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Digit WDR: «Ich möchte ein Eisbär sein…»

19 Oct

Das «Archiv des analogen Alltags» hat eine neue Themenrubrik geschaffen: Der Eisbär. Dazu schreibt die Redaktion: «Lange vor der Gründung von Greenpeace und Die Grünen (und auch lange bevor eine deutsche Band “Ich möchte ein Eisbär sein (im kalten Polar)” sang, war das Tier in Deutschland eine kleine Berühmtheit. Wir sind überrascht. Und begeistert.»

Und wir sind irritiert. Ganz positiv irritiert. Und auch irgendwie negativ irritiert, denn: Darf man eine Tierart zeigen, die es angeblich, zumindest nach dem insgeheimen Wunsch vieler Tier- und Umweltschützer, schon bald gar nicht mehr geben wird, dreist in scheinbar glücklichen Lebenssituationen zeigen? Wir wissen es nicht. Sind rat- und rastlos. Tat- und auch palastlos. Was ist mit dem Ast los (auf dem wir sitzen)?

Zur sehenswerten Bildstrecke geht es hier (you’ve got to scroll a little bit).

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Ryanairs ze(h)n Gebote – oder: «Die Füße der Julia Roberts»

19 Oct

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Eigentlich können wir gar nicht die Auserwählten sein, wenn es darum geht, sich Gedanken über die weibliche, pardon, werbliche Aussagekraft von Anzeigenkampagnen zu machen, die im Kontext zur Fliegerei stehen, da wir aus religiösen und ziemlich vielen anderen Gründen seit Beginn des neuen Jahrtausends kein Flugzeug mehr bestiegen haben. Eigentlich.

Andererseits sind wir vielleicht gerade deshalb die Richtigen, jene Vollprofis für diesen Job, nach denen die ganze Zeit auf dem Rest der Welt überall hektisch gefahndet wird. Vielleicht.

Nun denn: Was wir im Laufe der Zeit der Presse haben entnehmen können, ist, daß man bei Ryanair in aller Ernsthaftigkeit über die Einführung von Stehplätzen nachdenkt. Vor diesem Hintergrund wird das hier gegenständliche Anzeigenmotiv klarer: Wer während des Fluges nicht stehen sondern lieber sitzen möchte, der muß ein erhöhtes Beförderungsgeld entrichten. Dies kann, wie wir jetzt lernen, auch in Form einer Art Kleiderspende geschehen, die, wie der Pressesprecher von Ryanair versichert, direkt an das Rote Kreuz weitergeleitet wird. «Ryanair. Billigfliegen mit Human Touch.» kommt uns als Claim in den Sinn.

Auch daß das, was seit über einem Jahrzehnt auf Flughäfen passiert, einen mehr an Massentierhaltung erinnert, denn an entspanntes und gelegentlich betreutes Reisen, läd eher zu einem ordentlichen Fußmarsch quer durch Europa ein, als sich das anzutun. Ist es ein Zufall, daß die Begehung, die Besteigung oder auch die Bewanderung des Jakobsweges immer populärer wird? Monatelang mit sich, einem festen Ziel vor Augen und einem Rucksack (fast) allein unterwegs. Wer interessiert sich danach noch für den Grand Canyon?

Wer so intensiv reist, der träumt auch intensiv. Wir wollen es den Jakobsweg-Reisenden gleich tun – und schließen unsere Augen: Wir sind Cecil B. De Mille und stehen gerade vor der wundervollen Aufgabe, für eine mit voller epischer Breitseite auszustattende Filmszene, ein dutzend rosa Elefanten auf den Füßen Julia Roberts durch das Kleinwalsertal stapfen zu lassen. Solche Visionen sind erbaulich, sowohl in intellektueller als auch finanzieller Hinsicht: Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes leben weltweit rund 2,32 Milliarden Fußliebhaber, die bereit wären, für eine Eintrittskarte zu dem Film «Die zehn Gebote oder die Füße Julia Roberts» ein kleines Vermögen auszugeben.

Daß das liebe Geld die einzige Ryanair-Chef Timothy, pardon, Michael O’Leary motivierende Triebfeder ist, machte er auch einmal mehr anläßlich einer Jahrespressekonferenz deutlich, die die Veröffentlichung brillanter Ryanair-Jahresgewinnzahlen zum Thema hatte: «I’m here with Howard Miller and Michael Cawley, our two deputy chief executives. But they’re presently making love in the gentleman’s toilets, such is their excitement at today’s results». Womit nun auch geklärt sein dürfte, was es mit «Ryanair. We fly you naked.» in aller Tatsächlichkeit auf sich hat.

