sind die berühmten Strickereien aus dem Erzgebirge zu sehen, die momentan zwei verschnupfte steinerne Säulen wärmen.

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Bowling Green vor dem Wiesbadener Kurhaus: «The Eagles Live In Concert!»

24 Jun

Kurz vor Konzertbeginn schaute einige Stockwerke
höher ein Adler vorbei. Es sollten mehrere werden.

Alle Fotos, soweit nicht anders gekennzeichnet, von
unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier.

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

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Allein schon der Bandname: The Eagles! Welch’ grandiose Erinnerungen vermag er in mir zu wecken, ja: auferstehen zu lassen! Gestern noch hüteten sie mit 39° Fieber und einem Angoraschal um den Hals gewickelt das Krankenbett, heute schon humpeln sie strammen Spalierschrittes über die Linoleumkorridore mit integrierter Heilkraft und brüllen unvergeßliche Songs wie beispielsweise «Stairway to heaven», «Smoke on the water» oder schlicht: «Highway to hell».

The Eagles zu mögen heißt aber auch, sich in hemmungsloser Leidenschaft für das Setzen von Ausrufezeichen stark zu machen, um sich nicht nur selbst an ihrem Anblick zu stärken; und auf das bevorstehende Konzert vorzubereiten: Die «Adler» haben sie gebraucht! Wir werden sie gemeinsam brauchen! Ich persönlich möchte sie gebraucht haben wollen! Und die Ausrufezeichen wollen gebraucht haben werden! Nebenbei erspart diese Vorgehensweise allen vorstehend Genannten mindestens einen einwöchigen Aufenthalt im Kurmittelhaus an der Nordseeküste. Und wer will das nicht?

Eine Woche? Nein, zwei Wochen. Oder drei. Oder gar vier. Denn es ist nicht der Name allein: Direkt auf dem Bowling Green vor dem Wiesbadener Kurhaus spielten sie, die The Eagles!, am letzten Sonntag! Live! Das war der 19. Juni 2011 – just to be perfectly precise!

Hier erholten sich die Römer von ihren Kampfeinsätzen; hier verspielte Dostojewski sein Geld; hier bzw. gleich nebenan sorgte Kaiser Wilhelm persönlich dafür, daß das die Opernbühne schmückende Schiff des Fliegenden Holländers in aller Tatsächlichkeit hochseetauglich war – und in dieser Stadt lebt Claus Theo Gärtner! Wiesbaden ist eine bekömmliche Stadt zum Leben; und kulturell abgesichert.

Und wer hat mal wieder im Vorfeld nichts vom sich ankündigenden Jahrhunderkonzert mitbekommen, weil er seinen sicheren Winterschlaf immer noch nicht richtig beendet hat? Richtig, Euer Hamster. Um wem gelang es dank eines in letzter Sekunde an die richtige Stelle adressierten «Gnadengesuchs» (trotz restlos ausverkaufter Vorstellung) dann doch noch mitsamt Redaktionsfotografen im Gepäck aufs sichtschutzgeschützte Konzertareal zu gelangen? Richtig, Euer Hamster.

Das alles sind triftige Gründe, einen ausgewählt ausführlichen, aber auch ausgesucht höflichen Artikel über dieses kulturelle Großereignis zu verfassen.

Und genau so soll es sein:

Vor Konzertbeginn auf der Wilhelmstrasse: Das Abschleppen von Autos ist die Fortsetzung der Augsburger Puppenkiste mit anderen Mitteln. Das Leben ist und bleibt ein großer Abenteuerspielplatz.

Hinter dieser Sichtschutzmauer steht das Wiesbadener Kurhaus. Und davor temporär die Bühne, auf der The Eagles in anderthalb Stunden spielen werden. Links fährt der in künstlerischen Gestaltungsfragen höchst sensible Abschleppwagen mit seiner Beute äußerst zaghaft ins Bild, dessen sorgfältige Komposition er mit seiner grobschlächtigen Erscheinung nur ungerne zerstören möchte. Rücksichtnahme ist eben die Mutter christlicher Nächstenliebe.

