Neil Young: «… with a supermoon in my eye …»

16 Nov

«Supermoon» by Andreas Baier
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I was lyin’ in a burnt out basement

With a supermoon in my eye

I was hopin’ for a replacement

When the sun burst through the sky

There was a band playin’ in my head

And I felt like getting high

Thinkin’ about what a friend had said, I was hopin’ it was a lie

Thinkin’ about what a friend had said, I was hopin’ it was a lie

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Read more: After The Gold Rush
Glas eye manufactured by: Achim Hellbach

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National Geographic: Andreas Baier’s «Living Room Lion» published in «Strange Terrains» Story

13 Nov

«Living Room Lion» by Andreas Baier
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Once again National Geographic published a photograph taken by our staff-photographer Andreas Baier. The image is entitled «Living Room Lion»; and is in use for the «Strange Terrains» story. The National Geographic Photographer Renan Ozturk, as a picture editor in charge for this assignment, wrote about this shot: «This is one of the most wildly bizarre and creative interpretations of the strange terrains assignment. Horrifying, fascinating and pink. Great depth and framing with beautiful angles of the walls as well a clear subject with the lion.» From a submission pool of 7.000+ images 23 photographs have been chosen for the final story which has been freshly pressed.

Previously published photographs by Andreas Baier on National Geographic’s online plattform:
1.) «Mother & Child» Story: A Child Will Be Born.
2.) «Undiscovered» Story: Bathtub Breakfast.

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Nachruf: «Der Unternehmer, Galerist, Kunstsammler und Mäzen Hansfried Defet im Alter von 90 Jahren überraschend gestorben»

7 Nov

Das «Neue Museum Nürnberg» in der Außenansicht
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Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Hansfried Defet
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Noch am 16. September 2016 nimmt Hansfried Defet anläßlich seines 90. Geburtstages, auch ausdrücklich im Namen seiner seit längerem verstorbenen Frau Marianne, die Gelegenheit wahr und erläutert im Rahmen seiner Pressekonferenz im «Neuen Museum Nürnberg» eine weitere großzügige Schenkung von 50 Arbeiten aus seiner Sammlung an eben jenes Haus. Damit krönt der Nürnberger Pinselfabrikant, ehemalige Galerist und Kunstsammler sein mäzenatisches Lebenswerk. Nur sechs Wochen später ist Hansfried Defet gestorben.

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Bildunterschrift: Hansfried Defet (sitzend) während seiner Sammlungspräsentation «Raum um Raum. Schenkung Marianne und Hansfried Defet» umgeben von Journalisten. Direkt links neben ihm im Bild der Leiter der Sammlung des Museums, Dr. Thomas Heyden, sowie die stellvertretende Direktorin und Leiterin des Referates für Öffentlichkeitsarbeit, Eva Martin (am rechten Bildrand).

Die zweite große Schenkungstranche umfasst unter anderem Werke von Peter Angermann, Horst Antes, Johannes Brus, Rolf-Gunter Dienst, Christian Faul, Günter Fruhtrunk, Hildegard Fuhrer, Johannes Geccelli, Gotthard Graubner, Erich Hauser, Gisela Kleinlein, Bernd Klötzer, Werner Knaupp, Gerhard Mayer, Christiane Möbus, Andreas Oehlert, Karl Prantl, Josua Reichert, Hans Peter Reuter, Susanne Roth, Dashdemed Sampil, Alf Schuler, Anne Sterzbach und Lea von Wintzingerode.

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Hansfried Defet wurde 1926 in einer Pinselmacher-Familie geboren und übernahm nach dem Tod seines Vaters den 1890 gegründeten Betrieb, der sich seit 1930 in Familienbesitz befindet. Den Eingangsbereich der «da Vinci Künstler- und Kosmetikpinselfabrik Defet GmbH» stellten er und seine Frau seit 1965 jungen Künstlern für die Präsentation ihrer Werke zur Verfügung – der Beginn einer über Jahrzehnte langen engagierten Galeristentätigkeit. Und wer «A» sagt, sagt natürlich auch «C», weshalb das Ehepaar Defet konsequenterweise ebenfalls an der Gründung der «Art Cologne» beteiligt war; und selbstredenderweise auch den von 1981 bis 1985 mit 10.000 Mark dotierten Defet-Preis des «Deutschen Künstlerbundes» stiftete. Nutznießer dieser fünf wunderbaren Veranstaltung waren Albrecht von Hancke, Johannes Brus, Hiromi Akiyama, Gisela Walther und, of course, Timm Ulrichs. (Über die Gründungsphase der «Art Cologne» berichtete Meerschweinchenreport hier).

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Bildunterschrift: Für dieses Portrait von Hansfried Defet ließ sich unser Redaktionsfotograf von einer riesigen, weitestgehend schwarzen, Arbeit des Künstlers Werner Knaupp inspirieren, die ebenfalls zum aktuellen Schenkungskonvolut gehört.

Die Galerie Defet schreibt auf ihrer Website: «Unsere Galerie wurde 1965 in den Räumen der ‹da Vinci Künstlerpinselfabrik› gegründet. Sie war nach dem Krieg die erste zur Förderung junger Künstler eingerichtete Privatgalerie Nürnbergs, die ihr Programm auf den Kunstmärkten in Basel und Köln einem internationalen Publikum vorstellte. Über 200 Ausstellungen wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten organisiert, wobei u.a. auch die Performance-Scene der 70er und 80er Jahre eine hervorgehobene Rolle spielte. Unsere Aktivitäten im Bereich der Skulptur hatten im Dürerjahr 1971 mit dem ‹Symposium Urbanum› einen besonderen Höhepunkt erreicht. Bereichern doch eine Reihe der seinerzeit entstandenen Plastiken noch heute das Stadtbild Nürnbergs. Mit Ende der Ausstellung Reuter-Fuhrer ruhen die Aktivitäten der Galerie.»

Zu den von der Galerie Defet vertretenen Künstlern gehörten: Hiromi Akiyama, Peter Angermann, Horst Antes, Reiner Bergmann, Jürgen Bordanowicz, Johannes Brus, Nicola Carrino, Thomas Eller, Christian Faul, Johannes Geccelli, Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Edgar Gutbub, Gisela Kleinlein, Bernd Klötzer, Werner Knaupp, Herbert Koller, Nikolaus Lang, Alf Lechner, Johan Lorbeer, Karl Prantl, Christiane Möbus, Josua Reichert, Hans Peter Reuter, Alf Schuler, Anne Sterzbach, Timm Ulrichs und Lambert Maria Wintersberger.

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Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly: «Für die Kultur der Stadt Nürnberg ist der Tod von Hansfried Defet ein großer Verlust. Die Nürnberger Kunstszene, viele Künstlerinnen und Künstler und Kunsteinrichtungen haben Hansfried Defet ungemein viel zu verdanken.» Und die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, Prof. Dr. Julia Lehner, würdigt Hansfried Defet als leidenschaftlichen Förderer zeitgenössischer bildender Kunst: «Das Atelier- und Galeriehaus Defet, der Skulpturengarten an der Stadtmauer, die von ihm ins Leben gerufene ‹Marianne und Hans Friedrich Defet-Stiftung› und seine großzügigen Gaben an das ‹Neue Museum› werden als sein Vermächtnis bleiben.»

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Es ist alles andere als alltäglich, daß ein Unternehmerehepaar nicht nur das eigene Unternehmen sukzessive erfolgreich ausbaut, expandiert, expandiert und expandiert, sondern darüber hinaus auch noch eine Galerie gründet, die schon nach wenigen Jahren zu einer der ersten Adressen im Segment der zeitgenössischen Kunst avanciert. Und wenn man dann noch liest, daß Marianne und Hansfried Defet ihre Galerie ursprünglich wegen einer weiteren Expansion des eigenen Unternehmens geschlossen, dies aber nicht lange durchgestanden haben, was zur Wiederaufnahme des Galeriebetriebs führte, dann läßt sich leicht ablesen, daß nur wahre Leidenschaft einen dazu befähigen kann, solche Extraenergieleistungen konstant zu erbringen.

Dieser Sachverhalt wird auch von einer Anekdote gestützt, die Hansfried Defet Mitte September anläßlich seiner hier gegenständlichen Pressekonferenz im «Neuen Museum Nürnberg» erzählte, als er Horst Antes einmal mehr in seinem Atelier besuchte, um ihn darüber zu unterrichten, daß er gerade eine große Arbeit von ihm verkauft habe. Aber anstatt Horst Antes die marktübliche Provision für seine Tätigkeit zu berechnen, zog er es lieber vor, sich von ihm mit einem weiteren Bild vergüten zu lassen. So handelt eben nur jemand, dem es in erster Linie um das Sammeln und die Förderung von Kunst geht.

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Mit Hansfried Defet hat sich nicht nur einer der ganz Großen vom Parkett der internationalen Kunstszene für immer verabschiedet, sondern mit ihm ist einmal mehr einer jener Humanisten verschwunden, diese adäquat zu ersetzen, sich unsere hinreichend seltsam mutierte Gesellschaft derzeit leider nicht in der Lage sieht.

