Jacques Wraques: «Züge sind ein Kreuz»

25 Mar

Jacques Wraques: «Züge sind ein Kreuz»
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Vorsichtig gaben drei offensichtlich etwas übereifrige Reisenonnen vom Orden der rosinengesichtigen Zisterzienser(*)innen bzw. außen im Jahre 1895 jeweils 2cl Aquavit tröpfchenweise in ihre dampfenden Kaffeebecher, opferten nach dem Trunk einen gleichermaßen höflichen wie komplett arglosen Fahrkartenschaffner – von der Anmutung her vielleicht einen Hauch zu rustikal – den Göttern und fragten sich, als es später im Gare Montparnasse unweigerlich zum großen Knall kam, erstaunt, ob das eine mit dem anderen möglicherweise etwas zu tun gehabt haben könnte.

Auch Historiker, wie der Autor Jacques Wraques einer ist, fragen sich das bis heute. Ergebnis: offen. Wer mehr über die gallische Mentalität, aber auch wie es zu einem Ereignis wie das der französischen Revolution überhaupt hatte kommen können, erfahren möchte, wird um Jacques Wraques bemerkenswertes Standardwerk «Züge sind ein Kreuz – Über die christliche Betrachtung des Abendlandes anhand des Fallbeispiels Eisenbahn» nicht herumkommen. Wichtig ist, daß wir alle nicht mehr länger die Augen vor dem verschließen, was im Spätherbst 1895 als mutmaßliche «große Nachwehe des Wirkens Napoleon Bonapartes» im Pariser Gare Montparnasse wirklich geschah. Darüber hätten wir alle ohnehin schon längst reden müssen. Das dies nun endlich geschieht, ist ein Verdienst, auf das die «Pisa Publishing Group – Der ethische Sachbuchverlag» durchaus stolz sein kann.

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Martha Krippenreuther: «Im Sturme fliegende Herzöge»

23 Mar

Martha Krippenreuther: «Im Sturme fliegende Herzöge»
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Mit einem Katapult gen Himmel geschossene Herzöge (und/oder auch Bischöfe), das wußten und praktizierten bereits die Römer, weisen neben ein etwas an Kalbfleisch erinnerndes zartes Grillaroma auch eine besonders feierlich-zuvorkommende Flugbahn auf, wenn sich dieser Vorgang während eines veritablen Sturmes vollzieht. Nicht umsonst wird Martha Krippenreuthers fesselnder Debütroman von zwei veganen Kochrezepten mit Zeitreisecharakter einfühlsam eskortiert. Eine klassische Win-Win-Situation, die nicht nur gehirntechnisch die schlappen Schwaderlappen ordentlich auf Vordermann bringt, sondern auch dank lebenslanger freier Durchfahrtsrechte für jeden eintausendsten Leser(*)innen bzw. außen durch die Sixtinische Kapellenstrasse im kalifornischen Disneyland zusätzlich aufgewertet wird.

Inhaltlich geht es um schwarze Wurmlöcher, farbige Spiralnebel, oktogonale Aspirintabletten, mittelalterliche Artigkeiten und andere christliche Verhütungs- und Abtreibungsmethoden, die seit Franziskus I hinter dem kosmischen Ereignishorizont ganz offiziell päpstlichen Segen genießen. Alles in allem ein langlockdowntaugliches Werk, das gerade Befürworter(*)innen bzw. außen der gepflegten Zahnpflege, quatsch, Zwangsinterpretation den einen oder anderen (extraterristrischen) Mentalorgasmus mit literarischem Mehrwert bescheren dürfte. Fazit: Nunc est bibendi et numerus clausus.

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Dr. Ruth Westheimer: «Nuts, Fruits & Cakes»

