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Olaf Leu, der «Ro 80» unter den Designern, wurde just 80 und veröffentlicht sein «R/80» bei «Spielbein Publishers»

18 Oct

Das neue Buch von Olaf Leu: «R/80»
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Sicher, wir hätten auch «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen» in die Überschriftenzeile setzen können. Oder: «‹R/80›, die intellektuelle Kraftnahrungspille für den anspruchsvollen Lebens- und Designinteressierten». Oder: «Wer bisher glaubte, die letzten zwanzig Jahre im falschen Film unterwegs gewesen zu sein, der erhält mit Olaf Leus ‹R/80› eine praktikable Anleitung zum Querumstieg bei voller Fahrt in den richtigen».

Einerseits. Andererseits fangen wir aber mit einem Zitat des ersten Satzes aus dem Prolog (Zwischen Müßiggang und Engagement) seines hier gegenständlichen neuen Buches «R/80» an: «Letztlich bin ich dann doch der Prophetie meines Kollegen Andreas Baier gefolgt, der schon nach Erscheinen meines Taschenbuchs i.R. orakelt hatte, dass es bei diesem ersten Band nicht bleiben würde. Und genauso ist es.» (Meerschweinchenreport berichtete hier). Tja Leute, schließlich geht doch dieser Tage nichts über eine ordentliche Portion Selbstreferenzielles, nicht wahr?

Nachdem nun auch das geklärt wäre, können wir mit unser eigentlichen Rezension beginnen. Wir zitieren abermals, diesmal aus dem Editorial, verfaßt vom Spielbein-Publisher Michael Eibes: «Warum sind Bücher wie dieses so wichtig? Es gilt Situationen, Zustände und vor allem Wissen zu dokumentieren. Denn Wiederholungen ohne Lerneffekt sind sinnlos.» Die fünf Hauptrubriken sind «Selbstverständnis», «Gestaltung mit Haltung», «Sein und Schein», «Geschichte und Geschichten» und «Prof. Dr. Klaus Klemp über den Autor Olaf Leu». Wer also geglaubt haben möge, daß es zum 80. von Olaf Leu lediglich angestaubte Lebensweisheiten zu lesen gäbe, der irrte gewaltig. Salopp gesagt: Das ist alles strenger Stoff. Sehr strenger Stoff, sogar. Als «kleine» Leseprobe sei in diesem Kontext «Eine Frage der Moral!? (S. 45 – 55)» empfohlen. Die dazu mehr als passende Illustration, der Textstartseite gegenüberliegend, bildet eine von ihm gestaltete Anzeige für Underberg mit der Hauptaussage: «Unser Underberg ist so gar nicht idyllisch». Eine Kernaussage, die Olaf Leu als Arbeitstitel für sein Buch gedient haben mag: «Hilfreiche Medizin muß bitter schmecken».

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Als Material zum erweiterten Diskurs zitieren wir aus Horst Mosers Bericht über Olaf Leus jüngsten (und vermutlich wohl leider auch letzten) öffentlichen Auftritt vor dem Züricher «Harbour Club» – einer Vereinigung, der sich Vertreter der Schweizer Kommunikationselite zugehörig fühlen: «alle bekamen ihr fett ab: die unfähigen kommunikationsleute in den unternehmen, denen nichts anderes als ›pitch‹ einfällt und die kein ordentliches briefing zustandebringen. die inkompetenten agenturleute, die information nicht strukturieren können, von typo keine ahnung haben und dämliche bildsprachen beauftragen. und alle sind geil auf die inflationären awards, die oscar-falsifikate. all jenen wurde – um im biblischen jargon zu bleiben – die leviten gelesen.» Nun, wie wir bereits als Alternativüberschrift angeboten haben: «Mr. Klartext spricht Klartext – bis in die Klappen».

Aber das ist längst noch nicht alles. Wer wissen möchte, wie das kulturelle Verständnis vor der inoffziellen Kulturrevolution durch Social-Media und Smartphones ausgesehen hat, der mag sich den Leu-Text «Salon de Grolman – Die DDC-Keimzelle» zu Gemüte führen. Der Anfang als Auszug: «Naturgemäß verbinden sich mit dem Begriff Salon repräsentative Räumlichkeiten, in denen ein meist ebenso repräsentatives Ehepaar gesellschaftlichen Verpflichtungen nachgeht; darunter kann man die Zuwendung zur Literatur, Musik, Kunst oder Politik verstehen. Im Fall des Ehepaars von Grolman stand allerdings eindeutig das Design im Vordergrund. Repräsentativ war schon einmal die um die Jahrhunderwende errichtete Villa, in der man hier empfangen wurde: das Interieur aus geschmackvollen Einzel- oder Erbstücken aus dem Biedermeier, auch das eine oder andere diskret ausgehändigte Ahnenbild, die große Bibliothek, die schweren Ledersessel – all das atmete das Ambiente des selbstbewußten Citoyen, um in der französischen Begriffswelt zu bleiben. Tassilo von Grolman, stets gekleidet wie ein englischer Landedelmann, hielt hier mit Unterstützung seiner Frau Dagmar Hof.»

Die DDC-Keimzelle: Dagmar und Tassilo von Grolman in ihrem Salon.
Foto von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Somit ist Olaf Leus neues (und hoffentlich nicht letztes) Buch auch ein wichtiger Ratgeber für die Entscheidungsträger in der Industrie. Denn es geht weit mehr als nur um gelungene oder weniger gelungene Typografie: es geht um die Ermöglichung und Bewahrung von Lebensqualität als solches – es geht um «Lebensdesign»; und mit welcher inneren und äußeren Lebenshaltung man zu ihrem/seinem Gelingen beitragen kann – und mit welcher nicht.

Ein abschreckendes Beispiel für mißlungene Lösungsansätze ist der Alterungssimmulationsanzug. In dieses aufwendig geschneiderte Ungetüm werden junge Designmenschen gezwängt, damit sie erfahren können, was es heißt, alt zu sein, um sich dann in der Konsequenz – so die Theorie – in die Lage versetzt zu sehen, extra Geräte oder Lebensbereiche für alte Menschen und deren Bedürfnisse zu gestalten. Das ist, gelinde gesagt, vollstoff bescheuert. Der einzig adäquate Weg ist es, Gestalter mit der Erarbeitung von solchen Lösungen zu beauftragen, die bereits selbst der hier gegenständlichen Altersklasse angehören. Aber das passiert allein schon deshalb nicht, weil alles «hübsch jung und dynamisch» zu sein hat – sogar das Alter.