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O Holy Stones!

6 Nov

Photo by our staff-photographer Andreas Baier
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O holy Stones, so strong and sweet:
Give me the strength as you were meat.
As you were power, seed and justice,
As you were fortune, faith and Pastis.
As you were gleaming in my soul,
As you were joining fish and bowl.
As you were secret, key and my account,
As you were you that I once found.
As you were hope and my solution,
As you were thoughtful brain pollution:
So sharp, so tough, so you, you, you:
O holy Stones – my faith in you!

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Mars Attacks

29 Oct

Vorbildlich: Vollverzehrbares Marsianer Raumschiff
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Als am 20. März 1996 in der Nähe des Londoner «Smithfield Market» ein Meteor einschlug, da machten sich die Fleischträger der Frühschicht spontan auf und sammelten dessen Überreste ein. Einige davon schienen sogar – siehe Bild – verzehrbar. Heute wissen wir jedoch, daß es sich bei den vermeintlichen Meteorteilen in Wirklichkeit um marsianische Raumschiffe handelte, deren Paasagiere pro Kopf und Nase nicht viel größer als eine Reißzwecke sind; und in ihrer Konsistenz stark an Hackfleisch erinnern. Die Außenhaut dieser intergalaktischen Fortbewegungsmittel besteht aus hochmodernem Tetrahypoxipanturalium, eine voll recyclebare und auch auf das menschliche Verdauungssystem geschickt abgestimmte Masse mit hervorragender Kau- und Knautschzoneneigenschaft, die in unseren Breitengraden zum Beispiel unter der Bezeichnung «Dunckel Dinckel DreizehnAcht» erhältlich ist. Diese Beschaffenheit ermöglicht den Marsbewohnern, Erdlinge von innen heraus zu erobern, um in der letzten Umwandlungsstufe vollständig die Gestalt und den Charakter des jeweiligen Erdbewohners anzunehmen. Experten schätzen, daß allein in der Bundesrepublik ca. acht bis neun Millionen Marsmenschen unerkannt unter uns leben. Darunter Landwirte, Sachbearbeiter, anerkannte Hochschulprofessoren sowie Abgeordnete des Deutschen Bundestages. In den Vereinigten Staaten möchte derzeit vermutlich einer von ihnen sogar der nächste US-Präsident werden.

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The Artist: «Constantly Known As Dieter Meier»

26 Oct

Dieter Meier spotting a pierced snail in his garden
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Als wir Dieter Meier kürzlich in Zürich besuchten, um von ihm für unser neues SuperIllu-Lifestyleprodukt «Home Sweet Home But Maybe More – Meerschweinchenreport’s Best Extra» eine aussagekräftige Bildstrecke zu erstellen, die wir, so der Plan, zusammen mit einem frei erfundenen «Exklusiv-Interview» zu veröffentlichen gedachten, da nahm unser Redaktionsfotograf Andreas Baier kurz zuvor noch an einer Sonderweiterbildungsveranstaltung in den Gemächern Michael Conrads teil, wo unser Mann fürs grobe Korn, weil das Flaschenetikett «Hegarty» auf ihn eine allzu unwiderstehlich magische Anziehungskraft ausübte, entgegen seiner normalen Trink- bzw. Nichttrinkgewohnheiten eigentlich nur mal eben am heiligen und überaus schmackhaften Rotweingral nippte, so führte dies doch dazu, daß – wir zitieren ihn wörtlich – «ich ordentlich einen sitzen hatte». Sein dennoch sichtlich erleichtertes Fazit: «Wie gut, daß es Autofokus gibt, sonst wäre das alles nichts geworden.»

Der erste Punkt auf der Dieter-Meier-Bericht-Checkliste, nämlich «zwingend Selbstreferentielles», wäre damit den Zeitgeist in notwendiger Weise huldigend abgehakt. Punkt 2: Leute, kauft Euch unbedingt die nagelneue YELLO CD «TOY»:

Der dritte Punkt: Leute, seht Euch unbedingt in der Berliner Galerie Judin die Dieter-Meier-Ausstellung «Possible Beings 1973 – 2016» an. Sie ist noch bis zum 29. Oktober 2016 zu sehen. Hier eines der 48 unterschiedlichen Possible-Beings-Bildpaare:

From the series «Possible Beings 1972 – 2016»:
Dieter Meier – Tiger Winslow

Der vierte Punkt, bevor wir uns der neuen YELLO CD: TOY und der Ausstellung «Possible Beings 1972 – 2016» widmen, ist natürlich: the artist, constantly known as Dieter Meier, himself:

Dieter Meier, lesend auf seiner Couch
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Dieter Meier ist ein brillanter Konzeptkünstler und Musiker; außerdem ein erfolgreicher Unternehmer. Wir zitieren aus dem Tagesspiegel: «Den Menschen macht aus, wie er sich zu seinen Zwängen verhält. Zwänge die durch die Geburt, die Zeit, das Talent, die Familie gegeben sind. Dieter Meiers Jugend zeichnete sich durch eine erstaunliche Abwesenheit von Zwängen aus. Sein Vater besaß eine Bank. Nichts drängte sich auf, schon gar keine finanzielle Notwendigkeit. Nicht einmal unerfüllte Träume der Eltern, die er an ihrer statt hätte ausführen dürfen. Beladen mit der Bürde der Freiheit stand er nun da. Wenn nichts muss, aber alles kann, was ist dann? Ist dann überhaupt irgendetwas?» Hm, gute Frage. Eine auf jeden Fall gültige Antwort wäre: «Das eigene Sein». Denn das eigene Sein bleibt immer – und zwar immer bis ganz zum Schluß. So einfach kann reduzierte Lebenskernbetrachtung sein. Unsere Meerschweinchenreportleser wissen, daß wir immer, wenn es droht, philosophisch zu werden, unsere beiden Hausgeisteslehrer Andy Warhol und/oder Woody Allen bemühen. Letzterer stellte in diesem Kontext beispielsweise fest, daß der einzige Unterschied zwischen Menschen mit Geld und welchen ohne Geld lediglich das Geld sei. Und er fügte hinzu: «Alle anderen Probleme sind identisch». Und weil dem so ist, sind die kreativen oder unternehmerischen oder sozialen Leistungen eines Menschen in ihrer Qualität grundsätzlich losgelöst von seiner jeweiligen pekuniären Situation zu betrachten.

Dieter Meier an seinem Klavier
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Im Jahre 1969 saß Herr Meier fünf Tage lang auf dem kalten Pflaster des Zürcher Heimplatzes und sortierte 100.000 Nägel in diverse Säcke. Da war er Mitte zwanzig. «Nein, sagen Sie nicht Nägel, das hat schon zu viel Sinn», bittet Dieter Meier die Dame vom Tagesspiegel. Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte damals das Foto eines langhaarigen jungen Mannes, der da saß und aß, sich quälte und Nägel nicht vermehrte, nicht verzehrte, aber edel zählte – was ihn ehrte. Er andere bekehrte? Doch zu was? Westlich betrachtet nennt sich das Ereignis vielleicht «sinnlos»; mehr fernöstlich ausgerichtet kann man in seiner Performance durchaus einen buddhistischen Ansatz erkennen: Du sollst Deine Mitmenschen nicht belehren, sondern irritieren.

Ein Jahr später legte Meier in Sachen Buddhismus-Unterricht ein gehöriges Schippchen nach: So unterbrach sein Kurzfilm «1 Minute» unkommentiert das öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehprogramm. Der Bildschirm blendete zunächst kurz auf schwarz, gefolgt von dem einminütigen Anblick des regungslosen Künstlerkopfs, der akustisch von Zeitzeichen kongenial unterfüttert wurde. Abermals ward es den Eidgenossen schwarz vor Augen. Schließlich und endlich hatte die Nation sowohl ihr normales Leben als auch ihr gewohnt-gewöhnliches TV-Programm zurück. Das Publikum soll hinreichend verstört reagiert haben. Und das, obwohl der Krieg zu diesem Zeitpunkt seit gut 25 Jahren vorbei war.

Auf den Geschmack der formvollendeten Irritation mit intellektuellem Zusatznährwert gekommen, kaufte Dieter Meier konsequenterweise am 25. Februar 1971 zwischen 16:00 und 18:00 auf der 57th Street, Ecke 8th Avenue (nur unweit des einen oder anderen New Yorker Museums) den Einwohnern der Stadt für einen US-Dollar jeweils ein «Yes» oder «No» ab – und quittierte den Erhalt der Wörter schriftlich. Die Polizei kam, sah und stellte fest: «That’s not for us, let’s get the special department». Für amerikanische Polizeibeamte ungewöhnlich scharf geschlußfolgert – die Sache hätte auch ganz anders ausgehen können.

Dieter Meier: Auf der Art|Basel bei Thomas Zander
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Nur knapp der Zwangsjacke entkommen, erteilte Dieter Meier deshalb noch im selben Jahr den New Yorkern adäquaten Schießunterricht: Im Cultural Center stellte er sich mit einem gezückten Revolver an eine Mauer. Vor seinen Füßen stand auf einer Tafel: «This Man Will Not Shoot». (Meerschweinchenreport berichtete hier).

