Tag Archives: BILD

Kai Diekmanns jüngster Alptraum

18 Apr

Der BILD-Chefredakteur Kai Diekmann wurde gestern Nacht überraschend aus der Haft, quatsch, aus einer der Hauptstadt angemessenen Spielhölle heraus gekidnappt. Die Entführer fordern als Bedingung zur Freilassung des verhinderten Heldentenors, daß alle Bundestagsabgeordneten unter notarieller Aufsicht und im Rahmen einer von allen Fernsehsendern live zu übertragenden Bundestagssondersitzung jeweils und unisono eine Dose Hundefutter schmatzend zu verspeisen hätten. Im direkten Anschluß daran habe eine fruchtvolle Debatte über die nachhaltige Senkung der dramatischen Staatsschulden zu erfolgen. Was mit Diekmann passieren werde, wenn den Forderungen nicht nachgegeben würden, war bis zum Redaktionsschluß leider nicht in Erfahrung zu bringen.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Judith Holofernes versus BILD

7 Mar

«Judith Beheading Holofernes» by Caravaggio

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Die Handlung ist kurz erzählt: Werbeagentur von BILD, Jung von Matt, wendet sich an «Wir sind Helden» und bietet an, in BILD-Kampagne mitzuwirken. Judith Holofernes veröffentlicht auf Wir-sind-Helden-Blog sowohl Anfragebrief als auch ihre Absage. Beides hier. Dieser Blogeintrag bringt innerhalb kürzester Zeit so viele Seitenaufrufe, daß der Server vorrübergehend zusammenbricht; er entwickelt höchst virale Qualitäten. Das wiederum veranlasst Alf Frommer, selbst 13 Jahre in der Werbung und zuletzt als Creative Director tätig gewesen, unter seiner Internetidentität «synthie_und_roma» auf jetzt.sueddeutsche.de ein fiktives Antwortschreiben der Werbeagentur Jung von Matt zu veröffentlichen. Auch diese Aktion ist ein voller Erfolg und wird ungeprüft sogar von Nachrichtendiensten wie beispielsweise kress.de offiziell übernommen, wie BildBlog in seinem unterhaltsamen Beitrag «Und Du gehst Rüssel an Schwanz hinterher» berichtet.

War das etwa schon alles? Nein, die BILD veröffentlicht nun ihrerseits und ungenehmigt im Rahmen einer bezahlten Anzeige in der taz die ausführliche Absage von Judith Holofernes und bedankt sich bei ihr artig für die «ehrliche und unentgeltliche Meinung.» Judith Holofernes wundert es in einem taz-Interview, daß sich das Blatt auf diese Anzeige eingelassen habe und antwortet auf die Frage, ob sie nun ihrerseits die BILD verklagen wolle, nachhaltig entspannt: «Es ist ein ziemlich lahmer Versuch (von BILD; Anm. der Red.), ein Rückspiel zu erzwingen, weil man aus der ersten Runde nicht besonders glorios hervorgegangen ist. Aber ich sehe nicht ein, warum ich mich drauf einlassen sollte, wenn ich schon geduscht habe und mit meinen Leuten singend im Bus sitze.» So antworten Sieger.

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Heftige Hüllen auf Retro Space

29 Jan

Es war alles andere als einfach, im «Flickr-Retro-Account» auf Bilder zu stoßen, bei deren Anblick sich auch der emotional gleichgeschaltete Mann von heute hinreichend diskriminiert fühlen darf, aber: Wer suchet, der findet!

Hallo Frau Schwarzer! Die beiden letzten Bilder, die sind für Sie! Machen Sie was draus! Setzen Sie sich und Ihren nimmermüden Kampfhennencharakter mal wieder tüchtig in Szene! Verspeisen Sie in der Öffentlichkeit und aus purem Protest ein Dioxinei. Oder schlagen Sie sich – frei nach Erich Kästner – mit einem Hammer die Fingernägel blau! Machen Sie, was Sie wollen, aber hören Sie um Himmelswillen auf, für die BILD zu schreiben. Ansonsten stüllten Sie sich weiter- und fürderhin mit Bibelhuhn Käßmann auf eine Stufe und die, die läßt sich doch mit Männern ein. Ist Ihnen noch gar nicht aufgefallen? Das dachten wir uns. Aber diese Bilder hier, die sind Ihnen aufgefallen? Aber natürlich.