Olaf Leu im Züricher HarbourClub
Foto von Horst Moser

Wer also für sich, und/oder sein Unternehmen die Entstehung von Fehleinschätzungen und deren Produktionen verhindern oder nur ganz einfach zur Abwechslung mal wieder etwas Kultiviertes lesen möchte, der wird um die vollständige Lektüre von Olaf Leus «R/80» nicht herumkommen.

Das Buch wurde kongenial von Clemens Hilger gestaltet.

Die Feindaten:
Form: Paperback
Format: 14×19 cm,
Inhalt: 178 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
Preis: € 19,90

R/80 erscheint zur aktuellen Frankfurter Buchmesse bei Spielbein Publishers.
Bestellung online www.spielbeinpublishers.com
per E-Mail an hello@spielbeinpublishers.com
oder im Buchhandel ISBN 978-3-946718-00-0

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Olympiade 2016 in Brasilien: «Bertolt Brecht über Sport»

20 Aug

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«Ich muß zugeben, daß ich die These, Körperkultur sei die Voraussetzung geistigen Schaffens, nicht für sehr glücklich halte. Es gibt wirklich, allen Turnlehrern zum Trotz, eine beachtliche Anzahl von Geistesprodukten, die von kränklichen oder zumindest körperlich stark verwahrlosten Leuten hervorgebracht wurden, von betrüblich anzusehenden menschlichen Wracks, die gerade aus dem Kampf mit einem widerstrebenden Körper einen ganzen Haufen Gesundheit in Form von Musik, Philosophie oder Literatur gewonnen haben. Freilich wäre der größte Teil der kulturellen Produktion der letzten Jahrzehnte durch einfaches Turnen und zweckmäßige Bewegung im Freien mit großer Leichtigkeit zu verhindern gewesen, zugegeben. Ich halte sehr viel von Sport, aber wenn ein Mann, lediglich um seiner zumeist durch geistige Faulheit untergrabenen Gesundheit auf die Beine zu helfen, Sport treibt, so hat dies ebensowenig mit eigentlichem Sport zu tun, als es mit Kunst zu tun hat, wenn ein junger Mensch, um mit einem Privatschmerz fertig zu werden, ein Gedicht über treulose Mädchen verfaßt. … Sport aus Hygiene ist etwas Abscheuliches.»

via: Bertolt Brecht

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Museum Angewandte Kunst Frankfurt: «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt»

31 May

Cover: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt im Museum Angewandte Kunst Frankfurt; fotografiert von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier.
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Wenn es um Gestaltung und Typografie geht, so ist unser Redaktionsfotograf kaum zu bremsen. Haben ihn Zeitgenossen, die nachts nicht schlafen können, nur weil sie noch nicht soo ganz genau wissen, an welcher Stelle sie auf ihrem Plakatentwurf das kleine «e» plazieren sollen, schon immer ganz besonders fasziniert. Und als eingefleischter und darob überaus verantwortungsbewußter Hypochonder ist ihm dies zudem «genau das Krankheitsbild, mit dem ich persönlich längerfristig zu tun haben will», so unser Mann fürs grobe Korn.

Seine komplette Bildstrecke über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu «100 Jahre Neue Typografie Frankfurt» kann hier eingesehen werden.

Publikum: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Frankfurt am Main ein einzigartiges Modernisierungs- und Gestaltungsprojekt, das als «Das Neue Frankfurt» vor allem in die Architekturgeschichte eingegangen ist. Es handelte sich dabei jedoch um ein sehr viel umfangreicheres Vorhaben, das politische, gesellschaftliche und gesamtkulturelle Dimensionen besaß und keinen geringeren Anspruch hatte, als eine neue Stadt und eine neue Gesellschaft zu erschaffen.

«Alles Neu!»: 100 Jahre Neue Typografie Frankfurt
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

In der Ausstellung «Alles neu!» wird erstmalig eine systematische Aufarbeitung dieser Epoche für den Bereich Typografie und Grafikdesign vorgenommen.

Am Rednerpult: Prof. Dr. Klaus Klemp.

Die Schau stellt die 1920er Jahre ins Zentrum, spannt den zeitlichen Bogen weiter über die Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre und wird durch Spotlights auf die lebendige Designszene heute ergänzt.

 

1920er Jahre: Neue Typografie in der Sammlung Philipp Albinus

Blick in die Ausstellung: Sektion Philipp Albinus.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine rund 7.000 Stücke umfassende Sammlung von Geschäfts- und Privatdrucksachen aus dem Nachlass des Buchdruckermeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus, einem der wichtigsten Vertreter der «Neuen Typographie».

Bis in die 20er Jahre wurden in Drucksachen gebrochene Schriften verwendet, die noch auf die Zeit der Erfindung des Buchdrucks zurückgingen. Mit der «Neuen Typographie» zog die Gestaltungsmoderne innerhalb weniger Jahre in den Bereich der gedruckten Schriften ein.

Wichtige Akteure waren zudem die ansässigen Schriftgießereien, die das Rhein-Main-Gebiet zum wichtigsten Standort für die Reform der Typografie machten. Die Gießereien vertrieben die neuen Schrifttypen und beförderten die Durchsetzung der «Neuen Typographie» damit entscheidend. Hierzu zählt auch die erste populäre Reformschrift Futura; sie wurde zu einer der erfolgreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts.

 

Nachkriegszeit

Nach 1945 war Frankfurt nicht zuletzt durch die Ansiedlung US-amerikanischer Werbeagenturen, durch Verlage wie Suhrkamp und S. Fischer und den Einfluss der Kasseler Plakatschule ein Hotspot des typografischen und werbegrafischen Geschehens der Zeit, wofür die Ausstellung «Alles neu!» zahlreiche Beispiele zeigt.

In den 1980er Jahren entstand entlang der ehemaligen Industriezone Hanauer Landstraße eine Art Kreativmeile mit neuen kleinen Agenturen und Künstlerateliers. An der HfG Offenbach brachte der Fachbereich Visuelle Kommunikation zahlreiche junge Gestalter hervor. Durch die Möglichkeiten des digitalen Gestaltens und der Computertypografie begann eine neue Phase der Frankfurter Designgeschichte, die nicht mehr auf Einfachheit und Reduktion beruhte, sondern in der nun auch konstruktive Verstörungen und Irritationen in den Vordergrund traten:

Temporäre visuelle Irritationen.

 

Heute

Die intensive Spurensuche in der Vergangenheit wird in «Alles neu!» ergänzt durch aktuelle gestalterische Positionen, die auf die neu entstandenen urbanen Erlebniswelten in der Rhein-Main-Region und Frankfurt seit den 1990er Jahren reagieren und dabei neue Strategien und Alternativen im Umgang mit Typografie und Grafik als Kommunikationsdesign entwickeln. Dass sich dabei Schnittstellen bilden, an denen unterschiedliche Designkonzepte aufeinanderprallen und es knirscht und kracht, ist durchaus beabsichtigt:

Konstruktiver Widerspruch: «Less Is A Bore».