Dieter Meier Cover:
«This Man Will Not Shoot»

Als er nach wenigen Performances mit guten Aufmerksamkeitswerten nur ein weiteres Jahr später bereits zur Documenta gebeten wurde – spätestens hier wird Dieter Meiers übergeordneter Drang und Hang zu effizientem Denken und Handeln transparent –, ließ er am Kasseler Hauptbahnhof eine Metalltafel einbetonieren: «Am 23. März 1994 von 15.00 – 16.00 Uhr wird Dieter Meier auf dieser Platte stehen». Nein, Monsierur l’Artiste scheinen grundsätzlich keine Gefangenen zu machen: 22 Jahre später stand er tatsächlich dort. Hunderte Zuschauer und der Kasseler Oberbürgermeister waren zugegen. Einige der Angereisten haben sogar weite Strecken mit dem Flugzeug in Kauf genommen.

Zwischenfazit: In seiner Konzeptstärke als Performance-Künstler fallen uns nur noch zwei ein, die in derselben Liga unterwegs sind: Timm Ulrichs und Marina Abramović.

Dieter Meier: Reading while shooting light into the sky
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Auch verfügt Dieter Meier wie viele herausragenden Geister über den großen Vorzug, früher in der Schule alles andere als begnadet gewesen zu sein. Einen langen Text zu lesen fühlte sich an, «als würde mir jemand Blei durchs Hirn ziehen, und es bleibt nichts hängen». Auch wenn dem nachfolgenden Gedanken in seiner Absurdität eine gewisse Grazie inne zu wohnen scheint, so sollte unmißverständlich geklärt sein, daß die vielen Opfer bleihaltiger Schußverletzungen in den Vereinigten Staaten keinesfalls das Ergebnis einer übermotivierten Bildungspolitik sind. Sicherlich nicht zuletzt auch deshalb: «This Man Will Not Shoot!» Die Dame vom Tagesspiegel schreibt: «Es war eine der wichtigsten Entdeckungen in seinem Leben, als er für die Prüfungen dann den gesamten Stoff mit einem Freund nachholte, indem sie drüber redeten: Im Dialog ging ihm die Welt auf: ‹Das hat mein ganzes Leben bestimmt, bis auf den heutigen Tag.›»

Als bildender Künstler drückt Meier hin und wieder mit seinen Fingern auch ganz gern in Kinderknetmasse willkürlich Formen und schaut, ob er darin etwas erkennt: es ist eine Art Bleigießen mit kautschukhaltigem Dehnmaterial. Er sieht sich nicht als Schöpfer, sondern als Entdecker. Für ein von ihm fotografiertes Knetfigurgesicht bezahlte Lady Gaga auf einer New Yorker Auktion ordentlich bemessene 20.000 Dollar.

Dieter Meier: At the table
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Die Richtigkeit des Grundsatzes «Nur der schlechte Künstler unterhält sich mit dem Publikum, der gute mit sich selbst» bestätigend, überführt Dieter Meier seinen konzeptuellen Ansatz Anfang der 1970er-Jahre in fotografische Serien, in denen er scheinbar ausschließlich selbst zu sehen ist. Die Galerie Judin schreibt auf ihrer Website über Dieter Meiers Ausstellung: «1972 läutete ein Materialkonvolut zu dem erdachten Schriftsteller Thomas Mattes, von dem plötzlich Manuskripte, Briefe und Schnappschüsse auftauchten, Meiers bis heute andauernde Beschäftigung mit erfundenen und vorgefundenen Persönlichkeiten ein. Nicht selten weisen diese Charaktere autobiografische Züge auf. Diesem Thema ist auch Meiers umfangreichste fotografische Serie Personalities gewidmet, die in den Jahren 1973 und 1974 entstand. Mit variierender Kleidung, Gestik und Mimik verwandelte sich der Künstler in 48 unterschiedliche Persönlichkeiten. Das Ergebnis ist gespenstisch: wenngleich Meiers markante Gesichtszüge stets zu erkennen sind, löst die schiere Anzahl der Verkörperungen allmählich die Wahrnehmung des Künstlers als Individuum auf. Stattdessen treten seine Rollen in den Vordergrund. Diese sollten letztlich ein regelrechtes Eigenleben entwickeln und Meier zu zwei weiteren Werkgruppen anregen. Unter den Titeln ‹As Time Goes By› und ‹Possible Beings› wählte Meier in den Jahren 2005 und 2016 einige Personalities aus, die er jeweils mit einer neuen Porträtaufnahme und einer kurzen Biografie in die Gegenwart holte. Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft: in wenigen Jahren möchte sich der Künstler der restlichen Figuren annehmen und mit ihnen weitere mögliche Lebenswege ausloten.» Nachfolgend zwei weitere «Possible Beings 1972 – 2016»:

From the series «Possible Beings 1972 – 2016»:
Dieter Meier – Samuel «Samy» Schnyder

From the series «Possible Beings 1972 – 2016»:
Dieter Meier – Erwin «Radu» Stangel

Zur Ausstellung sind zwei mit viel Liebe und Sinn fürs Detail gestaltete und hochwertig gedruckte Kataloge entstanden. Der eine enthält die zugehörigen Lebensläufe (oder «Lebenskämpfe») der von Dieter Meier bzw. dem «Schriftsteller Thomas Mattes in seinem Projekt «Possible Beings 1972 – 2016» dargestellten Personen und Charaktere.

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Beim Surfen entdeckt: Die «Dallas Art Dealers Association» nennt sich in der Abkürzung: DADA. Schöne Gleichung: DADA = JR Ewing kauft Kunst.
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Dieter Meier: The Race Reloaded
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Das erste Mal wurden wir auf die Musik von «Yello» aufmerksam, als wir in Wiesbaden Mitte der 1980er-Jahre an der illegalen «Cannonball-Schnitzel-Ralley» teilnahmen. Ein Jahr vor dem Abitur, den Führerschein gerade frisch in der Tasche, und schon wollten wir unbedingt nackt um die Wette über den Kranzplatz flitzen müssen, nachts pro Team einen Spintschlüssel aus dem Opelbad besorgen, einen halben Liter Faulbrunnenwasser (geschätzte 40°) auf Ex trinken sowie eine schriftliche polizeiliche Bestätigung darüber bekommen, daß ein Team-Mitglied für zehn Minuten in Haft saß. Was sich End-Teenager eben so alles einfallen lassen, wenn es darum geht, das bereits heftig an die Tür klopfende «spätere Leben» erfolgreich aus den Schädelwänden zu verdrängen – oder, je nach Betrachtungsweise – sich adäquat darauf vorzubereiten. Für die Nummer mit dem Opelbad-Schlüssel sollte es in der Nachbereitung vor Gericht für einige Teams jede Menge abzuleistende Sozialstunden hageln. In der ersten Nacht bezogen wir Quartier auf einem ruhigen Campingplatz am Hertersee. Auf dem Plattenteller im Kofferraum eines Teilnehmers drehte sich das Yello-Stück «Bostich», scheinbar in der Endlosschleife, das 1980 auf dem Album «Solid Pleasure» erschien. Durch zwei riesige Boxen wurde eine Nachricht über den Umweg durch unsere Ohren in den schwarzen Nachthimmel gedrückt, die uns eine rhythmisch pulsierende Mahnung war: «Standing at the machine every day for all my life//I’m used to do it and I need it//It’s the only thing I want//It’s just a rush, push, cash». Dieser Text, diese preßlufthammereske Sprachperformance, die rasende Geschwindigkeit der Beats pro Minute, die mehrmaligen Besuche von Polizeibeamten, mit der Bitte die Yello-Lebensmaschine in ihrer Lautstärke deutlich zu reduzieren – das alles wurde zu einer perfekten Mélange, unsere damalige geistige Welt reflektierend, unser zukünftiges reales Lebens – so wurde dieser Track für dieses Wochenende zu unsere Hymne. Dieter Meiers Kunst- und Lebensverständnis: Man muß nur der werden, der man ohnehin schon ist:

Dieter Meier und Boris Blank – Table Communications
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Foto: Helen Sobiralski/Universal Music

Es war auch die Zeit, da unser Redaktionsfotograf seine musikalische Grundversorgung ausschließlich über einen leicht leiernden Kassettenrekorder mit Radioempfang bezog, der im Fotolabor stand. Seine bis heute gültige Grundeinstellung: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Und einen Fernseher hat er sich immer noch nicht zugelegt. Deshalb nahmen auch wir «Yello» zunächst für viele Jahre nicht mehr weiter wahr.

