Archive | May, 2012

Wiesbaden: «Pfingstturnier 2012»

29 May

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Bei der diesjährigen Global Champions Tour, der führenden und höchst dotierten Springsportserie der Welt, belegte Meredith Michaels-Beerbaum im Stechen hinter dem Franzosen Olivier Guillonden (sein Preisgeld: 94.050 Euro) den zweiten Platz.

Der Geländeritt, oder auch Military genannt, ist fester Bestandteil der Vielseitigkeitsprüfung und erinnert speziell im Biebricher Schloßpark immer auch irgendwie ein bißchen an die Kurier-des-Zaren-Zeiten. Geblendet werden die Reiterinnen und Reiter in diesem Gleichnis vor allem durch die herrliche Wiesen-, Baum- und Blumenpracht.

Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller gratuliert und überreicht Luciana Diniz die Siegesschale des Preises der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die gebürtige Brasilianerin reitet für Portugal. Im Anschluß sagte sie auf der Pressekonferenz: «Heute Morgen bin ich mit Lennox am Pressezelt vorbeigeritten und habe zu ihm gesagt: Da möchte ich heute nach dem Springen, bei der Pressekonferenz der besten Drei, sitzen. Schaffen wir das?» Und da sage noch einer, es würde nichts bringen, mit Tieren zu reden…

Website Pfingstturnier.

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Nachtrag vom 30. Mai 2012:

Entspannte Lichtstimmung auf dem Abreitplatz: Gerade bereiten sich die Bestplatzierten auf den zweiten Durchgang vor.

Wird von Pferden immer wieder gerne gebucht: Das Open-Air-Badezimmer im Wellness-Bereich der Stallungen.

Das Dressurreiten war auch dieses Jahr wieder anstrengend; wie man auf diesem Bild ganz besonders unten links gut erkennen kann.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Al Pacino And Christopher Walken Are «Stand Up Guys» In Los Angeles

22 May

The information goes like this: Actors Al Pacino and Christopher Walken walk down the streets as they film their new movie, «Stand Up Guys» on April 11, 2012 in Los Angeles, California.

Please read the breathtaking interview with Al Pacino on Huffington Post why he injured his eye. Simply amazing!

Photo credit: PHOTOGRAPH BY AKM-GSI / Barcroft Media. UK Office, London.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Building The USS Enterprise

22 May

Building The USS Enterprise
(the real ship – over the next 20 years)

The Website BuildTheEnterprise says: «The ‘Gen1 Enterprise’ can arrive at Mars within 90 days of leaving earth’s orbit. This is derived from various analyses sponsored by NASA that show that with mass to engine power ratios within our reach, a 90 day travel time is possible.

The ‘Gen1 USS Enterprise’ is a huge ship. At .6 miles in length it’s bigger than any craft or building ever constructed. It’s nearly three times as long as the largest US aircraft carrier, and its length is greater than the tallest building in the world.

Why is it so big? First, it must house a gravity wheel that is large enough in diameter so that people are comfortable inside of it and the behavior of gravity to them seems reasonably earthlike. Second, the Enterprise is a combination of spaceship, space station, and spaceport. This means it must support having many people on board at once – up to a thousand at any given time. It must be able to dock and refuel multiple smaller spacecrafts at the same time. And the huge cargo-carrying capacity is critical for hauling probes, landers, and base-building equipment to Mars and elsewhere. Simply put, if we want to get serious about establishing a permanent human presence in space, with robust and sustainable capabilities to do big things up there, we need a big ship.»

Should you still think that this is a joke, please examine their webpage intensively. They’re absolutely serious about this!

via: Coudal Partners

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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1969: «Mick Jagger corresponding with Andy Warhol»

22 May

What does a communication based on respect and understanding look like? Well, it’s the sort we’ve got right above, haven’t we?

via: Awesome People Hanging Out Together

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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DDC-Tribüne: «Olaf Leu bei häfelinger + wagner design»

21 May

Einer der früheren Kunden von Prof. Olaf Leu waren die Druckfarbenhersteller Gebrüder Schmidt. Ein Produktsegment bestand in den 1960er Jahren aus leuchtenden Sonderfarben, die umgangssprachlich auch als Neonfarben bezeichnet wurden. Die von Olaf Leu entwickelte B2B-Kampagne trug die Überschrift: «Stop The Pop».

Dieser Sachverhalt animierte unseren Redaktionsfotografen Andreas Baier zu oben stehendem Portrait. Es entstand vis à vis seiner Wohnadresse.

Um Punkt 08:30 Uhr steht Clemens Hilger (Hilger & Boie) mit seinem Auto vor der Tür, um Prof. Olaf Leu sowie unseren Redaktionsfotografen als auch meine Kleinigkeit mit nach München zu nehmen. Es steht seine Bilanz-Lesung im Hause häfelinger + wagner design auf dem Programm.

Überraschendes an der Tankstelle: Die weltberühmte Lichtschranke von Claes Oldenburg? Nein, der Fahrer eines Giga-Liners bastelte sich nachts zuvor eine nützliche Leselampe.

Auch Prof. Olaf Leu mustert eingehend besagte Leselampe, begleitet sie ihn im Geiste doch bei seinen geistigen Vorbereitungen auf die anstehende Lesung.

Einem intuitiven Gedanken folgend, entwickelt Olaf Leu die Idee, zuvor noch einen kleinen Abstecher nach Wertheim Village zu unternehmen. Unseren Redaktionsfotografen trifft das unvorbereitet. Er war da noch nie. Bisher dachte er immer, daß Wertheim Village so eine Art Konglomerat aus gängig bekannten Einkaufszentren sei. Aber das?

Wenn man noch am selben Tage einen ausführlichen Vortrag über Unternehmenskommunikation und Markenführung zu halten hat, so ist der vorherige Besuch dieses Markentempels nur allzu konsequent. Ergebnis: Ein neuer Schal für Olaf Leu.

Wie funktioniert erfolgreiche Unternehmenskommunikation? Clemens Hilger demonstriert es im Schnelldurchlauf: Der Kunde kommt zu ihm mit einer rudimentären Grundidee, die hier in diesem Beispiel «san fra» heißt. Nun denkt Clemens Hilger nach, und denkt nach, und denkt – schließlich soll es ja wie immer eine sehr gute Arbeit sein, die er abliefern will – immer noch nach, verinnerlicht dabei natürlich auch das eine oder andere Schlückchen Kaffee; und schließlich steht am Ende des gestalterischen Nachdenkprozesses eine komplette «company». Ergebnis: ein glückliches Gesicht.

Zum Abschied noch ein Erinnerungsfoto.

Es gibt Stimmen, die sagen, daß die Gaststätte «Alter Simpl» in den ehemaligen Redaktionsräumen der legendären Satirezeitung Simplicissimus untergebracht ist. Es gibt aber auch noch diese Version: «Als Kathi Kobus in der Walpurgisnacht 1903 mit ihren Stammgästen – an der Spitze Frank Wedekind – aus der Dichtelei in die Türkenstraße 57 umzog, fehlte ihr vor allem ein zugkräftiger Name für das neue Lokal. Es war keine schlechte Idee, sich an den Titel der seit 1886 mit großer Resonanz erscheinenden Satirezeitschrift ‘Simplizissimus’ anzuhängen und zum ‘Simpl’ zu vereinfachen.»

Schon in der Unterführung auf dem Weg in den zweiten Innenhof, dem Sitz der Agentur häfelinger + wagner design, bietet sich uns dieses schicke Bildnis eines schicken BMWs. Die Agentur gehört im Bereich Unternehmenskommunikation zu den renommiertesten Adressen in der Bundesrepublik. Sie zeichnet seit vielen Jahren für die hohe Qualität der Jahresberichte börsennotierter Unternehmen verantwortlich.

Prof. Olaf Leu wird von den bereits Anwesenden begrüßt. In der Bildmitte ist ein Teil von Frank Wagner zu sehen.