Es applaudieren u.a.: Prof. Dr. Felix Semmelroth und Matthias Wagner K.

Gut lesbare Platzzeichen.

Selbstgebautes Kult(ur)objekt als Grundlage
für ein Plakat von Gunther Rambow.

Stefan Weil kommuniziert technoesk.

Was viele nicht wissen: Für die ersten drei Ausgaben des legendären Magazins «frontpage» zeichnet Stefan Weil verantwortlich. Das erklärt das kongeniale Lichtgleichnis an dieser Stelle.

Pixelgarten-Fingerzeig: Maybe Yes|No.

Ausstellungsrundgang mit Prof. Dr. Klaus Klemp,
Prof. Dr. Felix Semmelroth und Dr. Petra Kiedaisch.

Das legendäre Magazin «Instant» von Franz Aumüller und James Nitsch.

Arbeitsproben von Wolfgang Schmidt.

Ausführlich gewürdigt wird ebenfalls das komplexe und gleichzeitig stets nach Vereinfachung strebende Werk des ausgewiesenen Existentialisten Wolfgang Schmidt. Dazu gehören u.a. seine Theaterplakate, seine Buchgestaltungen für Wendelin Niedlich (Meerschweinchenreport berichtete hier zum Thema «Zwei Lebensläufe mit Niedlichs Buchladen als Schnittstelle»), seine «Zeichensysteme»; oder auch die grafische Gestaltung des Magazins «KUNST» von 1964 – 1968 sowie die Entwicklung von Kommunikationskonzept nebst Logo für die Mainzer «Galerie Baier» (beides in der Vitrine im Vordergrund).

Eines der beiden Titelbilder ist ebenfalls in dem SCHIRNMAG-Artikel «Intermezzo an der Isar – Pop in deutschen Städten, Teil 4: in München bleibt die Pop Art trotz ihrer Vielstimmigkeit ein Intermezzo» abgebildet:

Mehr ist über die Arbeit Wolfgang Schmidts für das Magazin «KUNST» sowie die «Galerie Baier» in einem Digital-Booklet auf der issuu-Plattform zu erfahren.

Die für diese grandiose Ausstellung verantwortlichen Kuratoren sind: Prof. Dr. Klaus Klemp und Prof. em. Friedrich Friedl, Peter Zizka und Matthias Wagner K (zeitgenössische Positionen).

The link to the «Museum Angewandte Kunst Frakfurt» comes here.

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Stefan Sagmeister: «The Happy Show» im «Museum Angewandte Kunst Frankfurt»

23 May

Cover der digitalen Bilderfibel zur Ausstellung
von Stefan Sagmeister «The Happy Show»
im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.

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Der in den USA lebende Superstar des Grafikdesigns Stefan Sagmeister zeigt in «The Happy Show» die Resultate seiner zehn Jahre andauernden Untersuchung des Glücks. Nach Stationen in Nordamerika, Paris und Wien ist seine Erfolgsshow nun zum ersten und einzigen Mal in Deutschland zu sehen: vom 23. April bis 25. September 2016 im «Museum Angewandte Kunst» in Frankfurt am Main. Und wer hat die ganze Nummer kuratiert? Klar, Peter Zizka natürlich. Wer denn sonst?

Die komplette Bildstrecke unseres Redaktionsfotografen Andreas Baier über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu «The Happy Show» kann hier eingesehen werden.

Stefan Sagmeister signiert ein Portrait von sich, das ihn zappaesk
auf einer Toilette sitzend zeigt – und zudem im
Süddeutschezeitung Magazin publiziert wurde.

Stefan Sagmeister, von menschlichen und
visuellen Glücklichmachern umgeben.

Was macht uns glücklich? Kann man das Glücklichsein trainieren? Stefan Sagmeister, der sein New Yorker Studio alle sieben Jahre für eine Auszeit schließt, hat sich auf eine persönliche Suche nach dem Glück gemacht und sich dabei verschiedenen Selbstversuchen unterworfen, um die effektivste Methode zur Steigerung des individuellen Glücksempfindens herauszufinden: Er hat Meditation, Konzentrations- und Entspannungstechniken ausprobiert, sich einer kognitiven Verhaltenstherapie unterzogen und stimmungsaufhellende Pharmazeutika konsumiert. Die Ergebnisse dieser Experimente ergänzt er um sozialwissenschaftliche Daten der Psychologen Daniel Gilbert, Steven Pinker und Jonathan Haidt, des Anthropologen Donald Symons sowie bedeutender Historiker – und setzt sie so in einen größeren Kontext.

Stefan Sagmeister, von menschlichen und
visuellen Glücklichmachern umgeben (II).

Stefan Sagmeister verarbeitet seine Forschungen rund
ums Glück zu hochgradig emotionalen Infografiken.

Stefan Sagmeister verarbeitet seine Forschungen rund ums Glück zu hochgradig emotionalen Infografiken, faszinierenden Schlagzeilen, Drucken, amüsant-lehrreichen Videos, Filmen, Installationen sowie Skulpturen und lässt die Besucherinnen und Besucher von «The Happy Show» so in seine Gedankenwelt eintauchen. Vor plakativem Schwarz-Gelb fluten seine Arbeiten auf über 1.000 Quadratmetern eine ganze Etage des Museum Angewandte Kunst, breiten sich zusätzlich in den Fahrstühlen, Aufgängen und Funktionsräumen des Hauses aus:

Das raumübergreifende und -bestimmende «Sagmeister-Gelb».

Probably the only graphic designer with a proper groupie factor.

Die Ausstellung «The Happy Show» wurde vom «Institute of Contemporary Art der University of Pennsylvania» organisiert und von der ehemaligen ICA-Direktorin Claudia Gould, derzeit Helen Goldsmith Menschel Director, «The Jewish Museum», New York, kuratiert. Die überaus gefeierte Ausstellung wird nach Stationen in Nordamerika, Paris und aktuell im «MAK Wien» ab April 2016 im Frankfurter «Museum Angewandte Kunst» – wie bereits erwähnt – von Peter Zizka kuratiert.

Stefan Sagmeister, portrayed by Andreas Baier.

 

Website Sagmeister & Walsh | The Happy Show.
Website Museum Angewandte Kunst Frankfurt.
via Nerdcore

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Alte Kongresshalle München: «QVED 2016 – Quo Vadis Editorial Design?»