18 Dec

Dr. Ruth Westheimer: «Nuts, Fruits & Cakes»
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Über die Grande Dame des globalen Sexualkundeunterrichts muß eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, außer, daß sie das «älteste Thema der Welt» (Konfuzius) mal wieder von einem völlig neuen Blickwinkel (Kopernikus) aus betrachtet. Sie verschmelzt Schlüsselbilder der Kunstgeschichte (Albrecht Dürer) mit Klassikern der italienischen Gastronomie (Eisdiele Venezia) zu einer sinnlich-schmackhaft-verbal-kulinarischen Mélange, die man normalerweise nur in den Werken eines William S. Burroughs oder dem Johannes Evangelium zu finden vermag. So wundert es auch nicht, daß UNO, NATO, WHO (u.v.a.m.) auf Betreiben Dr. Ruth Westheimers auf ihrer letzten gemeinsamen Vollversammlung Füßen nun endlich auch den Status von Händen zuerkannt haben. Ein riesen Schritt im Kampf gegen Faustfeuerwaffen, Gleichgewichtsstörungen sowie die Diskriminierung einzelner Körperteile. «Der ethische Sachbuchverlag ‹Pisa Publishing Group›» kann sich glücklich schätzen, dieses außergewöhnliche Meisterwerk im aktuellen Verlagsprogramm präsentieren zu dürfen. Prädikat: Schmackhafte Notwendigkeit.

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Simone Hack: «Fisch gleich Siebenbach plus null»

14 Dec

Simone Hack: «Fisch gleich Siebenbach plus null»
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Was passiert, wenn sowohl Fräulein Fisch als auch Herr Siebenbach zeitgleich in den Deutschen Bundestag gewählt werden, läßt sich nicht genau sagen, weil dieses Szenario nicht Gegenstand des hier gegenständlichen Romans ist, obwohl sich die Autor(*)innen bzw. außen namens Simone Hack alle Mühe gibt, den Eindruck zu erwecken, als ob dem dennoch so sey. Sexy? Nein. Vielmehr geht es um verklausulierte Mathematik, um horrende Staatsschulden, um das kleine Einmaleins, um das große Glück im kleinen Schrebergarten von nebenan, um das große Ganze im ganz kleinen Kleinhirn: Fräulein Fisch steht für die Zahl «7». Herr Siebenbach steht für die Zahl «7». Allerdings ist es eine andere «7» mit einer anderen mathematischen und auch emotionalen Bezugsgröße, weshalb in Wirklichkeit «Fisch ungleich Siebenbach plus null» ist – was wiederum die Mathematiker und Astrophysiker, allen voran Prof. Dr. Harald Lesch, auf den Plan rufen, denn es bedeutet, daß die Erzählebenen in diesem Roman permanent hin und her springen, schwarze Löcher unermüdlich Energiefelder ein- und wieder ausatmen; und zwar so lange, bis den Leser(*)innen bzw. außen ganz schwindelig geworden ist, sie instinktiv ihre Autos stehen lassen, nur noch ungeschälte Salatgurken verspeisen, mit ihren Fahrrädern zielstrebig die Widerstände von Schaufenstern diverser Metzgereien dieser Welt durchbrechen, um zwischen frisch geschnittenen und zart grunzenden Wurstscheiben ihren inneren Frieden zu finden. Ausgerechnet in diesen Auslagen lernen sie und dadurch auch wir (irgendwie zwangsweise) das «richtige» Fräulein Fisch im bedauerlicherweise «falschen» Herrn Siebenbach kennen. Es kommt zu massiven Beziehungsproblemen und Kindern, die Torben, Janik oder einfach nur Erika heißen. Theodor W. Adorno, Albert W. Einstein, aber auch der bis heute im Exil naturbewußt lebende Kaiser W. II, sie alle hätten das soo bestimmt nicht gewollt. Ein Buch, das uns schonungslos die Augen öffnet – und zum Nachdenken anregt! Auch, weil sich schwarze Menschen ob der schwarzen Buchstaben auf weißem Untergrund – und zwar trotz der fröhlichen und hinreichend divers anmutenden Farbkleckse auf dem Buchumschlag – im Zuge der derzeit grassierenden folkloristischen Empörungswelle medienwirksam diskriminiert fühlen dürften. Prädikat: Ist doch alles blanker Irrsinn!

Keine Frage: Dieses Erstlingswerk der Autor(*)innen bzw. außen namens Simone Hack macht sie schon jetzt zu einer würdigen Anwärter(*)innen bzw. außen auf den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2021. Die Meerschweinchenreportredaktion gratuliert herzlichst – und wünscht auch weiterhin möglichst ungezwungenes Denken und Schreiben.

