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Das große Corona Gewinnspiel (2)

13 May

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Wen oder was stellt dieses statistische Schaubild dar?

a) Die Gastronimie-Branche blickt pessimistisch in die Zukunft.

b) Die Gastronimie-Branche blickt optimistisch in die Zukunft.

c) Dieses Schaubild stellt die durchschnittliche Plätzchenverzehrrate eines überdurchschnittlichen Vorstandsvorsitzenden eines typischen DAX-30-Unternehmens dar, wenn zugleich seine blaue Konferrenzkaffeetasse bis zu sieben Minuten nach Sitzungseröffnung ungefüllt verblieben ist.

d) Ich bin mir absolut sicher, daß diese Kettensäge von Bob Ross gemalt wurde.

e) Der Test ist mir zu unheimlich, es fehlen dominante Grüntöne, so wird das nichts mit einem effektiven Umweltschutz.

f) Wenn Krümelmonster pokern.

 

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Andreas Baier: «Das entwickelte Frühstücksei» in «PhotoKlassik» ( 2018 III)

5 May

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Das Magazin «PhotoKlassik» befaßt sich in der schnelllebigen Digitalzeit erfreulicherweise mit allen Aspekten der entschleunigenden Analogfotografie. Der ungarische Börsenguru André Kostolany empfahl Anlegern an der Börse das «antizyklische Denken und Handeln». Im Grunde macht «PhotoKlassik» nichts anderes.

In seiner Herbst-Ausgabe (2018) veröffentlichte «PhotoKlassik» in der Rubrik «Kultur» drei analog gefertigte Bilder unseres Redaktionsfotografen Andreas Baier inklusive ihrer Entstehungsgeschichten: Das Blitzlichtgemälde «Walther und Walthraudt von der Vogelweide», das Mitte der 1990er-Jahre auf der Wartburg im Auftrag des Magazins stern für den Bericht «Die wahre Mitte Deutschlands» entstand; die «Marmorzeitung» des Kubach-Wilmsen Team vor dem «Museum Schloß Salder» in Salzgitter für das Kunst- und Kulturprogramm «KUNSTüberall» sowie die im Cross-Over-Process (Diafilm in C41) entwickelte Aufnahme «Living Room Lion», die ursprünglich für das Artwork-Shooting der 1980er-Jahre Kult-Band klein im Auftrag von SONYmusic entstand und später von «National Geographic» online veröffentlicht wurde.

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Andreas Baier: «Die Band KLEIN» in «Flashback» (fotoPRO 2018/3)

20 Apr

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In der Rubrik Flashback des Fotomagazins «fotoPRO» blicken «gestandene Fotoprofis zurück auf denkwürdige Aufträge». In diesem Beitrag erinnert sich unser Redaktionsfotograf Andreas Baier an seine Kollaboration mit der 80er-Kultband «KLEIN»:

Der ziemlich schnell nach ihrer Gründung mit dem Stempel «kultverdächtig» versehenen Kult-Band klein gelang es, direkt nach Veröffentlichung ihres ersten Live-Albums einen Plattenvertrag bei Epic/Sony zu unterschreiben. Das vom Band-Leader und unserem Redaktionsfotografen ausgearbeitete Fotokonzept sollte unter satirischen Gesichtspunkten vermeintlich kriminelle Aspekte in den täglichen Wohn- und Lebensbereichen von Egon und Erika Mustermann unterschiedlich interpretiert visualisieren. Ihr Arbeitstitel lautete: «Tatort Wohnzimmer» – wo immer sich besagtes Freigehege auch gerade befinden mochte.

Bemerkenswerterweise entwickelte dann der eigentlich als eher bieder einzustufende Produktmanager eigenmächtig ein polarisierendes Marketingkonzept, das als emotionalen Höhepunkt den Besuch des Frankfurter Oberstaatsanwaltes im Büro des damaligen SONY-Deutschlandschefs – der sich in Sachen effektiver Öffentlichkeitsarbeit viel lieber mit seinem Rolls-Royce in Verbindung gebracht sah – und dessen dortige eingehende Vernahme zur Folge hatte, was wiederum in die fristlose Entlassung des verantwortlichen Produktmanagers sowie die Auflösung des Plattenvertrages mit der immer noch als kultverdächtig zu bezeichnenden Kult-Band klein mündete.

Ausführlicher Bericht auf der Website unseres Redaktionsfotografen.

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Das große Corona Gewinnspiel (1)

11 Apr

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Wen oder was stellt dieses statistische Schaubild dar?

a) Die Corona-Infektionsrate läßt nach.

b) Die Corona-Infektionsrate nimmt zu.

c) Einen homöopathischen Urintest.

d) Ich weiß nicht, dazu müßte ich erst mal alle Sorten durchprobieren.

e) Der Test ist mir zu unheimlich, es fehlen Grün-, Pink, Blau- und Himmelstöne, das gefällt mir nicht.

f) Wieso ich? Ich war seit Wochen nicht mehr vor der Tür.

 

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Gérard Rancinan: «Paul McCarthy»

29 Jun

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Website Gérard Rancinan.

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Important Advice: This article won’t kill any polar bears. However, it won’t save them either. How should it work anyway? Despite all that we have disabled the possibility to launch comments – just to be on the safe side. Thank you for your cooperation.
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Sir Peter Ustinov: «Sprechen Sie lauter, hören Sie mehr zu und sagen Sie, was Sie denken.»