Das änderte sich jedoch, als wir einen Werbespot für das fiktive Bestattungsunternehmen «Mr. Sandman’s Finest Funerals» realisierten und in den Gemächern des Post-Produktionshauses «Das Werk» während einer Bearbeitungspause auf MTV attraktive badeanzugbekleidete Damen sahen, wie sie von Hochhausdächern in wesentlich tiefer liegende Swimmingpoolanlagen sprangen. Das war 1997 und das Album «Pocket Universe» gerade frisch erschienen. In dem darin enthaltenen Stück «Beyond Mirrors» setzt sich Dieter Meier u.a. mit Arthur C. Clarke, Werner Heisenberg und Solar Driftwood auseinander. Sowie mit «Ruppert Sheldrake in his book ‹Seven Experiments That Could Change the World› has stated that scientist’s attitude toward their experiments affect the results of their experiments». Der britische Wissenschaftler war uns bis dato mit seiner Arbeit «Das Gedächtnis der Natur» bereits bekannt. Darin wies er nach, daß einmal auf unserem Planeten Gedachtes der Allgemeinheit zur Verfügung steht, auch wenn es nie verbalisiert oder in Schriftform verbreitet wurde. Und wir: «Whow, was ist das denn? Etwa Popmusik?»

Dieter Meier: Get Together auf der Art|Basel
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Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Zu etwa gleicher Zeit verfolgten wir im Hause der «abenteuerlichen Designagentur» im TV ein Interview mit Dieter Meier und einem «Musikexperten». Der Künstler reflektierte über das Leben, über Sein und Nichtsein, über das Universum, über solares Treibholz, schlicht: über die Magie lebensexistenzieller Dinge. Besagter «Musikexperte» schien mehr und mehr mit seinem Amt überfordert, wollte zum Schluß des Gesprächs aber noch etwas Nettes sagen, was er dann auch irgendwie tat: «Yes man, that’s Rock ‘n Roll». Wir bewunderten Dieter Meiers Reaktion: Er saß da und grinste und grinste und grinste … und weigerte sich, die Fassung zu verlieren. Dafür verloren wir unsere: Wir schlugen lachend mit unseren Köpfen solange gegen die Wand bis es weh tat.

Wir finden die neue Yello-CD «TOY» hervorragend, was aber keine große Kunst ist, denn Musikprodukte von Yello sind grundsätzlich herausragend zu nennen. Die Tracks haben aus unserer Sicht nur einen Nachteil: Sie sind zu kurz, verfügen über zu wenig Noten, Eure Majestät. Gerade gedenkt man, sich gemütlich auf dieser oder jener Melodie ein bequem schaukelndes Ruhelager einzurichten, da ist die Nummer auch schon beendet. Schnüff. Im Gegenzug der Vorteil: Es gibt sehr viele Stücke auf der CD. Ein untrügliches Indiz dafür, daß die beiden Gentlemen immer noch nicht so richtig wissen, wohin mit ihrer Kreativität.

Der Ausführung Dieter Meiers, daß das Tonstudio für Boris Blank ein Sauerstoffzelt sei, entnehmen wir, daß auch sein Partner kreative Selbstgespräche führt, was eine schlüssige Erklärung dafür ist, warum Yello seit nunmehr 35 Jahren konstant hohe und sehr abwechslungsreiche Alben zusammenschraubt. Wer eine ausführliche und sehr schöne und hinreichend euphorische Besprechung der aktuellen TOY-CD lesen will, der sollte sich diesen ausführlichen Artikel auf Lowbeats unbedingt zu Gemüte führen.

Dieter Meier mit Harald Falckenberg

Als Nachspeise möchten wir die Lektüre der Essays empfehlen, die Dieter Meier vor einigen Jahren in seiner Kolumne in der Kulturzeitschrift «DU» veröffentlichte. Einige der Themen: «Gott im Fleisch – Aus den Tiefen des Weltalls», «Matsch am Paddel», «Das Wunder des Gelingens», «Gott ist DADA» oder «The 100 Million Dollar Kid». Die zuletzt genannten Überlegungen beginnen so: «Wie jeden Monat sitze ich vom Satzzwang getrieben an der Schreibmaschine und hoffe, dass mir unter der Guillotine des Abgabetermins ein Thema einfällt, nach dem ich über ca. viertausend Anschläge mit Wörtern werfen kann. Oft half mir das Schwerpunktthema dieses Heftes aus der grossen Leere und der Einsamkeit im dicken Nebel, wo keine Themen zu erkennen sind und auch nix Gedanken auftauchen. So rief ich denn in der Hoffnung, mich wie der Lügenbaron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Ideenlosigkeit herauszuziehen, die Redaktion an und erfuhr, dass dieses Heft dem teuersten Schweizer Künstler aller Zeiten, dem ‹sculpteur extraordinaire› Alberto Giacometti, gewidmet sei. Da mir seine hochgekneteten Gestalten und Hunde nie besonders gefielen und ich mich aber über den Bergeller Kettenraucher in Paris, der seine halbverhungerten Figuren als Epigone seiner selbst ein halbes Leben lang nach oben zwirbelte, auch nicht lustig machen und meinem Hirn die Frage zumuten wollte, warum mich der ‹Grosse Schreitende› No. 27 / B5 eiskalt liess, kam ich auf die Idee, mir zu überlegen, warum für einen Abguss des Genies aus Stampa eine amerikanische Bankierswitwe kalt-oder heissblütig, man weiss es nicht, die wunderbare Summe von hundert Millionen US-Dollar abdrückte.»

Herr Meier schließt diese Kolumne mit: «Da ich schon bald wieder mit der Herausforderung, um nicht zu sagen dem Malheur, ein Thema zu finden, konfrontiert sein werde, mich aber in Hassliebe ausgesprochen gerne zu beliebigen Inhalten als Satzschlosser betätige, bitte ich Sie, verehrte Leser, mir mit Vorschlägen auszuhelfen, die Sie der Redaktion von DU bis zum 15. April zusenden können, wenn sich Meier-mach-schon dann erneut im oben beschriebenen Notstand befindet, der, nachdem ihm Benedikt XVI abhanden gekommen ist, auf den er immer wieder ausweichen konnte, wenn ihm nichts einfiel, um so schwerer wiegt.»

Das ist feines Feuilleton. Und für den Fall, daß Monsieur Le Satzschlossère irgendwann doch tatsächlich wieder seine Kolumnentätigkeit aufnehmen möchte, so hätten wir direkt ein Thema zur Inspiration für ihn: «Der November ist der Mai des Julis – oder umgekehrt».

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Sustainability: «Urban Gardening»

19 Oct

Photograph by our staff-photographer Andreas Baier
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There is nothing more important than urban gardening these days. The colder it gets outside the warmer we have to make it inside ourselves. Here, we see a group of masters practicing urban gardening; producing even their own croissants only by the power of good will and imagination. It is fantastic to become a witness of how sustainability does its magic work in the brains of mankind. Without doubt: the grand transformation is underway.

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Olaf Leu, der «Ro 80» unter den Designern, wurde just 80 und veröffentlicht sein «R/80» bei «Spielbein Publishers»

18 Oct

Das neue Buch von Olaf Leu: «R/80»
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Sicher, wir hätten auch «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen» in die Überschriftenzeile setzen können. Oder: «‹R/80›, die intellektuelle Kraftnahrungspille für den anspruchsvollen Lebens- und Designinteressierten». Oder: «Wer bisher glaubte, die letzten zwanzig Jahre im falschen Film unterwegs gewesen zu sein, der erhält mit Olaf Leus ‹R/80› eine praktikable Anleitung zum Querumstieg bei voller Fahrt in den richtigen».

Einerseits. Andererseits fangen wir aber mit einem Zitat des ersten Satzes aus dem Prolog (Zwischen Müßiggang und Engagement) seines hier gegenständlichen neuen Buches «R/80» an: «Letztlich bin ich dann doch der Prophetie meines Kollegen Andreas Baier gefolgt, der schon nach Erscheinen meines Taschenbuchs i.R. orakelt hatte, dass es bei diesem ersten Band nicht bleiben würde. Und genauso ist es.» (Meerschweinchenreport berichtete hier). Tja Leute, schließlich geht doch dieser Tage nichts über eine ordentliche Portion Selbstreferenzielles, nicht wahr?

Nachdem nun auch das geklärt wäre, können wir mit unser eigentlichen Rezension beginnen. Wir zitieren abermals, diesmal aus dem Editorial, verfaßt vom Spielbein-Publisher Michael Eibes: «Warum sind Bücher wie dieses so wichtig? Es gilt Situationen, Zustände und vor allem Wissen zu dokumentieren. Denn Wiederholungen ohne Lerneffekt sind sinnlos.» Die fünf Hauptrubriken sind «Selbstverständnis», «Gestaltung mit Haltung», «Sein und Schein», «Geschichte und Geschichten» und «Prof. Dr. Klaus Klemp über den Autor Olaf Leu». Wer also geglaubt haben möge, daß es zum 80. von Olaf Leu lediglich angestaubte Lebensweisheiten zu lesen gäbe, der irrte gewaltig. Salopp gesagt: Das ist alles strenger Stoff. Sehr strenger Stoff, sogar. Als «kleine» Leseprobe sei in diesem Kontext «Eine Frage der Moral!? (S. 45 – 55)» empfohlen. Die dazu mehr als passende Illustration, der Textstartseite gegenüberliegend, bildet eine von ihm gestaltete Anzeige für Underberg mit der Hauptaussage: «Unser Underberg ist so gar nicht idyllisch». Eine Kernaussage, die Olaf Leu als Arbeitstitel für sein Buch gedient haben mag: «Hilfreiche Medizin muß bitter schmecken».