Das menschlich rege Treiben auf der «Rue»: Einige machen es sich sichtlich gemütlich, andere haben sich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen, wiederum andere fragen sich möglicherweise, worum es hier gerade geht. Der eine oder andere sucht vielleicht sogar das Auto… Es geht doch nichts über das pluralistische Erscheinungsbild unserer Gesellschaft, n’est-ce pas?

Das Gelände füllt sich entspannt im Zeitlupentempo. Eine gute Gelegenheit, sich mal umzusehen: links vorne die Bühne, klar, rechts das Hessische Staatstheater. Auch klar. Ist das der neue A380? Keine Ahnung. Aber mal sehen, was der Herr Redaktionsfotograf mit seiner Zoomfunktion an wertvollen Zusatzinformationen beibringt:

Aha! Ein etwas in die Jahre gekommener und für meinen Geschmack einen Hauch zu léger gekleideter Fledermausmann mit guten Ortskenntnissen innerhalb des Gebäudes des Hessischen Staatstheaters ermöglicht es ihm, auf dem Dach des Schauspielhauses musikalischen Fortbildungsflugunterricht von den «Adlern» zu erhalten.

Der Logenplatz im Hotel Nassauer Hof: War das vorhin nicht Bernie Ecclestone auf dem Balkon? Klar. Und jetzt? Jetzt ist er weg. Ich glaube er ist in Begleitung von Harry Valérien nach unten gegangen, um nach seiner Brille zu forschen, die versehentlich seinen Händen entglitt. Gesehen habe ich beide danach jedenfalls nicht wieder. Schade.

Das legendäre Vier Jahreszeiten. Um die Bewohner dieses lupenreinen 50er-Jahre-Gebäudekomplexes rankten sich früher die irrsinnigsten Geschichten und Gerüchte. Also: Die Garbo und die Nitribitt, die hatten beide, also, wenn die beiden mit ihren Nesquickdosenschuhen auf der Autobahn … Hamster! Jaja, issjaschonguut…

Ha! Kaum, daß die Eagles ihr Publikum mit einem gleißenden Blitz begrüßt haben, stürzen sich zeitgleich vier attraktive Greifvögel der selben Produktgruppe vom Himmel direkt in die Konzertarena, um sich sodann sturen Hauptes sofort wieder in die Lüfte zu erheben – und dort im Gewölk (für immer?) zu verschwinden. Sa-gen-haft-es Timing!

Wie sieht ein solches Konzert eigentlich für diejenigen aus, die keine Karten mehr bekommen haben?

Zwei Tage zuvor spielte Peter Maffay – und der Herr Redaktionsfotograf kam zufällig des Weges. Ungefähr dieses Bild dürfte sich nun auch den Außenbereichsbesuchern des Konzertes der Eagles bieten, vorausgesetzt sie haben freien Blick durch den schmalen Eingangsbereich.

Auch hier präzise Zeitarbeit: Das hotel-Californ1a-Team betritt zum Stück in schicken Kürzeljacken das Gelände und verteilt hochwertig gedruckte Goodies. Es reift der Wunsch, das während dieser Tour entstehende Live-Album unbedingt kaufen zu wollen.

Und nun, da die Sonne vollständig verschwunden, greift die Bühnenshow in vollem Umfang. Was immer mit der LED-Rückwand möglich war, es wurde realisiert. Bis hin zu diesem wunderbaren «Fernseeschneebild», das die visuelle Grundlage für eine den entsprechenden Song begleitende Medienkritik bildete.

Ich könnte jetzt den Namen des freundlich dreinschauenden Gitarristen ermitteln, aber, so befürchte ich, dadurch würde möglicherweise der autentische Charakter meines Konzertberichtes in Mitleidenschaft gezogen werden. Und das möchte ich gerne vermeiden. Ich weiß nur, daß es nicht Don Henley ist.