4 May

Sir Peter Ustinov quite entertainingly about «Englishness». Almost 60 minutes you should watch, consume or worship indefinitely! The show is entitled to be named «An Audience with Peter Ustinov», which was produced in 1988.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Die Akademie der Künste, Berlin: «Zu Gast in den Kunstsammlungen Chemnitz»

7 Feb

Alle Bilder von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier
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Nach Chemnitz zu reisen, ist nach wie vor gleichbedeutend mit einem satten Trip in die Vergangenheit – und großes Kino! Kann sich noch irgend jemand an die Batterien von biertrinkenden Punks in Bahnhofsnähe erinnern, die schon vor 12 Uhr Mittags ihr Brauchtum hegten und pflegten? Und wenn man sie nach dem Wege fragte, so bekam man nicht etwa «die Fresse dick», sondern eine freundliche, ja geradezu hyperüberfreundliche Auskunft? Nein? Schade, denn auch wenn besagte Punks seit gefühlten und wohl auch tatsächlichen vier Jahrzehnten aus dem westdeutschen Straßenbild verschwunden sind – in Chemnitz sind sie noch heute präsent; und sie benehmen sich erfreulicherweise genauso wie vorstehend beschrieben.

Läuft man nun nach Auskunftserteilung mit seinem Köfferchen vom Bahnhof aus, mit dem Haupteingang im Rücken, die nächste Kreuzung rechts, an der darauffolgenden Kreuzung links und danach ein ganzes Weilchen immer der Nase nach, so trifft man an der nächsten übergeordnet großen Kreuzung rechter Hand auf Herrn Marx, Karl Marx, sauber und wohl proportioniert in Stein gemeißelt, der – würde man diesen Koloß aus 20.000 Kilometern Höhe direkt über dem Gebäudekomplex auf dem Potsdamer Platz in Berlin abwerfen, sicherlich – und ganz pflichtbewußt – mit dem vollen Aroma seiner gigantischen Sprengkraft daherkäme.

Gute Gestaltung erkennt man immer an ihrer Fähigkeit zur unmißverständlichen Kommunikation.

Die Generaldirektorin der «Kunstsammlungen Chemnitz», Frau Dr. h.c. Ingrid Mössinger, betritt soeben das Auditorium des Museums. Deutlich zu erkennen sind die sauber gestalteten Programmhefte der gemeinsam mit der «Akademie der Künste, Berlin; Sektion Bildende Kunst», organisierten Veranstaltungsreihe.

Der frühere Präsident der Akademie der Künste, Berlin, Prof. Klaus Staeck, hält eine schwungvolle, klar strukturierte und humorvolle Begrüßungsrede, die sich mit dem Sinn und Unsinn des Lebens, mit dem auf und nieder weltlicher Gezeiten, und natürlich auch und irgendwie mit der gelegentlich fluxusesk aufkeimenden Wirkung künstlerischer Kommunikationsarten und -techniken dezidiert auseinandersetzt.

Wird man im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung ausgezeichnet, so gibt es drei Hauptvarianten, im Rahmen derer solche Huldigungen für gewöhnlich über die Bühne gehen: 1) Die Riesenscheckübergabe im Foyer einer Kreissparkasse; 2) Eine gepflegte Weizenbierdusche auf dem Marienplatz; oder 3) Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am großen Harken auf der Wartburg. Wahrlich, intellektuelle Leckerbissen sind das aber allesamt nicht. Den richtigen Kick gibt es abermals nur im sauber typograpierten Gesamtzustand: durch und mit Verleihung einer Urkunde auf der «DIE AKADEMIE DER KÜNSTE, BERLIN, ZU GAST IN DEN KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ» steht – und natürlich von Dr. h.c. Ingrid Mössinger sowie Prof. Klaus Staeck gemeinsam in den Händen gehalten wird. Deutlich zeigt auch das begeisterte Mikrophon in Richtung der zurückhaltend und gerade dadurch vorbildlich gestalteten Premiumauszeichnung!

Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion Bildende Kunst und Kurator der Ausstellung, auf dem Weg zum Rednerpult; er hält dort eine schwungvolle, klar strukturierte und humorvolle Rede, die sich mit dem Sinn und Unsinn des Lebens, mit dem auf und nieder weltlicher Gezeiten, und natürlich auch und irgendwie mit der gelegentlich fluxusesk aufkeimenden Wirkung künstlerischer Kommunikationsarten und -techniken dezidiert auseinandersetzt.

Dr. h.c. Ingrid Mössinger sowie Prof. Dr. Wulf Herzogenrath gemeinsam mit einem Sonnenblumenstrauß. Nein, wir denken jetzt nicht an van Gogh. Sondern eher an kaltgeschleudertes Sonnenblumenöl, das, so es einmal die Erdatmosphäre verlassen hat, auf dem Mond die besten Bedingungen vorfindet, um einer später nachfolgenden Erdmenschenpopulation die perfekte Grundlage zu bieten, um in gefühlsschwachen Momenten seltsam anmutende Gedichte zu verfassen.

Und da haben Sie es nun, meine lieben Meerschweinchenreportleserinnen und Meerschweinchenreportleser: Da braucht man nur mal eine geist- und sinneserweiternde Ausstellungseröffnung zu besuchen – und schon fällt es einem hinterher schwer, die körpereigene Schreibe unter Kontrolle zu halten.

Nach den Reden ist vor der Lecture-Performance: Manos Tsangaris, Direktor der Sektion Musik, beweist einen besonderen Sinn für das richtige Timing in der Abfolge absurd anmutender Ton- und Geräuschsequenzen.

Manos Tsangaris beherzigt die eiserne Grundregel, wonach Lustiges formal mit ernster Mine sowie Ernstes formal eher humorvoll vorzutragen ist. In dem hier vorliegenden Fall verhält es sich mal so – und mal so. Und dann auch wieder so.

Menschen können wie eine Gebirgskette sein – wenn man ihnen die Möglichkeit zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit bietet.

Auf dem Weg zur Performance von Christina Kubisch.

Die Video-, Musik- und Performancekünstlerin Christina Kubisch stellt den Besuchern ihr Projekt vor.

Im Gesamtüberblick: Christina Kubischs Performance.

Ein Bild aus der Serie mit dem Titel «Straight to the point» unseres Redaktionsfotografen.