Clemens Hilger im Gespräch mit Frank Wagner.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit zwei ausgewiesenen Unternehmenskommunikationsspezialisten auf Unternehmensseite. Die über zwei Stockwerke liegenden Designbüros wurden zuvor mit viel Liebe zum Detail ausgeleuchtet. Unser Redaktionsfotograf braucht eigentlich nur noch «draufzuhalten»; ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Prof. Olaf Leu, ganz nah bei seinem Lieblingsbuchstaben «K», steht er doch für die beiden Begriffe Kommunikation und Keschäftsberichte.

Der Innenhof füllt sich. Immer mehr Gäste treffen ein.

Deutlich zu erkennen: Schon vor dem Vortrag stellt sich eine prima Stimmung ein.

Auch Mitarbeiter aus dem Hause häfelinger + wagner design wollen mehr über Olaf Leus Wirken erfahren. Rechts im Hintergrund blitzt der Saxophonist der zweiköpfigen Jazzformation durch, die reichhaltig und exzellent spielen.

Prof. Olaf Leu im Gespräch mit Frank Wagner. Es geht um letzte Details.

Olaf Leu: «Frank, siehst Du dieses Licht?» Frank Wagner: «Ja, Olaf, ich sehe dieses Licht. Wie machst Du das?» Olaf Leu: «Ich strecke meinen Zeigefinger aus – und schon erscheint es. Das ist pure Magie. Weißt Du, ich mag das irgendwie.»

Annette Häfelinger und Clemens Hilger «baden» hingegen für den Hauch eines Momentes in viel zu viel Licht. Aufsteckblitze verstehen eben leider nichts von gelungener Lichtführung.

Nun sieht unser Redaktionsfotograf für den Hauch eines Momentes ebenfalls viel zu viel Licht. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Die letzte Besprechung dauert an.

Ein brillanter Referent testet zuvor immer auch die Sitzmöbel seiner Zuhörer, um herauszufinden, wie viele Stunden er ihnen darin zumuten kann.

Die Lesung beginnt.

Der Ton wird gepegelt.

Prof. Leu hat extra für den heutigen Abend das Thema Unternehmenskommunikation stark erweitert.

Besonders interessant sind die Unterschiede in der Zeit seines damaligen Wirkens und der Gegenwart. Durch die immer komplexer werdenden Zusammenhänge, die es durch die Globalisierung auch im Bereich der Unternehmenskommunikation zu bewältigen gilt, gibt es beispielsweise kaum noch einen Zeitpunkt, an dem das Mitglied einer Unternehmensführung sagen könnte «So, genau das ist unsere Position und eben genau diese Position möchten wir gerne kommunizieren.»

Früher ging das problemlos. Heutzutage ist alles im Fluß, in Bewegung, können sorgfältig formulierte Unternehmenspositionen bereits am nächsten Tage schon Makulatur sein. Ça veut dire: Die Erstellung von Geschäftsberichten ist im Bereich Kommunikationsdesign die mit Abstand komplexeste Aufgabe.

Eines der ganz großen Verdienste Olaf Leus ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung seiner Schriftenfamilie Compatil. Sie ermöglichte es erstmals, innerhalb eines Layouts das standgenaue Ändern des Fonts von normal in kursiv oder halbfett oder fett – oder was auch immer –, ohne daß sich am bereits bestehenden Umbruch auch nur einen einzigen Millimeter die Schriftweite, die Spationierung, der Durchschuß usw. geändert hätte.

Nicht von ungefähr reimt man deshalb in der Branche voller Anerkennung: «Von der Wolga bis zum Nil: Alles setzt in Compatil.» Übrigens: Der aktuelle Relaunch des Commerzbank-Schriftzuges wurde ebenfalls in Prof. Leus «Compatil» realisiert.

Wer sich auch immer an diesem Abend glücklich schätzen darf, zu den geladenen Gästen zu gehören, sie alle genießen einen großzügigen Einblick in das kreative Schaffen eines der ganz Großen in seiner Zunft.

Halbzeit: Die Lesung ist beendet.

Prof. Leu nutzt die Pause, um in direkter Nähe zu seinen beiden Bilanz-Bänden etwas zu entspannen. Im Vordergrund entsteht ein angeregtes Gespräch über Typographie.

Frank Wagner und Annette Häfelinger.

Da es sich bei den geladenen Gästen ausschließlich um Fachpublikum handelt, nimmt sich Prof. Leu die Zeit, die an ihn gerichteten Fragen individuell und eingehend zu erörtern.

Also gut: Die zweite Schwäche unseres Redaktionsfotografen sind Bildnisse von Menschen, die große Kameragehäuse auf ihren Schultern tragen.

Die Podiumsdiskussion beginnt. Es ist jetzt gefühlte und möglicherweise sogar tatsächliche 23:00 Uhr. Ein kurzer Mailcheck ist da völlig ok.

Auf dem Podium diskutieren drei Kommunikationsabteilungsleiter dreier börsennotierter Unternehmen mit Prof. Leu über die veränderten Kommunikationsanforderungen. So wird transparent, daß die Anforderungen an die Erstellung eines Geschäftsberichts durch die zunehmende Medienauffächerung immer komplexer wird.

An der Podiumsdiskussion sind Christian Finkenzeller (BMW Group), Dr. Johannes von Karczewski (Siemens), …

sowie Susanne Stacklies (Deutsche Post DHL) und Prof. Olaf Leu beteiligt.

Die Podiumsdiskussion ist beendet.

Für das Kamerateam ist der größte Teil abgedreht. Noch ein paar Stimmungsbilder zum Schluß – und die Sache ist im Kasten. Dieser Vorgehensweise schließt sich unser Redaktionsfotograf an. Die letzten Bilder bleiben unkommentiert.

Es war ein großartiger Abend! Und: Ende Teil 1. Der zweite Teil unseres Berichts über Olaf Leus München-Reise wird sich seinem Vortag «Neue Amerikanische Schule» exklusiv vor Mitarbeitern des Hauses häfelinger + wagner design sowie einem anschließenden Besuch der Thomas-Ruff-Retrospektive im Haus der Kunst widmen.

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Pfingstturnier 2012: «Pressekonferenz im Hause Henkell»

20 May

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Kürzlich fand im Hause Sektkellerei Henkell die Pressekonferenz zum diesjährigen Pfingstturnier im Biebricher Schloßpark statt. Es gibt keinen großen Begleittext zu unserer Bildstrecke, die sich im wesentlichen aus zwanglos erstellten Einzelbildern zusammensetzt.

Mitte der 1980er Jahre beeindruckte uns auf der Art|Basel ganz besonders ein Bild des dänischen Künstlers Asger Jorn auf dem Stand der Galerie Van De Loo. Es handelte sich um ein klassisches Ölgemäldeportrait von einer bildhübschen jungen Dame, vermutlich im 16. Jahrhundert gefertigt. Direkt auf dieses Bild brachte nun der dänische Informelist mit giftgrüner Neonfarbe ein kleines spitzbezahntes Monster auf, das ihr – hinter ihrem Rücken zum Vorschein kommend – draculaesk in den freiliegenden Hals biß. Es war eine Arbeit aus Jorns Serie «Modifications». Leider gibt es von Asger Jorn im Netz so gut wie keine Bilder zu sehen – und hochauflösend schon mal gar nicht. Das Blog sandvig.mariegaard.net zeigt aber ein Bild aus besagter Serie, das inhaltlich zudem nicht ganz so blutrünstig auftritt.

Das Schöne an modernen digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten ist, daß man sich auf jedem erdenklichen Gemälde in jorn’scher Art und Weise austoben kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, es sich mit seinem Besitzer nachhaltig zu verscherzen. Hier ging es unserem Redaktionsfotografen darum, eine in ihren visuellen Grundzügen stark reduzierte Mona Lisa in den direkten Dialog zur Nachtischkreation «Duett von der Erdbeere im Glas» aus dem Hause Lumen zu bringen. Wir denken, daß es ihm ganz gut gelungen ist.