Photos via: Retro Space Fotostream

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Das Nachtzugerlebnis

14 Dec

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Ich mache ja keinerlei Geheimnis aus meiner Unfähigkeit, einen sauber geführten Terminkalender zu unterhalten. Nein, ich empfinde es nicht mal ansatzweise als Schmach; ganz im Gegenteil: Insgeheim bin ich sogar etwas stolz auf besagtes Unvermögen. Außerdem stellte bereits Friedrich Dürrenmatt so schön und treffend fest: »Je genauer man plant, desto härter trifft einen das Schicksal«. Ihm zu huldigen, das sei mir stets ein übergeordnetes Anliegen.

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Auf einer geschäftlichen Reise nach München blieb ich mit meiner Pick-Up-Ente kurz vor München durch Getriebeschaden liegen, das heißt, ich schaffte es gerade so zur Rampe der Autonachtreisezugverladestation (übrigens ein Wort mit 31Buchstaben). Dort blieb das gute Stück bis zum Rückreiseantritt geparkt. Als es dann soweit war, begegnete mir auf dem Bahnsteig Richtung Köln – denn dort wollte mich der Erbauer meines herrlichen Vehikels am nächsten Tag mit seinem Hänger in Empfang nehmen – ein torkelnder Finsterling Marke besoffener Prolet entgegen, der sich, ich verfolgte neugierig die Stilistik seines Ganges, zu meinem großen Erstaunen und Entsetzen die kleine Leiter des Führerhauses ausgerechnet jener Lok hochhangelte, die meinen Zug durch die Nacht ziehen sollte. So bat ich einen Bahnmitarbeiter um eine spontane Unterredung, die mit jenem Satz endete, der mir einen bis dato unerreichten Einblick in das überaus entspannte Betriebsklima bei der DB gewährte, nämlich: »Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgend jemand bei uns trinkt, jetzt so kurz nach Eschede!«

Der Nachtzug setzte sich in Bewegung und ich verständigte über Mobilfunk die Polizei. Irgendwo, so Höhe Ingolstadt, wurde der Zug außerplanmäßig gestoppt und zwei hilfsbereite Polizisten, Zivildienstleistenden gleichend, schleiften den Lokführer auf ihren Schultern gestützt zum bereitstehenden Krankenwagen. Eine viertel Stunde später notierten die Herren von der Polizei meine Personalien und eine Kurzaussage. Nach schätzungsweise einer weiteren Stunde kam dann ein neuer Lokführer des Weges. Beim Schlafwagenschaffner stieg ich im Ansehen, so daß er mich in ein Ersterklasseeinzelzimmerschlafwagenabteil (übrigens ein Wort mit 41 Buchstaben) umquartierte. Schön mit Holzvertäfelung und gebügeltem Leinenbettbezug und so. Das volle Gedeck!

Am nächsten Morgen erreichten wir mit entsprechend ordentlicher Verspätung eine Seitengleisanlage des Kölner Hauptbahnhofs. Einige Anschlußzüge waren schon weg oder wichtige Verabredungen verpaßt. Die Mitreisenden unterzogen mich einer kollektiven Ächtung, so als wollten sie sagen: »Danke, Du Idiot! Wegen Dir ist meine gesamte Tagesplanung obsolet geworden«. Die meisten von ihnen hätten obsolet ohnehin für den Markennamen einer nicht sonderlich raffiniert zubereiteten Obstsalatspeise gehalten. Nicht, daß diese abgehalfterten Existenzgeschädigten mir hätte schlabbernd um den Hals fallen müssen, denn es war nichts als purer Egosimus, der mein Handeln steuerte, aber ein paar zufriedene Gesichter hätte ich dann doch schon gerne gesehen.