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Als Material zum erweiterten Diskurs zitieren wir aus Horst Mosers Bericht über Olaf Leus jüngsten (und vermutlich wohl leider auch letzten) öffentlichen Auftritt vor dem Züricher «Harbour Club» – einer Vereinigung, der sich Vertreter der Schweizer Kommunikationselite zugehörig fühlen: «alle bekamen ihr fett ab: die unfähigen kommunikationsleute in den unternehmen, denen nichts anderes als ›pitch‹ einfällt und die kein ordentliches briefing zustandebringen. die inkompetenten agenturleute, die information nicht strukturieren können, von typo keine ahnung haben und dämliche bildsprachen beauftragen. und alle sind geil auf die inflationären awards, die oscar-falsifikate. all jenen wurde – um im biblischen jargon zu bleiben – die leviten gelesen.» Nun, wie wir bereits als Alternativüberschrift angeboten haben: «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen».

Aber das ist längst noch nicht alles. Wer wissen möchte, wie das kulturelle Verständnis vor der inoffziellen Kulturrevolution durch Social-Media und Smartphones ausgesehen hat, der mag sich den Leu-Text «Salon de Grolman – Die DDC-Keimzelle» zu Gemüte führen. Der Anfang als Auszug: «Naturgemäß verbinden sich mit dem Begriff Salon repräsentative Räumlichkeiten, in denen ein meist ebenso repräsentatives Ehepaar gesellschaftlichen Verpflichtungen nachgeht; darunter kann man die Zuwendung zur Literatur, Musik, Kunst oder Politik verstehen. Im Fall des Ehepaars von Grolman stand allerdings eindeutig das Design im Vordergrund. Repräsentativ war schon einmal die um die Jahrhunderwende errichtete Villa, in der man hier empfangen wurde: das Interieur aus geschmackvollen Einzel- oder Erbstücken aus dem Biedermeier, auch das eine oder andere diskret ausgehändigte Ahnenbild, die große Bibliothek, die schweren Ledersessel – all das atmete das Ambiente des selbstbewußten Citoyen, um in der französischen Begriffswelt zu bleiben. Tassilo von Grolman, stets gekleidet wie ein englischer Landedelmann, hielt hier mit Unterstützung seiner Frau Dagmar Hof.»

Die DDC-Keimzelle: Dagmar und Tassilo von Grolman in ihrem Salon.
Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Somit ist Olaf Leus neues (und hoffentlich nicht letztes) Buch auch ein wichtiger Ratgeber für die Entscheidungsträger in der Industrie. Denn es geht weit mehr als nur um gelungene oder weniger gelungene Typografie: es geht um die Ermöglichung und Bewahrung von Lebensqualität als solches – es geht um «Lebensdesign»; und mit welcher inneren und äußeren Lebenshaltung man zu ihrem/seinem Gelingen beitragen kann – und mit welcher nicht.

Ein abschreckendes Beispiel für mißlungene Lösungsansätze ist der Alterungssimmulationsanzug. In dieses aufwendig geschneiderte Ungetüm werden junge Designmenschen gezwängt, damit sie erfahren können, was es heißt, alt zu sein, um sich dann in der Konsequenz – so die Theorie – in die Lage versetzt zu sehen, extra Geräte oder Lebensbereiche für alte Menschen und deren Bedürfnisse zu gestalten. Das ist, gelinde gesagt, vollstoff bescheuert. Der einzig adäquate Weg ist es, Gestalter mit der Erarbeitung von solchen Lösungen zu beauftragen, die bereits selbst der hier gegenständlichen Altersklasse angehören. Aber das passiert allein schon deshalb nicht, weil alles «hübsch jung und dynamisch» zu sein hat – sogar das Alter.

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Wer also für sich, und/oder sein Unternehmen die Entstehung von Fehleinschätzungen und deren Produktionen verhindern oder nur ganz einfach zur Abwechslung mal wieder etwas Kultiviertes lesen möchte, der wird um die vollständige Lektüre von Olaf Leus «R/80» nicht herumkommen.

Das Buch wurde kongenial von Clemens Hilger gestaltet.

Die Feindaten:
Form: Paperback
Format: 14×19 cm,
Inhalt: 178 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
Preis: € 19,90

R/80 erscheint zur aktuellen Frankfurter Buchmesse bei Spielbein Publishers.
Bestellung online www.spielbeinpublishers.com
per E-Mail an hello@spielbeinpublishers.com
oder im Buchhandel ISBN 978-3-946718-00-0

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Neil Armstrong: «Chop With Boot Print»

16 Oct

Photo by our staff-photographer Andreas Baier
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No matter if we feed ourselves with or without meat; no matter if we eat bread or not; whatever we eat and no matter if it’s organic or not – we are all supposed to pay our food the amount of respect it deserves. However, we live in a time where day by day millions of tons of food will be thrown away all over the world. And this mainly for profit reasons only. We simply have to stop this: «That’s just one small step for each indivudual, but one giant leap for mankind».

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Mustapha Mandelbaum: «Karl Mays nagelneue Grabstätte»

13 Sep

«Der Teufelstisch – Die beliebte und nagelneue Grabanlage Karl Mays in der Pfalz» ist eine weitere beeindruckende Arbeit des bundesdeutschen Ausnahmespezialkünstlers Mustapha Mandelbaum
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Wurde der sogenannte Teufelstisch in seinem früheren Leben als prähistorische Photovoltaik-Anlage mißbraucht (Meerschweinchenreport berichtete besorgt), so mutierte sie nach dem letzten Willen des bekannten Winnetou-Erfinders Karl May zu dessen Grabanlage mit Nutzerzusatzfunktion: Der Große Manitu hilft beim Melken der ortsansäßigen Kühe gleichermaßen wie er die Bewohner Hinterweidenthals einmal in der Woche zum Kollektivgebet zusammentrommelt. Gelegentlich abgesonderte Musiksignale komplettieren die Liste der Anfangsverdachtsmomente, daß es sich bei dieser unkonventionellen Begegnungsstätte um ein ganz, ganz großes Freilichtkino handeln könnte.

Selbstverständlich findet auch dieses Werk Eingang in Mustapha Mandelbaums aktuellen Bilderzyklus «Zeitgenössische Vergangenheitsbewältigung moderner deutscher Formnormen». (Proudly sponsored by Rat für Formgebung)

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Im Gespräch: Andreas Baier und «Design made in Germany»

5 Sep

Andreas Baier weiß: «Wenn man Dinge plant,
gehen sie garantiert schief».
Foto: Michael Eibes

Auf der diesjährigen QVED 2016 (Meerschweinchenreport berichtete) präsentierte unser Redaktionsfotograf Andreas Baier nicht nur einen Vortrag über seine Arbeit, sondern er unterhielt sich ebenfalls mit Viola von Zadow von «Design made in Germany». Zum Beispiel über Sir Ernest Henry Shackletons Polarexpedition, über Vitamin-B-Injektionen, über einen Ratschlag Gerhard Richters, warum einem etwas weniger Planung die selbstgesetzten Ziele entspannter und besser erreichen lassen – und, last but not least: warum das «Scheitern» als Karriereprinzip gnadenlos überschätzt wird.

Außerdem zeigt die zugehörige Bildstrecke Baier-Portraits von Hermann Nitsch, Michael und Helga Conrad, Klaus Staeck, Bazon Brock, Markus Lüpertz, Kasper König, Klaus Honnef, Carl Laszlo, Klaus Klemp und Hans Ulrich Obrist. Eine Digital-To-Go-Version der besagten Veröffentlichung ist hier erhältlich.

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Olympiade 2016 in Brasilien: «Bertolt Brecht über Sport»

20 Aug

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«Ich muß zugeben, daß ich die These, Körperkultur sei die Voraussetzung geistigen Schaffens, nicht für sehr glücklich halte. Es gibt wirklich, allen Turnlehrern zum Trotz, eine beachtliche Anzahl von Geistesprodukten, die von kränklichen oder zumindest körperlich stark verwahrlosten Leuten hervorgebracht wurden, von betrüblich anzusehenden menschlichen Wracks, die gerade aus dem Kampf mit einem widerstrebenden Körper einen ganzen Haufen Gesundheit in Form von Musik, Philosophie oder Literatur gewonnen haben. Freilich wäre der größte Teil der kulturellen Produktion der letzten Jahrzehnte durch einfaches Turnen und zweckmäßige Bewegung im Freien mit großer Leichtigkeit zu verhindern gewesen, zugegeben. Ich halte sehr viel von Sport, aber wenn ein Mann, lediglich um seiner zumeist durch geistige Faulheit untergrabenen Gesundheit auf die Beine zu helfen, Sport treibt, so hat dies ebensowenig mit eigentlichem Sport zu tun, als es mit Kunst zu tun hat, wenn ein junger Mensch, um mit einem Privatschmerz fertig zu werden, ein Gedicht über treulose Mädchen verfaßt. … Sport aus Hygiene ist etwas Abscheuliches.»

via: Bertolt Brecht

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Mario Reis in der Mainzer «CADORO»

13 Aug

Alle Fotos von Andreas Baier
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Eigentlich war uns der Künstler Mario Reis bisher vornehmlich durch seine Natur- und Knallfroschaquarelle ein Begriff; nicht jedoch die Ergebnisse seiner konkreten Phase. In der Mainzer CADORO, Zentrum für Kunst und Wissenschaft, stellte er sie im März diesen Jahres aus. Hier ein paar Bilder von der Vernissage.