Beim Verlassen des Geländes denken wir noch: «In welch’ wahrlich sweetem Gemäuer haben wir doch die beiden letzten Stunden verbracht!»

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Sat 1!

20 May

In Deiner gestrigen Fußballliveübertragung vom Championsleaguefinale zwischen dem 1. FC Bayern München und dem 1. FC Chelsea hattest Du einen höchst seltsamen, hinreichend unqualifizierten und ausdauernd blöden Fußballmoderatoren am Start, der dank Deinerselbst seine verkorksten Klassenkampf- und -feindattitüden ungehindert via Mikrophon ausleben und weiterverbreiten durfte: «Ja, Herr Abramowitsch, Erfolg kann man eben nicht kaufen!», so schwadronierte er dumpfbackengegärt bei einem Spielstand von 1:0 für den 1. FC Bayern nur wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit in Richtung Reichtum einerseits und deutschem Neidhammeltum andererseits.

Deinem Mann fürs Ghettogrobe scheinen die Morddrohungen, denen sich ein Dietmar Hopp über einen längeren Zeitraum ausgesetzt sah, wohl nicht auszureichen, wie? Ist Dir, Sat 1, in dieser Sache bisher zu wenig Blut geflossen? Willst Du diese «Angelegenheit» deshalb jetzt forcieren?

So sei Dir, Sat 1, samt Deinem geistig minderbemittelten Helfershelfer ein bißchen was in Heft geschrieben: 1: In keiner anderen Fußballliga auf der Welt werden so viele Fußballspiele erst in den letzten Minuten entschieden wie auf der britischen Insel. 2: Es gehört zur ureigenen britischen Kampfestaktik, zunächst den Gegner kommen und sich austoben zu lassen. Erst kurz vor Schluß wird der Hahn aufgedreht. 3: Vor diesem Hintergrund war die Mannschaft von Bayern München auch nicht das «klar bessere Team». Es hat nur anders gespielt und außerdem eine Torchance nach der anderen versemmelt. Chelsea brauchte hingegen nur eine einzige Chance, um zu treffen.

Honey, at least it’s all about efficiency, isn’t it?

Und schließlich: Erfolg kann man sich eben doch kaufen. Und das ist gut so! Was ist bloß los mit Euch Losern? Dietmar Hopp hat seinem alten Fußballverein, in dem er früher als kleiner Junge gespielt hat, ein bißchen helfend unter die Arme gegriffen. Na und? Er hat Geld in die Hand genommen und der gesamten Region ein riesiges Fußballstadion hingestellt. Es steht für neue Arbeitsplätze und einen neuen starken emotionalen Bezugspunkt. Und er führt dadurch sein Geld wieder dem Geldkreislauf zu. Das ist vorbildlich.

Bei Roman Abramowitsch verhält es sich bis auf den Umstand, daß er in seiner Jugend nicht für den FC Chelsea gespielt hat, ebenso.

Also wo ist das Problem? Ach so, früher in der Schule nicht richtig aufgepasst und jetzt andere für sein eigenes Elend verantwortlich machen? In der deutschen Geschichte hatten wir das schon mal. Damals lautete der Spielendstand: 20 Millionen Tote.

Immerhin, Sat 1, wirst Du nicht von deutschen Qualitätsfernsehgebühren finanziert. Wenngleich ein nur schwacher Trost.

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ADC-Festival 2012: «Ils sont passés notre rédaction virtuelle»

17 May

Das ADC-Empfangspult. Nadelöhr und Helpdesk. Wer es schafft, hier durchzukommen, ist richtig gut!

Gute Kommunikationsarbeit, so referiert die Körpersprache, will wohl überlegt sein.

Einer der richtig guten Nadelöhrbezwinger ist Oliver Hesse, der zudem einen ausgeprägten Nerv für dynamische Bewegungsabläufe hat.

Vor der Kamera ist immer auch irgendwie vor der Kamera. Wohl dem, der mit diesem Umstand umzugehen weiß: Arthur Potts Dawson betreibt in London die beiden Restaurants «Acorn House» und «Water House», sowie den genossenschaftlich geführten «The people’s supermarket». Die Verwendung regionaler und saisonaler Lebensmittel und damit die Verringerung von food miles sind seine Themen. Und ganz nebenbei sieht er Mick Jagger irgendwie ähnlich. Also mit ein bißchen Phantasie jedenfalls. Ob das daran liegt, daß er sein Neffe ist?

Schmackhaftes Catering auf dem ADC-Holodeck.

Er zu ihr: Kennst Du den Film «Theo gegen den Rest der Welt»? Sie zu ihm: Nein. Aber ich hab es flüstern hören, daß Du heute abend «Gold» bekommst. Ist doch auch was, oder?

Das corpus delicti: Diese Kaffeetasse stand kurz vor der Entgegennahme einer großen Auszeichnung, nämlich durch Herrn Prof. Günther Klein beehrt geleert zu werden. Dann aber streifte unser Rucksack sein Trinkgefäß, es entstand ein kleines Fußbad, welches wir, mittlerweile besagtes Trinkgefäß samt Untersetzer mit beiden Händen fest umklammernd haltend, und in Begleitung der verbalen Anmerkung «Friedrich Dürrenmatt sagte mal: Je genauer man plant, desto härter trifft einen das Schicksal» auch noch ordentlich durchschüttelten, wodurch sich das hier gegenständliche Fußbad erheblich vergrößerte, was wiederum dazu führte, daß der Herr Professor unsere spontan geäußerte Offerte «Oh, vielleicht ist es besser, wenn wir uns dieser Tasse jetzt annehmen» durchaus positiv und gelassen lebenserfahren auf- und annahm.

Allerdings war der Kaffee von solch abscheulicher Machart, daß wir den Herrn Professor umgehend via Voicemailboxaufzeichnung davon im Kenntnis setzten, daß es sehr gut möglich gewesen sein könnte, völlig uneigennützig gerade sein Leben gerettet zu haben.

Im richtigen Leben zeichnet Günther Klein als Regisseur u.a. für diese ungemein hochwertigen Geschichtsproduktionen verantwortlich, durch die Maximilian Schell moderierend führt. Sie werden u.a. von arte und dem ZDF-Kultur-Kanal ausgestrahlt.

Zwei uns unbekannte Cuties, von denen eine auf den sweeten Namen Ulrike Krämer vom (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) hört.

Wenn Werbe Weischer nicht gerade in Sachen Cannes Rolle busy ist, dann fällt das Unternehmen allein schon rein optisch mit seinem Minikino aus dem Rahmen.

Typisch DDC: Eine gesunde Atmosphäre kann nur unter einem gesunden Claim-Dach gedeihen. Von beidem hat der Deutsche Designer Club reichlich zu bieten.

Zwei runde Tische im konstruktiven Dialog.

Die beiden ADC, quatsch, DDC-Vorstände Gregor Ade und Michael Eibes.

Prof. Gregor Krisztian (HSRM + DDC) zusammen mit Studierenden von der Hochschule RheinMain am DDC-Stand. Der nachfolgende Link führt zu unserer Rezension seines Buches «Wie visualisiere ich einen Bestseller?»

Wäre die Hammer-Skulptur im Hintergrund dem italienischen Künstler Enzo Cucci, der der italienischen Transavantgarde zuzuordnen ist, zuzuordnen; und würde diese Arbeit zudem während der kommenden ART | Basel von Bruno Bischofberger präsentiert, so läge der Verkaufspreis ohne zu übertreiben bei mindestens einer halben Million Euro. Aber sooo?

