Archive | April, 2010

Access All Areas – Wiesbadener Designtage

21 Apr

Prof. Olaf Leu: Was ist der Unterschied zwischen einem Zauberer und einem Gestalter? Designjünger: Der Zauberer verrät seine Tricks nicht! Prof. Olaf Leu: Richtig! Eine richtige und wichtige Regel, die sich in formvollendeter Perfektion wohl nur im Sommer umsetzten läßt – wie dieses Bild eindeutig belegt.

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Zum vierten Mal fanden die an Bedeutung und Größe gewinnenden Wiesbadener Designtage selbstredenderweise in Wiesbaden statt; und nicht nur dort, sondern auch in Wiesbaden – was zwar notwendig aber nicht immer selbstverständlich war. In diesem Zusammenhang legt Euer Hamster ganz besonders großen Wert auf gut zu lesende Wochentage, damit Ihr beim Konsum nicht den Überblick verliert, was andernfalls leicht oder mittelschwer passieren könnte.

D O N N E R S T A G

Eröffnet wurde das viertägige Festival mit einer Ausstellung des Deutschen Designer Clubs (DDC) im Wiesbadener Landesmuseum. Dr. Volker Rattemeyer begeisterte mit seiner Rede ein aus dem gesamten deutschsprachigen Bundesgebiet angereiste Besuchertruppe mit seinen Ausführungen, die, irgendwo zwischen Kandinski, Mondrian und Francis angesiedelt waren, sich dann aber doch wesentlich präziser an Picasso, Serra und Pistoletto rieben, ohne es sich dabei mit der Schweiz all zu sehr zu verscherzen. Preisgekrönte Arbeiten des renommierten DDC ­Wettbewerbs wurden präsentiert und sorgten für regen und angenehmen Gesprächsstoff. (Hier alles leider nicht im Bild).
Die Cateringbox des DDC

Michael Eibes, Sprecher des Vorstandes des DDC, koordiniert den Aufbau der Ausstellung im Wiesbadener Landesmuseum. Unter seiner Regie paßte hinterher alles paßgenau zusammen. Das gilt selbstverständlich auch für den farblichen Dialog seines Hemdes mit der Wandfarbe der Cafeteria des Museums. Detailverliebtheit ist eben manchmal das i-­Tüpfelchen.

Macht Design reich?

In der IHK: Vortrag von Prof. Dr. Tom Sommerlatte zum Thema: Macht Design reich?
Anschließend eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema, an der von links nach rechts folgende Damen und Herren teilnahmen: Prof. Olaf Leu (Typo-­Papst und wissenschaftlicher Beirat des Corporate Institute der Fachhochschule Münster), Bärbel Unckrich (Redakteurin Horizont), Michael Eibes (Sprecher des Vorstandes DDC), Gordon Bonnet (Pressesprecher der IHK), Thomas Gutberlet (Vorstandsvorsitzender tegut…gute Lebensmittel) und Prof. Dr. Tom Sommerlatte (Unternehmensberater, Senior Advisor bei Arthur D. Little und Honorarprofessor für Systemdesign an der Universität Kassel).

Außerdem sind noch deutlich die Spuren, die Jan Teunen im Vorjahr mit seiner Rede hinterließ, in der er die These aufstellte, daß wir alle wieder mit dem Kosmos EINS werden müssen, zu erkennen. Ich denke, daß wir uns in dieser Sache inzwischen auf einem guten Wege übergeordneter Nachhaltigkeit befinden.

Weiterführender Gedankenaustausch: Prof. Dr. Tom Sommerlatte im Gespräch mit Prof. Olaf Leu.

Weiterführender Gedankenaustausch: Tassilo von Grolman (DDC Ehrenvorsitzender) im Gespräch mit Michael Eibes (Sprecher des Vorstands DDC).

Weiterführender Gedankenaustausch: Im Dialog mit Bionade.

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F R E I T A G

Ein gestrafftes Programm unter der Federführung von Prof. Gregor Krizstian und Prof. Rüdiger Pichler, das ich jedoch nicht mitbekommen habe, da ich eine spontan angesetzte Jobbesprechung wahrnahm. Deshalb leider nur ein Bild vom Campus Unter den Eichen zur Illustration. (Schnüff)

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S A M S T A G

Samstag fand tagsüber im Schlachthof die see conference statt. Da es sich hierbei um einen Kongreß von geballter Information und Qualität handelt, der nichts weniger sicherstellt, als daß man sich danach für mehrere Wochen noch nicht mal mehr an seinen Namen erinnern kann, habe ich dieses Jahr beschlossen, mich dieser Veranstaltung aus Gründen des Selbstschutzes schweren Herzens zu entziehen. Sie soll, es war nicht anders zu erwarten, hervorragend gewesen sein.