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Kunstszene: «Günter Uecker im Wandel der Zeit»

12 Aug

1986: Günter Uecker in der Galerie Dorothea van der Koelen
Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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2016: Günter Uecker auf der Art Basel
Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Telegrammstilesk ließe sich sagen: Lediglich die Rundungen der Schädeldecke Günter Ueckers sind geblieben – alles andere hat sich geändert. Aber ist das der Erkenntnis letzter Stand der Dinge? Und: Ist es nicht eigenartig? Da bringt man nur mal eben so zwei Fotografien in einen thematischen Bezug zueinander – und schon bietet sich einem die Gelegenheit, – im Idealfall – stundenlang über die «Wirklichkeit der Wirklichkeit» zu philosophieren. Und/oder über die «wirkliche Wirklichkeit im absolut Wahrhaftigen». Und/oder über die «wirksame Wirklichkeit im wahrhaftigen ABSOLUT». Und das Ganze abwechselnd in weiß, schwarz, grau und/oder irgendwie auch hinreichend farbig inszenierten Räumen – mal mit und mal ohne die segensreiche Unterstützung eines modernen TV-Geräts. Sie merken, liebe Meerschweinchenreportleserinnen und Meerschweinchenreportleser: Die Rezeption von Kunst ist eine höchst individuelle und gelegentlich auch verzwickte Angelegenheit. Und damit das auch weiterhin so bleibt, findet unser kleiner Besinnungsaufsatz mit nachfolgendem Satzzeichen sein wohlverdientes Ende. Naja, fast:

Magazin KUNST,
Titelbild, 13. Jahrgang, Nr. 52, 4. Quartal 1973, DM 7,50
Thema: Kunst und Fernsehen.
Abbildung: Günter Uecker, Benagelter Fernsehapparat.
Foto: Bernd Jansen.
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Fluxus-Dada-Dokumente unserer Zeit: Letter from «Raoul Hausmann to Wolf Vostell» | und ein Brief von «Wolf Vostell an Hans Alexander Baier» (1967)

11 Aug

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20th February 1967
Raoul Hausmann
6 rue Neuve St.Etienne
87 Limoges | France

Dear Wolf Vostell,
Thank you so much for your kind letter. I am very happy that you are such a clever boy. But you must know; I am not in good terms neither with Hulbeck, nor with Hoech, who have distributed false news about my work and me.

I send you herewith a very bad photograph from two of my posters from the Internationale Dada-Messe, Berlin 1920. They have had 70 x 90 cm and have been partly dé-collages. I send you my article “Synthetisches Cino der Malerei”, which I wrote in April 1918 and that had at first the title “Das neue Material in der Malerei”.

I shall send you texts in some time.

Last week the Hessische Rundfunk turned here with me a documentary about my work and my means concerning Dada.

heartiliest yours
Raoul Hausmann

P.S.:
I invented 1) Fotomontage
2) Decollage (*1)
3) Sound (letter) poem
4) Optophone

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26.2.67

Lieber H. A. B.
(1) Hier noch eine Fotokopie von einem neuen Hausmann Brief. Der Abdruck würde ihn, glaube ich, verärgern; er ist halt alt und senil (*2). Es ist ja auch ein persönlicher Brief, den ich Ihnen aus Vertrauen zeige.

(2) Es erschien ein Desinformationsblatt (*3) für die Presse von Stünke. Rywelski hat es leider verlegt, – er hat sich bemüht bei Stünke, aber es gibt keine Blätter mehr. Es waren aber nur 18 Galerien aufgeführt, die Sie ja aus der Zeit kennen. Im Stadtanzeiger stand jedoch 20. Es sind aber nur 18 bis jetzt. Journalist Rywelski, 5 Köln, Lützowstr. 33 könnte genauer darüber berichten (Termin etc.) oder recherchieren. Die Mühlheimer Stadthalle ist große Klasse für eine Gegenausstellung und wahrscheinlich umsonst, da immer irgendwelche Ausstellungen dort sind.

(3) Anbei eine kleine Partitur, die meinem New Yorker Buch beiliegt.

(4) Künstlerisch würde ich alles für eine Mappe bei Ihnen hergeben – 10 Blätter; das wäre toll. Die Sache muß aber vorfinanziert werden, d.h. Papier, Buchbinderei, Drucker, Arbeitshonorar. (*4)

Ganz herzlich
Ihr Wolf Vostell

P.S.:
Ich mache zur Kunstmesse ein Manifest über die Avantgarde in Köln, die nicht von den Galerien vertreten wurde. Stockhausen etc. (Mary) Bauermeister, (Haro) Lauhus, Vostell, Schmit etc. Dank FLUXUS.

 

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Erläuternde Fußnoten
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(*1) Raoul Hausmann wird von der Kunstgeschichte mit der «Décollage» tatsächlich nur peripher in Verbindung gebracht.

(*2) Raoul Hausmann schrieb den hier gegenständlichen Brief an Wolf Vostell ca. vier Jahre vor seinem Tod. Der österreichisch-deutsche Dadaist war bekannt dafür, die letzten Jahre seines Lebens am Mittagstisch rohe Hühnereier und kleine quadratische Seifenstückchen aus der Rue St. André des Arts mit entsprechend wiederkehrendem Ergebnis abwechselnd zu stapeln. Möglicherweise bezog sich Wolf Vostells Hinweis «alt und senil» auf diesen Umstand.

(*3) Hieraus entwickelte sich eine klar strukturierte Meinungsverschiedenheit zwischen dem Kölner Galeristen Hein Stünke und dem Mainzer Verleger Hans Alexander Baier. Der Spiegel schrieb: «Dem deutschen Kunsthandel, so fürchtet der Mainzer Verleger und Galerist Hans Alexander Baier, 31, droht die Herrschaft eines Kartells. Ein Richterspruch soll das Unheil abwenden. Beim Verwaltungsgericht Köln beantragte Jurist Baier letzte Woche, den ‹Verein progressiver deutscher Kunsthändler› aus dem Vereinsregister streichen zu lassen. Begründung: Das Ziel des Zusammenschlusses laut Satzung ‹die Förderung des Interesses an zeitgenössischer … Kunst und die Förderung des Handels mit solcher Kunst› – sei nur vorgeschoben, um einen in dieser Rechtsform unzulässigen ‹wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb› zu tarnen. Gesetzwidrige Camouflage traut Baier, der einst in seiner Geburtsstadt Bremen ‹die Sitten ordentlicher Kaufleute kennengelernt› hat, einem Kollegenbund zu; die Mitglieder des beklagten Vereins, der im November letzten Jahres eingetragen wurde, sind 18 mit moderner Kunst handelnde Galeristen aus der Bundesrepublik und West-Berlin. Vorsitzender: der Kölner Hein Stünke, 53 (Galerie ‹Der Spiegel›)». Der komplette SPIEGEL-Bericht.

Im Zuge dieser Auseinandersetzung protestierten auch Joseph Beuys, Klaus Staeck und Wolf Vostell gegen die Zulassungsbeschränkungen der Kölner Messe für zeitgenössische Kunst. Am Eröffnungstag der Messe klopften sie lautstark gegen die Glastüren der Josef-Haubrich Kunsthalle, die Rudolf Zwirner kurz zuvor mit einem Balken verschlossen hatte, und begehrten Einlass. Die Aktion richtete sich gegen die Exklusivität der Kunstmesse und konnte diese am Ende auch brechen. Der Kölner Kulturdezernent Kurt Hackenberg öffnete selbst die Tür, und Joseph Beuys sagte: «Ein neues Zeitalter hat begonnen.» Die Aktion lautete «Wir betreten den Kunstmarkt».

In letzter Konsequenz war das Kölner Kunstmarktkartell spätestens durch die Art|Basel, die nur wenige Jahre später ihre Pforten öffnete, auf ganzer Linie gebrochen. Der Galerist Max Magenbrodt ließ sich sogar von Beuys eigens einen Sarg an den linken Fußknöchel nageln – was Uecker wiederum sauer aufstieß. Außerdem gelang es dem Kartell nicht, ihren Sammlern vorzuschreiben, in welcher Galerie sie einkaufen sollen – und in welcher nicht. Rubrik: Was Menschen eben so alles anstellen, wenn der Tag lang ist.

(*4) Es wurden dann insgesamt drei Grafikserien je vier verschiedener Blätter. Darunter «Olympia I-IV» und «Vietnam Sinfonie». Meerschweinchenreport berichtete hier.