Aber sooo wartet der kreativ-geniale Leuchtkopf Rüdiger Pichler immer noch auf die adäquate Synchronisation seiner Leistungen mit den unerklärlichen Gesetzmäßigkeiten des internationalen Kunstmarkts. Aber mußte Louise Bourgois nicht auch eine kleine Ewigkeit warten, bis man ihr die ihr längst zustehenden Lorbeeren zugestand? Und ist das Warten sowie das Warten-Können nicht ein Ausdruck purer Romantik? Und ist richtig verstandene Romantik nicht die Grundlage einer minimalistischen Lebensführung? Und steht eine minimalistische Lebensführung nicht im direkten Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Hammers? Und wo steckt eigentlich Paul Waztlawick? Ach ja, unter der Erde. Aber seine Geschichte mit dem Hammer lebt weiter!

Anja Henningsmeyer von der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA).

Immer mehr Menschen praktizieren auch im realen Leben ganz entspannte Online-Kommunikation.

Mittagspause auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst.

Prof. Jörg Waldschütz von der Hochschule RheinMain ist zugleich ADC-Mitglied und ausgewiesener Spezialist für Online-Kommunikation. Stolz präsentiert er uns gerade seine beiden neuen USB-Anschlüsse.

Will man Dietmar Henneka tief in die Augen blicken, so wird man feststellen müssen, daß das mitunter ein ganz schön beschwerliches Unterfangen sein kann.

Zwei hoffnungsfrohe Designtalente praktizieren regelkonformes form follows function acting: Der Löffel steckt vorbildlich im Latte-Glas, während sich die Gabel im Begriff befindet, die Außenhaut des Käsekuchenstückchens ohne größeren Widerstand zu durchdringen – und nicht etwa umgekehrt. Prädikat: Sehr vorbildlich!

Im Gespräch: Jochen Rädecker, Präsidiumssprecher des Art Directors Club für Deutschland (ADC) (Bildmitte) und Claus Fischer, Mitglied des ADC-Präsidiums (rechts).

Über den eigenwilligen TV-Sender Rhein-Main-TV gäbe es einiges zu sagen. Hier beschränken wir uns darauf, daß es schön ist, diese Wahnsinnigen mal aus nächster Nähe beobachten zu können.

Eye catching moment: James Hilton erfüllt den Jugendtraum zweier seiner Groupies – und fotografiert sie.

Ulrike Krämer (Institute Of Design – Hamburg*Berlin*Düsseldorf) in das Gespräch mit einem runden Tisch vertieft.

Zwei Kommunikationsgenies im Gespräch: James Hilton und Michael Volkmer.

(…) und da kramte also mein Freund Henk in der Mercer Street mitten in der Nacht in irgendwelchen Pappkartons, die da zuhauf rumlagen, herum und zieht am Ende eine Schachtel mit alten Umatic-Bändern hervor; und was soll ich Dir sagen, da war auch ein Showreel von Albert Watson dabei. Klar, daß wir unbedingt wissen mußten, was da drauf war. Am nächsten Tag also eine Edit-Suite angemietet, Du kannst Dir ja vorstellen, was das in New York bedeutet, und einen tiefen Blick in die Arbeitswelt von Albert Watson genommen. Hammer, sage ich Dir. Der glatte Hammer! Obercooles Zeug! Also, die Schwarzweiß-Spots, die er für einen großen Papierhersteller gemacht hat, also soo feinfühlig, wie er da mit dem Thema und den jungen Setzlingen umgegangen ist, also da können die sich von heute locker noch eine ordentliche Scheibe von abschneiden (…)

Where ever you are, people are celebrating their communication skills: «People who look for the best coffee you can get in Messehalle 5, this is the place they know they have to come to!» Also wir wären an der Brühe fast verreckt.

Die beiden Damen wollten unbedingt fotografiert werden. Das haben sie jetzt davon: ganz blau im Gesicht!

Kreativer Generationenkonflikt: Digitales Laptop gegen analoges Laptop. Welches Gerät, welche Lebensphilosophie macht das Rennen? Der junge Mann mit dem Zweifel im Gesichtsausdruck scheint sich seiner Sache nämlich gar nicht so sicher zu sein…

Der zentrale Dreh-, Angel- und Treffpunkt ist und bleibt nunmal das Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien. Mit sicherem Gespür für die richtige Lichtsetzung entsteht hier eine lockere Gesamtatmosphäre die entspannte Gespräche ermöglicht.

Ganz im Mittelpunkt: Dr. Stephan Vogel, seines Zeichens Chief Creative Officer (CCO) im Hause Ogilvy & Mather.

Pure iPad-Meditation vom Feinsten!

James Hilton ist einer der am meisten geachtetsten und respektiertesten Kreativdirektoren der Welt. Schon kurz nach der Gründung von AKQA im Jahr 1995 ist das Unternehmen an die Spitze der Branche gestiegen und inzwischen die weltweit größte unabhängige Agentur. AKQA verfügt über Niederlassungen in London, Paris, Berlin, Amsterdam, New York, Washington DC, San Francisco und Shanghai.

Leider war bis zu Redaktionsschluß nichts über die Identitäten der vier hier abgebildeten Gentlemen in Erfahrung zu bringen. Gerne würden wir wissen, welche Kindheitserlebnisse für Ihre spätere Berufswahl verantwortlich waren. Wie sie mit dem Studentenleben klargekommen sind. Worüber sie gerade reden. Und warum nur einer der drei Herren einen Hut trägt. Wer mehr weiß, der mag sich gerne bei uns melden.

James Hilton gehört zu den führenden Kreativen und hat eine Vielzahl von globalen Auszeichnungen, darunter den Grand Prix und Gold Cannes Lions, gewonnen. Außerdem war er Juror für die Cannes Lions, Webby Awards, D & AD und Vorsitzender der Jury für die Clio Awards und Eurobest.

Michael Schirner fotografiert.

Michael Eibes fotografiert.

Redaktionsfotograf Andreas Baier fotografiert.

As we already pointed out: the ADC-Holodeck is always a nice place to be.

Steven Spielberg schreibt in seiner Autobiografie, daß er schon als Schüler ständig bemüht war, möglichst ungewöhnliche Kameraeinstellungen zu finden. So habe er auch Menschen durch Armbeugen hindurch fotografiert. Heute, so Spielberg, würde er das nicht mehr tun. Aber dafür wir. Im Zentrum des Bildgeschehens: Michael Volkmer.

James Hilton wurde vor kurzem, neben Jonathan Ive von Apple, in die „Creativity 50“ aufgenommen, eine Liste der 50 most influential and inspiring creative personalities of the world. Er ist Redner bei internationalen Veranstaltungen und Gastdozent an weltweit anerkannten Kreativschulen. Das Campaign Magazin ernannte ihn zu Englands Number One der Digital Creative Directors der letzten zwei Jahre.

Diese Kreative haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt sie sich eine halbe Ewigkeit am Telefon angeregt mit George Clooney, was, wie wir finden, eine nachahmenswerte Attitude darstellt.

Diesen Kreativen haben wir bis Redaktionsschluß nicht identifizieren können. Allerdings unterhielt er sich eine halbe Ewigkeit angeregt mit James Hilton, was, wie wir finden, eine gesunde Attitude ist.

Warum dieser Irrsinnskalender keinen Preis bekommen hat, werden wir wohl nie verstehen.

Und wie war die Preisverleihung? Also, das DFB-Pokal-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Bayern München ging 5:2 aus. Es war ein sagenhaftes Spiel. Die im Hotel «Maritim» kredenzten Nürnberger Rostbratwürstchen waren hingegen weniger sagenhaft, viel mehr von solch abscheulicher Machart, daß sie auf der stark ins Minus gerichteten Geschmacksskala selbst den von uns zuvor angeprangerten «besten Kaffee in Messehalle 5» locker in den Schatten stellten.

Aber die letzten zehn Minuten ADC-Preisverleihungsfestlichkeit haben wir dennoch mitgenommen. Schön voll, nicht?

Wer wissen will, wie Werbung wirklich funktioniert, der braucht sich nur mal ein halbes Stündchen lang mit Dörte Spengler-Ahrens zu unterhalten – danach weiß er es. Versprochen.

