Archive | July, 2012

Werbejingles, die leider nie produziert wurden (1)

30 Jul

O sole mio, oh mio sol;
Das klingt nach Rio und Atom-Atoll;
Oh mio, oh mio hips:
Das klingt nach Bio und Chio-Chips.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Sneak Preview: «President’s Lecture At The Berlin School Of Creative Leadership»

29 Jul

After the lecture: Thomas Burrell (right) asks Michael Conrad (left): «Aren’t we all brainwashed, at least a little bit?» In the center of the picture: Adrian Botan.

Advertising industry visionary Thomas Burrell broke barriers in the media industry when he launched his Chicago-based ad agency in 1971. The company was established with the intention of forging an authentic and respectful relationship with the African American consumer, and to tap into how the Black Aesthetic could also appeal to the general market consumer. For decades, Burrell fought for industry diversification and the opportunity for black agencies to gain general market accounts. In his recent book, «Brainwashed: Challenging the Myth of Black Inferiority» (2010) Burrell examines how negative images and stereotypes have impacted America’s view of African-Americans. Thomas Burrell is Chairman Emeritus and Founder, Burrell Communications.

Meerschweinchenreport feels delighted to deliver a complete picture of Thomas Burrell’s and Adrian Botan’s President’s Lecture at the Berlin School of Creative Leadership within the next two weeks.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Peripher Gestreiftes

28 Jul

Da stand er einst am Wittgenpranger (*)
Und band sich seine Schuhe zu.
Er machte gern auch Witwen schwanger,
Nur ungern gab er Ruh’.

Nun fragt sich manch ein Leser:
«Wittgenpranger? Was ist das?»
So hilft Spock mit seinem Faser
Nach – Und das kommt krass.

Ein dickes Buch schwebt durch den Raum,
Dank Warp und weil: Ionen.
Darin passiert, man glaubt es kaum:
Nichts mit grünen Bohnen.

«Wittgenprangers Essweltschrift» –
Ein Buchraumschiff mit 20 Knoten.
Wenn die Grenze auf das Denken trifft,
Dann sei dies stets hoch zu benoten.

(*) eigentlich Wittenberg

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Inhouse Hilger & Boie: «Peter Zizka referiert über das Projekt SYMBIOSIS»

24 Jul

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken

Nicht nur Nashörner haben es in ihren Heimatgebieten mit dem Problem sogenannter Small Arms zu tun sondern auch Menschen – vorwiegend in afrikanischen Ländern –, die damit sowohl besagte Dickhäuter als auch sich selbst gegenseitig über den Haufen schießen. Im Hause Hilger & Boie steht der Dickhäuter unter Naturschutz – und außerdem fest gemauert auf dem Sockel, in der Erden und ist so schön aus Lehm gebrannt …

Auf dieses Paradies blickt unser Titeltier tagtäglich, erlebt das Gebäudeensemble in den unterschiedlichsten Lichtstimmungen, den Straßenverkehr in manigfaltigen Variationen. Doch mit dieser Idylle ist es im Rahmen des Vortrags von Peter Zizka schnell vorbei, denn auch unser benashornter Spender feingeriebenen Aphrodisiakums weiß genau: «Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da läßt kein Frühstück sich gestalten…»

Afrika im Würgegriff der Small Arms. Ein gesellschaftsrelevantes Kunstprojekt von Peter Zizka und Matthias Rettner für die Veränderung des Status Quo.

Auf der Website Symbiosis steht erklärend über das Projekt: «Gewalt, Macht und politischer Einfluss definieren von jeher das Gegeneinander und Miteinander unserer Gesellschaft. Territoriale Abgrenzungen werden mit diversen Werkzeugen erreicht. Das extremste Werkzeug aus dieser Reihe ist die Waffe, deren wehrhaftes Epizentrum der Machtanspruch im Kopf des Benutzers ist. Jedes Projektil reisst dabei Löcher in die Gesellschaft, definiert Grenzen neu und findet erst im Moment der Zerstörung seine perverse energetische Neutralisation. Diese Neutralisation ist jedoch nur ein von Omnipotenz geprägter Traum, der in der Tradition steht, den Menschen als Nukleus der Welt zu betrachten und ihm finale Entscheidungsfähigkeit bei essentiellen Prozessen zugesteht.»