Die geniale Ben-­Patterson-­Fluxus-Performance. Es wirkten mit: Members of the Airbrush Army, Marco Fischer (Die Firma), Gordon Bonnet (IHK), Christian Daul (Scholz und Volkmer). Bitte Bild anklicken, um zum Bericht zu gelangen.

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S O N N T A G

Sonntag dann der Tag der offenen Tür, das Artischockenherz des Festivals, die Ursprungsschraube, der Ausgangspunkt, das sensitive Formationsstück mit Türklinkenfunktion. Hier saß Euer Hamster am Texterpult im Hause Die Firma – und war so gut wie nie ansprechbar, wie nachfolgendes Bild beweist:

Um einen guten Text zu schreiben, bedarf es eines Texters, der nie da ist, weil Recherche ein nicht zu unterschätzendes Qualitätstool ist. Außerdem sorgt Abwesenheit immer für Gesprächsstoff; und im Gespräch zu bleiben ist ein nicht zu unterschätzender Kommunikationsmechanismus.

Ein gesunder Fingerzeig von Prof. Olaf Leu ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Kommunikationsmechanismus. Links: Marcus Wenig.

Ein gesunder Kommunikationsmechanismus läßt sich natürlich auch variieren. Zum Beispiel so.

Oder auch so. Wie auch immer, immer sind Finger mit im Spiel, ganz so als wollten sie uns sagen „Seht her, auf uns könnt ihr nur schwer verzichten.“ Und wer würde ihnen da widersprechen wollen?

Manchmal fühlen sich die Finger aber auch an der Hosennaht gut aufgehoben. Das soll uns dann signalisieren: „Sir, der Kuchen ist vollständig vernichtet, Sir!“

Seine Finger kann getrost eingeklappt lassen, wer mit einem lichten Lächeln zu kommunizieren vermag.

Auch hier wird gekonnt mit Licht kommuniziert, die Finger bleiben ebenfalls vorbildlich eingeklappt.

Wer die Hallen der Firma Die Firma um 11:20 Uhr betritt, verläßt sie auch wieder um 11:20 Uhr. Damit steht Die Firma für Kontinuität und gleichbleibend hohe Qualität ein, vermeidet gleichzeitig das Aufkommen von überflüssigem Streß bei ihren Kunden (5 vor 12) und gibt jedem zudem das beruhigende Gefühl, daß gute kreative Produkte zeitlos sind. Zusatzaufgabe: Suchen Sie auf dem Bild Christoph Kremers.

Abends gab es dann im Caligari noch den Film Bomb it! War schönes und großes Kino. Thilo von Debschitz, Q-DeSIGN, CaLIGARI UND DEN VIELEN sPRAYDOSENHERSTELLERN SEI dANK!

FLUXUS Performance by Ben Patterson

20 Apr

Ben Patterson instructing his crew members. (Click to enlarge)

All crew members are getting dressed.

Ben Patterson’s crew members are about to enter the famous Schlachthof halls in Wiesbaden.

Animals are about to make their way to the bonfire situation.

The bonfire situation; later participated by some sweet little Knickerfrösche making lots of interessting noises.

Religiously motivated music appears; our animals are handing over much more sweet little Knickerfrösche to the audience. May be an art communion, well, let’s say: sort of…

… see?

Ben Patterson (right) Link to kunstaspekte

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DJs Ponderosa, Big Mike E and Mr. Fisher are gaining ground…

… see?

… see?

Airbrush Army, see?

A proper confession, see?

… see?

Resumtion: It was a great event, great to having have had Mr Ben Patterson with us, not to say, inside of us – well, inside all of us, just to be perfectly precise – the mental food was – so to speak – more than just nutritious; and the copywriter of these lines is quite aware of the fact that Ben Patterson should better never ever get aware of them…see?

Ein (fast) irrelevanter Rückblick(spiegel)

5 Apr

Das zarte Pflänzchen der Kultur muß gegossen und gegossen werden, damit es sich zu einer prachtvollen Kulturpflanze entwickelt und/oder zu ihr heranreift.

Was ist in der letzten Zeit geschehen?

Nun, um es offen auszusprechen: so einiges. Und einiges uneiniges. Wie das eben so ist: Was den ehemaligen beiden deutschen Staaten recht ist, sollte meinen beiden Gehirnhälften billig sein. Und teuer natürlich auch. Wo kämen wir denn da sonst so hin….