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Art|Basel|2016: «Dan Holdsworth’s ‹Continuous Topography› series presented in Audemars Piguet’s ‹Ice Cycle Lounge› created by Sebastian Errazuriz»

28 Jun

All photographs by Andreas Baier
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When visiting one of Art|Basel’s most adorable places, the «Collectors Lounge» on 2nd Floor, it is very hard to ignore Audemars Piguet’s shiny and gleamy «Ice Cycle Lounge», the homebase of Switzerland’s oldest watchmaking company on world’s best art fair. The object in the spot of this photograph is the «ice tank», composed of illuminated acrylic rods which will flash to mimic the regular rhythm of a heartbeat – and has been designed by Sebastian Errazuriz who is, by the way, responsible for the booth’s complete design.

Short before the press conference is about to start the journalists celebrate a relaxed form of open queueing in a professional manner – ça veut dire that they pretend being interested in something else.

In the background there is one piece from Dan Holdsworth’s ‹Continuous Topography› series to be seen. Later, during the press conference, we will learn that Holdsworth’s pictures are the result of a mixture between analogously manufactured photographs and digital imaging. The artist says that everything is a matter of precision.

And that fits perfectly to skill #1 when it comes to watchmaking: precision. As a visitor of Audemars Piguet’s booth you can also gain a deep insight into the richness of detailed work that needs to be done when creating or repairing watches with mechanical clockworks:

It’s a bit of a surprise but all journalists made it to their seats unfrozen.

Audemas Piguet’s CEO, François-Henry Bennahmias, introduces the design of the «Ice Cycle Lounge» and it’s creator, Sebastian Errazuriz, to the audience.

The artist and designer Sebastian Errazuriz explains the way he works. He calls himself «a prodigious and obsessive workaholic». Or, according to Henry Ford’s most famous quote: «Before everything else, getting ready is the secret to success.» About his creation for Audemars Piguet specifically he announces: «I was humbled by the craftsmanship and ingenuity of the Audemars Piguet watchmakers in Le Brassus. the work they have been doing for almost two centuries is so incredible that any creative person who visits their installations will feel inspired to hold themselves to a higher standard of gravitas, beauty, and precision. the new lounge will hopefully become an experience for its visitors, managing to steal their attention and offering them a space to take a moment to think about time.»

According to his website: «Sebastian’s work has been featured in multiple magazine covers and portrayed in thousands press articles by the specialized art and design media. He has also received critical acclaim from The New York Times, The Financial Times and The Wall Street Journal, Art+Auction. In addition, his work has been featured in mainstream TV in BBC, CNN, ABC, and NY1. Multiple books and catalogues feature his projects and his first monograph The Journey of Sebastian Errazuriz was published and distributed internationally by Gestalten in 2012.»

The artist Dan Holdsworth’s explains that his photographs deal with the phenomenology of technology, place, and consciousness, and are reflective of his profound engagement with photographic history. Holdsworth’s scenes are shot on site at exotic locations around the world, chosen for their pre-historic, futuristic, or metaphysical resonance. According to Patricia Low’s website «it takes up to one year to produce, the otherworldly effects of his landscapes are achieved through both analogue and digital processes; his images never falsify information, but rather enhance the invisible ‹truths› that are normally imperceptible to the human eye but can be visually evidenced on film. Holdsworth’s work has been featured at museums such as Tate, Photomuseum Winterthur, and the Pompidou Centre.»

Monsieur François-Henry Bennahmias cannot help but stating that «the awe-inspiring detail with which Holdsworth’s images are created echoes the precision and accuracy at the heart of Audemars Piguet’s watchmaking.»

Jasmine Audemars, the VR-President of Audemars Piguet, states that «Dan’s work portrays the Vallée de Joux in the Jura Mountains, the watchmaking company’s home, in all its glory and perfectly embodies Audemars Piguet’s philosophy: ‹to break the rules, you must first master them›» She continues that «each of Holdsworth’s works reveals millions of minutely calibrated measurements, showing the surfaces of the Vallée de Joux.».

She also says that «bridging the worlds of science and art, each image is created with the latest photogrammetry and geomapping technologies. It is the result of weeks of meticulous fieldwork in conjunction with a research geologist, amassing hundreds of photographic images. Through a specially configured computer programme correlating these images to GPS coordinates, Holdsworth has created astonishing three-dimensional models of the landscape, which offer us a new form of what he calls ‹future archeology›».

François-Henry Bennahmias and Sebastian Errazuriz.

A soundproof room serving as a private vault is enveloped with custom-designed panels illustrating icicles, stalactites, and stalagmites and feature a series of timepieces on display. At this place you can hear the mechanically ticking clockworks as if they were directly implanted into you ears. This will definitively help to make plastic surgeons jobless. More about this amazing «Ice Cycle Lounge» on designboom.

More about Dan Holdsworth’s work on Audemars Piguet’s website.

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Art|Basel|2016: «An Incredible Evening With Douglas Gordon And Hans Ulrich Obrist At Fondation Beyeler»

26 Jun

All photographs by our staff photographer Andreas Baier
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Please note:
In order to honour this great event at its utmost deserved way and to give our readers a referable idea what it was all about; and how this amazing happening took place; the following description has been originally written in German and was sent through translation row afterwards: Step 1 – French; step 2 – Italian; step 3 – Swedish; step 4 – Chinese (Traditional); step 5 – English. Should you wish to find out the real meaning of the lines below you might like to decode by re-translating them backwards. We used this translation pool. We are pretty far from sure if this will work but we are more than happy to wish you good luck!

View out of the window at Fondation Beyeler

What a beautiful «Art dialogue» of the Foundation Beyeler. Hans Ulrich Obrist directly from London, due to the associated traffic problems, too late, which is why the artist Douglas Gordon invited replace public bath on the podium and make their short-term social seemingly absurd dialogue.

Selbstgeimkerten he took a cup of honey, let it go through the audience, is aufdaß all its costs time. When the challenge audience – originally scheduled for the end of the evening was not observed in all cases – beginning of the problem, rather than as usual, at the end of the event. The basic feeling dadaeske seems even now, by the public, because the first question is that you can easily have a response from Douglas Gordon ironic, but came back. «I’m the best political bees?» «No, bees can not pull so easily.» And before the audience has been able to explain what this sentence misunderstanding we finally managed to find a way to overcome hatred. Violence then laughed, not to mention the name, word and gesture of bad habits – like some other artists – turning Nazi greeting into absurdity good movie!

And now, simulation based on the social networking pioneer: tattoos. Old «show who you are – and wear» memory shirt. In this context, long no longer apply. This is quite uncomfortable to use and a «slap in the face» registry is now completed by a qualified tatto studios: personal conviction, a special word of perseverance or sometimes just a shopping list will be clearly visible and indelible stripes. When the surface of the skin, Douglas Gordon, which means «do so forever

Hans Ulrich Obrist is now entering the building; and the stadium. Soon after, he threw himself in a variety of content including: white – Hongjian control. In line with the rest of the event. Eventually, Douglas Gordon, turn the bottle choose to invite the audience on the stage, talk to them and ask them to sing their favorite button. The rest of the crowd joined in, which is a more spontaneous and whistling chord Summkonzert. Reward knowledge: Flaschendrehen seem to international practice.

Last, but not all of the participants in the photo, said the custom client. Great cinema!

Sam Keller, the director of Fondation Beyeler, introduces the audience right in the center of a quite bloody projection by the artist Douglas Gordon.

Douglas Gordon gets his mike right.

Since Hans Ulrich Obrist still sticks in a traffic jam at the airport Douglas Gordon invites Sam Keller to share some absurd thoughts with the public.

Douglas Gordon’s credo: «do so forever»

Hans Ulrich Obrist arrives.

Our staff-photographer loves photographs from people standing right in the projection light of a beamer.

Our staff-artist loves to create artistic portraits based on real photographs.

With the help of this little bottle friend Douglas Gordon convinces selected members of the audience to enter the stage.

A perfect performance by «The Mothers’ Whistlers».

Also the sound of a popping bottle cork is part of the sound collage, which is caught by Douglas Gordon and Jonas Mekas.

Hans Ulrich Obrist is documenting the performance.

A group shot of all members of the audience …

… conducted by the artist Douglas Gordon.

Real happiness has many faces.

The Fondation Beyeler also offers perfect conditions as a daylight studio for photography as well. Here: Sam Keller, director of Fondation Beyeler, and Jonas Mekas, the «godfather of American avant-garde cinema».

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Museum Angewandte Kunst Frankfurt: «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt»

31 May

Cover: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt im Museum Angewandte Kunst Frankfurt; fotografiert von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier.
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Wenn es um Gestaltung und Typografie geht, so ist unser Redaktionsfotograf kaum zu bremsen. Haben ihn Zeitgenossen, die nachts nicht schlafen können, nur weil sie noch nicht soo ganz genau wissen, an welcher Stelle sie auf ihrem Plakatentwurf das kleine «e» plazieren sollen, schon immer ganz besonders fasziniert. Und als eingefleischter und darob überaus verantwortungsbewußter Hypochonder ist ihm dies zudem «genau das Krankheitsbild, mit dem ich persönlich längerfristig zu tun haben will», so unser Mann fürs grobe Korn.