19 May

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Liebe Leserinnen und Leser,

letztes Jahr schrieben wir über die QVED: «daß es genügend erstklassige Magazinmacher überall auf der Welt gibt, die es verstehen, hochwertige Zeitschriftenkonzepte zu realisieren, die am Markt Bestand haben, davon konnten sich die Teilnehmer des dritten «Quo Vadis Editorial Design – QVED» – Kongresses ausgiebig überzeugen. Die durchweg sehr hohe Qualität machte uns schlicht sprachlos, weshalb wir uns im Rahmen unserer Berichterstattung auf das Publizieren einer überüppigen Bildstrecke beschränken. Hier können Sie in unserem digitalen Magazin ‹QVED 2015› auf issuu.com entspannt blättern.»

Und weil unsere Aussage uneingeschränkt ebenfalls für die QVED 2016 gilt, gibt es hier einen weiteren Maxibildstreckenbericht über dieses großartige Dreitageereignis zu sehen. Normalerweise besteht bei Veranstaltungen dieser Größenordnung die Gefahr, daß man ob geballter Infomationslage hinterher nicht mehr so genau weiß, wie man selbst eigentlich heißt. Interessanterweise ist das bei der QVED nicht der Fall. Viele Vorträge bleiben auch nach Monaten noch vor dem inneren Auge präsent:

Das innere Auge des Betrachters in der äußeren Darstellung

Das äußere Auge des äußeren Betrachters unter temporärer Abdeckung.

Das innere Auge des äußeren Betrachters mit Dinosaurier:
Die «Alte Messehalle» in München.

 

QVED2016 || Mit stolzfreier Neugierde

Der Charles Wilp unter den Hunden in Raumanzügen

Als Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 20. Juli 1969 sowohl ihrer als auch der Neugierde der restlichen Welt Rechnung trugen und ihre Füße in den Staub unseres 40.000 Kilometer entfernten Erdtrabanten setzten, da taten sie dies vermutlich ebenso stolzerfüllt wie – mit Blick auf die Formsprache ihrer Raumanzüge – restlos stolz- und schambefreit.

Ergo: Dient die Neugierdebefriedigung der Erfüllung höherer Forschungsziele, so ist sie stets ehrenhaft zu nennen. Anders verhält es sich jedoch, wenn man mit seinem Wissensdurst – beruflich chronisch in Nichtastronautenkreisen unterwegs –, automatisch Gefahr läuft, von weniger neugierigen Neidern mit Sprüchen à la «Was, das weißt Du nicht? – Das weiß man aber doch!» subtil diskreditiert und so von den Fleischtöpfen dieser Welt konsequent hinweggemobbt zu werden:

Horst Moser referiert über gekonnte
Lebensmittelfotografie in gekonnt
gestalteten Lebensmittelmagazinen

So ist es sehr gut, daß es in versierten und angesehenen Editorialkreisen, beispielsweise vertreten durch (@christianhanke & @ martin_k), ebenso konstruktiv zugeht wie einst auf dem Mond, denn: Erfolg ist immer eine Frage der «Stolzfreien Neugierde!!!!1! !1!!!»:

Christian Hanke und Josef,
quatsch, Martin K. propagieren
eine «stolzfreie Neugierde!!!!1! !1!!!»

Gail Bichler referiert über das «New York Times Magazine»

Kein Wunder, daß wir den Vortrag über «Die Bibel als Magazin» von
Andreas Volleritsch genauso faszinierend finden wie den der Art Direktorin des «New York Times Magazine» Gail Bichler. Und natürlich alle 70 weiteren Reden der vielen nationalen und internationalen Sprecher, die neben vielen anderen Dingen eines verdeutlichen: «Ein eigenes Magazin ist im Grunde gemau das: Ein Skizzenbuch, eine Sammlung dessen, was man gerade mag und wer man gerade ist»:

Michael Hopp präsentiert die Tempo-Wiener-Geschichte

Anke Eberhardt referiert über die Zusammenarbeit
von «CUT» und «Monotype»

Designlegende Mark Porter spricht über den Gestaltungstransfer
von analoger hin zur digitalen Kommunikation.

Prof. Patrick Rössler führt durch die Welt der Magazingestaltung

Prof. Lars Harmsen gibt «100 für 10»

QVIG 2016 – Magazingestaltungsbeispiel des
italienischen Stargestalters Francesco Franchi

Curator Jaap Biemans on stage presenting unique magazine makers.

QVIG 2016 – Curator Prof. Dr. Michael Stoll
and «his» speakers about Info-Graphic

Michael Ray, San Francisco – USA,
Editor of Francis Ford Coppola’s story and art quarterly,
«Zoetrope: All-Story».

Steven Watson talks to Marcroy Smith.

Foyer «Alte Kongresshalle» in München

Unser Redaktionsfotograf Andreas Baier stellt sein
Portraitprojekt «Unternehmensfotografie bedeutet,
daß Entscheidungsträger gut aussehen» vor.
Bühnenfoto von Horst Moser.

Großartiger Vortrag von Debbie Millman
über ihren beruflichen Lebensweg.

Markus Rasp präsentiert das Magazinprojekt «Charles»

Lebende Lebemannlegende Charles Schumann vor
dem projizierten Cover des Magazins «Charles»

Boris Kochan im Gespräch mit Charles Schumann

Markus Rasp und Ivonne Fehn präsentieren
ein weiteres Magazin, das als Hochschulprojekt entstand.

Oliver Linke und Charles Schumann verfolgen
die Präsentation der verschiedenen Magazin-Projekte

Schmackhaftes Sponsorenbier

Not «Pro(u)st» but «Chomsky»:
Ihre Meerschweinchenreportredaktion

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Thomas Hoepker: «Ali and Beyond»

11 Nov

Alle Fotos von Andreas Baier
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Um 11:00 Uhr lag unser Redaktionsfotograf am 5. November 2015 noch entspannt in den Federn, blätterte sich mittels MacBook auf «L’oeil de la Photographie» gemütlich durch die Tagesmeldungen, als er diese Mitteilung entdeckte. Elektrisiert ermittelte er sofort die nächste Zugverbindung nach Zürich: Abfahrt 11:41 Uhr. Aufspringen, Duschen, Kofferpacken, Taxibestellen usw. verschmolzen zu einem einzigen kompakten Handlungspaket.

Das erste Mal traf unser Redaktionsfotograf 1987 in der Rubensstadt Siegen auf Thomas Höpker. Dabei entstand diese Bildstrecke. Herrn Höpker gefielen die Aufnahmen – und da er damals Art Director des Magazins «stern» war, bekam unser Mann für’s grobe Korn ziemlich bald seine ersten Stern-Aufträge.

Solche Erlebnisse bleiben natürlich gerne haften, weshalb sich am Donnerstag letzter Woche die Frage «Zürich, ja oder nein» gar nicht erst stellte. Außerdem benötigt unser Redaktionsfotograf für sein Langzeitportraitprojekt auch noch aktuelle Photographien von Thomas Höpker.