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Hamlet Hamster: «Die nette Dame mit dem Diamantenhut»

10 Dec

Hamlet Hamster: «Die nette Dame mit dem Diamantenhut»
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Plötzlich verschwimmen die Buchstaben und Mrs. Loomsday, «die nette Dame mit dem Diamantenhut», steht tatterig vor unserer in die Jahre gekommenen Haustür, bittet uns geistig verwirrt, jedoch höflich, um Einlaß. Warum sie bei dieser Gelegenheit einige Teekekse sowie einen blutverschmierten Kompaß in der Hand hält, erklärt sich uns erst im Laufe der ungewöhnlich dicht verstrickten Geschichte. Wir bitten sie hinein, servieren ihr einen Earl Grey und sagen vorausschauend für die nächsten vier Wochen alle außerhäuslichen Termine ab, denn ungefähr so lange wird es dauern, bis wir alles werden nachvollziehen können. Mrs. Loomsday nimmt Platz, räuspert sich – und legt los. Nach und nach mutieren wir vom passiven Leser und Zuhörer zum aktiven Handlungteilnehmer. Schon klingelt es auch bei uns ganz tatsächlich im Oberstübchen. Auch ist ein etwas ermattet klingender Dudelsack zu hören, der die französische Nationalhymne spielt. Hat das etwas zu bedeuten? Und falls ja, was? Der Autor Hamlet Hamster hat mit seinem aktuellen Werk in der Disziplin des interaktiven Kriminalromans mal wieder einen neuen Meilenstein gesetzt: Nicht nur Lektüre sondern auch das Verifizieren der diversen Hinweise auf den derzeitigen Verbleib des legendären Diamantenhutes (etwa im Grünen Gewölbe?) durch den ambitionierten Aktivleser, machen dieses Buch zum prickelnden Intensiverlebnis der Extraklasse. So müssen beispielsweise die Leser(*)innen bzw. außen dem Verlag Bescheinigungen über real absolvierte Tresorbesichtigungen von Schweizer Bankhäusern vorlegen, denn nur so kommen sie in den Genuß des restlichen Teils der gedruckten Buchseiten. Das hat es soo noch nicht gegeben. Prädikat: Nur die Harten kommen in den Garten.

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Claire Baudelaire: «Das leichte Band der losen Liebe»

8 Dec

Claire Baudelaire: «Das leichte Band der losen Liebe»
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Ich bin ein Gedicht:
Ich liebe das Licht!
Ich liebe die Blumen,
Die Berge, die Seen:
Ich bin ein Gedicht –
Das mußt Du versteh’n!

Ich bin ein Gedicht:
Ich liebe die Sicht!
Ich liebe das Fenster,
Die Mauer, die Wand:
Ich bin ein Gedicht
In Deiner Hand!

Ich bin ein Gedicht,
Denn Du bist mein Licht!
Ich liebe so vieles,
Doch Dich lieb’ ich mehr:
Ich bin ein Gedicht
Und liebe Dich soo sehr!

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Wie eine prächtige, mit zarter Poesie sorgfältig gestopfte Gänsestopfleber sollte sich der Inhalt des großartigen Gedichtbandes «Das leichte Band der losen Liebe» gleichsam in obligatorischer Begleitung eines ordentlich gereiften Burgunders auf seinen Weg von der geschmacksverwöhnten Zunge über den aufnahmewilligen Intellekt direkt in das Herz eines jeden frisch Verliebten machen, der ob des überaus berauschenden Anblicks seiner Angebeteten dazu verurteilt scheint, den Rest seines Lebens einsam schmachtend und in bedauernswerter Sprachlosigkeit verharrend, dahinsiechen zu müssen. Die einfühlsame Dialektik Claire Beaudelaires ist Lebensfreude, Nahrung, Ausweg und Medizin zugleich. Die Autorin sah sich in der Tradition eines Cyrano de Bergerac, dessen Verständnis für reduzierte Spracharchitektur von keinem geringeren als Walter Gropius höchstpersönlich hätte definiert sein können. Die zweite Stophe ihres vorstehend wiedergegebenen Gedichtes «Ich bin ein Gedicht» mag hierfür ein eindrucksvolles Beispiel sein. Aus ihrer Zeit auf dem Mond gingen u.a. Texte zu Ludwig van Beethovens Kompositionen «Für Elise» und – natürlich – «Mondscheinsonate» hervor. In der Registratur Friedrich des Großen beschäftigte sie sich intensiv mit den Erscheinungsbildern von Schriftzeichen jeglicher Art, «um noch besser im Schreiben zu werden», wie sie immer wieder betonte. Warum sie sich jedoch ausgerechnet im Hause des französischen Großküchenmeisters Georges Pablo-Auguste Escoffiers am Hofe Napoleon III im Alter von 92 Jahren urplötzlich überfraß und noch vor Ort ihren reich verzierten Silberlöffel abgab, ist bis heute leider ungeklärt – und unverzeihlich. Es lohnt sich «die Große, die in Vergessenheit Gebratene, pardon, Geratene», wie Andy Warhol sie einst beschrieb, wiederzuentdecken. Prädikat: Großes Sprachkino!