Da ich mal wieder in meiner Geldnotphase steckte, sprang ich über meinen Schatten und setzte mich mit dem damaligen BILD-Chef in Verbindung und fabulierte so kryptisch wie möglich über den Vorfall. »Mein Honorar ist zweihundert!«,sprach ich selbstbewußt und er erwiderte »Kein Problem, zweihundert Mark sind für uns absolut kein Problem«. »Ich dachte mehr an Zweihunderttausend Mark« korrigierte ich ihn – ich hatte ja nicht die geringste Ahnung, was eine solche Geschichte wert sein könnte, worauf er antwortete: »Das ist viel zu viel. Kein Mensch bezahlt Ihnen so viel Geld!«

Aus meiner Sicht machte er mir einen hinreichend verlegenen Eindruck! Wir verblieben so, daß wir es uns beide überlegen würden. Ich spielte auf Zeit. Eigenartigerweise hörte ich nichts mehr aus Hamburg und am nächsten Tag war meine Geschichte im Überbruch auf Seite 1. Ein anderer Fahrgast hatte sich zwischenzeitlich ebenfalls bei der BILD-Zeitung gemeldet und alles suppenbrühwürfelwarm erzählt. Ich fühlte mich wie ein Verteidiger, der ganz allein und mit hängender Zunge den Ball über das Spielfeld gebracht hatte, doch letztlich von einem Mitspieler aus der eigenen Mannschaft im gegnerischen Strafraum mutwillig zu Fall gebracht wurde. Und das Schlimmste: Nur 0,8 Promille hatte der Lokführer laut Schlagzeile angeblich im Blut. Dieses mickrige Ergebnis empfand ich als die wahre Niederlage.

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»Möchten Sie Tee oder Kaffee zum Frühstück?« »Beides. Und beides bitte doppelt!« gab ich zur Antwort. »Croissants brauche ich keine, die hole ich mir gleich auf der Rue St. André Des Arts« fügte ich ergänzend hinzu. »Na dann viel Vergnügen«, sagte der Schlafwagenschaffner und händigte mir wieder meinen Reisepaß aus. Hatte ich das etwa alles nur geträumt?

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Vor drei Jahren veröffentlichten wir oben stehende Kurzerzählung leicht modifiziert als Podcast, gehostet von einfallsreich.tv. Nun unterliegen die Macher von einfallsreich.tv den gleichen genetischen Veränderungen wie wir es tun, was heißt, das alles im Fluß ist, manches sogar im Fuß, manches wiederum im Kopf; wer will von uns schon so genau sagen können, was am morgigen Tage alles auf dem Acker wächst. Mit anderen Worten: das Podcast gibt es derzeit nicht mehr, der Text jedoch ist geblieben. Ist das nicht eine schöne Bestandsaufnahme?

Ach ja, ein gelegentlicher Besuch von einfallsreich.tv lohnt sich nach wie vor.

Hitlers dritte Zähne – ein Drehbuch

8 Feb

Hitlers 2. Zähne mit Motiven des Führers. Kam daher sein starker Mundgeruch? Brauchte er deshalb Prothesen?

(Als Sprecher des Textes kann ich mir sehr gut die Erzählstimme
aus dem Film „Der Schuh des Manitu“ vorstellen).

Baustelle in Berlin. Es ist Nacht. Man sieht Stiefel, Arbeitskeidung für Bauarbeiter, Schaufeln und Spitzhacken. Mehrer Männer sind mit Grabungsarbeiten beschäftigt. Konform mit dem Sprechertext finden sie dann ein schmuddeliges Einmachglas. Sie wischen den Dreck vom Glas, um das Etikett freizulegen. Die Aufschrift in geschwungener Schreibschrift: Hitlers dritte Zähne.

Sprecher
An einem Ort, wo Blut und Boden einst regierte,
eine Schreckensherrschaft quasi über Nacht
sich etablierte und alles inspizierte, konfiszierte,
was die Tyrannen diskriminierte; an diesem Orte
fand neulich eine Bautruppeskorte,
versenkt in tiefer Erde und sorgsam eingemacht
ein Glas – so wie ich’s hier erwähne,
und als Inhalt: Hitlers dritte Zähne!

Schnitt. Es werden nun Restaurationsarbeiten an den Zähnen gezeigt, die man im Anschluß daran im Einmachglas in einer Vitrine präsentiert. Schließlich werden sie von dort entwendet. Auch hier gehen die Bilder synchron mit dem Text.