Wir zitieren aus der Bildhalle-Website: «Thomas Hoepker (geb. 1936) ist eine der letzten lebenden Legenden aus der grossen Zeit der Fotoreportage. Er war das erste deutsche Mitglied der Fotografenagentur ‹Magnum› und mehrere Jahre als deren Präsident tätig. Als Chronist des Weltgeschehens war er für den ‹Stern›, ‹Geo› und viele andere wichtige Magazine unterwegs. Am 5. November eröffnet die ‹Bildhalle› seine erste umfassende Einzelausstellung in der Schweiz. Die Ausstellungseröffnung und die Buchvernissage von Hoepkers Buch BIG CHAMP (Peperoni Books, 2015) finden am Donnerstag den 5. November ab 18h in der ‹Bildhalle› statt. Nadine Olonetzky wird zur Ausstellungseröffnung sprechen. Thomas Hoepker reist aus New York an und wird seine Bücher signieren.»

Ein großartiges Buch, mit großartigen, teils noch unbekannten Portraits des großartigen Boxchampions Muhammad Ali. Eines seiner Zitate aus dem Buch: «They said, ‹We don’t serve Negroes› I said, ‹I don’t eat them either.› They shouted, ‹Boy, get out.› I looked at the gold medal and thought, ‹This thing ain’t worth nothing, it can’t even get me a hamburger!›» Reduzierter kann man keinen Einblick in das Leben Farbiger in den amerikanischen Südstaaten erhalten.

Die Galeristin Mirjam Cavegn leitet die Eröffnung der Ausstellung ein.

Zur Eröffnung spricht Nadine Olonetzky über das Werk Thomas Höpkers.

Der Schweizer Autor, Fotograf, Konzeptkünstler und Artdirector HP Riegel im Gespräch mit Thomas Höpker. Herr Riegel ist u.a. Verfasser einer bemerkenswerten Beuys-Biographie (Aufbau Verlag), die in Meerschweinchenreport bereits Gegenstand unserer Betrachtung war, als wir über die Ausstellung «Beuys Brock Vostell» im Karlsruher «ZKM» berichteten.

Na bitte, lange haben wir an diesem Abend auf sie warten müssen: die legendäre «Höpker Faust». Der Universalschlüssel für hervorragende Photographie.

Der Besuch der Ausstellung «Ali and Beyond» lohnt sich auf jeden Fall. Man kommt auch in den Genuß so einfacher wie unfaßlich genialer Portraits, beispielsweise von Andy Warhol. Leser unseres Blogs wissen, wie sehr wir von Warhols Wirken fasziniert sind – und so paßt einmal mehr alles prima zusammen. Und wer den Erwerb der einen oder anderen Originalphotographie des Magnum-Photographen in Erwägung ziehen sollte – nur zu: Fehler sehen anders aus.

***Materialien zum erweiterten Diskurs***

Schon sehr früh kam unser Redaktionsfotograf im Hause seiner Eltern in Kontakt mit der Arbeit Thomas Höpkers: 1967 auf dem Titelbild des Kunstmagazins «KUNST», das seine Erzeuger herausgaben, durch ein Portrait des Künstlers Horst Janssen.

Das Magazin «Fine Art Printer» veröffentlichte kürzlich in seiner Ausgabe 3/2015 eine Portraitstrecke unseres Redaktionsfotografen. Darunter auch ein Bild von Thomas Höpker.

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Frank Behrendt!

18 Oct

Sie sind Ihres Zeichens eigentlich Köln-Chef der PR-Agentur FischerAppelt, haben in dieser Eigenschaft pünktlich zur aktuellen Buchmesse ein, genau, Buch veröffentlicht, nein quatsch, natürlich noch nicht; wissen aber als zukünftiger Buchautor standesgemäß sowas von genau, wie sich ein «knackiger» PR-Text zu lesen hat, nämlich nur dann gut, wenn möglichst soo viele Alliterationen eingestreut werden, daß selbst eingefleischte Richardwagnerianer nicht anders können, als ihren Hut zu ziehen, und zwar vor Ihnen, dem «Emir der Entspannung», dem «Lord des Loslassens», dem «Guru der Gelassenheit», dem «Meister des Müßiggangs» und, klar, dem «Frankie goes to Bookywood» (wobei es konsequenterweise «Frankie goes to Fookywood» hätte heißen müssen – aber Schwamm drüber).

Es ist schon klar, wohin Ihre schriftstellerische Reise führt: ins Reich der Entschleunigung; was sich auch daran erkennen lassen soll, daß Sie von den geplanten 151 Seiten auch erst eine einzige geschrieben haben – und dafür als versierter Graf des gemütlichen Grillens schon mal ganz entspannt «eine deutlich fünfstellige Summe als ‹signing fee›» haben möchten. Respekt!

Allerdings, Frank «Papst der Pause» Behrendt, vermissen wir im Bereich Ihrer Kernkompetenzselbstbeschreibung noch Formulierungen wie beispielsweise «Sultan des Standstreifens», «Kalif des Kriechens», «Botschafter des Beischlafverzichts»; oder auch etwas gewählter: «Hofzeremonienmeister des Halblangmachens».

Und dennoch, Frank Behrendt, hätte alles soo schön werden können, wenn Ihnen bei der Namensangabe Ihrer amtlichen Agentin nicht ein nachgerade unverzeichlicher Fehler unterlaufen wäre, nämlich: «Dr. Hanna Leitgeb». Mensch, Herr Behrendt, Sie Diener des dankbaren Daunenkissens, unter eiliger Einbeziehung aller vorstehend grinsend genannter, freundlicher Faktoren kann die in der kantigen Kantstrasse rühmlich residierende Dame doch nur «Hanna Haltgeb» heißen. N’est-ce pas?

Nuchts fur Ungut und Ihnen noch ein fröhliches «nihil agere delectat».

Mit freundlichen Füßen
Ihre flinken Fürsten des feinen Flachliegens

via: turi2 – für medienmacher

Mal was ganz anderes: Das Foto von Ihnen im «Clap»-Magazin ist sehr gut! Hat sich der ganze Aufwand also doch noch gelohnt, was?

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Fine Art Printer: «Andreas Baier – Der Mann, der sich selbst nicht so ernst nimmt».

17 Jul

Portfolio Andreas Baier in «Fine Art Printer» (3/2015)
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Ab dem 24. Juni 2015 zeigt «Fine Art Printer» (s. o.) in seiner aktuellen Ausgabe für die Monate Juli, August und September ein sechsseitiges Portfolio mit einigen Aufnahmen aus dem Langzeitportraitprojekt unseres Redaktionsfotografen.