Als wäre es eine Szene aus einem Film Federico Fellinis: «Tanzende Vibratoren, jeweils mit einem Mini-Tütü bekleidet, drehen sich lustvoll vor dem inneren Auge des Vatikans». Oder so ähnlich. Vielleicht sind es aber auch Lippenstifte auf dem Weg zu einer Vorstandssitzung der Deutschen Bank im Jahre 2050. Soo genau weiß man das nicht, denn das mit dem Interpretieren ist ja immer so eine Sache … Klar, die Künstlerin hätte man jederzeit befragen können. Aber würde man sich dadurch nicht der Möglichkeit berauben, die Dinge so zu sehen, wie man sie sehen möchte?

Prof. Dr. Wulf Herzogenrath filmt oder fotografiert die Performance. Im Hintergrund eine Plastik des Bildhauers Emil Chimiotti.

Christina Kubisch, Mitglied der Sektion Musik, im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern. Auf dem Spiegel stehen noch die Figuren zu ihrer kurz zuvor zelebrierten Performance «Ballett» (1979/2016).

In der Ausstellung werden zur Feier des 320-jährigen Bestehens der Akademie der Künste, Berlin, Werke aus der eigenen Kunstsammlung, dem Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz sowie aus öffentlichem und privatem Besitz gezeigt. Die Akademie der Künste, Berlin, ist die älteste deutsche und drittälteste europäische Akademie. Zusammen mit der Sektion Baukunst bildete die Sektion Bildende Kunst den Kernbestand der 1696 durch Kurfürst Friedrich III. gegründeten «Academie der Mahl-, Bild- und Baukunst». Im Hintergrund das Gemälde «Schlaf II» von Karl Horst Hödicke.

Der Spiegel zur Kubisch-Performance wird wieder zurück ins Archiv gebracht.

Beim Abstieg aus dem Reich der Bildenden Künste lechzen für jeden der 67 ausstellenden Künstler individuell erstellte Informationsfaltblätter förmlich darum, mitgenommen zu werden: Magdalena Abakanowicz, Ai WeiWei, Dieter Appelt, Armando, Silvia Bächli, Frank Badur, Miroslaw Balka, Lothar Böhme, Emil Cimiotti, Tony Cragg, Richard Deacon, Tacita Dean, Jim Dine, Arnold Dreyblatt, Bob Dylan, Hartwig Ebersbach, Bogomir Ecker, Ólafur Elíasson, Heinz Emigholz, Ulrich Erben, Ayse Erkmen, VALIE EXPORT, Thomas Florschuetz, Jochen Gerz, Dieter Goltzsche, Ulrike Grossarth, Katharina Grosse, Mona Hatoum, Birgit Hein, Karl Horst Hödicke, Rebecca Horn, Alfonso Hüppi, Magdalena Jetelová, Joachim John, Ivan Kafka, Barbara Klemm, Bernd Koberling, Christina Kubisch, Raimund Kummer, Marwan, Jeanine Meerapfel, Boris Mikhailov, Bruce Nauman, Marcel Odenbach, Wolfgang Petrick, Hermann Pitz, Markus Raetz, Arnulf Rainer, Bridget Riley, Ulrike Rosenbach, Karin Sander, Eran Schaerf, Hanns Schimansky, Michael Schoenholtz, Richard Serra, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel, Günther Uecker, Micha Ullman, Hans Vent, Corinne Wasmuth, Wim Wenders und Dorothee von Windheim.

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Alternative Fakten: Vincent Van Goghs «Selbstportrait mit verbundenem Ohr und Pfeife»

6 Feb

Vincent van Gogh: «Selbstportrait mit verbundenem
Ohr und Pfeife» aus dem Jahre 1889

Es war eines der spannendesten Coups der Kunstgeschichte, als sich Vincent van Gogh in fast buchstäblich letzter Minute dazu entschloß, es sich für «die perfekte Naßrasur» (seine Wortschöpfung) vor dem Spiegel bequem zu machen. Vielleicht wurde er aber auch von Paul Gaugin, einem Pinguin oder schlicht dem Mistral barbiertechnisch auf Vordermann gebracht. Die Kunsthistorikerin Marianne von Werefkin ist sich da leider nicht mehr so sicher. Ist aber eigentlich auch egal.

Deutlich zu erkennen ist jedoch das Ergebnis seines frühmorgendlichen Wirkens: Auf der rechten Seite hängt sein versehentlich abgetrenntes Ohr schlaff herunter. Es ist traurig, trägt schwarz und versucht, sich ein letztes Mal an der Brustwarze des Meisters zu stärken. Leider gibt sie keine Milch mehr. Ganz im Gegensatz zum Ohr auf der linken Seite: Zwar gibt es vor, genauso langgezogen und abgeschlagen zu sein wie sein Pendant auf der Straßenseite gegenüber, macht aber insgesamt einen viel frischeren Eindruck, weshalb davon ausgegangen werden muß, daß pure Empathie das linke Ohr beinahe so traurig aussehen läßt wie das rechte. Gab es unter van Goghs Ohren möglicherweise eine Geheimsprache mittels derer sie sich von der Außenwelt unbemerkt verständigen konnten? Die erfahrene Kunsthistorikerin Marianne von Werefin, die früher während der Semesterferien bei «Q-Tips» am Fließband stand, meint ja. «Ohren», so die Expertin, «neigen oft dazu, in ihrem Unterbewußtsein Fragen zu stellen, die sie sich dann selbst beantworten. Die dabei entstehenden Schwingungen, wir sagen ‹Schallwellen› dazu, übertragen sich dann auch auf die nähere Umgebung. Das führt dann oftmals zu gleichgeschalteten Verhaltensweisen.»

Aber auch die sonst so rabiat harte und unbeugsame Pfeife zeigt Mitleid und sich geschmeidig, legt sich anschmiegsam, einem Halstuch gleichend, schützend um den fragil-verletzlichen Nacken Vincent van Goghs – vermutlich, um als Verband weiteres Blut aufzusaugen.