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Alexander Senfkorn: «Der Klimawandel im Wandel der Zeit»

4 Dec

Alexander Senfkorn: «Der Klimawandel im Wandel der Zeit»
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Es ist nicht zu bestreiten: Der Streit «Klimawandel ja oder nein» nimmt immer religiösere Züge an. Grund genug für den Autor Alexander Senfkorn, sich dieses Themas gänzlich ideologiebefreit anzunehmen – und auf unterschiedlichen Ebenen mit wissenschaftlicher Akribie auszuleuchten: Von der Klimageschichte unseres Planeten über unsere kollektive Wahrnehmung des «Klimawandels» in jüngster Zeit bis hin zu global-medialer Verunsicherung durch gezielte Meinungsmanipulationen auf beiden Seiten, werden alle Aspekte sorgfältig herausgearbeitet. So hat der Leser erstmals die Möglichkeit, sich ein gleichermaßen umfangreiches wie objektives Bild von der komplexen Sachlage zu machen. Auch die Umleitung der enormen Gewinne; weg von den traditionellen Stromanbietern hin zu zahlreichen «Gutmenschenkonsortien», die die rapide und unnötige Verteuerung der Strompreise zu verantworten haben, ist in diesem Buch ausführlich thematisiert. Prädikat: Lebensnotwendig und überzeugend!

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Clara Seidenfaden: «Vögeldichfrischparcours»

3 Dec

Clara Seidenfaden: «Vögeldichfrischparcours»
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«Vögeldichfrischparcours» ist superfrisch und superaufregend erzählt. Die Geschichte bewegt sich zwischen den Spannungsfeldern von Hektik und Nichtstun, von Nostalgie und Abenteuer, von Brennpunkt und Internet. Bezieht man nun den Umstand mit ein, daß der Titel des Buches aus genau 23 Buchstaben besteht, so ist es kein Wunder, daß sich der angehende Geistliche Roman, unser verzweifelter Protagonist, ruckzuck in einer Welt aus Intrigen, Geldwäsche, Drogenkonsum, Weltverschwörung und Gruppensex irgendwie wird zurechtfinden müssen. Außerdem besteht seine Großmutter darauf, von ihm jeden Mittag um Punkt 12 zum Arzt begleitet zu werden. Ist «ER» wirklich noch ganz «ER» bzw. «ICH»? Oder schon ein ganz anderer? Vielleicht ist er bereits ein Fahrkartenautomat, der nachts in Damenunterwäsche heimlich am Straßenverkehr teilnimmt? Wird er jemals wieder aus dieser «teuflichen» (Martin Schulz) Gendermühle herausfinden? Kleiner Fingerzeig: Letztlich kommt alles ganz anders als erwartet. Prädikat: Eindrucksvoll und fortpflanzungswürdig.

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Belinda Freifrau von Hodenhagen: «Das nutzlose Ich»

1 Dec

Belinda Freifrau von Hodenhagen: «Das nutzlose Ich»
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Es scheint paradox – und das ist es wohl auch: Je stärker die unerträgliche Ich-Bezogenheit des Einzelnen, die nicht zuletzt im global grassierenden Selfie-Wahn ihren Ausdruck findet, desto deprimierter fühlen sich viele der rastlosen Selbstdarsteller in Wirklichkeit. Für sie stellt sich die zwangsläufige Frage: «Wieviel Überflüssigkeit verträgt das eigene Ich, ohne sich dadurch selbst überflüssig zu machen?» Belinda Freifrau von Hodenhagen analysiert nüchtern und findet adäquate, lebensbejahende Antworten. Prädikat: Edutaining.

Bitte verwechseln Sie nicht die Sozialanalytikerin Belinda Freifrau von Hodenhagen mit der Schriftstellerin Belinda von Hodenhagen, deren letztes Werk «Der Nacken ist das neue Schnitzel» ebenfalls von uns besprochen wurde.