Die Wiedergabequalität ist excellent: Im 4C-Modus wird der Eindruck eines lupenreinen Triplex-Drucks erweckt.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Genesis-Talk: «Sebastião Salgado and Benedikt Taschen»

13 May

Two men, one mission: One of the most stunning photographers Sebastião Salgado talks with with one of – if not the – most exciting publisher Benedikt Taschen about the photographic project that changed their lifes: Genesis.

Well, there was another photographer who once created an œvre entitles «Genesis»: Ernst Haas.

So, we’ve been now enriched by two geniuses’ work dealing with the fundamental sprit of mankind. Nothing less. May we suggest that you might like to go for it?

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Tom Wolfe: «Das gemalte Wort»

25 Feb

Originalausgabe von 1975
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Schult Ullstein

Kleine Leseprobe: «Typisch etwa die folgende Jackson-Polock-Geste: Eines Abends kreuzt er betrunken bei Peggy Guggenheim während einer hochfeudalen Party auf. Also zieht er sich im Nebenzimmer aus, marschiert splitternackt ins Wohnzimmer und pinkelt in den Kamin. Andererseits hat er es weder an diesem Abend noch zu irgendeinem späteren Zeitpunkt aufgegeben, Peggy Guggenheims Haus zu besuchen, wo es all diese schicken Leute gab. Er mußte unbedingt ohner Krawatte zum Storck Club oder zum 21 gehen, um zu beweisen, daß er dank ‹meiner Reputation› doch hineinkam – und wenn es gelungen war, dann mußte er natürlich betrunken und grob genug werden, um einen Rausschmiß zu erzielen. Die elegante Welt sollte ihn gefälligst akzeptieren, aber daß es ihm gefiel, konnte er nicht verkraften.»

Kleine Literaturkritik: «Wenn Tom Wolfe sein Schnellfeuer auf die gesamte moderne Kunstszene einstellt, ist der Boden mit Leichen bedeckt.» – New York Times, 1975. Und der weltberühmte Galerist Leo Castelli konstatiert in einer Spiegel-Rezension (DER SPIEGEL 18/1975): «Darin steckt mehr als ein Korn Wahrheit.»

Derzeit bei Amazon erhältlich: 1 gebrauchtes Exemplar für € 49,49.

Ergänzende Informationen gibt es in einem bemerkenswert langen Pluspedia-Artikel, der möglicherweise mehr Buchstaben beinhaltet als Tom Wolfes Hauptwerk selbst. Bitte auch nicht die ungemein gehaltvolle «Löschdiskussion» vergessen. Sie sei als eine Art Meta-Kunstmarkt zu erachten.

Andreas Baier’s brand new «Curriculum Vitae» presenting his outstanding flashlight paintings out now!

10 Feb

Cover «Curriculum Vitae» with an essay by Klaus Honnef
about Andreas Baier’s amazing flashlight paintings

To our most favourite delight, our staff-photographer’s amazing flashlight paintings are pretty much known on the international art market. In the 1990s he caused one stirr after the other; his cibachrome-based vintage prints had been published and exhibited thoughout the world, even as far as «people»-magazine in China and went additionally under the hammer at Sotheby’s – only two years after they were introduced to the market for the very first time.

Art collectors who made the decision adding them to their collections must have felt a bit hard about the idea of reselling them because for the first decade of the new millennium there was a larger break in the public awareness history of Andreas’ flashlight paintings; a gap mostly welcomed by the artist to use this marvellous opportunity to celebrating extended teatime proceedings:

flashlight painting (Blitzlichtgemälde) «Teatime»;
Cibachrome Vintageprint by Andreas Baier

Or realising other projects. Now, however, they are back on stage; are to be seen on art fairs such as the Art|Basel in Switzerland. Honouring this development and since the artist does not exhibit his work anymore, a gorgeously looking and nicely designed booklet has been freshly squeezed and pressed and published and brought to life, which is meant to provide art collectors with a proper insight into Andreas Baier‘s work and informs about the world he mentally still lives in. This catalogue also contains an essay by Prof. Klaus Honnef about Andreas Baier’s flashlight painting technique.

flashlight painting (Blitzlichtgemälde) «Cube Base» –
created on the Outer Hebrides; Cibachrome Vintageprint by Andreas Baier

In total: 72 nicely designed pages, covered in a luxurious hardcover outfit which makes not only the content worth owning it but also its price explicable: € 45,-.

ISBN 978-3-7347-5365-7

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Carolin Würfel c/o FAZ am Sonntag!

1 Dec

Thomas Höpker: «Heartland»
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In der aktuellen Ausgabe der FAZ am Sonntag (30. November 2014) wird deutlich, daß Sie unter der Überschrift «Viele Bilder und ein Zerrbild» der Versuchung, diese als Sondermülldeponie für Ihre ganz persönlichen Geistesprodukte zu mißbrauchen, nicht haben widerstehen können. Das ist bedauerlich, weil Sie mit dieser Vorgehensweise beileibe keinen Einzelfall darstellen und somit diese Unart hartnäckig dazu beitragen wird, dem sogenannten «Qualitätsjournalismus» weiterführend und in aller Nachhaltigkeit den Rest zu geben.

Zunächst wird transparent, daß Sie nicht einmal die einfachsten Grundregeln der ohnehin nicht soo sonderlich komplizierten Mengenlehre beherrschen. Merke: Nur weil auch Nazis, die nach dem Krieg unbeschadet den Entnazifizierungsprozeß durchlaufen haben und sich morgens zum Frühstück – das ist nur ein Beispiel – ein Glas Orangensaft genehmigen, heißt das noch lange nicht, daß jeder und jede, der oder die sich morgens irgendwo auf der Welt ebenfalls ein Glas Orangensaft zum Frühstück einschenkt, automatisch als Nazi oder Neo-Nazi einzustufen ist. Auch besteht für diese weltweit angesiedelten Orangensaftkonsumenten – wir sind immer noch im Beispielverfahren – in keiner Weise die Pflicht, bei jedem Schluck Orangensaft die ebenfalls mit am Tisch sitzenden Personen darauf aufmerksam zu machen, daß es nicht restlos auszuschließen sei, daß sich unter ihnen Nazis oder Neo-Nazis befinden könnten, die – Oh Gott, oh Graus – ebenfalls zum Frühstück Orangensaft trinken – und deshalb der Konsum von Orangensaft grundsätzlich zu hinterfragen sei.

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Jedem funktionstüchtigen Geist dürfte klar sein, daß das alles Schwachsinn ist, doch Sie begründen die Notwendigkeit eines solchen argumentativen Verhaltens wortwörtlich mit: «Allein aus (Selbst)schutz vor möglichen Angriffen». Quoi?