Und was ist mit van Gogh selbst? Beinahe sieht er so aus, als würde er hinter dem sich selbst malenden Maler ein schönes Stück Kottelett hängen sehen, dessen Aussicht auf ein baldiges Verzehrtwerden die Sonne nicht nur in seinem Herzen sondern auch in seinem Gesicht aufgehen läßt. Dieses Bild ist Zeugnis der wenigen glücklichen Tage der ihm verbleibenden eineinhalb Lebensjahre.

Nun hängt das Bild wieder dort, wo es hingehört: in Murnau. Der erste Vorsitzende der «PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau», Professor Dr. Hans-Peter Keitel, ist stolz darauf, in quasi letzter Minute dieses Meisterwerk für den Betrag von 115.704,- € aus dem Nachlaß Marianne von Werefkins erstanden zu haben. Dabei ist noch eine Finanzierungslücke von derzeit 30.000,- € zu schließen. Die Stiftung bittet höflichst um den Vollzug entsprechend notwendiger Handlungsmaßnahmen – und sich vertrauensvoll mit ihr in Verbindung zu setzen.

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NASA | Cassini: «Und wenn der weiten Welten Ausgangstür versperrt …»

29 Dec

Saturn’s Shadow
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About this photograph NASA writes on its website: «With giant Saturn hanging in the blackness and sheltering Cassini from the sun’s blinding glare, the spacecraft viewed the rings as never before, revealing previously unknown faint rings and even glimpsing its home world.

This marvelous panoramic view was created by combining a total of 165 images taken by the Cassini wide-angle camera over nearly three hours on Sept. 15, 2006. The full mosaic consists of three rows of nine wide-angle camera footprints; only a portion of the full mosaic is shown here. Color in the view was created by digitally compositing ultraviolet, infrared and clear filter images and was then adjusted to resemble natural color.

The mosaic images were acquired as the spacecraft drifted in the darkness of Saturn’s shadow for about 12 hours, allowing a multitude of unique observations of the microscopic particles that compose Saturn’s faint rings.»

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Nacht
Johann Wolfgang von Goethe
Faust – Der Tragödie erster Teil

Wie alles sich zum Ganzen webt,

Eins in dem andern wirkt und lebt!

Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen

Und sich die goldnen Eier kraulen,
auf daß zur Feier nun sie kreischen,
jaulen, jodeln, fünf Minuten noch im Wasser brodeln
bis sie aufgespreizt den Tisch bereichern!

Mit segenduftenden Schwingen

Vom Himmel durch die Erde dringen,

Harmonisch all das All durchklingen!
Welch Schauspiel! Aber ach! ein Schauspiel nur!

Wo faß ich dich, unendliche Natur?

Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens,

An denen Himmel und auch Erde kleben, hängen,

Dahin sich welke Brüste drängen, oh, sie schweben –

Ihr quellt, ihr tränkt, und schmacht ich so vergebens?

 

Saturn Rings
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Die Freundschaft
Friedrich von Schiller

Stünd im All der Schöpfung ich alleine,
Seelen träumt’ ich in die Felsensteine
Und umarmend küsst’ ich sie –
Die Beine der Freuden, die ich einst entlieh.
Meine Klagen stöhnt’ ich in die Lüfte,
Freute mich, antworteten die Klüfte,
Tor genug! der süßen Sympathie,
Die mir, mit Hoffnungen garniert, entgegenschrie.

 

Saturn Moons Prometheus and Daphnis
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Der Spaziergang
Friedrich Hölderlin

Die ferne Landschaft, die ich gerne
Besuch’ in Witterung mild:
Die Gottheit freundlich geleitet
Und erstlich mit Blau,
Trag’ ich persönlich sein herrliches Schild.
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölbig und grau,
Mit sengenden Blitzen und Rollen,
Mit pengenden Witzen und Grollen,
Wardst Du, oh Saturn, meine liebende Frau.

 

Saturn Moons Enceladus and Janus
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Frohes Feucht
Casanova

Wenn Nacht es wird,
dann herzt der Wirt
beschmerzt die Damenwelt,
denn Dramen kosten Geld.

 

Saturn Moon Dione
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Du mußt das Leben nicht verstehen
Rainer Maria Rilke

Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.

Und laß dir jeden Tag geschehen

so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen

sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,

das kommt dem Kind nicht in den Sinn.

Es löst sie leise aus den Haaren,

drin sie so gern gefangen waren,

und hält den lieben jungen Jahren

nach neuen seine Hände hin.

 

Saturn Moons Mimas and Pandora
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Raumschwindelgefühl
Christian Morgenstern

Euch engen Berge ein –
Mir zeigt ihr scharfer Saum
Nur um so grausiger
Den grenzenlosen Raum.
Wie einer Schleuder Kelch
Durch flugbereiten Stein,
So weiht mich das Geschoß
der befreiten Eichel ein.

 

Saturn Moon Janus
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Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Joseph von Eichendorff

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.

(…)

Den lieben Gott laß’ ich nun walten,

Im Bächlein auch ein Hündchen bellt,

Und für unser frohes Geldscheinfalten

Hat er uns dieses Sofa hingestellt.

 

Saturn Moons Pia and Modest
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via: We Waste Time.

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National Geographic: Andreas Baier’s «Living Room Lion» published in «Strange Terrains» Story

13 Nov

«Living Room Lion» by Andreas Baier
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Once again National Geographic published a photograph taken by our staff-photographer Andreas Baier. The image is entitled «Living Room Lion»; and is in use for the «Strange Terrains» story. The National Geographic Photographer Renan Ozturk, as a picture editor in charge for this assignment, wrote about this shot: «This is one of the most wildly bizarre and creative interpretations of the strange terrains assignment. Horrifying, fascinating and pink. Great depth and framing with beautiful angles of the walls as well a clear subject with the lion.» From a submission pool of 7.000+ images 23 photographs have been chosen for the final story which has been freshly pressed.