Einer der begnadetesten Konstrukteure und Autobauer war zweifellos André Citroën. In jedem anderen Auto wäre Charles de Gaulle seinen damaligen Attentätern zum Opfer gefallen. Nicht jedoch in einem Citroën DS Présidentielle. Mit keinem anderen Auto wäre die Flucht bei Vollgas und mit einem zerschossenen Reifen möglich gewesen. Die Hydropneumatik ist bis zum heutigen Tage das weltweit beste Federungssystem für Automobile. Schön, daß Citroën sie immer noch einsetzt!

V. l. n. r.: Jennifer Gauselmann, Felix Glauner und Martin Breuer mit Frau Eva (Euro RSCG).

The Gruppenfoto.

Diese beiden Gentlemen finden David Ogilvys Puerto-Rico-Anzeigen nach wie vor am besten. Wir können das nachvollziehen.

Das hat es bisher so auch noch nicht gegeben: Zwei Sieger aus demselben Kreativteam geben sich unmittelbar nach der Preisverleihung vor laufender Kamera das Ja-Wort. Sen-sa-tio-nell!

Laura Fischer von kempertrautmann.

Das ADC-Holodeck-Büffet.

Unermüdlich und bis zur letzten Sekunde sind die hFMA-Netzreporter im Einsatz.

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Michael Weber – WSP Design, Heidelberg

Auf dem diesjährigen ADC-Festival war Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie? Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln? Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

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Nachtrag vom 2. Juni 2012:

Wer unseren Meerschweinchenreport kennt und liest und genießt und verbrennt, der weiß auch, daß wir besonders zu huldigende Persönlichkeiten immer etwas hervorgehoben ehren. Genoß Christian Daul in unserem ADC-Bericht aus dem Jahre 2010 den Vorzug, als Tischkärtchen in Erscheinung zu treten, so belegt er in unserer diesjährigen ADC-Abschlußweinprobe naturgemäß den besten Platz, nämlich diesen hier.

Wir präsentieren seine Kurz-Vita: Christian Daul ist seit September 2009 Geschäftsführer der Agentur Scholz & Volkmer und betreut unter anderem den Bereich Campaigning. Nach einer Lehre zum Bankkaufmann studierte er Werbewirtschaft an der FH Pforzheim. Im Anschluss arbeitete er als Texter bei den Frankfurter Agenturen Michael Conrad & Leo Burnett und Lowe & Partners, die er ab 1998 außerdem als Geschäftsführer Creation leitete. In diesem Jahr verzeichnete Christian Daul auch das einschneidenste Erlebnis seiner bisherigen Kreativlaufbahn: Ein intensives Gespräch mit unserem Chefreporter und damaligen Creative Director (hamster&james) Hamlet Hamster in der Bar-Martinez. Das brachte ihn selbstredenderweise weiter, führte ihn schnurstracks als Creative Director von Jung von Matt an die Alster und wurde im Anschluß Geschäftsführer Creation bei McCann-Erickson in Hamburg und Frankfurt. 2003 übernahm er als Chief Creative Officer die kreative Führung von Y&R Germany.

Christian Daul ist Mitglied des ADC Deutschland und im Vorstand des Deutschen Designer Clubs. Er war in zahlreichen nationalen und internationalen Jurys tätig, darunter bei den Cannes Lions, New York Festivals und Golden Hammer.

Während seiner geistigen Freizeitphasen widmet sich Christian Daul gerne den surrealen und fluxusesken Aspekten des Lebens sowie (siehe Foto: links und rechts von CD) dem Prinzip der «Dualität des Paradoxen». Hier wirkt er übrigens leibhaftig in einer Performance des Fluxus-Künstlers Ben Patterson mit, die dieser anläßlich der Wiesbadener Designtage 2010 «Access All Areas» realisierte.

Auf dem diesjährigen ADC-Festival präsentierte er James Hilton.

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Test Stiftung Warentest: «Kleine Denksportaufgabe»

16 May

1984

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Vincent del Brouck: «The Dinosaur, My Friend, Is Blown In The Wind»

15 May

Website Vincent del Brouck
via the New Shelton wet/dry

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ADC-Festival 2012: «Kriegsberichterstattung aus dem Land des knappen Geldes»

15 May

Auf dem diesjährigen ADC-Festival ist Geld das ganz große Thema. Befindet sich die Kreativität im Würgegriff international agierender Finanzhaie?
Oder sind es einfach nur mal wieder die Mandeln?
Meerschweinchenreport geht dieser Frage auf den Grund.

Gerade mal ein Jahr ist es her, seit dem letzten ADC-Spitzenkräftegipfeltreffen – und nun folgt schon das nächste. In einer immer schnelllebigeren Zeit nur allzu konsequent. So bewegen auch wir uns einmal mehr in Richtung Halle 5 des Frankfurter Messegeländes, um allen zu zeigen, daß sich der unbeschreiblich unbestechliche Meerschweinchenreport nach wie vor regt und seine Texte pflegt.

Zu selbstreferentiell? Nein. Wer sich auf Blick-, Sprach- und womöglich sogar Körperkontakte mit waschechten Vollblutwerbern vorzubereiten hat, der sollte sich vorab mit ihrem Selbstverständnis aus der intellektuell unbequemen Ich-Perspektive hinreichend auseinandersetzen. Wir tun das.

Durch immer knapper bemessene Topkreativenhonorare droht die Unterernährung. Das Gegenmittel: Meditieren, meditieren, meditieren – bis die Tischplatte durch das Gehirn gewachsen ist. Nur fünf Minuten auf dem ADC-Holodeck und die Patienten fühlen sich anschließend wie neugeboren.

Und zwar mit dem größten Vergnügen. Denn wie stellt das Vorstandsmitglied Hans-Peter Albrecht (ADC) doch so hübsch und treffend fest: «Der ADC ist eine unglaubliche Institution. Er vereint 560 Egoisten – und es funktioniert.» And, most importantly: Er trägt dasselbe T-Shirt, das er schon anläßlich der President’s Lecture von Sir John Hegarty im Hause Berlin School of Creative Leadership trug. Professionell wie wir sind, sprechen wir ihn darauf an. Versuchsergebnis: Der Mann ist glücklich, hat Spaß mit sich selbst; bei ihm ist von Schmerz weit und breit nichts zu spüren.

Damit hatten wir nicht gerechnet. Hm. Gibt es etwa einen unterbewußten und somit unfühlbaren aber dennoch existenten Schmerz, der die ADC-Themenwahl «Geld» trotzdem legitimieren würde – so wie Gottfried Benn etwa über die Existenz des unterbewußten Glücks nachdachte? Falls ja, so dürfte Geld doch überhaupt kein Thema sein. Ist es aber. Und über Glück wird seit einiger Zeit auch an jeder Ecke philosophiert. Gibt es also doch kein unterbewußtes Glück? Oder ist das unterbewußte Glück in persona so unglücklich über seine Schattenexistenz, daß es in das Unterbewußtsein des Menschen immer und immer wieder eindringt und es dazu nötig, in aller Öffentlichkeit über das Glück nachzudenken, damit es sich selbst auch mal im Lichte der Medien sonnen – und endlich auch mal glücklich sein darf? Und schließlich: Besteht zwischen Glück und Geld möglicherweise doch ein noch genauer zu definierender Zusammenhang? Wir werden es herausfinden. Vielleicht nicht heute. Aber wir werden es.

Die wahren Avantgardisten sind die, die ihrer Zeit so weit hinterherhinken, daß sie ihr schon wieder meilenweit voraus sind: So wie Diogenes einst in seiner Tonne, so macht es sich dieser Kreative auf einem Sitzsack im Schutze einer sorgfältig verarbeiteten Tischplattenunterseite gemütlich – und beobachtet verständnislos das geschäftige Treiben. Diogeneses Idee war denkbar einfach: Wenn alle Menschen arbeiten, um so viel Geld zu verdienen, daß sie nie wieder würden arbeiten müssen, so sei es doch wesentlich konsequenter – und auch effizienter –, von vorne herein nicht zu arbeiten.