Sind wir mit unserem Beispiel durch? Leider nein, denn schließlich wird auch nicht, wir müssen das leider in aller epischer Breite durchkauen, aus jemandem, der mal in der Nachkriegszeit mit einem entnazifizierten Nazi zusammen an ein und demselben Tisch saß und beide gemeinsam Orangensaft tranken ebenfalls ein Nazi, noch wäre es legitim, ihn allein durch diesen Umstand auch nur zwischen den Zeilen in diese Nähe zu rücken. Doch genau das, Carolin Würfel, genau das tun Sie. Die Frage ist nur: «Warum?»

Ihr Vorwurf in realiter lautet: «Horst Mahnke war Nazi, Chefredakteur bei Springer und Spitzel des BND. Weniger bekannt ist, daß er auch Fotografen wie Thomas Hoepker intrumentalisierte». Aha. Und das soll jetzt die Schuld Thomas Höpkers sein, weil davon nichts in seinem hervorragenden Bildband «Heartland» steht? Die darin abgebildeten Aufnahmen entstanden 1963 als Auftragsarbeit für die Illustrierte «Kristall», dessen damaliger Chefredakteur Horst Mahnke war. Er bat den damals 27-jährigen Höpker zusammen mit seiner Frau Eva Windmöller, quer durch die Vereinigten Staaten zu reisen und darüber zu berichten. In Ihrer grenzenlosen und darob überaus eitelen Selbstgefälligkeit schreiben Sie: «Man mag ihm, dem alten Herrn Hoepker, der ‹sein› Amerika ja immer so bedingungslos geliebt hat, vielleicht sogar glauben, dass er damals nichts von Mahnkes Vergangenheit wusste, oder wie so viele, nichts wissen wollte, weil es ja vorwärts gehen sollte. Aber man ist doch schwer verwundert über die Naivität, mit der Hoepker 2013 einen Bildband publiziert mit Fotos, die unter Horst Mahnke entstanden sind und es nicht in Erwägung zieht, auch nur in einer Fußnote auf die Rahmenbedingungen zu verweisen.» And here it comes: «Allein aus Schutz vor möglichen Angriffen».

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Man mag Ihnen, der grünschnäbeligen und viel zu unerfahrenen Frau Würfel, die ihr eigenes beschränktes Auffassungsvermögen ja immer so bedingungslos liebt, vielleicht sogar glauben, daß Sie damals nichts von der Möglichkeit, sich an von der öffentlichen Hand bezahlten Bildungs- und Fortbildungsinstituten (Kindergarten, Schule, Hochschule, Universität, VHS-Benimmkurse) das nötige Rüstzeug für das spätere Leben zuzulegen, wußten, oder wie so viele, nichts wissen wollten, weil es ja vorwärts gehen sollte mit der Etablierung des eigenen geistigen Notstandes als ultimatives Maß aller Dinge. Aber frau ist doch schwer verwundert über die mangelnde Erziehung, mit der Sie einem verdienten und honorigen Thomas Höpker begegnen und es nicht mal ansatzweise in Erwägung ziehen, auch nur in einer Fußnote auf die Rahmenbedingungen für eine unterbezahlte Möchtegernjournalistin zu verweisen. Allein schon aus Schutz vor möglichen Angriffen.

Thomas Höpker, der das mit Ihnen geführte Telefonat möglicherweise als unheimliche Begegnung der dritten Art empfunden haben mag, schrieb Ihnen deshalb kurz nach Beendigung noch eine Mail, aus der Sie wie folgt zitieren: «Man kann natürlich darüber diskutieren, ob Hans-Michael Koetzle in seinem Vorwort zum ‹Heartland›-Buch die braune Vergangenheit Mahnkes hätte erwähnen sollen. Ich selbst halte das nicht für relevant in diesem Zusammenhang und mein Klassenlehrer hätte das sicher in roter Tinte als ‹Thema verfehlt› moniert.» Um es vorwegzunehmen: Wir halten das, siehe eingangs dargelegtes Orangensaft-Gleichnis, auch nicht für relevant. Insbesondere nicht, wenn die unberechtigte Kritik von einer Person kommt, deren Vita nicht erkennen läßt, daß sie jemals irgend etwas Hervorhebenswertes geleistet hätte; oder in anderen Worten: deren persönliche Lebensleistung verglichen mit der eines Thomas Höpkers schlicht gegen null strebt – womit Sie allein schon aus diesem Grunde nicht qualifiziert sind, ihn in zu kritisieren.

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Abschließend ein paar Hinweise:

a): Thomas Höpkers Nachname weist in seiner Originalschreibweise einen entsprechenden Umlaut auf.

b): Die hier abgebildeten Aufnahmen (außer Buchcover) sind nicht von Thomas Höpker sondern von Diane Arbus, und zwar auch aus der Zeit der frühen 1960er Jahre in den Vereinigten Staaten. Somit stellen die Aufnahmen Thomas Höpkers auch mitnichten ein «Zerrbild» dar, wie Sie naßforsch behaupten, sondern spiegeln ebenso wie die von Diane Arbus das damalige Erscheinungsbild der Gesellschaft in den USA wider. Was man u.a. von Höpkers Bildern beispielsweise lernen kann, so frau es denn tatsächlich interessiert, ist der unglaubliche Blutzoll, den auch die amerikanische Bevölkerung entrichten mußte, um Nazi-Deutschland in die Knie zu zwingen. Mit Anti-Amerikanismus hat das nun wirklich nichts zu tun.

c): Die Tatsache, daß auch Sie Thomas Höpkers Bilder für Ihr seltsames Geschreibsel gnadenlos instrumentalisieren, so wie Sie meinen, daß es auch ein Horst Mahnke getan hat, macht Sie, auch zwischen den Zeilen, noch lange nicht zu einem Nazi, obwohl es Kraft Ihrer eigenen Definition eigentlich so sein müßte.

d): Legen Sie dem Herausgeber-Gremium der FAZ diesen Beitrag vor – bevor wir es tun.

Und nun: Husch, husch ins Körbchen.

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Seniles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Zwei Lebensläufe mit Niedlichs Buchladen als Schnittstelle

3 Jul

Der Gestalter Wolfgang Schmidt publizierte so einiges bei Wendelin Niedlich, u.a. das von ihm gestaltete Buch «Oh, Ihr verdammten Arschlöcher!»