Previously published photographs by Andreas Baier on National Geographic’s online plattform:
1.) «Mother & Child» Story: A Child Will Be Born.
2.) «Undiscovered» Story: Bathtub Breakfast.

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Mustapha Mandelbaum: «Karl Mays nagelneue Grabstätte»

13 Sep

«Der Teufelstisch – Die beliebte und nagelneue Grabanlage Karl Mays in der Pfalz» ist eine weitere beeindruckende Arbeit des bundesdeutschen Ausnahmespezialkünstlers Mustapha Mandelbaum
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Wurde der sogenannte Teufelstisch in seinem früheren Leben als prähistorische Photovoltaik-Anlage mißbraucht (Meerschweinchenreport berichtete besorgt), so mutierte sie nach dem letzten Willen des bekannten Winnetou-Erfinders Karl May zu dessen Grabanlage mit Nutzerzusatzfunktion: Der Große Manitu hilft beim Melken der ortsansäßigen Kühe gleichermaßen wie er die Bewohner Hinterweidenthals einmal in der Woche zum Kollektivgebet zusammentrommelt. Gelegentlich abgesonderte Musiksignale komplettieren die Liste der Anfangsverdachtsmomente, daß es sich bei dieser unkonventionellen Begegnungsstätte um ein ganz, ganz großes Freilichtkino handeln könnte.

Selbstverständlich findet auch dieses Werk Eingang in Mustapha Mandelbaums aktuellen Bilderzyklus «Zeitgenössische Vergangenheitsbewältigung moderner deutscher Formnormen». (Proudly sponsored by Rat für Formgebung)

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Satire: Auch Kaiser Wilhelm I wurde während der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» mit einer Torte beworfen

29 May

Kurz nach dem Tortenangriff auf Kaiser Wilhelm I während
der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» schaut dieser
hinreichend bedrückt aus der Wäsche.

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Auch Kaiser Wilhelm I wurde während der «Pariser Friedenskonferenz von 1919» mit einer Torte beworfen: Deutlich zu erkennen sind neben den beiden Sahne-Epauletten die scheinbar bartbildenden Sahnefetzen in seinem Gesicht, jeweils auf beiden Seiten direkt unterhalb der Nase als auch auf den äußeren Backenbereichen.

Gestern wurde die Politikerin Sahra Wagenknecht von rechten Nationalisten und zugleich glühenden Verehrern Kaiser Wilhelms I ebenfalls mit einer solchen Torte im Originalnachbau beworfen. Ihr zentraler Kritikpunkt: Die Linkenpolitikerin würde mit ihrer Forderung nach einem Zureisestop von modernen Arbeitssklaven (Flüchtlinge) dem weiteren erfolgreichen Wachstum unseres bewährten Wirtschaftssystems im Wege stehen.

Nur wenige Stunden nach dem unfreiwilligen Tortengenuß schwenkte Wagenknecht um und bekannte sich öffentlich insbesondere zu den sozialen Werten des ehemaligen deutschen Kaiserreichs; und bewunderte zudem die kaiserliche Technik (1. Weltkrieg), mit deren Hilfe er damals das «kapitalistische Schweinesystem» in die Knie zwang. Auch bedankte sie sich bei den Tortenkünstlern für die beinahe originalgetreue Nachempfindung des Urtortenwurfs von 1919 (lediglich die Sahne-Epauletten sind nicht richtig ausdefiniert), schließlich sei ihr dieses Happening ein Beispiel für vorbildliche und somit höchst willkommene Diskussionskultur. Sichtlich entspannt genießt Sahra Wagenknecht ihren ganz persönlichen Platz an der Torte:

Tortenangriff auf Sahra Wagenknecht während
des Bundesparteitags von «Die Linke»

Allerdings konnte laut Auskunft einiger weniger im Saale anwesender Real-Rationalisten nicht geklärt werden, worum es den beiden Streithahnparteien in aller Tatsächlichkeit ging.

Quelle | Screenshot: Die Welt
via Spreeblick

 

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QVED 2016 | Andreas Baier: «Corporate Photography Means Executives Look Good»

6 May

Andreas Baier hält auf der «QVED 2016» einen Vortrag über sein Projekt «Unternehmensfotografie bedeutet, daß Entscheidungsträger gut aussehen».
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Bühnenfoto von Michael Bundscherer

Ende Februar diesen Jahres hielt unser Redaktionsfotograf Andreas Baier in München auf dem Kongress «QVED 2016 – Quo Vadis Editorial Design?» einen Vortrag sowohl über sein aktuelles Projekt «Unternehmensfotografie bedeutet, daß Entscheidungsträger gut aussehen» als auch über seinen bisherigen beruflichen Werdegang. Dabei wurde deutlich, daß er sich stilsicher der unterschiedlichsten Bildsprachen zu bedienen vermag, um dem jeweiligen Thema inhaltlich und formal gerecht zu werden. So trägt beispielsweise das nachfolgende Portraitbild von Dschingis Khan den Titel «Mißhandelte Frühstückswürstchen mit Sahnehammer»:

Blitzlichtportrait von Dschingis Khan mit dem Titel «Mißhandelte Frühstückswürstchen mit Sahnehammer»

Schon früh veröffentlichte Herr Baier seine Bildreportagen und Portraits in Magazinen wie beispielsweise «stern», «Merian», «Globo», «Geo», «max» und den beiden Supplements des «Handelsblatt» und der «Süddeutsche Zeitung». So entstanden auch Portraits von Gerhard Richter, Gerhard Schröder, Bill Gates oder Sir Peter Ustinov:

Andreas Baier portraitierte Sir Peter Ustinov für das Magazin «max» als dieser mit seinem Programm «An Evening With Peter Ustinov» in der Bundesrepublik auf Tournee war.
Bühnenfoto von Michael Bundscherer