So kritzelte es denn auch konsequenterweise ein Ideengeber- und -brütler auf die ADC-Ideenwand: «Geld ist die Idee von gestern.» Aber ist sie das wirklich?

Kein Wunder, daß den Regierenden seit Diogenes der Gedanke, daß das Volk genug Zeit zum Nachdenken haben könnte, mehr als nur einfach ein Dorn im Auge war. Die Nazis propagierten erfolgreich: «Müßiggang ist aller Laster Anfang.» Ein seltsamer Sinnspruch, der sich erfolgreich bis in die meisten Gehirne der heutigen Generation durchgefräst hat. «Ora et labora» nannte die Kirche bereits ihr Haltet-die-Schäfchen-vom-Denken-ab-Programm. Und falls solche einfachen Rezepte nicht ausreichten, wurde mal eben ein fremdes Land unter Beschlag genommen, um von innenpolitischen Problemchen abzulenken.

Die ADC-App kommuniziert mit seinen geldkranken Patienten durch vom menschlichen Auge kaum wahrnehmbare Leuchtintervalle. «Das Leben ist schön. Das Leben ist rosa. Das Leben ist ADC!» morst das Hightech-Taschentelefon – und der zu Gesundende genießt die heilende Wirkung plötzlich aufkeimender Regungslosigkeit.

Auch auf dem Holo-Holodeck der beiden hessischen Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie für Wissenschaft und Kunst sind die Festivalsbesucher der Wirkung einer kontinuierlichen Glücksbehandlung in wohltuender- und kostenloser Weise ebenfalls konsequent ausgesetzt.

Aber wie hält man Menschen vom Nachdenken ab, wenn Sie mit Arbeiten nicht mehr ruhig zu stellen sind, weil es immer weniger Arbeit zu verteilen gibt? Und wie fällt man in fremde Länder ein, wenn das In-fremde-Länder-einfallen für Staatschefs auch immer risikoreicher wird? Richtig! Eine neue große mediale Beruhigungspille Marke iPhone mit seinen Millionen von Apps muß her. Das große Gesamtziel: Dem Menschen sämtliche Tätigkeiten, für die er normalerweise sein eigenes Gehirn einsetzt, durch den Ersatz sogenannter App-Funktionen abzunehmen.

Erste Erfolge konnten bereits verbucht werden: So fuhren mehrfach Trucker mit ihren Vehikeln in den Straßengraben oder sogar in einen parallel zur Straße verlaufenden Fluß, nur weil sie ihr Navigationsgerät aus einer nicht nachvollziehbaren Laune heraus dazu aufforderte: «Jetzt rechts abbiegen!» Der Endsieg wäre erreicht, wenn dem Menschen der Gebrauch des eigenen Gehirns so fremd geworden ist, daß er es sich aus eigenem Wunsch herausnehmen läßt, um den freigewordenen Platz sinnvoller zu nutzen, beispielsweise als Aufbewahrungsort für sein neues iPhone: No brain, no pain.

Wie? Sie können mit unserer düsteren Prognose nichts anfangen? Unter uns: Wir auch nicht. Aber es schreibt sich so schön. Und was den Erfolg von Prognosen angeht, so hat kürzlich die großartige Redaktion von «hr2 – Der Tag» eine sagenhaft gute Sendung mit dem Arbeitstitel «Es wird böse enden: Vom Unfug der Prognosen» kreiert. Wir sprechen explizit eine Download-Empfehlung aus.

Kein Zweifel: Die gesamte Weltbevölkerungsgesellschaft steht vor einem riesigen Umbruch. Nur der Club of Rome nicht. Der düsterlt munter weiter vor sich hin, so als ob es kein Morgen gäbe. Um zu eroieren, welchen «Morgen» es diesmal betreffen könnte, finden überall auf dem ADC-Kongress eilig einberufene «Mobile Runde-Tisch-Gespräche» statt. Meerschweinchenreport tipt auf die Montag- möglicherweise aber auch Freitagmorgende, die in absehbarer Zeit aufhören werden zu existieren. Schade eigentlich.

Doch weiter im Kontext: Steuert unsere globale Gesellschaft tatsächlich einer Lebensform entgegen, so wie sie H.G. Wells in seiner Zeitmaschine beschrieb? Oder doch mehr so, wie es eine Sequenz aus dem Walt-Disney-Streifen WALL-E darstellt: Überfettete Menschen, die jegliche Körperbewegung unfähig zu Vollziehenden, schweben auf aufblasbaren Gummi-Donuts über das Deck eines Gigakreuzfahrt-Liners, vertilgen Super-Size-Me-Portionen an Fastfood; und der einzige emotionale Höhepunkt des Tages besteht darin, daß «Rot ist jetzt blau» über die Lautsprecheranlage erklingt, worauf sich alle rote Flächen in blaue verwandeln. Brauchen solche Kreaturen eigentlich noch Geld? Und wer wäre in einer solchen Welt für die Werbung verantwortlich? Oder wird es doch eine Mischung aus den literarischen Prognosen der beiden Herren George Orwell und Aldous Huxley geben, nur alles noch viel bunter, noch viel toller und noch viel spaßiger? Wenn man sich das Treiben der Herren Facebook, Google & Friends ansieht, so ist auch das durchaus vorstellbar. Oder, und auch das ist unserer Ansicht nach nicht gänzlich auszuschließen: Bleiben wir zukünftig alle zu Hause, weil ein revolutionäres Gen-Patent entwickelt wurde, das es uns erlaubt, morgens zum Frühstück unsere eigenen Gliedmaßen zu verspeisen, weil sie noch am selben Nachmittag wieder vollständig nachgewachsen sein werden? Well, zumindest das wird ein engagierter EU-Kommissar rechtzeitig zu verhindern wissen…

Der ADC sagt: «Ideen sind das Geld von morgen. Deshalb wird ein Tragebeutel, in dem Ideenprodukte spazieren geführt werden, automatisch zu einem Geldbeutel» Die Polizei vertritt jedoch immer noch die Auffassung, daß es ganz schön fahrlässig ist, sein Geld so offen und ungeschützt mitsichzuführen. Vielleicht sollte man beide Parteien mal zu einer Podiumsdiskussion einladen…

Mal was Grundsätzliches zum Thema Geld: Wir alle kennen das Spiel Monopoly? Klar. Es geht so aus, das am Schluß einer immer alles hat, und alle anderen nichts. Dann wird ein neues Spiel angefangen – und alle haben wieder dieselben Startvoraussetzungen. Solche Vorgänge hat es auch schon in der ganz realen Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben, nur daß dabei unangenehme Begleiterscheinungen mit einhergingen; beim letzten Mal waren beispielsweise zwanzig Millionen Tote zu verbuchen. Wäre es also nicht schön und sinnvoll, zur Abwechslung mal zu einem möglichst frühen Zeitpunkt unvermeidbare Entscheidungen zu treffen und die daraus resultierenden Maßnahmen einzuleiten, da es dem gros der Bevölkerung noch nicht nötig erscheint, sich dabei auch noch gegenseitig die Fresse polieren zu müssen?

Wir fragen das ideologisch ganz unverbohrt, haben weder sozialistische, kommunistische oder imperialistische Thesen als hehre Ideale im Sinn. Grundsätzlich ist Geld etwas sehr Schönes. Man kann sich davon einen Kühlschrank kaufen. Oder ein neues Lattenrost fürs Bett. Außerdem sähe unsere Redaktionsyacht mit einem Mahaghonifußboden konsequent schicker aus. Ohne Geld lassen sich solche Anschaffungen erfahrungsgemäß leider nicht realisieren. Allerdings ist es auch nicht so schön, als Wohlhabender zum Einkauf weite Teile des Stadtgebietes mit einem Helikopter überfliegen zu müssen, weil man andernfalls Gefahr liefe, überfallen, ausgeraubt oder gar gelyncht zu werden.