Über das Projekt «Symbiosis» berichtete Meerschweinchenreport vor gut einem Jahr bereits hier.

Peter Zizka und Elmar Becker bereiten den Beamer vor.

Peter Zizka mit iPhone

Wir zitieren wieder von der Symbiosis-Website: «Small Arms sind ein hinreichend in der UN bekanntes Problem. Restbestände und Produktionskapazitäten aus den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten, China, aber auch aus den Lagern und Fabriken Europas landen trotz Ausfuhrbeschränkungen in Spannungsgebieten und ermöglichen hier erst die Prolongation der Gewalt ins Unendliche. Wir wollen mit dem Projekt SYMBIOSIS versuchen, Waffen konkret unschädlich zu machen und gleichzeitig durch Ästhetisierung einen gesellschaftsrelevanten Prozess anzustoßen, der den Diskurs zur Problematik Small Arms auf einer breiten Kommunikationsebene erfahrbar macht.»

Das Startbild.

Clemens Hilger führt die geladenen Gästen kurz in das Wirken des Konzeptkünstlers Peter Zizka ein.

Zu den Gästen zählen ebenfalls (v.l.n.r.) Prof. Olaf Leu, Malte Kindt und Patricia Eibes.

Hier erläutert Clemens Hilger Peter Zizkas virtuelles Minenfeld über das auf der zugehörigen Website wesentlich mehr in Erfahrung zu bringen ist. Unter der Überschrift «600 x Bewegung schaffen – Räumt die Mine» steht auf der Startseite zu lesen: «Unter diesem Motto haben sich die Hilfsorganisation medico international und der Konzeptkünstler Peter Zizka zusammengetan, um auf die Bedrohung aufmerksam zu machen, die von Minen und Blindgängern in vielen Ländern der Welt ausgeht. Dafür hat Peter Zizka die Kunst-Bodeninstallation “Das virtuelle Minenfeld” geschaffen, die fotografisch genaue Abbildungen von Minen zeigt. Wer darüber geht, wird sich der bizarren Schönheit erfreuen, die dem Muster aus vielfältigen Formen und Materialien innewohnt. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich der schreckliche Gegenstand.»

Das Bild vom virtuellen Minenfeld, das Clemens Hilger in den Händen hält, läßt sich im Netz hier wesentlich genauer begutachten.

Wir zitieren abermals von der Symbiosis-Website: «Obwohl die Waffe als Omnipotenzinterface in ultimativer Form physikalische Prozesse abbildet und benutzt, ist sie antiwissenschaftlich und antiempirisch – sie ist imperialistisch. Die gesellschaftliche Betrachtung der Small-Arms-Problematik schwankt entsprechend widersprüchlich zwischen Tabuisierung und Statussymbol. Faszination und Schrecken liegen nahe beieinander und changieren. Betrachtet man jedoch die individuelle Existenz als eine in die Menschheit eingebundene Momentaufnahme, so richtet sich jedes Projektil auch automatisch gegen die Quelle.»

Peter Zizka berichtet von seinen Erlebnissen in Burundi. Zusammen mit seinem Partner Matthias Rettner wollten sie ursprünglich an elf Tagen Small Arms, zu denen nicht nur Handfeuerwaffen sondern beispielsweise auch die AK 47 gehören, zerlegen und unschädlich machen. Es blieben ihnen jedoch nur zwei Tage für die Umsetzung ihres Vorhabens. Die restliche Zeit ging für Verhandlungen mit den örtlichen Behörden drauf, die Schwierigkeiten hatten, sich das Konzeptkunstprojekt in realiter vorzustellen.