Sprecher
Eine Sensation war dieser Fund,
die Welt stand Kopf, die Berichte bunt:
Zunächst hat man die Zähne restauriert
und hinter Glas museal präsentiert,
doch dann ist es passiert –
irgendwie haben sie sich subtrahiert.

Schnitt. Wir befinden uns nun im „Hauptquartier“ der Neonazis. Zunächst CU auf das Einmachglas. Die Kamera zieht langsam auf und entfernt sich vom Glas, bis in der Totalen die gesamte Truppe, so vier bis fünf Mann, zu sehen ist. Sie sitzen in geheimnisvoller Atmosphäre um den Tisch herum, auf dem mittig das Einmachglas steht, in dem sich Hitlers dritte Zähne befinden und magisch leuchten. Die Szene sollte Spiritualität und Esotherik auf der Basis von „guter, deutscher Hausmannskost“ vermitteln. Das Einmachglas orakelt.

Sprecher
Dieser Diebstahl läßt sich leicht ertragen und benoten,
doch was soll ich sagen, hier seht Ihr die Idioten,
die die Zähne klauten, bevor sie sich verhauten,
weil sie einer Idee vertrauten, von der sie glaubten,
binnen nächster Tage wie von Sinnen an Stärke zu gewinnen:

Anführer
(klingt wie Hitler)
Nun, manch’ einer hält uns für verrückt,
doch heute ist ein großer Sieg geglückt!
An des Führers Zahnprothesen:
daran muß und wird die Welt genesen.
Diese Zähne sind der Grundstein unserer Pläne,
die wir früher zwar knapp verfehlten
und doch sind und bleiben wir die Auserwählten.
So wird die Geschichte von uns erneut,
fleißig in den Grenzen von 1939 fest vertäut
als Festakt wiedergekäut – und zwar in Bayreuth.

Sprecher
Das erfreut natürlich, hm, einerseits.
Andererseits: Worin liegt denn hier der Reiz,
daß diese Knatschis, diese Neo-Nazis
die Qualen der Reisekosten in den Osten
nicht zahlen läßt. Fest steht nur:
sie stehen vor einem gigantisch großen Test.
Während sie so überlegen, wen sie verwegen
als nächstes verprügeln und vertrimmen
dringen plötzlich bedeutungsvolle Stimmen
von innen durch das Glas:

Einmachglas
Ob in Gläsern, Bechern oder Tassen,
ich bin nur Euer Vermittler,
denn der, dem meine Zähne passen,
wird der neue Hitler!

Zunächst ist man etwas rat- und fassungslos, doch dann wechselt die Stimmung, man gibt sich kampfbereit und siegessicher.

Sprecher
Windungen schmoren in jedem Gehirne:
Der letzte Biß in eine Birne mit eigenen Zähnen?
Knabbern an den Fingernägeln,
um den Zahnverlust zu regeln?
Hahah: Der Chef springt auf, greift sich an die Hoden,
ringt mit sich und spricht gereift:

Chef
Es gibt verschiedene Methoden!
Zwar haben die Dritten arg gelitten:
Hier, sie sind schon stark zerschlissen…
Doch ab 5:45 Uhr wird zurückgebissen!
Es geht um die Erfüllung unseres Traums,
um die Erweiterung des Lebensraums im Osten…

Truppenmitglied
Und was wird das kosten?

Chef
Unterbrich mich nicht, Du Schwachmat,
denn andernfalls hast Du den Salat –
nur ohne Kopf, Du Tropf!
Es geht um die Idee, um diesen anspruchsvollen Posten,
dafür müssen wir, und niemand kann dies ernsthalftlich bestreiten,
noch vergießt er eine Träne, denn das ist der Trend,
unsere zweiten Zähne konsequent vermosten.

Sprecher
Wohlan, laßt sie bloß nicht rosten!
Er macht seins, und ich, ich mach’ meins..

Schnitt. Bilder illustrieren nun passend zur Erzählung – oder umgekehrt.