Während seines Studiums der Freien Künste an der HBK Braunschweig entwickelte er seine analogen «flashlight paintings» (Blitzlichtgemälde), die – bis hin zum chinesischen «people» Magazine – weltweit publiziert und ausgestellt wurden; sowie ihren Weg in private Kunstsammlungen fanden:

Vier Doppelseiten im chinesischen «People»-Magazine

Sotheby’s Katalog einer Auktion
im Fürstlichen Schloß zu Regensburg

Cover IPO-Brochure «Das Werk AG»

Internationale Werbekooperation mit den Metz-Werken

«Hommage an die Hommage» –
Vier Doppelseiten im Süddeutsche Zeitungmagazin

Von 1993 bis 2003 lebte und arbeitete unser Mann fürs grobe Korn in London. In dieser Zeit enstanden entweder sehr traditionell anmutende Schwarzweiß-Reportagen, beispielsweise über das magische Kräfte verleihende «Full English Breakfast» für «Globo», oder – salopp gesagt – ziemlich schräges Zeug: CD-Cover für «SONYmusic» und «Universal» von herrlich «gestörten» Bands; diverse Road-Safety-Spots, von denen auf der britischen Insel einige nicht ausgestrahlt werden durften; geschriebene Satirebeiträge, die u.a. in «THE FACE» oder auf tagesspiegel.de erschienen; sowie ein Werbefilmchen für das fiktive Bestattungsinstitut «Mr. Sandman’s Finest Funerals»:

Im Jahre 2003 wurde dann nach sechsjähriger Arbeit sein Musikprojekt «Hans Paetsch – Der Märchenprinz» von BMG Classics veröffentlicht, das er zusammen mit einigen namhaften Musikproduzenten realisierte und ebenfalls vom ZDF im Rahmen seiner Weihnachtstrailer uneigennützig beworben wurde.

Das nachfolgend verlinkte Filmchen zeigt den legendären Hans Paetsch bei Sprachaufnahmen zum Titelstück der CD «Märchenprinz».

Die zugehörige Website gewann alle möglichen nationalen und internationalen Auszeichnungen.

Seit ein paar Jahren fasziniert ihn die Portraitfotografie wieder ganz besonders, wobei er, so es zum Thema und der abzubildenden Person paßt, von den digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten regen Gebrauch macht, wie die beiden nachfolgenden «Screenshots» vom Bühnenvortrag zeigen:

Portraits von Kursteilnehmern der «Berlin School of Creative Leadership».
Bühnenfoto von Michael Bundscherer

Kunstsammler auf der Art Basel 2015.
Bühnenfoto von Michael Bundscherer

Zu den eigeladenen Referenten gehörten u.a. auch Debbie Millman, New York – USA («Sterling Brands»); Gail Bichler, New York – USA, (Designdirektorin «New York Times Magazine»); Francesco Franchi, Mailand – I, (Kreativdirektor bei «IL», dem Magazin von «Il Sole 24 ORE»); Jaap Biemans, Amsterdam – NL, (Creative Director «Coverjunkie»); Markus Rasp, München – D, (Kreativdirektor «Anzinger und Rasp»); Michael Ray, San Francisco – USA, (Editor of Francis Ford Coppola’s story and art quarterly, «Zoetrope: All-Story»); Mark Porter, London – UK; Horst Moser, München – D, («Independent Medien Design»); Steven Watson, London – UK, (Gründer von «Stack»); Mike Koedinger, Luxembourg-Bonnevoir – L, (Maison Moderne, Verleger und Medienunternehmer).

Bill Gates im Auftrag des «stern».
Bühnenfoto von Horst Moser

Der komplette Vortrag steht auf Youtube und dauert ca. 35 Minuten:

Pressespiegel: Antje Dohmann übertitelt ihren Bericht auf «Page Online» über die dreitägige Konferrenz – bezugnehmend auf Baiers Outfit – mit: «Bilderrausch im Bademantel» und schreibt: «Fotograf, Künstler und Illustrator Andreas Baier galoppierte durch eine Flut seiner teils puren, teils aufwendigst in Photoshop bearbeiteten Bilder, von denen jedes für sich eine ausgiebige Betrachtung wert gewesen wäre. Warum er dabei seinen Bademantel trug verriet er nicht.» And the one and only Debbie Millman tweetet: «Andreas Baier’s photographs are blowing my mind at #qved2016». Boris Kochan twittert: «Bloody times ‪@qved‬ with Andreas Baier»; und der Tweet von Harald Link lautet: «Andreas Baier – was für ein Fotograf, irre. ‪#qved‬ ‪#qved2016‬». Viola von Zadow zitiert unseren Photographen mit: «You’re a photographer or you’re not. If you are a photographer – do what you can best and take photographs!” Andreas Baier ‪@qved‬ ‪#qved2016‬». Miriam Lochner schreibt in ihrem Blog: «Der definitiv exzentrischste und lustigste Fotograf auf der QVED: Andreas Baier. Er hält nichts von Plänen und noch weniger von Perfektionismus. Lieber lässt er sich unmittelbar von der Situation und Person inspirieren, wenn er Portraitfotos schießt. Wenn das heißt, dass der Kopf des Portraitierten im Bild komplett verschwindet, ist das eben so. Und wenn er sich bei einem besonders surrealen Bild unsicher ist, ob es nun geil oder scheiße ist, einigt er sich auf ‹okay›. (Natürlich war es geil.)»

Unser Redaktionsfotograf möchte gerne die Gelegenheit nutzen und sein Bedauern über das entstandene Mißverständnis in Sachen «laxer Perfektionssucht» zum Ausdruck bringen. Richtig ist zwar, daß er im Vorfeld weitestgehend auf Planungen verzichtet, er jedoch beim Fotografieren sowie beim Ausarbeiten der Portraits sehr wohl auf Perfektion gesteigerten Wert legt.