Zunächst stand mal wieder der Besuch des Wiesbadener Landesmuseums an und Walter Dexel auf dem Programm. Museumspädagoge und ausgewiesener Agenturchef Marco Fischer (nachfolgend im Bild)

bereitete die angetretene Besuchergruppe zunächst via dreidimensionalem Donald Judd und dazu passendem Oberteil behutsam auf die Zweidimensionalität der Arbeiten Walter Dexels vor. Der Mann (Herr Fischer; Anm. der Red.) hat nicht nur Geschmack, er weiß auch worum es geht!

Auf dem Weg nach oben werfen wir noch einen kurzen (fast verlorenen) Blick in die intellektuelle Gepäckabfertigungsanlage von Mario Merz. Besonders Schwefelreisende kommen hier voll auf ihre Kosten.

Hier sind sie also: die Werke Walter Dexels:


Fast vollständig an der Zahl. Liest man die Beiblätter zur Ausstellung, so fallen Namen wie Alfred Schmela, Carl Laszlo oder Werner Schmalenbach. Zu letzterem könnte ich eine ganze Menge erzählen, will es aber in seinem Interesse nicht tun. Zu Erstgenanntem: guter Galerist. Und Carl Laszlo: Er war jahrelang mein Mentor. Sein Geist ist großes Kino. Zu Dexel: Bitte hier lesen.

Dann hatte Big Mike E die Idee, mich mit nach Frankfurt zu nehmen. Zuerst eine Ausstellung über den Künstler Jürgen Wegner:

und danach hätte wir uns noch etwas Boticelli genehmigen können, allein, die Schlange hinderte uns daran:

Erster: Stehe schon seit sieben Stunden für Boticelli an. Zweiter: In Rom habe ich es für das Turiner Grabtuch auf über drei Tage Anstehen gebracht – Übernachtung plus Vollpension inklusive.

Es blieb bei Wegner und einem intensiven Einblick in sein schöpferisches Leben – sowie Würstchen im Glas:

Auf dem Heimweg nutze ich das Zeitfenster, um nützliche Langzeitbelichtungen anzufertigen. Hier, der 1. Ring in Wiesbaden:

Es ist wichtig, immer in Bewegung zu bleiben.

Außerdem sind die ersten 16. Exemplare meines Meerschweinchenreports in den Druck gegangen. Die Zeitschriftenkioske von Vera Munro (2 Stück), Dorothea van der Koelen (3 Stück), Michael Werner (1/2 Stück), Bruno Bischofsberger (2 Stück), Karsten Greve (1/2 Stück), Annely Juda (3 Stück), Georg Nothelfer (EURO 750.000,-), Larry “GoGo” Gagosian (2 Stück), Mr. White Cube (1 Stück) und David Zwirner (2 Stück). Meerschweinchenreport berichtete bereits völlig uneigennützig über die VÖ.

Hier geht’s zu issuu.com zum Blättern…

Doch gehen wir noch weiter ins Detail: In Wiesbaden fand Die Nacht der langen Galerien statt. Einmal mehr machte mich Big Mike E darauf aufmerksam. Deshalb steht die Airbrush Army + Big Mike E in diesem Kapitel an erster Stelle. Und zwar hier:

Das Bild entstand in den Gemächern des Nassauischen Kunstvereins. Dort traf ich auch einmal mehr auf Burkhard Rosskothen von einfallsreich.tv: Seine im Netz anzutreffende und aufzurufende Künstlergespräche schafften den Sprung an die Wand, oder den Durchbruch durch die Wand, um dem versierten Betrachter ins Gesicht zu springen; oder so:

Durch die Glasfront der frisch umgezogenen Galerie CP sah es so oder u.a. so aus:

Neben den vielen Ausstellungen bin ich auch viel unterwegs. Hier der Blick aus einem Zugfenster:

Hier der Blick aus einem Zugfenster

Manchmal nehme ich auch den Bus. Hier der Blick aus einem Busfenster:

Hier der Blick aus einem Busfenster

Manchmal fahre ich aber auch mit einem anderen Zug. Hier der Blick aus einem anderen Zugfenster:

Hier der Blick aus einem anderen Zugfenster

Manchmal sieht der Blick aus einem Busfenster aber auch ganz anders aus. Zum Beispiel wenn heftige Regenfälle einsetzen. Hier:

Manchmal sieht der Blick aus einem Busfenster aber auch ganz anders aus. Zum Beispiel wenn heftige Regenfälle einsetzen.

Manchmal fotografiere ich auch an einer Hochschule:

Hier der Blick in das nagelneue Audimax der HSRM

Manchmal findet ein Blogbeitrag auch sein Ende. Zum Beispiel hier und jetzt.

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