Außerdem, so war zwischen den Zeilen zu verstehen, lassen sich die vor Ort mit der Zerstörung der Small Arms Betrauten sehr viel Zeit, weil sie ihre sicheren und sehr gut bezahlten Jobs so lange wie möglich behalten wollen. Es ist wohl ein bißchen mit der Situation in deutschen Kinderheimen vergleichbar: Man sagt, daß das Adoptionsgesetz nur deshalb nicht gelockert werde, weil sonst nahezu sämtliche Arbeitsplätze in diesem Bereich wegfielen. Die Irrungen und Wirrungen des menschlichen Gehirns streben fast immer einheitlich in Richtung Geld…

Clemens Hilger verfolgt den Vortrag.

Weiterführend heißt es auf der hier gegenständlichen Projekt-Website: «Soll das ganze Projekt aber gesellschaftsimmanent funktionieren, darf es nicht bei der Ästhetisierung des Bestehenden stagnieren, sondern muss aus sich heraus die Veränderung des Status Quo anstoßen. Das bedeutet: die durch SYMBIOSIS enstehenden Objekte werden verkauft. Der Erlös wiederum wird von SYMBIOSIS an die NGO oder direkt an eine Institution vor Ort gespendet, die diese Problematik bekämpft. (…) Nach Beendigung der Ausstellungsreihe können die Aktionsrelikte zu einem Mindestpreis von 2.500.- Euro erworben werden. Der dabei erzielte Erlös fließt direkt in Projekte in Burundi, die um Opfer und Leidtragende des Bürgerkriegs kümmert. Dieser Aspekt der Aktion ist essentieller Bestandteil des Gesamtkonzepts.»

Clemens Hilger verfolgt die nun einsetzende Diskussion.

Malte Kindt berichtet über seine Kriegserlebnisse.

Peter Zizka in der Diskussion mit Gästen.

Eine lebhafte Diskussion entbrennt. Die diversen These: 1. Feuer läßt sicht nicht mit Feuer vertreiben; 2. Legt man die Mechanismen der Paradoxen Interaktion zu Grunde, so ist das genau der richtige Kommunikationsansatz; 3. Die Frage ist, ob die Ästhetisierung nicht einer Verharmlosung des Themas gleichkommt.

Trotz des ernsten Themas gilt die alte Regel: Diskutieren macht hungrig. Matthias Boie ist mit der Qualität der gereichten Nahrungsmittel sichtlich zufrieden.

Im Gespräch: Clemens Hilger und Peter Zizka.

Über die Macht des Scherzes, auch wenn er sich im denkbar unpassendsten Moment die Gehirnwindungen emporschleicht und im Oberstübchen seines armen Opfers so lange und so intensiv rumort, bis er trotz größten Widerwillens von des Opfers Munde der Freiheit übergeben wird, ist schon viel philosophiert worden. So weiß sich der Autor dieser Zeilen gerade noch zu beherrschen, wenngleich er seine Leserinnen und Leser nicht daran hindern kann, sich selbst einen solchen zusammenzuschrauben, der a) zu diesem Bild paßt und b) etwas mit dem Thema Small Arms zu tun hat…

Isabel Seiboth, Malte Kindt, Clemens Hilger, Peter Zizka, Prof. Olaf Leu, sowie im Hintergrund Mitarbeiter des Hauses Hilger & Boie.

Blick über die Schulter Malte Kindts hinweg in die Tiefe des Raumes.

Peter Zizka im Gespräch mit Prof. Olaf Leu.

Michael Eibes diskutiert mit Peter Zizka (nicht im Bild).

Peter Zizka diskutiert mit Michael Eibes (nicht im Bild).

DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes.

Peter Zizka begutachtet den Einladungsentwurf von Kitty Kahane für den aktuellen DDC-Kreativwettbewerb «Gute Gestaltung 13», den Michael Eibes (Bildmitte) mitbrachte. Rechts im Bild: Prof. Olaf Leu.