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Peter Fischer: «Das Köln der 1950er und 1960er Jahre»

30 Dec

Schaufensterpuppen «50+» aus den 1950er Jahren

Auf dem WDR-Portal DigIt (Meerchweinchenreport berichtete bereits hier über das Privatbildarchiv von Götz Alsmann) finden sich unter dem Nick archivkoeln Bilder aus dem Nachlaß des früheren Stern– und Life-Fotografen Peter Fischer. Außerdem arbeiteten er und seine Frau Charlotte für die Neue Illustrierte Köln.

Welche Mode trägt man in welchen deutschen und, ähm räusper, «ehemaligen» deutschen Städten? Eine Frage, für deren sachgerechte Beantwortung sich die ebenfalls modebewußten «Trümmerfrauen» bereits kurz nach dem Krieg brennend zu interessieren schienen.

Das Historische Archiv der Stadt Köln verwaltet Fischers gesamten Negativbestand. Derzeit stehen eine Auswahl von ca. 50 Bildern aus dem Köln der 1950er und 1960er Jahren auf dem DigIt-Portal des WDR zur Begutachtung bereit.

Unübersehbar: Der Einfluß eines Irving Penn
oder auch David Bailey auf Peter Fischers Arbeit.

Was zweifellos den Charme dieser Bilder ausmacht, das sind zwar einerseits ihr klarer professioneller Grundduktus, der jedoch aus heutiger Sicht unübersehbar an seine damaligen technischen Grenzen trifft. Wir haben uns bewußt auf einige Modeaufnahmen konzentriert, empfehlen aber unbedingt, sich auch die restlichen Bilder von Peter Fischer zu Gemüte zu führen, die einen Einblick in damalige Bars, Cafés, Bekleidungs-, Elektro- und Lebensmittelgeschäfte sowie in ein Parkhaus gewähren.

Modeschau in den 1950er Jahren

Erscheinungsbild einer typischen deutschen Kleinfamilie aus den 1950er und 1960er Jahren, dem Straßenbild der Bundesrepublik entnommen und im Studio mittels Schaufensterpuppen originalgetreu rekonstruiert.

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Ich denke: «Wow! Wenn ich meinen Hoden trau ist das eine Modenschau!»

24 Dec

Headline ist Textauszug des Stückes Ich will mit Fotografen schlafen von Hamlet Hamster.

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Fitnessraum

18 Sep

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Es ist nicht wahr,
Ich glaub’ es kaum:
Tot liegst Du im Fitnessraum.
Der Sonntag war’s,
Es schien die Sonne –
Und wieder hobst Du eine Tonne.
Bald die zweite, dann die dritte –
Und das zeriß dann Deine Titte.
Ein Muskelschwund am falschen Platz.
Das war’s dann wohl:
Adios, mein Schatz!

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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10 Most Famous Female Males (8 More To Come)

17 Mar

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Portrait of Helmut Newton by Alice Springs, taken in Monte-Carlo in the year 1987; Courtesy of Galleria Carla Sozzani. By the way: At the moment there is a great exhibition showing Alice Springs’ work that she created over four decades. The name of the place: «Helmut Newton Foundation | Jebensstrasse 2 | 10623 Berlin»

Update (3/24/2011): And then there were three…

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Von Mäusen und Lobstern, Fotografen und Parties.

23 Dec

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Bildunterschrift mit Didaktikteil I: Um Aufnahmen mit dem gewissen Etwas zu erhalten, ist es unumgänglich zunächst auf die dem Shooting beiwohnenden Moderedakteure, das Modell und natürlich auch auf sich selbst einen latent unbeholfenen Eindruck zu machen. Verwenden Sie beispielsweise ein Teleobjektiv in einem Nahbereich (siehe Foto), der es Ihnen verunmöglicht, technisch scharfe Bilder zu erzeugen. Sagen Sie euphorisch: Retrolook sowie Out of Focus sind derzeit der letzte Schrei. Dann schreien Sie so laut Sie nur können. Herzlichen Glückwunsch: Vom unausgesprochenen Vorwurf, in Starallüren zu baden, haben Sie sich gerade erfolgreich befreit. Die Studioatmosphäre ist auf dem Siede- und Höhepunkt, der Rest ein Kinderspiel.