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Linda Lindt: «Süße Reimbeutelentzündungen»

29 Nov

Linda Lindt: «Süße Reimbeutelentzündungen»
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Sie kennen das bestimmt: Sie sitzen gemütlich in einem Café, haben gerade einen «Latte Macchiato» verinnerlicht, wollen gehen, müssen jedoch leider urplötzlich feststellen, daß Ihnen das nötige Kleingeld zum Bezahlen fehlt, lassen sich alternativ(*)los und geistesgegenwärtig einen Schreibblock nebst -gerät aushändigen, texten in Hochgeschwindigkeit ein Gedicht nach dem anderen zusammen, möchten damit nunmehr Ihren Obolus in Sachen Verzehr entrichten – und werden vom Gastwirt unerwartet brüsk zurückgewiesen. Man erlaubt Ihnen noch nicht einmal, sich mit der Reinigung des Geschirrs «freizuspülen». Auf der Polizeistation kommen Sie wieder zu sich und können sich an nichts erinnern. Für die Autorin Linda Lindt eine der klassischen Standardsituationen, die fernab von der Schokoladenseite des Lebens souverän gemeistert werden wollen. Ergebnis: Ein Bändchen mit kerzengerader Lyrik ohne Schnickschnack. Straight. Sachlich. Klar. Beispiel: «Auf, ab, hin, her, günstig, schnipp, schnapp, Machtsamkeit, 2,50 €.» Prädikat: Echt strassenkredibil.

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Dr. Eberhard Weisgemehl: «Die Geschichte der Zahnmedizin»

28 Nov

Dr. Eberhard Weisgemehl: «Die Geschichte der Zahnmedizin»
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Während das Kapitel «Steinzeit» innerhalb der Geschichte der Zahnmedizin vergleichsweise schnell erzählt ist – einfach dem Patienten einen Angriff auf das Nachbardorf verschreiben und hoffen, daß sich das Thema «effiziente Wurzelbehandlung» bei dieser Gelegenheit von selbst erledigt –, so gestaltet sich der Sachverhalt ab dem 18. Jahrhundert um einiges komplexer: Wir erhalten tiefe Einblicke in die Rachen diverser Könige, u.a.: Ramses I, Ramses II und Ramses III und Ramses IV. Bonustrack: Als Käufer eines der ersten eintausend Exemplare gibt es zusätzlich eine handsignierte Zahnbürste des Autors Dr. Eberhard Weisgemehl – womit dieses Buch bereits jetzt schon das Zeug zu einem echten ebay-Klassiker haben dürfte. Prädikat: Ein Leben mit Zahnseide ist möglich und sinnvoll.

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Judith Petersberg: «Gendergeläuterte Mineralwassergebete»

28 Nov

Judith Petersberg: «Gendergeläuterte Mineralwassergebete»
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Kenner der neurotisch-esoterischen Gutmenschen(*)innenwelt(*)innen bzw. -außen ist Judith Petersberg(#)er(*)innen bzw. -außen ein(*)e feststehende(*)r Begriff(*)innen bzw. -außen. Es ist kein Zufall, daß sich jedes ihre(*)r Gedicht(#)e(*)innen bzw. -außen wie ein Bekennerschreiben der RAF(*)innen bzw. -außen liest, denn für die einst im glühenden Lavastrom des antillischen Torbenvulkans getauften Sonderbotschafter(*)innen bzw. -außen des unerheblichen Geschmacks stellen psychische und physische Narben einen festen Bestandteil ihres täglichen Lebens dar: ob im eigenen oder im Gesicht in weiter Ferne vor sich hin schmelzender bzw. «sterbender» Gletscher. Prädikat: Heul(*)innen bzw. außen.

Die Meerschweinchenreportredaktion arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer allgemeingültigen Gendergrammatik.