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Auf der Suche nach der Antwort auf unsere Frage «Was macht bzw. wie geht es eigentlich Wendelin Niedlich?» trafen wir auch auf den Lebenslauf von Albrecht Metzger, der in den 1970er Jahren bundesweit als Moderator der Musiksendung «Rockpalast» bekannt wurde. Während unser Edelethiker Joschka Fischer es vorzog, regelmäßig Niedlichs Buchladen auszurauben, um die gestohlene Ware dann vor der Mensa der Frankfurter Johann Wolfgang von Goethe-Universität auf als «Antiquariat» deklarierten Büchertischen zu verkaufen, zog es Albrecht Metzger vor, bei Wendelin Niedlich eine anständige Lehre zu absolvieren, was auch erklärt, warum – ganz im Gegensatz zu Joschka Fischer – aus Albrecht Metzger im späteren Leben etwas geworden ist. Einfach seine vorstehend verlinkte Vita anklicken und genauso entspannt lesen wie er ihn in realiter bis heute durchgezogen hat.

Übrigens: In seinem über Stuttgart weit hinaus bekannten Laden hatte sich Niedlich mit Nachdruck gegen den damals offenbar beliebten Bücherdiebstahl gewehrt, unter anderem mit dem Schild «Wer hier klaut, hat nichts verstanden». Wohl wahr!

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Robert Mapplethorpe: «William S. Burroughs» (1960)

28 Nov

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Website Robert Mapplethorpe
Website William S. Burroughs

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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DDC-Designbibliothek: «i.R.»

17 Oct

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Foto auf dem Buchumschlag: Andreas Baier

In der neuen DDC-Taschenbuchreihe Personality ist zeitgleich zur Buchmesse der erste Band «i.R.» (im Ruhestand) erschienen. Er vereinigt alle Texte Olaf Leus, die im Zeitraum 2006 bis 2012 in Artikeln, Interviews, Vorträgen und Vorlesungen publiziert wurden.

Anzumerken seyen zwei Dinge: 1) Sich einen Olaf Leu im tatsächlichen Ruhestand vorzustellen, ist schlicht nicht möglich, womit es lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte bis «i.R.2» aufgelegt sein wird; und 2) kommt das Cover ohne jegliche Namensnennung des Buchautors aus – ein Schwarzweißportrait genügt, und jeder vom Fach weiß, worum und um wen es geht.

Über Prof. Olaf Leu berichteten wir im Meerschweinchenreport beispielsweise hier und hier.

Mag dieser lesenswerte Band für andere Design-‪Koryphäe‬n eine Anregung sein, ebenfalls eine Zusammenstellung ihrer Gedanken und Überlegungen in der DDC-Bibliothek zu veröffentlichen.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Ernest Hemingway: «Der alte Mann und der Bär»

12 Oct

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via: The Red List

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DDC Design Bibliothek – History (Band 3): «Metamorphosen – Die Neue Amerikanische Schule»

11 Oct

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Gestern steckte das gute Stück in unserem Briefkasten: Der neue DDC-Band: «Metamorphosen – Die Neue Amerikanische Schule».

Die Beiträge: «Die Neue Amerikanische Schule» (Olaf Leu); «Die Amerikanische Schule des grafischen Expressionismus» (Herb Lubalin); «Intellektuelle Inspiration suchten die Designer im Bauhaus» (László Moholy-Nagy); «Die Schweizer hatten Ordnung ins grafische Chaos gebracht» (Sascha Lötscher) sowie «Russische Revolution im amerikanischen Magazin Design» (Horst Moser).

Da wir in unserem Hause schon häufiger über das hier gegenständliche Hauptthema «Die Neue Amerikanische Schule» berichtet haben, befinden wir uns nun in der luxuriösen Position, mit vorstehend vorgenommenen Verlinkungen unseren Leserinnen und Lesern ein ebenso luxuriös ausgestattetes Informationsangebot zu dieser DDC-Vortragsdokumentation bieten zu können.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Gordon Grecko: «Sort of British History»

5 Oct

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Rechtzeitig zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurde der von Stardesigner Gordon Grecko heiß herbeigesehnte und gestaltete Ausstellungskatalog «Design by Spain» fertig und, ganz wichtig, auch in vervielfältigter Form veröffentlicht.

Wer sich angesichts des Umstandes, daß sich besagtes Nachschlagewerk ausschließlich der britischen Geschichte widmet, sagen sollte: «Hä, ich versteh’ nur Spanisch…», der hat nicht nur das Anliegen sondern auch den Macher, Gordon Grecko selbst, – anders als Franz Kafka – vollständig verstanden.

Wer sich darüber hinaus weiterführend mit dem Kommunikationsgenie beschäftigen und auseinandersetzen möchte, der kann dies mittels unseres Berichtes «Komplexe Sprachtafeln» vom Juni 2008 gerne tun.

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Marcel Reich-Ranicki (MRR): «Selten sieht man einem Roman allein schon am Schutzumschlag die unmenschlichen Strapazen an, die er bei seiner beschwerlichen Reise zum Mond (und wieder zurück) durchlitten haben mußte. Ein nicht nur zeitintensives, inhaltsschweres aber auch hochwichtiges Werk aus dem NASA-Verlag, dem ich mich nun rechtzeitig zur Buchmesse ausführlichst widmen werde!»

21 Sep

Titanic: «Plagen Sie Marcel Reich-Ranicki (letzte Folge)».
FAZ: «Fragen Sie Reich-Ranicki»
hr2 – Der Tag: «Marcel Reich-Ranicki»

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Religiöses Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Woody Allen: «The Gossage—Vardebedian Papers»

13 Jul

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Searching for a small reference giving our readers a little idea of what Woody Allen’s «The Gossage—Vardebedian Papers» are all about we could not believe our eyes having found the complete text, which was originally published in The New Yorker, January 22, 1966. Surely a serious case of Copyright infringement – as long as Woody Allen does not call himself Max Wolf.

To undo this matter a little bit we like to point out that Woody Allen’s book «Complete Prose» is still available. We are almost certain that you might like to consider buying one copy of his outstanding masterpiece of work.

A short quote: «Gossage:

Received the letter this morning containing your forty-fifth move (your knight captures my queen?), and also your lengthy explanation regarding the mid-September ellipsis in our correspondence. Let me see if I understand you correctly. Your knight, which I removed from the board weeks ago, you now claim should be resting on the king’s fourth square, owing to a letter lost in the mail twenty-three moves ago. I was not aware that any such mishap had occurred, and remember distinctly your making a twenty-second move, which I think was your rook to the queen’s sixth square, where it was subsequently butchered in a gambit of yours that misfired tragically.»

As we already said: You should seriously consider to buying one copy of his outstanding masterpiece of work.

The image above we took from the site A Greek Girl In Glasgow. Should Woody Allen ever get notice the special way the greek girl in Glasgow presents herself while reading his book he would be – we are almost certain – quite amused.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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