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***+Teil 1+***

Dschungelcocktail auf den Toiletten einer 747

Fotograf zu sein ist schon was Feines. Der Ruf Desperado der Presseempfänge, Liebhaber von Sonnenuntergängen oder notorischer Beischlafbeglücker von mindestens zwei Models gleichzeitig zu sein, eilt ihm voraus wie der Blitz dem Donner. Darüber hinaus machen ihn seine Weltreiseerfahrungen, seine Menschenkenntnis sowie seine endlos lange Liste von bereits fotografierten Eiffeltürmen zur beliebten Anlaufstation, um sich mit ihm bei einem Glas Dschungelcocktail über die unmöglichen Lebensbedingungen auf den Toiletten einer 747 zu unterhalten. Ist es da nicht reizvoll, sich so einen Paradiesvogel mal auf eine Party zu holen? Und ganz im Vertrauen: die kaputte Instamatic, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegt, kann er ja nebenbei gleich mitreparieren, schließlich ist er ja Fachmann.

Windmühle in Öl

Steht der Fotograf dann schüchtern im Türrahmen, irgendwie nicht so, wie Sie ihn sich eigentlich vorgestellt hatten, dann bereiten Sie ihm eine endlos große Freude, wenn Sie die Rolle unter seinem Arm an sich reißen, mit dem Bild freudestrahlend zu Ihren Gästen rennen und brüllen: »Seht mal! Seht mal! Das hat er selbst gemacht! Das hat er selbst gemacht!« und es anschließend sofort mit Reißzwecken auf Ihrer Schlafzimmerblümchentapete, direkt am Kopfende neben einer Windmühle in Öl, befestigen. Dann wird er vor Glück strahlen, denn er weiß, sein Foto ist gut angekommen.

Champagner, Lobster und Baummaden

Hat er dann endlich Platz genommen, umgeben von Ihnen und all den anderen süßen Mäusen, in der einen Hand ein Glas Champagner, in der anderen einen Lobster – Fotografen trinken und essen ausschließlich Champagner und Lobster, es sei denn, sie müssen sich im Urwald gerade von Baummaden ernähren –, dann fallen Sie ihm am besten gleich um den Hals und fragen mal so ganz dezent an, ob er nicht noch ein paar Models braucht. Sagen Sie ihm auch, daß Sie schon immer einmal mit einem Toaster in der Hand in die Kamera grinsen wollten, es ist ein alter Jugendtraum von Ihnen, sagen Sie ihm das. Das macht bestimmt Eindruck!

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Bildunterschrift mit Didaktikteil II: Eine gesunde Portion Dilettantismus verbreiten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Kamera mitten in der Fotosession so anschauen, als käme sie direkt vom Mars. Zuvor bitten Sie Ihren Assistenten während eines unbeobachteten Augenblicks, zeitgleich die selbe Show mit dem Blitzbelichtungsmesser (auf dem Foto das Gerät mit dem weißen Knopf) zu veranstalten. Damit aktivieren Sie die Helfersyndromfunktion im Kopf Ihres Modells, das – nach Möglichkeit – ein bißchen wie Lady Diana Spencer (war damals in den 1980ern sowie 1990ern quasi Pflicht) aussehen sollte.