Es verabschiedet sich Patricia Eibes. Clemens Hilger mogelt sich noch schnell ins Gruppenbild.

Ein Close-Up von Prof. Olaf Leu.

Im Gespräch: Prof. Olaf Leu, Oliver Wagner und Elmar Becker.

Peter Zizka und Prof. Olaf Leu

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Jamaica in 1978: «Mick Jagger And Jerry Hall»

22 Jul

Photography by Malcom McLaren

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Fotografische Mathematik (1): «Henri Cartier-Bresson ÷ Larry Burrows = Bernd und Hilla Becher»

21 Jul

Henri Cartier-Bresson

÷

Larry Burrows

=

Bernd und Hilla Becher

Spätestens seit Entdeckung und Erfindung der Atombombe scheut die Menschheit keine Kosten und Mühen, alles und jeden nach Strich und Faden durchzurechnen, einzuordnen, Zusammenhänge herzustellen – und wenn es sein muß, sogar auf Herz und Nieren umzuprogrammieren bis der Arzt kommt. Da bleibt für gewöhnlich kein Stein auf dem anderen, kein Auge ungetrocknet, alles und jeder muß raus, rein in den Wald – und hic et nunc mit viel Energie erneuert werden.

Daß das auf Dauer nicht nur das maßgeschneiderte Nervenkostüm von Jean-Paul Gaultier sondern ebenfalls die Strom- und Wasserrechnung gehörig belastet, dürfte jedem klar sein, der schon einmal persönlich und per Handschlag sein sauerverdientes Geld von seiner Hausbank in Empfang nahm. Da trifft es sich günstig, daß es immer wieder engagierte Visualisionäre mit großem Namen gab und gibt, die mit ihrem künstlerischen Schaffen stets bemüht waren und sind, Zeichen zu setzen, sie eigens für uns in einem Mantel von zartbitterer Edelmilchschokolade gekühlt einzulagern; Zeichen die uns bei fach- und sachgerechter Beachtung eine bessere Welt für alle und jeden bescheren. Keine Frage.

Damit dieser hehre Plan mit großzügigen Weltrettungsapplikationen nicht urplötzlich droht, jäh zu scheitern oder gar unpraktikablerweise in die Hose zu gehen, hat sich unsere Meerschweinchenreportredaktion dazu entschlossen, alle für uns relevanten Zeichen rauszusuchen und die zwischen ihnen bestehenden Zusammenhänge für alle und jeden auf leicht verständliche Art und Weise herzustellen und transparent zu machen, damit nicht nur zusammenwächst was zusammengehört sondern auch damit später keiner mehr sagen kann, er hätte von alledem nichts gewußt. Mildernde Umstände wird es für Mitmenschen mit mangelnder Zivilcourage von nun an nicht mehr geben. Solche Zeiten, speziell in Kombination mit einer zukünftig drohenden Wasserknappheit, sind nun endgültig vorbei. Und das ist gut so.

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Wikipedia Henri Cartier-Bresson
Wikipedia Larry Burrows
Wikipedia Bernd und Hilla Becher

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Strenggenommen könnte es auch ein Gemälde von Emil Schumacher sein

20 Jul

Mit etwas Phantasie zumindest…

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Weltrekord: «UFO über Wiesbaden»

19 Jul

Zum Vergrößern bitte anklicken | Click to enlarge

UFOs haben, so viel wissen wir nach Jahrzehnte langer UFO-Forschung, viele Gesichter. Diese, von unserem Redaktionsfotografen kurz nach dem Verlassen einer Maison-du-Pain-Filiale am Dernschen Gelände gesichtete Flugscheibe, verfügt sogar über einige hunderte Antlitze gleichzeitig. Weltrekord. Keine Frage.

Außerdem ist das unbekannte Flugobjekt durch seine vielen Luftschlitze arm im Luftwiderstand und damit extrem kraftstoffsparend unterwegs, ein Umstand der sich gerade beim selbstlosen Waleretten aus der Luft bezahlt macht.