Nach zweieinhalb Stunden verließ die Band die Bühne, um kurz darauf noch «a couple of songs» als Zugabe zu spielen. Don Henley setzte mit «Desperado» den Schlußpunkt:

***
Desperado, why don’t you come to your senses?
You’ve been out ridin’ fences for so long now.
Oh, you’re a hard one,
I know that you got your reasons.
These things that are pleasin’ you
Can hurt you somehow.

Don’t you draw the queen of diamonds, boy
She’ll beat you if she’s able.
You know the queen of hearts is always your best bet.
Now it seems to me, some fine things
Have been laid upon your table
But you only want the ones that you can’t get.

Desperado, oh, you ain’t gettin’ no younger,
Your pain and your hunger, they’re drivin’ you home.
And freedom, oh freedom well, that’s just some people
talkin’,
Your prison is walking through this world all alone.

Don’t your feet get cold in the winter time?
The sky won’t snow and the sun won’t shine,
It’s hard to tell the night time from the day.
You’re losin’ all your highs and lows
Ain’t it funny how the feeling goes away?

Desperado, why don’t you come to your senses?
Come down from your fences, open the gate
It may be rainin’, but there’s a rainbow above you
You better let somebody love you, before it’s too late!

***

Und nach einem kurzen Verbeugungsakt wird die Bühne umgehend von Roadies inklusive Mülleimer unter Beschlag genommen. Der Abbau konnte beginnen.

Das Parkhaus. Als wäre es eine Fotokunstarbeit von Andreas Gursky.

Aber was bringt einem die Musik der Eagles im Endeffekt? Selbstredenderweise war es ein großartiges Konzert. Keine Frage. Ich meine jedoch mehr dieses spezielle «Functional-Food-Ding». Also beispielsweise einen Joghurtdrink, der bei korrekter Einnahme zusätzlich die Ohren wärmt. Oder ein Hundefutter, daß nach Verzehr den geliebten Vierbeiner wie von Geisterhand dazu animiert, selbstlos den Hausputz zu übernehmen.

Die Frage muß also lauten: Was passiert mit mir, wenn ich die Musik der Eagles wahlweise bei Rotlicht-, Gelblicht-, Grünlicht- oder Blaulichtbestrahlung höre? Oder wenn mir dabei ein Backstein auf den großen Zeh fällt? Und was, wenn man nach einem Eagles-Konzert fünf Wochen lang nichts mehr ißt? Angeblich sind dadurch schon so einige Vollblutcholeriker deutlich ruhiger geworden. Das sagen zumindest die Ärzte.

Michael Eibes und Redaktionsfotograf Andreas Baier wollten es genau wissen – und machten die Probe aufs Exempel. Sie fotografierten sich gegenseitig jeweils mit aktiviertem Blitzgerät. Das erklärte Ziel: Nur durch Intuition gleichzeitig auszulösen. Keine Synchronisation der beiden Kameras mit irgend welchen technischen Hilfsmitteln. Verschlußzeit beider Fotogeräte war auf 1/30sec eingestellt. Klappt das Experiment, so hat jeder ein Foto des anderen angefertigt auf dem der leuchtende Blitzkopf an der Kamera zu sehen ist.

Foto: Michael Eibes

Ergebnis: Beide Tester benötigten gerade mal zwei Versuche, um das Ziel zu erreichen. Schlußfolgerung: Die Musik der Eagles wirkt auf das menschliche Gemüt überdurchschnittlich beruhigend aber auch bewußtseinserweiternd aus. Vor diesem Hintergrund haben beide nun beschlossen, sich einem fünfstündigen Eagles-Musik-Dauerkonsum auszusetzen – und anschließend den Lottoschein auszufüllen. Die Redaktion ist gespannt aber auch irgendwie optimistisch, daß sie zukünftig häufiger von den beiden zum Essen eingeladen wird.

Ein weiterer (Spontantest) unseres Redaktionsfotografen endete ebenfalls mit einem erfreulichen Ergebnis: sogar sein eigener Schatten – nur durch sogenannte «Vibes» mit dem menschlichen «Hauptkörper» verbunden – blitzte synchron zurück. Eine Sensation! Und gut für die Musik der Eagles. Das Konzert: ein toller und voller Erfolg auf der gesamten Linie!

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