Sprecher
So ist Methode eins: Das kippende Erlebnis,
mit erstklassigem Ergebnis!
Will sagen: dem ersten geht es an den Kragen,
denn er will was ganz Spezielles wagen.
In diesem System nehme man aus besseren Tagen
eine Führerstatue mit ausgestrecktem Gruß
als Grundlage für diesen Zahn-weg-Blues.
Hitler, der so beigesteuerte, wird adrett und nett,
quergelegt auf das blankgescheuerte Parkett.
Und nun, mit vorbezeichnetem Elan,
nebst ungeheurlichem Schmiss,
wirft sich der erste in den ausgestreckten Arm
mitsamt seinem Gebiß. Das ist durchaus gewagt,
denn es ragt des Führers grußgestärkter Griffel zum Hinterkopf hinaus.
Mit anderen Worten: für den ersten ist das Spiel schon aus!

Schnitt. Fette Faust schlägt in einem Neonazigesicht ein. Wenn die Faust wieder aus dem Gesicht rausgezogen wird, ist es völllig blau.

Sprecher
Die zweite Version ist kurz gehalten,
sie legt die Gestalten straight in Falten,
und zwar so blau wie beim Kobaltspalten:
Méthode deux: visage bleu!

Schnitt. Schlafzimmerszene mit Nazipärchen. Sie bestreicht ihm die Zähne mit nutella und verklebt seine Lippen mit einem Hakenkreuz aus Leukoplast geformt. Dann löscht sie das Licht. Am nächsten Morgen entfernt sie ihm den Klebeverband, während er mit errigiertem Penis unter der Bettdecke auf dem Rücken liegend, sehnsüchtig auf seinen Zahnverlust wartet. Sie drückt ihm recht resolut mit dem Daumen die Zahnleiste durch seinen verschlossenen Mund ein.

Sprecher
Die dritte Variante ist mittlerweile stark verbreiten,
sie arbeitet mit der Überzuckerungskonstante,
eine Spezialität, die GröFaZ übermannte,
als er die Farbe braun entsandte,
denn nach diesem Wesen sollte die Welt weltweit genesen.

Schnitt. Gruppe von Neonazis in der Küche versammelt. Einer sitzt angebunden auf einem Stuhl in der Mitte des Raumes. Aus seinem Mund hängen mehrere Nylonschnüre, die von den anderen gemeinsam an einem Türgriff befestigt werden.

Sprecher
Methode 4 arbeitet mit der Küchentür:
Jeder Zahn mit Nylon fest umschlungen,
mit dem Griff verknotet, ein kurzer Treuesong gesungen:

Nazichor
Wir sind die Nibelungen…

Schnitt: Vier Särge, die Neonazis beinhalten, sind aufgebahrt. Aus einem Sarg ragt weiterhin die ausgestreckte Führerhand.

Sprecher
Und die Tür ward zugeschwungen.
Resultat: Aktion gelungen!
Keiner von den Knaben hat noch Fragen,
denn sie verhungern nun mit leerem Magen,
weil: die dritten Laß-das-Kau
sind letztlich nicht so paßgenau.
Einst ein Ort von bitterer Gefahr,
ist nun die Luft so rein, so klar,
und weil dies so geschah
verfiel man der Idee, ein Klischee daraus zu formen,
um den Naziabgang vorzunormen.
Weil der Nazi weltweit wohnt, wird der Zahnersatz betont
millionenfach geklont und so thront das Glas
in jedem Land auf unserer Erde und verschrotet nun die Nazi-Herde.
Kurzer Hand wird es promotet, von Promis und auch VIPs,
wie hier vom Papst, der Hitlers Dritte segnet,
weil er möchte, daß es Zähne regnet.

Papst (Pius XII)
Seid fruchtbar, auf daß Ihr Euch vermehret
und des Nazis Leben so erschweret.

Sprecher
Bald im Land und auf der Welt
ist man wieder friedlich eingestellt.
Gelegentlich hört man‘s hier und dort noch etwas Lästern,
doch prinzipiell ist das Thema jetzt von gestern!
So laßt uns beginnen mit diesen Plänen
unter Zuhilfenahme von Hitlers dritten Zähnen.

© by Hamlet Hamster; hamster&james h.n.c.