Baiers komplette Vortragsdatei ist hier einsehbar.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, woher Andreas Baiers starke Affinität zur bildenden Kunst kommt? Seine Eltern eröffneten Mitte der 1960er Jahre ihre «Galerie Baier» für zeitgenössische Kunst und gründeten die Zeitschrift «KUNST» – das spätere «Magazin KUNST». Nachfolgendes Cover ist beispielsweise in der «Tate Collection» vertreten:

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CERN: «Happy New Year!»

31 Dec

Photo by Andreas Baier

Auch dieses Jahr ist der Andrang vor dem Eingang des Teilchenbeschleunigers des im Schweizer Kanton Genf gelegenen Cern groß. Riesengroß. Schließlich wird nicht jedem Erdenbewohner die sensationelle Möglichkeit geboten, sich jeweils paarweise mit nur etwas weniger als Lichtgeschwindigkeit auf gegenseitigen Kollisionskurs zu begeben, um als wissenschaftliche Sylvesterrakete (Hicks-Teilchen) im Jenseits ein völlig neues – und vor allen Dingen – unbeschwertes Leben zu beginnen.

Die Meerschweinchenreportredaktion wünscht allen diesjährigen Teilnehmern und natürlich auch allen Meerschweinchenreportlesern einen gesunden, neugierigen und friedvollen Start ins neue Jahr!

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Frank Behrendt!

18 Oct

Sie sind Ihres Zeichens eigentlich Köln-Chef der PR-Agentur FischerAppelt, haben in dieser Eigenschaft pünktlich zur aktuellen Buchmesse ein, genau, Buch veröffentlicht, nein quatsch, natürlich noch nicht; wissen aber als zukünftiger Buchautor standesgemäß sowas von genau, wie sich ein «knackiger» PR-Text zu lesen hat, nämlich nur dann gut, wenn möglichst soo viele Alliterationen eingestreut werden, daß selbst eingefleischte Richardwagnerianer nicht anders können, als ihren Hut zu ziehen, und zwar vor Ihnen, dem «Emir der Entspannung», dem «Lord des Loslassens», dem «Guru der Gelassenheit», dem «Meister des Müßiggangs» und, klar, dem «Frankie goes to Bookywood» (wobei es konsequenterweise «Frankie goes to Fookywood» hätte heißen müssen – aber Schwamm drüber).

Es ist schon klar, wohin Ihre schriftstellerische Reise führt: ins Reich der Entschleunigung; was sich auch daran erkennen lassen soll, daß Sie von den geplanten 151 Seiten auch erst eine einzige geschrieben haben – und dafür als versierter Graf des gemütlichen Grillens schon mal ganz entspannt «eine deutlich fünfstellige Summe als ‹signing fee›» haben möchten. Respekt!

Allerdings, Frank «Papst der Pause» Behrendt, vermissen wir im Bereich Ihrer Kernkompetenzselbstbeschreibung noch Formulierungen wie beispielsweise «Sultan des Standstreifens», «Kalif des Kriechens», «Botschafter des Beischlafverzichts»; oder auch etwas gewählter: «Hofzeremonienmeister des Halblangmachens».

Und dennoch, Frank Behrendt, hätte alles soo schön werden können, wenn Ihnen bei der Namensangabe Ihrer amtlichen Agentin nicht ein nachgerade unverzeichlicher Fehler unterlaufen wäre, nämlich: «Dr. Hanna Leitgeb». Mensch, Herr Behrendt, Sie Diener des dankbaren Daunenkissens, unter eiliger Einbeziehung aller vorstehend grinsend genannter, freundlicher Faktoren kann die in der kantigen Kantstrasse rühmlich residierende Dame doch nur «Hanna Haltgeb» heißen. N’est-ce pas?

Nuchts fur Ungut und Ihnen noch ein fröhliches «nihil agere delectat».

Mit freundlichen Füßen
Ihre flinken Fürsten des feinen Flachliegens

via: turi2 – für medienmacher

Mal was ganz anderes: Das Foto von Ihnen im «Clap»-Magazin ist sehr gut! Hat sich der ganze Aufwand also doch noch gelohnt, was?

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Auf besonderen Wunsch von Greenpeace keine Kommentarmöglichkeit.
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Again: «National Geographic» featuring Andreas Baier

19 Sep

Andreas Baier: «Bathtub Breakfast»
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Unter mehr als 18.000 Einsendungen wählte National Geographic für das Thema «Undiscovered» 31 Aufnahmen für diese Bildstrecke aus. Eine davon ist eine Photographie aus der früheren Auftragsarbeit «Breakfast on Thames: It’s great!» für das Reisemagazin GLOBO mit dem Titel «Bathtub Breakfast» unseres Redaktionsfotografen.

Bereits vor zwei Monaten erfuhr unser Redaktionsfotograf durch National Geographic diese besondere Auszeichnung für sein Bild «A Child Is Born!» aus dem Zylkus «Die Gesellschaft vom Hinterhaus». Meerschweinchenreport berichtete.

His comment: «Again, I am pretty much excited. It’s like being freshly born, or so.» We can only beipflichten.

via YourShot Andreas Baier

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Fine Art Printer: «Andreas Baier – Der Mann, der sich selbst nicht so ernst nimmt».

17 Jul

Portfolio Andreas Baier in «Fine Art Printer» (3/2015)
Click to enlarge fineartprinteredly

Ab dem 24. Juni 2015 zeigt «Fine Art Printer» (s. o.) in seiner aktuellen Ausgabe für die Monate Juli, August und September ein sechsseitiges Portfolio mit einigen Aufnahmen aus dem Langzeitportraitprojekt unseres Redaktionsfotografen.

Die Wiedergabequalität ist excellent: Im 4C-Modus wird der Eindruck eines lupenreinen Triplex-Drucks erweckt.