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Livia Marin: «Broken Things»

19 Jul

Livia Marin: «Broken Things»

More of her work on Curieux De Trucs.

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DDC-Mitarbeiterschulung: «Olaf Leus Neue Amerikanische Schule im Hause häfelinger+wagner design»

18 Jul

«Form Follows Function», ein Prinzip das einst von Rationalisten geprägt inzwischen seinen Fingerabdruck jedoch überall dem täglichen Erscheinungsbild unserer Gesellschaft in wohltuender Weise aufdrückt. Auch auf unvorhergesehene Art, wie das kleine blaue Küchekaffeekuchen-LKWchen beweist. Fazit: Die Befolgung des hier gegenständlichen Prinzips muß nicht immer eintönige Lösungen und Kreationen zur Folge haben.

Gemeinsam mit Prof. Olaf Leu befinden wir uns am Morgen nach seiner Bilanz-Lesung abermals auf dem Weg zu häfelinger+wagner design in der Münchner Türkenstrasse: Die Mitarbeiterschulung Neue Amerikanische Schule steht auf dem Programm.

Pünktlich betritt Frank Wagner den Innenhof zu seiner Agentur. Typisch für eine Just-in-time-production.

Ein kurzer und gekonnter Blick nach oben.

Kurzer und gekonnter Blick geradeaus: Prof. Olaf Leu und Frank Wagner im Gespräch.

Prof. Olaf Leu sieht kurz und gekonnt «das gute Licht» und fotografiert ebenso kurz und gekonnt unseren Redaktionsfotografen.

Der erste Einblick in den Konferenzraum. Deutlich ist der Aufmacherschriftzug «Die Neue Amerikanische Schule» zu erkennen, schließlich ist gute Lesbarkeit erste Schriftschnittpflicht.

Sich nicht auf Anhieb mit der Funktionalität eines kabellosen Bedienelementes für die Technik auszukennen, gehört überall auf der Welt unter Referenten zum guten Ton. Und so auch hier.

Die besten Bedienelemente sind jedoch nach wie vor die zehn körpereigenen USB-Anschlüsse, mit denen Prof. Olaf Leu es immer wieder versteht, neue Informationen aufzusaugen, um sie nach geistiger Überarbeitung wieder an seine ihm zuhörenden Mitmenschen abzugeben.

Inhaltlich sind wir auf «Die Neue Amerikanische Schule» von Prof. Leu bereits hier eingegangen, vorgetragen im Wiesbadener Designbüro Hilger & Boie. Die nachfolgenden fünf Aufnahmen bleiben unkommentiert.

Ein guter Typograf muß immer irgendwie auch ein guter Jedi-Ritter sein. Prof. Olaf Leu demonstriert: «Seht Ihr, wie ich mit meinen Fingerspitzen exakt auf der Höhe der Laufleiste des hinter mir hängenden Rolos entlangfahre, ohne mich dabei umdrehen zu müssen? Das ist der typografische Yoda-Faktor.»

«Denn», so fährt Prof. Olaf Leu fort, «wenn ich meine Hand nur leicht anhebe, also die Formation meiner Finger nur etwas verändere, so gewinnt das gesamte Bild deutlich an Farbigkeit; und zum anderen werden nun im Hintergrund die nicht mehr benötigten Utensilien meiner gestrigen Bilanz-Lesung abgeholt. Summa summarum läßt sich also feststellen, daß unterschiedliche Schriftschnitte auf unterschiedliche Art und Weise kommunizieren. Aufgabe eines guten Gestalters ist es also, zu jeder individuellen Kommunikationsaufgabe die jeweils passende Schrift zu finden – und einzusetzen.»