Schon John F. Kennedy wußte: «Wenn wir den Ärmsten in unserer Bevölkerung nicht eine Mindestmaß an Einkommen zusichern, das ihnen erlaubt, ein ganz normales Leben zu führen, so werden die Reichen weder ihr Eigentum noch ihr Leben mit keinem Geld dieser Welt schützen können.» Was auch immer die Kennedys waren, oder auch nicht waren, mit Sicherheit waren sie jedoch keine Kommunisten.

Sind Wolken die geldgesegneten Segel der kreativen Vernunft von morgen?
Eine Frage, die uns zur Abwechslung mal nicht interessiert.

Irgendwie sind «Gott, Hammer & Co.» dieses Jahr das ganz semi-große Thema: In einem aufwendigen Hornbach-Spot im Look der (goldenen) 1920er Jahre baut Noah seine Arche und die Hochschule RheinMain textet martialisch in direkter Nachbarschaft von möglicherweise noch zu zertrümmernden Paradiesäpfeln und unter der akribischen Aufsicht von Prof. Rüdiger Pichler: «Du mußt herrschen und gewinnen», «Du mußt steigen und sinken» bzw. «Du mußt zuschlagen und heulen». Vielleicht haben wir nur deshalb noch keine ernstzunehmende Revolte auf der Straße, weil die vielen Unzufriedenen ihre Aggression und ihren Frust heimlich beim Eigenheimfreislern abbauen und wegflennen. Aber, ähm räusper, wollten wir nicht eigentlich mehr weg vom Krieg und dafür mehr hin zur hippen, schicken Üper-Hüper-App mit eingebauter Glücksgarantie?

Der Referent auf dem ADC-Holodeck weiß ganz genau: «Über Geld spricht man nicht. Geld hat man.» Aber er sagt es nicht. Stattdessen reflektiert er darüber, daß der Mensch mit ca. 20 Jahren körperlich ausgewachsen sei, diese Körpergröße bis etwa zu seinem 65. Lebensjahr beibehalten werde – und dann langsam zu schrumpfen beginne. Aber, so führt der Weitsichtwissenschaftler aus, auch da fühle sich der Mensch noch mächtig und prächtig. Und so verhalte es sich – das ist seine begnadete Schlußfolgerung – derzeit mit unserer globalen Wirtschaft auch. Grund zur Panik gäbe es also keine.

Wer so viel durchreflektierte Weißheit zu versprühen weiß, dem bleibt das Schicksal, in seinem nächsten Leben als Spraydose wiedergeboren zu werden, schlicht erspart.

Was uns ein bißchen am diesjährigen ADC-Festival irritiert, ist, das ein Thema gewählt wurde, das man in dieser Form eigentlich nicht öffentlich thematisieren sollte, es sei denn es geht um die Erhöhung des Entwicklungshilfe-Etats der Bundesregierung: Geld. Denn wer öffentlich über mangelnde Bezahlung klagt, der ordnet sich selbst der Gruppe von Erfolglosen zu. Und mit denen will niemand etwas zu tun haben. Jedenfalls keine vom Erfolg Gesegneten. Und: Darf man von Führungskräften, die immer noch ihre geschätzten 30.000,- bis 40.000,- Euro im Monat an Gehalt einstreichen, nicht erwarten, daß sie in der Lage sind, ihren Kunden klar zu machen, daß Qualität immer noch anständig zu bezahlen ist? Oder müssen wir erst George Bernhard Shaw bemühen? Er stellte fest: «About quality you are worried only once – when you pay. About mediocrity every day.»

Mit der Qualität und dem Geld ist das allerdings schon immer so eine Sache gewesen. War die KLF-Aktion, am 23. August 1994 auf der schottischen Insel Jura genau eine Million Pfund Sterling verbrannt zu haben, eine qualitativ gehaltvoll Performance – oder eher weniger? Fakt ist, daß es eine Menge Wohltätigkeitsorganisationen gegeben hätte, die genau gewußt hätten, wo man das Geld sinnvoller hätte einsetzen können. Fakt ist aber ebenso, daß es Bill Drummond und Jimmy Cauty zunächst um eine Geldausstellung ging, die jedoch von verschiedenen Ausstellungshäusern, u.a. auch von der Tate Gallery, abgelehnt wurde, wodurch sich die beiden Egozentriker möglicherweise emotional in die Enge getrieben fühlten – und eine der bemerkenswertesten Trotzreaktionen in der Geschichte menschlicher Trotzreaktionen durchführten: sie verbrannten tatsächlich ihr letztes Geld: eine Million Pfund Sterling. Jeder spätere Versuch, die aschlichen Überreste zu einem einzigen Ziegelstein zusammengefaßt und komprimiert für eben jene eine Million Pfund Sterling als Kunstobjekt an einen potenten Sammler zu verkaufen, schlug fehl.

Hat man als Rezipient erst einmal die verschiedenen Stadien der Kunstreflexion in dieser Sache durchlaufen, so steht am – zumindest unserem vorläufigen –Kunstreflexionsendergebnis fest, daß diese Performance eines verdeutlicht: Die einen sehen in Geld lediglich ein Mittel zum Zweck, für andere wiederum ist Geld nichts als Selbstzweck.

Und so sind wir dem Art Director’s Club dann doch dankbar für die Themenwahl, da sie es uns erlaubt, nicht vorwiegend über Werbung oder Gestaltung sondern primär über das Pekuniäre nachzudenken. Deshalb interessiert uns eigentlich nur die Beantwortung einer einzigen Frage: Warum war dem vorstehend beschriebenen «Geldbeutel» eigentlich kein auf das Haus des Hauptsponsors bezogenes Sparbuch mit einem Startguthaben von, sindwirmalgroßzügig, Euro 100,- pro Kopf und Nase beigefügt? Oder war es das tatsächlich? Wir haben den Beutel nicht untersucht, geschweige denn einen angefordert. Aber jetzt, da uns der Gedanke kommt: Wir hätten gerne auch so einen «Geldbeutel»! Falsch: zwei!! Nein, drei!!! Quatsch: vier!!!! Wobei: Sind wir nicht fünf Redaktionsmitglieder? Unter Miteinbeziehung unserer ehemaligen Lieblingsvermieterin sind wir sogar zu sechst!!!!!!

Es ist das Vorrecht rebellischer Jugend, in der Öffentlichkeit als gelduninteressiertes, widerspenstiges Etwas wahrgenommen zu werden. Hier das Kommunikationsprinzip Totale Verweigerung im Schafspelz der vorgespiegelten Systemkritik: «Schaut nicht auf das, was Euch kaputt macht!» Vielleicht ist es aber auch mehr die hinterfragende Nummer: «Hat nicht jeder Mensch irgendwie einen Balken im, am oder zumindest vorm Kopf?» Möglicherweise handelt es sich aber auch um einen Appell an das menschliche Unterbewußtsein, zukünftig weniger Bäume zu fällen. Wir wissen es, ehrlich gesagt, nicht so genau.

Verkaufsförderung aktiv: Wer ein Nobelautomobil an einen Nobelkunden verkaufen möchte, der kann sich besonders glücklich schätzen, wenn er dabei ein Mannequin zum Einsatz bringen kann, dessen kraftvolle Körpersprache überzeugend zu vermitteln vermag, daß es beim Erwerb eines fahrbaren Untersatzes eigentlich um ganz andere Dinge geht.