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Andreas Baier: «Kasper König»

12 Jul

Kasper König auf der Art|Basel|2015
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Aus der Sicht unseres Redaktionsfotografen war dieses Portrait von Kasper König längst überfällig: kulturelle Stringenz gepaart mit einer zarten Portion Wahnsinn. Vielleicht ist es aber auch kultivierte Überlegenheit, die mit Licht unterfüttert den konstruktiven Dialog mit seinem Nachbarn aufnimmt.

via Andreas Baier

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SONYmusic: «KLEIN braucht ein echtes Herrenportrait!»

16 Apr

Die Band «klein» – damals bei SONY unter Vertrag
Fotos von Andreas Baier

«Es ist nicht immer ganz einfach, eine Band adäquat zu fotografieren – müssen Sie wissen», so empfahl sich Mitte der 1990er Jahre unser heutiger Redaktionsfotograf gegenüber der Plattenfirma SONY für den durchaus heiklen Job, der damals mit dem Siegel kultverdächtig bestempelten Kultband «klein» ein brauchbares und multifunktional verwendbares Fotoalbum anzufertigen.

Es war der Unerfahrenheit des damals verantwortlichen Produktmanagers zu verdanken, daß unser heutiger Redaktionsfotograf den Job nach dieser verbalen und eigentlich unentschuldbaren Entgleisung dennoch bekam. Was folgte, das waren drei Tage Stubenarrest, quatsch, Fotografieren, ca. 200 belichtete Rollfilme und ein fettes Bilderpolster von mindestens 50.000 Kalorien: Ein schlanker Fuß sieht anders aus. Besonders auf dem Aufmacherfoto. Nachfolgend das CD-Cover:

CD-Cover des «klein»-Albums «kriminell»

Einige aus dem Kontext des «großen Ganzen» gerissene Textzeilen: «Ein Fußtritt durch die Kissentür, was kann ich denn da dafür?» Wobei, quatsch: Für diesen Zweizeiler zeichnet die atemlose Helene Fischer verantwortlich. Aber vielleicht: «Was macht die Hand im Automaten, wo die Geldscheine schon braten?» Wobei, schon wieder falsch: ist ja diesmal von Alice Schwarzer. Tja, es ist halt nicht immer ganz einfach, eine Band adäquat zu zitieren – müssen Sie wissen.

Siehe und höre auch tonboutique.

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Helmut Dietl ist tot

31 Mar

Foto von Karin Székessy
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Heute Vormittag machte es bereits die große Medienrunde, denn ein ganz, ganz Großer des deutschen Films sowie des humorbetonten Unterhaltungsbetriebs mit intellektuellem Anspruch hatte seinen glänzenden Silberlöffel fast pünktlich zu Beginn der diesjährigen Sommerzeitperiode für immer abgegeben: Helmut Dietl. Um 10:39 Uhr MESZ glitt ihm das so lieb gewordene Esswerkzeug aus der Hand, wurde jedoch kurz vor dem unumkehrbaren Aufprall wie durch ein göttlich gefügtes Zeichen von einem kräftigen Windstoß erfaßt und so auf seine letzte, fast wiederbelebende, Reise quer durch den filmschaffenden Teil der Republik geschickt.

Meerschweinchenreport war live dabei:
Zunächst schaute das glitzernde Multifunktionsbesteck bei Veronica Ferres vorbei und rührte ihr den frisch gebrühten Frühstückskaffee um, um sodann Ruth Maria Kubitschek kurzfristig als Diktiergerät (Track 4) zur Seite zu stehen, gefolgt von einer konstruktiven Stippvisite bei Franz Xaver Kroetz, um im Gegenzug für seine vermeintlich adäquate Drehbuchkritik seine Zunge mit melkfrischem Erdbeerjoghurt zu überziehen. Danach brachte Christiane Hörbiger das gute Erbstück mit deutschem Migrationshintergrund wieder auf Hochglanz, Götz George tauchte es zum Ausgleich und unter Berücksichtigung dramaturgischer Kontrapunktaspekte kurz mit bitterer Mine in bittere Orangenmarmelade, Heiner Lauterbach konnte sich dem sparkassenesken Charme seiner Grundidee nicht entziehen und brachte besagte analog gefertige Suppenbeförderungsapplikation, so gut es ging, mit dem Staub aller Feinde Brandenburgs wieder auf Vordermann, Senta Berger steckte ihn anschließend und konsequenterweise zum Fiebermessen einem hochrangigen Marineoffizier zwischen die Kiemen und sang mit ihm zum Trost gemeinsam «La Paloma» und Felix, quatsch, Joachim Król knobelt mit Uwe Ochsenknecht noch immer um die Wette, ob hinter dem «Besuch des großen Löffels» möglicherweise ein weiteres verkapptes Angebot steckten könnte, die komplizierte Vita von Veronica Ferres zu verfilmen. Jan Josef Liefers beendete schließlich am Montagmittag Löffels Reisen und zerlegte ihn routiniert mit dem Schneidbrenner. Das Ergebnis seiner fachgerechten Analyse packte Mario Adorf umgehend gegenüber der Presse hinreichend pointiert und geschmackssicher in nur zwei Worte: Tornedos Rossini.

In eingeweihten Fachkreisen (Michael Bully Herbig) wird gemunkelt, daß sich Helmut Dietl inzwischen mit Dieter Hildebrandt, Ulrich Mühe und Helmut Fischer zu ersten Sondierungsgesprächen getroffen habe. Dabei soll häufiger auch der Name des allseits beliebten Allround-Journalisten Kai Diekmann gefallen sein. Wir sind gespannt, möglichst bald zu erfahren, was es damit auf sich haben könnte, denn weiterführend wird in eingeweihten Fachkreisen (Harald Schmidt) gemunkelt, daß der BILD-Chef die offizielle Trauerrede für den begnadeten Satiriker im Plenarsaal des Deutschen Bundestages halten soll. Eigentlich ein gar nicht soo abwegiger Gedanke.