Ein visuelles Plädoyer gegen die nachträgliche Verzerrung von Buchstaben mittels der Möglichkeiten, die einem moderne Grafik- und Layoutprogramme bieten: Zwar mögen die Ränder der Projektionsfläche parallel zu den Rändern des Fotos verlaufen (womit nun alles schön ordentlich aussieht), aber dafür wirken die menschlichen Proportionen der beiden jungen Herren merkwürdig deformiert. Auch wenn sich solche Effekte in der Typografie in den meisten Fällen subtiler zeigen, so sollte man doch die Schriftschnitte in der praktischen Anwendung so belassen, wie sie vom Schriftgestalter einst ersonnen wurden.

Eine Nahaufnahme, die sich unserer Redaktionsfotograf von Prof. Leus Kommunikationswerkzeugkasten nicht entgehen lassen konnte.

Manchmal fragen wir uns schon, was unseren Redaktionsfotografen da reitet, beziehungsweise in diesem Falle geritten hat. Investigativ wie Meerschweinchenreport nunmal ist, haben wir bei ihm nachgefragt. Seine Erläuterung: «Das sind gelbe, grüne und natürlich auch rote Blutkörperchen. Oben rechts ist eine mikroskopische Detailansicht zu sehen. Auch ein kleines weißes Blutkörperchen, das sich im direkten Dialog mit den grünen und gelben Blutkörperchen befindet, die da – und das wissen sie selbst ganz genau – eigentlich nichts verloren haben. Mit dieser Bildbearbeitung wollte ich ja nur verdeutlichen, daß Kommunikation auf den unterschiedlichsten Ebenen und Metaebenen stattfindet.»

Von dieser These hinreichend fasziniert, beschließt Prof. Olaf Leu sich zum Mittagessen eine möglichst blutkörperarme Portion Gnocchi in Salbeibutter mit Parmesan einzuverleiben. Unser Redaktionsfotograf begleitet ihn. Zum Dessert eine Cohiba.

Im Anschluß gemeinsam mit Frank Wagner Besuch der von Thomas Weski zusammengestellten Thomas-Ruff-Übersicht im Haus der Kunst. Da von uns, unsere Stammleser wissen das, keine Kunstinterpretationen zu erwarten sind, möchten wir auf eine Rezension der Ausstellung von Andrian Kreye in der Süddeutschen Zeitung verweisen.

Erhabenen Schrittes bewegt sich Prof. Olaf Leu durch die Ausstellungsräume mit einer geschätzten Deckenhöhe von zwanzig bis dreißig Metern. Nur hier können Ruffs Werke ihr volles Aroma so ungestört entfalten, wie es vom Künstler von Anfang an geplant war. Frank Wagner hält dieses Ereignis mit seinem iPhone kurz und gekonnt fest.

Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen Frank Wagners Körperdrehung um 90° und dem plötzlichen Auftreten seltsamer Pünktchen?

Wie Andrian Kreye in seiner SZ-Kritik bereits ausführt, so sind nicht alle mit Ruff-Werken bestückte Räume für Minderjährige geeignet. Gerade der fachgerechte Umgang mit Architektur ist ein typisches Erwachsenenthema.

Auf dem Rückweg ins Hotel gibt es kein Taxi – aber dafür viel Licht.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Selfridges: «Karl Lagerfeld»

16 Jul

Design by I Love Dust

More information and via Vogue.

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Ed Walker: «Woody Allen»

15 Jul

Ed Walker says on his flickr-account: «Woody Allen filming some scenes at the Blue Finn Building where I work on Bankside in London.»

On his personal website he writes: «Hi I’m Ed Walker, a Graphic Designer and Photographer living and working in London, United Kingdom. By day I am a Digital Designer for Immediate Media, by night I am a masked avenger hunting down the scum of the ci… oh hold on that supposed to be a secret. In my spare time I enjoy shooting street photography, city landscapes and the occasional portrait.»