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***+Teil 2+***

Helmut Newton, Christian Lacroix und eine parfümierte Hutfeder

Sie haben jetzt eine solide Gesprächsatmosphäre geschaffen, in der Sie Ihre Fotoalben auspacken und ihm auf den Schoß legen können, mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß er jetzt nicht mehr weglaufen kann. Denken Sie bitte unbedingt daran, auch ein paar Alben Ihrer Groß- und Urgroßmutter beizufügen, denn das erleichtert dem Fotografen festzustellen, ob das Talent zum Model in der Familie liegt. Während er sich dann von spaghettiverschmierten Kindergesichtern über krebsrote Haut auf weißem Sand – das erinnert ihn an seinen Lobster, den er im Moment nicht weiterssen kann – bis hin zu Panoramen von Gebirge, Meer und Wüste durcharbeitet, sollten Sie in einem Anflug von geistiger Genialität darüber reflektieren, daß Sie Modefotografie wahnsinnig geil finden und Helmut Newton natürlich auch und daß Sie einen seiner Assis fast ins Bett bekommen hätten, wenn diese blöde Privatsekretärin von Christian Lacroix nicht so raffiniert mit ihrer parfümierten Hutfeder direkt unter seinen Nasenlöchern rumgespielt hätte. Dabei bitte elegant eines Ihrer unvergleichlich schönen, netzstrumpfbehosten Beine – welche voguelesende Partysmalltalkdame hat keine unvergleichlich schöne, netzstrumpfbehoste Beine? – vom Lackschuh befreien und ihm damit zwischen dieselbigen gehen, aufdaß der Champagner schäume. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Chance vielleicht doch noch zur Toaster-Miss-Piggy-des-Jahres gewählt zu werden. Sollte der Champagner allerdings nicht schäumen, auch nicht des Lobsters Scheren klappern, dann, so fürchte ich, haben Sie etwas falsch gemacht. Aber was denn nur?

Fishing for Delle im Halsfleisch

Nur nicht aufgeben! Ein letzter Versuch: Fishing For Compliments! Setzen Sie sich ein Messer an die Kehle, verkünden sie den Selbstmord, weil Sie so völlig unfotogen sind, ihre Haare nie richtig liegen und Sie deshalb hier niemand so richtig beachtet. Drücken Sie das Messer jetzt fester, sagen wir, bis eine starke Delle im Halsfleisch entsteht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Also, nur mal angenommen, Sie sind so schätzungsweise einhundertzwanzig Jahre alt und Ihr Gesicht sieht wirklich danach aus, als hielten die Grand Canyons just und exakt an diesem Ort ihr Weltjahrestreffen ab, dann sollten Sie sich reiflich überlegen, ob nicht der ideale Zeitpunkt für einen taktvollen und gepflegten Abgang gekommen ist…

Tangoschritt und Filzpantoffeln

Aber wirklich passieren wird nichts, Sie wissen das. Der Fotograf wird fassungslos die Alben quer durch den Raum werfen, entsetzt aufspringen, Ihnen das Messer entreißen, Sie in den Tangoschritt zwingen und sagen: »Lady, Sie sind mit Abstand die schönste, attraktivste und begehrenswerteste Dame, die ich in meinem Leben je kennengelernt habe! Ich möchte Sie heiraten, ein Haus bauen, Filzpantoffeln tragen und mindestens fünf Kinder von Ihnen haben.« Und Sie werden es glauben, Sie müssen es glauben. Und nachdem der Fotograf Ihnen Ohr und Geist so lieblich vollgeflüstert hat, nur damit der Gastgeber nicht auch noch seinen Teppich reinigen lassen muß, er sich so gerne mal mit dem Arzt unterhalten möchte, der für ihn freundlicherweise die Wiederbelebungsversuche an der Instamatic übernahm, wird er Sie an die Hand nehmen, auf die Toilette zerren, mit der Gold-Credit-Card ein geheimnisvolles, weißes Pülverchen auf dem Klodeckel zerstoßen, zwei feine, saubere Linien legen, Ihnen ein zum Röhrchen gedrehten Tausender in die Hand drücken, verwegen grinsen und fragen: »Baby! Do you wanna take off?«

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Dieser Text wurde erstmals vor Unzeiten, also irgendwann zwischen 1986 und 1990 in der damals noch erscheinenden Fachzeitschrift foto scene veröffentlicht.

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Hitler = Rosa von Braunheim?

4 Jun

Zuerst dachte ich sofort an Günter Wallraffs neuen Enthüllungsroman Von ganz hinten, dann aber dachte ich mir, daß das nicht sein könne, denn schließlich ist Wallraff psychisch längst tot.

Dann erfuhr ich (Telegraph), daß es sich ganz offenbar um Werbung aus Italien handelt, wo es die sizilianische Textilfirma Duce mit dem Werbespruch “Cambia Style – Don’t Follow Your Leader” (“Verändere deinen Stil – Folge nicht deinem Führer”) schaffte, die kirchlichen Würdenträger vor Ort in eine tiefe Sinnkrise zu stürzen: War die Verwendung von Purpur nicht ausschließlich für klerikale Amtstrachten vorgesehen? Und die Vergewaltigung Schutzbefohlener nicht ebenfalls dem Klerus vorbehalten?