Seine komplette Bildstrecke über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt» kann hier eingesehen werden.

Publikum: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Frankfurt am Main ein einzigartiges Modernisierungs- und Gestaltungsprojekt, das als «Das Neue Frankfurt» vor allem in die Architekturgeschichte eingegangen ist. Es handelte sich dabei jedoch um ein sehr viel umfangreicheres Vorhaben, das politische, gesellschaftliche und gesamtkulturelle Dimensionen besaß und keinen geringeren Anspruch hatte, als eine neue Stadt und eine neue Gesellschaft zu erschaffen.

«Alles Neu!»: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

In der Ausstellung «Alles neu!» wird erstmalig eine systematische Aufarbeitung dieser Epoche für den Bereich Typografie und Grafikdesign vorgenommen.

Am Rednerpult: Prof. Dr. Klaus Klemp.

Die Schau stellt die 1920er Jahre ins Zentrum, spannt den zeitlichen Bogen weiter über die Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre und wird durch Spotlights auf die lebendige Designszene heute ergänzt.

 

1920er Jahre: Neue Typografie in der Sammlung Philipp Albinus

Blick in die Ausstellung: Sektion Philipp Albinus.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine rund 7.000 Stücke umfassende Sammlung von Geschäfts- und Privatdrucksachen aus dem Nachlass des Buchdruckermeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus, einem der wichtigsten Vertreter der «Neuen Typographie».

Bis in die 20er Jahre wurden in Drucksachen gebrochene Schriften verwendet, die noch auf die Zeit der Erfindung des Buchdrucks zurückgingen. Mit der «Neuen Typographie» zog die Gestaltungsmoderne innerhalb weniger Jahre in den Bereich der gedruckten Schriften ein.

Wichtige Akteure waren zudem die ansässigen Schriftgießereien, die das Rhein-Main-Gebiet zum wichtigsten Standort für die Reform der Typografie machten. Die Gießereien vertrieben die neuen Schrifttypen und beförderten die Durchsetzung der «Neuen Typographie» damit entscheidend. Hierzu zählt auch die erste populäre Reformschrift Futura; sie wurde zu einer der erfolgreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts.

 

Nachkriegszeit

Nach 1945 war Frankfurt nicht zuletzt durch die Ansiedlung US-amerikanischer Werbeagenturen, durch Verlage wie Suhrkamp und S. Fischer und den Einfluss der Kasseler Plakatschule ein Hotspot des typografischen und werbegrafischen Geschehens der Zeit, wofür die Ausstellung «Alles neu!» zahlreiche Beispiele zeigt.

In den 1980er Jahren entstand entlang der ehemaligen Industriezone Hanauer Landstraße eine Art Kreativmeile mit neuen kleinen Agenturen und Künstlerateliers. An der HfG Offenbach brachte der Fachbereich Visuelle Kommunikation zahlreiche junge Gestalter hervor. Durch die Möglichkeiten des digitalen Gestaltens und der Computertypografie begann eine neue Phase der Frankfurter Designgeschichte, die nicht mehr auf Einfachheit und Reduktion beruhte, sondern in der nun auch konstruktive Verstörungen und Irritationen in den Vordergrund traten:

Temporäre visuelle Irritationen.

 

Heute

Die intensive Spurensuche in der Vergangenheit wird in «Alles neu!» ergänzt durch aktuelle gestalterische Positionen, die auf die neu entstandenen urbanen Erlebniswelten in der Rhein-Main-Region und Frankfurt seit den 1990er Jahren reagieren und dabei neue Strategien und Alternativen im Umgang mit Typografie und Grafik als Kommunikationsdesign entwickeln. Dass sich dabei Schnittstellen bilden, an denen unterschiedliche Designkonzepte aufeinanderprallen und es knirscht und kracht, ist durchaus beabsichtigt:

Konstruktiver Widerspruch: «Less Is A Bore».

Es applaudieren u.a.: Prof. Dr. Felix Semmelroth und Matthias Wagner K.

Gut lesbare Platzzeichen.

Selbstgebautes Kult(ur)objekt als Grundlage
für ein Plakat von Gunther Rambow.

Stefan Weil kommuniziert technoesk.

Was viele nicht wissen: Für die ersten drei Ausgaben des legendären Magazins «frontpage» zeichnet Stefan Weil verantwortlich. Das erklärt das kongeniale Lichtgleichnis an dieser Stelle.

Pixelgarten-Fingerzeig: Maybe Yes|No.

Ausstellungsrundgang mit Prof. Dr. Klaus Klemp,
Prof. Dr. Felix Semmelroth und Dr. Petra Kiedaisch.

Das legendäre Magazin «Instant» von Franz Aumüller und James Nitsch.

Arbeitsproben von Wolfgang Schmidt.

Ausführlich gewürdigt wird ebenfalls das komplexe und gleichzeitig stets nach Vereinfachung strebende Werk des ausgewiesenen Existentialisten Wolfgang Schmidt. Dazu gehören u.a. seine Theaterplakate, seine Buchgestaltungen für Wendelin Niedlich (Meerschweinchenreport berichtete hier zum Thema «Zwei Lebensläufe mit Niedlichs Buchladen als Schnittstelle»), seine «Zeichensysteme»; oder auch die grafische Gestaltung des Magazins «KUNST» von 1964 – 1968 sowie die Entwicklung von Kommunikationskonzept nebst Logo für die Mainzer «Galerie Baier» (beides in der Vitrine im Vordergrund).

Eines der beiden Titelbilder ist ebenfalls in dem SCHIRNMAG-Artikel «Intermezzo an der Isar – Pop in deutschen Städten, Teil 4: in München bleibt die Pop Art trotz ihrer Vielstimmigkeit ein Intermezzo» abgebildet:

Mehr ist über die Arbeit Wolfgang Schmidts für das Magazin «KUNST» sowie die «Galerie Baier» in einem Digital-Booklet auf der issuu-Plattform zu erfahren.

Die für diese grandiose Ausstellung verantwortlichen Kuratoren sind: Prof. Dr. Klaus Klemp und Prof. em. Friedrich Friedl, Peter Zizka und Matthias Wagner K (zeitgenössische Positionen).

The link to the «Museum Angewandte Kunst Frakfurt» comes here.

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Andreas Baier: «Markus Lüpertz»

31 May

Markus Lüpertz als urbaner van Gogh
auf dem Weg zur «Art Basel»

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Der Künstler Markus Lüpertz ist eine der großen internationalen Künstler-Ikonen im «Lebendmodus». Unserem Fotografen ging es darum, seine ausgeprägte Vitalität möglichst facettenreich zu visualisieren.

Markus Lüpertz detailliert

Markus Lüpertz vor dem Haupttor der «Art Basel»

Der Status Quo des Portraitlangzeitprojektes unseres Redaktionsfotografen.

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Satire: Auch Kaiser Wilhelm I wurde während der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» mit einer Torte beworfen

29 May

Kurz nach dem Tortenangriff auf Kaiser Wilhelm I während
der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» schaut dieser
hinreichend bedrückt aus der Wäsche.

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Auch Kaiser Wilhelm I wurde während der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» mit einer Torte beworfen: Deutlich zu erkennen sind neben den beiden Sahne-Epauletten die scheinbar bartbildenden Sahnefetzen in seinem Gesicht, jeweils auf beiden Seiten direkt unterhalb der Nase als auch auf den äußeren Backenbereichen.

Gestern wurde die Politikerin Sahra Wagenknecht von rechten Nationalisten und zugleich glühenden Verehrern Kaiser Wilhelms I ebenfalls mit einer solchen Torte im Originalnachbau beworfen. Ihr zentraler Kritikpunkt: Die Linkenpolitikerin würde mit ihrer Forderung nach einem Zureisestop von modernen Arbeitssklaven (Flüchtlinge) dem weiteren erfolgreichen Wachstum unseres bewährten Wirtschaftssystems im Wege stehen.

Nur wenige Stunden nach dem unfreiwilligen Tortengenuß schwenkte Wagenknecht um und bekannte sich öffentlich insbesondere zu den sozialen Werten des ehemaligen deutschen Kaiserreichs; und bewunderte zudem die kaiserliche Technik (1. Weltkrieg), mit deren Hilfe er damals das «kapitalistische Schweinesystem» in die Knie zwang. Auch bedankte sie sich bei den Tortenkünstlern für die beinahe originalgetreue Nachempfindung des Urtortenwurfs von 1919 (lediglich die Sahne-Epauletten sind nicht richtig ausdefiniert), schließlich sei ihr dieses Happening ein Beispiel für vorbildliche und somit höchst willkommene Diskussionskultur. Sichtlich entspannt genießt Sahra Wagenknecht ihren ganz persönlichen Platz an der Torte:

Tortenangriff auf Sahra Wagenknecht während
des Bundesparteitags von «Die Linke»

Allerdings konnte laut Auskunft einiger weniger im Saale anwesender Real-Rationalisten nicht geklärt werden, worum es den beiden Streithahnparteien in aller Tatsächlichkeit ging.

Quelle | Screenshot: Die Welt
via Spreeblick

 

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