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Leonhard Coldbrook: «Spoken into Gold»

27 Nov

Leonhard Coldbrook: «Spoken into Gold»
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Was wie eine leicht verklausulierte Anlageempfehlung unter Börsianern anmutet, war jedoch in Wahrheit jenes entscheidende Codewort der Alliierten im zweiten Weltkrieg, welches – für den Fall seiner physischen Habhaftwerdung – die umgehende körperliche Kastration Adolf Hitlers bestätigen sollte: «Gleaming eagle, this is gleaming eagle, spoken into gold accomplished, I repeat, spoken into gold accomplished, …, over». Nach dem Krieg mutierte der Begriff in nachrichtendienstlichen Kreisen zum geflügelten Wort und steht nun im erweiterten Sinne grundsätzlich für die Erarbeitung unkonventioneller Problemlösungen jeglicher Art, von deren Beschreibungen es im Buch des britischen Geheimdienstexperten Leonhard Coldbrook nur so wimmelt. Prädikat: James Bond 2.0!

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Jean-Paul Jamais: «Die süßen Momente der sanften Verführung»

26 Nov

Jean-Paul Jamais: «Die süßen Momente der sanften Verführung»
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Wer sich gegenüber dem weiblichen Geschlecht traditionell eher schüchtern verhält, jedoch nach Lektüre dieses genialen sowie mehrfach verfilmten Meisterwerkes immer noch solo sein sollte, dem wäre nach Ansicht des französischen Bestsellerautors Jean-Paul Jamais ohnehin nicht mehr zu helfen. Prädikat: Je suis un poème parce-que je t‘aime.

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Hans Leithans: «Halbe Wege führen zu nichts»

25 Nov

Hans Leithans: «Halbe Wege führen zu nichts»
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Wie schon Julius Cäsar in «De Bello Gallico» einst sagte: «Wehe dem, der in der heutigen Zeit des erbarmungslosen Verdrängungswettbewerbs seine Ellenbogen nicht mit nützlichen Hochgeschwindigkeitsschonern zu schützen weiß», so widmet sich der versiert verständnisvolle Wirtschaftsexperte Hans Leithans in seinem neuen Werk «Halbe Wege führen zu nichts» der sorgfältigen Analyse und Bewertung unterschiedlicher Ansätze für ein erfolgreiches Risikomanagement in den Chefetagen der deutschen Industrie – ganz nach dem Motto: «Auf der Überholspur ist Vorfahrt ein Rückschritt». Ein nützlicher Ratgeber für jeden unternehmerischen Entscheidungsträger, der einerseits zur wohlverdienten Ruhe kommen möchte, ohne dabei andererseits auf die angenehmen Vorzüge des spirituellen Denkens sowie ganzheitlichen Handelns verzichten zu müssen. Prädikat: Kerniges Wohlfühlprogramm für jeden, in dessen Schädelwände sich eine anspruchsvolle Stahlfaust zu Hause fühlt.

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Fred Thieler: «Komposition B I/71»

12 Oct

Fred Thieler: «Komposition B I/71»
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In der Edition «gut gewählte Sammlung» der Galerie Baier erschienen Anfang 1971 auch zwei großformatige Lithographien des 1999 im Alter von 83 Jahren in Berlin verstorbenen Künstlers Fred Thieler, jeweils in einer Auflage von 100 Stück.

Schon früh lag Fred Thieler mit den Nazis über Kreuz. 1941 wurde er aus dem Heeresdienst entlassen, ging in München in den Untergrund, wo er mit dem Umfeld der «Weißen Rose» und dem Widerstandskämpfer und Künstler Mac Zimmermann zusammenarbeitete. Zudem holte er seine jüdische Mutter auf konspirativem Wege zu sich und brachte sie unbeschadet durch die Kriegswirren. Last but not least beherbergte er einen im Februar 1945 aus der Nürnberger Militärstrafanstalt geflohenen Häftling.

Die Sammlerin Gabriele Baier-Jagodzinski Anfang der 1970er Jahre
vor einem Gemälde des Künstlers Fred Thieler
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Fred Thieler gehört jener Künstlergeneration an, die nach dem Krieg zunächst mit erheblichen Orientierungsproblemen zu kämpfen hatten, zumal die Amerikaner keine Gelegenheit ungenutzt ließen, die übriggebliebenen Eingeborenen des ehemals Großdeutschen Gesamtreiches auch die Hervorbringungen ihrer eigenen Künstlereliten näherzubringen. Dennoch: 1959 nahm er an der «documenta II» und 1964 an der «documenta III» in Kassel teil. Er gehört neben Emil Schumacher, Gerhard Hoehme und Karl Fred Dahmen zu den bekanntesten Künstlern des deutschen Informel.