Und was heißt: “Verändere Deinen Stil – Folge nicht Deinem Führer?” Präsentierte sich denn nicht unser aller Hitler früher bevorzugt in der Farbe braun? Denn Eva Pink hieß sie ja nun nicht. Oder Eva Rosa. Und Rosa eben nicht “von Braunheim”. Oder etwa doch? Beweisführungen sind das mal wieder…

Also, was mich am meisten an der oben stehenden Abbildung stört, das ist das Herzchen auf der Armbinde. Der grüne Punkt wäre um einiges treffender. Dann könnte man das Bild mit der Überschrift “Stellt die Flasche an die Wand – Dosenpfand! Dosenpfand!” versehen. Und war Hitler nicht ohnehin Obermohr der “Nationalen Sammelstelle Dosenpfand-affiner Produkte” (NSDaP)? Eben.

via: Hitler-Blog

Das innige Verhältnis von Japanern zum Octopus – Scharfe Mäusewoche (9)

2 Aug

Die Vorgeschichte

Bedeutungsvoll klingendes NICHTS – Scharfe Mäusewoche (8)

8 Jul

nabeltussi

Der Menschheit Irrsinn wienert wild
durch der Gassen saurer Regen,
Gewürztraminer tropft vom Bild,
durchbohrt gleich einem Degen
tropfenbrüstig den, der stillt;
behält die Welt auf seinen Armen.
Draußen vor dem Tore hält
– vonwegen –
ein Wagen mit vier Damen,
die laufend, stolpernd über Schrägen,
jeder Lebenslage trotzend – klar! –
nahmen, was zu nehmen war.
Als ander Tages seltsam Blüte
gab dies Bild ein Muskelschwund:
zerstoben, ach, die Rosenhüte;
zerlegt, zerhackt auch dieser Hund.

Copyright: © by Hamlet Hamster; hamster&james h.n.c.

Be My Girl! – Scharfe Mäusewoche (7)

19 Jun

Watch the video first before reading Sting’s Lyrics! She’s only 15 years old and desperately wants to have a baby!

Won’t you be my girl
Won’t you be my girl
Won’t you be my, be my,
Be my girl.

I was blue and lonely, I couldn’t sleep a wink
And I could only get unconscious if I’d had to much to drink.
There was somehow, something wrong somewhere,
and each day seemed grey and dead
The seeds of desperation were growing in my head.
I needed inspiration, a brand new start in life,
Somewhere to place affection, but I didn’t want a wife.
And then by lucky chance I saw [in] a special magazine
An ad. that was unusual, the like I’d never seen,
“Experience something different with our new imported toy,
She’s loving, warm, inflatible and a guarantee of joy.”
She came all wrapped in cardboard, all pink and shrivelled down
A breath of air was all she needed to make her lose that frown.
I took her to the bedroom and pumped her with some life,
And later in a moment that girl became my wife.
And so I sit her in the corner and sometimes stroke her hair
And when I’m feeling naughty I blow her up with air
She’s cuddly and she’s bouncy, she’s like a rubber ball,
I bounce her in the kitchen and I bounce her in the hall.
[And now my life is different since Sally came my way]
I wake up [in the] morning and have her on a tray
She’s everything they say she was and I wear a permanent grin,
And I only have to worry in case my girl wears pins.

Won’t you be my girl
Won’t you be my girl
Won’t you be my, be my,
Be my girl.

From the album Outlandos D’Amour (A&M)
Words and music Sting and Andy Summers

Video via 10 daily things

Surfing Mice – Scharfe Mäusewoche (6)

12 Jun

One of the best Bogenschußperformances ever! – Scharfe Mäusewoche (5)

2 Jun

Eine Zen-Weisheit besagt: „Wenn der Bogen zerbrochen ist und Du keine Pfeile mehr hast, dann schieß – schieß mit Deinem ganzen Sein!“ Wer seinem körpereigenen Reisegeistkörper den im Video eindrucksvoll beschriebenen Trip jedoch nicht zumuten möchte, der kann sich alternativ hier austoben. Was ich mich nur frage: Wie ist es möglich, daß ein solch’ spektakuläres Filmchen nach über einem halben Jahr Youtube-Präsenz erst 3,492 Zugriffe zu verzeichnen hat?