Durch die sich weltweit verändernden Finanzsituationen im Sekundentakt drängt es viele in den Kunstmarkt, auch wenn sie dafür nie studiert haben. So beispielsweise auch den schweizer Ausnahmekünstler Josef Ackermann, der mit seiner intellektuell gehaltvollen Skulptur «Anton Stankowski meets Ellsworth Kelly» brilliert. Sotheby’s schätzt den Wert des kürzlich erst entstandenen Exponates auf mehrere Millionen Pfund Sterling. Damit blieb die Einschätzung der Kunstsachverständigen allerdings deutlich hinter der Erwartung Ackermanns zurück, wobei dieser es gelassen nimmt, konnte er doch schon in der Vergangenheit souverän zeigen, daß er Schicksalsschläge dieser Art gut wegstecken kann.

Bleiben wir noch für den Hauch einer Zeiteinheit bei der Kunst: Jüngst ging «Der Schrei» von Edward Munch in New York bei Sotheby’s für sageundschreibe $ 120m über die Theke. Das beeindruckt die kreative Jugend von heute natürlich schon irgendwie – und so fühlt sich verständlicherweise manch einer von ihnen zur Nachahmung eingeladen. Ob die hier dargebotene Arbeit «Der Geld-Schrei» allerdings eine ähnlich hohe Summe zu erzielen vermag? Das Gesicht des Auktionators (rechts neben der Arbeit) scheint die Antwort bereits zu kennen.

Während unserer Recherche begegnen wir auch dem Jury-Vorsitzenden Hartmut Esslinger von der legendären Designschmiede Frogdesign bzw. von design mind. Er möchte aber nicht zwingend und schon gar nicht gerne fotografiert werden. «Da sind zu viele Fältchen unterwegs» sagt er und grinst vielsagend. Entgegen seiner eigentlichen Erwartung beherzigen wir seine Bitte und verwickeln ihn stattdessen in ein kurzes Gespräch:

Hamlet Hamster
Wie? Ist Ihnen etwa Ihre Hormocenta ausgegangen?

Hartmut Esslinger
Wie? Placenta? (er grinst)

Hamlet Hamster
Hor-mo-cen-ta! Marika Rökk machte einst Werbung für sie. Eine Antifaltencrème. Außerdem sang sie «Ich brauche keine Millionen. Mir fehlt kein Pfennig zum Glück. Ich brauche weiter nichts, als nur Musik, Musik, Musik, Musik.» Eigentlich DIE große ADC-Festivals-Hymne für dieses Jahr. Ma-ri-ka Rökk! Das müßte so Ihre Generation sein. Erinnern Sie sich nicht mehr?

Hartmut Esslinger
(dann doch etwas irritiert)

Hamlet Hamster
Mal was ganz anderes: Auf einer der vielen Schrifttafeln steht zu lesen: «Gestalter sind die Vitamine der Zukunft». Bisher sind wir immer felsenfest davon ausgegangen, daß der Gestalter so eine Art Freinrippunterhemd in einer barock anmutenden Waschmaschinenladung darstellt, also, um es konkreter zu formulieren, daß das Feinrippunterhemd sozusagen als der Otl Aicher unter den barocken Unterhemdbekleidungsmöglichkeiten für Herren anzusehen ist – womit im logischen Umkehrschluß der Gestalter bzw. speziell Otl Aicher in Gleichnissen eher als Feinrippunterhemd denn als Vitaminpille zu bezeichnen wäre. Haben wir in der Vergangenheit da etwas falsch verstanden, oder sind die Zeiten, in denen wir jetzt leben, schlicht andere geworden?

Hartmut Esslinger
Sehen Sie, ich habe es eilig. Verstehen Sie mich nicht falsch. Das ist ein interessanter Gesprächsansatz. Ich muß aber jetzt weg. Können wir uns übermorgen wieder treffen. Nach der Preisverleihung vielleicht? Das käme mir sehr entgegen.

Hamlet Hamster
Herr Prof. Esslinger, alles, was wir in Erfahrung bringen wollten, haben wir in Erfahrung gebracht. Wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für das spontane Kurzgespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft nur das erdenklich Beste!

Mit den Gestaltern ist es doch immer wieder das Gleiche: Kaum einer von ihnen ist bereit, sich spontan auf pseudo-logisch klingenden Schwachsinn einzulassen. Und von denen, die es tun, haben am Markt die meisten bedauerlicherweise keinen Bestand. Hätte er doch wenigstens «Wenn das so ist, dann ist aber Max Bill viel mehr Feinripp als es Otl Aicher jemals gewesen ist», oder so, vor sich hin gemurmelt, wir wären entzückt gewesen, ihm die vollen 100 Punkte zuzugestehen. Aber so?

Aber so können sich Herr Prof. Hartmut Esslinger entspannt zurücklehnen, da das vorstehende Gespräch in Wahrheit nie stattgefunden hat.

Wo waren wir eigentlich nochmal stehen geblieben? Ach ja, beim lieben Geld. Gab es eigentlich jemals eine einzige Situation in der Geschichte der Menschheit, da es sich in letzter Konsequenz nicht um das geschätzte Zahlungsmittel drehte? Und wird es jemals eine Situation in der Menschheitsgeschichte geben, in der das nicht der Fall sein wird? Hm?

Auch ein Weg, eine sparsamere Lebensweise zu propagieren.

Schließlich und endlich kommen wir nicht umhin, festzustellen: Wenn die derzeit angebliche Geldknappheit dazu führen sollte, daß Werbeleute von bestimmten Unarten aus dem Reich der unbestimmten Lebensführung endgültig Abschied nehmen, so hätte das möglicherweise genau den Vorteil, daß mit den dadurch wiedererlangten Zugängen zu längst totgeglaubten Gehirnregionen und -kapazitäten die Qualität von Kommunikationsvorschlägen steigen wird. Vorstellbar ist das.

Einerseits. Andererseits sollte aus dieser Annahme kein Automatismus erwachsen, denn der hier gegenständliche Entwurf ist nur scheinbar gut, so wie Seniorenprodukte, die von so-called Twenty-Somethings entwickelt wurden, die man zuvor (hoffentlich gegen ihren Willen) in einen sogenannten Alterungssimulationsanzug gezwängt hat, eben nur bedingt gut sein können. Auf dem Titelbild sind beispielsweise keine Krücken sondern ganz normale Spazierstöcke abgebildet, die von Vertretern quer durch sämtliche Altersgruppen, beispielsweise bei Gebirgswanderungen, genutzt werden.

Außerdem ist das Magazin «Die Krücke» so in den Gehstock eingespannt, daß es auf dem Kopf hinge, würde das Gesamtwerk dem potentiellen Leser korrekt am Haken hängend präsentiert. Dem Prinzip «Form Follows Function» folgend, können Produkte für Senioren nur von Senioren entwickelt und gestaltet werden. Das hat u.a. etwas mit der entsprechenden Lebenserfahrung zu tun, die in den Produkten mitzuschwingen hat. Auch würden von Senioren gewöhnliche Spazierstöcke sprachlich nicht mal eben zu Krücken umgeformt werden.

Alles in allem war es ein nützliches und informatives Werbe-Festival, wobei wir es lieber gesehen hätten, der ADC würde sich mehr für die Interessen von Erdbeeren engagieren, damit diese in ferner oder naher Zukunft nicht irgendwann einmal vom Aussterben bedroht sein werden. Wobei wir Birnen und Kirschen als ebenso schützenswert erachten. Keine Frage. Wir erwarten, daß der ADC mal in diese Richtung denkt und uns in absehbarer Zeit unaufgefordert ein entsprechendes Exposé mit zu ergreifenden Maßnahmen vorlegt. Schließlich sind wir ja gar nicht so, man kann mit uns über alles reden.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Access All Areas: «Gute Gestaltung 13»

4 May

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Während der diesjährigen Access All Areas, der Wiesbadener Designtage, stellte auch wieder der Deutsche Designer Club (DDC) mit seiner Ausstellung «Gute Gestaltung 13» die Siegerarbeiten des gleichnamigen Kreativwettbewerbs in den Kurhaus Kolonnaden aus. Hier ein paar Bildeindrücke:

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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