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Arnulf Rainer: «Zyklus Wahnhall – ‹Glut und Asche› und ‹Soin›»

10 Oct

Arnulf Rainer – Zyklus Wahnhall «Glut und Asche»;
Folienlithographie
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Es grenzt beinahe schon an ein medizinisches Wunder, daß sich der österreichische Künstler Arnulf Rainer mit seinen nunmehr knapp 91 Jahren bester Gesundheit erfreut. 1967 schrieb er in einem seinen Zyklus «Wahnhall» erläuternden Begleitblatt: «Handbeschriftete Mappe mit 20 Folienlithographien 37cm x 54cm, gedruckt auf Dreistern-Zeichenkarton, entstanden im Jahre 1967 in Berlin und Wien; unter Hilfe von Drogen, Augenbinde und Alkohol.» Beleg nachfolgend:

Arnulf Rainer – Begleitschreiben Mappenwerk «Wahnhall» 1967
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Ihre ganz persönliche Meerschweinchenreportredaktion findet, daß diese wenigen Zeilen die Gründe sowohl für den formalen als auch inhaltlichen Entstehungsprozeß des hier gegenständlichen Gesamtmappenwerkes für jeden Kunstinteressierten nachvollziehbar machen.

In den Jahren 1953 bis 1959 lebte Arnulf Rainer zurückgezogen in einer möbellosen, verlassenen Villa seiner Eltern in der Nähe von Wien. Dort begann er die Werkgruppe der Reduktionen, die als Vorstufe seiner weltberühmten Übermalungen gilt. 1961 wurde Arnulf Rainer in Wolfsburg wegen der öffentlichen Übermalung eines prämierten Bildes gerichtlich verurteilt. Ab 1963 arbeitete er in verschiedenen Ateliers in Westberlin, München und Köln. 1974 sollte ihm der «Kunstpreis der Stadt Wien verliehen werden, da er jedoch eine Teilnahme an der Preisverleihungszeremonie verweigerte, wurde ihm der Preis wieder aberkannt. 1977 nahm er an der «documenta VI» teil, ein Jahr später vertrat er Österreich bei der Bienale von Venedig.

Arnulf Rainer – Zyklus Wahnhall «Soin»;
Folienlithographie
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Abgesehen vom jeweiligen Sujet beeindruckt besonders Arnulf Rainers entspannter aber zugleich präziser Strich, der im übertragenen Sinne irgendwo zwischen Henri Matisse, Jean Cocteau und Joseph Beuys (bei Letztgenanntem bezieht sich diese Aussage ausschließlich auf seine Zeichnungen) zu verorten ist – wohlgemerkt: im übertragenen Sinne.

Wir wären wahnsinnig, würden wir uns weiterführend an diesem genialen Geist versuchen. Schauen Sie am besten einfach selbst.

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Jan Voss: «Das Geordnete in der Malerei»

10 Oct

Jan Voss: «Das Geordnete in der Malerei»; Tuschebild; 47cm x 63cm; 1963

Für den 1936 in Hamburg geborenen und in Paris lebenden Künstler Jan Voss ist das «Grundthema seiner Malerei das ‹Geordnete› eines sich in ständiger Bewegung befindlichen Chaos einer diffizilen und kleinteiligen Situation». Laut Wikipedia arbeitet er mit farbintensiven Gemälden auf Leinwand und mit feineren Zeichnungen, die wie Comic-hafte Erzählungen wirken und mit vielen Details aufwarten. Im Jahr 1968 war er mit vier Bildern Teilnehmer der «documenta IV» in Kassel. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1962 in der «Galerie Baier» in Mainz. In der Bundesrepublik wird er von der Kölner Galerie Boisserée und in Frankreich zunächst von Adrien Maeght und später durch die Galerie Lelong vertreten.