Ich will mit Fotografen schlafen! – Scharfe Mäusewoche (3)

13 May

catwalk_experiences

Die Genesis männlicher Schaffenskraft verläßt quintessenzesk den Hangar weiblicher Vernunft, um im Trubel allgemeiner, globaler Verunsicherungen ganz weit oben und überaus lobenswert für wohltuende Irritationen zu sorgen.

Im Ritz entsteht mit meinem Blitzgerät eine reine, feine Phantasie. „Schöne Beine – im Bett smart!“, sagt mir Deine Setcard. Keine Frage, ich vertage die Sache nicht; setze ein Gedicht aus Licht auf ihr Gesicht, es spricht zu mir! Noch ehe der neue Tag anbricht, fühle ich mein Herz, es sticht, doch bereue ich es nicht. Die Mühle der Gefühle setzt sich in Bewegung, Erregung bringt mich jetzt zur Strecke: Ich stecke mit ihr unter einer Decke, während ich sie necke, entdecke ich Details, die Carl Zeiss die Linse schleifen ließ: ein wenig dies, ein wenig das, sie ist heiß, naß, weiß, daß ich sie jetzt beschenke, verrückt, wenn ich im Rückblick daran denke; es knisterte, sie wisperte, flüsterte die Worte, die meine Ohren trafen:

„Ich will, ich will mit Fotografen schlafen!“

Auf ‘ner Party treff‘ ich Kathy, ein Smartie, hart die Fahrt, die danach begann, denke: „Whow, wenn ich meinen Hoden trau‘, ist das eine Modenschau!“ Ich sichte im Lichte ihr Dékollté, fett, berichte über Prêt-à-porter adrett – bedichte ein Fabergé-Ei, wie es baumelt, der letzte Schrei, sie taumelt: Seligkeit in Trance und ich nutze meine Chance, blitze ihre wache Lende auf Blende 8. Ich lache, sie: „Mache Dich zum Kuß bereit!“ Verschlußzeit: 1 durch 30, fleißig hält sie mit. Ergebnis: ein scharfes Bild, der Hit! Die Nacht wird ein Erlebnis, hmm, wild, denke ich und lenke ihre Schritte ins Nebenzimmer zum Tanz, der schwache Dimmerschimmerglanz ist ganz wie erwartet. Im Rückblick wirkt die Sache doch schon abgekartet: es knisterte, sie wisperte, flüsterte die Worte, die meine Ohren trafen:

„Ich will, ich will mit Fotografen schlafen!“

Die Laufstegauftritte der Sahneschnitte über die Bretter weisen ihr den Weg auf die Titelblätter. Ein Beleg und Lohn für ihre Klasse: die Gasse durch die Masse hat sie fest im Griff. Zum guten Ton gehört Silikon, sie schwört auf den Schein, ihr Kniff betört das Sein der Cover; belebt all die Lover mit Pfiff, rein visuell; wie ein Spliff rein virtuell. Schnell zieht sie mich in ihren Bann – we gonna have some fun! Der Rückblick ist der Kick, denn das ging tief: instinktiv spreizte sich mein Stativ, geizte nicht mit Halt; ich verlor alle Gewalt über mich, weil ich mich genierte, schlief mit ihr, rief die Götter, als ich explodierte; es knisterte, sie wisperte, flüsterte die Worte, die meine Ohren trafen:

„Ich will, ich will mit Fotografen schlafen!“

Copyright©1987 by: Hamlet Hamster, hamster&james h.n.c.

Maus mit Entenfüßen – Scharfe Mäusewoche (2)

8 May

duckfeetmouse

Instructables.com erklärt uns, wie man eine hübsche und aufgeweckte Maus mit hübschen und aufgeweckten Entenfüßen ausstattet. Warum das alles? Nun, weil die Natur bzw. Gott manchmal Fehler begeht, die von Zeit zu Zeit behoben werden müssen. Schließlich sind auch Flüsse begradigt und Autos gebaut worden; da braucht natürlich auch die Maus eine neue, wasserfeste, standes- und zeitgemäße Bereifung. Das nachfolgende Video zeigt uns, wie’s gemacht wird: via Neatorama

Du bist die Grundlagenforschung – Scharfe Mäusewoche (1)

26 Apr

grundlagenforschung

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