Website Ed Walker Photography

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Edward Quinn: «Grace Kelly and Alfred Hitchcock»

13 Jul

Edward Quinn: «Grace Kelly and Alfred Hitchcock»; 1954

We cannot precisely say that Alfred Hitchcock was pretty much amused when his gold donkey («Goldesel» – as we say in Germany), carrying this marvellous name Grace Kelly around the globe and on her v-card, married Rainier Louis Henri Maxence Bertrand Grimaldi, Count of Polignac and the Prince of Monaco in 1956, an event which automatically ended her career as one of the most hottest and wanted Hollywood divas with a blimp of an eye.

Nevertheless, this photograph, taken by Edward Quinn in the year 1954, displays the basis of their harmoniously and perfectly working cooperating system: Our Full English Gentleman is celebrating High Tea with the later Her Serene Highness The Princess of Monaco. At that present moment they both were working on To Catch a Thief in Cannes.

Edward Quinn’s website provides us with some information about himself: «Born 1920 in Ireland, lived and worked since 1950 as a photographer on the French Riviera. During the “Golden Fifties” this was the favored playground retreat for celebrities from the world of show biz, art and business. The Edward Quinn Archive contains more then 100’000 photos from the 1950s up to the 1970s. It’s very likely that every famous person who visited the French Riviera at the time was photographed by Quinn. The most important part of the archive consists of about 10’000 photos of Picasso.»

We like to strongly recommend his two books: «Riviera Cocktail» and «Stars And Cars Of The ’50s».

At the very present moment the Hamburg based gallery Photography Monika Mohr Galerie shows «Edward Quinn: Pablo Picasso» from June 5th until October 9th 2012.

Website: Edward Quinn
via: Awesome People Hanging Out Together.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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Herzlichen Glückwunsch «BKS» – zum 20. Geburtstag!

10 Jul

Alle Fotos von unserem Redaktionsfotografen Andreas Baier

Sie sind ein fester Bestandteil des Wiesbadener Stadtbilds – und das nicht ohne Grund: die Kurierfahrzeuge der BKS-Automobilflotte. Und Umgebung. Was für und mit Johannes Elnain vor 20 Jahren mit einem einfachen DIN-A3-Kopierer begann, ist heute ein stattliches Unternehmen im Bereich der Produktion digitaler Druckerzeugnisse jeglicher Art. Von der kleinstmöglichen Visitenkarte bis hin zum 500qm-Riesentransparent zur Verkleidung ganzer Hausfassaden – es gibt in dieser Bandbreite nichts, was BKS nicht liefert. Und das auf einem erstaunlich hohem Qualitätsniveau.

Kein Wunder also, daß beispielsweise sogar Designbüros aus der Tiefe des unerledigten Raumes, quatsch, der Pfalz oder dem Düsseldorfer Einzugsbereich bei BKS bestellen. Hochwertige Produktionsergebnisse sprechen sich eben rum.

Meerschweinchenreport schrieb schon einmal über BKS; und zwar hier. Ein kleiner Auszug:

Gerade die kleinen Freuden im Leben sind es, die bei eingehender Würdigung durch entsprechende Stromversorgung zu übermenschlicher Größe heranreifen. Typisch aufblasbare Luftsäule aus dem Hause BKS in Wiesbaden!

Weiß wie die Unschuld, PS-stark wie ein Götterbote; so präsentiert sich der neueste Mitsubishi-Wolf im Schafspelz der Autohaus-besuchenden Öffentlichkeit. Gedruckt auf feinen Textilträgermaterialien versteht es unser verstofflichter Autoweißlackwolf mit visueller Geschicklichkeit auf das Vortrefflichste, die in einem jeden von uns lieblich vor sich hin schlummernde Kaufkraft nachhaltig aus dem Bett zu scheuchen.