Jan Voss in seinem Pariser Atelier
fotografiert von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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In der frühen Phase seines künstlerischen Schaffens entstanden keinerlei Bilder, die mit Öl, Acryl, Pastell, o.ä. gemalt wurden. Der Herstellungsprozeß für das, was für ihn damals «Bilder» waren, verlief folgendermaßen: Zunächst zeichnete er mit Tusche sein bekanntes «kleinteiliges Chaos» auf Transparentpapier. Danach grundierte er separat einen Malkarton mit einem wolkigen Gemisch aus blasser Farbe (hier gelb) und Leim. Nun brachte er sein auf Transparentpapier mit Tusche gezeichnetes Bild mit dem Gesicht auf den noch feuchten, mit besagtem Farb-Leim-Gemisch grundierten Malkarton so auf, daß nach dem Aushärten des Leims eine glatte, homogene und luftblasenfreie Fläche entstand, die sein fertiges «Bild» vor der Rahmung darstellte. Im übertragenen Sinne handelt es sich somit bei dieser Fertigungsweise um eine von Jan Voss entwickelte Vorstufe des heute unter dem Namen «Diasec®» bekannten Herstellungsverfahrens.

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Günther C. Kirchberger: «serie 5/5 – cunegonda» und «serie 14/2 – sposalizio di maria vergine»

10 Oct

Günther C. Kirchberger: «serie 5/5 – cunegonda»; 62,5cm x 72,5cm; Öl auf Leinwand; 1962

Günther C. Kirchberger: «serie 14/2 – sposalizio di maria vergine»; 46cm x 41,5cm; Öl auf Leinwand; 1962

Versucht man im Geiste die beiden Kunstrichtungen «Informel» und «Art Brut» miteinander zu vermischen, so wäre eine der möglichen Ergebnisvarianten die frühen, Anfang der 1960er Jahre entstandenen, Bilder des 2010 im Alter von 81 Jahren in Göppingen verstorbenen Künstlers Günther C. Kirchberger, die während einer seiner Studienreisen in Italien entstanden.

Im Jahre 1964 erhielt Kirchberger einen Ruf an die Werkkunstschule Krefeld als Dozent für «angewandte Malerei», wo er auch den Fotografen Peter Lindbergh unterrichtete.

Nach einer Ausstellung im Jahre 1961 in der geschäftstüchtigen Stuttgarter «Galerie Müller», stellte er zwei Jahre später in den Londoner «Drian Galleries» aus. Aber wie das mit waschechten Künstlern eben manchmal so ist, für sein Umfeld war es jedes Mal eine Mamutaufgabe, ihn zu einer weiteren Ausstellung seiner Werke zu bewegen, weshalb seine beeindruckenden Arbeiten bis heute über den Status eines Geheimtips nicht hinausgekommen sind.

Das ändert aber nichts daran, daß Kirchbergers frühe Ölgemälde eine wichtige Position in jeder Sammlung darstellen, deren Schwerpunkt im «Informel» und/oder «Art Brut» liegt.

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Roger Selden: «Pattern Art» (Tie Series)

10 Oct

Roger Selden: «Pattern Art» (Tie Series);
Mischtechnik und Collage auf Leinwand; 100cm x 80cm

Insider denken beim Namen Roger Selden automatisch an den legendären Mailänder Galeristen Seniore Dr. Renato Gadazzo und seine Galerie «Naviglio», bei der Herr Selden für viele, viele Jahre exklusiv unter Vertrag stand. Das Prozedere war zu jeder Art|Basel beinahe identisch: Tagsüber verkaufte Monseniore Dottore die Bilder Roger Seldens zu phantastischen Preisen wie geschnitten Brot, des Abends ließ er sich nach Baden-Baden in die (fast) nahegelegene Spielbank kutschieren, um dort die frisch erworbenen Einnahmen wieder auszugeben.

So zierte das oben stehende Bild aus Seldens beeindruckender «Tie Series» im Format 100cm x 80cm in dieser Zeit auch das Titelbild einer Ausgabe des Schweizer «Art International Magazine» (James A. Fitzsimmons, founder and editor-in-chief), das wir in unseren Redaktionsschränken jedoch leider nicht mehr auffinden können. Es überzeugt nicht nur durch die vielen perfekt gebundenen und sorgfältig arrangierten Krawatten, die es sich augenscheinlich sowohl auf dem Parkett als auch in den Rängen eines virtuellen Opernhauses gemütlich gemacht haben, sondern auch durch seine unglaublich solide Verarbeitung. Somit ist dieses Bild, das der Kunstrichtung «Pattern Art» zuzuordnen ist, gleich unter mehreren Gesichtspunkten ein echtes Brett!

Der gebürtige New Yorker Roger Selden lebt und arbeitet in Mailand. Er ist auch als Produktdesigner gefragt, u.a. für Ritzenhoff (Biergläser) und Ducati (Motorräder).

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