Fährt man mit der S-Bahn von Wiesbaden nach Mainz, des angenehmen Lichtes wegen möglichst an einem schönen Sommersonnensonntag – so zwischen 6:00 Uhr und 7:00 Uhr in der Frühe – und widmet seine Aufmerksamkeit kurz nach der Eisenbrücke dem in Fahrtrichtung rechts liegenden ERDAL-Gelände, so sieht man ziemlich genau das Folgende an sich vorrüberziehen:

Plant man, weil uns das Licht, das Wetter sowie unsere essentielle, virulent positive Grundstimmung immer noch mit ihren sonnigen Sonntagsgesichtern verwöhnen, einen Besuch des legendären und in der Championsleague angesiedelten Pfingstturniers (Meerschweinchenreport berichtete u.a. hier
und hier
), so begegnet man selbstredenderweise nicht nur einer übergeordneten Portion Echtpferd sondern auch diesem von BKS entsprechend optisch veredelten Clip-My-Horse-LKW an prominenter Stelle:

Und da wir uns schon mal in Wiesbaden-Biebrich befinden, so ist der Weg zum Wiesbadener Äppelallee-Center, einem schicken Einkaufszentrum, auch nicht mehr weit. Bildbeispiele haben wir jetzt keine zu bieten, aber die Information, daß BKS anläßlich der Wiedereröffnung besagten Einkaufsparadieses nicht nur jede Menge Wegzeichen und Hinweisschilder produzierte sondern ebenfalls das Konzept für ein Gutscheinheftchen entwickelte, das individuell auf jeden einzelnen Mieter zugeschnitten war, ebenfalls die komplette Kreation übernahm und dafür sorgte, daß das gute Stück in einer Auflagen von 120.000 Stück sowohl als Hand-out als auch als zielgruppengerichtete Zeitungsbeilage einen prima Job machte: Der Laden war gerammelt voll.

Bei so viel Dynamik sollte es einen nicht wundern, wenn Johannes Elnain zukünftig mit weiteren Unternehmen an den Start ginge. Vielleicht eines für den reinen Internetverkauf und ein anderes für die gepflegte B2B-Kommunikation zwischendurch? Das wäre doch was, oder? Wobei: Was heißt hier eigentlich wäre? Das ist doch alles schon längst Realität. Und so agiert nur jemand, bei dem der Rückwärtsgang seit Jahren in vorbildlicher Weise erledigt ist.

Womit wir rechtzeitig zum Artikelschluß abermals beim Vorwärtsgang angelangt wären, ein Umstand, der uns noch einen authentischen paparazziesken Fotoschuß aufs Auge zu drücken vermag; aufgenommen durch die Grobstruktur eines halblichtdurchlässigen Werbeträgers, der begeistert von einem der vielen ESWE-Busse durch die Stadt spazierengefahren wird. Fazit: Feine Sache, das alles; dochdochdoch.

Adresse:
BKS GmbH
Fritz-Haber-Strasse 4
65203 Wiesbaden
Deutschland
Tel: +49 (0)611 928500
Fax: +49 (0)611 9285030

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In Vinum Wassertass’

8 Jul

Hommage an Bob Ross

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Im Wasser kreist der Geist des Weines,
Der, der durch die Durchsicht lurcht.
Und wenn er nichts sieht, ist es keines
Wesens Wahrheit; frei von jeder Furcht.

Zerfurcht wie Haar und Antlitz schreiet,
Dies, das sich den Kamm aufhalst.
Und wenn es kämmt und Vietnam befreiet
Von des Wesens Dichtkunst; weiß es, daß Du balzt.

Das Lamm fromm schmurgelt kopfelos
In des Bräters Knoblauch angerichtet.
Und wenn es fein zerscheibelt angeschmiegt – am Topfekloß,
Ist der Wein schon längst; oh ja: vernichtet.

Bedichtet sei der Geist, das Flußebild,
Dieses, durch das das Bootchen kurvt.
Und wenn es Zeit zum roten Kuße wild
Ist grad passiert, was längst bedurft.

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Sensibles Thema. Deshalb keine Kommentarmöglichkeit.
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Jürgen Teller: «Marc Jacobs»

8 Jul

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Have a look at the other spreads of this stunning campaign.

Website Jürgen Teller.

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Sensitive topic. Therefore comments off.
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